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Full text of "Die alte Geographie Arabiens als Grundlage der Entwicklungsgeschichte des Semitismus"

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DIE 

ALTE GEOGRAPHIE ARABIENS 



ALS 



GRUNDLAGE DER ENTWICKLUNGSGESCHICHTE 
DES SEMITISMUS 



VON 



A. SPRENGER. 



Mit einer lithographirten Karte. 



BERN. 

COMMISSIONSVERLAG VON HUBER & COMP 

1875. I SEEN BY 

PRESERVATION 

SERVICES 

DATE... 



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M 



A 



Einleitung. 



1. Die Grundlage der alten Geographie ist das unsterbliche 
Werk des Ptolemaeus, welcher in der ersten Hälfte des zweiten 
Jahrhunderts unter der Regierung des Hadrian und Marus Antoninus 
zu Alexandrien in Aegypten lebte. Ich beschränke meine Aufmerk- 
samkeit auf das siebente Gapitel des sechsten Buches, welches Arabia 
Felix enthält, und nach der Absicht des Verfassers zusammen mit 
Karmanien die sechste Karte Asiens bilden soll. Von den angrenzenden 
Ländern nehme ich nur so viel auf, als sur Vervollständigung der 
Geographie der arabischen Halbinsel, die den Gegenstand meiner 
Untersuchung bildet, nöthig ist. An die Darstellung des Ptolemaeus 
knüpfe ich dann andere Nachrichten an. Wilberg's unvollendete Aus- 
gabe beurkundet grosse Sorgfalt und entspricht, so weit sie geht, allen 
meinen Bedürfnissen; ich habe jedoch die Gelegenheit benützt, mir 
für diese Arbeit die Gollation dreier Codices, die Herrn Wilberg un- 
zugänglich waren, zu verschaffen. Baron von Greindl, Exe, Belgischer 
Gesandter in Gonstantinopel , hatte die Güte, lib. VI, cap. 7 des 
Nobbe'schen Textes, mit der auf dem Berge Athos aufbewahrten 
Handschrift, und dann dasselbe Gapitel und auch einiges aus Arabia 
Petraea und Arabia Deserta mit dem Gonstantinopolitaner Codex zu 
vergleichen , und mir aus dem letztern eine getreue Copie der Karte 
von Arabia Felix mitzutheilen. Herr Hofrath von Kremer war so 
freundlich, lib. VI, cap. 7 des Wiener Codex mit dem Wilberg'schen 
Texte zu collationiren und die auf Arabien bezüglichen Stellen aus 
lib. VIII abzuschreiben. Ich bezeichne diese drei Handschriften mit A. 
(Athos), B. (Wien) und C. (Constantinopel) und den Wilberg'schen 
Text mit W., die Varianten desselben mit V. (füge aber gewöhnlich 
die Nachweise des Herausgebers bei), und die Nobbe'sche Ausgabe 



mit N. In den Eigennamen der Geographie Arabiens sind nicht nur 
die Accente, sondern auch die Spiritus ganz willkürlich gesetzt und 
desswegen lasse ich erstere weg. 

Für die Geschichte der Codices mag die Bemerkung von Interesse 
sein, dass die Stadt, welche Plinius Egra und die Araber al-Higr 
nennen in allen Handschriften, ausgenommen der, welche Wilberg 
mit C bezeichnet, wo richtig Egra steht, Negran heisst. Es ist diess 
die willkürliche Veränderung eines Christen, welcher Negrana, das 
in 523 n. Chr. durch eine Christenverfolgung berühmt wurde, in 
Ptolemseus finden wollte, es aber unter Nagara 2 ) nicht erkannte. 
Ein anderer Kritiker wollte auf Ptolemseus' Karte den Feldzug des 
Aelius Gallus verfolgen und vermuthete, dass Maokosmos das auch von 
Strabo 782 erwähnte Naskos (die Codices des Strabo haben Aska, 



') Im Vorbeigehen seien hier noch andere Abkürzungen erklärt: 

Ym. bedeutet Yäqüt's Mu'gam d. h. Jacut's Geogr. Wörterbuch, heraus- 
gegeben von F. Wüstenfeld. 6 Bände. Leipzig 1866—73. 

Hd. bedeutet Ibn al-Häyik Hamdäny's Gazyrat al-'Arab, Beschreibung von 
Arabien. Bisher sind zwei Handschriften dieses wichtigen Werkes entdeckt 
worden, welche ich beide benützen konnte. Die eine ist das Eigenthum des 
Herrn Capt. S. B. Miles, Residenten in Masqat; sie wurde in 908 d. Fl. von einem 
wurmstichigen Codex copirt, wesswegen einige wenige kleine Lücken darin 
vorkommen. Der Copist beurkundet sein Interesse an dem Gegenstand durch 
einige wenige Randbemerkungen und hat grossen Fleiss auf seine Arbeit ver- 
wendet. Es fehlen aber einige Blätter. Der andere Codex gehört dem Herrn 
Ch. Schefer; er ist höchstens zwanzig Jahre alt, die Schrift ist schön, aber 
incorrect, und er enthält denselben Text wie der Codex Miles, doch ohne die 
kleinen Lücken. Dieser Text ist bisweilen besser, bisweilen schlechter, als der 
von Yäqüt benützte. Da der Codex Schefer vollständig ist, verweise ich auf 
dessen Seitenzahlen. Die Argüza Rodä'yya befindet sich nur im Codex Miles. 

1' bedeutet zunächst eine Minute des Aequators, dann aber auch ihren 
Werth als Längenmaass — 1 englische oder italienische geographische Meile 
~ 1 arabische Meile — i j i deutsche Meile — 10 Stadien = 1 '/ 4 römische Meilen. 

Adm. K. die von der englischen Admiralität herausgegebenen Seekarten. 
Vom Rothen Meere habe ich leider nur die kleine, in einem Blatt; von der 
Südostküste und dem Persischen Meerbusen die grosse, zusammen in fünf 
Blättern. Da diese Karten nicht in Jedermann's Hände sind, gebe ich daraus 
häufig die Länge und Breite der Orte an. Diese sind nicht als absolut richtig, 
aber doch der Wahrheit sehr nahe kommend anzusehen. 

o. P. nach arabischen Wörtern bedeutet, dass im Original gar keine oder 
nicht alle Punkte angegeben sind, und also das Wort vielleicht ganz anders 
zu lesen ist, als ich es gethan habe. 

2 ) Aehnliches ist Lassen begegnet, welcher in Nagara das bekannte sans- 
kritische Wort für Stadt wittert. 



3 

weil das vorhergehende Wort mit n endet) sei, und notirte seine 
Entdeckung am Rande. Wahrscheinlich hat dieser Witzkopf die von 
(Jallus an einem Flusse gewonnene Schlacht an den Lar versetzt. 

2. Stephanus Byz. s. v. Charakmoba spendet dem Ptolemseus das 
Lob, er habe auf das Studium Arabiens ganz besondere Sorgfalt ver- 
wendet, und Jomard und Andere behaupten, er habe eine sehr genaue 
Kcnntniss der Geographie dieses Landes besessen. Diese Herren 
haben den Ptolemseus nicht verstanden. Er ist nicht Geograph, 
sondern Kartograph (nach seiner Terminologie müssten wir sagen: er 
ist nicht Chorograph, sondern Geograph); er belehrt uns im ersten 
Buche, wie man Kugelabschnitte in einer Ebene darstellen, d. h. 
Kartennetze construiren könne, hat selbst zehn solche Netze für 
Europa, vier für Africa und zwölf für Asien angefertiget und in 
dieselben mehrere Tausend Positionen eingetragen und somit einen 
Alias hergestellt. Hätte Aloys Senefelder um ein paar Tausend Jahre 
früher gelebt, so würde Ptolemseus seine Karten durch Steindruck ver- 
vielfältiget und damit seine Arbeit beschlossen haben. Die damals 
einzig übliche Vervielfältigung mit der Hand bot aber keine Garantie 
der Genauigkeit, und so sah er sich veranlasst, um die Resultate seiner 
Arbeit für die Nachwelt zu erhalten, die im Atlas erscheinenden 
Namen mit den Längen und Breiten, welche sie in demselben hatten, 
in ein Buch einzutragen, mit dessen Hülfe man die Karten jeder 
Zeit herstellen kann. Man merke sich's, dass das Verzeichniss der 
Positionen unmöglich vor den Karten entstanden sein kann. Anders 
steht es mit unsern Seekarten, wo die Positionen an Ort und Stelle 
astronomisch bestimmt und in Zahlen ausgedrückt, und erst später 
in den Gultursitzen bildlich dargestellt werden. Zwar hatte Markian, 
wie aus seinem Periplus hervorgeht (wie hätte er sonst den Umfang 
Arabiens berechnen können ?), eine methodisch gezeichnete Karte vor 
sich, hingegen die Karte Arabiens im Gonst. Codex des Ptolemseus 
und die damit im Wesentlichen übereinstimmende der lateinischen 
Prachtausgabe, Ulm 1482 fol., sind freie Handzeichnungen, deren Ent- 
wurf wahrscheinlich von Agathodsemon herrührt, und sie rechtfertigen 
Ptolemseus' Misstrauen gegen die Gopisten. Wir folgen der Absicht 
des Verfassers und tragen seine Positionen in ein Kartennetz ein. 
So bald wir die Zeichnung vor uns haben, sehen wir, wie er sich 
das betreffende Land vorstellte; und statt uns nun, einer krankhaften 
Tendenz unserer Zeit huldigend, in etymologischen Spielereien zu 
ergehen, beginnen wir die Analyse mit der Frage: wie ist er zu 



diesem Bild gekommen? Die Antwort gibt er selbst; maassgebend 
waren für ihn die Berichte der Seefahrer, zur Gontrole dienten ihm 
Karawanenitinerarien, denen er aber für die Zeichnung der Gontouren 
nur secundären Werth beilegt. 

Arabia Felix ist an drei Seiten vom Meere umflossen und bot 
somit den Seeleuten Gelegenheit, ihren Sinn für Beobachtungen zu 
zeigen, den Mathematikern, selbe für die Feststellung der Gestalt der 
Halbinsel zu verwerthen, und uns bietet es die beste Gelegenheit, 
die Entwicklung der mathematischen Geographie zu verfolgen. Das 
grosse Problem der alten Erdbeschreibung war, die Länge der.Oiku- 
mene (Ausdehnung der bewohnbaren Erde von Westen nach Osten) 
zu bestimmen. Die Centralstation war an der Nilmündung. Ihre 
Entfernung vom äussersten Westen konnte durch See- und Landreisen 
leicht und hinlänglich sicher bestimmt werden. Anders stand es mit 
der Entfernung des äussersten Osten vom Nil. Um wieder auf einer 
nach Osten laufenden Wasserstrasse weiter messen zu können, musste 
man bei der Meerenge Bäb-al-Mandab (die Alten wählten statt dessen 
den Seehafen Okelis) anfangen, zuerst aber bestimmen, wie viel weiter 
östlich dieser zweite Ausgangspunkt liege als die Nilmündung. Die 
Zahl der Tage, welche Schiffe von Okelis bis Indien und China unter- 
wegs waren, gewährte dann Data für die Lösung des grossen Problems. 
Die Distanzen der grossen Gommunicationsader, oder al-Chatt al'atzam, 
wie sie Ya'qüby heisst, vom Euphrat über Hamadän, Nayschapür 
und Samarqand nach Täschkend (Turris Lapidea), und von dort bis 
zum Weltmeer, deren Anfängen ich in den Post- und Reiserouten 
wegen ihrer Wichtigkeit die erste Karte eingeräumt habe, dienten 
zur Gontrole. Die Gestalt des Rothen Meeres, von welcher die Länge 
von Okelis abhängt, hat daher die Alten schon zur Zeit Alexander' s 
(und viel früher, wie auch die Gradmessung und überhaupt die mathe- 
matische Erdbeschreibung viel älter ist, vergl. meinen Aufsatz im 
Ausland, 1867), wie wir sehen werden, vielfach beschäftiget. 

3. Von astronomischer Bestimmung des Längenunterschiedes 
zweier Orte wird nur Ein Beispiel angeführt, nämlich die bekannte 
Sonnenfinsterniss : in Arbela war, als sie beobachtet wurde, der Tag 
um drei Stunden weiter vorgerückt, als in Garthago, woraus man 
schloss, der Längenunterschied dieser zwei Städte müsse 45 Grad 
betragen. Alle andern Längenangaben der Orte beruhen also auf 
Gissung oder dead reckoning, wie sich englische Seeleute ausdrücken. 
Die Breiten bestimmten die Astronomen mit dem Gnomon, und in 



Orion, wo sie nicht hinkamen, nach den Angaben der Seefahrer über 
das Verschwinden und Sichtbarwerden des Bär's, des Sirius u. s. w., 
und diese waren gewiss nicht zahlreich. Für Arabien können wir 
nur Eine, aber sehr wichtige Beobachtung dieser Art nachweisen. 
Ptol. I, 7 citirt aus Marinus: „In der heissen Zone kann man alle 
Gestirne auf- und untergehen sehen, doch der Kleine Bär wird nur 
in jenen Ländern ganz sichtbar, welche 500 Stadien (d. h. 1 Grad) 
nördlich von Okelis liegen; denn die Polhöhe des Parallelkreises von 
Okelis ist 11° 40'. Hipparch aber soll festgestellt haben, dass der 
südlichste Stern des Kleinen Bär's 12° 40' vom Pol entfernt sei." 
Die Unart, Beobachtungen als Folgesätze und Folgerungen als Be- 
obachtungen hinzustellen, ist unter den Alten allgemein ; so berichtet 
Eratosthenes von den wichtigsten Orten am Meridian von Syene, wie 
viele Stadien sie vom Aequator entfernt sind, als wäre er mit der 
Messkette längs desselben auf- und niederspaziert, und Ptolemseus, 
lib. VIII, gibt von den vorzüglichsten Städten an, wie viele Stunden 
die Sonne früher oder später als in Alexandrien aufgehe, als hätte 
er in beiden Beobachtungsorten gleichzeitig mit der Uhr in der Hand 
gestanden. Im obigen Berichte ist das Sichtbarwerden des Kleinen 
Bär's Beobachtung, die Breite von Okelis Folgerung. Diesen Anhalts- 
punkt, welcher zugleich die Breite der Südspitze Arabiens bestimmt, 
hat nicht erst Marinus, sondern schon Eratosthenes (bei Strabo 767) 
benützt. Er schätzte die Entfernung zwischen Heroonpolis beim 
modernen Suez und Babylon, auf das Itinerar der Karawanen gestützt, 
auf 5600 (9600 ?) Stadien. Da die Alten Babylon und das Nordostende 
des Persischen Meeres in denselben Meridian versetzten, so galt diese 
Zahl auch für die Oeffnung der arabischen Halbinsel. Die Ausdehnung 
nach Süden, 12,000 Stadien, beruht aber nicht auf einem Itinerar, son- 
dern ist ein Ausdruck des Breitenunterschiedes zwischen der Oeffnung 
und dem Südende, beziehungsweise Okelis. Und da Eratosthenes dem 
Grade 700 Stadien gab *), machen 12,000 Stadien ein wenig mehr 



') Die wirkliche Grösse des Aequatorgrades ist fast genau 600 Stadien. 
Eratosthenes hat die Gewohnheit, statt x Grade 700 x Stadien zu setzen und dazu 
noch die Zahl abzurunden. In solchen Fällen hat Stadium nicht den gewöhnlichen 
Werth, welcher = 7 60 o Grad ist, sondern es misst nur 1 / 700 Grad. Die spätem 
Kartographen (Agrippa, Marinus, Piolemeeus), geben dem Grad nur 500 Stadien, 
dadurch wird ihr geographisches Stadium zu gross und misst 1 j i00 Grad. Durch 
diesen Fehler mussten die Karten sehr verzerrt werden. Gesetzt, Eratosthenes 
und Ptolemaeus hätten aus See- und Landreisen für die Länge der Oikumene 



6 

als 17°; er versetzte also Okelis in Breite 30° — 17° = 13° *). 
Wenn Eratosthenes , wie es scheint, Okelis in Breite 13° versetzte, 
so mag es daher kommen, dass er die Distanz des Kleinen Bär's 
vom Pol etwas höher annahm als Hipparch. Doch da er die Zahlen 
abrundet, lässt sich kein Schluss daraus ziehen. Vielleicht besass 
man auch für die Breite des Vorgebirges Syagros und anderer Küsten- 
orte astronomische Berichte der Seefahrer von geringerem Werth. 

Hipparch fertigte eine Liste von Orten an, deren Breite bestimmt 
worden war, und solche Positionen waren die Gardinalpunkte, welche, 
wenn man eine Karte construirte, zuerst hineingezeichnet wurden. Ptole- 
mseus liebt es, die Länge und Breite von Gardinalpunkten in Zahlen 
ohne Brüche auszudrücken (z. B. Okelis L. 75° 0', Br. 12° 0'; 
Syagros L. 90° 0', Br. 14° 0'), so lange nicht zwingende Ursachen 
vorhanden sind, von dieser Einfachheit abzuweichen. Die Zwischen- 
räume zwischen den Gardinalpunkten längs der Küste wurden dann 
nach den Berichten der Seefahrer ausgefüllt. Die Ausgleichung 
der Berichte der Küstenfahrer, welche sich auf ihrem Dscherm durch 
die Klippen durcharbeiten und Nachts ankern, und der Indienfahrer, 
die sich in das hohe Meer hinaus wagen, hat Ptolemseus mit solcher 
Gewaltsamkeit bewerkstelliget, dass wir ihm alle Kenntniss der 
Nautik absprechen müssen. Er hat für die Küstenzeichnung Arabiens 
nur wenige Quellen benützt, und es ist ihm gar nicht eingefallen, 
Dilettantenarbeiten, wie den uns erhaltenen Periplus Maris Erythr., 
einem mühsamen kritischen Studium zu unterwerfen. Die Umrisse 
des Persischen Meerbusens haben, wie ich zeigen werde, die Maasse, 
welche die Admirale Alexander's gefunden hatten: Ptolemseus hat 
sich also in diesem Falle darauf beschränkt, hie und da in die alte 
Karte neue Namen einzutragen. Für die Zeichnung des Rothen und 
Indischen Meeres benützte er die Navigationsregeln zweier oder dreier 



dieselbe Grösse gefunden (was schwerlich der Fall ist), nämlich 90,000 Stadien» 
so würde das auf dem Globus bei dem einen 130, bei dem andern 180 Grade 
ausgemacht haben; und gesetzt, 90,000 wäre richtig (was nicht der Fall ist), 
so würde 150 Grade das Richtige sein. In der Breite der Oikumene aber 
würden sie, da sie sich auf astronomische Thatsachen stützten, insofern diese 
Thatsachen richtig erhoben waren, beide das Richtige getroffen und in der Zahl 
der Grade (aber nicht in der Zahl der Stadien) übereingestimmt haben. 

x ) Die wirkliche Breite von Okelis ist 12° 44'. Die Breite von Heroon- 
polis, etwa 30°, Hess sich leicht ermitteln; es konnte nämlich nicht unbekannt 
sein, dass es fast genau östlich von Memphis liege, die Breite von Memphis war 
aber gewiss schon früh astronomisch bestimmt. 



ägyptischer Seehafen, ! ) Dom Strabo, S. 118, wurde, als er Syene 
besuchte, berichtet, dass wohl 120 Schiffe von Myoshormos nach 
Indien führen; ausserdem liefen von andern Häfen Schiffe dahinaus, 
und zur Zeit des Plinius ging im Mittsommer eine regelmässige 
Flotille dahin ab. Unter diesen Leuten vererbten sich Navigations- 
regeln, die wohl auch schriftlich vorhanden und für Ptolemaeus er- 
reichbar waren. Aus seiner Karte entnehmen wir, dass in den ihm 
vorliegenden Directories die Distanzen zwischen den Küstenplätzen 
in durchschnittlichen Tageskursen angegeben, zugleich auch die her- 
vorragenden Land marken und niedrigen Küstenstriche mit ihren 
vorstehenden gefährlichen Sandbänken, verzeichnet waren. Unter den 
Seehäfen, deren Directories die Kartographen, seit Eratosthenes, vor- 
züglich benützten, nimmt Berenike, dessen Breite, 23 ° 50', astronomisch 
bestimmt war, den ersten Rang ein. Ich glaube nicht, dass Ptolemaeus 
in der Zeichnung der Gontouren der Halbinsel irgend welche Rücksicht 
auf die Landitinerarien nahm; diese trug er erst nach der Küsten- 
zeichnung ein. Im Binnenlande Arabiens finden wir keinen Anklang 
an die ausgezeichneten Forschungen Juba's, keine Erinnerung an den 
Feldzug des Aelius Gallus, kurz kein Studium der damals vorhandenen 
Literatur, aber auch keine Kenntniss der Geographie des Landes. 
Seine Flüsse laufen über drei, vier Wasserscheiden und durch Sand- 
wüsten, welche den Amazonenstrom aufzusaugen im Stande wären; 
überhaupt gibt es für Ptolemaeus keine Wüste in Arabien. Und doch 
ist seine Darstellung von grösstem Werthe für uns. Als Kartograph 
hatte er sich die Aufgabe gestellt, die Lage möglichst vieler Orte zu 
bestimmen, und das einzige zweckdienliche Material für ihn waren 
Itinerarien. Er hat sich also darauf beschränkt, Itinerarien in die 
Karte einzutragen, und zwar seinem in lib. I, c. 5 ausgesprochenen 
Principe gemäss die allerneuesten. Wenn schriftliche Etapenver- 
zeichnisse von Arabien nicht vorhanden waren, konnte es ihm in 
Alexandrien, oder noch mehr in Petra, nicht schwer werden, solche 
zu sammeln. In den Sarais dieser Städte konnte er leicht Ghirryte 
(Wegkundige) finden, die ihm über einem Becher Wein die Karawanen- 
routen und ihre Etapen aufzählten, und er brauchte sie bloss zu 



*) Die gegen Marinus gerichtete Behauptung bezüglich der Lage der 
Sachalitischen Bucht, lib. I, c. 17: „Für uns stimmen alle ohne Ausnahme, 
welche jene Gegenden durchschifft haben, überein", ist nicht hoch anzuschlagen. 
Er mag unter den Kaufleuten Erkundigungen eingezogen haben, oder auch mag 
es eine Anspielung auf die ihm vorliegenden Directories sein. 



notiren. ! ) Das Lob, welches Stephanus Byz. dem Ptolemseus spendet, 
mag sich auf einen Vergleich seiner Karte mit einer frühern gründen, 
welcher ergab, dass die ptolemseische viel reichhaltiger ist. 

Die Entstehungsweise der Karte von Arabia Felix enthält die 
Gebrauchsanweisung. An absolute Richtigkeit der Positionen ist nicht 
zu denken 2 ), aber auch die relative beschränkt sich auf die Ent- 
fernungen zwischen den Orten ein- und desselben Itinerar's, so weit 
dieses vollständig ist; so liegt z. B. Akale in der richtigen Lage 
in Bezug auf Aramaya, in der falschen in Bezug auf Elana und 
andere Positionen. Eine wissenschaftliche Analyse der Karte stellt 
die Materialien, aus denen sie entstanden ist — die Land- und 
Wasserstrassen, wie auch die astronomischen Beobachtungen und die 
Berechnungen — wieder her, und gewährt uns einen tiefen Einblick 
in den Verkehr im Alterthum, wie auch in die Geschichte der 
Kartographie. 

4. Ptolemseus unterscheidet zwischen Arabia Felix, Arabia Petrsea 
und Arabia Deserta; entsprechend der politischen Eintheilung der 
damals von den Arabern beherrschten Länder. Ersteres umfasst die 
Halbinsel und war meist frei, das zweite schliesst das alte Idumaea 
ein, hatte aber weitere Grenzen und stand unter römischer, das dritte 
stand unter persischer Oberherrlichkeit. Diese Eintheilung ist als 
im Lande selbst unbekannt angefochten worden; und doch ist sie 
geographisch und ethnographisch begründet. Geht man von Petra 
zwei Tage, also bis Br. 29° 50', südlich, so sinkt der Boden plötzlich 
um etwa 2000 Fuss und man steigt von den Maschärif al-Schäm, 
d. h. den Höhen des Landes der Linken (Syriens) in das eigentliche 
Arabien hinunter. Man befindet sich in einem andern Lande und 
auch unter einer andern Bevölkerung. Allerdings war dieser Stutz 
nur dann eine hinreichende Wehre gegen gewaltsames Vordringen 



') Genauigkeitskrämerei lag dem Ptolemeeus ferne. Im Almagest kommen 
Berechnungen vor, nach welchen Syene in Br. 23° 51' 20" liegen müsste. In 
der Geographie versetzt er es in Br. 23° 50'. Ueberhaupt schreitet er in der 
Geographie in der Regel von 5 zu 5 Minuten vor, oder vielmehr verzeichnet er 
nur einfache Bruchtheile des Grades wie 80 /2> ö0 /s» c °/* u - s - w - 

a ) Die Karten von bekannten Ländern, wie Aegypten, Italien, Arabia 
Petrsea, nähern sich der absoluten Richtigkeit, entfernen sich aber in dem Maasse 
von der relativen; denn hier lagen dem Verfasser für die Feststellung einer 
Position eine Anzahl Anhaltspunkte vor, zwischen denen er vermitteln musste. 
Dadurch vermehrt sich für uns die Schwierigkeit der Identification. 



\) 



der Araber nach den Höhen Syriens, wenn er von einer wohl organi- 
sirten Macht vertheidiget wurde; und es gab stets auch nördlich 
davon Nomaden; dennoch war die ackerbautreibende und städtische 
Bevölkerung Arabia Petra?a's immer wesentlich verschieden von der 
acht arabischen und hatte syrische Sitten und syrisches Wesen; der 
Abhang ist also eine ethnographische Grenze. Sprachlich müsste 
„den Höhen des Landes der Linken" ein Ausdruck, etwa wie 
„Niederungen des Landes der Rechten (Asäfil al-Yaman)" entsprechen. 
So etwas war auch Sprachgebrauch; denn die südlichen Nachbarn 
der IdumEeer wurden Thimanseer geheissen, welches, wie Yamaniter, 
Volk der Rechten bedeutet. Die Griechen und Römer haben dann 
Teman oder Yaman mit Eudsemon , Felix wiedergegeben l ) ; sie 
bezeichnen damit alles Land südlich von Schäm, und bei Vopiscus, 
S. 220, heisst die Bevölkerung EudcBmones Arabes im Unterschied 
von den Arabern östlich vom Jordan, in Schäm. Bayhaqy (Codex von 
Bayrüt) hat eine Tradition aufbewahrt, der zufolge Mohammad zu 
Tabük einen Hügel bestieg und, nach Norden deutend, sagte: „Alles 
dieses ist al-Schäm"; und dann, nach Süden gekehrt: „Alles dieses 
ist al-Yaman." Die muslimischen Geographen beschränken die Be- 
nennung al-Yaman auf Südarabien, weil ihr imaginärer Standpunkt 
Mekka ist. Folgerichtig sollen sie alles Land südlich von der Provinz 
Mekka al-Yaman und das Land nördlich davon al-Schäm heissen. 
Das thun sie auch ; doch um mit dem hergebrachten Sprachgebrauche, 
nach welchem al-Schäm oberhalb des Abhangs anfängt , im Einklang 
zu bleiben, dachte man sich die Provinz Mekka bis zum Abhang 
ausgedehnt und hiess sie al-Higäz, d. h. Mittelland zwischen al-Schäm 
und al-Yaman. Dieses war anfangs nur eine Theorie, die gegen den 
Sprachgebrauch sündigte; denn die Gegend von Mekka hiess zwar 
wohl al-Higäz, Mittelland; sie hatte aber diesen Namen desswegen, 
weil sie weder zum Hochlande (Nagd), noch zum Küstenstrich 
(Tihäma) gehörte; doch hat diese Theorie im Verlaufe der Zeit all- 
gemeine Geltung bekommen. Sie hat den Vortheil, dass, während 



') Der Uebersetzer des Pseudoptolemseus , eines von einem Christen her- 
rührenden astrologisch-geographischen Werkes, gibt Apaßio. sü$ai[/.b)v mit Land 
der A'räb, das fruchtbare 'ix*o.& wieder. Hd. bemerkt dazu, er heisst es das 
Land der A'räb L-^C^, weil die meisten Araber ^>J& Beduinen sind. "Weder 
der Uebersetzer, noch Hd. wusste den Ursprung und die Ausdehnung des Aus- 
druckes Arabia Eudsemon. 



10 



den Alten die Halbinsel sich als ein ungegliedertes Ganzes darstellt, 
darin eine geographisch und ethnographisch begründete Gliederung 
ihren Ausdruck findet. 

5. Juba bei Plin. VI, 28, § 156, schätzt den Umfang der Halb- 
insel zu 4000 römische Meilen. Andere berechneten ihn zu 4770 
römische Meilen. Nach der Messung Markian's beträgt er auf Ptole- 
maeus' Karte 38,150 Stadien, das macht 4768 3 /* römische Meilen, 
oder vielmehr, da 1 Stadium = Yöoo Aequatorgrad ist, 5 72272 römische 
Meilen. In Wirklichkeit mag er 4400 römische Meilen betragen. 

Das Glückliche Arabien, sagt Ptol. VI, 7, gränzt im Norden an 
die auseinandergesetzten südlichen Seiten des Petrseisehen und Wüsten 
Arabiens, und im Südwesten an einen Theil des Persischen Meer- 
busens, im Westen an den Arabischen Meerbusen, im Süden an das 
Erythraeische Meer, im Osten aber an einen Theil des Persischen 
Meerbusens, und von dessen Mündung (Meerenge von Hormuz) bis 
zum Vorgebirg Syagros an das (Erythraeische) Meer. 

Ptol. V, 16. Das Dorf Pharan hegt in 65° 0', 28° 40', das 
Vorgebirg bei Pharan 65° 0', 28° 30' (Var. 10'). Das Petraeische Ara- 
bien endet im Süden, vom Vorgebirg bei Pharan angefangen, an dem 
Meerbusen von Ayla bis zu dessen Wendung, deren Position 66 ° 0', 
28° 20' (Gonjectur ; 66° 0', 29° 0' W. N. 65° 0, 28° 20' Vvulgo) ist, und 
im Osten bildet die Linie, welche von der Ostgrenze Syrien's aus- 
läuft, die Grenze, und zwar bei Arabia Felix bis 70° 0', 30° 30', 
wo diese Linie (durch die, welche die Nordgrenze von Arabia Felix 
bildet) durchschnitten wird, und gegen Arabia Deserta der Rest 
dieser Linie. 

Ptol. V, 18. Arabia Deserta grenzt im Osten an den Persischen 
Meerbusen, bis 79 ° 0', 29 ° 0', im Süden an Arabia Felix ; die Grenze 
wird durch die Gebirge gebildet, welche sich von dem erwähnten 
Grenzpunkt des Petraeischen Arabiens bis zur soeben angezeigten 
Stelle am Persischen Meerbusen ausdehnen. 



/ Ei -&Ci%iiAj L «^*<ü>GL. 4/1. 

3 |utt^ ^^^ t^^HiW^^^-t^w $>/f*L. 



Erstes Kapitel. 



Die Meere und Küsten. 

I. Das Rothe Meer. 

6. Ueber die Grösse des Rothen Meeres (Sinus Arabicus) haben 
wir ziemlich viele nautische Berichte, d. h. Angaben über Entfer- 
nungen, welche in ägyptischen Seehäfen vor und nach der Ptolemaeer 
Herrschaft stereotyp waren. Sie erscheinen in zweierlei Formen : in 
Tagen ausgedrückt und in Stadien oder römische Meilen verwandelt. 
In letzterem Falle ist es räthlich, sie wieder in Tage zurückzuführen, 
aus welchen sie entstanden sind. Es stellt sich nämlich heraus, dass 
spätere Quellen auch auf dem Rothen Meere den Tageskurs zu 400 
Stadien = 50 römische Meilen veranschlagten ; das ist aber bedeutend 
zu hoch, und desswegen gibt die Stadienzahl selten einen Begriff 
von dem Stand der Dinge. 

Herodot II, 11 , bestimmt die Länge des Rothen Meeres zu 40 
Tage Schifffahrt. Plin. VI, 28, § 163: Timosthenes totum sinum 
quadridui navigatione in longitudinem taxavit, bidui in latitudinem, 
angustias VII null. D. passus. Eratosthenes ab ostio decies et ter 
centena null, in quamque partem. Artemidorus Arabise latere decies 
septies centena quinquaginta mill., Troglodytico vero XL centena 
XXXVII. D. pass. Ptolemaida usque. Agrippa decies septies centena 
XXII M. passuum, sine differentia laterum. Plerique latitudinem 
GGGCLXXV prodiderunt, faucesque hiberno orienti obversas, alii VI 
mill., alii VII mill., alii XII mill. passuum patere. 

Timosthenes war Admiral eines Ptolemseers und ein praktischer 
Seemann. Statt quatridui soll es wohl heissen quadragirrta dierum. 
Seine Angabe unterscheidet sich also nicht von der des Herodot. Diese 
Berechnung bezieht sich nur auf den Stamm des Rothen Meeres mit 



12 

Ausschluss des Golfes von Suez. Da die betreffende Wasserstrasse 
1050' lang ist, so kommen auf den Tag 23' = 230 Stadien. Juba 
(bei Plin. VI, 29, § 175 ; bei Solin § 988) gliedert diese Wasserstrasse 
nach neuern Erhebungen. Sein Ausgangspunkt ist das Vorgebirg 
Drepanum, welches in 27 ° 50' an der Mündung des Golfes von Suez 
liegt, und von hier bis zur Königsinsel (Malichu ins.) rechnet er 1500 
römische Meilen = 12,000 Stadien; von da bis Sceneos 225 römische 
Meilen == 1800 Stadien; und von da bis Bäb al-Mandab 150 römische 
Meilen == 1200 Stadien. Er schliesst: Sic fieri ad apertum mare decies 
octies centena LXXV M. p., das heisst 1500 + 225 + 150 — 1875 
römische Meilen == 15,000 Stadien oder 37 V» Tage; also 2 1 /» Tage 
weniger als nach Herodot. Es ergibt sich als thatsächliche Fahr- 
geschwindigkeit (1050' : 37 y» Tage) 28' in 24 Stunden. Die von 
Juba angedeutete Wasserstrasse ist dieselbe, welche im Periplus näher 
bezeichnet wird. Sie führt durch das hohe Meer, und, wie gegen- 
wärtig die Dampfer, läuft sie die ersten zwei Drittel des Weges viel 
näher der africanischen als arabischen Küste, im Süden aber nähert 
sie sich der arabischen Küste. 

Der südlichste Seehafen Aegyptens war Berenike, Br. 23° 5(5'. 
Plinius VI, 26, § 104 berichtet, dass die Indienfahrer von Berenike 
bis Okelis (dem Hafen al-Mandab, wovon die Meerenge benannt wird) 
30 Tage unterwegs sind. Im Peripl. § 21 wird zwar die Entfernung 
von Berenike bis Muza zu 12,000 Stadien, d. h. 30 Tagen, veran- 
schlagt, und in § 25 wird gesagt, dass von Muza bis Okelis 300 
Stadien sind; es wären demnach von Berenike bis Okelis 12,300 
Stadien. Die Absicht des Periplus ist aber nicht, die Wasserstrasse 
Berenike-Okelis zu charakterisiren , denn auf dieser berührte man 
Muza nicht; Plin. VI, 24, § 104, sagt: Est et tertius portus qui 
vocatur Muza, quem Indica navigatio non petit. Aus dem Be- 
richte des Periplus geht also bloss hervor, dass der Weg nach 
Muza ungefähr für eben so lang gehalten wurde, wie nach Okelis. 
Auf der Adm. K. gemessen, sind von Berenike bis Okelis 790'. Die 
SchifYsgeschwindigkeit ist also 26' oder 261 Stadien in 24 Stunden. 
Wir sehen, dass die Berichte, wenn richtig aufgefasst, übereinstimmen. 
Die Fahrgeschwindigkeit war, wenn man die Zahlen streng nimmt, 
zu Herodot's Zeiten etwas geringer. Das dürfte daher kommen, 
dass die spätem Berichte auf die Fahrten der Indienfahrer basirt 
sind ; diese aber verliessen Berenike zu Anfang der Hundstage, wenn 
im südlichen Theile des Rothen Meeres noch die Nordwinde vor- 



13 

herrschen (Buist, Journ. Geogr. Soc. Lond. 24, S. 232). Vielleicht 
waren auch Verbesserungen in der Schifffahrt eingetreten. 

Eratosthenes sagt bei Strabo, S. 768 : „Des Rothen Meeres Seite 
längs Arabien, vom Ailanitischen Winkel an begonnen, beträgt, wie 
Alexander's Begleiter und Anaxikrates schreiben, 1400 Stadien; es 
ist aber zu viel gesagt." Einige Geographen stellten sich die 
Wasserstrasse längs der arabischen Küste kürzer vor als längs der 
africanischen. Dieser Unterschied besteht nicht, wohl aber ein anderer. 
Die ägyptischen Seeleute mieden die arabische Küste theils wegen 
ihrer Klippen, theils wegen der Rohheit der Kinaidokolpiten. Die 
africanische Wasserstrasse dürfte also immer „Fahrt auf hohem 
Meere mit grossen Schiffen" bedeuten. Arabische Wasserstrasse hin- 
gegen bedeutet Küstenfahrt, diese aber konnte wohl nur von Semiten 
betrieben werden. Der Bericht der Begleiter Alexander's stammt 
also aus semitischer Quelle. Gewiss wurde darin die Entfernung 
nicht in Stadien angegeben. Wenn die 14,000 Stadien aus Tages- 
kursen entstanden sind, so fragt es sich, ob die Tage auch in diesem 
Falle mit 400 multiplicirt worden sind, und es ursprünglich hiess 
35 Tage. Burton war auf einem arabischen Küstenfahrer von Suez 
bis Yanbo' 12 Tage auf dem Wasser. Hätte das Boot im selben 
Tempo die Fahrt bis al-Mandab fortgesetzt, so wären noch etwa 18 
Tage dazu gekommen; also von Suez bis zur Mündung des Meeres 
30 Tage. Das dient als Maassstab für den Bericht der Begleiter 
Alexander's. Es wird aber wohl mit den 35 Tagen gewöhnliche 
Fahrzeit seine Richtigkeit haben. 

7. Solche Thatsachen benützten die Mathematiker, um zu einem 
klaren Bild der Gestalt des Rothen Meeres zu gelangen. Die Breite 
von Okelis war ihnen bekannt, aber wie bereits bemerkt, eine wichtigere 
und schwerere Aufgabe war für sie, dessen Länge zu bestimmen. Era- 
tosthenes sagt bei Strabo, 768 : Von Heroonpolis bis Ptolemais ferarum, 
der africanischen Küste entlang gegen Süden und ein wenig gegen 
Osten, sind 9000 Stadien; von dort bis zur Meerenge, mehr gegen 
Osten, 4500 Stadien 1 ). Die hier bezeichnete Strasse ist dieselbe wie 
die des Juba, und der modernen Dampfer. Die wahre Breite von 
Ptolemais (al-'Aqyq alcaghyr) ist 18° 15'. Von Suez bis zu dieser 



*) Ptol. I, 15 sagt zwar, es sind 3500 Stadien von Ptolemais bis Okelis 
und Deire; auf seiner Karte gemessen, beträgt aber die Distanz in gerader 
Linie 4500 Stadien oder etwas mehr. 



14 

Breite beträgt die Länge der Wasserstrasse 784' und von da bis 
al-Mandab 400'. Die von Eratosthenes angegebene Proportion 2 : 1 
ist also richtig. Der Winkel, den die andern zwei Drittel zum letzten 
machen, wird nicht angegeben und ist so gering, dass ihn Eratosthenes 
vernachlässigen und die ganze Linie von 9000 + 4500 = 13,500 
Stadien 1 ) (was nach seiner Gradmessung 13,500:700 = 19° Grade 
ist) als eine gerade und als Hypotenuse eines rechtwinkligen Drei- 
eckes ansehen konnte. Der Breitenunterschied zwischen Heroonpolis, 
den er, wie wir gesehen, zu 12,000 Stadien = 17° angenommen 
hat, ist eine Kathete dieses Dreieckes. Es ergab sich also, dass die 
andere Kathete, die den Längenunterschied zwischen Heroonpolis und 
Okelis darstellt, 87* Grad betrage. Thatsächlich liegt Okelis 10° 56' 
weiter östlich als Heroonpolis. Auf Ptolemseus' Karte beträgt der 
Längenunterschied 11° 50'. Schon Eratosthenes kam also der Wahr- 
heit sehr nahe. Aus den verstümmelten Auszügen aus Artemidor, 
welcher, wie Hipparch, überall dem Eratosthenes am Zeuge zu flicken 
versuchte, dürfen wir schliessen, dass schon dieser Mathematiker zu 
demselben Resultate wie Ptolemseus gelangt war, und es Ptolemaeus 
von ihm copirt habe. Artemidor, gestützt auf die Voraussetzung, dass 
die africanische Wasserstrasse länger sei als die arabische (was auch 
Strabo mehrmal betont) und letztere mit Alexander's Begleiter zu 
14,000 Stadien annehmend, verlängert auch erstere bis auf 14,850 
Stadien , und da somit die Hypotenuse verlängert worden ist, ergibt 
sich auch ein grösserer Werth für die unbekannte Kathete. Ich stelle 



') Diese Zahl ist schwerlich dadurch entstanden, dass Eratosthenes neue Er- 
hebungen machte und fand, dass von Heroonpolis bis Okelis (13,500 :400) 34 Tage 
sind. Ich glaube vielmehr, dass er zu den stereotypen 40 Tagen von Drepanum 
bis Okelis noch 5 Tage, die Distanz von Heroonpolis bis Drepanum, hinzufügte, 
und dann, weil er wusste, dass der Breitenunterschied (nach seiner Rechnung) 
nur 1200 Stadien betrage, den Tageskurs zu bloss 300 Stadien berechnete. 
Artemidor rechnet von Heroonpolis zwölf- (XII, nicht XI) hundert und 37*/j 
römische Meilen == 9900 Stadien, und folglich das letzte Drittel zu 4950 Stadien, 
also die ganze africanische "Wasserstrasse zu 14,850 Stadien. Auch er scheint 
mit dem Werth des Tageskurses gemarktet und ihn zu 330 Stadien angenommen 
zu haben. Seine Stadienzahl ist also ebenfalls aus 45 Tagen entstanden. 

Nach Plinius veranschlagte Eratosthenes die Länge des Rothen Meeres nicht 
zu 13,500 : 8 = 1687^ röm. M., sondern zu 1300 oder nach einer Variante 
zu 1200 röm. M. Ob hier ein Fehler im Texte sei oder ob Plinius eine will- 
kürliche Reduction der Angaben des Eratosthenes vorgenommen habe, lässt sich 
nicht bestimmen. Jedenfalls ist Plinius' Behauptung fehlerhaft. 



15 



Br. 24° - 




Br. 18 



die für uns aufbewahrten Elemente seiner Berechnung ergänzt in 
einer Figur zusammen, mittelst welcher man das Skelett des Rothen 
Meeres entworfen haben mag. 

A 

A Heroonpolis bei Suez. 
B Elana bei 'Aqaba. Wahrschein- 
lich dachte sich Artemidor Elana 
1450 Stadien östlich von Heroon- 
polis; aber nur 10' weiter südlich. 
G Punkt derafricanischen Wasser- 
strasse Ptolemais gegenüber. 
D Okelis, d. h. al-Mandab. 
AE Meridian von Heroonpolis; 
Länge des Bogens 12,600 Stadien. 
ED Parallelkreis von Okelis, 
Länge des Bogens 7700 Stadien 
oder 11°. 

AGD Africanische Wasserstrasse, 9900 + 4950 = 14,850 Sta- 
dien lang. 

BD Arabische Wasserstrasse, 14,000 Stadien lang. 

F Grösste Breite des Meeres, 475 röm. M. = 3800 Stadien. 

G Berenike. 

8. Ptol. 5, 16. 'H §s 'Exava vM[M'fi /-axa tov [/.u^ov JcstpivT) tou 
o;xwvu(aou *6a7cou i-Kijp. polpti; £s Ly jcO- S'. Das Dorf Elana, am 
innersten Ende des gleichnamigen Golfes gelegen, hat die Position 
L. 65° 50', Br. 29° 15'. In der LXX wird der Name der Stadt, 
welche jetzt durch ' Aqaba-Ayla ersetzt wird, At*Aa&, ALacov geschrieben, 
auch die andern Geschichtschreiber bewahren den Diphthong : Strabo 
Ailana, Plin. V, 12 Aelana (doch VI, 32 Elana), Procop Ailas; die 
Punktatoren des hebräischen Textes der Bibel schrieben aber Elat, 
Elöt, und so schreibt auch Eusebius Elat, Not. Episc. 1, 1007. Elas. 
Die wirkliche Breite Aylas ist 29° 29'. Ptolemseus hat sich also 
nur um 14' geirrt, und um so viel musste er sich wegen der Un Voll- 
kommenheit der alten Methode irren, wenn er in loco die Polhöhe 
mittelst des Gnomon bestimmt hat. Das hat er vielleicht nicht gethan, 
sondern die Breite in Bezug auf die Petra's berechnet, jedenfalls aber 
nicht nach Myoshormos oder Drepanum, und desswegen weise ich 
dieser Position eine separate Stelle an. 



16 



Im Alterthum gehörte dieser Seehafen zu Idumsea, und er war 
stets für Syrien, obschon er unter der syrischen Hochebene hegt, 
was Triest für Deutschland sein soll, vielleicht sein wird. Ptolemseus 
rechnet ihn zu Arabia Petrsea. Zur Zeit des Mohammad belief sich 
die Bevölkerung auf etwa 1500 Seelen, lebte vom Seehandel und 
Fischfang und bekannte sich zur christlichen Religion. Johannes, der 
Fürst dieser Stadt, welcher bisher unter griechischem Schutze ge- 
standen hatte, unterwarf sich dem Mohammad unter Bedingungen, 
welche in 717 n. Chr. noch respectirt wurden, und es scheint, dass 
sich die Einwohner noch immer zum Christenthum bekannten. Ayla 
soll der Geburtsort Loqmän's des Weisen sein. Wenn sich der 
Qoränvers 7, 163 auf Ayla bezieht, müssen viele Juden unter den 
Christen gelebt haben. (Vergl. das Leben des Moh., B. I, S. 568.) 



II. Der von Myoshormos und Drepanum besuchte arabische 
Küstenstrich der Thamüdaeer. 



9. Weil in den dem Ptolemseus vorliegenden Berichten die ara= 
bische Küste des Rothen Meeres von den africanischen Häfen aus 
angesehen wird, sei mir eine Digression über die Positionen an der 
ägyptischen Küste erlaubt. Diese sind nach Ptolemseus: 

Br. 

27° 50' 
27° 30' 



Drepanum Promontorium 
Myoshormos 



Philoterse portus 
Aeas mons 


26° 45' 
26° 45' 


Albus portus 


26° 0' 


Akabe (Juä& Stutz) mons 


25° 45' 


Nechesia 


25° 30' 


Smaragdus mons 


25° 0' 


Veneris insula 


25° 0' 


Lepte rupes 


24° 40' 


Berenike 


23° 50' 



Abu Schar 27° 22'. 
Das Vorgebirg Br. 26° 51' ist das 
einzige, hinter welchem (westl. da- 
von) sich ein Hafen bergen kann. 
al-Qocayr 26° 6'. 



Sümrud (Nieb.) 1 
Die Insel Wädig algamäl (Schön- 
heitsthal), Br. 24° 42'. 



Berenike 23° 56'. 
Wir sehen, dass sich Ptolemseus nur in Einem Fall 18 Minuten 
geirrt habe, in allen übrigen kommt er der Wahrheit näher. Das 
ist schwerlich seinem Fleisse zuzuschreiben, und ich vermuthe, dass 



17 

er viele von diesen Orten in Hipparch's Tabellen astronomischer 
l>i<'il<Mi] »estimmungen vorfand. Im Vertrauen auf diese Richtigkeit 
nehmen wir Drepanum Promontorium, auch Promontorium lndorum 
genannt, für das nördlich von Ras Gimsa in Br. 27° 46' gelegene Kap. 

Artemidor bei Strabo 769 (vgl. Agath. § 81) sagt: der Röthel- 
berg, dann Myoshormos (Mäusehafen), auch Aphroditeshormos (Veneris 
Porlus) genannt, ein grosser Hafen mit schiefer Einfahrt; vor ihm 
drei Inseln, zwei von Oelbäumen beschattet, eine aber weniger über- 
schattet und mit Perlenhühnern besetzt. Plin. VI, 29, § 168 : Insulse 
Sapirene, Scytala, mox deserta ad Myoshormon, ubi fons Tadnos, Mons 
Aeas. Die Inseln (auf der Karte heissen sie Jubal, Schaduan und 
Graffatayn), und ihre Lage nördlich von Mons Aeas lassen für den Myos- 
hormos des Piinius und Ptolemseus keine andere Identification zu, als 
die mit Abu Scha r, welche Rüppel vorgeschlagen hat. Im Berichte 
des Artemidor passen die drei Inseln vor dem Hafen auch nur auf Abu 
Scha'r, der Rötheiberg aber weiset auf einen ganz andern Seehafen. 
Ich bin zur Ueberzeugung gekommen, dass es zwei Seehäfen gab, 
die Myoshormos hiessen (der Name Berenike soll sogar auf drei 
Häfen angewendet worden sein), und dass das zweite Myoshormos 
dem modernen al-Qocayr und dem Albus Portus *) des Ptolemaeus 
entspreche. Auch vermuthe ich, dass Artemidor zur Verwechslung 
der beiden durch eine schlecht gemachte Abkürzung des Berichtes 
Aristo's (Aristocreon's) verleitet worden sei. 

10. Ueber das zweite Myoshormos = Albus Portus besitzen wir 
sicher bestimmte Nachrichten erster Hand, die gegen seine Identität 
mit al-Qocayr keinen Zweifel aufkommen lassen. Peripl. § 1 : Unter 
den üblichen Handelsplätzen des Erythraeischen Meeres ist der erste 
Myoshormos. Fährt man von da 1800 Stadien 2 ) rechts (gegen 
Süden), so erreicht man Berenike. Beide Häfen liegen am Ende 
Aegyptens. Strabo 781 : Aus Arabien und Indien werden die Waaren 
nach Myoshormos gebracht ; dann über Land auf Kameelen nach dem 
an einem Kanäle des Nil liegenden Koptos in Thebais, dann nach 
Alexandrien. Strabo 118: Als Aelius Gallus Statthalter in Aegypten 
war, und ich mit ihm verkehrte und zugleich hinaufzog gen Svene 
und bis an die äthiopischen Grenzen, hörte ich, dass wohl 120 Schiffe 



*) Eine Bedeutung von Qacr, wovon Qocayr das Diminutiv ist, ist walken, 
Kleider weiss waschen. 

*) Messen wir auf der Karte nach, so finden wir, dass dieses genau die 
Entfernung Qocayr's von Berenike ist. 



18 

von Myoshormos nach Indien hinfuhren, da vorher unter den Ptole- 
maeern überhaupt nur Wenige dorthin zu schiffen und die indischen 
Waaren einzuführen wagten. Damit vergleiche man Ym. IV, 126. 
Al-Qocayr ist ein Ort fünf Tage (nach Abülfidä S. ltl nur drei) von 
Qüq, der Hauptstadt des Qa yd und acht Tage von f Aydzäb entfernt. 
Es ist daselbst ein Landungsplatz für die Schiffe, die von Yaman 
kommen. Ym. IV, 152 : Die Bewohner Qift's (Koptos 1 ) leben vor- 
züglich vom Handel und von Seereisen nach Indien (so sagt auch 
Plinius : Goptus Indicarum Arabicarumque mercium Nilo proximum 
emporium). Es liegt nicht am Gestade des Nils, sondern etwa eine 
Meile davon entfernt. Dessen Küste (nach Ym. I, 700 das östliche 
Nilufer) heisst Boqtor (und darnach werden die weiten weissen 
Kleider Boqtoryya genannt). Zwischen Qift und Qüc. ist etwa eine 
Farsange. In Qift sind Märkte und die Einwohner sind reich. Es 
ist von Feldern und vielen Gärten umgeben, in denen Palmen, Orangen 
und Gitronen wachsen. Ueber Qift erhebt sich das Gebirg. 

Strabo heisst den Raum zwischen Koptos und Myoshormos 
(al-Qocayr) die Landenge. Es ist eigentlich die Pforte Aegyptens 
gegen das Rothe Meer, welche den Weg zur Verbindung mit Arabien 
und Indien öffnet, denn nirgends kommt der Nil dem Meere so nahe. 
Ein Mann, den ich in dankbarem Andenken halte, Col. Fitzclarence 
(Lord Munster) machte in 1818 den von Strabo angedeuteten Weg 
von Bombay nach Alexandrien in 70 Tagen und beschreibt in seinem 
Journal, London 1819, S. 366 die „Landenge" wie folgt: I had al- 
ways understood that this desert consisted of a great expanse of 
sand, but it was masses of irregulär rock, of all shapes and heigts, 
from 20 to 100 feet perpendicular ; and where they are low enough to 
see beyond them on the road sides, all appears alike dreary and 
frightful. Large cliffs , of many tons weight, frowned from the slan- 
ting sides, and appeared to require only a touch or a breath to pre- 
cipitate them into the road. Some formed perfect cones, and the stone 
was generally of a red colour (eine Fortsetzung von Strabo' s Röthel- 
berg). We offen passed small open spots, from about 100 yards to 
a mile square. The sharp edges of the rock in many places shewed 
through the sand, and the whole was bounded by masses on masses 
of rocks, piled on each other in the most splendid wildness. — The 
road runs between the rocks, and does not, in a Single instance, pass 
over the smallest elevation. S. 370 : We entered the longest avenue, 
or lane of mountainous walls on each side, I had seen: it could not 



19 

have extehded less than three miles. S. 374: We entered the pass of 
Wargiff, where the French were posted on the landing of our troops 
at Gosseir, and I think I never saws a stronger pass. It is almost im- 
possible to describe these most singülar eliffs; and the road bctween 
11km n was fcwice as deep and more narrow than the worst streets in 
London. Erst wenn man mein* als zwei Drittel des Weges hinter 
sich hat, erreicht man die offene Ebene. Er schätzt die Entfernung 
zu 120 engl. Meilen, Ptolemaeus versetzt Albus Portus und Koptos 
in dieselbe Breite, was richtig ist, macht aber einen Längenunter- 
schied von 2°, was zu viel ist und wohl sagen will, dass die Karawanen 
fünf Märsche daraus machten. 

11. Nach Niebuhr's Karte liegt Dsjäbbel Sümrud südlich von 
„Kossir" in Br. 25° 54'. Das ist wahrscheinlich ein Fehler, viel- 
leicht für 24° 54'. Ym. II, 417 berichtet über den Smaragdberg: 
die Zunmrrudmine ist in Charibat almalik, sechs Tage von Qift 
(Koptos), einer an der Ostseite des Nil gelegenen Stadt. Dort sind 
zwei Berge, al-'Arus und al-Ghacüm, und in diesen sind die Minen. 
Mein Informant glaubte, dass daselbst die Minen dieses Edelsteines 
sind und Küni-aleawiy, Küm-Mohrän, Käbü (BaMbü ?), und Schaqyd 
heissen. Dieses sind die einzigen Zummurrudminen auf Gottes Erd- 
boden, und ein einziges Stück ist bisweilen tausend Dynar w r erth. 
Nach Jubä, bei Plin. XXXVII, 5, § 69 sind die Minen nur drei Tage 
von Koptos. Der Bergbau wurde regelrecht und zwar von den 
Arabern betrieben. Gewiss haben auch sie den Topas auf der Insel, 
welche Juba Topazon heisst, und welche jetzt noch mit dem gleich- 
bedeutenden Namen Zabargad (Br 23° 36') bezeichnet wird, gewonnnen. 
^12. Dem für die Bestimmung der Weltgegend so sichern Auge 
der Alten (besonders zeichnen sich die Araber aus) ist es nicht ent- 
gangen, dass Berenike genau östlich von Syene liegt. Ueber Syene 
aber lief nach ihrer Meinung der Wendekreis; um dieses zu consta- 
tiren, hatte man einen monumentalen Brunnen gegraben, der nur 
zur Zeit der Nachtgleichen ganz von der Sonne beschienen wurde. Die 
Mathematiker bestimmten die Entfernung des Wendekreises vom Aequa- 
tor zu 23° 51' 20". Dieses ist also auch die Breite Syene's (wahre 
Breite nach Rüppel 24° 4' 48", nach französischen Beobachtungen 
24° 5' 23"). Schon Plin. VI, 29, § 171 sagt, wohl auf die Autorität 
des Erathostenes, von Berenike dasselbe, was er von Syene sagt: in 
Berenice ipso die solstitii sextä horä umbrse in totuin absumuntur. 
Das war selbstverständlich auch dem Ptolema3us bekannt, weil er 



20 

aber die Grössen in seiner Geographie abrundet, verlegt er Berenike 
in 23° 50'. Nach der Adm. K. ist die wahre Breite 23° 57'. Die 
grosse Handelsstrasse von diesem Hafen führte jedoch nicht nach 
Syene, sondern nach Koptos, und war nach dem Itin. Ant. 256 römi- 
sche Meilen lang ; Plinius bringt 258 heraus, weil er einen Abstecher 
zu einem Wachtposten macht. Der Weg führt durch wasserlose 
Wüsten und öde Berge. Vormals, sagt Strabo 815, wanderten die 
Karawanen nur des Nachts, nach den Sternen schauend, und reiseten, 
wie die Schiffleute, auch Wasser mit sich führend; jetzt hingegen sind 
auch zu grosser Tiefe gegrabene Brunnen eingerichtet und auch Gistemen 
angelegt. Dennoch eilte man zur Zeit Strabo's noch möglichst und legte 
den ganzen W T eg in sechs bis sieben Tagen (36 bis 43 röm. M. = 29' bis 
34' per Tag) zurück. Die Römer haben aber die Wasserplätze (Hydreu- 
mata ist der Ausdruck des Plinius) so sehr vermehrt und so zweck- 
mässig disponirt, dass man nicht genöthigt war, wegen Wassermangel 
Eilmärsche zu machen und den Weg in 12 Etapen eintheilen konnte. 
Ungeachtet der Beschwerden dieser Landreise zogen es die Kaufleute, 
ehe die Römer die Schifffahrt verbesserten, doch meist vor, in Berenike 
zu landen, als weiter nach Norden zu schiffen ; sie trachteten bald- 
möglichst der See zu entgehen. Mögen sich das diejenigen merken, 
welche Strabo "s Myoshormos mit K. Müller weiter nach Norden rücken 
als al-Qocayr. Die Waaren wären ihnen zufolge auf dem Meere nach 
Norden, dann auf Kameelen bis Koptos zurück nach Süden und 
endlich auf dem Nil wieder nach Norden geführt worden. 

13. Wenn Ptolemseus aus allen diesen Häfen Berichte gehabt 
hätte, so wäre die Zeichnung der arabischen Küste bis zur Breite 
Berenike's ebenso richtig ausgefallen, wie die der africanischen ; denn 
das hätten ihm die Rheder sagen können, welche Orte ihren Hälen 
gegenüber in Arabien sind. Er hatte aber nur aus zweien, nämlich 
Abu Scha'r und Berenike, solche Berichte, von diesen aber über ihren 
ganzen Verkehrsrayon in Arabien. Von al-Qocayr hatte er keinen, 
und desswegen ist dessen Verkehrsrayon für Ptolemaeus eine terra 
incognita geblieben, und es fehlen auf seiner Karte wichtige arabische 
Häfen, wie Leukekome und Strabo's Egra. 

Egra (al-Higr) ist eigentlich eine Binnenstadt (vgl. § 212), als 
Küstenort wird es nur von Strabo 782 erwähnt und bedeutet nach 
dem damaligen Sprachgebrauch (§ 16) „der Hafen für al-Higr". Strabo 
berichtet : Egra liegt in des Obodas Land am Meere . . . , und von Egra 
setzte Gallus das Heervolk binnen elf Tagen nach Myoshormos über, 



21 

von wo er nach Koptos Überzug und mit den noch dienstbaren 
Truppen nach Alexandrien hinabfuhr. Zu beachten ist, dass Gallus 
von Südarabien kam und, da sein Reiseziel Myoshormos war, so zog 
er also schwerlich Längs der arabischen Küste weiter nach Norden 
als diese Stadt gelegen ist: ich halte daher Wagh (sprich Wedschh) 
in Br. 26° 15' für Strabo's Egra. Die lange Zeit, elf Tage, die 
Gallus bedurfte, die Truppen überzusetzen, erkläre ich mir dadurch, 
dass er nicht Schiffe genug besass, und diese zwei-, dreimal hin- und 
zurückfahren mussten, um die ganze Mannschaft aufzunehmen. Von 
meiner frühern Ansicht 'Aunyd sei Strabo's Egra bin ich zurück- 
gekommen; 'Aunyd war wohl ein Hafen für al-Higr, aber der nörd- 
liche, wie Haurä der südliche und Wedschh der mittlere war. 

Bedeutende Ruinen in Thamüditis (Nordwestarabien) zeugen von 
einer hohen Gultur und starken Bevölkerung im Alterthum. Für 
Getreide war es besonders von Aegypten abhängig. Wie konnte das 
Korn am besten dahin geschafft worden? Der Hafen Abu Schar ist 
in gerader Linie sehr weit vom Nil entfernt, zu Land konnte man 
das Getreide nicht hinbringen. Man brachte es also auf dem 
Nilkanal nach dem Golf von Suez, dann auf Küstenbooten nach 
Abu Scha'r. Hier theilten sich die Seewege je nach dem Bestimmungs- 
oll. Bestellungen für Madyan konnten die Küstenfahrer ohne umzu- 
laden bis 'Aynünä befördern, denn ihr geringer Tiefgang setzte sie in 
den Stand, das Ende der seichten Bucht zu erreichen; dort gelandet, 
konnte es in einem Tage nach Madyan gebracht werden. War es für 
al-Higr, der Hauptstadt von Thamüditis, bestimmt, so war es viel vor- 
teilhafter, es in 'Aunyd als in al- Wedschh zu landen, denn die See- 
fahrt war dadurch um 60' verkürzt und der Landtransport um einen, 
höchstens um zwei Tage verlängert. Weiter nach Süden als ' Aunyd 
dehnte sich der Verkehr zwischen Abu Scha'r und der überliegenden 
arabischen Küste schwerlich aus; denn die Goncurrenz mit dem so 
günstig gelegenen al-Qocayr, gerade Wagh (Wedschh) gegenüber, 
war zu mächtig. Der Verkehrsrayon Abu Schars beschränkte sich 
also auf die Küste zwischen 'Aynünä und 'Aunyd, und gerade so 
weil geht Ptolemseus' Kenntniss des nördlichen Theiles der arabischen 
Küste des Rothen Meeres. 

14. Övvy; 66° 20', 28° 50' (W. C. B.; 66° 0' N. Vvulgo; 28° 
30' + 10' VBEF Pal. 1 Latt; 28° 30' A. N. Vvulgo). Glücklicher- 
Weise hat dieser Ort seinen Namen bewahrt, sonst wären wir in 
Gefahr, Ptolemaeus' Zeichnung dieser Küste falsch zu deuten und 



22 

Onne, wegen seiner Nähe bei Ayla, am Golf von 'Aqaba zn suchen. 
'Ayn Onä , d. h. der Quell Onä, oder als Ein Wort geschrieben 
'Aynünä, war einst eine Station der ägyptischen Pilger zwischen Ma- 
dyan und al-Cilä. Rüppel durchstreifte in 1826 diese Gegend und 
seinen Angaben gemäss ist 'Aynünä an das Ende der gleichnamigen 
Bucht in Br. 28° 5', L. 35° 15' zu versetzen. Später hiesseti die 
Pilger die Station in oder bei 'Aynünä 'Oyün alqacab. Es ist reich 
an Palmen, trieb einst Feldbau, und es gibt Stellen, wo man (in 
Ruinen?) Gold fand. 

Wie kommt es, dass der Breitenunterschied zwischen Elana und 
Onne, der doch 83' beträgt, von Ptolemseus nur zu 25' (oder 35' oder 
45', je nach der Verschiedenheit der Leseart) angegeben wird? Er 
hatte keinen nautischen Bericht über den Golf von 'Aqaba-Ayla, und 
desswegen erscheinen auf seiner Karte Küstenstädte wie Akäle (Haql) 
und Makna (Maqnä) tief im Binnenlande. Er hatte ihre Namen in 
Karawanenitinerarien gefunden, und da war nicht angegeben, dass sie 
am Meere liegen. Die Lage Onne's und der südlich davon gelegenen 
Küstenorte bestimmte Ptolemreus im Bezug . auf Abu Scha'r. Da 
wäre es ein Wunder, wenn Onne die richtige Stelle zu Elana erhalten 
hätte; denn es handelte sich nicht bloss um Entfernungen (die, bei- 
läufig gesagt, zu gross gegriffen sind), sondern um die Neigung, welche 
die Wasserstrassen, die im Allgemeinen von Westen nach Osten laufen, 
gegen Norden oder Süden machen, und Winkel sind gar feine Dinge. 
15. Aivou (vtjgoO 65° 45', 27° 20' (W. A. B. G. N.) 
Schifft man von Abu Schar nach Ras Wädiy Tiryam, wo die 
Pilgerstation al-Cilä gewesen sein mag, oder nach al-Mowayliha, so 
muss man sich merken, dass die Insel al-Qilä (Adm. K. Sillah) zur 
Rechten bleibt; dieser Lage entspricht Ainu, welches Quell, Auge 
bedeutet, und es ist also die Insel al-Qilä. Agath. §§ 90, 91 beschreibt 
die Bucht von 'Aynünä, die er, wie es scheint, von der Insel Tirän 
oder Sinalar an misst und 500 Stadien tief findet (300 bis 400 St., 
je nach dem Punkte, von wo man zu messen anfängt, wäre richtiger). 
Er fährt dann fort, dass, wenn man die Bucht hinter sich hat, man 
an der Küste dreien Inseln begegne, der Isisinsel, Sukabya und Salydo. 
Sie sind unbewohnt, aber in der erstgenannten befinden sich Ruinen 
mit Inschriften. Ich identificire die Inseln mit Barahkän, Yuba und 
al-Cilä. 

" 16. MoSiava 66° 40', 27° 45' (W. A. B. G. N.; 'r, Ma&ouva NN.; 
G6° 20', 27° 15' V.) liegt Myoshormos (Abu Schar) und Drepanum 



23 

gegenüber und entspricht also dem modernen al-Mowayliha (Moila 
27° 40') oder der alten Station al-Cila im Festlande, wenn diese ver- 
schieden ist von al-Mowayliha, und nur wenig nördlich davon lag. 
Wie in mehreren andern Fällen (vgl. Muza , Arabia emp. u. s. w.) 
h ii der Küstenort den Namen der Binnenstadt, Madyan, als deren 
Hafen er angesehen wird. Es war vorteilhafter, Güter aus dem 
^iuUni oder aus Aegypten mit der Bestimmung Madyan hier oder in 
einem benachbarten Hafen zu landen, als sie bis Maqnä, dem Madyan 
zunächst liegenden Küstenort, zu bringen. Denn von hier nach Madyan 
nimmt der Landtransport zwei, von Maqnä nach Madyan immerhin 
noch Einen Tag in Anspruch. Kuppel erreichte in 6 1 /* Stunden 
NNW von al-Mowayliha den Bach und die Ruinen von Tiryam (so 
spricht Ym., richtiger dürfte Taryam sein, denn Rüppel schreibt De- 
riani; Adm. K. Turiam). Von hier führte der Weg NW durch eine 
sandige Ebene über Urfelsgerölle an einem langen, weit in's Land 
eingreifenden Meerbusen vorüber, der von niedern Korallenbänken 
gebildet ist und Ainune heisst; er ist voller Untiefen und ganz un- 
brauchbar für die Schifffahrt. Zwei Stunden NNW von dem zuerst 
berührten Uferpunkt, oder sieben Stunden von Derlam, kommt man 
zu einem schönen Felsbach, der aus einer Thalschlucht zwischen 
Granitwänden hervorstürzt; er heisst Ainune (Br. 28° 6' L. Greenw. 
35° 150- Kuppel brauchte also 1372 Stunden von Mowayliha bis 
dahin. Die Urgebirgskette zieht sich von hier nach Osten zurück, 
und der Weg geht über eine hügelige Gegend von Sandsteinformation. 
Nach dreizehnstündigem Marsch gegen NNW kam er in das frucht- 
bare, von Sandsteinhügeln umgebene Thal von Beden, wo er zu 
seinem Erstaunen einen 'Bach fand, der im Juli an manchen Stellen 
einen Fuss tief und 50 Schritte breit war. Beden ist eine Verketze- 
rung (hierin hat der vortreffliche Naturforscher Grosses geleistet) von 
al-Bad' cjj^, dem Namen, womit die Beduinen die Maghäyir-Scho'ayb, 
d. h. Höhlen Jethro's =s Madyan bezeichnen. Diese Höhlen bestehen 
aus Katakomben, wovon Rüppel zwei abzeichnete. Von al-Bad' be- 
gab sich der Reisende WSW zwischen unfruchtbaren Bergen gegen 
das Meer, das er bei Magna (Uiu Maqnä) in sieben Stunden erreichte. 
Auf dem Rückwege unterliess er den Abstecher nach Tiryam und 
legte die Strecke 'Aynünä-Mowayliha in zwölf Stunden zurück. 

17. "Iwico? Spo? 66° 30', 27° 20' (W. A. B. G. 66° 50' N.). Das 
sind die etwa 6000 Fuss hohen Gebirge, landeinwärts von Ras 
Maaräsch, welche dem Aristo gewaltigen Schrecken einjagten; und 



24 



wovon K. Müller im Atlas zu der Geogr. Min. eine Zeichnung gibt. 
Für den ägyptischen Seemann waren sie eine wichtige Landmarke: 
wenn er nach Mowayliha wollte, musste er bei ihrem Anblicke weiter 
links, und wollte er nach Dhabba, so musste er weiter rechts steuern. 

18. 1w*og *ipfl 67° 0', 26° 40' (W. B. C; 26° 15'© A. ; 26° 
20' N.) Es scheint, dass der Berichterstatter des Ptolemseus Däbba, 
welches Lastthier, Pferd heisst, statt Dhabba, Eidechse, verstanden habe, 
Dhabba, £x*o auch U*o und Lk geschrieben (Nieb. Deba, Adm. K. 
Zibber !! 27° 21'), ist nämlich der erste Hafen südlich von diesem 
Gebirge, und entspricht Hippos vicus. 

19. (fosyCieov *eip.Y) 67° 20', 26° 20' (W. A. B. G. N. 67° 30', 26° 
30' VA.), das Palmendorf — vielleicht «Potvouov, kg)[.ay) das Palmetum, 
ein Dorf — entspricht Selmä wa (und) Kafafa (Nieb. durch Druck- 
fehler: Salma ukesafe. Adm. K. Sherm Kafafa 27° 18'); dieses scheint 
das Nabk der altern Geographen zu sein. 

20. T^y. T £vou ? (vfyroc) 66° 0',. 25° 45' (W. A. B. G. N.) wollen 
wir für die Insel des al-Namän, Br. 27° 5' L. Gr. 35° 46', nehmen. 
Den Beweis für diese und die nachstehende Identification werden 
wir bald kennen lernen. Die Insel ist nur etwa 3' vom Vorgebirg 
entfernt. Ptolemams entfernt sie 60'. Es ist aber seine Gewohnheit, 
Inseln weit in das Meer hinaus zu versetzen. Sie ist etwa 4' lang 
von Norden nach Süden und steht wie ein Damm gegen das hohe 
Meer vor dem Vorgebirge, und vor dem sich südlich an das Vor- 
gebirg anlehnenden Hafen al-'Aunyd. Um in den Hafen zu gelangen, 
muss man das Südende der Insel umschiffen, desswegen versetzt sie 
Ptolemseus 5' weiter gegen Norden als den Hafen. 

21. 'Pauvd&ou *o^ 67° 15', 25° 40' (W. A. B. G.; 25° 20' N. ; 
26° 40' VA.), und 

XepcwWo; a* P a 67° 0', 25° 40' (W. B. G.; 25° 20' N.) 
Das Vorgebirg heisst bei Niebuhr Abu masareb, und Bas Abu 
Mussahrib in der Adm. K. (Abu Madhärib?). Im Bezug auf den 
Hafen sagt Idrysy III, 5 : „dann (nach \Aqaba-Ayla) kommt man nach 
al- f Aunyd; dieses ist ein Hafen mit Trinkwasser und ihm gegenüber 
liegt die Insel al-Namän, zehn Meilen vom Festlande entfernt." 
Moqaddasy sagt: „al- r Aunyd liegt an der Küste von Qorh (bei Higr); 
es ist eine blühende Stadt, erzeugt viel Honig und hat einen schönen 
Hafen." Rhaunathu kann aus r Aunyd entstanden sein. Nach der 
Verschiedenheit der Dialecte sprach man Zo'ar und Zoghar, f Azza 
und Ghazza, 'Amorra und Gomorra (vgl. Steph. S. 256 und Maltzan, 



25 

Südar. S. 279, Note). Wenn man in einem Dialecte Ghaunyd sagte, 
so konnte man rh statt gh schreiben, denn das Ghayn hat den Laut 
eines schnarrenden r. Es scheint, dass der Hafen wegen Korallen- 
bänken und Versandung jetzt wenig brauchbar ist. 

22. BaSaC? 68° 30', 25° 30' (W. G. N.; BaSs<; A. B. VADFS Intp.; 
}\y.h; VOx.; 68° 10', 26° 10' Vvulgo). 

So«*« 68° 0, 26° 15' (W. B. C. N. ; fehlt in A.; 26° 10' Vcodd. 
Ox. Latt.; 23° 15' Vvulgo). 

Diese zwei Orte können mit keiner Strasse des Ptolemgeus in 
Verbindung gebracht werden, und ihre Lage ist in Bezug auf die 
ihnen gegenüberliegenden Seehäfen Rhaunathu und Palmendorf be- 
stimmt worden. Wir gewinnen dadurch Beweise für die vorhergehen- 
den Identificationen. Soaka ist mit dem biblischen Suah verglichen 
worden und entspricht Schaghb oder Schaghba der Araber und Badais 
entspricht Badä, auch Badä-Yaqüb (d. h. das Badä des Patriarchen 
Jacob, welcher von hier aus nach Aegypten gegangen sein soll) ge- 
nannt. Im Bezug auf die Lage sagt Ym. III, 464: Dhabba ist ein 
Dorf an der Küste, ihm gegenüber liegt ein Dorf, das man Badä 
nennt. Daselbst ist fliessendes Wasser. Zwischen beiden Orten ist 
eine Entfernung von 70 (?) Meilen. Ym. III, 302 : Schaghba ist eine 
Tagereise von Badä. Es ist wichtig, die von al-'Aunyd über Badä 
auslaufenden Verkehrsstrassen zu kennen. Moqaddasy sagt im Itinerar 
von Aegypten nach al-Madyna: von al-'Aunyd nach Badä ein Tag, 
dann nach Soqyä-Yazyd drei Tage, dann nach Marwa ein Tag, dann 
nach al-Madyna vier Tage. Bei Ptolemaeus, der diese Strasse gekannt 
zu haben scheint, sind die Distanzen von Raunathu bis Badais zwei 
Tage (und das scheint mir der Wahrheit näher zu sein als ein Tag) ; 
dann nach Mochura (Marwa) vier Tage (wie Moqaddasy) ; dann nach 
Jathrippa vier Tage. Eine andere führt von Badä in drei Tagen nach 
Qorh, der Hauptstadt Wädiy alqoras, und auch nach al-Higr. 

Die in §§ 14 — 22 erwähnten Positionen stammen aus ein und 
demselben in Abü-Schar erhobenen Bericht, und haben unter sich 
und auch in Bezug auf Abü-Schar relative Richtigkeit. Zweifelhaft 
ist die Quelle der folgenden Position. 

23. Zuyouva (vtjgoc) 66° 15', 24° 20' (W. A. B. G. N. ; Zuysva, 
Stephanus) dürfte zur Gruppe, die in Bd. 25° 36' ihren Mittelpunkt 
hat, und wovon die westlichste Muschabia heisst, gehören. 



26 



III. Die von Berenike aus besuchte gegenüberliegende Küste. 

24. 'Ta-jLßia xc»p 68° 0', 23° 50' (Vvulgo ; 68° 30' C. N.; 23° 
20' N.; 23° 0' A. ; 24° 0' B. C. und W. gestützt auf Vcodd. Ox. 
Latt.). Dieses ist das wohlbekannte *a»j in Br. 24° 6'. Yäqüt spricht 
zwar Yanbo', aber die Etymologie rechtfertigt auch die Aussprache 
Yanbf und das 'Ayn klingt wie a; Ptolemaeus hat also den Laut 
vollständig wiedergegeben. In der Breite hat er sich nur um 16' 
geirrt. Diese Genauigkeit ist nicht zufällig. Yanbo' liegt fast genau 
Berenike gegenüber. Wenn die Information des Ptolemaeus aber 
Jambia von den Seeleuten Berenike's stammt, so drückt er, indem er 
beiden Häfen dieselbe Breite gibt, nur diese hüben und drüben be- 
kannte Thatsache aus. 

25. TauTr,; Se Tr t q ftapaXtöu xa f/.ev —pcoTa. /.aTS/oorrt, ©ajxutWat., 
xaci iozcr t c Ei&rjvoi, Sit« Aappai, [j.z& oü<; Bavoußapot, stra Wp^at. Der 
Raum, den Ptolemaeus im Auge hat, erstreckt sich von Onne bis 
Jambia, beide eingeschlossen. Meines Erachtens verdankte Ptolemaeus 
alle Nachrichten über die Bewohner der Ostküste des Rothen Meeres 
den Rhedern Berenike's, also auch die vorstehende, obschon die be- 
treffende Küste, mit Ausnahme jambia's, ausser ihrem Verkehrsrayon 
liegt. Dieser ethnographische Bericht ist also unabhängig von dem 
geographischen, und enthält auch die Stämme des Küstenstriches, 
welcher für Ptolemseus eine terra incognita war; denn Ptolemseus 
hat ihn ja gerade so wiedergegeben, wie er ihn empfangen hatte. 

26. Nach Aristo' s (Aristocreon's ?) Bericht bei Agatharchides 
wohnte an der Ostküste der Bucht von Ayla in Dörfern, wie auch 
in den Inseln, eine dichte Bevölkerung von Nabataeern, die sich neben- 
bei auch mit Seeräuberei beschäftigten. An diese grenzten die Bythe- 
manenser, d. h. nach Beseitigung des Schreibfehlers die Banü-Temän. 
Sie hatten nur die Nordküste der Bucht von Onne, also am Meere 
einen sehr engen Raum, inne ; entweder waren sie ein kleines Völk- 
lein, oder waren massenhafter im Binnenlande vertreten. Letzteres 
sollen wir aus Plin. VI, 28, § 157 Nabataeis Thimaneos junxerunt 
veteres schliessen. Doch unter den veteres meint er gewiss auch 
den Agatharchides, der für einen solchen Schluss nicht bürgt. In 
den Propheten erscheinen die Temän als die Starken und Weisen 
Edom's (Obad. 9.), und als ihre Hauptstadt wird Bozra genannt 
(Arnos 1, 11. 12, zu vergleichen mit 2, 2. 5), welches, da sie die 



27 

Hegemonen waren, zeitweilig auch als die Hauptstadt von ganz Edom 
galt (Jer. 49, 22). Bocayra liegt nördlich von Petra, halbwegs bis 
zum Todten Meere, und unterscheidet sich lautlich nur insofern von 
Bozra, als man die in der Neuzeit beliebte Diminutivform adoptirte. 
Dass dieser Ort und nicht Bocrä im Haurän der alten Edomiterstadt 
entspreche, unterliegt keinem gerechten Zweifel. Die Bedeutung von 
Temän, Süden, Südländer, nöthigt uns jedoch, das Heimathland der 
Temän nicht in Bozra, sondern im Süden Edoms zu suchen. In 
Gen. 36 , 33. 34 wird auch zwischen Bozra und dem Lande der 
Teman unterschieden, und Jer. 49. 20 erwähnt Temän neben Edom. 
Diese Stellen beziehen sich auf das südliche Heimathland der Temän, 
von welchem die zeitweiligen Hegemonen in Bozra ausgegangen 
sind. Eusebius kannte eine Stadt Thaimon mit einer Garnison, 
fünfzehn (Hieron. fünf) römische Meilen von Petra. Mo'än kann das 
nicht sein, weil es nicht an der Heeresstrasse liegt und also die 
Meilensteine fehlten. Vielleicht ist es das Präsidium (Garnison) der 
Karte zu Burckhardt, welches aber etwa 50 oder 55 römische Meilen 
südlich von Petra entfernt ist und den Bergpass beherrscht. Die 
„Starken" der Edomiter konnten diesen für die Vertheidigung des 
Landes gegen die Nomaden so wichtigen Punkt nicht entblösst lassen. 
Auch für den Karawanenhandel waren die Pässe von Wichtigkeit — 
und in Baruch III, 22 lernen wir die Temän als Kaufleute kennen — 
und ich glaube daher, dass sie sowohl im Präsidium als in Nekla 
(§ 214) militärisch organisirte Niederlassungen hatten, die sich für 
ihre Dienste durch von den Karawanen erhobene Zölle entschädigten. 
Erhärtet wird diese Behauptung durch die bereits angeführten Worte 
des Plinius. An eine Gontinuität dieses Gebietes der Temän mit dem 
an der Küste ist nicht zu denken ; das ist aber kein Beweis gegen 
die Identität des Namens und Ursprunges beider Niederlassungen. 
Vielleicht denkt Ezech. 25, 13: „ich will die Edomiter wüste machen 
von Temän bis Dedän" an die Niederlassung an der Küste und 
will sagen von Meer zu Meer (die Dedän wohnten am Persischen 
Golf). Da die Edomiter verhältnissmässig einen kleinen Raum ein- 
nahmen, wäre diess eine abgeschmackte Hyperbel, aber dieser theo- 
kratischen Flucher, die nur mit hohlen Phrasen um sich warfen, ganz 
würdig. 

27. Die Thamudener waren zur Zeit Aristo's die unmittelbaren 
Nachbarn der Banizomenen. Ihre Küste fing der Insel al-Qilä gegen- 
über an und erstreckte sich 1000 Stadien, also etwa bis al-Wedschh 



28 

nach Süden. Merkwürdig ist, dass Leukekome (Weissdorf, al-Haurä 
Br. 24° 55') nicht ein Thamudseischer, sondern ein Nabataeischer See- 
hafen war. Strabo 781 berichtet, dass zwischen Leukekome und 
Petra, der Hauptstadt der Nabateeer, über Petra, d. h. al-Higr (die 
Alten schreiben Egra, Hegra; liest man al-Heger, so heisst es Stein, 
Higr aber heisst Ringmauer) grosse Karawanen hin- und herziehen, 
die früher einen grossen Theil des Verkehrs zwischen Südarabien 
und Indien einerseits und Syrien und Aegypten andererseits vermit- 
telten. Im Peripl., § 19, wird gesagt: es ist da ein Seehafen und 
Gasteil, das Leukekome genannt wird, und von da führt eine Strasse 
nach Petra, der Residenz des Nabatseerkönigs Malicha. Leukekome 
dient auch als Emporium für jene, welche Waaren, in nicht sehr 
grossen Fahrzeugen, aus Arabia (Mochä, vgl. § 385, oder Aden) impor- 
tiren ; wesswegen ein Zolleinnehmer, welcher ein Viertel der Waaren 
erhebt und ein Centurio mit einer Garnison daselbst stationirt sind. 
Der König der Nabatseer war ein Bundesgenosse, d. h. Vasall der 
Römer und der in Leukekome stationirte Centurio war ohne Zweifel 
ein Römer. Es scheint, dass die Thamüdseer damals zum Reiche 
des Nabatseer Königs Malicha gehörten. Es war aber schon dessen 
Vorfahrer Oboda ein Freund der Römer. Diese aber hielten Leuke- 
kome als Pfand dieses „Freundschaftsverhältnisses" in Händen, und 
es war die Zollgrenze des römischen Reiches. Im Bezug auf die 
Nordgrenze der Thamüd aeer am Meere findet diese Angabe in Ptolemseus 
Bestätigung, im Bezug auf die Südgrenze, in Plinius, welcher Badä 
(§§ 22 und 329) zu ihren Städten rechnet. In der Küstenbeschreibung 
haben sie bei Ptolemseus den Namen Thamyditae in der Erwähnung 
unter den Binnenvölkern, wohl nach anderer Quelle, Thamudeni, wie 
bei Agatharchides. Zu Anfang des Islam' s waren die Thamüdaeer ver- 
schwunden, aber hundert Jahre früher befanden sich noch Thamüdische 
Reiter in der römischen Armee. Im Qorän wird eine jüdische Legende 
vom Untergang der Thamüdaeer erzählt , welche in der Troglodyten- 
stadt al-Higr spielt. 

28. Zu Anfang des Isläm's lebten an dieser Küste: 
I) die Balyy. Ihre nördliche Grenze war al-Nabk, welches 
ganz nahe bei der ehemaligen Nordgrenze der Thamüd lag, die Süd- 
grenze al-'Yc am Meere (Br. 25° 10'), welches ihnen gehörte. Sie 
dehnten sich also weiter nach Süden aus, als ihre Vorgänger, die 
Thamüd. An dieser Küste zählen sie gegenwärtig 37,000 waffen- 
fähige Männer. Zerstreute Ansiedelungen im Binnenlande waren nach 



29 

Hd. 294 „in Amag und Ghorän, zweien Wadies, welche in der Harra 
der Solaym ihren Anfang nehmen und in's Meer fli essen (in Br. 22° 5'), 
in Hagaschän (?), al-Gizl (?), Soqyä (-Yazyd) und al-Rohba. Madin 
Faran (= Ma'din-Solaym) hat seinen Namen von Faran 1). Balyy". 
Zu Anfang des Isläm's bildeten sie ein Drittel der im NW Arabiens 
lebenden Qodha a und viele wanderten nach Aegypten aus. 

2) Gohayna. Hd. 228. In 'Yc wohnen Gohayna und Mozayna. 
Von den Bergen Radhwä und al-Asch'ar (ober Yanbo') an bis zum 
Wädiy, welches zwischen dem Nagd und dem Meere liegt, wohnen aus- 
schliesslich Gohayna. Hd. 2S5 : „Das Land der Gohayna bilden Yandad, 
Mathghar, Wädiy Ghawä, dessen Name der Prophet in W. Raschdän 
umänderte, al-Asch'ar, al-Agrad, Qods, Ära, Radhwa, Qindyd, das 
grosse W r . Idham, welches viele Wadies aufnimmt und eine der 
grossen Oasen des Higäz ist (innerhalb seines Stromgebietes liegt 
Madyna), al-Qafrä (ein bedeutendes Dorf), Säya, Ghoschob, al-Hädhir, 
Thaqb (Laqf?), Bowät, al-Mocallä, Badr, Gafgäf, Rohät. Waddan, 
Yanbo', al-Haura, al-Athäya, al-Rowaytha, al-Rauhä, Haql, der Küsten- 
ort für Taymä (also Haql § 208), Dzü-Marwa, al-'Yc, Fayf, al-Fah- 
latayn, Fayfalryh im Lande der Hawäzin, Ghaybar, Fadak, Harrat- 
alnär und die Gegend rechts davon bis al-Rabadza, bis al-Naqra, bis 
Iran, bis Qofayna, bis Sawäriqiya, einem Dorfe der Solaym." Es 
werden hier den Gohayna viele Orte zugesprochen, welche auch 
andere Stämme reclamiren ; in solchen Fällen mögen einige Gohaynische • 
Familien daselbst gewohnt haben. Doch besassen sie immerhin einige 
der besten Regionen in der Gegend von Madyna; darunter ist das 
Qabalyya, d. h. die Gebirgsthäler und NO von Yanbo' hervor- 
zuheben. Auch gegenwärtig sind sie mächtig in jener Gegend. 
Maltzan, Südarabien S. 41, traf in Yanbo' „einige Häuptlinge der 
Gehaina-Beduinen, die zwischen Yambo und Medina (auch in Yanbo 
en Nachl) wohnen. Es waren sehr stattliche Gestalten in reichen 
Gostümen." Viele Gohayna wanderten während der muslimischen 
Eroberungen nach Aegypten aus und Hessen sich bei Ichmym nieder. 
3) Mozayna; sie waren an der Meeresküste nur schwach ver- 
treten. Ihre vorzüglichste Niederlassung war der fruchtbare Berg 
Wariqän und das südlich davon gelegene reiche Dorf Foro', wo zwei 
Quellen 20,000 Dattelbäume bewässern. Vielleicht gehörte ihnen 
auch das benachbarte 'Arg (vgl. § 38) und die Region, welche den 
makkanischen Balsam liefert. Interessant ist ihre Genealogie. Sie 
waren die Söhne der Mozayna, einer Tochter Kalb's und eines 'Amr — 



30 



ein nichtssagender Name — wie Peter, Paul — der für einen Ma additen 
galt. Das kann andeuten, sie zählten früher zu den Kalb, später zu 
den Maadd, oder sie waren ein aus Kalb und Ma'add gemischter 
Stamm. 

Die Balyy und Gohayna sind Zweige der Race Qodha a und 
aus Südarabien gekommen. Es ist sicher, dass die Balyy ihre gegen- 
wärtigen Wohnsitze an der Küste zur Zeit des Ptolemseus nicht inne 
hatten, denn da blühten noch die Thamüd. Es fragt sich nun, ob 
sie wie die andern Qodha' ischen Stämme, welche sich an dieser Küste 
niederliessen , ihre Wanderung nach Norden noch gar nicht ange- 
treten hatten, odeL' ob einige von ihnen sich schon im Higäz befanden, 
aber erst später die Thamüdische Küste eroberten — es fragt sich, 
ob die Sideni, Dame, Banubari und Arsae erloschene Stämme sind 
wie die Thamüd, oder ob wir darin Qodha iten erkennen. 

29. Aappat dürfte im Arabischen .j Dzarr zu schreiben sein. Sie 
hatten ihre Wohnsitze, als unmittelbare Nachbarn der Thamüdseer, 
ein wenig südlich von Wedschh, also am Küstenstriche, welcher zu 
Anfang des Isläm's von den Gohayna beherrscht und zum Theil auch 
von ihnen bewohnt wurde. Plinius kennt die Darrae als ein süd- 
arabisches Küsten- oder Inselvolk (vgl. § 382) ; sie sind also im 
Zeiträume zwischen Plinius, oder vielmehr Juba und Ptolemaaus von 
Süden nach Norden vorgerückt. In arabischen Quellen finden wir 
ihren Namen als Volksname nicht, aber ich erinnere mich Dzarr bei 
Ibn Sad in einer Genealogie eines an dieser Küste wohnenden 
Stammes gesehen zu haben; ich besitze aber jetzt nicht Gelegenheit, 
die Genealogie aufzusuchen. 

£änyoi (W. A. B. G. und Steph. Byz. Etj&voi VA. Sydeni 
Intp. Syeni VS.) mögen die Banü Süd sein, welches nach dem 
Qämüs Name eines Stammes, nach den Genealogen ein Ahne der 
Gohayna und 'Odzra (§ 333) ist. Wir können also den frühern 
Namen der Gohayna darin erkennen. Sydeni entspricht Süd besser 
als Sideni, ist aber gewiss eine schlechte Leseart. Süd ist übrigens 
eine südarabische Form, welche im Centralarabischen Sid oder Sayd 
lautet. So sagt man in Yaman auch Züd für Zayd; Sideni ist also 
die centralarabische Aussprache für Sudeni. 

Bavoußapoi lassen sich nicht identificiren. Sieht man auf blosse 
Namensähnlichkeit, so können es die Banü-Bahrä sein. Noch ähn- 
licher ist aber Banü-Barra. Die Genealogen berichten, dass Nahd, 
ein Zweig des Stammes Süd, in zwei Unterabtheilungen zerfalle, wovon 



51 

der eine nach der Mutter, einer Ma'additin, Barra hiess, während die 
Mutter des andern dem Qodha astamm al-Qayn angehörte. Die beiden 
Abtheilungen der Nahd lebten, wie Bekry bei Wüstenfeld erzählt, 
bei Wädiy alqorä (dieses würde für unsern Zweck passen). Von 
dort vertrieben, zogen sie gegen Nagrän. 

•Äpcrai sind uns unbekannt, und wahrscheinlich ein erloschenes 
Volk, das einst in Yanbo* ansässig war und mit Berenike Handel 
trieb. Will man ihren Namen mit aller Gewalt in arabischen Quellen 
finden, so würde ich auf Aräscha verweisen. Ihre Genealogie lautet 
bei Ym. III, 859, IV, 386 Aräscha b. 'Abyla b. Farän b. Balyy, d. h. 
sie sind ein Zweig der Balyy und Verwandte der in § 419 erwähnten 
al-Qayn. Es gibt noch eine andere Genealogie, aus welcher hervor- 
geht, einige Ethnographen haben sie für Verwandte der Farasän 
gehalten. Sie stellen nämlich die Aräscha als Vettern der Taghlib 
(vgl. Wüstenfeld K, 1 2) und die Farasän als einen Zweig der Taghlib 
(vgl. § 384) dar. Wenn dieser Anschauung irgend eine historische 
Erinnerung zu Grunde liegt, so verhielte es sich mit den Aräscha 
wie mit den Darrae ; sie wären von Süden gekommen, wo sie Nach- 
barn der Darrae gewesen sind ; das würde gut für die Arsae passen, 
wenn wir nur bessern Beweis dafür hätten. Zu Anfang des Isläm's 
linden wir keine Spur der Aräscha an dieser Küste, sondern sie sind 
tief im byzantinischen Gebiete (vgl. § 422). Doch standen die Aräscha 
im politischen Verband mit den Balyy, was der Vermuthung, sie 
seien einst ihre Nachbarn gewesen, Raum gibt. Ein Zweig der 
Aräscha vereinigte sich mit den Godzäm und erhielt den Namen 
Banü Hadas. Diese werden aber auch für Lachmiten gehalten. Die 
Hadas gehörten also zu den Sarakenen. Wenn wir ihnen die Küste 
bei Yanbo' als frühere Wohnsitze anweisen, so erklärt es sich, wie 
sie einerseits in diese Gesellschaft kommen , anderseits sich gegen 
'Amman hin verbreiteten, wo wir sie in Ym. III, 859 noch zur Zeit 
der Omayyiden treffen. 

30. KwauWoA7:iTwv x<opa fängt bei Ptolemaeus südlich von Yanbo* 
an und reicht bis an die Mündung des Baitius, welchen er sich als 
Grenzfluss dachte. In dem entsprechenden Küstengebiete wohnen 
die Kinäna. Der schimpfliche Name Kinaidokolpitae, womit sie eines 
Lasters beschuldigt werden, dem die griechischen Kaufleute in Be- 
renike gewiss viel mehr fröhnten, als ihre arabischen Nachbarn (wir 
heissen es ja griechische Liebe), ist eine absichtliche Verdrehung. 
Dieses Schimpfwort kommt auch im Gosmas Ind. vor, und wir 



32 

schliessen daraus, dass es sich lange erhalten habe. Die Südgrenze 
von Kinänitis wird, da sie zugleich die Grenze zwischen Mittel- und 
Südarabien (Yaman) ist, von Hd. 92 (vgl. Ym. IV, 1035) sehr 
genau bestimmt : „Die Grenzlinie steigt von den Höhen der f Anziten 
hinunter in den Küstenstrich und läuft über Omm Gahdam zum Meer, 
wo sich aus dem Wasser nahe bei Hamidha ein Fels erhebt, der 
Kodommol geheissen wird. Dieses ist an der Küste die Grenze 
zwischen dem Lande der Kinäna und Yaman." S. 98 (vgl. Ym. I, 
357) sagt er: „Omm Gahdam ist eine Stadt zwischen den Kinäna 
und al-Azd und ist die Grenze Yamans." Auch Ibn Mogäwir be- 
trachtet die Felseninsel Kodommol als Grenzpfeiler und berichtet, 
dass darauf Eisenminen sind. In der Adm. K. liegt Kotumble in 
Br. 17° 52'. Die erste Stadt, welche Ibn Mogäwir südlich von der 
Grenze erwähnt, ist Baydh. Sie liegt am gleichnamigen Wädiy, dem 
Baitius fluvius, welcher aber nach Ptolemaeus noch zum Lande der 
Kinaidokolpiten gehört. Ptolemseus verlegte also die Grenze wenige 
Stunden weiter nach Süden. Bis dahin, und noch weiter gegen Süden, 
ist auch die Grenze von einigen arabischen Geographen gerückt worden ; 
so führt Ibn Ishäq S. 805 Verse an, nach denen die Kinäna die 
Küste von den niedern Vorsprüngen des Berges Radhwä bis „zwischen 
Baydh und 'Itwad (dessen Br. 17° 35' ist)" besitzen. Auch in der 
Bibel wird die Grenze weiter südlich als Kodommol gezogen, es wird 
nämlich der Pischon (Baysch Br. 17° 30' u ?) als Grenzfluss angesehen. 
Die Nordgrenze der Kinäna an der Küste sind nach dem Dichter 
die niedrigen Gebirge südlich vom Radhwägebirg. Das stimmt mit 
Ptolemaeus überein, dessen Grenze südlich von Jambia ist ; denn der 
Radhwä erhebt sich über Yanbo\ Der nördlichste Kinänastamm an 
der Küste sind die Dhamra, welche das Bazwa (Br. 23° 40') inne 
hatten; doch gab es nach Wäqidy S. 7 Dhamrafamilien in Bowät, 
welches ungefähr dieselbe Breite wie Yanbo' hat *), und dafür auch 
Gohayna in Waddän, welches in Br. 22° 58' liegt. Genaue Grenz- 
bestimmungen giebt es hier keine. 

Die montes supra Ginsedocolpitas sind viel weiter nördlich als 
die Grenze an der Küste. Es führt die Weihrauchstrasse über die- 
selben, und der Name zeigt also an, dass bis hieher die Karawanen 
.gerade damals unter dem Schutze der Kinaidokolpiten standen. Dass 



') Zeitschrift DMG. 16, S. 682. 



33 

diese Hügel zugleich ihre ethnographische Nordgrenze waren, be- 
zweifle ich. 

31. Mit weniger Präcision wird im Peripl. § 20 über diese Küste 
berichtet : Nach Leukekome folgt ununterbrochen das arabische Land, 
welches sich weithin längs des Erythraeischen Meeres ausdehnt. Es 
wird von verschiedenen Völkern bewohnt, die sich von einander 
theilweise oder gänzlich in Sprache unterscheiden. An der Küste 
leben in Hütten gleichfalls Ichthiophagen, landaufwärts aber wohnen 
in Gauen und Nomadenlagern boshafte zweizüngige Menschen, welche 
die Schiffsleute, die an ihre Küste gerathen, ausrauben und die Schiff- 
brüchigen zu Sklaven machen. Dess wegen werden sie auch von den 
Herrschern und Königen Arabiens fortwährend in Kriegsgefangenschaft 
abgeführt. Ihr Name ist Kanraitai. Er will sagen: Leukekome ist 
römisch, dann folgt das unabhängige Arabien mit seinen verschiedenen 
Stämmen. Ob unter den arabischen Stämmen viele Sprachen herr- 
schten, zweifle ich; doch in Häfen und Städten mit einigem Handel 
mag sich allerlei Volk zusammengefunden haben ; waren doch im Islam 
einige Zeit die Perser das herrschende Handelsvolk an dieser Küste, 
und auch die Abessinier zahlreich vertreten. Analog mit der Behaup- 
tung des Periplus ist das, was Moqaddasy von der Handelstadt Qorh 
(vgl. § 226) sagt: es ist eine syrische, ägyptische, 'iraqische, higäzische 
Stadt. Dass die Kanraiten nicht verschieden sind von den Kinäniten, 
unterliegt keinem Zweifel, und Kanraitai ist wahrscheinlich ein Schreib- 
fehler statt Kananitai. Dieses Volk fand während der Jugendjahre 
Mohammad's eine Gelegenheit, seine Neigung, Havarien auszu- 
rauben, an den Tag zu legen. Es scheiterte an der Küste von Gidda 
ein griechisches Schiff. Die Makkaner, welche sich damals zu den 
Kinäniten zählten, begaben sich sofort an Ort und Stelle und brachten 
das Holz des Wrackes nach Makka, um es zu einen Dach für die 
Kaba zu verwenden; den Schiffszimmermann Bäqüm aber machten 
sie zum Sklaven und in dieser Eigenschaft baute er das Dach des 
Tempels. Spätere Moslime, welche bessere Begriffe von Moral 
hatten, wollten nicht zugeben, dass das Dach des Heiligthums aus 
geraubtem Material erbaut worden sei, und noch weniger, dass man 
den Bäqum in die Sklaverei abgeführt habe; doch alte Traditionen 
bei Azraqy lassen keinen Zweifel über den ersten Punkt, und Bäqüm 
erscheint später in al-Madyna als Freigelassener (vgl. Icäba s. v.). 
Der Periplus scheint die Ichthiophagen an der Küste als eine eigene 
Race anzusehen. Burckhardt beschreibt die Fischer zu Räbigh als 

3 



34 

Beduinen, die sich bisweilen mit Fischfang beschäftigen; das ist 
gegen den Periplus. Die Fischer am Südende der Sinaitischen Halb- 
insel bilden nach Rüppel einen ganz abgesonderten Stamm von etwa 
350 Köpfen, der bald an dieser, bald an jener Stelle an's Land steigt 
und sich zeitweilig aufhält. Das ist für den Periplus. 

32. In Kolpitai, der zweiten Hälfte des Names Kinaidokolpitai, 
steckt unverkennbar Kalb. Zu Anfang des Isläm's erfüllten die Kalb 
die syrische Wüste. Hd. 229 sagt in Bezug auf seine Zeit: „Gehst 
du von Taymä links, so geräthst du unmittelbar in das Gebiet der 
Dzobyän und in das Weissland (Wüste) das sich bis Haurän erstreckt. 
Bei 'Orä'ir und Umgebung sind Kalb mit ihnen gemischt. Dann 
von Haurän an befindest du dich in den Wohnsitzen der Kalb und 
rechts von dir ist das Samäwa (W. Sirhän) , dann das Dahnä , bis 
man die Palmen am Euphrat erblickt. Unter den Kalb ist kein 
anderer Stamm enclavirt. Gehst du links, so kommst du in die 
Ganäbyyät (von Ganäb, einer Unterabtheilung der Kalb?) und das 
angrenzende Gebiet ist das der Qayn, wo sich Ueberreste der Gadys, 
des Schwesterstammes der Tasm, befanden. Wendest du dich auch 
von hier nach links, so kömmst du in die Wohnsitze der f Amila, 
welche in der Nähe des Jordan sind; der Berg der 'Amila erhebt 
sich über f Akkä gegen das Meer hin .... Von Ghosäf, welches 
zum Dahnä gehört (!), geht man nach Tadmor nach rechts. Dieses 
ist das alte Tadmor und liegt an der Seite des Samäwa. In den 
Wohnsitzen der Kalb sind folgende Städte: Tadmor, Salamyya, al- 
'Agima und Himg, welches eine Himyarische Stadt ist, und weiter 
hinten gegen 'Iräq zu, Hamäh, Schayzar, Kfar-Täb, welches den 
Kinäna, einem Zweig der Kalb, gehört. Kehrt man dann von diesen 
Wohnsitzen der Kinäna-Kalb durch ihr ferneres Gebiet zurück, sich 
gegen das Samäwa (!) und den Euphrat wendend, kommt man zu 
den Städten Teil-Mannas, Harc (?), Zaghräbä (?) und Manbig. Manbig 
gehört den Kalb und Kiläb gemeinschaftlich und so das Land bis 
an das Ende von W. Botnän. Dann kommt man an die Stelle, 
wo der Euphrat aus dem Byzantinischen in das moslimische Gebiet 
eintritt, und wo er den Rand Syriens durchschneidet, macht er eine 
Beugung gegen 'Iräq hin. Hier sind westlich die Wohnsitze der 
Kalb und östlich die der Modhar." Hd. 226: die Wohnsitze der 
Kalb sind in Samäwa, in deren ausschliesslichem Besitz es ist. Es 
gibt auch Kalb im Ghauta." Die Kalb mochten zu Anfang des 
Islam aus einer Bevölkerung von etwa 200,000 Seelen bestanden 



35 

haben. Man glaube ja nicht, dass ihre Väter schon mehrere hundert 
Jahre früher in irgend einem Winkel der Erde in Ein Volk unter 
Einem Namen vereint gesessen haben. 

Wie wir sehen, begegnen wir den Kalb in grosser Ferne von 
der Kinaidokolpitischen Küste. Es ist aber sicher, dass im Alter- 
thume die Syrische Wüste der Tummelplatz der Ismaeliten und 
Midianiter war und dass die Kalb erst im Verlaufe der Zeit davon 
Besitz genommen haben. Wo wohnten sie ehemals? Bakry bei 
Wüstenfeld weiss Vieles über ihre Geschichte und Wanderungen zu 
erzählen, doch ist gerade was am besten für unsern Zweck passen 
würde das Verdächtigste: ihre ursprünglichen Wohnsitze waren im 
Tihäma, Küstenstrich, von Makka. Dieses aber behaupten die Genea- 
logen von allen arabischen Stämmen. So viel scheint jedoch richtig 
zu sein, dass der Berg Hadhan, zwei Tage NO von Makka einige 
Zeit den Mittelpunkt der Wohnsitze der Kalb bildete (vgl. Ym. n, 288), 
denn nur so lässt sich die Verwandtschaft der Mozayna mit den Kalb 
erklären, § 28. 

33. Die Kalb wurden als ein Zweig der Qodhä'a angesehen. 
Ym. III, 114 erzählt von einer Schlacht, die bei al-Sollän gefochten 
wurde, dann fährt er fort : auch früher fiel eine Schlacht bei al-Sollän 
vor zwischen den Ma'add und Madzhig; die Kalb waren damals 
Md additen. Gewiss war der Kalbstamm gemischt und bildeten 
die Maadd den grösseren Bestandtheil ; doch glaube ich, dass der 
Erzähler bloss sagen will, die Kalb fochten an der Seite der Ma'add. 
Es lässt sich nachweisen, dass die Kalb im Zusammenhange 
standen mit den übrigen Qodhä'astämmen dieser Gegend , und im 
kinaidokolpitischen Gebiete lebten. Wir brauchen nur die Wohnsitze 
der Kalb und ihrer nächsten Verwandten, der Mozayna, ein paar 
Tagereisen nach Südwest auszudehnen, um sie nach Zaaram regia 
zu bringen. Zu Anfang des Islam s waren die Bewohner von Tzahrän 
nicht Kinäniten, sondern Chozaiten, die sich, im Widerspruch mit 
der Ansicht einiger Genealogen, zu den Ghassän rechneten. Ihr 
Schaych hatte Sitz und Stimme im Rathe der Makkaner, wenn es 
sich um kirchliche Fragen handelte, stand aber nicht über den übrigen 
Schaychen, sondern war ihnen coordinirt; dennoch rühmt sich ein 
Ghozaischer Dichter (bei Ibn Ishaq S. 805; Ym. I, 795), dass sein 
Stamm die ganze Kinänitische Küste gegen die aufgestellten Reiter- 
schaaren vertheidigt habe; und eine Makkanische Legende beschul- 
digt einen ihrer früheren Schayche in Makka den Götzendienst ein- 



36 

geführt zu haben, und gesteht somit, dass die Chozaa einst das 
Land beherrschten, eine Thatsache, wofür auch directe Zeugnisse 
vorhanden sind. Ich glaube nun, dass zur Zeit des Ptolemseus der 
Schaych des Kalb-Stammes in Zaaram (Tzahrän) thronte und eine 
nominelle Herrschaft über die Kinäna übte, wie später die Chozä'a 
geübt zu haben behaupten. Es fragt sich, ob die Chozaa nicht 
Nachkommen dieser Kalb sind, und, wie die Madyner, sich erst später 
zu dem königlichen Stamme der Ghassän zählten. Auf ehemaligen 
Zusammenhang zwischen den Kalb und Kinäna lassen schliessen: 
die Kalb verehrten den Wadd, Amor, als ihre vorzüglichste Gottheit, 
und errichteten ihm zu Dümat algandal einen Tempel. Der Liebes- 
gott hatte auch an der Ka ba zu Makka einen Platz und wird im 
Qorän erwähnt. Ein Zweig der Kinäna hatte den Namen Kalb, und 
ein Zweig der Kalb in der Syrischen Wüste, und zwar der grösste, 
hiess Kinäna. Dieses einander Gevatterstehen erkläre ich mir so, 
dass die Kalbitischen Kinäna vor ihrer Weiterwanderung zu Zaaram 
die Hegemonie geübt hatten; die Kinänitischen Kalb hingegen legten 
sich diesen Namen bei, weil viel (Qodha itisch-) Kalbitisches Blut in 
ihren Adern floss. Nicht nur der Name, sondern auch andere Um- 
stände führen mich zu diesem Schluss. Die Kinänitischen Kalb waren 
ein Zweig der Layth, die Layth aber (und auch die Kalb) lebten in 
den Gebirgen einen Tag nördlich von Zaaram zwar allein, in den 
Gebirgen landeinwärts von 'Arg hingegen gemischt mit den halb 
Qodha' itischen Mozayna und zu Yanbo' gemischt mit den ganz Qodha - 
itischen Gohayna. Es scheint sogar, dass einige Genealogen die 
Layth (folglich auch die Kinänitischen Kalb) wegen dieser Nachbar- 
schaft, nicht für Enkel des Kinäna, sondern für Söhne Süd's (§ 28), 
also für Qodha iten hielten. 

34. Die Makkaner zählten sich zwar zu den Kinäna, näher 
bestimmt zu den Banü Mälik, aber die Qodhä' itischen Einflüsse waren 
ernst so gross gewesen, dass man folgende Geschichte von ihrem 
angeblichen Erzvater Qocayy erzählte. Er wurde in Makka geboren 
und sein Vater Kiläb war ein Kinänite, starb aber bald nach der 
Geburt seines Sohnes. Die Mutter ging eine zweite Ehe ein mit 
einem 'Odzriten (Qodha iten), den sie in seine Heimath, in Arabia 
Petraea begleitete. Qogayy wuchs dort auf und hielt sich selbst 
für den Sohn seines Stiefvaters und für einen 'Odzriten. Endlich 
erfuhr er das Geheimniss seiner Herkunft und er eilte nach Makka, 
wo damals die Choza a die Ka ba beherrschten, und mit Hülfe seiner 



37 



Stiefbrüder, die mit hundert 'Odzriten herbeieilten, gelang es ihm, 
die Choza a aus dem Makkathale zu vertreiben und die Verwaltung 
der Ka'ba zu erlangen. So berichtet Ibn Sa f d; Ibn Qotayba S. 321 
hingegen behauptet, Qocayy sei vom griechischen Kaiser unterstützt 
worden. Beides kommt auf dasselbe hinaus ; daran, dass der Kaiser 
griechische Truppen dahin gesandt habe, ist nicht zu denken, dass 
aber die Griechen mittelst der ihnen ergebenen Qodhä'itischen Stämme 
ihren Einfluss so tief nach Arabien hinein fühlbar zu machen bestrebt 
waren als möglich, ist ausser Zweifel. Mit welchem Interesse man 
desswegen selbst später, als der griechische Einfluss gesunken war, 
in Makka die Kämpfe zwischen den Griechen und Persern verfolgte, 
geht aus Qorän 30, 1 hervor. 

Die Untersuchung über die bisher genannten (§§ 25 — 34) Küsten- 
stämme dreht sich eigentlich um die Geschichte der Qodha isirung 
des nördlichen Arabiens und der Syrischen Wüste, auf welche ich 
§§ 398 — 427 zurückkommen werde. Die Qodhä'a, zu denen die Kalb 
gezählt werden, haben nämlich in diesen Regionen neue Stämme 
gebildet, welche die alten Ismaeliten, Midianiter, Thamüdaeer u. a. m. 
verdrängten und absorbirten, und sie haben, wie jede Völkerwande- 
rung, eine neue Ordnung geschaffen. 

35. 'Ayo&ovo; vü(ro?, 65° 45', 23° 40'. 

K. Müller zu Agatharchides § 82 erkennt in dieser Insel die 
Zabargad- (Smaragd-) Insel der Araber, („St John's or Seberget 
Island, 1000 feet high", liegt in 23° 26') und führt auch die Stellen 
des Plinius XXXVH, 32 und VI, 34, welcher sie Topazon insula 
(diese Bedeutung scheint hier auch Zabargad zu haben) heisst, an. 
Nach dieser Insel scheinen die Seefahrer von Berenike, wenn sie 
die gegenüberliegende Küste besuchten, die Richtung des Schiffes 
regulirt zu haben. Wenn sie nach Jambia fuhren, Hessen sie sie 
rechts , wenn sie nach Zaaram steuerten , links liegen. Das war 
maassgebend für die Position, welche ihr Ptolemseus einräumt. 

36. Aatf/.6vwv (v?i<JO?), 66° 45', 23° 15' (W. A. B. G. N.) In der 
Adm. K. liegt 22' westl. von Gär die Klippe oder Insel Suflamy. 
Das kann aus ^IJji ^i verketzert sein; faylam heisst aber über- 
haupt gross, colossal ; so wird ein Mensch, eine Armee, ein Brunnen 
u. s. w., die durch Ungeheuerlichkeit Staunen erregen, genannt; doch 
die Bedeutung Dämon hat es in den Wörterbüchern nicht. Diese 
Klippen dürfen, wenn man in Gär einlaufen will, nicht übersehen 



38 

werden. Die darauf bezüglichen Navigationsregeln leiteten den Ptole- 
mseus in der Wahl der Position. 

37. KoTrap xoip, 68° 30', 23° 15' (W. A. B. G. N.; Ktoxap VD.; 
68° 10' Vvulgo). Kopar hat, wie wir sehen, dieselbe Breite wie 
die Insel und seine Lage ist wohl darnach bestimmt worden. Es 
entspricht also dem Seehafen Gär, welcher einst so berühmt war, 
dass das Meer bis Suez die See von Gär geheissen wurde. Nach 
Niebuhr ist die Breite von „Dsjar" 23° 36' (23° 34'?), und es liegt 
also in der tiefen Bucht, ein wenig südlich von dem Hafen Braickah 
(Borayqa), 23° 36' der Adm. K. Moqaddasy sagt: „Gär liegt am 
Meere, ist an drei Seiten von Mauern und an der vierten vom 
Meere eingeschlossen. Die Häuser sind hoch, die Märkte belebt. Es 
ist das Emporium von Madyna und der dazu gehörigen Orte. Das 
Trinkwasser muss zwei Stunden weit, von Badr (vielmehr vom 
Wädiy Yalyal) und die Nahrungsmittel von Aegypten gebracht 
werden." Ganz nahe bei Gär ist eine Insel, auf der das Dorf Qaräf 
steht. Es kann als eine Vorstadt von Gär angesehen werden und 
wurde einst von Kaufleuten, besonders Abessiniern bewohnt. Viel- 
leicht ist Kopar durch Transposition aus Qaräf entstanden. 

38. 'Äpya xwpi, 69° 0', 22° 40 (W. B. A. G. N. ; 22° 20' Vvulgo) 
liegt ungefähr in der Mitte zwischen Kopar und Zaaram und dürfte 
daher Räbigh (oder Räbech, vgl. ZDMG. 18, S. 554) in Br. 22° 43' 
entsprechen. Das homonyme al- f Arg liegt nicht an der Küste, sondern, 
wie sein Name anzeigt — es bedeutet Treppe, und entspricht unserm 
Gsteig — am Fuss des Stutzes, über welchen die alte Makka-Madyna- 
strasse über das Gebirg lief (siehe mein Kärtchen zu Burton's Pil- 
grimage, Tauchnitzausgabe, und meine Bemerkungen dazu). Al-'Arg 
scheint durch seine Lage der Sammelplatz einiger Naturproducte, 
wovon der Makkabalsam und Senna erster Qualität die berühmtesten 
sind, gewesen zu sein, und so erklärt es sich, dass der Hafen dar- 
nach benannt wurde. Das Gebirg, an dessen südlichem Fuss al- f Arg 
liegt, heisst Wariqän. Ym. IV, 922 sagt: „Auf dem Berge Wariqän 
wachsen verschiedene Obst- und andere Bäume. Von den letztern 
nennt er den Baum Qortz, dessen Blätter von den Gerbern verwendet 
werden, den Summach, und eine Pflanze, aus deren Fibern man beson- 
ders starke Seile verfertigt." Ein paar Stunden südlich von al-'Arg 
liegt das grosse Dorf Foro\ von dessen Umgebung berichtet Ym. I, 
60: „Ära ist ein Berg im Higäz zwischen Makka und Madyna. Er 
erhebt sich Qodos gegenüber, ist roth und einer der höchsten Berge. 



39 

In demselben entspringen Bäche und an jedem liegt ein Gau, als: 
Foro\ Omni afiyäl, al-Madhyq, al-Mahdha, al-Wabraund al-Faghwa. 
Diese Dörfer ungeben den Ära von allen Seiten (einige gehören also 
nicht zum Rayon von al-'Arg) und in allen sind Palmenhaine und 
Felder. Dieser Berg (jetzt rechnet man ihn wahrscheinlich zum 
Gobhgebirg) liegt drei Tage östlich von Soqyä (d. h. Soqyä-Bany 
Ghifär) und das davon auslaufende Thal senkt sich gegen al-Abwä und 
dann nach Waddän." Die Abdachung und Strasse von al- f Arg läuft 
über Soqyä ebenfalls gen al-Abwä, trifft aber schon früher mit dem 
erwähnten Wädiy zusammen. Im untern Theile dieser Senkung ist, 
nicht weit von Räbigh, Gohfa mit dem Teich Chomm. 

39. Zocapaf/. ßaa&etov, 69° 20', 22° 0' (Vvulgo; Zaßpay. A. B. N. V. ; 
ZäcßajA C. ; Za&paa W. ; Zaj/.ßpa VAG. ; ZaSpapi Steph.). Ich trage 
kein Bedenken, mit K. Müller (Geogr. Min. I, S. 527) Zaaram als die 
richtige Leseart und Tzahrän als das arabische Aequivalent anzu- 
erkennen. Tzahrän ist der Name eines ziemlich fruchtbaren Wädiy 
und das darin acht Stunden NW von Makka gelegene Dorf hiess 
früher Marr-Tzahrän , jetzt Wadiy Fätima. Es liegt eine starke 
Tagereise landeinwärts, und Ptolemseus bezeichnet hier, wie in 
einigen anderen Fällen, den Hafen und die Stadt, zu der er gehört, 
mit Einem Namen. Das bekannte Gidda (Br. 21° 28', man sprach 
sonst Godda und es mag das von Stephanus erwähnte Gadda sein) 
soll erst unter dem Ghalyfen 'Othmän von persischen Kaufleuten 
gegründet worden sein. Es fragt sich daher, ob es schon früher 
einmal existirt habe oder ob der Hafen Tzahrän's an der Bucht 
Obhor (Br. 21° 45') lag. Ptolemseus bezeichnet Zaaram als eine 
Regia und Steph. Byz. schliesst daraus, dass der König der Kinaido- 
kolpiten daselbst residirt habe. 

40. K£vto? xcop>> 69° 20', 21° 30' (W. A. B. G. N.). Kentos, 
das Hörn, ist eine freie Uebersetzung des arabischen Wortes Scho'ayba, 
und dieses ist das Diminutiv von Scho'ba, der Zwischenraum zwischen 
den zwei Hörnern eines Thieres. Diese gabelförmige Bucht war, 
ehe Gidda bestand, ein Seehafen für Makka und liegt auf dem 
Wege von Makka nach Yaman, in der Adm. K., wo Schayba steht, 
in Br. 20° 42'. Der Breitenunterschied zwischen Yanbo' und Scho'ayba 
beträgt also 3° 24'. Ptolemäus veranschlägt ihn nur zu 2° 20'. 
Das kommt wohl daher, dass er den Winkel der Wasserstrasse 
Berenike-Jambia mit der Wasserstrasse Berenike- Kentos zu spitz 
nahm. I uFolge dieses Fehlers mussten auch die Orte zwischen 



40 



Jambia und Ken tos einander zu nahe gerückt werden. Die Vertheilung 
des Fehlers ist jedoch sehr ungleich, woraus wir schliessen, dass 
dem Ptolemaeus ein Fahrtbericht längs dieses ganzen Küstenstriches 
nicht vorlag, sondern nur von Berenike ausstrahlender Radien. 



IV. Südarabische Küste des Rothen Meeres, die man von verschiedenen 
ägyptischen Häfen besuchte. 

41. 0üßat w>Xi ? , 69° 40, 21° 0' (W. N.; 0sßai A. B. G. V.; 

69° 20' Vvulgo). Stephanus erwähnt auf die Autorität des Hecataeus 
eine Stadt Tabis und Artemidor (eigentlich Aristo) bei Strabo 777, 
und Agatharchides § 95 einen arabischen Stamm Debai, von welchem 
folgende Merkmale hervorgehoben zu werden verdienen: ihr Land 
ist reich an Gold, und sie sind sehr gastfreundlich, besonders gegen 
die Boeotier und Peloponneser, wegen des alten Verkehrs mit Hercules. 
K. Müller bemerkt dazu, dass Hercules nach der Stadt Thebae in 
Boeotien Thebanus geheissen wurde und folgert, dass man das Volk, 
welches Agatharchides Debai nennt, früher auch Thebaner und ihre 
Stadt Thebae hiess. Der arabische Name der Stadt ist Dzahabän von 
Dzahab (hebr. nHT) 5 Gold. Für Niebuhr s Ohr klang dieser Name 
Dhaban, was lautlich Debai sehr nahe kommt. Von dem Goldreich- 
thum dieser Gegend werde ich weiter unten sprechen. Die ungewöhn- 
liche Gastfreundschaft der Bewohner der Küste von Dzahabän ist 
nicht nur den Griechen, sondern auch dem Ibn Mogäwir aufgefallen ; 
er berichtet: „Wenn ein Fremder bei ihnen einkehrt, so sagen sie, 
unterhalte dich mit der Hausfrau, umarme und küsse sie; wenn du 
aber bis auf das äusserste gehst, wird dich dieser Dolch durchbohren." 
Im Innern des Landes geht die Gastfreundschaft nach Burckhardt 
noch weiter, und dem Fremden wird eine Frau beigelegt. 

Dzahabän liegt in Breite 18° 7'; also 2° 35' weiter südlich als 
Scho'ayba (Kentos). Bei Ptolemaeus aber sind diese zwei Häfen nur 
30' von einander entfernt. Die dazwischen liegende Küste der Kinäna 
war also für ihn eine terra incognita. Ich will nun diesen Punkt 
beleuchten. Im Periplus wird ausdrücklich gesagt, dass die ägypti- 
schen Seefahrer diese Küste meiden, weil die Bewohner wild, und 
der Zugang voll Klippen und gefährlich sei. Aus dem Berichte des 
Aristo, welcher uns auszüglich bei Strabo nach Artemidor und bei 



41 

Diodor und Photius nach Agatharchides vorliegt, geht dasselbe her- 
vor. Bei Strabo spricht Aristo von dem Hafen Charmothas, welchen 
K. Müller für Haurä hält — es kann aber auch Wedschh sein — 
und er fährt fort, dann folgt wieder eine rauhe Küste, und nach 
ihr einige Buchten und ein Land der Wanderhirten, welche ihren 
Lebensbedarf von Kameelen haben ; denn auf ihnen kämpfen sie und 
reisen sie, und sie nähren sich von ihrer Milch und ihrem Fleische. 
Auch durchströmt ein Goldsand führender Fluss ihr Land ; sie wissen 
jenen aber nicht zu bearbeiten. Sie heissen Debai und sind theils 
Wander hirten , theils Ackerbauer. Wie lange die rauhe Küste sei, 
deutet er nicht an. Da er zur Erforschung der arabischen Küste 
geschickt worden war, sollen wir zwar glauben, er sei ihr entlang 
gefahren, was ihn in Stand gesetzt hätte, die Länge der Küste an- 
zugeben. Das wäre aber ein Irrthum. Ich will es versuchen, seine 
Route zur Goldküste zu beleuchten, weil es auch die Route der 
Handelsschiffe war, und weil die Frage auf die Küstenzeichnung des 
Ptolemseus Licht wirft. In Agatharchides' Auszug wird die Gold- 
küste als wasserreich und von Bächen durchschnitten beschrieben 
und beigefügt, dass sich über sie der Berg Ghabinus (Photius schreibt 
Laimus) erhebt und dass „das der Gebirgsgegend benachbarte Land 
von den Debai bewohnt wird." Diese dem Texte des Photius ent- 
nommene Darstellung ist insoferne wichtig, als sie die Hindernisse 
gegen die Identification des Ghabinus oder Laimus beseitigt. Weil 
die Debai nach dem Ghabinus genannt werden, könnte man nämlich 
denken, dass der Seeheld, als er beim Chabinus vorüber war, zu 
den Debai kam. Der Text des Photius nöthigt uns nicht zu dieser 
Auffassung, wir können daher die Sache zurecht legen wie folgt: die 
ägyptischen Schiffe, deren Ziel die Goldküste war, hielten bis 
Isius mons (Ras Roway, Br. 21 °0') die africanische Küste in Sicht, 
von hier lenkten sie ihren Gurs mehr gegen Osten und suchten den 
Gabal alaswad, den mächtigsten Berg in jenem Theile der arabi- 
schen Küste ansichtig zu werden, auf diesen steuerten sie zu, weil 
Dzahabän an dessen Fuss liegt. Unter Ghabinus meint Aristo sicher- 
lich diese Landmarke. Ghabinus mag von Ganb, dem Namen des 
Volkes, das ihn bewohnt, herkommen. Auch Aristo war bald, nach- 
dem er Charmothas verlassen hatte, nach der africanischen Küste 
zurückgekehrt und hat sich dann auf der beschriebenen Route wieder 
Arabien genähert. Aus der Adm. K. geht hervor, dass die hervor- 
ragendste Spitze des Gabal alaswad, welche als high peak bezeichnet 



42 

wird und ganz eigentlich die Landmarke bildet, in Br. 18° 2', L. 41° 56', 
also etwa 12' OSO von Dzahabän liege, und dass wer der Küste folgt 
zuerst den Seehafen und dann die Spitze passire, die für ihn erst spät 
sichtbar wird und nicht den Werth einer Landmarke hat. Aristo's Auf- 
merksamkeit aber, weil er nicht der Küste entlang steuerte, war zuerst 
auf die Landmarke gelenkt, und desswegen erwähnt er sie vor dem 
Hafen. Der lange Küstenstrich nördlich von Dzahabän war also dem 
Aristo, wie auch den ägyptischen Handelsschiffen unbekannt, und da 
demPtolemaeus keine Angaben über die Entfernung zwischen Kentos und 
Thebae vorlagen, musste er die Breite des letzteren nach dem Winkel 
mit dem Meridian bestimmen, welchen die Schiffe von Isius Mons 
dahin beschrieben, und diesen hat er viel zu sehr einem rechten genähert. 

42. IloXußiou (vvisoc), 67° 40', 21° 40' (A.B. C. N.; VADFOx. 
Latt.; 67° 20' Vvulgo; 20° 40' W.; 20° 20' Vvulgo), ist eine Insel, 
welche als Wegweiser gegen den Ghabinus und in den Seehafen 
Dzahabän diente. Wenn Br. 21° 40' die richtige Leseart ist, so ist 
es das Gutna der Adm. K., Br. 18° 28', und wenn 20° 40' richtig 
ist, die Insel Mogid, Br. 18° 14'. 

43. KaTcraviTwv /top*. Die auf dieses Volk bezügliche Stelle 
des Agatharchides und die des Plinius werde ich in § 52 anführen; 
hier will ich die moslimischen Nachrichten mit Ptolemseus vergleichen. 
Die Ghassäniten sind ein Zweig der Azd ; weil die Ghassän lange 
vor Anfang des Isläm's nach Norden ausgewandert, andere Azdstämme 
aber zurückgeblieben waren, sagt Hd. 98: „Omm Gahdam ist die 
Grenzstadt zwischen den Kinäna und Azd." Zur Zeit des Ptolemseus 
würde man gesagt haben: „zwischen den Kinäna und Ghassän." 
Wo diese Grenze sei, ist in § 30 erläutert worden. Im äussersten 
Süden des Gebietes, welches Ptolemseus den Kassaniten anweist, ist der 
Wasserplatz Ghassän, wornach den arabischen Quellen zufolge das 
Volk den Namen hat. Hd. 127 und Ym. II, 817 sagen von diesem 
Wasser: Das Wädiy Bima ist heiss und enge. Es nimmt seinen 
Anfang in den Höhen Gahrän's (nicht Gomrän's) und im westlichen 
Theile Dzü-Ghaschrän's bis zum Wädiy al-Schigna hinab. Auf der 
rechten Seite empfängt es die Gewässer Alhän's, und dann die von 
Anis, und auf der linken die der nördlichen Abdachung von Garn' 
und Sarya, bis es Sahnän erreicht. Es bricht sich dann Bahn zwischen 
Goblän al- f Arkyya und Goblän Bayma und tritt bei Dzowäl in die 
Ebene hervor, und bewässert die Felder bis zum Meer. Am untern 
Laufe des Rima ist der Wasserplatz, der Ghassän geheissen wurde. 



43 

Niebuhr hat W. Räma in Br. 14° 32', dessen Eintritt in die Ebene 
dürfte aber in 14° 45' sein. Nach Nacr (bei Ym. II, 817) und 
Mas udy liegt das Dorf Rima (== Dzowäl?) und folglich auch Ghassän 
schon im Lande der al-Asch' ar (Elesari). Wollten wir Ghassän in 
Ptolemaeus' Karte eintragen , so müssten wir es zwischen die Breite 
Adedu's und Pudnu's, folglich an die Grenze zwischen den Kassanitse 
und den Elesari versetzen. 

Zu Anfang des Isläm's lebten die Ghassän im Haurän und dehnten 
sich bis gen Damascus aus. Sie hatten Könige, welche die byzan- 
tinische Oberherrlichkeit anerkannten. Die dynastische Familie hiess 
AI Gafna, ein Name, welcher bisweilen auf den ganzen Stamm aus- 
gedehnt wird. Nach einer im Journ. As. Soc. Bengal , Bd. XIX, 
S. 469 angestellten Berechnung wurde dieses Königreich etwa 400 Jahre 
n. Chr. errichtet. Es wähnten auch die Banü Qayla, d. h. die in 
Yathrib (Madyna) wohnenden Araber, welche im Islam den Namen 
Ancär annahmen, und die Ghoza a, deren Hauptort Tzahrän (Zaaram 
regia) war, den Stämmen der Ghassän anzugehören, vielleicht 
nur aus Eitelkeit. Schon bei der Dämmerung der moslimischen 
Geschichte finden wir den Ursprung und die Wanderungen der 
Ghassän in Fabeln gehüllt, welche sich an den Qorän anlehnen 
(vgl. § 376) und es wird uns schwer zu entscheiden, zu welcher 
Hauptabtheilung der Azd die Ghassän gehörten. Vielleicht enthält 
ein dem Hassan, einem Zeitgenossen des Mohammad, zugeschriebener 
Vers das Richtige; „Meinem Volke gehören die Gebirge al-Taud, 
unsern Stammbaum leiten wir von Azd ab und unser Wasserplatz 
ist Ghassän." Taud wird zwar in der Bedeutung ein grosser Berg 
gebraucht, ist aber der Eigenname des grössten Gebirgszuges Arabiens, 
der einige Stunden südlich von Makka anfängt und sich bis (Jana 
und darüber hinaus streckt. In den wildesten Höhen des nördlichen 
Theiles dieses Gebirges leben die Azd-Schanüa, und es scheint, dass 
sie der Dichter als den Urstamm der Ghassän, und auch anderer 
Azditen, wie Bagyla, Ghämid, Ghäfiq, Bäriq, welche in den Gebirgs- 
thälern blieben, ansieht. Wenn dieses richtig ist, und alle Stämme, 
welche die Genealogen zu den Azditen zählen, zu ein und derselben 
Race gehören, so gestaltete sich die Verbreitung dieses Gebirgs Volkes, 
wovon wir schon in alter Zeit einem Zweige am entgegengesetzten Pol 
Arabiens, in 'Oman begegnen, wie folgt: sie stiegen ein paar Jahr- 
hunderte v. Gh. in die Goldküste hinab und bemächtigten sich der- 
selben, nachdem, wie ich glaube, die Ghavila, d. h. Ghaulän, ein 



44 

Zweig der Qodhaa, einige Zeit daselbst geherrscht hatten. Hier 
gewöhnten sie sich an Handel und Schiffahrt. Auf ihren Seefahrten 
kamen sie auch nach 'Oman und gründeten dort eine Niederlassung 
und Dynastie. In arabischen Quellen finden wir nämlich auch hier 
Azditen und Mozün (vgl. § 161). Aber das Umgekehrte ist wahr- 
scheinlicher. Aus Mas udy lernen wir, dass die Seefahrer in 'Oman 
grossentheils aus Azditen bestanden. Diese mochten Niederlassungen 
an der Goldküste gegründet und die von ihnen civilisirten Auto- 
chthonen ihren Namen angenommen haben. In Folge einer Unart, 
welche ich in § 407 zur Sprache bringe, mochten sich im Verlaufe 
der Zeit auch die Gebirgsbewohner diesen Namen beigelegt haben. 
In diesem Falle wäre der Hergang derselbe, wie mit der Verbreitung 
der Qodhaa und der Sabaeer. Im vierten Jahrhunderte n. Chr., 
als die Erwerbsquellen Südarabiens versiegt waren, begab sich, wie 
gesagt, der wichtigste Zweig der Azd, die Ghassän, nach Norden. 

44. 'AWou *o>^, 72° 15', 17° 10' (W. A. B. G. N.; 70° 10', 
17° 30' Vvulgo), ist Ho'dayda in Br. 14° 47'. Unter der Voraus- 
setzung, dass Ptolemaeus einen ununterbrochenen Küstenbericht von 
Thebae bis Adedu , herrührend von ägyptischen Kaufleuten , welche 
von einem Hafen zum andern fuhren, um Handel zu treiben, vor 
sich hatte, mache ich vorerst den Versuch, die Positionen bloss mittelst 
der Distanzen zu bestimmen. Bei Ptolemaeus ist der Breitenunter- 
schied zwischen Thebae und Adedu 3° 50'; in Wirklichkeit beträgt 
er 3° 20'. Ptolemaeus hat also die Distanz um 23 /;>o vergrössert. 
Wenn die Vergrösserung gleichmässig vertheilt ist, so müssen, da 
die wahre Breite von Thebae 18° 7' ist, die Breiten lauten: 

Thebae 18° 7' statt 21° 0' ist Dzahabän Br. 18° 7' 

Baitii ostia 17° 50' statt 20° 40' 

Badeo 17° 28' statt 20° 15' ist Baysch in Br. 17° 27' 

Akme 16° 50' statt 19° 30' ist Michläf Hakam 16° 51' 

Mamale 15° 40' statt 18° 10' ist Lohayya* 15° 42' 

Adedu 14° 47' statt 17° 10' ist Hodayda 14° 47' 

45. 'Jbtpi fitim; 70° 40', 19° 30' (W.; 'A^ A. B. G. N. V.; 

19° 10' B. Vvulgo). Dieses ist der Seehafen, welchen Ibn Ghord. 
S. 113 Michläf-Hakam , die Grafschaft oder Feste der Hakamiten 
heisst, der aber gewöhnlich Gäzän genannt wird. Die Hakam sind 
die vorzüglichste Abtheilung des Stammes Sa'd al'aschyra, der von 
ihnen bewohnte Küstenstrich ist fünf Tagereisen lang (etwa von 



45 

Br. 17° 50' bis 14° 30') und umfasst den fruchtbarsten Theil des 
Tihäma, und mehrere einst wichtige Städte, die aber nicht alle 
von Hakamiten bewohnt sind. Die Hauptstadt der Hakam war einst 
al-Chacüf, das auch einfach Madynat-Hakam genannt wird, und dessen 
Stelle jetzt Abü-'Arysch vertritt. Der Umstand, dass schon Ptole- 
maeus Akme erwähnt, welches deutlich von Hakam kommt, beweist, 
dass die Hakam schon damals diese Küste bewohnten; die Ghassän 
übten aber die Suprematie, und die Küste wurde desswegen nach 
ihnen benannt. Steph. 203 erwähnt: Achomai und Achomeni, ein 
Volk des Glücklichen Arabiens, welches Uranius in lib. EH. namhaft 
macht. Er scheint die Hakam zu meinen. 

46. 'Ispobccüv (vyjsos), 69° 30', 19° 0' (W. A. B. G. N.). Der 
Habichtsinsel der Griechen entspricht die Rabeninsel, Gazyrat-alghoräb, 
17° 6', oder die ganz nahe dabei liegende Therän. Bestimmend für 
die Position derselben dürfte dem Ptolemaeus die Navigationsregel ge- 
wesen sein : wenn du in den Hafen Akme einlaufen willst, lässt du die 
Habichtsinsel rechts liegen und steuerst gegen Osten. Zägh ist ein Rabe, 
und wenn man die Insel auch Abu (oder Bä-) z-zägh ; Vater der Raben, 
hiess, so kann daraus Basag (Plin. VI, 28, § 151) entstanden sein. 

47. Mapk *top), 71° 45', 18° 10' (W. A. B. G. N.), entspricht 
der Lage nach Lohaya, dem Laute nach mamlaha, Saline, von müh, 
Salz. Niebuhr, S. 200, sagt: pres de Loheia est une montagne, ou 
plutöt une colline nommee Koscha, d'oü Ton tire de bon sei. Dieses 
ist also die Ursache, warum man auch den Hafen Mamala hiess. 

48. Baiösw ßadfteiov, 70° 0', 20° 15' (A. BarW W. B. G. N. ; 
Ba&sov Vvulgo). Stephanus kennt ein Badis oder Badeos. Lautlich 
entspricht Baitheo Baydh, der Lage nach aber 'Aththar oder 'Athr; 
auch Baysch genannt. f Aththar ist eigentlich der Name des Districtes. 
Hd. 211: 'Aththar ist ein glorreicher Küstenstrich; er umfasst die 
Stadt Baysch, das üppige Ackerland Abräq (Abrän?) und die Wädies 
al-Amän, W. Baysch, W. 'Itwad (Adm. K. Etwid 17° 34'), W. Baydh, 
W. Raym und W. 'Aramram, W. Onayf (Var. Zonayf), W. ' Amüd, 
in welchen Chauläniten, Kinäniten und Azditen wohnen (d. h. es 
ist an der Grenze). Ein von Ym. III, 615 reproducirter Bericht gibt 
diesem Districte in Bezug auf die momentane administrative Ein- 
theilung eine viel grössere Ausdehnung, nämlich von al-Sarha bis 
Haly, Br. 18° 36', eine Strecke von sieben Tagen Länge und zwei 
Tagen Breite; und er besagt, dass der Zehent jährlich 50,000 Dynär 
eintrug. Es ist klar, dass 'Aththar mit seiner Hauptstadt Baysch 



46 

Raum und Mittel für einen verhältnissmässig mächtigen Fürsten bot, 
Von der Stadt 'Aththar = Baysch berichtet Hd. 97 , dass sie ein 
belebter Handelsplatz sei. In Bezug auf die Lage , worüber ich in 
modernen Nachrichten nichts Zuverlässiges finde, geht aus Hd. 82 
hervor, dass er es sich 40' nördlich von Chacüf (bei Gäzän) dachte, 
also, da die Breite von Gäzän 16° 51' ist, etwa inBr. 17° 30'. Zur 
Orientirung schalte ich zwei Itinerare, von Süden nach Norden ein 

al-Chacüf al-Sarha l ) 



al-Hagar al- f Arsch 

l v , ) 

1 I 

'Athr 

Baydh 

Zonayf (Var. Onayf) 

Dhankän 

al-Maq ad (Var. al-Ma qad) 

Halyy (Br. 18° 37'). 

49. Bamou woTapO bßoUl', 69° 30', 20° 40' (W. A. B. G. N. ; 
69° 50', 20° 20' Vvulgo). 

AI Tuyiyal tou -otoc^ou, 76° 0', 24° 30' (W. A. B. N. ; 27° 30' C). 

Aus dem § 44 erhellt, dass die Mündung des Baitios in Breite 
17° 5iy zu suchen sei, und aus dem Itinerar in § 48, dass Baydh, 
eine Stadt, welche ihren Namen vom Wädiy, in welchem sie liegt, 
erhalten hat, ungefähr in derselben Breite liegt. Der Baitius ent- 
spricht also dem Wädiy Baydh, und vielleicht markirte es damals 
wirklich die Grenze. Das Wädiy Baydh ist aher höchst unbedeutend 
und reicht wahrscheinlich nur ein paar Stunden in das Gebirg hinein, 



') Die Lesearfc schwankte schon zu Ym.'s Zeit zwischen al-Sarhia und al- 
Scharga. Wenn es nicht zwei Orte Namens al-Scharga an dieser Küste gegeben 
hat, so ist für diesen Ort die Leseart al-Sarha dadurch festgestellt, dass Niebuhr 
al-Scharga in Br. 13° 59', drei Stunden Ton Zabyd, gefunden hat. 



47 

der Baitius aber wird beinahe hundert deutsche Meilen lang gezeichnet. 
Ich denke daher, dass Ptolemaeus, welches Wädiy er immer meinen 
mag, dem Baitius das zuschrieb, was vom W. Baysch , wovon die 
gleichnamige Stadt ihren Namen hat, erzählt wurde. Da ich das 
Wädiy Baysch für den biblischen Pischon halte und auf dasselbe 
zurückkommen werde, so theile ich hier einiges aus Hamdäny dar- 
über mit. Es nimmt seinen Anfang bei dem nicht weit von Qa da 
entfernten Qaywän, nimmt die Gewässer des schon zum Tieflande 
gehörigen Gebietes der Bänü 'Amir und von Dafä, also überhaupt 
der nördlichen Abdachung Chaulän's auf, an der rechten Seite empfängt 
es die der südlichen Abdachung von Ganbitis, und trennt somit dieses 
Land von Ghaulän; das Stromgebiet ist zwar höchstens 15 d. M. 
lang, aber in nicht sehr grosser Entfernung davon, jenseits des Ge- 
birges, ist das sehr bedeutende W. Byscha. Dieses nimmt seinen 
Anfang bei Gorasch (ungefähr in Br. 18° 0'), läuft vier Tagereisen 
gegen Norden und empfängt neue Zuflüsse vom Sarätgebirge. In 
diesem Laufe bespült es mehrere Stationen der Weihrauchstrasse, 
als : Byscha- Yaqtzän , Targ und Tobäla, dann wendet es sich gegen 
NO gegen Nagd hin, und versickert im Sand. Byscha und Baysch 
werden nun oft untereinander verwechselt ; so wird Dzahabän sonder- 
barerweise auch Byscha-' Abbäs, d. h. das Byscha der Banü 'Abbäs 
b. Mälik b. ' Amr, eines Kinänastammes , geheissen , und Ibn Ghord. 
S. 113 schreibt statt Byscha-' Abbäs gar Byscha- Yaqtzän. Hd. bemerkt, 
dass die Dichter von den Löwen Byscha's erzählen , obschon es dort 
keine Löwen gibt. Zu ihrer Rechtfertignng fügt er bei: Vielleicht 
sagten sie Bayscha und nicht Byscha, und ist dieses eine poetische 
Licenz für Baysch, denn in Baysch und dem benachbarten 'Itwad 
sind Löwen häufig. Doch diese wohlwollende Erklärung fällt dahin, 
weil sie häufig, wenn sie von diesen furchtbaren Thieren sprechen, mit 
Byscha die benachbarten Orte Targ und Tobäla verbinden, wo auch 
keine Löwen sind. Wenn die Eingeborenen Baysch und Byscha 
mit einander verwechseln, können wir es Ausländern nicht übel 
nehmen, wenn sie in denselben Fehler verfielen und den ihnen durch 
Berichte der Seefahrer bekannten Goldfluss Baysch für eine Fort- 
setzung des Byscha hielten, von dem die Wanderer längs der Weih- 
rauchstrasse zu erzählen wussten. 

50. Die Fontes Baitii entsprechen sowohl in Bezug auf den Zames 
mons als auch in Bezug auf Gorda (Garad in Qacjm, § 264), beson- 
ders, wenn für letzteres Br. 24° 20' die richtige Leseart ist, dem 



48 

Wädiy Roma. Von diesem Wädiy, welches den charakteristischsten 
Zug in der Physiognomie des Nagd, — centralarabischen Hoch- 
landes — bildet, hat man Begriffe, die nicht wahr sein können. Der 
Stamm dieses Wädiy (das Batn Romma) besteht in einer Boden- 
senkung, welche man sich in der beiliegenden Karte von Gorda, in 
den modernen Karten von Borayda und Umgebung, kaum merklich 
gegen Westen sich hebend denken muss. Die Ausdehnung von Westen 
nach Osten bildet die Länge der Senkung und beträgt mehrere Tage- 
reisen. Die Breite beträgt zwischen den zwei Hügeln Abän, wo sie am 
geringsten ist, 2' bis 3' und westlich davon eine Tagereise. Das 
ist ein weites Flussbett, und die Platzregen müssen wohl hie und 
da Furchen gegraben haben, aber ein Fluss in unserm Sinne des 
Wortes ist das Wädiy Roma nicht , sondern eine trostlose sandige, 
steinige Ebene, mit sehr wenigen Dörfern und nur dürftigen Weide- 
plätzen, doch unter dem Sand und Gerolle sickert durch dasselbe 
eine recht bedeutende Wassermasse der Provinz Qacvm mit der 
ehemaligen Hauptstadt Garad (Gorda) zu und bewirkt ihre Frucht- 
barkeit und auch ihr ungesundes Klima. Das Grundwasser nämlich 
ist dort sehr oberflächlich und tritt auch hie und da zu Tag. Oestlich 
von Qacym sind Sanddünen und noch weiter nordöstlich von ihnen 
ist von vulcanischer Thätigkeit stark aufgewühlter felsiger Boden. 
Die Masse des Grundwassers, welche sich besonders nach Platzregen 
im Boden von Qacjm sammelt, muss in Anbetracht der Ausdehnung 
der dahin abdachenden Regionen sehr gross angenommen werden, 
und doch bildet sie weder einen See, noch findet sie einen sichtbaren 
Ausweg. Es müssen also in Folge der erwähnten vulcanischen 
Thätigkeit unter dem harten Boden (unter den Sanddünen ist das 
nicht nöthig) unterirdische Wege bis in den Persischen Golf ent- 
standen sein. Es wäre interessant zu wissen, ob man irgendwo 
Bachgeschiebe, Spuren eines ehemaligen Flusses findet. Ich kehre 
zum Stamm des Wädiy zurück. Rechts (südlich) davon erhebt sich 
allmählig der Nagd im engern, ursprünglichen Sinne des Wortes, in 
einer Ausdehnung von neun oder zehn Tagereisen und dacht dahin 
ab. Der Nagd ist grossentheils hügelig. Die Wädies, welche dadurch 
entstehen, und unter denen das ausgedehnte System des Scharabba 
und Garyb hervorzuheben sind, fallen in das W. Roma und führen 
ihm somit fast alles Wasser des Nagd zu. Geht man den Roma 
hinauf bis Hägir, einer Pilgerstation, so hat man links und rechts 
eine niedrige Gebirgskette vor sich, welche vom Schammargebirge 



49 

in der Richtung von Madyna hinläuft und den Nagd gegen NW 
hin einsäumt. Aus Wallin, der übrigens nicht wusste, dass die 
Ebene, die er kreuzte, der berühmte Roma sei, lernen wir, dass 
diese Gebirgskette vom Roma durchbrochen werde. Einige Geographen 
rechnen diesen weiten Pass zum Roma, welcher sich nach ihrer An- 
sicht jenseits des Passes über die offene Wüste gegen Chaybar hin 
ausdehnt; andere betrachten das äusserste Wädiysystem des Nagd, 
innerhalb des Gebirgszuges, als den von SW kommenden Anfang 
des Roma. Diese Ansicht hat Kiepert adoptirt. Rechts vom 
Stamme des Roma steigt das Land ebenfalls, doch empfängt er von 
hier wenige Zuflüsse, denn südöstlich vom Schammargebirge dacht 
das Land im selben Sinne wie der Roma ab. Der bedeutendste Zu- 
fluss von dieser Seite ist das W. Thalabüt, welches von der Schammar- 
region herkömmt. Um einen Begriff zu geben, wie es mit diesen 
„Flüssen" stehe, sei erwähnt, dass die Einmündung des Thalabüt 
in den Roma durch den Brunnen Holwa bezeichnet wird. Immer- 
hin fliessen bisweilen reissende Wildbäche durch diese Wädies, und 
es mag auch Stellen geben, wo selbst bei trockenem Wetter Wasser 
zu Tage tritt. 

Abgesehen von der Verwechselung des Baydh und Baysch besteht 
der Baitius aus drei Wädies — dem Baysch, Byscha und Roma — 
welche in verschiedenen Richtungen laufen und durch Höhen und 
Wüsten von enormer Ausdehnung von einander getrennt sind. 



V. Excursus über Ophir. 

51. Der Baysch, oder, mit der Nünation gesprochen, Bayschon, 
ist nach meiner Ueberzeugung der biblische Pischon. Der Pischon 
wird unter den vier Paradiesflüssen zuerst genannt, weil der wichtigste. 
Diese Flüsse aber sind sehr verschieden von andern Gewässern ; sie 
bilden ursprünglich Einen Strom und bewässern Eden, dann theilen 
sie sich und fliessen unter dem Boden ihren ausserparadiesischen 
Quellen zu. Dieser Gedanke , welcher unter den Arabern immer 
lebte, wird von Gähitz auf den Nil angewendet; er hält ihn 
für eine Wiedergeburt des Indus, der, nachdem er sich in das 
Meer ergossen, mit all seinen Alligatoren und Fischen seinen 
Weg nach Africa nimmt. Wir finden diesen Glauben schon früh 

4 



50 

in Südarabien. Plinius VI, 28, § 159 berichtet, dass die Araber 
einen Fluss ihres Landes für den wiederaufgetanchten Euphrates 
halten (flumen, per quod Euphratem emergere putant). Er meint den 
Ghärid, welchen die Karawanen, die den Weihrauch nach Norden 
brachten, überschreiten mussten. Zwar hat selbst Eratosthenes eine 
ähnliche Theorie ausgesprochen; er glaubte, dass die babylonischen 
Sümpfe Wasser nach Rhinokolura bei Aegypten schicken, um dort 
Sümpfe und Seen zu bilden. Doch ist der Einfall von der Wieder- 
geburt von Flüssen mit all' ihrer Individualität so originell, dass er 
schwerlich in mehreren Ländern zugleich entstanden ist. Ich halte ihn 
für arabischen Ursprungs, weil dort, wie wir aus §§ 317, 365, 50 
ersehen, Erscheinungen beobachtet werden, welche dazu einladen; 
dann auch weil wir ihn zuerst in Arabien als locale Ansicht nach- 
weisen können. Die Sage vom Paradiesstrom ist zwar älter als 
der erwähnte Bericht des Plinius, aber es leitet kein einziger syrischer 
Fluss, wie etwa der Jordan, seinen Ursprung davon ab, wess wegen 
die Sage nicht als eine locale, aus dem Boden herausgewachsene, 
bezeichnet werden kann. Ich will damit weder behaupten noch in 
Abrede stellen, dass die Araber schon den Ursprung des Baysch in 
das Paradies versetzten, und die Hebräer diesen Theil der Legende 
von ihnen entlehnten. In der Sage, wie sie uns vorliegt, wird 
Pischon und nicht Payschon geschrieben, und er wird dem Tigris 
an die Seite gesetzt. Daraus schliessen wir, dass man auch in 
Jerusalem den Baysch und Byscha als nur einen Fluss ansah, und 
ihn, den Goldfluss, nicht nur für gesegnet, sondern auch für viel 
grösser hielt, als er ist. Ferner fällt es auf, dass Joktän in der 
Bibel für den Stammvater aller Südaraber angesehen wird. In Arabien 
finden wir diesen Namen nur in Byscha-Yaqtzän. So heisst eine 
sehr wichtige, in W. Byscha gelegene Station der Weihrauchstrasse, 
und der Name bedeutet das Byscha oder Mescha (b und m ver- 
wechselt, vgl. 235; über Mescha siehe §399) der Yaktzäniten. Ich 
stelle mir also die Sache so vor : die Weihrauchkarawanen brachten die 
Kunde von W. Byscha und dem Stamm Yaktzän nach Syrien : dann 
wurden die Seeleute des Salomon mit dem W. Baysch bekannt. In 
der Folge wurden beide vereiniget und so der Pischon geschaffen, 
und eventuell der am Paradiesflusse lebende Stamm Yaktzän zum 
Urvolke Südarabiens erhoben. 

Der Pischon, heisst es in'Genesis, umfliesst das Land Ghavila. 
Wir haben gesehen, dass der Baysch das Qodhaititische Ghaulän 



51 



von Ganbitis trennt und beinahe mit der Grenze zwischen Yaman 
und Higäz zusammenfällt. Wir werden also, wie schon Niebuhr 
gethan hat, Chaulän mit Ghavila identificiren. Die Identification ist 
durch Gen. 3, 11 zu erweisen : „Ghavila, woselbst das Gold ist. Und 
das Gold von Ghavila ist gut ; daselbst findet man Bdolach und den 
Schohamstein (Onyx)." Wir haben nun zu untersuchen, ob man 
diese Producte in Ghaulän finde. 

52. Die Goldküste fing nach griechischen Quellen bei Dzahabän 
an. Das Land der Debai, behaupten sie, wird durch einen Fluss 
durchschnitten, der so viel Goldstaub führte, dass der Sand röthlich 
schillerte (Agath. § 95). Strabo fährt nach Erwähnung dieses Flusses 
fort: die übrigen Namen der Völker nenne ich nicht wegen ihrer 
Unberühmtheit, zugleich auch wegen der Widerlichkeit ihrer Aus- 
sprache. Diesen sich anschliessend , folgen sanftere, ein milderes 
Land bewohnende Menschen; denn es ist wasserreich und aller- 
giebig. Auch gegrabenes Gold gibt's bei ihnen, nicht als Sand, 
sondern als Goldstückchen (nuggets), welche nicht vieler Reini- 
gung bedürfen, und deren kleinste die Grösse eines Nusskerns, 
die mittlem eines Mispels, die grössten einer Wallnuss haben. 
Diese durchbohrend und wechselweise mit durchsichtigen Steinen 
auf Fäden reihend, verfertigen sie Schmuckschnüre, welche sie 
um den Hals und die Handknöchel binden (weiter unten, § 56, 
werden wir sehen , dass sie auch solide Knöchelringe machten). 
Sie verkaufen auch das Gold ihren Nachbarn wohlfeil, indem sie 
für Kupfer das Dreifache, das Doppelte für Eisen geben, sowohl 
wegen Unerfahrenheit der Bearbeitung, als wegen Seltenheit der 
eingetauschten Metalle, deren Gebrauch für die Lebensbedürfnisse 
notwendiger ist. 

Die sanftem Völker sind die Südaraber, im Gegensatz zu den 
wilden Kinäna. Nach Agath. § 96 sind ihre Namen Alilaei und 
Gasandes (bei Photius Gassandres). Die Letztern sind die Kassanitse 
des Ptolemaeus (vgl. § 43). Ueber die Alilaeer lassen sich nur un- 
befriedigende Vermuthungen aufstellen. Agath. §97 fährt fort: daran 
grenzen die Karben; sie leben im Festlande und auf sie folgt ein 
tiefer Seehafen, in welchen sich viele Quellen ergiessen. An diese 
grenzen die Sabseer. Der tiefe Seehafen ist die 15' tiefe, sehr geschützte 
Bucht Gose Abusabah der Adm. K. (Eingang Br. 17°), vorausgesetzt, 
dass sie damals noch nicht versandet war. An derselben liegt 'Arsch, 
wovon die Arsi des Plin. VI, 28, § 155 ihren Namen haben mögen. 



52 

Auch Plin. VI, 28, § 150 erwähnt die Goldküste, und zwar nach 
einem ganz andern Berichterstatter (Juba ?) : Deinde Clari (Var. Glari) '), 
litus Hammseum (Var. Mammaeum) ubi auri metalla, regio Canauna, 
gentes Apitaini, Gasani (Var. Gasani), insula Devade, fons Goralus, 
Garphati. Qanünä ist der Name eines in das Meer laufenden Wädiy, 
wonach auch die Stadt, die in der Karte Cumfida, Br. 19° 8', heisst, 
so genannt wurde. Plinius scheint der Regio Canauna eine sehr 
weite Ausdehnung zu geben, wahrscheinlich bis Haly, Br. 18° 36'. 
Die Gasani sind deutlich die Ghassän, und die Apitami nehmen hier 
dieselbe Stelle ein , wie bei Agatharchides die Alilaei und sind mir 
ebenso unerklärlich. Das Litus Hammseum ist die Küste Hamidha, 
welche ihren Namen von einem Kodommol gegenüberliegenden Städt- 
chen hat, Sie reicht nach Hd. 94, 211 von 'Athr im Lande der 
Ghassän bis zur Küste Sirrayn. Dieses ist also die Küste, wo die 
Goldbergwerke waren. Die Garphati (Karbai des Agath.) sind die 
Ghaulänitischen Hochländer, denn Hd. 124 sagt: das Gebirgsland 
von Ghaulän wird al-Qarfä genannt. 

53. Arabien war im Alterthum und noch im Mittelalter wegen 
seines Goldreichthums sprüchwörtlich; so gebraucht William, der 
Biograph des Thomas a Becket, die Redetigur: Arabien schickt uns 
Gold. Ist alles das nur Dichtung oder war Arabien wirklich das 
Californien des Alterthumes, und namentlich das nur 500' von Bere- 
nike entfernte Dzahabän der Hafen, wo man Gold eintauschte ? Hd. 267 
überschreibt ein Capitel ,, Minen von Yamäma und Diyär-Raby a, 
welches gegenwärtig die 'Oqayl b. Ka b bewohnen", und er zählt 
darin eine Silber- und eine Kupfermine (beide bei Schamäm, vgl. 
Hd. 260) und fünf Goldminen auf, als : 1) al-Hasan, eine reichliche Gold- 
mine. AI-Hasan ist wahrscheinlich nicht verschieden von Ahsan, 
wovon Ym. I, 1^9 sagt: es ist ein Dorf zwischen Yamäma und 
Himä-Dharyya , wird wegen seiner Goldmine auch Madin-al- Ahsan 
geheissen und gehört dem Kiläbstamme Abü-Bakr. Es hegt an der 
rechten Yamämastrasse. 2) die Goldmine von al-Hofayr in der 
Gegend von 'Amäya. 3) die Goldmine der Thanyya (Byna?) des 
Bähiliten Ibn leam (vgl. Hd. 260). 4) die Goldmine von Tiyäs 



*) Wenn Clari für Clabi steht, können es die Banü Kolayb (sprich Kleb) 
sein. Ihre Wohnsitze waren zu Hamdany's Zeit auf dem Berge Matraf bei 
'Adanwa (vgl. § 55), also ganz nahe bei den Goldminen al-Qofä'a. An der 
Küste vermag ich keine Niederlassung derselben nachzuweisen ; sie können sich 
aber durch Goldhandel oder Minenbau dahin verbreitet haben. 



53 

(über dessen Lage siehe § 373). 5) Die Mine von 'Aqyq; diese liegt 
im Gebiete der 'Oqayl (nicht weit von Byscha-Yaqtzan, vgl. Ym. II, 
826) und ist die ergiebigste in ganz Arabien; im Bezug auf dieselbe 
sagte der Prophet: das Land der 'Oqayl regnet Gold. Ausserdem 
erwähnt Hd. sechs Minen ohne Angabe des Metalles, das sie liefern : 
1) al-Dhobayb; 2) al-'Ausaga; 3) die Mine an der Makka-Baghdäd- 
strasse zwischen 'Omaq und Ofay'ya (ist wohl dieselbe wie Nr. 6); 
4) die Mine von Byscha; 5) die Mine von al-Hogayra; 6) die Mine 
der Banü Solaym. Von Letzterer behaupten Einige, dass es eine 
Silber-, Andere, dass es eine Eisenmine war; die übrigen dürften 
Goldminen gewesen sein. Wollte man den Ertrag der Minen von 
'Aqyq, Byscha und al-Hogayra an einen Seehafen bringen, um dafür 
andere Artikel einzutauschen, so hatte Dzahabän die günstigste Lage 
für diesen Zweck. Die Minen von al-Hasan, al-'Ausaga und andere 
liegen an oder nahe bei dem Landwege vom Persischen Meerbusen 
nach Syrien, und folglich innerhalb des Handelsgebietes der Raemiten. 
Nach Ezech. 27, 22 verkauften diese in Tyrus Gold. "Wir dürfen 
annehmen, dass sie es im Nagd auf dem Durchmarsche einhandelten. 
54. Hd. beschränkt sich auf die Aufzählung der Minen des 
Nagd und selbst da ist er nicht vollständig : auch bei Thachb , im 
Gebiete der Kiläb, fand man Gold und weissen 'Aqyq , d. h. Agat, 
Ym. I, 920; es gab eine Goldmine zu Hillyt im Himä- Dharyya, 
Ym. II , 324; eine andere zu Ghazba, welche aber möglicherweise 
dieselbe ist, wie die von 'Aqyq, Ym. II, 436; eine zu al-'Ycän 
(ob eine Goldmine, ist zweifelhaft), Ym. III, 753; und eine zuNäcj'a, 
zwischen Yamäma und Makka, Yd. (d. h. Maräcjd) III, 190. Moqad- 
dasy erwähnt auch eine Goldmine zwischen Yanbo' und Marwa, und 
YVqüby S. 103 eine zu Qaschm bei Tathlyth. Diese Liste Hesse 
sich vermehren, ich bin aber aus arabischen Quellen den Beweis 
schuldig, nicht dass in Arabien überhaupt, sondern dass im Litus 
Hammseum und in Chaulän Gold gewonnen worden ist. Leider ist 
in Hd.'s Geographie kein Gapitel über die Goldminen Yaman's, ob- 
schon sonst das Buch ganz besonders der Beschreibung dieses Landes 
gewidmet ist. Vielleicht hat er über diesen. Gegenstand ausführlich 
im Iklyl berichtet. Ich bin genöthigt, mich mit zufälligen Notizen 
zu behelfen. S. 211 sagt Hd. : In Dhankän ist eine ergiebige Mine 
und das Tibr (metallische, ungeschmolzene Gold) ist nicht schlecht 
(ein Ausdruck für vortrefflich). Das Dhankän der arabischen Geo- 
graphen liegt etwa zwei Stunden südlich von Dzahabän, und drei 



54 

nördlich von Hamidha, also sicherlich an der Hammaeischen Küste, 
und ist nicht zu verwechseln mit Niebuhr's Sancan. In Dhankän 
dürfte der Goldfluss des Agatharchides gewesen sein. Yaqüby 103 
zählt unter den Dependenzen des Regierungsbezirkes Makka sechs 
Orte auf und sagt am Ende: „dieses ist die Meeresküste". Der 
erste dieser Orte kann 'Asaf gelesen werden, es ist aber Hd.'s 
(S. 211) *£& bei Halyy ; der zweite Baysch und der vorletzte 'Athr. 
Der erste hat den Beisatz eine „Goldmine". 

Wir haben die Grenze Chaulän's erreicht; in Ghaulän selbst 
haben wir jedoch noch keine Goldmine nachgewiesen. Ym. I, 790: 
„Baysch ist eine der Grafschaften Yaman's, in derselben sind eine 
Anzahl Minen." Baysch ist eigentlich ein Wädiy (der Pischon), und 
in demselben ist eine Stadt, die man wegen der häufigen Winde 
Abu Toräb, Vater des Staubes, Staubheim, heisst. Zwar wird nicht 
ausdrücklich gesagt: Goldmmen, und wahrscheinlich meint der Be- 
richterstatter verlassene Minen. Da aber unter Madin, Mine, ohne 
Beisatz, die Araber meistens Goldminen meinen, dürfen wir voraus- 
setzen, dass daselbst alte Bohrungen nach Gold sind. Um sich in 
der Geographie dieser Gegend zurechtzufinden, suche man in Nieb. 
K. Attuie Br. 17° 36' (= El Etwid der Adm. K. ; man spricht auch 
'Itwad). Mahall Aby Toräb, eigentlich al-Räha geheissen, ist etwa 
vier Stunden nördlich davon, also auf demselben Flecke, wo in Nieb. K. 
des Rothen Meeres Dsjäbbel Nakäb, der Knappenberg, steht. Eine 
Anspielung auf Bergwerke mag auch der Name al-Qayn (Metall- 
arbeiter) enthalten. Ym. IV , 219 : al-Qayn ist eine zu ' Aththar 
gehörige Stadt ; sie liegt nördlich von Aththar , am Anfange von 
Yaman. Diese Angabe ist nicht präcis genug, die Lage genau 
festzusetzen, doch muss al-Qayn in nächster Nähe von Staubheim 
liegen. Streng genommen, gehören auch diese Minen nicht zu Chaulän, 
doch nimmt man es in der Abgrenzung nicht so genau, so schliesst 
selbst Hd. 202 diese Küste in Ghaulän ein: das Tiefland der Ghau- 
läniten dringt in den Küstenstrich von Abrän (in der Nähe von 
Baysch, Hd. 125) und von Omm Gahdam ein. 

55. Im eigentlichen Ghaulän ist der Fundort des in 2. Chron. 
3, 6 erwähnten Goldes von Parwaim. Bei den Arabern heisst dieser 
Ort Farwa, und von der etwa eine Stunde davon entfernten Mine 
berichtet Ym. IV, 147: al-Qofaa ist in der Gegend von Qada, näher 
bestimmt im Lande der Ghaulän in Yaman. Es wird von den Banü 
Mamar b. Zorära b. Ghaulän bewohnt und daselbst ist eine Gold- 



öo 



mine. Der Text des Hd. 201 ist verdorben und lässt sich lesen : 
„al-Foqa a (sie !) ist ein Marktplatz, (dort ist) die Mine Lahra", oder 
auch „al-Foqa a ist ein Marktplatz und eine Mine der Horra"; die 
Lage Farwa's und der Mine lässt sich ziemlich genau bestimmen. 
Hd. 82 bemerkt, dass al-Chacüf und Qa da in derselben Breite, näm- 
lich 16° 35' liegen (wahre Breite 16° 30'). Chacüf liegt am Golb 
und wird daher von Niebuhr nach dem Flusse Gholöb genannt. 
Wir gehen riun thalaufwärts , und finden zu oberst dicht an der 
Wasserscheide al-Qofa a und al-Bär '). Ein anderer Zweig des Golb 
kommt von Ras Golb bei al-Qadd im Hochgebirge Chaulän's (Hd. 130). 
Ueberschreiten wir die Wasserscheide und gehen auf die östliche 
Abdachung über, so gelangen wir in das Stromgebiet des W. Nagrän. 
Hd. 148—149 : „In dasselbe (W. Nagrän) fällt der Wildbach, welcher 
das Regenwasser des Landes westlich von Qa'da abführt, nämlich 
das Wasser von 'Aläf, al- Boq'a, Schfb-Yr, al-Hadäyiq, Farwa, 
No'män, Afqyn und al-Asläf, dann nach al-Faydh, dann nach al- 
Qahn — dann .... dann nach Qada fliesst (und von dort seinen 
Lauf nach dem Land Nagrän fortsetzt)." Hd. 200: Nomän, al-Maufir 
und Farwa sind ein Land mit einem Wildbache und Brunnen, aber 
ohne fliessendes Wasser, ausgenommen in al- f Oschscha undal-Batna, 
wo Bäche sind. Farwa und al-Qofa a liegen also in der geraden 
Linie, welche al-Chacüf mit Gada verbindet, und etwa 20 deutsche 
Meilen lang ist. Der erstere Ort hegt ganz weit oben in der östli- 
chen, der andere zu oberst in der westlichen Abdachung ; es ist näm- 
lich zu bemerken, dass Hamdany's Wädies, Flüsse, mit der Wasser- 
scheide anfangen, gleichviel ob daselbst Quellen sind oder nicht. 
Die Entfernung zwischen beiden beträgt vielleicht nicht mehr als 
eine Stunde. Wenn nun in Farwa selbst auch keine Minen waren, 
so konnte das Gold von al-Qofa a mit Fug das von Farwa genannt 
werden. 

Ich muss noch die Goldwäschereien in Qirwäh erwähnen, die 
wir aus Halevy als noch in Betrieb befindlich kennen. Qirwäh 
war eine Burg, wovon ein Theil zu Hamdany's Zeit noch stand, die 

In heidnischen Zeiten befand sich in al-Bär ein Heiligthum. Ibn Chord. 
erwähnt das damalige Michläf (Grafschaft) „Dzü Sohaym und 'Adanwa" und 
sagt: in demselben ist der Robä (Hügel) al-När (lies al-Bär), welchen die Be- 
wohner Yaman's anbeteten. Das hier erwähnte 'Adanwa liegt nach Hd. 124 
zuoberst eines Zuflusses zum Maur, welcher Zufluss nahe bei der Wasserscheide 
zwischen dem Golb und W. Nagrän seinen Ursprung hat und nach S oder 
SW läuft. 



56 

sich aber, wie er bemerkt, mit andern alten Bauten nicht messen 
konnte. Sie liegt in Chaulän, aber in Ober-Chaulän, doch wird sie 
merkwürdiger Weise im Iklyl S. 37 und Ym. II, 383 mit den 
Qodhaitischen Ghauläniten (Ghavila) in Verbindung gebracht. Sad 
(im Iklyl: As' ad) b. Chaulän soll, nachdem er Märib (sage Sarw, 
vgl. §§ 404 ff.) verlassen hatte, in dieser Burg residirt haben» Von 
hier, wie es scheint, sind dann die Qodha itischen Chaulän nach dem 
Michläf Qada gezogen. Diese Nachricht greift so weit zurück, dass 
sie nur in dem Fall Werth hätte, wenn sie sich in letzter Linie 
nicht auf den Vers eines verhältnissmässig neuen Dichters, sondern 
auf eine Inschrift in Qirwäh, in welcher der Name dieses Sad vor- 
kömmt, gründete, was möglich ist. Wir könnten dann Qirwäh als 
eine Etape der Ghavila auf dem Wege nach ihren spätem Wohn- 
sitzen in Michläf Qa da betrachten, und annehmen, dass sie es waren, 
welche dem Lande Ober-Chaulän ihren Namen gaben, welchen dann 
ihre Nachfolger, obschon sie einer andern Race angehörten, annahmen. 
56. Bei den Hebräern war das Ophirgold besonders geschätzt. 
Agatharchides berichtet, dass die in der Gegend der Debai gefundenen 
Goldklumpen aus reinem metallischem Gold bestehen, dass sie nicht 
.durch das Feuer gereinigt zu werden brauchen, und dass dess wegen 
dieses Gold axupov, feuerlos, geheissen werde. Dieser Ausdruck ent- 
spräche demnach dem arabischen tibr; während dzahab überhaupt 
Gold heisst, bedeutet tibr ungeschmolzenes Gold, und tibra einen Nugget, 
Goldklumpen. Der grösste Theil des im Alterthum vorhandenen 
Goldes stammte von Klumpenfunden her, und die Nuggets waren 
oft von gewaltiger Grösse. Idrysy I, 2 berichtet, dass der König von 
Ghana einen als Rarität aufbewahrte, welcher dreissig Ratl wog. 
Diese Seltenheit war aber africanischen und nicht arabischen Ur- 
sprunges. Es ist nun allerdings sehr wahrscheinlich, dass auch 
die Griechen ein eigenes Wort für tibr, Klumpengold hatten. Den- 
noch schenke ich der Versicherung des Agatharchides nicht vollen 
Glauben, und halte apyron für ein bastardartiges Wort, welches 
semitischen Ursprunges ist , aber gräcisirt wurde. Das feinste Gold 
wird von Hamdäny und Abülfidä S. 157 als rothes Gold,^*^ i_^>, 
bezeichnet, und die Perser heissen daraus geprägte Goldstücke Dynäri- 
surch, rothe Aurei. Im Iklyl, B. VIII, S. 77, wird erzählt, dass 
man an einer zu Dhahr ausgegrabenen Frauenleiche goldene Knö- 
chelringe, hundert Mithqäl im Gewichte, fand, und dass das Me- 
tall rothes Gold war, Solche Funde waren so häufig, dass man 



57 

diese feine Sorte Goldes auch Gräbergold, {j^ß <— A*<i, hiess. Im 
Iklyl 52 wird berichtet, dass man besonders in den Ruinen in und 
zwischen Gauf und Märib viel Gräbergold entdecke. Die Bedeutung 
rothes Gold hat apyron bei Plinius XXI, 11, § 66: Heliochrysos 
florem habet auro similem .... Hoc coronare se Magi, si et un- 
guenta sumantur ex auro, quod apyron vocant, ad gratiam quoque 
vitas gloriamque pertinere arbitrantur. Wenn Magi das Subject von 
vocant ist, so war der Ausdruck apyron auch den Persern geläufig. 
Jedenfalls ist das Apyron schwerlich verschieden von dem Ophir- 
gold , welches in der Bibel als „gut" qualificirt wird. Nach einer 
bekannten Lautveränderung müsste man statt öfir im Gentralarabischen 
äfir sprechen; nach Ibn Marüf bei Golius aber bedeutet afira (tran- 
sitiv) splendidum clarumque effecit, und intransitiv manifestus evasit. 
Das Particip dieses Verbums lautet äfir. Im Südarabischen ist dieses 
Wort, anders ausgesprochen, das gewöhnliche für roth. Nach einem 
Vocabular, Journ. As. Soc. Beng., B. IV. S. 165, sagt man in Socotra 
ophir (sie!) für roth; in andern Dialecten spricht man das Wort für 
roth, nach Maltzan, ZDMG. 27, S. 230, öfer, ohfar, afür u. dgl. m. 
Ich denke nun, dass die Griechen dem Worte äfir, öfir ihrer Gewohn- 
heit gemäss einen griechischen Ursprung untergeschoben haben. Sach- 
lich hat sich wahrscheinlich w T enig verschlagen , indem man apyron 
gleich tibr, statt gleich rothes Gold setzte; denn tibr scheint immer 
eine feinere Qualität zu sein, als etwa Flussgold. Darüber mögen 
Sachkundige entscheiden. 

57. In lob 22, 24 wird Ophir ohne den Beisatz zahab für Gold 
gebraucht, und Plinius berechtigt zum Schluss, dass auch apyron 
so angewendet wurde. Sonst kommt Ophir in der Bibel als Name 
eines Volkes und Landes vor. Wo man sich dieses halbmythische 
Land zuerst dachte, darüber bin ich nicht im Zweifel. In Gen. 10, 
29 wird Ophir zwischen Schebä und Ghavila genannt ; in der Salomon- 
legende geht der Erzähler zwei- oder dreimal von der Königin von 
Scheba urd der Ophirfahrt rückwärts und vorwärts, und in 1. Kön. 10, 
15 kommen noch „alle Könige von Arabien" dazwischen. Man 
dachte sich also Ophir an der arabischen Küste, oder vielmehr die 
Hebräer hiessen das Litus Hammseum Ophir. In der oft bespro- 
chenen Ophirfrage legt man viel zu wenig Gewicht darauf, dass 
Ophir in vielen Bibelstellen als das Californien des Alterthums er- 
scheint, und viel zu viel auf die salomonische Ophirfahrt. Ich zweifle 
nicht, dass die Phönizier das Rothe Meer befuhren, noch dass sich 



Salomon mit König Hiram associrte und in Dzahabän Gold einhandeln 
Hess ; aber wie die Geschichte erzählt wird , ist sie nicht frei von 
zur Verherrlichung des grossen Königs erfundenen Dichtungen. In 
1. Kön. 9, 28 wird gesagt, die Knechte Hiram's und Salomon's holten 
420 Talente Gold; da ist Ophir noch einfach das Goldland. In 10, 
11 wird wieder von der Ausbeute gesprochen, und da heisst es, 
dass die Goldschiffe auch Sandalholz und Edelsteine mitbrachten. 
Auch dagegen lässt sich nichts einwenden, denn der Erzähler beschränkt 
sich wenigstens auf arabische Artikel. Edelsteine werden auch sonst 
als Handelsartikel der arabischen Kaufleute genannt. Das ächte 
Sandalholz kommt zwar in Arabien nicht vor, aber Hd. 333 spricht 
von dem nahe bei Ghaulän gelegenen Berge Hanüm, auf dem auch 
Ghauläniten ansässig sind, und sagt: daselbst wächst eine Pflanze, 
die Aehnlichkeit mit dem weissen Sandal hat, und bezüglich des 
Geruches ihm nahe kommt. Das Holz vertritt das indische Sandal- 
holz. In 10, 23 kommen die von Ophir geholten Producte zum 
dritten Male zur Sprache mit der Zugabe von Silber und Elfenbein 
und von Raritäten wie Affen und Pfauen. Hier wird auch gesagt, 
dass das Meerschiff in drei Jahren einmal kam , und somit Ophir 
in endlose Ferne gerückt und zum Fabelland gemacht. Diese Ver- 
sion, wie auch die alberne Geschichte von der Königin Scheba's 
halte ich für eine Dichtung spätem Ursprunges. Sehr unglücklich 
ist der Gedanke, Ophir habe auch Silber exportirt, denn dieses Metall 
war immer theuer in Arabien. Zur Zeit Mohammade noch, als die 
Goldminen grösstentheils erschöpft waren, erhielt man nur 7 */« Pfund 
Silber für ein Pfund Gold x ). Verlegen wir mit Lassen Ophir nach 
Indien (von dessen natürlichem Goldreichthum ich nie gehört habe), 
so gewinnen wir nicht viel; denn auch hier war der Werth des 
Silbers im Vergleiche zum Gold immer grösser als im Abendlande. 
Dr. Mauch hat Ophir an der africanischen Küste in Br. 20° 15' 
Süd, L. 26° 36' Ost entdeckt. Ueber die Identität ist der unter- 
nehmende Reisende nicht im Zweifel, denn er fand dort die Ruinen 



') Aus Agath. § 102 könnte man schliessen, dass Silber wenig Werth 
hatte ; denn er sagt, dass die Exportartikel (Spezereien) der Sabaeer sehr werth- 
voll sind und man im Tausch viel dafür bieten muss, besonders wenn man dafür 
Silber gibt. Hier steht Silber gewiss nicht im Gegensatz zu Gold, denn dieses 
hatte ja nach Agath. gar keinen Werth, sondern zu Importartikeln wie Eisen, 
Wein, Sklaven, und kann in der Bedeutung baar Geld genommen werden. In 
Südarabien ist übrigens die einst sehr ergiebige Silbermine von Radhradh 
vgl. § 415. Doch war Arabien viel productiver an Gold als an Silber, 



59 



eines Tempels, ähnlich dem Tempel von Jerusalem und Spuren 
israelitischen Gottesdienstes. Vielleicht sind dort auch die Psalmen» 
wie sie gerade nach einander erschienen sind, gesungen worden, und 
kam Dr. Mauch gerade noch früh genug das letzte Echo zu ver- 
nehmen. Mauch's Identification finden wir schon in der LXX, wo 
Ophir mit Sophira, Sophara wiedergegegeben wird, und dann in 
Bruce, Le Grande u. a. m. Ym. III, 96: „Sofäla ist die letzte 
bekannte Stadt im Lande der Zang (Azanien). — Das Sofälische Gold 
ist berühmt unter den Kaufleuten von Zang." Man hat also aus 
Sofäla Sofara und aus Sofara Ophir gemacht ! I Ehe man die Schiffe 
Hiram's und Salomon's Sofäla oder Indien besuchen lässt, soll man 
doch auf die damals herrschenden Verhältnisse reflectiren. Was 
konnte Hiram für alle die Schätze bieten , die er dort einhandelte ? 
Sklaven. Man bedenke aber die Schwierigkeiten von Sklaventrans- 
porten in einer Seereise, die hin und zurück drei (!) Jahre gedauert 
haben soll; siehe darüber § 139. 

58. Wir werden in § 419 sehen, dass die Qodhaa, zu denen 
die Chaulän gehörten, auch in einem andern Orte den Bergbau ein- 
führten. So gar einfach, wie Agatharchides die Goldgewinnung dar- 
stellt, ist es also kaum hergegangen. Im Periplus geschieht der 
Goldküste keine Erwähnung, und schon zur Zeit des Plinius (VI, 28, 
§ 162) bezahlten die Römer und Perser die aus Arabien importirten 
Waaren mit baarem Geld (Silber?), obschon noch immer Gold ge- 
wonnen wurde: in Universum gentes (Arabiae) ditissimse, ut apud 
quas maximse opes Romanorum Parthorumque subsistant, vendentibus 
quse e mari aut silvis capiunt, nihil invicem redimentibus. Zu An- 
fang unserer Zeitrechnung konnte man nicht mehr sagen, dass Tyrus 
von den Arabern mit Gold versehen werde, noch hätte Salomon den 
Tempel mit ihrem Golde schmücken können. Solche Diggings erschöpfen 
sich eben sehr bald; und wenn sich auch die Qodhaiten auf den 
Bergbau verlegten, so betrieben sie ihn schwerlich kunstgerecht genug, 
um den Metallvorrath ganz auszubeuten. Einige der östlichen Minen 
wurden kurz vor dem Islam von den Persern bearbeitet. 

55. Das Harz Bdolach, Bdellium, wurde nach Dioscorides von 
den Griechen auch Bolchon und Madelion geheissen. Plinius sagt: 
gummi aüi Brochon appellant, alii Maldachon, alii Malachum. Der 
gewöhnliche arabische Name ist Moql. Malachum unterscheidet sich 
von diesem Wort durch die Umstellung der letzten zwei Consonanten: 
die entsprechende imaginäre Wurzel müsste mlq sein. Verwechseln 



60 

wir dann, wie das häufig im Arabischen vorkommt (vgl. § 235), das 
m mit b, so erhalten wir die Wurzel blq, woraus sich die übrigen 
Benennungen erklären lassen; und zwar so, dass die imaginäre 
Wurzel mql aus dem vierconsonantigen Bdolach durch Erleichterung 
gebildet gedacht werden kann. Die Palmenart, welche es erzeugt, 
heisst im Arabischen Daum und auch Nachl (Palme) almoqli. Bdeilium 
kommt in mehreren Orten vor, so dass eine zwingende Ortsbestim- 
mung davon nicht abgeleitet werden kann ; auch lassen es die Alten 
in Ländern wachsen, wo es nicht vorkommt. So wird es nach Dios- 
corides und Plinius XII, 19, § 30 aus Indien importirt, wogegen 
Ainslie, Mat. Ind. I, S. 30, bemerkt, dass man in Indien den Bedarf 
aus Arabien bezieht, dass es aber wohl auch in Persien (Plinius: 
Bactriana und Media) wächst, und der Baum dort Daracht-i-moql 
geheissen wird. Galen und Paulus Aeg. unterscheiden zwischen 
dem arabischen und scythischen Bdeilium. Der arabische Uebersetzer 
gab <7%u&i>cov mit ^jdiLaM, al-caqlaby , Slawisch , wieder, und daraus 
sind lächerliche Missgriffe entstanden. In einer lateinischen Ausgabe 
des Avicenna steht zwar scalebi, in einer andern aber Siclum, was 
aus iJJLaft (vgl. Qämüs S. 2582), das Sicilische, entstanden ist. 
Der Uebersetzer des Averrhoes hat gar species Ciliciae daraus gemacht. 
Sachlich scheint man stets zwischen zwei Arten von Bdeilium unter- 
schieden zu haben. Die Pharmacologen von Baghdäd nannten die 
eine das Makkanische und die andere Juden-Moql (Avicenna, S. 206 ; 
Averrhoes, S. 343; Rasis, S. 396), die erstere entspricht dem arabi- 
schen, die andere dem indischen, scythischen, persischen Bdeilium 
der Alten. De Sacy, Ghrest. ar., III, S. 478, spricht über den Ur- 
sprung der Benennung : Juden-Bdellium ; ich möchte seiner Hypothese 
beifügen, dass das Makkanische durch die Pilger nach Baghdäd kam, 
das andere aber von den Juden in den Markt gebracht worden ist 
(siehe über die Handelszüge der Juden, Ibn Ghord. , S. 115) und 
daher seinen Namen erhalten habe. Herr Barbier de Meynard hatte 
die Güte, mir eine Glosse zur Pariser Handschrift des arabischen 
Dioscorides mitzutheilen , welcher zufolge es ein arabisches i^j* 
ein indisches und ein chüzisches (von Chüzistän = Susiana) Bdeilium 
gab. Das Scythische Bdeilium hat von den Indoscythen in Sind, 
welche frühe moslimische Schriftsteller Tatar heissen (daher Darähim 
tätaryya, welche im zehnten Jahrhundert in Indien noch gangbar 
waren), seinen Namen, denn die Küste von Mekrän erzeugt, wie im 



61 

Periplus §§ 37 und 38 steht, nichts als diese Palmenart. Dieses ist 
das indische Bdellium des Dioscorides und das Bactrische des Plinius. 
Das Juden-Bdellium stammt aus viel zu fernen Ländern, als 
dass man es in Jerusalem hätte beziehen können; da kannte man 
nur das arabische. In Arabien kömmt die betreffende Palmenart in 
verschiedenen Orten vor. Wrede, S. 62, fand sie in Hadhramaut, 
nach seiner Bestimmung ist es die Hyphaena crinita; doch erwähnt 
er nicht das Harz derselben, sondern sagt nur, dass die fächerförmigen 
Blätter um Hütten zu bedecken benutzt werden. Nach Moqaddasy 
erzeugt die Umgebung von Dzü Marwa, vier Tage NW von Madyna, 
die vorzüglichste Sorte Moql, die es gibt. Auch in Madyan gibt es 
viele Daumpalmen. Die Stelle, auf welche sich die Bibel bezieht, 
dürfte die Gegend um Dzahabän sein, welche Wädiy aldaum genannt 
wird, weil sie mit dieser Palmenart bedeckt ist (tost- und Reise- 
routen, S. 133; vgl. Gihännumä, S. 542). 

60. Dem Onyx wird im Orient die Kraft zugeschrieben, Gifte 
unschädlich zu machen und anderes Unheil abzuhalten und er wird 
daher sehr geschätzt. Ueber das Land, welches ihn erzeugt, sagt 
Plinius XXXVI, 12: Onychem etiam tum in Arabise montibus nee 
tusquam aliubi nasci putavere nostri veter es. Vorausgesetzt, dass, 
wie man jetzt gewöhnlich annimmt, der Schohamstein wirklich der 
Onyx ist, so wäre dadurch die Lage Chavila's bestimmt — es liegt 
in den arabischen Gebirgen. Ueber die Fundorte gibt uns Hamdäny, 
Geogr., S. 348—349 und Iklyl, B. VIII, S. 14, Auskunft: In Yaman 
kommt der Onyx mit Schattirungen und der gebänderte vor. Beson- 
ders schön ist der Noqmische, er ist der Fahl-af urf (vorzüglichste), 
er kommt aber nicht nur in Noqm, sondern auch in Dhahr, in 
Schawän, in (Wädiy) al-Sirr, zu 'Odzayqa in (Ober-) Ghaulän und 
in Schazb vor, und wird nach diesen Orten Scha'wäny, Dhahry etc. 
geheissen. Man macht daraus Platten, Säbel- und Messerhefte, Wolli- 
gem chsfläschchen, Becher u. dgl. Es gibt sonst nirgends Onyx, ausser 
in Indien; der indische hat aber nur eine Ader (einen Streifen). 
Der Himmel-Onyx (var. Himmelsstein), auch der 'Ischärische genannt, 
wird in W. 'Ischär bei 5 an 'ä gswonnen. Der Yamänische 'Atyqyy 
(alte, edle) kommt von dem berühmten Berge Alhän im Michläf Anis 
b. Alhän '). Der Baqarän (Dimaschqy, S. 69 und Ym. I, 699 heissen 



') In Hd.'s Geographie lautet diese Stelle: der rothe und gelbe Karneol 
sind die Steine, die man die zwei 'Atyq heisst und kommen von Alhän. Ueber 
den 'Atyq-Karneol siehe auch Ym. IV, 603, 



62 

diesen Stein der Baqaränischen Onyx, ^UuM c jJ*) kommt von 
dem Berge Anis. Die Gemmen von al-Baqarän (Sardonyx) sind 
durchsichtig, es ist eine rothe Schichte, über einer weissen Ader 
(Streifen), und diese ist auf einer schwarzen Ader. Sie sind von 
verschiedener Sorte. Der Schawäny (var. 'Arwäny), so benannt 
nach Schawän, einem Wädiy bei Qan ä, ist roth mit einer weissen 
Ader, und die Fundorte sind Schahära (Niebuhr's Schähära mons), 
'Ayschän im Lande der Häschid, an der Seite des Berges Hanüm, 
und zu Tzolaymat-al-Hamsch, im Scharaf (Hochlande) von Ham- 
dänitis. Hd. sagt ferner, dass man in allen diesen Orten und 
anderwärts auch Bergkrystall finde. Er erwähnt auch einen Stein, 
den er f JZ**J (Habaschy ? var. ju* J\) heisst. ,,Er ist schwarz oder 
auch grün, und man verfertigt daraus Messerhefte". Dieses ist wahr- 
scheinlich der li&oc, o^iocvö;, welcher von Aethiopien nach Rom ge- 
bracht wurde. Folgendes ist die Lage der genannten Fundorte : Am 
Fusse des Berges Noqm, welcher auch seiner Eisenminen wegen 
bekannt ist, liegt Qan ä. Dhahr ist ein paar Stunden westlich davon, 
vgl. § 293. Scha wän, Sirr und Schazb liegen in Ober-Chaulän, also 
östlich von Qan ä gegen Märib hin. ,,Belläd Anes" und Alhän stehen 
in Niebuhr's Karte. Hd. 184 (vgl. Iklyl 30) erwähnt die Mahfar 
(Diggings) von Baqarän im Gebirge von Anis. Das bereits erwähnte 
Hanüm liegt im Westen von Hamdänitis, südlich vom Qodha itischen 
Ghaulän. Dimaschqy, S. 69, und Bekry heben den Onyx von 
Tzafär ! ) und von 'Odzayqa hervor. 'Odzayqa liegt nicht weit nörd- 
lich von Tzafär und östlich von Gahrän. Im Qodha itischen Ghaulän 
selbst werden keine Onyxminen erwähnt, sondern nur in dessen Nähe. 
Es scheint also, dass Ghavila einen weitern Sinn hatte und auch 
Ober-Chaulän mit einbegriff, oder aber, dass sich die Hagiographen 
nicht viel um Geographie kümmerten. 

Ich schlage vor, das hebräische Wort für Onyx, Eben ha-Scho- 
ham, mit Stein von Schoham zu übersetzen, und Schoham als Ortsname 
anzusehen, obschon es in lob 28 , 16 ohne Beisatz für Onyx steht. 
Es könnte nämlich Schoham mit J"i, ungeachtet des Unterschiedes 



') Das arabische Tzofr, Plur. atzfär, hat dieselbe Bedeutung wie das 
griechische Onyx, nämlich Nagel, Klaue, und das Verbum tzafara heisst mit 
den Nägeln zerkratzen. "Wenn die Griechen den Onyx zuerst als den Stein 
von Tzafär kennen lernten, so lässt sich ihre Benennung für diesen Edelstein 
erklären. 



63 



der Orthographie, für Sochaym *xis?** stehen ; dieses ist der Name des 
Districtes, in welchem der Noqomische Onyx vorkommt, und wo- 
nach eine etwa drei Stunden nördlich von Qanä gelegene Stadt 
Schibäm-Sochaym genannt wird, zum Unterschiede von drei oder vier 
andern Orten, die Schibäm heissen (Ym. III, 249 und Maracid II, 
16, Note). Es könnte aber auch für Sohaym ') stehen, dieses ist 
nach Ibn Chord., S. 113, ein Seehafen zwischen Hakam (Gazän) und 
Dhankän (vgl. auch Note zu § 55) ; und Dzü Sohaym (wohl derselbe 
Ort), welches nach Idrysy's Itinerar (II, 5) zwei Tagereisen südlich 
von Dzahabän , also etwa an der Mündung des Baysch , liegt , war 
der Sammelplatz für die Pilger von Ghaulän, und vielleicht auch das 
Onyxemporium. 



VI. Die Beschreibung des südlichen Theiles der Küste des Rothen 

Meeres fortgesetzt. 

61. 'EX'/iaapcov ywpa (W. B. ; 'EXisaptov A. G. N. Vvulgo; 'Rkt\- 
aapco VDOx. M. Bas.; 'AXtcapcov VC; \E7asapas VA.). Die Küste 
der al-Ascn arier reicht bei Ptolemaeus von der der Ghassäniden bis 
Bab-al-Mandäb und von dort noch bis Ras al- Ära: Thatsächlich 
verhält sich die Sache wie folgt: Sahäm (Nieb. Wadi Sehan, Br. 14° 
45') ist 'Akkisch. Zabyd und seine Umgebung, wie Ma'qir, Qahma, 
Dzowäl u. s. w. gehören den al-Asch'ariern; es haben sich aber 
zwischen ihnen einige Thaqyf angesiedelt (Hd. 210); Hays (Nieb. 
Häs) wird von dem al-Asch f arstamme Rakb (Ym. II, 380), und der 
Küstenstrich von ungefähr Breite 14° bis zur Meerenge, welcher die 
Handelsstadt Mauza umfasst, wird von dem Qodha iüschen Stamme 
Magyd bewohnt. Zwischen den Magyd sind Farasän enclavirt, welche 
besonders zahlreich in Mauza vertreten sind. Es gab aber auch Ansiede- 
lungen des Asch f arischen Stammes Rakb in Mauza und an der daran 
stossenden Küste. Auf gleiche Weise ist die Bevölkerung östlich von 
der Meerenge gemischt, besonders aus Magyd (Qodha iten) und Rakb 
(Asch'ariern), so dass man mit Eratosthenes behaupten kann, an der 



') Vielleicht ist auch bei Ibn Chord. und Idrysy Dzü-Sochaym zu lesen. 
In allen obigen Fällen scheint Sochaym ursprünglich der Name eines Stammes 
zu sein, welcher nach Hd. (Qac. Rod. Post 6) ein Zweig der al-Kala' ist, sich 
aber weit nach Norden begeben hat. 



64 



Meerenge leben die Kattabani (Qodhä'a), oder mit Ptolemaeus, es 
sind dort die Elesari zu Hause. Die Verschiedenheit der Angaben 
läuft darauf hinaus, dass zu Eratosthenes' Zeit die Magyd, später 
die al-Asch'ar die Oberhand hatten, die ersteren sind von den letz- 
teren mehr und mehr überwuchert worden, und endlich, wie wir aus 
einer Aeusserung Bekry's schliessen, in ihnen aufgegangen. 

62. Ilou&vou tuoXis, 72° 30', 16° 30' (W. A. B. C. N. ; Wilberg 
bemerkt: Post ün. 24 [d. h. 'E^aaptov x^P a ?] llouavou to&i?, 72° 15', 
16° 10', vulgo add. om. Godd. G. Ox. Latt.). 

A&ou xupi, 73° 30', 16° 30' (W.A. B.C.; 15° 30' N.; 73° 10', 
15° 10' Vvulgo). Diese zwei Positionen lassen sich mit grosser 
Sicherheit feststellen, weil sie beide dieselbe Breite haben und doch 
beide an der Küste liegen. Der Hafen von Ghaläfiqa bildet eine 
von Norden nach Süden laufende, 10' lange Bucht, die durch eine 
Halbinsel vom Meere getrennt wird. An der Spitze der Halbinsel 
steht in der Adm. K. Ras Mejarmla und in derselben Breite, 14° 36', im 
Festlande, Shurame (Schuraym, die kleine Bucht). Ersteres ist Pudnu, 
(vielleicht von batn, Bauch, Thalsohle, ob es auch Bucht bedeutet, 
weiss ich nicht) und letzteres Ailu. Als Handelsplatz entspricht diesen 
zwei Orten Ghaläfiqa, welches aber weiter unten an der Bucht liegt 
und als der Seehafen der 16' davon entfernten Stadt Zabyd gilt. 
Procop. de Bello Pers. I, 19 berichtet, dass die Homeriten von Bulikas 
nach Adule fahren. Er kann kaum einen andern Hafen meinen, 
als Ghaläfiqa oder dessen Vorgänger ; denn er liegt am nächsten bei 
der Himyarischen Hauptstadt Tzafär und ist für die Ueberfahrt nach 
Abessinien der bequemste. Likäz heisst das Futter, womit man das 
Loch eines Rades versieht, wenn sich die Achse zu locker darin 
bewegt; Abü-Likäz wäre eine nicht unpassende Benennung für die 
trichterförmige Bucht. Vielleicht ist in Plin. VI, § 151 Leucas statt 
Leupas (d. h. Likäz ohne Bü oder Abu) zu lesen und meint er den- 
selben Hafen. Die Stelle lautet: A meridie insulse multge, nmxima 
Gamari. Flumen Mysecros. Portus Laupas (var. Leupas), d. h. süd- 
lich von den Farasän-Inseln (vgl. § 382 ff.) sind viele Inseln, die 
grösste davon heisst Kamarän (Br. 15° 18'), der Fluss Maur und 
die Stadt Wäqir (Wäqir liegt an Niebuhr's W. Sehän) , der Hafen 
Leukas. Ich löse, wie man sieht, Mysecros in zwei Wörter auf, 
Mys oder vielmehr Myr -f ecros. Ecros nehme ich für Wäqir. 

63. Saßy), 73° 40', 16° 55' (W. A. B. G.; 83° 0' Vvulgo ; 
17° 40' VBE Pal. 1 ; 16° 50' Vvulgo ; in einem Gitat des Hamdäny, 



65 

S. 47, 16° V* ' V* ' d. h. 16° 25'). Dieser Ort liegt bei Ptolemseus 
nicht an einer Strasse, und seine Lage hängt also einzig und allein 
von der Ailus ab. Wenn Hamdäny's Variante richtig wäre, so fiele 
Sabe ungefähr mit dem heutigen Zabyd zusammen. Der griechische 
Text bringt es aber in die Gegend von Niebuhr's Schäbhie, Br. 14° 
33'. Die Gegend ist fruchtbar und bietet Raum für eine wichtige 
und mehrere untergeordnete Städte. Seit der Zeit des Ghalyfen 
Mämün ist Hocayb, gewöhnlich nach dem Wädiy, in welchem es 
liegt, Zabyd genannt, die Hauptstadt jenes Landestheiles. In Stephanus 
finden wir ein Zabidu, welches, wenn es auch schwerlich identisch 
ist mit dem gegenwärtigen Zabyd, doch im gleichnamigen Wädiy 
gewesen sein dürfte. Ich muss hier bemerken, dass im Orient auch 
die Städte bisweilen nomadisiren; bei jeder Wanderung den Namen 
ändern, aber oft wieder zur alten Benennung zurückkehren. So kann 
man in einem Rayon von etwa drei deutschen Meilen sieben ver- 
schiedene Lagen Delhi's nachweisen; und die gegenwärtige Stadt 
wurde ursprünglich nach ihrem Erbauer Schähgahänäbäd geheissen, 
nahm aber, als ihre Vorgängerin, Alt-Delhi, ganz verschwunden war, 
ihren Namen an. Die Lagen von Babylon, wenn man Gtesiphon 
und Baghdäd als ihre Nachfolgerinnen betrachtet, sind noch viel 
weiter von einander entfernt. Es gibt Gegenden, die von der Natur 
dazu bestimmt sind, eine Hauptstadt, ein grosses Gulturcentrum, 
zu enthalten ; in der Wahl der Stelle aber herrscht Willkür. Unsere 
Identificationen sind daher nicht immer strenge zu nehmen.. 

64. NaTnjyou? xtop), 73° 30', 15° 0' (W. N.; NauTwryoo? A.; 
16° 10' B. Vvulgo). 

Saxoma «fai$, 74° 15', 14° 30' (W. B. G. ; Sacacia VS. Int.; 
14° 10', 16° 30' VBas.). 

Der Breitenunterschied zwischen Pudnu und Muza beträgt bei 
Ptolemseus 2° 30', in Wirklichkeit 1° 15'; er hat also die Ent- 
fernungen gerade verdoppelt. Da die wahre Breite von Pudnu 14° 
36' ist, und Napegus nach Ptolemaeus 90' südlich davon liegt, so 
ist es, wenn er die Distanzen gleichmässig vergrössert hat, in Breite 
13° 51', und Sakatia in Br. 13° 36 zu suchen. Napegus entspricht 
also dem Hafen al-Ahbäb bei al-Chauha (Yd. Ghowayha) in Breite 
13° 49', oder dem 2' nördlich davon gelegenen al-Qohäry (Adm. K. 
„Sh. Haree"); Sakatia aber dem Mersa (Hafen) Fedjera, Br. 13° 34', 
der Adm. K. an der Küste von Halyla. Wenn die schlecht ver- 
bürgte Leseart Sacacia richtig ist, so stammt das Wort von al- 

5 



66 

Schaqäq, womit man den Küstenstrich unmittelbar nördlich von Mauza\ 
und ein Wädiy, welches vereint mit zwei andern bei C°häry in's 
Meer fällt, bezeichnet. Hd. 96, 126, 133, 144, 174, 209. 

65. Moufc s^Tuopwv, 74° 30', 14° 0' (A. B. G. W. N.; 74° 10' 
Vvulgo) ist al-Mochä, Br. 13° 20', der Seehafen von Mauza. Es 
ist orientalische Sitte, den Hafen nach dem Hauptorte, den Haupt- 
ort nach dem Lande zu benennen. Plin. VI, 26, §§ 103 und 104 
sagt: Est et tertius portus Muza, quem Indica navigatio non petit, 
nee nisi thuris odorumque Arabicorum mercatores. Peripl. § 21 : 
Am Ende dieses Meerbusens, an der linken Küste, am Ufer liegt 
Muza, ein guter Stapelplatz, der, wenn man von Berenike nach SO 
fährt, höchstens 12,000 Stadien entfernt ist. Er wird von Rhedern 
und Seefahrern bewohnt und befasst sich mit Handel, denn die Ein- 
wohner verkehren mit dem jenseitigen Lybien, und mit Barygaza (in 
Indien) und schicken Schiffe dahin. 

66. Msißa, 74° 20', 15° 20' (W. A. B. C; Mißa VFOx.; Miba 
Latt.; MyiSoc Vvulgo; 15° 30' N. Vvulgo), liegt an keiner Strasse 
und seine Lage scheint im Bezug auf die von Napegus oder Muza 
bestimmt worden zu sein; sie entspricht der von Hays, Br. 13° 59'. 
Ym. sagt: Hays bedeutet ein Gericht aus Datteln und Linsen, und 
es ist der Name einer Stadt und eines agricolen Districtes, eine starke 
Tagereise von Zabyd. Der District ist sehr ausgedehnt und wird 
von dem al-Ascn arstamme Rakb bewohnt. Niebuhr berichtet, dass 
dieser Ort, den er Häs heisst, den grossem Theil von Yaman mit 
Töpferwaaren versehe. Sind das die Haräzischen Schüsseln der 
arabischen Geographen, vgl. 466? 

67. Sapooca, 75° 30', 14° 30' (W. A. B. N.; 75° 0' G. VM.; 
75° 10', 14° 10' Vvulgo). Die Lage ist von der Sakatia's abhängig, 
und entspricht einer schon seit Jahrhunderten in Ruinen liegenden 
Burg. Hd. 139, unter der Aufschrift ,, Bauüberreste dieser Gegend" : 
Dahin gehörten die Ueberreste auf dem Berge yj\ , auch der Berg 
al-Ganäh geheissen. Wer diesen Namen hört, wird zur Vermuthung 
verleitet, die Ueberreste haben ihren Namen vom Schimr-dzy-lganäh ; 
dem ist aber nicht so. Das ist eine grossartige Ruine, welche im 
Baustyl dem Schlosse Baynün ähnlich ist,' und nicht weit östlich 
von Qohäry im Lande der Maäfir liegt. (In dieser Gegend ist auch) 
die Magna' a (Festung mit einem oder mehreren Palästen) Wohätza, 
eigentlich Siba' genannt. Sie ist unter allen Schlössern dem Na it 
am ähnlichsten. Die Wasserbehälter sind östlich von der Festung 



67 

an dem Thore derselben, wo sich der Hügel gegen die Ebene senkt, 
und ein schlammiger Behälter misst 600 Ellen in's Geviert. Daselbst 
ist auch die Festung Chadad, gerade Wohätza gegenüber, und eine 
Stunde davon entfernt. In derselben steht ein grossartiges Schloss, 
welches alle Beschreibung übertrifft. Es führen zwei Wege dahin, 
und an jedem ist Wasser. An der südlichen Zufahrt ist eine 
Cisterne, die man Waqyt (o. p.) heisst. Sie ist in schwarzen Fels 
gehauen und fünfzig Ellen tief, zwanzig weit und fünfzig lang. Oben 
ist sie mit einer steinernen Brustwehr umgeben, dass man nicht 
hineinfalle. Das Wasser an der nördlichen Zufahrt liegt am Thore 
der Festungsmauer in einer Vertiefung des Felsens , welche wie ein 
Brunnen aussieht und mit Quadersteinen verkleidet ist. Es führen 
Stufen hinab, und wer hinuntersteigt, muss sich bei Tag ebenso wie 
bei Nacht mit einer Lampe versehen, und er braucht eine volle 
Stunde, bis er das Wasser erreicht. 

68. 'O^lic sy-optov, 75° 0', 12° 0' (W. A. B. G. N.), ist der 
Seehafen al-Mandab der arabischen Geographen. Jetzt heisst dieser 
oder ein benachbarter Ort Schaych Sa' yd und ist seit 1869 eine 
französische Besitzung. Wenn Okelis (auch Acila geheissen) von 
'Aqul, ein schlängelnder Fluss oder Thal, überhaupt etwas Ver- 
wickeltes, wo man nicht leicht durchdringt, auch Meer, Woge, her- 
kommt, passte der Name gut für die Meerenge, und die Araber hätten 
ihn nicht ausser Gebrauch kommen lassen sollen. 

69. x F£uSo*^, 75° 0', 12° 30' (W. A. B. G. N.), liegt an der 
Bucht, etwa 2' nördlich von Okelis. Wir kennen Ptolemseus' Ge- 
wohnheit, kleine Distanzen zu vergrössern, und stossen uns nicht 
an den 30' Breitenunterschied zwischen diesen zwei Häfen. Die 
arabischen Geographen verlegen in diese Gegend, drei Farsangen süd- 
lich von 'Omayra (Br. 12° 50' Nieb.), al-'Abra, den Hafen, „in wel- 
chen die Abessinier einzulaufen pflegten", Ym. III, 605. Ibn Mog. 
hat hier Riesengräber und, weiter das Thal hinauf, drei uralte 
Brunnen gefunden. 

70. Sw<iwnrou V^v, 74° 45', 13° 0' (W. N. ; Swclttou A. B. V.), 
liegt genau halbwegs zwischen Muza und Okelis. Diese Lage entspricht 
Niebuhr's Kaddaha (Ibn. Mog. U?-^) oder dem benachbarten al- 

'Omayra (Nieb. Ömmera), und mag etwa in Br. 13° 0' versetzt 
werden. 

71. llaMv^pop; a*pa, 74° 30', 11° 40' (W. A. B. G. N.; 74° 10' 
VA. Vvulgo; 11° 20' Vvulgo). Die wahre Lage des Vorgebirges ist 



68 

Br. 21° 42', L. Greenw. 43° 25'. Artemidor, bei Strabo 769, heisst es 
Akila. 

72. rio^tov obcpov, 75° 0', 11° 30' (W. B.; IIogsuW N.; 
IIogti&iov, IlojnSeiov V.; 14° 45' Vvulgo). Es kann dieses Vorgebirg 
nur die südlichste Spitze von Ras Bäb-al-Mandab sein ; Br. 12° 42' 40", 
L. Greenw. 43° 29'. Dieser Punkt ist insoferne wichtig für den 
Schiffer, als man von hier an den Lauf gegen Osten richtet, und das 
mag die Alten bewogen haben, ein eigenes Promontorium daraus 
zu machen. 



VII. Die Inseln des Rothen Meeres auf dem Seewege nach Indien. 

73. Dem bereits angeführten Berichte des Eratosthenes entnehmen 
wir, dass man sich den Seeweg von den ägyptischen Häfen als zwei 
gerade Linien vorstellte, wovon die erste bis zu einem Punkte im 
Meere Ptolemais gegenüber reichte. Bis hieher verliert man die 
africanischen Berge nie aus den Augen. Bei Ptolemais ('Aqyq Qaghyr, 
18° 15') sind auf der Adm. K. Hummock Peak, Bluff Peak und 
Sugarloaf, denen die alten Seeleute vielleicht ebenso romantische 
Namen gegeben hatten, als Landmarken angezeigt. Sie bedeuteten 
dem Seemann seinen Lauf mehr östlich zu richten und sich von der 
africanischen Küste zu verabschieden. Diese Navigationsregel wird 
auch im Peripl., § 20, ausgesprochen: Wir bleiben in der Mitte des 
Meeres und nähern uns erst spät der arabischen Küste. So verhalten 
wir uns bis zur Insula Exusta; von dort an wird die arabische 
Küste von mildern Menschen, die Viehzucht treiben, bewohnt (und 
dess wegen nähern wir uns derselben). Die beste Auskunft über 
die Fahrt gibt Juba bei Solin, § 988 und Plin. VI, 29, § 175: A 
promontorio Indorum, quod vocatur Lepteacra, ab aliis Drepanum, 
proponit recto cursu praeter Exustam ad Malchu insulam quindecies 
centena mill. passuum esse, inde ad locum quem vocant Sceneos, 
GGXXV M. , inde ad insulam Adanu centum quinquaginta mill. 
passuum. Sic fieri ad apertum mare decies octies centena LXXV 
mill. passuum. Diese Stelle ist bereits oben besprochen worden. Adanu 
am Eingange in das Rothe Meer ist Perim. Der Ort Sceneos , der 
eine Insel oder eine Landmarke an der Küste sein kann, ist drei 
Tage oder 78' nördlich davon zu suchen, also in Br. 13° 57', wo 
die Insel Gabal-alcoqar , der Geierberg, und an der Küste Ras Mil- 



69 

tana liegen. Fünfthalb Tage, was, genau gerechnet, 117' ausmacht, 
davon liegt in Br. 15° 31' Gabal-altayr, der Vogelsberg, und dieses 
ist Malichu insula. Auf der Karte misst die gerade Linie von 
Perim bis Gabal-altayr 190'. Juba's Data, auf das richtige Maass 
reducirt, ergeben 78' + 117' == 195', Nur 5' Unterschied! Wie 
weit die Exusta von der Königsinsel entfernt sei, sagt Juba nicht. 
Wichtig ist der Ausdruck proponit recto cursu prceter Exustam ad 
Malichu insulam. Der Curs geht nämlich, nachdem man sich von 
der africanischen Küste verabschiedet hat, in südöstlicher Richtung 
gegen die Insel Dysän, Br. 16° 56'. Dieses ist die Exusta, und sie 
ist die erste arabische Landmarke, der man ansichtig wird und die 
man aufsucht. Man muss sich aber hüten, ihr zu nahe zu kommen — 
desswegen sagt Plinius hier praeter — denn vor der Insel sind 
„dangerous patches" und südlich davon ein Labyrinth von Inselchen, 
Klippen und Sandbänken ; und obschon hier das Meer am weitesten 
ist, wird doch die Wasserstrasse, durch diese Hindernisse im Osten 
und die Dahlakgruppe im Westen auf etwa 50' eingeengt. Man 
findet diese Strasse am sichersten, wenn man von der Exusta den 
Lauf von Südosten nach Süden ändernd, gerade auf Gabal-altayr 
zusteuert, desswegen sagt Plinius „ad". Auch die Dampfer kommen 
ad Malichu insulam, d. h. ganz nahe an diesem Felsen vorüber. 

74. KaTOKsxauf/ivY), 70° 30', 14° 30' (W. A. B. N. ; 70° 0„ 15° 30' 
C), die Leseart 70° 0', 15° 30' gibt der „Exusta" die Lage, die 
sie nach Juba haben soll : nämlich abseit (praeter) der geraden Linie, 
die Ptolemais und Palindromos Promontorium verbindet, und näher 
ersterer als letzterer Position. Die Leseart 70° 30', 14° 30' hingegen 
ergibt eine Position — in der Mitte zwischen Ptolemais und Palin- 
dromos — die genau der Malichu Juba's entspricht. Juba rechnet 
nämlich von Malichu bis zur Meerenge 4 T /2 +3 = 772 Tage, und 
wir haben aus Eratosthenes herausgelesen, dass von Ptolemais bis 
zur Meerenge 15 Tage sind; es bleiben also für die Strecke von 
Ptolemais bis Malichu auch 7 */a Tage. Ich denke nun, dass in den 
Abschriften des Ptolemseus eine Verschiebung stattgefunden habe; 
dass 70° 0', 15° 30' zu Katakekaumene , Exusta; 70° 30', 14° 30' 
zu Malichu (una), und 71° 40', 14° 0' zu zwei Inseln gehöre, deren 
Name ausgefallen ist, die aber den ZobayrinseLn entsprechen. Da 
auch ftuo bei MaTayou und vielleicht auch bei'A&avou in der falschen 
Stelle steht, kann man partielle Gorrecturen über oder unter der 
Zeile voraussetzen, was den Abschreiber verleiten mochte, &jo und 



70 



die Position zum falschen Namen zu setzen. Dr. Vincent hält die 
Exusta irrthümlich für Gabal-altayr. 

75. MaXi X ou Suo, 71° 40' ,14° 0' (W. A. B. C; Moüia^u N. 
Vvulgo; 72° 30', 12° 30' VM.; 71° 20', 14° 20' Vvulgo). Die Lese- 
art 72° 30', 12° 30' ist durch Verschiebung hieher gekommen, denn 
dieses ist in allen Handschriften, ausgenommen VM. , die Position 
von Adanu; der Name der zwei (&uo) Inseln, welche in 71° 40', 14° 0' 
liegen und welche den Zobayr-Inselchen entsprechen, ist, wie bereits 
gesagt, ausgefallen, und so sind die angedeuteten Verschiebungen 
entstanden. 

76. 'ASavou Suo, 72° 30', 12° 30' (W. A. B. G. N.). Hier sind 
die Alten nicht einig in der Nomenclatur. Juba's Adanu ist Perim ; 
in Peripl. § 25 aber heisst Perim Diodori insula. Nach Ptolemseus 
und Plinius (Juba?) VI, 29, § 174 liegt Diodori insula allerdings 
in der Nähe der Meerenge, gehört aber zu Africa. Die Position, 
welche Ptolemseus der Adanu gibt, und der Umstand, dass er zwei 
erwähnt, führen zum Schluss . dass er dem Gabal algoqar (Geier- 
berg) und der Harnischinsel, Br. 13° 45', diesen Namen gegeben 
habe ; es ist aber auch möglich, dass die angedeutete Gorruption des 
Textes sich bis hieher erstrecke, und dass wir ihn so vervollstän- 
digen dürfen: 

(Sceneos) duse 72° 30', 12° 30' 

Adanu (74° 20', 11° 40'). 

In diesem Falle wäre Adanu, wie bei Juba, Perim. 

77. Vi, 71° 0', 15° 20' (A. B. G. N. Vvulgo; 71° 30' W., ge- 
stützt auf VBE Pal. 1.; 15° 10' Vvulgo). Die Lage dieser Insel 
scheint mir von der der Exusta abzuhängen, und einfach auszu- 
drücken, dass hinter der Exusta eine andere grosse Insel ist. In 
diesem Falle entspricht Are der grossen Farasän-Insel. 

78. K*p8a|jwvY), 71° 0', 16° 0' (W. A. B. G. N.; Kap^vn 
Vvulgo; Kaf/,apv)voi Stephanus). Die Abwesenheit von Bruchtheilen 
eines Grades sowohl in der Länge als Breite zeigt, dass Ptolemseus 
die Lage der Insel nur ungefähr, und nicht im Bezug auf bloss eine 
andere Position festgesetzt habe. Wenn, wie ich nicht zweifle, Kar- 
damine die Kamarän-Insel , Br. 15° 20', ist, so war ihm das Ver- 
hältniss ihrer Lage zur Lage anderer Inseln ganz unbekannt; von 
ihrem Verhältniss zu Positionen an der Küste scheint er aber 
nur vage Notizen gehabt zu haben. Plinius heisst diese Insel 
Camari, 



71 

79. Sibxpatöu? (vrlaoc), 70° 0', 16° 40' (W. A. B. G. N.; 16° 20' 
Yvulgo). Der Name erinnert an die Qoqar, Geierinsel; aber wir können 
sie weder durch Verschiebung im Text noch durch ein anderes Mittel 
in die Position der CJoqar-Insel bringen. Auch ist es mir unmöglich 
zu errathen, was den Ptolemseus bewogen haben kann, in 70° 0', 
16° 40' eine Insel zu versetzen. 



VIII. Südostküste bis Syagros (Ras Fartak). 

80. Der Periplus rechnet von Okelis bis Arabia emporium fAdan) 
1200 Stadien, was fast genau richtig ist; denn auf der Karte ge- 
messen beträgt die Distanz 105' oder 1050 Stadien. In Ptolemaeus' 
Karte hingegen ist sie dreimal so gross. Das kommt daher, weil er 
nach Tageskursen rechnet, und den Tag, wie er lib. I, c. 9 sagt, zu 500, 
bisweilen aber, wenn es ihm besser passt, zu 400 Stadien, d. h. nach 
seinem Werthe des Grades zu 60' oder 48' veranschlägt. In dem 
Meerbusen von 'Adan wird wegen des Vorherrschens der Süd- 
winde der Fortschritt der Schiffe sehr verzögert, und in 1850, als 
ich ein Boot von ' Adan nach Mochä zu miethen beabsichtigte, erfuhr 
ich, dass ich sieben oder acht Tage unterwegs sein würde. Reducirt 
man dieses, nach den Voraussetzungen des Ptolemaeus, in Grad-Ent- 
fernung, so kommen sieben oder acht Grade heraus. So kommt es, 
dass auf seiner Karte zwischen Posidium Promontorium, wo das 
Schiff eine östliche Richtung einschlägt, bis Arabia emporium fünf 
Grade Längenunterschied ist, während die wirkliche Entfernung nur 
1° 25' beträgt. Er hat also die Distanzen verdreifacht, und da sein 
Posidium in L. Greenw. 43° 32' liegt, so haben wir die sechs Posi- 
tionen zwischen hier und Arabia emporium, wenn die relative Lage 
richtig ist, zu suchen wie folgt: 

L. Greenw. L. Greenw. 

Sanina opp. 43° 42' Mardache opp. 44° 32' 

Kabubathra mons 43° 57' Dees vicus 44° 45' 

Madoke opp. 44° 12' Ammonii prom. 44° 59' ' 

81. Savtva wo**, 75° 30', 11° 30' (A. B. G. W.; 11° 45' W. 
N.). In der verlangten Stelle steht auf der Adm. K. Seckeya, d. h. 
Tränke, und es sind Palmen gezeichnet, und 2' davon „Brunnen 



72 

guten Wassers". Ibn Chord. heisst diesen Landungsplatz Michläf 
al-Rakb, d. h. die Feste des Stammes al-Rakb 5 der zu den al-Asch f ar 
(EliaoLpoi) gehörte. 

82. Kaßoußa^pa 6po ? , 76° 15', 11° 15' (W. A. B. G.N.; 11° 45' 
Yvulgo). In L. 43° 57' ist das Ostende des Hegaf-Berges, und da- 
hinter erhebt sich der al-'Ara-Berg. Ich glaube aber, dass weder 
der eine noch der andere der Kabubathra sei. In L. 44° 1', Breite 
12° 36' liegt Ras al- c Ara, der südlichste Punkt Arabiens — so ist 
der Kabubathra bei Ptolemseus — und in der Adm. K. sind die 
Bemerkungen : „Sehr niedrige sandige Küste mit Gebüsch. Ein hol- 
ländisches Schiff gestrandet in 1836. Harter Sand. Gefährliche 
Wasserüberstürze". Gleichviel, ob ein Schiff von Westen oder Osten 
komme, ist der 2772 Fuss hohe Berg Ghorayz (St. Antonio) eine 
Landmarke, welche zu beobachten Küstenfahrer, wenn sie nicht das 
Schicksal des Holländers theilen wollen, nicht unterlassen dürfen. 
Diesen Berg halte ich für den Kabubathra. Nach obiger Berechnung 
soll er zwar in L. 43° 57' sein, seine wahre Länge ist aber 44° 15'- 
Das beweist aber nur die in § 41 gemachte Bemerkung, dass die 
alten Seefahrer die Landmarken in ihren Navigationsregeln da notirten, 
wo man anfing, sie zu beobachten, was den Kartographen veran- 
lasste, sie daselbst in sein Netz einzutragen. 

Auf der Höhe von Ghorayz stand einst das Schloss Qä'ida, so 
grossartig, dass es mit dem schönsten in Arabien, dem Ghomdän, 
verglichen wird. Vielleicht ist Kabu in Kabubathra von qaffu, schwel- 
lendes Land mit hartem Boden und bedeckt mit grossen Steinen, 
abzuleiten und ist Bathra (was wirklich der Name eines Berges im 
Higäz ist) Name. 

83. 'OpiptTwv ^wpa, das Land der Himyar. Man unterscheidet 
zwischen Himyariten im weitesten, im mittlem und im engsten 
Sinne: oder, wie sich die Araber ausdrücken, Söhnen des altern, 
Jüngern und nächsten Himyar. Die gewöhnliche Benennung für den 
„nächsten" Himyar ist Himyar, Sohn des al-Ghauth. Die südarabi- 
schen Ethnographen (namentlich der Himyarite Abu Nacr Mohammad 
b. f Abd Allah b. Mohammad b. Wahb-Ill, ein angeblicher Nachkomme 
des Dzu-Bahar) haben folgendes Symbol aufgestellt : der ältere Himyar 
ist ein Sohn des Sabä senior b. Yaschgob (b. Yaro'b b. Qahtan, den 
man mit dem biblischen Joktan identificirt) ; der jüngere Himyar hiess 
eigentlich Zor a und ist der Sohn des Sabä junior b. Lahy a b. Himyar 
senior b. Sabä senior; und der nächste Himyar heisst eigentlich 



73 

Zayd und ist ein Sohn des al-Gauth b. Sa'd b. 'Auf b. 'Adyy 
b. Mälik b. Zayd b. Sadad b. Himyar junior b. Sabä junior. Die 
Urheber dieser Eintheilung haben das Verdienst, die Sprache berück- 
sichtigt zu haben : nur die Himyar im engsten Sinne sprachen den 
Himyarischen Dialect, während die Himyar im weitern und mittlem 
Sinne meist Qoränarabisch sprachen und Dichter unter sich zählten 
(Ym. II, 342). Im zehnten Jahrhundert unserer Zeitrechnung gab 
es zwei Landstriche, in denen man rein Himyarisch sprach : der eine 
lag westlich von Qan a und umfasste Schibäm-Aqyän (auch „Schibäm 
bei Kaukabän" genannt, siehe Niebuhr's Karte) und die Magäm bis 
Tochliy, also beinahe so weit sich das Gebirg nach Westen erstreckt, 
doch war der auf dem Berge Milhän gesprochene Dialect, obschon 
der Berg nach einem Himyariten so benannt wurde, schon gemischt, 
und in dem in das Gebirg eindringenden Dreieck, nördlich vom 
Milhän, wo in Niebuhr's Karte Wulledsj steht, war die ethnographi- 
sche Grenze zwischen Himyar, 'Akk und Hamdän. Der District 
Schibäm-Aqyän und das daran grenzende Land wurde im gewöhn- 
lichen Sprachgebrauche von Qan ä Himyaritis genannt, und jeder, der 
ein unverständliches Kauderwelsch sprach, wurde Himyarite geheissen. 
Das andere Himyarische Sprachgebiet erstreckte sich von Haql-Qatäb 
(Nieb. Katabu ; Maltz. Qatebu) nach Norden bis Dzimär. In diesem 
Räume hegen Yarym und die Ruinen Tzafär's, der Residenz der 
Himyaren-Könige. Dennoch sprach man in Ro'ayn, wozu Yarym 
gehörte, und in Yahcib, welches nicht weit von Tzafär ist, ver- 
ständliches Arabisch. 

84. Diese zwei Regionen sind das Stammland der Himyar. Sie 
sind beide fruchtbar und eignen sich zum Ackerbau. Schibäm-Aqyän 
ist unter allen Ländern Arabiens dasjenige , welches vermöge seiner 
Bodenbeschaffenheit — der westliche Abhang des Berges Kaukebän 
ist geradezu unzugänglich — und der geographischen Lage am un- 
abhängigsten ist von nomadischen Einflüssen. Die Gegend nördlich 
von Haql-Qatäb ist zwar offener, aber das Ackerland ist auch viel 
ausgedehnter: es erstreckt sich über die Michläfe Dzimär, Ro'ayn 
und Sahül , welche das Aegypten Yamans geheissen werden ; hier 
konnte der Landbebauer durch sein numerisches Ueberge wicht den 
Beduinen Widerstand leisten. Die geographischen Verhältnisse dieser 
Länder bestätigen also die Ansicht des Hamdäny, welcher das Him- 
yarische für ein Bauernpatois hält. Er heisst es ghotma, Kauder- 
welsch, und lokma, Patois, und fügt das Epithet mota qida, abgerissen, 



74 



schwerfällig, hinzu, und indem er von der Sprache des Michläf Qan ä 
spricht, sagt er: Es sind daselbst Ueberreste, baqäyä, des reinen 
Arabisch vorhanden, wie wenn dieses Idiomverderbniss in nicht sehr 
ferner Zeit stattgefunden hätte. Ferner berichtet er von den meisten 
flachen Gegenden Südarabiens, dass die Sprache reines Qoränarabisch 
sei, und es ist klar, dass er die Ueberzeugung hegte, es sei immer so 
gewesen. Ich weiss nicht, was Andere über diesen Gegenstand 
denken, aber ich war bisher der Meinung gewesen, es habe in alten 
Zeiten in ganz Yaman das Himyarische geherrscht. Hamdäny's 
Behauptungen aber gehen dahin, dass, mit Ausnahme der Mahriten 
an der Südostküste und in einigen Inseln, wie Macyra und Socotra 
die Nomaden von ganz Arabien dieselbe Sprache redeten — diejenige 
welche wir Qoränarabisch heissen. Von den Städtern und von 
solchen Landbebauern, die nicht unter der Botmässigkeit der Nomaden 
standen, wurde die Sprache verschlechtert und so entstand das 
Himyarische. Worin diese Verschlechterung bestand, lässt sich an- 
nähernd errathen: die Trab wurde beseitigt, und wo sie zur nähern 
Bestimmung des Sinnes beitrug, durch Präpositionen und Hilfswörter 
ersetzt, und es wurden fremde Wörter ohne viel Umschmelzung ein- 
geführt. Gewiss bestand ein Theil des Himyarischen Sprachschatzes 
aus Mahrischen Wörtern. Insoferne eine solche Sprache die Begriffe 
genauer präcisirt und sich für Geschäfte eignet, während das Beduinen- 
arabisch des Qorän ein blosses Gebell, je nach Umständen ein Fluchen 
oder Winseln ist und nur für den Ausdruck gewisser Gategorien 
subjectiver Empfindungen passt, dürfte das Himyarische ungeachtet 
seiner Desintegration eher ein Fortschritt als eine Verschlechterung 
gewesen sein. Es ist sicher, dass dieses Idiom während der Himyari- 
schen Periode die Regierungssprache war; ob aber die sogenannten Him- 
yarischen Inschriften in demselben geschrieben sind, möchte ich sehr 
bezweifeln. Ich halte sie für Sabäisch ; denn sie sind in Sabäischen 
Ländern gefunden worden und reichen über die Himyarische Periode 
zurück. Einige mögen Qodhaitisch sein, § 378. 

Zwischen den zwei rein Himyarischen Regionen, nämlich in 
Hadhür (Nieb. Hadur), Haräz (Nieb. Harras), Anis (Nieb. Belläd 
Anes), Alhän und 'Otuma (siehe Nieb.); ebenso im Lande der Gada 
(Maltz. Gaud) und in Sarw-Himyar (siehe Maltzan), und dann 
südlich davon, zu gohayb (Maltzan Qoheb) und Badr war die Sprache 
schlecht und mit dem Himyarischen gemischt; die Bewohner dieser 
Gegenden müssen sprachlich als Himyariten im mittlem Sinne des 



75 

Wortes betrachtet werden. Obschon die Kala (nordöstlich von 
Niebuhr's Beiled es Cherab) gut arabisch sprachen, so kann man 
doch „Himyariten im mittlem Sinne" so sehr dehnen, dass alles 
Hochland südlich von Milhan und Can ä zu Himyaritis kommt; aber 
das darunter liegende Tihäma dem Rothen Meere entlang gehört 
nicht dazu. 

Selbst im engsten Sinne bestehen die Himyar aus vielen von 
einander entlegenen Stämmen, und es ist schwer zu errathen, wann 
und wie sie dazu kamen, sich alle einen gemeinschaftlichen Namen 
beizulegen. Ein dynastischer Name ist Himyar nicht, denn der herr- 
schende Stamm hiess sich noch zu Ptolemseus' Zeit Tzafär. Wahr- 
scheinlich wurde ihr Dialect das Himyarische benannt, und diese 
Benennung zunächst auch auf die Stämme, welche ihn sprachen, 
angewendet. Die Ausdehnung auf ganz heterogene Stämme, die 
Himyar der zweiten und dritten Ordnung, hängt mit der Ausdehnung 
der Macht der Tobba s zusammen, und der Name deutete eine politi- 
sche und nicht länger eine sprachliche Gemeinschaft an. 

85. Sehr ausführlich ist die Nachricht, welche der Periplus, 
§§ 21 — 23, über die Himyariten enthält. Muza, heisst es da, ist ein 
guter Seehafen voll von arabischen Rhedern und Schiffern und be- 
treibt einen thätigen Handel auf eigenen Schiffen mit Libyen und 
Barygaza. Ueber demselben, drei Tage entfernt, liegt die Stadt Save 
in dem Lande, das man Mapharitis heisst; dort in der Stadt Save 
regiert der Tyrannos Gholaibos. Nach fernem neun Tagen folgt die 
Metropole Saphar, in welcher Charibael, der rechtmässige König 
zweier Völker, der Homeriten und der daran stossenden Sabaiten, 
residirt. Als Freund schickt er häufig Gesandtschaften und Ge- 
schenke an die römischen Kaiser. Von Muza werden Landesproducte 
exportirt, auserlesene Myrrha, abeirminäische Stacte (Tropfen-Myrrha, 
vgl. Plin. Xu, 15, § 68), Lygdos *) und alle die bereits erwähnten 
Waaren, welche von Adulis über das Wasser gebracht werden. 

Die Unterscheidung zwischen Tyrannos und „rechtmässiger 
König", svfts^o; ßasasü«;, ist schon dem Dr. Vincent aufgefallen; 
in das richtige Licht wird sie aber durch Kremer's Forschungen 



*) Vincent sagt: Lygdos ist eine Sorte weissen Marmors oder vielmehr 
Alabaster. Plin. XXXVI, 8, § 62: Paulum distare ab eo in unguentorum fide 
multi existimant Lygdinos in Paro repertos, qua lances craterosque non excedant, 
antea ex Arabia tantum advehi solitos, candoris eximii. 



76 

gebracht. Er hat gezeigt, dass das Himyarenreich, wie einst Deutsch- 
land, ein Wahlreich war und acht Churfürsten hatte. Legitimer 
König entspricht dem arabischen Tobba* und unserm Kaiser, und 
Tyrannos dem arabischen Qayl und unserm Herzog oder Chur- 
fürst. Das Land der Maäfir, welche Himyariten der zweiten Klasse 
waren, bildete also damals ein Herzogthum des Himyarenreiches ; 
wie wir im § 385 sehen werden, hatte der Qayl der Maäfir nicht 
nur den Küstenstrich, welcher aber nicht von den Ma'äfir bewohnt 
wurde, sondern auch die arabischen Kolonien in Africa zum Lehen. 
86. In Strabo kommt nicht einmal der Name der Himyar vor, 
auch in Plinius' Auszügen aus Juba werden sie nicht erwähnt, denn 
in Plin. VI, 28, § 158 ist Nomeritae statt Homeritae zu lesen 
(vgl. §§ 348, 371). Das erste Mal vernehmen wir ihren Namen in 
der überaus kurzen Zusammenfassung der Wahrnehmungen des Aelius 
Gallus bei Plin. VI, 28, § 161 : numerosissimos esse Homeritas. Es 
wäre interessant zu wissen, welche Stämme sich damals zu den 
Himyar zählten. Das lässt sich nicht bestimmen, doch ist sicher, 
schon damals war Tzafär ihr Mittelpunkt ; die Hafenplätze an der Küste 
von 'Aden und Muza gehörten ihnen aber noch nicht. Die Himyar 
waren selbstständig, aber nicht dominirend, denn in Juba, also etwa 
20 Jahre v. Chr. , erscheinen noch die Sabseer als die unbestrittene 
Obmacht Südarabiens, und Muza war noch im Besitze der Gebaniten, 
welche sich insoweit als Vasallen der Sabseer benahmen, als sie sich 
ihnen nicht widersetzten (vgl. § 386). Gallus hat die Hauptstadt der 
Sabaser erobert und somit ihre Macht oder vielmehr ihr Prestige — denn 
Macht hatten sie schon lange keine mehr — gebrochen. Im Periplus 
erscheinen die Sabaiten schon als Unterthanen des Himyarischen 
Königs. Zwischen der Zeit des Juba und der des Periplus hatte 
also ein radicaler Umschwung in Südarabien stattgefunden. Die 
Himyar, welche bis dahin ungeachtet ihres numerischen Ueber- 
ge wichtes die Sabseer als Obmacht hatten gewähren lassen, stürzten 
sie und setzten sich an ihre Stelle 2 ). Da das Alter des Periplus 



*) Die arabischen Geschichtsschreiber , welche nur alberne Märchen über 
die Vorzeit Südarabiens zn erzählen wissen, machen keinen Unterschied zwischen 
der Sabseischen und Himyarischen Monarchie ; darin stimmt ihnen auch Philo- 
storgus bei, welcher Homeritee für einen neuen Namen der Sabseer hält. Besser 
informirte Quellen hingegen unterscheiden zwischen den zwei Völkern und 
diese Unterscheidung erscheint sogar noch in der Axumitischen Inschrift. 
Es werden da Himyar, Raydän, Sabä und Salhan als dem Negusch unterthänig 



77 



eine Streitfrage ist, wenden wir uns zur nähern Bestimmung der 
Zeit dieser Umwälzung an Plin. VI, 23, § 104. Nachdem er die 
Seehäfen Okelis und Kaue erwähnt hat, fährt er fort: Est et tertius 
portus qui vocatur Muza, quem Indica navigatio non petit, nee nisi 
tliiiiis odorumque Aral)icorum mercatores. Intus oppidum, regia eius, 
appellatur Saphar, aliudque Save. Die Quelle, welcher er diese 
Nachricht verdankte, erwähnt Plinius in § 96 : indicare convenit, quse 
prodit Onesicritus .... dein eam navigationem quse his annis com- 
perta servatur hodie. Er gibt also die allerneuesten Berichte wieder. 
Der angeführte Passus hat eine frappante Familienähnlichkeit mit 
dem Periplus. Im Periplus wird von Muza gesagt, dass es sich als 
Arabia prima gestaltet. Plinius gibt die Ursache davon an: es ist 
nicht ein Ankerplatz der Indienfahrer, sondern, wie 'Adan, Reiseziel 
des Verkehrs mit Arabien, vgl. § 385. Statt Landesproducte, evT07rta, 
steht bei Plinius thus und odores. In diesen zwei Worten wird 
eine äusserst wichtige Thatsache constatirt, welche sich aus ver- 
schiedenen Stellen des Periplus ergibt, nämlich dass die Gewürz- 
ausfuhr nach dem Norden, welche die Seele des Sabseerreiches ge- 
wesen war, nicht mehr als Monopol ausschliesslich über Land, wie 
noch zu Juba's Zeit, sondern auch zu Wasser bewerkstelligt wurde, 
und zwar von Muza an durch die Römer. Das war für ganz Arabien, 
was die Entdeckung des Seeweges nach Indien für die italienischen 
Handelsrepubliken gewesen ist. Das wichtigste für unsern unmittel- 
baren Zweck ist, dass Tzafär, die Hauptstadt der Himyar, als der 
Sitz des über Muza regierenden Oberherrn bezeichnet wird. Hier 
fasst sich Plinius viel kürzer als der Periplus, indem er zwar Save 
wohl erwähnt, aber ohne seine Bedeutung als Residenz des Vasallen 
des Tobba hervorzuheben. Plinius starb in 79 n. Chr. ; damals und 
wohl schon einige Zeit früher besassen die Himyar Alles, was ihnen 
vom Periplus zugesprochen wird. Die Zugeständnisse, welche sie 
den Römern machten, führen mich zur Erkenntniss, zu der ich vor 
zwei Jahren noch nicht gekommen war, dass sie ihr Emporkommen 



erwähnt. Iklyl, B. VIII, S. 13: In Tzafär waren verschiedene Schlösser, als 
das Schloss Dzü-Yazan , das Schloss Raydän , das Regierungsgebäude (Qacr 
almamlaket) und das Schloss Schauhatän. Iklyl S. 23: In Märib befand sich 
das Schloss Salhyn, das Schloss al-Hagar, ,s» (weiter unten ^ ) und al- 

Qaschyb. Die Inschrift besagt also : die Himyar mit Raydän, der Stammburg 
ihrer Könige, und die Sabeeer mit Salhyn, der Stammburg ihrer Könige. 



Rom. namentlich dem Feldzuge des Gallus verdankten. Ich versetze 
daher den Anfang der Himyarischen Obmacht ein paar Jahre v. Chr. 

87. Die Homeritae des Ptolemaeus wohnen an der Küste von 
'Adan, che Bewohner Tzafar's. welche doch die Urhimyar sind, neisst 
er Sappharit«. die Bewohner Rodä's Rathini. Diese Küste gehörte 
zur Hausmacht des Tobba und es erscheint daher auch imPeriplus 
'Adan als Himyarischer Hafen. Ptolemams hat. gestützt auf die 
Berichte der Seefahrer, an diese Küste Homeritis versetzt und dessen 
Ausdehnung von Westen nach Osten angegeben, über dessen Aus- 
dehnung in das Binnenland hinein schweigen seine Berichte. Sein 
Informant über die Völker des Innern des Landes hat ihm die Namen 
einiger Stämme, aus welchen das Volk der Himyar bestand, genannt, 
die er ebenfalls in seine Karte eingetragen hat. Wenn der Informant 
bei dieser Gelegenheit auch den Namen Homeritee erwähnte, so 
mochte Ptolemaeus denken, dass er ihnen bereits ihre Stelle ange- 
wiesen habe. Die Laxheit, mit welcher er dabei verfuhr, ist nicht 
grösser, als wenn die Franzosen von den Prussiens sprechen. 

Zur Zeit Hamdäny's waren an dieser Küste die Acbahier (d. h. 
Acbah b. f Amr b. Dzü- Acbah b. Mälikb. Zayd, auch Himyar junior 
genannt, 1). al-Ghauth) die vorherrschende Bevölkerung in Dörfern 
mid Städten mit Ausnahme von dem cosmopolitischen ' Adan. Unter 
ihnen waren Banü Magyd (d. h. Kattabanen) und Wäqidier enclavirt. 
Letztere hatten den sonderbaren Einfall, sich für einen Zweig der 
Thaqyf auszugeben. Im Osten gab es einige Niederlassungen der 
Kinditen, die nicht sehr alten Datums gewesen sein dürften. Diese 
Racenunterschiede sind jetzt verwischt, und in Maltzairs Karte er- 
scheinen an dieser Küste : die Cobelii (eine andere Form für Acbah). 
die 'Aqärib, welche schon von Ihn Mogäwir erwähnt wurden und 
meist Nomaden sind, die 'Abädel (Plur. von 'AM- Allah) und die 
Fodhli. Landeinwärts sind die schon dem Hd. unter diesen Namen 
bekannten Hawäschib. Alle diese Stämme gehören zu den Himyar. 
Hd. 234: Lahag, Abyan und Dathyna sprechen besser arabisch 
(als der Sarw-Himyar). Am besten in diesen Ländern sprechen der 
Kindästamm f Amir und die Audier. Der Dialect von e Adan ist 
schlecht und bastardisch (mowallada), und einige der Bewohner, die 
keine humanistische Bildung besitzen, sind dumm und tölpelhaft. 
Die Banü Magyd, Banü Wäqid und al-Asch'ar sprechen nicht gerade 
schlecht. Im untern Theile des Maäfirlandes (also gerade in Save) 
wird ein Patois gesprochen, im obern Theil etwas besser. Sprach- 



79 

lieh gehören also die Küstenbewohner zu den Himyar des zweiten 
Ranges. 

Auf die Ausdehnung des Reiches der Himyar zur Zeit des 
Ptolemgeus können wir aus den von ihm erwähnten Hauptstädten 
schliessen. Ihre Metropole ist Sapphar. Mariama, der alte Mittel- 
punkt von ganz Südarabien, ebenso wie Thumna erscheinen nicht 
mehr als Hauptstädte, wohl aber Menambis. Es folgt daraus, dass 
die Hamdän noch nicht unterjocht waren und daselbst derHamdän- 
stamm Arhab ein unabhängiges Reich auf die Trümmer des alten 
Sabseerreiches gegründet hatte. Das Epithet metropolis zu Sabbatha 
und zu Maipha bürgt dafür, dass auch Hadhramant sich seiner Un- 
abhängigkeit erfreute, aber sich in zwei Staaten aufgelöst hatte, wo- 
von der letztere zur Zeit des Periplus noch nicht bestand; denn 
damals stand Kane, welches der Lage nach zu Maipha gehört, noch 
unmittelbar unter dem in Sabbatha regierenden Fürsten. 

88. MarW-^ tt6^, 77° 0', 11° 45' (W. A. B. C. N.). Am Fusse 
des Charräz öffnet sich die Bucht Chor 'Imrän, L. 44° 14', die, wenn 
nicht der Eingang versandet wäre, einen vortrefflichen Hafen böte. 
An dieser Bucht lag die Stadt Madoke. Niebuhr hat hier Mishagia, 

und vielleicht ist in Ibn Mog. äuwr statt -> zu 

lesen; Ibn Chord. schreibt *\J^\ Qod. *U^. 

89. MapSaxT) wfoifc 78° 0', 11° 45' (W. A. B. G. N. ; Mapoocy) 
Vvulgo), lag in der Nähe von Ras Qau, welches in L. 44° 31/ am 
Eingang in die grosse Bucht Bandar Imrän steht. Mardache dürfte 
das Nomen loci von radach, dünner Schlamm, Lache, sein. Es ent- 
spricht dem Michläf der Banü Magyd des Ibn Chord. 

90. Ass ? Kü>p), 78° 40', 11° 30' (W. A. B. G. N.; 78° 20', 
11° 45' Vvulgo; eine Var. ist Dees), ist bei Ras 'Imrän, 44° 49', 
zu suchen. In Ibn Chord. entspricht dieser Station Maghäc allülü, 
Perlenfischern. Sollte Gees zu lesen sein, was aus Ghiyäc, Perlen- 
fischerei, entstanden sein könnte? 

91. 'Aptpwiou azpwT-^iov, 79° 20', 11° 30' (A. B. N. V. ; 11° 10' 
W. G.). Der Name erinnert an 'Imrän, doch ist wahrscheinlich 
Gabal Hasan, 44° 58', gemeint. 

92. 'Apaßwc epropiov, 80° 0', 11° 30' (W. A. B. G.; "Apaßia? 
i(X7coptov N. Vvulgo; 11° 10' Vvulgo). Die Leseart 'Apaßia? ist zu 
verwerfen, weil 'Apaßia durch Pomp. Mela III, 80 bestätigt wird. 



80 



Ein bedeutender Ort nimmt häufig den Namen des Landes an: so 
heisst man jetzt Damascus al-Schäm, d. h. Syrien, und Gairo Macr, 
d. h. Aegypten; auch das Umgekehrte ist der Fall, so wurde der 
Küstenstrich Bahrayn auch al-Hagar, „die Stadt", genannt, weil man 
so die Hauptstadt hiess. Die Benennung ist so aufzufassen, dass 
die ägyptischen Seeleute, wenn 'Adan ihr Reiseziel war, einfach 
sagten, ich fahre nach Arabia. Diese Ausdrucksweise besagt, dass 
zur Zeit, als sie üblich wurde, 'Adan der besuchteste Hafen Süd- 
arabiens war. Der Name f Adan war aber nicht unbekannt; Plin. VI, 
32, § 159: gentes Agraei, Ammonii, oppidum Athene, Gauranani. 
Wenn nun die Agrsei, die f Aqärib (Skorpionen, eigentlich Banü 'Aqrab, 
ein Himyarstamm) , die Ammonii , die Bewohner der Küste 'Imrän 
(Ptol. Ammonii Promontorium) und Kinder des Imrän b. al-Häf 
b. Qodhaa sind, also unter den Himyar enclavirte Qodhaiten, wie 
die Magyd, so hat Plinius, wie schon Reichard vermuthete, Athene 
aus f Adan gemacht. 

Im Periplus wird berichtet, dass der Kaiser vor nicht langer 
Zeit 'Adan zerstört habe, und Philostorg nennt 'A<W/i ein TwjAacütov 
£(X7r6piov. Auf dem Berge, der sich über ? Adan erhebt, steht ein 
noch ziemlich wohlerhaltenes Gasteil, das durch seine Bauart den 
römischen Ursprung beurkundet. Die Küste von 'Adan galt den 
Arabern als der südüchste Punkt der Halbinsel und sie maassen mit 
dem Gnomon die Polhöhe. Nach Hd. I fanden sie, dass der Schatten 
zur Zeit des Aequinox 2 1 / 20 Zoll (der Gnomon, wie lange er auch 
sein mochte, wurde, in 12 Zoll getheilt) lang sei, und berechneten, 
dass 'Adan in Br. 12° liege. Nach Ptolemseus liegt es in Br. 11° 30', 
wirkliche Br. 12° 36'. 

93. 'Ayjjwcvmhpt) xwpi, 80° 40', 11° 45' (W. B.; 'At^vk^y) N. 
Vvulgo; 'AyajjLav^Ti VF.; 80° 20', 11° 15' Vvulgo). Hinter 'Adan 
weicht die Küste gegen Norden zurück, was auch dem Ptolemseus bekannt 
war; die vorherrschenden Südwinde kommen dem Seefahrer zu statten 
und er kann die von Ptolemseus geforderten 60' in einem Tage 
zurücklegen. Die von Ptolemseus angegebene Entfernung dieses 
Hafens von Arabia Emporium dürfte also richtig sein und er dürfte 
Shugra, L. 45° 45', d. h. Schoqarä, entsprechen, welches der Qämüs 
als einen Seehafen zwischen al-Ahwar und Abyan bezeichnet. Man 
ersparte zwei Tage Landreise, wenn man für Tzafär bestimmte, von 
Osten kommende, Waaren hier statt in 'Adan landete. Agamanisphe 
ist sicherlich ein Compositum, vielleicht aus Akama, Hügel, und 



81 

Nüzän. Den Ort Nüzän erwähnt Hd. 172; dessen Lage können 
wir aber nur durch Combination bestimmen. Er wurde von einem 
Stamme bewohnt, der sich selbst Banü al-Hadhyry nannte, von 
Fremden aber Ahädhyr oder auch Hadhyr geheissen und zu den 
Madzhig gezählt wurde. Von den in dieser Gegend (im Michläf 
Abyan) sich aufhaltenden Madzhig aber sagt Hd., dass sie gering an 
Zahl und im niedrigen Küstenstrich und am Meere ansässig sind; 
ferner ist der zweite Ort, welchen er nach Nüzän erwähnt, Nacha\ 
welches Maltzan's Nacha i in nächster Nähe von Schugra sein dürfte. 
In der Adm. K. ist etwa 1' westlich von Schugra ein Hügel, Saddle 
Hill, angezeigt; es gibt also eine Akama, Höhe, daselbst. 

94. Mftav o P o ? , 81° 30', 11° 45' (W. A. B. C; 81° 10' VA. 
Vvulgo; 11° 30' N.; 11° 15' Vvulgo). Der 5442 Fuss hohe Berg 
Harräs, L. 46 °, welcher dem Schwarzberge entspricht, ist eine werth- 
volle Landmarke, welche den Schiffer davor warnt, die nordöstliche 
Richtung zu lange fortzusetzen, denn es folgt eine Neigung der Küste 
gegen Süden, welche auch Ptolemseus sorgfältig anzeigt und bald 
darauf das gefahrdrohende magnum litus. Auch Hd. kennt hier 
einen Gabal aswad, Schwarzberg, dessen Lage sich aber nicht genau 
feststellen lässt. 

95. 'Arpa^tTov (var. 'ASpa^^Tcov) x°^p a - (Diese Aufschrift fehlt 
in A. B. G.) Die arabischen Geographen heissen die Küste von 
Las'ä und Scharma die Küste von Hadhramaut, dehnen aber diese 
Benennung nicht so weit gegen Westen aus. Zur Zeit des Periplus 
war Kane ein Seehafen Hadhramauts und gehorchte dem König von 
Sabbatha. Auch Uranius und Juba schreiben Atramitse. In der 
Völkertafel schreibt Ptolemseus Chatramötitse, was auf Verschiedenheit 
der Quellen hinweist. 

96. 'Aßwapc w&ic, 82° 0', 11° 45' (W. A. B.; 'Hß^aa N. 
Vvulgo; A(/.ß«7a(Aa VF.; 81° 0', 11° 15' C). Am Eingange der 
niedrigen Küste ist Klein-Makatayn, L. 46° 22'. Der mit der Küste 
parallel laufende Gebirgszug öffnet sich am östlichen Abhänge des 
4000 Fuss hohen Gabal Fadhly, durch welchen Ptolemseus eine 
Strasse nach Märib anzeigt. Maltzan heisst dieses Thal Merän, 
Hamdäny Wädiy Dathyna. 

Lautähnlichkeit, wenn sie grösser wäre, könnte uns bestimmen, 
Abisama mit Gross-Makatayn, L. 46° 28', zu identificiren. Die ersten 
zwei Sylben sind aus Abu entstanden, welches dort zu Land nicht 
selten in Ortsnamen vorkömmt. Sama lässt sich mit Maltzan's 



82 

Sumbeh, ein wenig östlich von Gross-Makatayn, vergleichen. Auch von 
Gross-Makatayn führt ein Thal, nämlich Ahwar (Hauwar), in das Innere 
des Landes, das gegen Märib hin durch W. 'Azän fortgesetzt wird. 

97. M£ya ? aiytaXo?, 82° 30', 11° 30' (W. A. B. G. N. ; 82° 10', 
11° 10' Vvulgo). 

Sa X H '82° 40', 13° 20' (W.; 82° 20' Vvulgo). 

Sähil bedeutet Küste, Hafenplatz, und davon dürfte Sachle ab- 
zuleiten sein, obschon es unter den Orten des Binnenlandes genannt 
wird; aigialos, litus, aber ist eine Uebersetzung von Sähil. In der 
Adm. K. steht, wo wir uns befinden, low sandy coast with small 
rocky points. Daraus ergibt sich die Navigationsregel, sich weit 
vom Lande ferne zu halten. Ptolemseus hat sie ausgedrückt, indem 
er das litus, welches unsichtbar bleibt, so weit in das Meer hinein 
vorspringen lässt, als die gefährlichen rocky points reichen und noch 
weiter. Wenn nun Sachle das Howhr, L. 46° 46' der Adm. K. 
(Maltzan: Hauwar), ist, dessen Palmen für die Seeleute eine ferne 
Landmarke sein mochten, so musste es bei Ptolemseus, obschon es 
am Meere liegt, als Binnenstadt erscheinen. 

98. MaSa *<%/), 83 °0', 11° 30' (W.A.B.G. N.; Aa^a, 11° 45' 
Vvulgo), fällt mit Schaych c Abd al-Rahmän Dabba, L. 47° 28', zu- 
sammen. 

99. 'EptG&yi nokis, 83° 30', 11° 45' (W. B. G. N.; 'Epifryj A; 
AlytcOTi, 83° 20', 11° 15' Vvulgo), ist wahrscheinlich Haurä, Länge 
47° 41'. 

100. Mocpb? aiyiaAoc, 83° 40', 11° 30' (W.A.B. G.N.; 83° 20', 
11° 10' Vvulgo). Ein Indienfahrer, der auf hoher See bleibt, ist 
nicht in Gefahr, sich an der „kleinen Küste" zu verrennen; sie war 
aber wichtig für die Schiffe, die in den so berühmten Seehafen Kane 
einlaufen wollten; denn ohne diese Warnung hätten sie leicht zu 
früh in die Bucht Ghubbet-'Ayn einbiegen und sich in die Stellen, 
welche in der Adm. K. mit „sand and Shells", „sand and coral" be- 
zeichnet sind, verwickeln können. Sie durften nicht eher einlenken, 
als sie das Vorgebirg al-'Acyda, Kocvt) obtpov, sahen. Aus diesen Be- 
merkungen ergibt sich, dass die kleine Küste in Br. 12° 10', statt 
11° 30' oder 11° 10', zu versetzen sei, und dem Tihäma von Bä- 
el-Haff der Karte zu Wrede entspreche. Sie fängt bei Ras al-Qocayr, 
in L. 47° 52', an. 

101. Kocvy) ifMropiov *al a*pov, 84° 0', 11° 30' (W. A.B. G.N.; 
12° 30' V.; 12° 0' Vvulgo; in C. fehlt xad; Stephanus Byz. S. 73 






83 

schreibt nach anderer Autorität 'Axawat). Die Leseart 12° 30' ist 
unbedingt richtig. Diesen im Alterthum berühmten indischen Stapel- 
platz hat man für Hicn alghoräb gehalten, er entspricht aber Bä-1- 
Haff (Bül-Häf) am Vorgebirge Ras al-'Acyda, L. 48° 14', Br. 13° 15'. 
Oestlich davon, in einer Entfernung von 11' = 110 Stadien liegt die 
Insel Halany, und 5' SO von Halany oder 13' = 130 Stadien von 
I>ä-l-Haff ist die Insel Gibus, auch al-Sikka, die Strasse (bei Carter 
Silckah) genannt. Es heisst daher im Periplus, § 27 : „Kane gegen- 
über liegen zwei unbewohnte Inseln, wovon die eine Orneön, d. h. 
Vogelsinsel, und die andere Trullas heisst, die Entfernung von Kane 
beträgt 120 Stadien." 

102. TpouTJa )^y)v, 84° 0', 12°40 / (W.; TpoiAocVD.; Hpoutoa 
G. VA.; 74° 15' C; 12° 20' N. Vvulgo). Nach dem Periplus ist 
dieses der Name einer der Inseln bei Kane. Ptolemseus bezeichnet 
damit den Hafen Hicn alghoräb. Die Entfernung dieses Hafens von 
Halany, welches wahrscheinlich Trullas insula ist, beträgt nach 
Dr. Carter nur eine englische Meile. Der Name Hicn alghoräb, 
Rabenschloss, kommt schon in Ibn Mog. vor. Nach Wellsted erhebt 
sich über das Meer ein 500 Fuss hoher Fels, auf dem Ruinen eines 
Schlosses stehen, die nur durch Einen Pfad zugänglich sind. Auch 
am Fusse des Felsens sind Ruinen. Man hat zwar in einer Inschrift 
von Hicn Ghoräb den Namen Kane gefunden. Gesetzt, man habe 
richtig gelesen, so ist doch damit wenig bewiesen. 

103. MaKpaS- xo>p), 84° 20', 13° 0' (Vvulgo; Mai&a&W. A. C. 
N.). Qämüs 1114, vgl. Maräcjd III, 186: Mayfaat bedeutet Hoch- 
land. Mayfa xslx< und Mayfaat 'ixz\< sind zwei, eine Tagereise 
von einander entfernte, Ortschaften an der Küste von Yaman. In 
der Karte zu Wrede erscheinen zwei Wädies, welche an ihrer Mün- 
dung in's Meer ungefähr diese Entfernung von einander haben und 
beide Mayfa' a heissen. Bei Miles heisst das östliche Mayfa, das west- 
liche Maifah, was auf dasselbe hinauskommt. Maltzan, wohl in Hin- 
blick auf das Maräcjd, heisst das östliche Maifa a, das westliche Mefat. 
Das scheint mir verkehrt zu sein. Ptolemaeus' Maiphat entspricht 
dem Hafen Magdaha in L. 48 ° 31', also ganz nahe bei dem östlichen 
Wädiy, und sein Maipha metropolis liegt in der Fortsetzung des 
westlichen (vgl. § 252). 

104. HptovoTov 6poc, 84° 40', 13° 0' (W. A. B. C. N.; IIpio- 
vwtov VAM. ; 84° 20' Vvulgo). Dieser Berg hat schwerlich von 
seiner sägeförmigen Gestalt seinen Namen, sondern, wie es scheint, 



84 

hat man ihm diese Gestalt zugeschrieben, weil Borüm : an xpitov, 
Säge, erinnert. Ras Borüm liegt in L. 49 ° 0', also ein wenig weiter 
östlich als der Prionotus. 

105. FIpiwvcx; woTapou ©cßoW, 85° 0', 13° 30' (W. A. B. G. 
N.; IIpiovo?, 16° 10' Vvulgo; 16° 30'. VOx.). 

AI 7WiY«l toö ftoraptiG, 82° 0', 17° 30' (W. A. B. ; 81° 0' G. ; 88° 0', 
17° 10' Vvulgo). Die Lage, nordöstlich von Ras Borüm, weist auf 
das recht bedeutende W. Qirbe, welches bei der Mündung den Namen 
W. Fuwa annimmt. Ptolemseus hat den Prion ebenso schlecht ge- 
zeichnet , wie andere arabische Flüsse : er entspringt in der absolut 
wasserlosen Wüste Qayhad, setzt über eine hohe Wasserscheide und 
bewässert Maipha metropolis und Raida, welche in W. Mayfa liegen. 

106. 'Efißotoov Kcopi, 85° 30', 13° 30' (W. B.; 'Epßotov G. 
VACDFOx,; 'Ej/.ßoXwv N.), muss dem Hafen entsprechen, welchen 
die arabischen Geographen Las'ä und auch al-As'ä heissen und häufig 
als den Hafen von Hadhramaut bezeichnen. Man heisst ihn auch 
nach der Landschaft, in der er liegt, Schehr, und in der Adm. K., 
L. 49° 27', sind daselbst Ruinen angezeigt. Ibn Ghord. 113 nennt 

folgende Häfen : 'Adan; das Michläf J^ (Madzhig?); das Dorf des 
* Abd Allah b. Madzhig ; das Michläf Kinda ; al-Schehr, welches das 
Land der Kinda ist. In den letzten zwei Namen steht Kinda statt 
Hadhramaut, und in den vorhergehenden zwei Madzhig statt Sarw. 
In beiden Fällen wird das Land nach den vorherrschenden Bewohnern 
benannt. S. 60 versetzt Ibn Ghord. al-Schehr ganz richtig 100 Far- 
sangen von c Adan und sagt : dieses ist einer der grossartigen Werften. 
Es hat weder Felder noch Viehzucht, aber daselbst findet man Amber, 
Aloes, Moschus und die Waaren Indiens, Chinas, Azaniens, Abessiniens, 
al-Bacra's, Gidda's und al-Qolzum's. 

107. TpiTY) YttGoq, 86° 30', 12° 0' (B. VAS. Int.; Tpv^ W. A. 
N. ; TpiTry) G.). Die einzige Insel, welche ich in diesen Regionen 
entdecken kann, ist Jezirat Sharma der Adm. K., L. 50° 2'. Sie 
ist so klein, dass sie nur im Plan des Hafens angezeigt wird, und 
ist nur einen Flintenschuss weit vom Festlande entfernt. Ptolemseus 
folgt seiner Gewohnheit, indem er sie weit in das Meer hinaus 
wirft. 

108. TpviTos fcfitfv, 86° 20', 13° 45' (W. B. C. N. ; T P lto<; VA.; 
85° 30' VF.; 86° 0' VM.; 13° 30' A. VF.; 15° 45' Vvulgo). Im 
Idrysy und im Gihännumä wird Scharma, welches Bucht, Hafen 



85 



bedeutet, als Eigennamen gebraucht und als Seehafen von Hadhra- 
maut genannt. Der Eingang zum Hafen wird durch das soeben 
erwähnte Inselchen Scharma geschützt. 

109. 0tato)|Aa& >tw{AY), 87° 0', 14° 0' (W. A. B. G. ; 0iaXipc# 
VC; 0taX^7]Xa N. Vvulgo), entspricht al-Qocayr, L. 50° 21'. 

110. Mooxa Vriv, 88° 30', 14° 0' (W. A. B. N.; 88° 10' 
Vvulgo; 87° 30' C). Nach dem Peripl. § 32 ist Moscha ein Hafen, 
in welchem ägyptische Schiffe, welche zu spät aus Indien zurück- 
kommen, während der stürmischen Jahreszeit Herberge suchen. Das 
erinnert an Ibn Mog.: „Ras Fartak erhebt sich am Eingang der 
Mondsbucht. Daselbst ist ein Landungsplatz für Schiffe, welche aus 
Indien kommen". Wir werden also Moscha um so mehr in der 
Nähe des Ras Fartak suchen, als dieses Vorgebirg bis auf den 
heutigen Tag als die erste Landmarke gilt, auf welche die von 
Bombay kommenden Dampfer zusteuern. Entfernte Lautähnlichkeit 
führt uns zu Chore Maqschy, L. 51° 55', einem weniger als eine 
Stunde westlich von Ras Fartak gelegenen und durch das halb- 
kreisförmige Vorgebirg Darga gegen den Südwestwind geschützten 
Hafen. Doch die Lage, welche Ptolemaeus dem Moscha portus an- 
weist, würde auf Sayhüt an der Mündung des W. Misyle, L. 51° 16', 
passen, während der Periplus deutlich sagt, Moscha liege in Tzafärien. 
Der Widerspruch zwischen beiden Quellen veranlasst mich in Ptole- 
maeus L. 89 ° 30', statt 87 ° 30' *), zu lesen (was für Maqschy passen 
würde), und den Periplus eines Irrthumes zu zeihen. Welchem 
Seemann würde es einfallen, auf der Fahrt von Indien gegen das 
Rothe Meer in die tiefe Mondsbucht einzulaufen, um in Raysüt, dem 
einzigen zu diesem Zweck günstig gelegenen Hafen, Schutz gegen 
den Mansun zu suchen? Im Periplus wird berichtet, dass die ägyp- 
tischen Seefahrer in Moscha von den königlichen Beamten Weihrauch 
im Tausch für Muslin und Getreide erhalten. In einer andern Stelle 
des Periplus heisst es aber, dass bei dem Vorgebirg Syagros ein 
Castell und ein Hafen sei, und dass daselbst der Weihrauch deponirt 
werde. Ich glaube nun, dass gerade dieses der Hafen Moscha sei, 
dass er zum Reich des Königs von Tzafär gehörte, aber nicht in 
Tzafärien gelegen war. Weil auch Socotra zu diesem Reich gehörte, 



*) Sayliüt ist so wichtig, dass es Ptolemaeus kaum übergangen hat ; dessen 
Name und die wahre Position von Moscha mögen ausgefallen, und somit der 
Text verdorben worden sein. 



86 



stelle ich mir dasselbe als eine kleine Seemacht vor, glaube aber 
nicht, dass es sich so tief in das Binnenland erstreckte, auch die 
Weihrauch producirenden Hochlande zu umfassen. Dioscorides I, 82 
heisst eine Sorte Weihrauch die syagrische, dagegen finden wir bei 
ihm keine Erwähnung des sachalitischen Weihrauchs (vgl. § 117). 
Ich glaube, dass der König von Tzafär nur über den sachalitischen 
Weihrauch disponiren konnte (der nagdische wurde wohl durch 
Karawanen exportirt), diesen für die Bequemlichkeit der ägyptischen 
Indienfahrer nach dem etwa eine halbe Stunde von Maqschy gegen 
Ras Fartak hin gelegenen Qaqar schaffen liess, und dass der Weih- 
rauch darnach der syagrische genannt wurde. Den syagrischen 
Weihrauch Messen die Griechen auch arojxo;. Das Verbum fartaka 
bedeutet in Atome zerlegen, zerstäuben. Vielleicht hiessen die Araber 
diesen Weihrauch den fartakischen , und übersetzten die Griechen 
dieses Wort. 

111. Suocypo? obcpa, 90° 0', 14° 0', entspricht Ras al-Fartak, 
L. 52° 12', wie schon Vincent gezeigt hat. Syagros bedeutet zwar 
Wildschwein, doch glaubt Carter, dass das benachbarte Dorf Qaqar, 
sprich Sagar, zu dieser Benennung Anlass gegeben habe. Im Peripl. 
§ 30 heisst es : an dieser Bucht ist das grösste Vorgebirg der Welt ; 
es schaut gegen Osten. Carter bemerkt dazu: it is next to Ras 
Sajar the highest and largest promontory on the S. E. coast of 
Arabia. Like Ras Sajar, it is scarped to the sea on its eastern, 
and slopes rapidly to the piain on its Western aspect .... Its sud- 
den turn connected with the presence of such a high and narrow 
ränge isolated from all other mountains, makes this cape, although 
it is not the largest, the most striking on the S. E. coast of Arabia. 

112. Vom Rothen Meere kommend, haben wir nun Ras al- 
Fartak erreicht. Von hier an haben wir drei Seestrassen zu unter- 
scheiden : 

1. Den Seeweg um Socotra herum nach az-Zang (Azanien). 

2. Den Seeweg der Küste entlang in die Mondsbucht. An diesem 
beschäftigen uns zehn Positionen, wovon die letzte Abissa ist. 

3. Den Seeweg nach 'Oman und Indien, auf diesem sind die 
Zenobii insulse septem die erste Landmarke; und ich werde ihn 
unter einer eigenen Rubrik besprechen. 



87 



IX. Seeweg nach Azanien (az-Zang). 

113. „Wer von f Adan nach dem Lande az-Zang (Azanien) segeln 
will, sagt Hd. 95 (vgl. Ym. III, 102), schlägt (bis Ras al-Fartak) 
denselben Weg ein, wie wenn er nach 'Oman wollte, und er hält 
die Insel Socotra in Sicht zur Rechten, bis sie hinter ihm ist ; dann 
steuert er darum herum nach dem Meere von az-Zang." Dieser 
Umweg ist rathsam wegen des Vorherrschens des Südwindes an der 
africanischen Küste und in dem Golf von 'Adan, aber nicht weil, 
wie Hd. glaubt, der Meerbusen von f Adan durch eine Barriere von 
den Azanischen Gewässern getrennt wird. Auf dem Rückwege be- 
nützte man den Südwind, der, wie schon Plin. Xu, 19, § 87 wusste, 
heftig weht, und folgte dem directen Weg, scharf um das gefährliche 
Gap Gardefu herum. Auch wenn man von 'Adan ausläuft und in 
Socotra landen will, muss man bis Ras al-Fartak der arabischen Küste 
entlang fahren; desswegen wird diese Insel von den Alten mit 
Syagros in Verbindung gebracht. So sagt der Peripl. § 30: Syagros 
gegenüber, zwischen diesem Vorgebirge und dem africanischen Vor- 
gebirge Aromata, doch näher dem erstem, liegt die Insel Dioscoridu. 
Und Plin. VI, 28, § 153 : Nee minus altera (insula) clara in Azanio 
mari Dioscoridu, distans a Syagro extimo promontorio CCLXXX mill. 
pass. Aus dem Periplus geht hervor, dass die ägyptischen Seefahrer 
häufig, statt die erwähnte Seestrasse zu verfolgen, der africanischen 
Küste entlang fuhren und in jedem Hafen landeten. Das erklärt 
sich aus den Geschäften, welche die Kaufleute auf den Schiffen 
machten. Selbst in Bezug auf unsere Zeit sagt Wellsted von dieser 
Küste: all commercial transactions are confined to barter; money 
during these bargains being never required or thought of. Among the 
Sumalis , with the exception of some of their Chiefs , few appear to 
possess a Single dollar. Sie mussten von Hafen zu Hafen hausieren, 
um -ihre Waaren zu verwerthen und um eine Ladung zusammenzu- 
bringen. In Rapta jedoch mag es im Alterthum Firmen ! ) gegeben 



') Wahrscheinlich war es wie zur Zeit Mohammad's in Makka. Es gab 
grosse Kaufleute, denen weniger Bemittelte ihre Waaren in Commissiou an- 
vertrauten. Solche Kaufleute hatten dann durch eigene und fremde Mittel grosse 
Vorräthe zur Disposition. Vgl. Leben des Mohammad, III, 97, 



88 • 

haben, welche die Schiffe befrachten konnten. Wahrscheinlich wurde 
auch der Handel in arabischen Häfen — die grossen ausgenommen — 
auf dieselbe Weise getrieben. Daraus erklärt sich, wie dem Ptole- 
maeus so viele Küstenorte bekannt wurden. 

114. AiooxoupGSou 7i wfoi«, 86° 40', 9° 30' (W. A. N.; Aiocrxo- 
ptöou? vfaos jcal icoXk auTTi? G. ; 85° 0', 10° 30 B.; 86° 20', 8° 30' 
Vvulgo). 

T6 &UTUtOV TT\q V7)G0U TUSpa?, 85° 0', 10° 30'. 

Die in Bezug auf Syagros so weit nach Westen gedrängte Lage 
Socotra s auf Ptolemaeus' Karte zeigt, dass er wusste, die Wasserstrasse 
nach dem Vorgebirg Aromata gehe östlich von der Insel vorüber ; er 
wollte Raum für die Strasse gewinnen und ihre Winkel vermindern. 
Die Entfernung der Insel von Syagros , die Plinius ziemlich richtig 
angiebt, und auch die Längenausdehnung derselben ist bei Ptolemseus 
zu gross, ohne dass ich die Ursachen dieser Uebertreibungen zu er- 
rathen wüsste. Es gibt übrigens auch Hd. die Länge der Insel zu 
80 Farsangen an, während sie nur 71 englische Meilen, also nicht 
einmal ein Drittel so lang ist. 

Unter den Producten Socotra's heben die Araber die Socotrische 
Aloes, nach Wellsted Aloe spicata und Aloe Socotrina, von den 
Insulanern Tayof, von den Arabern Subal geheissen, und auch das 
Drachenblut hervor, welches, wie sie behaupten, nur in dieser Insel 
wächst. Der officinelle Name dieses Harzes ist dam alachwayn, der 
vulgäre war ayda* und qätir; vielleicht ist der Name Socotra nicht 
aus dem Sanskrit zu erklären, sondern von qätir abzuleiten. Nach 
Wellsted heissen jetzt die Araber das Drachenblut dam choheil und 
die Socotriner heissen es Edah Us>) ?). Die Einwohner , sagt der 
Periplus, sind wenig zahlreich und bestehen aus Fremden: Arabern, 
Indiern und sogar Griechen. Letztere hatten nach Kosmas ihre 
Sprache bewahrt und bekannten sich zum Ghristenthum. Hd. S. 95 
(vgl. Ym. III, 102) berichtet über die Einwohner: daselbst gibt es 
Repräsentanten aller Mahrastämme; die Zahl waffenfähiger Männer 
beläuft sich auf etwa 10,000; sie bekennen sich zum Ghristenthum. 
Sie erzählen, dass Leute aus dem Lande der Byzantiner von Ghos- 
roes dahin geworfen worden seien ; dann liessen sich Mahnten nieder, 
wohnten neben ihnen und einige bekehrten sich mit ihnen zum 
Ghristenthum. Die Bewohner von f Adan behaupten , dass kein 
Byzantiner auf die Insel gekommen sei, sondern dass die frühern 
Einwohner als Goelibatäre lebten und ausstarben. Dann liessen sich 



89 

Mahnten und einige Häretiker daselbst nieder, und es wurde der 
(orthodoxe) Islam gepredigt, doch später vermehrten sich die Häre- 
tiker, griffen die Orthodoxen an und tödteten sie bis auf zehn Per- 
sonen. 

115. KojocwvaTou Tprtc wv to [xiaov, 83° 0', 9° 0' (W. A. B. ; 
Kox-xovayou G. N. Vvulgo ; KojocovaTou VBE. Pal. 1 ; Gocconati Latt. ; 
nach N. und Vvulgo sind deren sechs). Dies sind die drei Inseln 
westlich von Socotra, welche auf der Karte Saboyna, Samün und 
Dardschi heissen. 

116. 'Ayxfto^sou; Suo, 81° 20, 10° 0' (W. A. B. G. N.; 81° 0' 
Vvulgo), dürfte die Insel Berber oder Berberä der Araber und 'Abd 
al-Qäriy der Karten sein. Hd. 94 (vgl. Ym. I, 343 und III, 102) 
sagt, dass Socotra und die Insel Berberä einen Theil der in gerader 
Linie (von Westen nach Osten) laufenden Barriere zwischen (der 
Bucht von) f Adan und dem Lande (Meere) der az-Zang bilden. Er 
entwickelt diesen Gedanken ferner : Die Insel Berberä ist eine inner- 
halb des Rayons der Küstenstriche Yamans (Ym. Abyans) gelegene, 
und, obschon vom Meer umflossen, zu 'Adan gehörige Scheidewand, 
welche (er meint die ganze Scheidewand, drückt sich aber ungenau 
aus) sich (von 'Adan angesehen) von den Punkten des Horizontes, wo 
der Ganopus aufgeht, in östlicher Richtung ausdehnt. In dem gegen 
'Adan gekehrten Theile der Insel befindet sich der Berg al-Dochän. 

Auch Ptolemseus scheint die Lage der Insel in Bezug auf 'Adan 
bestimmt zu haben, und vielleicht hatten auch ihm die Schiffer be- 
richtet, dass sie von 'Adan angesehen gegen die Aufgangsstelle des 
Ganopus liege; denn dieses war eine für sie schwer entbehrliche 
Bestimmung der Weltgegend. Auf dem Weg von Azanien zurück 
lässt man Socotra und wohl auch die Insel Berberä im Osten hegen, 
und sobald man letztere passirt hat, liess sich in jener Zeit der Weg 
nach 'Adan nur mittelst der Sterne ermitteln. 



X. Die Küste der Mondsbucht und Tzafäriens. 

117. In Ptolemaeus folgt nach Syagros die Aufschrift Sa^aXirwv 
facopa). Hier erscheinen die Sachaliten als ein Volk; im Peripl. § 29 
ist EayaXiTTK y.61tzo<; der Name einer Bucht oder vielmehr eines 
Küstenstriches, und so betrachtet auch Ptol. lib. I, cap. 17 die Sache, 



90 

wo er den Marinus tadelt, diese Bucht westlich von dem Vorgebirge 
Syagros verlegt zu haben, während sie doch nach dem Zeugnisse 
Aller, welche jene Gegend besucht haben, jenseits desselben sei. 
Auch in einer Glosse zu Ptolemseus (bei Nobbe) zu obiger Auf- 
schrift ist vom Sachalitischen Meerbusen die Rede, und wir nehmen 
daher das Wort zunächst als Ortsnamen, und suchen den Ursprung 
des Wortes zu erklären. Carter (Journ. As. Soc. Bombay, II) 388) 
sagt : Between these two points the (frankincense) trees are congre- 
gated in two distinct localities: on the summits and sides of the 
highest ränge of mountains near the coast, and on the piain between 
them and the sea: the former is called the Nejdee or highland and 
the latter Sahil, J4*» (sie!), or plains on the coast. In spätem 
Aufsätzen schreibt Carter J&-L» , was richtig ist. Diese flachen, 
niedrigen Küstenstriche sind bald breit, wie in Tzafärien, bald eng, 
und verschwinden gänzlich, wie bei den Didymi montes, welche 
senkrecht aus dem Meer emporsteigen. Weiter unten sagt Carter, 
dass die in Sähil erzeugte Quantität Weihrauch im Vergleiche zu der 
des Nagd gering sei. Von einem Unterschied der Qualität berichtet 
er nichts. Da aber die Bergproducte überall verschieden sind von 
denen des Flachlandes, werden die Alten wohl Recht haben, indem 
sie, wie dies im Peripl. § 32 geschieht, den sachalitischen Weihrauch, 
6 Sa^aXfcr/i; Xtßavo?, als eine eigene Sorte hinstellen , und die Ver- 
muthung liegt nahe, dass die Griechen das Wort Sähil zuerst im 
Ausdrucke sachalitischer Weihrauch vernahmen, und dass sie dann 
ohne Rücksicht auf die Grundbedeutung den Fundort dieser Weih- 
rauchsorte Sachalitis nannten. 

118. Somit wäre die Frage: ist Sachalitis östlich oder westlich 
von Syagros Promontorium? zu Gunsten des Ptolemseus erledigt, 
wenn er die Benennung auf die Küste der Weihrauchregion be- 
schränkte. Er aber übersetzt zweimal (vgl. §§ 97, 100) Sähil mit 
aiyto&os, betrachtet Sachali tse als Volksname und dehnt dieses Volk 
bis Asabon Promontorium, also sogar über 'Oman aus. Dadurch 
wird Sachalitse ungefähr gleichbedeutend mit Schihr oder Schahr, und 
es scheint also eine Verwechslung stattgefunden zu* haben. 

Ueber Schihr haben wir zweierlei Berichte. Die gelehrten Geo- 
graphen, welche sich an den centralarabischen Sprachgebrauch halten, 
betrachten es als Ortsnamen und geben ihm eine grosse, aber un- 
bestimmte Ausdehnung. NachYm. III, 263 heisst schihr, wie sähil, 



91 

enger Küstenstrich. Für diese Bedeutung bietet auch Ym. IV, 522 
eine Belegstelle; er führt den Abu 'Obayda an, welcher vom schihr, 
engen Küstenstrich, 'Omans spricht. Man gebraucht es auch als 
Eigennamen, und zwar für die ganze Küste zwischen f Adan und 
'Oman (Acma'y bei Ym. III, 363). So kommt es, dass man jetzt 
einen Seehafen diesseits Ras Fartak, wo Marinus Sachalitis hinver- 
setzt, Schehr heisst, vgl. § 106. Hd. 92 kommt von 'Oman und nennt 
unmittelbar nach al-Schahr die Bucht von Haschysch, welche in der 
Adm. K. in L. 58° 15' steht. Sein Schahr liegt also der Insel Macvra 
gegenüber. 

119. Der Tourist Ibn Mogäwir, welcher dem südarabischen 
Sprachgebrauche folgt, fasst die Sache ganz anders auf. Er spricht 
von Macyra und sagt: Die Einwohner dieser Insel werden Mahra 
genannt. Sie bewohnen die Gebirge von Tzafär, die Insel Socotra 
und die Insel Macjra. Sie sind lange, schöne Leute und sprechen 
eine eigene Sprache, welche kein Fremder versteht. Sie nennen sich 
Sahra (oder Schahra). Diese Verhältnisse sind noch dieselben. Carter 
S. 45 spricht vom Gebirg bei Damkot (westlich von Tzafär) und 
sagt: „this part is called Jibäl Kamar (Mondgebirg) or Schaher". 
Nach Hd. 92 ist Qamar, der Mond, der Name eines Zweiges der 
Mahra. Man fasste also obige Benennung auf, als bedeute sie Ge- 
birge der Qamar oder der Schahr, d. h. es erhielten die Gebirge 
ihren Namen von den Bewohnern. Ibn Mogäwir bemerkt ferner, 
dass die erwähnten Mahra sich Schahra nennen, weil sie Zauber- 
künste treiben. Der Name, der verschiedentlich ausgesprochen wird, 
steht also mit dem centralarabischen sihr, Zauber, in Verbindung. 
Das wird auch in einem genealogischen Mythus angedeutet. Der 
Vater Mahra's heisst bei. den Genealogen Haydän. Nach dem Qämüs 
aber ist Haydän, oder Hayda, oder Hayd-'Owwar u. s. w. der Name 
eines Berges in Yaman, in welchem eine Höhle ist, worin die Zau- 
berei gelehrt wird. Diese Bemerkungen führen uns zu den Schrift- 
stellern, welche älter sind als Ptolemseus und Marinus und noch 
nicht sähil mit schahr vermischten. Plin. XII, 14, § 52 : regio thuri- 
fera Saba appellata, quod significare Grseci dicunt mysterium. Die 
Varianten für Saba sind Sariba, Saribu und Arabia; weil bis auf 
den heutigen Tag die Gebirge , welche den Weihrauch erzeugen, 
Gibäl Schahr geheissen werden , lese ich Sara. So auch in Theo- 
phrast, Hist. pl. IX, 4, wo der Text ebenfalls das geläufigere Saba 
hat. Sohn § 710, welcher wie Plinius dem Juba folgt, sagt: regio 



. 92 

thurifera Arabia appellata est, id est sacra. Mysterium und sacer 
sind Euphemismen für Zauber. Als Volksname kommt Sara bei 
den Alten nicht vor ; doch sagt Plin. § 54 : Ferunt MMM non amplius 
esse familiarum, quse ius (des alleinigen Besitzes der Weihrauch- 
pflanzen) per successiones id sibi vindicent. Sacros vocari ob id, etc. 
Das arabische Wort für Sacri gibt er nicht. Es kann nur Sari sein. 
Vielleicht hat er Sachri (ch für , wie in Sachalte von J^W 
gefunden und darin das lateinische sacri erkannt! Theophrast nennt 
ausser Saba (Schahr) auch Mali, d. h. Mahra. 

Versteht man unter Sachalitis die Schehrküste, so liegt es dies- 
seits und jenseits von Syagros Promontorium, und Marinus hatte 
ebenso Recht wie Ptolemseus. 

120. Im Periplus herrscht in Bezug auf diese Küste Verwirrung 
und Widerspruch. Der Stadiasmus, von Syagros angefangen, ist 
fast genau richtig: von Syagros quer durch die Bucht Omana 
600 Stadien. Das bringt uns bis Damkot (Neogilla navale); dann 
hohen Felsen entlang, deren Höhlen bewohnt werden, 500 Stadien. 
Das bringt uns ein wenig über Ras Seger der Adm. K. (Didymi 
montes) hinaus; dann nach Asich 1500 Stadien. Das bringt uns 
wirklich nach Häsik. Diese Strecke können wir in Ptolemseus' Karte 
nicht verfolgen, weil sie ganz falsch gezeichnet ist. Omana ist 
demnach die Mondsbucht, Ghubbet alqamar. 

Man hat sich daran gestossen, dass im Periplus die Mondsbucht 
Omana heisst. Bekry kommt von Hadhramaut durch das Land der 
Mahra nach der Küste und sagt: al-As'ä (vgl. § 106) ist eine der 
Städte von al-Schihr (al-Schähr) und die Gränze ' Omans und liegt 
an dem Sähil des Meeres u. s. w. Auch Ibn Mogäwir rechnet Tzafärien zu 
'Oman. Andererseits rechnet Ym. II, 453 Chatt, das nach unserer 
Eintheilung zu Bahrayn gehört, zu 'Oman und IV, 215 heisst er 
den ganzen Persischen Meerbusen das Meer von 'Oman. Die Nomen- 
clatur der Araber ist eben sehr lax. So viel ist sicher, dass die 
Alten die Weihrauchregion 'Oman heissen; bei Ptolemseus heisst 
desswegen das Emporium derselben Omanum, § 259, der Fluss Or- 
manus (für OmanusT), § 127, und die Bewohner Omanitse, § 397. 
Es sind auch die Omani ,,des Gewürzlandes" des Isidor Ghar. bei 
K. Müller, Fr. H. Gr. IV, 256, doch gewiss dasselbe Volk wie die 
Omanitse des Ptolemseus. 

121. Auch einige charakteristische Züge in der Beschreibung 
dieser Küste wie: „auf die Bucht Omana folgen hohe, felsige, steile 



93 

Berge, in welchen die Menschen in Höhlen wohnen", haben sich 
bestätigt. Carter berichtet von denselben 3000 bis 4000 Fuss hohen 
Felsen, welche im Osten mit Ras Sagar schliessen: there are many 
caverns also in the preciptous parts towards the sea and many of 
them are inhabited, as we could see at night by the fires. Nach 
diesen Felsen, fährt der Periplus fort, folgt ein Hafen, welcher als Depot 
des sachalitischen Weihrauchs dient. Dieser Hafen ist ohne Zweifel 
Raysüt (vgl. § 129). Schliesslich heisst es im Periplus, der (sacha- 
litische) Weihrauch hegt längs ganz Sachalitis in Haufen, die von 
Niemanden bewacht werden. Hier hat Sachalitis die ursprüngliche 
engste Bedeutung: das Sähil (Küstenstrich), welches Weihrauch er- 
zeugt. So weit ist der Periplus klar und richtig. Falsch ist hingegen, 
wenn er den soeben erwähnten Hafen Moscha heisst und behauptet, 
dass daselbst die ägyptischen Indienfahrer Herberge suchen (vgl. § 110). 
Moscha portus hat mit Raysüt das gemein, dass beide Weihrauch- 
depots waren. Es scheint, dass der Verfasser des Periplus zwei 
Berichte vor sich hatte, und alles, was sich auf Sachalitis bezieht, 
durcheinander warf. Das zeigt sich besonders in § 29, wo er im 
Wesentlichen sagt : Nach (östlich von) Kane folgt die Sachalitische Bucht 
und die Weihrauchregion. Im § 30 fährt er dann fort : da erhebt sich 
das grösste Vorgebirg der Welt ; es heisst Syagros. Man kann sich's 
gefallen lassen, wenn er Sachalitis, wie Marinus, westlich von Syagros 
anfangen lässt, aber er hätte wenigstens die Weihrauchregion nicht 
unmittelbar nach Kane anfangen lassen sollen. Er wurde dazu durch 
die Aenderung der Bedeutung des Wortes Sachalitis verleitet. 

122. Mstoücov iwapi, 88° 0', 16° 0' (W. A. B. C; KoupoxaTov 
Vvulgo; 16° 30' N. Vvulgo). Der relativen Lage nach zu urtheilen 
ist es Herüt (Carter: Hirot), L. 52° 11', Br. 15° 59'. Es mag aber 
das viel bekanntere Chalföt (Ibn Mogäwir Chalfät, d. h. er gebraucht 
die nordarabische statt der südarabischen Pluralform), Br. 15° 51' sein. 

123. AÄffopa xupi, 87° 20', 16° 45' (W.; ro&t? statt zwp B. 
N. ; civitas V. Int.; 15° 15' Vvulgo), ist Ghaytza. Carter schreibt 
äkjsA^ und spricht Ghraida und Ghraitha und heisst es eine Stadt; 
Adm. K. L. 52° 15', Br. 16° 12', al-Gheither, mit r. Wenn Aysara 
aus Ghaytza entstanden ist, so sprachen die Dragomane der Griechen 
in diesem Falle das Ghayn wie 'Ayn. 

124. 'A TT 7) *(opi, 87° 30', 17° 30' (W. A. C. N.; 'A^n B. 
VACD.; Anca VBas.), mag Irrüb (Carter: Arnub) sein. 



94 

125. 'Actosc xwp), 88° 30', 18° 30' (W. A. B. G. N.; 18° 20' 
Vvulgo), Wädiy Schighöt (Carter: Schagot) zwischen dem östlich 
davon gelegenen Gebirge Hadthob und dem Gebirge Fattak (Karte: 
Fatk). Die Oeffnung dieses Wädiy gegen das Meer ist enge, aber 
es scheint sich landeinwärts zu erweitern, sagt Carter. 

126. Nsäyitta fatynov, 89° 0', 19° 0' (W. A. B. C. N. ; NsoyeioÄa 
Vvulgo), ist Damköt, L. 54° 52', Br. 16° 34'. Carter sagt: the 
principal seaport, indeed the only one in the bay of el-Kamar. 

127. 'Oppavou TuoTa^oO sxßoW, 89° 30', 20° 30' (W. B.; 
88° 30', 16° 30' Vvulgo; 20° 10' A. C; 89° 0', 19° 30' N.). Statt 
atßoXai, Mündung, ist ^/lyal, Quellen, zu lesen, wie aus der Karte 
ersichtlich ist. Die Position der Mündung ist ausgefallen. Es gibt 
nur Einen Bach von Bedeutung an dieser Küste, von welchem 
Carter S. 44 sagt: A little further westward of the Kais ibn 
Ammar comes a third ravine or Valley, which has a west north- 
westerly direction. It is called Kharifot (L. 53° 17') and has a 
stream of water running through it. It appeared riche in Vegetation 
and at its entrance was a large grove of date trees; these three 
ravines (Qays ibn 'Othmän, Qays ibn Ammar oder 'Omar undChary- 
föt) are all close together and within fifteen miles of Ras Sajar. 
Die Mündung dieses Flusses soll also bei Ptolemseus etwa in 89° 40', 
19° 0' liegen. Ormanus dürfte statt Omanus stehen. 

128. Atöupa opv), 90° 15', 19° 20' (W. A. C. N.), sind das 
500 Stadien lange Gebirg des Periplus. Vom Meere, bei Annäherung 
an die Küste der im Alterthum so berühmten Weihrauchregion, an- 
gesehen, muss es sich überaus imposant ausnehmen, und wenn das 
biblische Sephar wirklich mit Tzafärien identisch ist, begreifen wir, 
dass dessen Lage nach dem Gebirge bestimmt wurde, wie in den 
Worten der Genesis 10, 30: Alle diese sind Söhne Joktans. Und 
ihre Wohnsitze sind von Mescha an bis gen Sephar, an dem Berge 
gegen Osten. Die vorzüglichste Höhe dieses Gebirges, das Vorgebirg 
Sagar schaut wirklich gegen Osten. Didyma mag aus *j^ ji, Bdel- 
liumpalmen erzeugend, abgeleitet werden. Carter beschreibt, was er 
auf einem Besuch in diesen Bergen sah und sagt : there was also the 
Moql tree (Bdelliumpalme) there, the gum of which they call tabka. 
In andern Stellen sagt er, dass diese Palmen neben dem Weihrauch- 
baume in grosser Menge wachse. 

129. KwgsuSv) tto^, 91° 0', 20°0'(W.B. C; Kwcapa, Bcoffsu&Y), 
Btoaapa V.; toXi; fehlt in A. VADMS. Int.). Ptolemsens verlegt 



95 

diese Stadt ungefähr einen Grad NO von den Didymi montes, was 
nach seiner Meinung 500 Stadien ausmacht, und ihre Lage stimmt 
daher mit der des Hafens in Sachalitis, welchen der Periplus irr- 
thümlich Moscha nennt, überein. Er entspricht Raysüt, dem geräu- 
migen und sichern Hafen Tzafäriens. Da der Anfangsbuchstabe K 
und B geschrieben wird, dürfen wir wohl Röseyde lesen und den 
Namen von Raysüt ableiten ; wenn aber Koseyde die richtige Leseart 
ist, sind wir versucht, sie mit dem Volksnamen Qodhaa in Ver- 
bindung zu bringen (vgl. §§ 398 ff.). Jetzt ist Raysüt öde, aber 
zu äusserst auf dem Vorgebirge entdeckte Carter die Ruinen eines 
Castells und weiter landeinwärts Grabstätten, welche drei Morgen 
Land bedecken. Nahe beim Hafen findet man frisches Wasser, und 
in nicht grosser Entfernung wächst der Weihrauchstrauch und die 
Bdelliumpalme. Hd. 92 sagt: An dieser Küste, halbwegs zwischen 
'Oman und f Adan liegt Raysüt. Es ist ein Hort wie ein Gasteil, 
und man hat auch ein Gastell auf einem Berge erbaut. Es ist vom 
Meere umgeben , ausser von einer Seite , wo es mit dem Festlande 
zusammenhängt. Geht man (von Westen kommend) gegen 'Oman, 
so führt der Weg über Raysüt, und man kann hineingehen, oder, 
es rechts liegen lassend, vorbeireisen ; denn der Scheideweg, wo sich 
der nach Raysüt abzweigende Weg von der 'Omänstrasse trennt, ist 
eine Meile von der Stadt entfernt. Die Einwohner sind Azditen, 
nämlich Banü Hadyd (welches ein Azdstamm ist). Zu Anfang dieses 
Jahrhunderts machten einige Banü al-Qamar einen Nachtüberfall über 
die Azditen in Raysüt und tödteten viele von ihnen, darunter den 
Häuptling 'Arnr Hadydy. Unter den Qamariten waren die Ghanzaryt 
am thätigsten (Carter S. 28 traf Hassärit , er schreibt (IaW) zu 
Häsik). Sie vertrieben die übrigen Einwohner und diese zerstreuten sich 
im Lande des Mahrastammes al-'Abab (al-Ghayth?) und Messen sich in 
Häsik und Mirbät nieder. Nach einiger Zeit leistete ihnen der Mahra- 
stamm al-Thogharä Beistand, und sie kamen wieder im Besitz ihrer 
Feste. Die al-Thogharä aber fürchteten sich vor der Rache der 
Chanzaryt, verliessen das Land und begaben sich nach Radha , wo 
der Qamarstamm Banü Riyäm seine Wohnsitze hatte , und wurden 
ihre Nachbarn. Die Banü Riyäm besitzen ein grosses Castell in 'Oman. 
Man sagt, dass die ältesten Einwohner Raysüts die al-Nayäsira waren, 
sich neben ihnen dieHadyder niederliessen und die Hegemonie erlangten. 
130. Mavrstov 'ApTspSo?, 91° 40', 20° 0' (W. A. B. G. N.; 
91 ° 20' Vvulgo). Artemis (Diana) ist eine Uebersetzung des arabischen 



96 

Wortes alqamar, Mond. Wir haben da die Ghubbat alqamar, Monds- 
bucht, die Gibäl alqamar, Mondsgebirge, die sich im Osten an Ras 
Sagar anschliessen, und die Banü alqamar, Mondssöhne. Plin. XII, 
16, § 69 heisst die dritte Myrrhesorte Dianitis, vielleicht wurde sie 
vom Oraculum Dianse bezogen. Es wächst zwar keine Myrrhe da- 
selbst ; sie konnte aber vom Innern des Landes dahin auf den Markt 
gebracht werden. Das Mondorakel liegt nach Ptolemseus sehr nahe 
bei Raysüt. Von dieser ehemaligen Hafenstadt dehnt sich dem 
Meere entlang gegen Osten eine fruchtbare, wasserreiche Ebene aus, 
die nur wenige Fuss über dem Meeresspiegel erhaben, etwa 9 Stunden 
lang und bei Tägha, wo sie am breitesten, eine Stunde weit ist. 
Sie bildet gleichsam eine Nische im Gebirge und wird jetzt Dofär 
(Tzafär) genannt. Carter fand daselbst die Ruinen von nicht weniger 
als sechs Städten, Raysüt und Tägha nicht dazu gerechnet. Er hat 
sich bemüht, über den Ursprung dieser Ruinen Nachrichten einzu- 
ziehen, und der Schaych von Tägha sagte ihm: that there was no 
traditional history connected with them further than that they had 
been erected by a family called Min Gui, the same people who 
built the city of El Balad. Vielleicht ist hier ein Missverständniss, 
und fragte der unermüdliche Forscher : wer hat Tägha, wer hat al- 
Balad erbaut? und der Schaych antwortete: banähä man qawyy, es 
baute sie ein Starker. Aus arabischen Schriftstellern lernen wir 
bloss, dass in 618 d. H. die Stadt Tzafär zerstört und nahe dabei 
Mancüra erbaut worden ist, welche später den Namen Tzafär erbte. 
Mancüra ist wahrscheinlich das moderne al-Balad, d. h. die Stadt. 
Vielleicht waren die sechs jetzt in Ruinen liegenden Orte nachein- 
ander die Hauptstädte Tzafäriens. Es ist unmöglich zu bestimmen, bei 
welcher Ruine das Oraculum Diana? gestanden habe; doch verdient 
folgende Stelle Ibn Batüta's, B. II, S. 204, angeführt zu werden: 
„eine halbe Tagereise östlich von Tzafär (er meint Mancüra) ist al- 
Ahqäf, die Wohnplätze der 'Aditen. Dort steht an der Küste eine 
Kapelle und eine Moschee, die von einem Fischerdorfe umgeben 
wird. In der Kapelle ist ein Grabmal mit der Aufschrift : Dieses 
ist das Grab Hüd's, des Sohnes 'Abir's. Ich habe bereits erwähnt, 
dass es auch in der Moschee von Damascus eine Stelle gibt, über 
welcher diese Aufschrift steht." Vielleicht ist diese Moschee und 
dieses Grabmal der Mondstempel unter neuer Firma. Sie fällt mit 
Tägha in 54° 22', 17° 2' an einem Inlet zusammen, welches 
für Flösse und Boote als Hafen dienen konnte. Aus dem alten 



97 

Mondstempel das Grab Hüd's zu machen, war ein verfehlter Ver- 
such, denn Tägha steht für Taghut, Götzentempel. Zur Zeit des 
Ihn Mogäwir war Tzafär im Besitze der Hadhramautiten ; und früher 
regierte daselbst Sultan Mancur. Zu Yäqüt's Zeiten war ebenfalls 
ein unabhängiger Fürst in Tzafär, welcher sich das Weihrauchmonopol 
aneignete, und die Verletzung desselben bei Todesstrafe verboten 
hatte. Diese Beispiele des häufigen Herrenwechsels müssen in der 
Behandlung der alten Geschichte des Weihrauchhandels in Betracht 
gezogen werden. 

131. 'Aß^a ttoXi?, 92° 20', 20° 15' (W. B. C. N.; 'Aßusaa 
VFOx.; 'Aßiatfocyi VBE. ; 'Aßiaa Vvulgo; es fehlt mohq in A. VAGD. 
Latt.). Die Lage in Bezug auf Oraculum Dianae lässt keinen Zweifel, 
dass dies Mirbät, L. 54° 40', sei. Ym. IV, 481 sagt: es ist der Seehafen 
für die Stadt Tzafär und fünf Farsangen davon entfernt. Der Hafen 
ist gut und wird von den Kaufleuten oft genannt, während die Stadt 
Tzafär (nur eine Rhede, aber) keinen Hafen, in dem die Schiffe 
bleiben könnten, besitzt. Die Einwohner sind Araber von der Art 
der alten Araber. Sie sind gute Leute, aber haben abstossende, un- 
verträgliche Manieren und ein starkes Nationalgefühl. Merkwürdig ist 
in ihnen die Abwesenheit der Eifersucht, eine Folge der Landessitte. 
Ihre Frauen gehen nämlich jede Nacht ausserhalb die Stadt, setzen sich 
zu fremden Männern, unterhalten sich und spielen mit ihnen einen 
grossen Theil der Nacht. Der Ehemann, Bruder, Sohn und Neffe 
geht vorüber , ohne Notiz zu nehmen und unterhält sich mit- einer 
andern. Tägha ist 5, Balad hingegen 11 Farsangen westlich von 
Mirbät; das Tzafär dieses Berichtes ist also Tägha. 

132. In der Zeichnung des Rahmens der ganzen Südostküste 
Arabiens liess sich Ptolemseus einzig und allein von den Navigations- 
regeln der Indienfahrer leiten. Nach diesen setzte er die Position 
der von ihnen besuchten Seehäfen und der von ihnen beobachteten 
Landmarken fest, und dann erst machte er sich an die Berichte der 
Küstenfahrer und füllte die Zwischenräume aus. Von der Meerenge 
Bäb-al-Mandab bis Ras Fartak (Syagros) entfernten sich die Indien- 
fahrer nicht zu weit von der Küste, und ihre Berichte konnten sich 
daher blos durch die Abwesenheit einiger Einzelheiten von denen 
der Küstenfahrer unterscheiden. Jenseits Ras Fartak aber gingen 
nicht nur die für Malebar, sondern auch die für die Indusmündung 
bestimmten Schiffe auf die hohe See, begnügten sich der Charyän- 
Maryän- (Zenobischen) Inseln , und dann der Insel Macyra ansichtig 

7 



98 

zu werden, und kamen erst bei Ras alhadd (Korodamon) wieder in 
Sicht der Küste des Festlandes. Die Position dieses Vorgebirges 
bestimmte nun Ptolemaeus nach den Berichten der nach der Indus- 
mündung fahrenden Schiffe, und sie wurde somit von der Position 
Ras Fartak's abhängig. Das heisst, er nahm die Zahl der Tage, die 
ein Schiff von Ras Fartak bis Ras alhadd unterwegs ist, und die 
Richtung, die es innehält v in Betracht, verwandelte die Tage in Ent- 
fernung und bestimmte darnach die Lage von Ras alhadd (Koroda- 
mon). Nachdem er es in seine Karte eingetragen hatte, nahm er 
die Berichte der Küstenfahrer nach Tzafärien und vervollständigte 
die Karte. Ich will nun die Fehler, welche aus diesem Verfahren 
entspringen mussten, aufzeigen. 



XI. Wasserstrassen nach Indien. 

133. Zijvoßioü.feBTa, cov to [jägov, 91° 0', 16° 30' (W.; [^STagu 
B.; äv /-. t. X fehlt in C; 16° 10' Vvulgo; 12° 10' A.). Dies ist 
die Gruppe Charyän-Maryän, deren vier grössere Inseln Häsiky, 
Saudä, Hallanyya und Qiblyya heissen; letztere liegt in L. 56° 17', 
Br. 17° 30'. Peripl. § 33: „Darnach (nach Raysüt) dehnt sich auf 
dem Festlande ein Gebirg aus bis Asich, eine Distanz von 1400 Sta- 
dien (die wahre Distanz ist etwa 1300 Stadien). Dem Ende des- 
selben gegenüber liegen sieben Inseln, die man die Zenobischen 
heisst." Ras Häsik ist in L. 55° 20', Br. 17° 23'. Idrysy I, 6: 
Häsik ist eine kleine Stadt, wie ein Dorf, aber befestigt ; dort, nament- 
lich in der Bucht al-Haschysch, werden viele Fische gefangen. Diese 
Bucht ist tief wie ein Beutel. Wenn ein Schiff hineingeräth, kommt 
es nicht leicht wieder heraus. (Um diese Bucht zu vermeiden, war 
es am besten, die Insel Qiblyya links zu lassen.) Häsik gegenüber 
sind zwei Inseln: Gharyän und Maryän (die Zenobischen). Ueber 
Häsik erhebt sich der Berg Nüs. Es ist ein hoher Berg, der aus 
dem Meere emporsteigt. Hinter demselben gegen Norden ist das 
Land der 'Aditen, und dort ist auch, zwei Meilen von Hasik, das 
Grab ihres Propheten Hüd. Plin. VI, 29, § 176, nachdem er uns 
zur Meerenge Bäb al-Mandab gebracht hat, fährt fort : Reliqui omnes 
propter solis ardorem navigari posse non putaverunt. Quin et com- 
mercia ipsa infestant ex insulis Arabes Ascitse appellati, quoniam 



99 

bubulos utres binos sternentes ponte piraticam exercent sagittis 
venenatis. Die Askiten sind die Häsikiten (die Ableitung von arao;, 
Schlauch, ist lächerlich), und die Inseln, in welchen die Piraten 
wohnen, können nur die Zenobischen sein. Ein Vergleich dieses 
Berichtes des Plinius mit Arrian, wo ebenfalls die Behauptung aus- 
gesprochen wird, dass das Meer wegen der grossen Hitze nicht be- 
fahrbar sei, zeigt, dass er in die Zeit Alexander's des Grossen zurück- 
reiche. 

In Ptolemseus' Karte liegen die Zenobischen Inseln, wie Markian 
bei Stephanus Byz. richtig daraus herausgelesen hat, in der Sachaliti- 
schen (d. h. Monds-) Bucht ; das ist falsch und zeigt, dass sie zu den 
Positionen an der Küste in gar keiner Beziehung stehen. Er hat 
ihre Lage einzig und allein nach den Angaben der Indienfahrer be- 
stimmt. Diese werden von Plinius in zwei Stellen, wovon sich jede 
auf eine andere Wasserstrasse bezieht, resümirt. Er sagt VI, 23, 
§ 100: Postea (nach Alexander M.) a Syagro Arabiae promontorio 
Patalen Favonio quem Hippalum ibi vocant, peti certissimum vide- 
batur decies et ter centenüm XXXII M. passuum sestimatione. Meine 
Seekarten reichen nicht bis zum Indusdelta, wo Patale lag, und ich 
kann daher die Seestrasse von Syagros bis dahin nur ganz ungefähr 
messen. Es ergeben sich etwas mehr als 1000' und da 1322 röm. M. 
gleich 1067' ist, dürfte die Zahl des Pünius genau richtig sein; es 
scheint also, die Schnelligkeit des Schiffes ist mit der Logleine ge- 
messen worden. Die Zahl 1332 ist aus 12 X 111 entstanden, d. h. 
sie waren 12 Tage unterwegs und legten täglich 111 römische Meilen 
= 88', was 3 2 /3 Knoten per Stunde macht, zurück. Unter gewöhn- 
lichen Umständen betrachtet man das als einen günstigen Fortschritt, 
aber hier, wo das Schiff den ganzen Weg vor dem Wind war, hätten 
sie mehr machen können, wenn sie gute Schiffe besessen und alle 
Segel aufzuspannen den Muth gehabt hätten. Wir wollen nun den 
Ptolemaeus auf dieser Strasse verfolgen. 

Er läugnete aus apriorischen Gründen die Passatwinde, und 
glaubte, dass die Winde unter dem Aequator und (wie aus seiner 
Anwendung der Theorie hervorgeht, vgl. lib. I, c. 9 und 17) auch weit 
nördlich davon besonders veränderlich seien, so sehr, dass er erklärt, 
er würde keine Einwendung erheben, wenn Jemand den mittlem 
Tageskurs, den er doch sonst ausserhalb des Rothen Meeres zu 
500 Stadien annimmt, zu 400 Stadien veranschlüge. In dieser Ueber- 
zeugung fährt er fort, jenseits Syagros, wo das Schiff auf offener 



100 

See vom Hippalus (Südwestmansun) getrieben wurde, die in 24 Stunden 
zurückgelegte Strecke zu 500 Stadien per Tag, was nach seinem 
System 60' macht, zu berechnen. Das natürliche Resultat seines 
Verfahrens ist, dass hier die Entfernungen arg zusammenschrumpfen. 
Von Ras al-Fartak bis zu dem der Zenobischen Insel gegenüber- 
liegenden Punkt der Seestrasse sind in Wirklichkeit 250', auf Ptole- 
mseus' Karte aber nur 2° 35' seiner Grade. Diese Entfernung, 
wenn wir mit ihm den Werth des Tageskurses zu 500 Stadien 
(= einen seiner Grade) annehmen, macht, in Zeit verwandelt, 62 Stun- 
den. Aus dem Vergleich der Zeichnung des Ptolemseus mit der 
Wirklichkeit ergibt sich also, dass ein Schiff auf dieser Strecke un- 
gefähr 100' per Tag oder 4 Knoten in einer Stunde zurücklegte. 
Das kommt dem aus Plinius gewonnenen Resultate sehr nahe. 

134. 'Opyava (Stffco?); 92° 0', 19° 0' (W. A. B. G. N. ; am 
Rande von add. B. E. Pal. 1 steht 'Oyup^). Diese Insel ist auf 
Ptolemseus' Karte gerade so weit von den Zenobischen Inseln ent- 
fernt, als diese von Syagros. Diese Lage entspricht der der Insel 
Macjra, L. 58° 55', Br. 20° 25'; denn messen wir die Seestrasse 
von Ras Fartak bis zum Nordende Macyra's, so liegt die Insel Qib- 
lyya genau halbwegs. Aber der Name Organa wird von Arrian 
§ 37 nicht auf Macyra, sondern auf die Insel Hormüz, L. 56° 30', 
Br. 27° 3', an der gleichnamigen Meerenge angewendet. Es dürfte also 
die Glosse zu einigen Handschriften des Ptolemseus „Ogyris" eine 
begründete Gorrectur sein. Die Insel Ogyris (= Macyra) wird viel- 
fach erwähnt und den einlässlichsten Bericht darüber gibt Strabo 
S. 766. Auf der Insel Oarakta (Kischm), erzählt er, traf Nearchus 
den Sohn des Statthalters von Phrygien, Mithropastes, welcher sich 
vor Darius nach Ogyris geflüchtet hatte, und nun von Ogyris in die 
Insel Oarakta gekommen und von deren Beherrscher Mazenes als 
Schützling aufgenommen war. Auf die Bürgschaft des Mithropastes 
erzählen sowohl Nearchus als Orthagoras: „von Karmanien gegen 
Süden bei 2000 Stadien liege die Hochseeinsel Ogyris , auf welcher 
des Erythras Grabmal gezeigt wird, ein grosser mit wilden Palmen 
bepflanzter Schutthügel. Erythras aber sei des Landes König gewesen 
und habe dem Meere von sich den Namen hinterlassen". Die Insel 
Organa oder vielmehr Ogyris des Ptolemseus liegt zwar nicht gerade 
südlich, aber genau 2000 Stadien von Karpelas Promontorium, dem 
nächsten Punkte Karmaniens in seiner Zeichnung. Nun ist freilich 
Macyra 360' = 3600 Stadien von Ras Jask, 57° 47', 25° 44', dem 



101 

nächsten Punkt Karmaniens entfernt, aber wir kennen die Ursachen, 
welche den Ptolemseus zur Distanzverkürzung in diesen Meeren ver- 
leiteten, und dieselben dürften auch den Nearchus dazu geführt haben. 
Mithropastes hat die Entfernung gewiss nicht in Stadien, sondern in 
Tageskursen, angegeben ; man kann aber in der günstigen Jahreszeit 
von Macyra in dritthalb Tagen Masqat und von dort in anderthalb 
Tagen die Küste Karmaniens erreichen, und vier Tage machten für 
den alten Admiral, wie für Ptolemseus 2000 Stadien. Daraus folgt, 
dass weder der Eine noch der Andere etwas vom Mansun wusste; 
die Küstenbewohner aber ihn benützten. 

Die Legende vom König Erythras war ganz im Geschmacke der 
Griechen, und die Insel Ogyris erhielt dadurch eine Art Berühmtheit. 
Macyra ist aber entlegen und war wenig bekannt, und desswegen 
entstand Meinungsverschiedenheit über die Lage von Ogyris. Dio- 
nysius Per. 606 — 607 spricht vom Erythrseischen Meere, welches, 
wie er in V. 38 sagt, auch das Aethiopische (er meint also das 
Meer der Zang arabischer Geographen, in welchem Macyra liegt) ge- 
nannt wird und sagt: Es liegt aber für dich weiterhin (von der 
Meerenge Hormüz), ausserhalb des Vorgebirges Karmaniens, Ogyris, 
wo der Grabhügel des Königs Erythras ist. Er stimmt also mit 
Strabo überein. Arrian § 37 hingegen behauptet, Erythras liege auf 
der Insel Oarakte, Kischm, begraben; den Namen Ogyris nennt 
er gar nicht. Vielleicht liess er sich durch den von Agath. § 5 
(vgl. Strabo 779) ausführlich erzählten Einfall des Persers Boxos, 
der in Athen lebte, leiten. Der Name Boxos heimelt mich an, weil 
er in Indien unter allen Namen der häufigste ist; die Engländer 
machen nämlich aus Khodä-bachsch, Geschenk Gottes, Imäm-bachsch 
und dgl. m. regelmässig Boxo. Eine solche Abkürznng mögen sich 
auch die Athener erlaubt haben , und vielleicht war der Name des 
Erzählers Mithra-bachsch. Unser Boxos erzählte, dass Erythras 
ein Perser war und dass ihm eine Löwin eine Heerde Pferde ver- 
scheucht und in das Meer gejagt habe. Sie schwammen auf eine 
Insel, und Erythras zimmerte einen Floss und folgte ihnen. Er 
war der erste, der die Insel betrat, und sowohl in diese als 
andere Inseln Ansiedler brachte, und daher sei das Meer nach ihm 
benannt worden. Boxos konnte an keine andere Insel gedacht haben 
als Kischm. Er stellte, wie es scheint, der bekannten Fabel vom 
arabischen Erythras auf Ogyris eine andere von einem persischen 
Erythras entgegen; sie ist viel alberner als die ältere, weil sie den 



102 

Erythras, und die Erfindung der Schifffahrt in eine bestimmte Zeit, 
die der Mederherrschaft, versetzt. Eines lernen wir jedoch von Boxos, 
nämlich dass auch die Perser jenes Meer das Rothe hi essen. Werth- 
los ist, was Mela über Ogyris berichtet. Die darauf bezügliche Stelle 
des Plin. II, 28, § 152 werde ich in § 137 zu erklären versuchen. 

135. Sapam&os, £v jj ispov, 94° 0', 17° 30' (W. ; Socpa^aSo; 
A. G. N. ; Grash. bemerkt : fuit forte 2apama<;, ev yJ ispov SapamSo? ; 
10° 30' N.; 20° 10' Vvulgo). In Peripl. 33 wird berichtet: „Ungefähr 
2000 Stadien von den Zenobischen Inseln kommt man zu einer andern, 
Serapidis insula genannt, die etwa 120 Stadien vom Festlande ent- 
fernt ist. Sie ist 200 Stadien breit und 600 lang. In drei Gauen 
leben Ichthyophagen, böse Menschen, die arabisch sprechen und 
Gürtel aus Palmblättern tragen; man findet viel und ausgezeichnete 
Schildkröten, und von Kane laufen dahin Boote und Lastschiffe 
aus." Das gegenüberliegende Festland und wohl auch die Insel 
gehörte damals zu Persien. Wir haben hier Macyra unter einem 
andern Namen. Die Entfernung von Syagros ist bei Ptolemseus 
beinahe dieselbe wie die Organas von Syagros; und es scheint, 
dass er den einen Namen für Macyra, nämlich Organa oder Ogyris, 
dem Berichte der Seereise nach der Indusmündung, den andern, 
Serapidis insula, dem Berichte von Seefahrern, die weiter südlich, 
etwa in Barace (Broach, sprich Brötsch), landeten, entnommen 
habe ; denn letztere würden schon bei Syagros einen mehr südlichen 
Weg eingeschlagen haben, und Magyra wäre das letzte gewesen, 
was sie von Arabien sahen, und eine Landmarke für den weitern 
Kurs. 

136. KopoSapv axpov, 93° 0', 20° 15' (W. A. B.; KopoSaßov 
N. C. VBE. Pal. 1 ; 29° 0' G.), ist Ras alhadd, früher Ras al-Gomha, 
oder auch, vielleicht fehlerhaft, al-Gomgoma genannt, L. 59° 53', 
Br. 22° 33'. Dieses Vorgebirg ist niedrig, aber landeinwärts erhebt 
sich ein Berg bis 2700 Fuss, den man von weiter Ferne sieht, 
auch sind die Umrisse der Küste sehr markirt, indem sie von der 
Ferne wie zwei gerade Linien von unabsehbarer Länge erscheinen, 
die sich in einem rechten, ja fast spitzen Winkel bei Ras alhadd 
begegnen. Diese Landmarke ist so deutlich, dass die Indienfahrer 
bei ihrem Anblicke ihrer Sache sicher sein konnten, ohne sich dem 
Lande zu sehr zu nähern. 

Obschon die Schiffer, welche Sind oder Gutch (sprich Katsch) 
besuchen, die Gebirge 'Omän's noch einige Zeit sehen, so nehmen 



103 



sie doch hier von Arabien Abschied, wenn sie nicht, um sich mit 
Wasser zu versehen, in Masqat einlaufen. Ptolemseus versetzt Koro- 
damon 400' von Syagros, was 6 2 /* Tage Fahrzeit repräsentirt. Die 
Wasserstrasse ist 640' lang , und es ergibt sich 4' per Stunde oder 
120 römische Meilen per Tag mittlere Geschwindigkeit, also dieselbe 
Grösse , welche die Details Syagros-Zenobii insulse; Zenobii insulse- 
Organa; Organa-Korodamon ergeben. Wenn dieses Resultat auch 
nicht genau mit dem Berichte des Plinius übereinstimmt, so ist 
es doch immerhin eine recht befriedigende Bestätigung, und gewährt 
uns einen unverhofften Blick in die Navigation der Alten. 

Ptolemseus ist seinem verfehlten Systeme nur bis Ras alhadd 
(Korodamon Promontorium) treu geblieben, welches er in L. 93° 0' 
verlegt. Wäre er fortgefahren, von hier bis Patale nach Tageskursen 
zu rechnen, so hätten die noch übrigen 572 Tage eben so viele 
Grade gemacht, und Patale hätte Länge 98° 30' erhalten, er aber 
versetzt es in Länge 112° 50'. Dazu ist er durch die Zeichnung der 
an Sind anstossenden Küste Mekrän's, die auf andern Daten beruht, 
gezwungen worden. 

137. Die andere Stelle des Plin. VI, 23, § 104 lautet: Indos 
autem petentibus utilissimum est ab Oceli egredi. Inde vento Hippalo 
navigant diebus quadraginta ad primum emporium Indise, Muzirim, 
non expetendum propter vicinos piratas. Nach Ptolemseus liegt Muziris 
in Br. 14° 0', und man hat es daher mit Mangalör identificirt. Der 
kürzeste Seeweg von Bäb al-Mandab nach diesem Seehafen läuft von 
Westen nach Osten mit einer kleinen Neigung nach Norden. Wenn 
die Alten genau den kürzesten Weg verfolgt hätten, so würden sie 
bald nach Kane (etwa bei Ras al-Kelb) die arabische Küste aus dem 
Auge verloren haben. So genau nahmen sie es aber nicht, und sie 
hielten sich bis dahin der Küste so nahe, dass sie bisweilen in Kane 
landeten. Sicherlich war aber Ras Fartak der letzte Punkt des Fest- 
landes, dessen sie ansichtig wurden. Dieses so wichtige Vorgebirg 
diente ihnen zur Orientirung. Sie bestimmten bei seinem Anblick 
die Richtung, die das Schiff nehmen soll (sie steuerten, nach ihrer 
Ausdrucksweise, nach dem Frühlings-Sonnenaufgang), und berechneten 
die Zeit, wann sie die indische Küste erblicken würden. Auch auf 
dem Rückweg suchten sie dieses Vorgebirg auf, und landeten, wenn 
die Stürme des Mansun schon nahe waren, in dem nahe dabei ge- 
legenen Hafen Moscha (siehe § 110). Ich will es nun versuchen 
zu zeigen, wie Ptolemseus die Berichte über diese Wasserstrasse 



104 



verwerthet hat. Da bei ihm Syagros fast genau dieselbe Breite 
hat wie Muziris, musste er sich den Lauf der Schiffe von diesem 
Vorgebirg bis zum Hafen genau von West nach Ost vorgestellt haben. 
Mit den 40 Tagen, welche die Schiffe nach Plinius von Okelis (al- 
Mandab) bis Muziris noch unterwegs waren, verhält es sich in Ptole- 
maeus' Karte, wo ein Grad immer einen Tageskurs andeutet, wie 
folgt. Einen Tag bedurften die Schiffe, um aus dem Hafen auszu- 
laufen, sich durch die Meerenge von al-Mandab hindurch zu arbeiten, 
und den Punkt zu erreichen, wo sie ihren Lauf nach Osten richten 
konnten, der bei Ptolemseus durch Poseidonium Promontorium ver- 
sinnlicht wird. Von diesem Punkte bis Syagros, wo sie die Küste 
verliessen, sind bei Ptolemseus 15 Grade oder Tage. Es bleiben 
also von den 40 Tagen noch 24 Tage für die Fahrt auf dem hohen 
Meer, und da Syagros bei Ptolemseus in Länge 90° liegt, sollte sein 
Muziris in Länge 114° sein; er versetzte es aber in Länge 112°. 
Vielleicht haben ihn andere Erwägungen bewogen, die Distanz zu ver- 
kürzen, vielleicht aber waren nach den ihm vorliegenden Berichten 
die Schiffe nur 38 Tage von Okelis bis Muziris auf dem Weg. 

138. Um eine richtige Vorstellung des kartographischen Materials 
der Alten zu gewinnen, muss man sich den damaligen Zustand der 
Schifffahrt vergegenwärtigen. Im Hochsommer, aber noch vor An- 
fang der Hundstage, sagt Plinius VI, 23, § 101 — 106, also Anfangs 
Juli, ging jährlich von Berenike eine Flotille ab (nach Strabo S. 118 
lieferte dazu Myoshormos nicht weniger als 120 Schiffe), die, weil 
die südlichen Meere von Piraten schwärmten, einige Gohorten Bogen- 
schützen am Bord hatte. In ungefähr 30 Tagen erreichte sie Okelis 
(al-Mandab) und hatte eine Distanz von wenig mehr als 800', wor- 
aus sich eine Schnelligkeit von lys' in einer Stunde ergiebt, zurück- 
gelegt. Hier oder in Kane landeten sie, um Wasser einzunehmen 
und die Vorräthe zu ergänzen, was einigen Zeitverlust verursachte. 
Der Monat August war also wohl zu Ende, als sie das Vorgebirg 
al-Fartak erreichten und eigentlich in die hohe See gingen, denHip- 
palus ventus benützend. Dr. Carter gibt folgende Aufschlüsse über 
die Zeit des Eintretens dieses Windes in jenen Gewässern: The 
premonitory swell of the S. W. mansoon called tadbir (tadbyr) had 
commenced long before we had arrived and was gradually increas- 
ing. Its was said to be about 20 days, when Karif (Gharyf) or S. W. 
mansoon fairly sets in. This varies a little but was expected, when 
we were at Resut, on the 10 th or 12 th of June. Das ist gerade wie 



105 

in Bengalen, und ich setze voraus, dass auch der Verlauf ähnlich 
sei. Die Heftigkeit des Mansun hatte also, als sie Ras al-Fartak 
erreichten, schon nachgelassen, und sie konnten die Nachklänge be- 
nützen, um sich von da in wenigen Tagen nach der Westküste 
Indiens wehen zu lassen. Etwa urn Neujahr trat diese Flotille, den 
Nordostmansun benutzend, den Rückweg an. Die Einkäufe beliefen 
sich auf fünfzig Millionen Sesterz, was etwa sieben und eine halbe 
Million Reichsmark ausmacht, und wurden im römischen Reiche 
um das Hundertfache abgesetzt. Das ist der Handel mit Indien; 
aber auch der Verkehr mit Arabien und der Somali-Küste war nicht 
unbedeutend. 

139. Ich kann nicht umhin, die Aufmerksamkeit der gelehrten 
Herren, welche, auf äusserst schwache etymologische Gründe gestützt, 
Ophir nach Indien versetzen, auf oben in Kürze wiedergegebene 
Thatsachen lenken. Sicher ist, dass die Araber vor Gründung der 
römischen Weltherrschaft eben so räuberisch und eifersüchtig auf 
ihren Seehandel mit Indien waren, wie darnach. Wie es diese See- 
fahrer trieben, lernen wir aus Arrian § 32. Nearchus, erzählt er, 
sei an der Küste der Ichthyophagen (L. Greenw. 61° 30') zu einer 
Insel gekommen, die man Nosola heisst, sie ist der Sonne geweiht und 
unbewohnt; aber jeder, der daran landet, verschwindet. Müller 
bemerkt dazu: Qui quidem incolae jam tum fuerint Arabes isti, quos 
recentioribus seculis scimus sibi arcem constituisse latrociniorum, 
unde appropinquantes mercatores aggrederentur, diriperent, direptos 
necarent. Durch solche Diablerien machten es die Araber den Baby- 
loniern und Persern fast unmöglich, Indien zu besuchen. Gewiss trieben 
auch die Askiten im Meer bei der Insel Macyra ihr loses Spiel, um 
den Aegyptern den Weg nach Indien möglichst zu verlegen. Das 
römische Reich, und bisweilen (aber nicht für immer) auch die 
Perser und Babylonier, konnten solche Hindernisse überwinden, aber 
schwerlich der König Hiram, selbst mit dem Beistand der Weisheit 
Salomon's. 



106 



XII. Die Küste von Oman und das Vorgebirg Mosandam. 

140. In den meisten Handschriften des Ptolemseus folgen auf 
die Aufschrift: sv toi; sTSvot; toD llspc^ou xoX-ou (in der Enge des 
Persischen Meerbusens) blos die drei Positionen: Cryptus portus, die 
Schwarzberge und das Vorgebirg Asabon. Diese Godd. sind ohne 
Zweifel richtig. Ptolemseus betrachtet, wie wir sehen, das Meer von 
'Oman als einen Theil des Persischen Busens. Darin stimmt mit 
ihm unter den Arabern Mas'üdy cap. 16 überein, welcher das Per- 
sische Meer bis Ras alhadd reichen lässt. 

Plinius besass einen Küstenbericht vom jetzigen f Omän. Ptole- 
mseus aber benützte keinen und trug desswegen nur einen einzigen 
der vielen Seehäfen, nämlich den, in welchem die für die Indus- 
mündung bestimmten ägyptischen Seefahrer ihren Wasservorrath er- 
gänzten, und Landmarken in seine Karte ein. 

141. KpuTTTo- Iv^y, 92° 40', 21° 30' (W. A. B.; 21° 0' G. ; 
in C. steht Kpu-xö; Xijxyjv vor sv toi; «ttsvoi? toö Dspsutoü koItzqu). 
Die Entfernung dieses Hafens von Korodamon einerseits und von 
Asabon Promontorium andererseits entspricht ungefähr der Masqat's. 
Der Hafen von Masqat hat von Norden her einen engen Eingang 
und wird im Osten von malerischen felsigen Höhen eingeschlossen, 
auf denen zwei oder drei schlossartige Gebäude stehen. Wenn also 
ein Schiffer von 'Adan kommt und die Gegend nicht genau kennt, 
so ist er in Gefahr, dabei vorüber zu gehen und in dem benach- 
barten Matrah zu landen. Desswegen heissen die Griechen diesen 
Hafen den verborgenen, und die Araber, nach Ibn Mogäwir, 'Onna, 
das Gehege. Matrah hat übrigens auch einen schönen, sehr leicht 
nahbahren, aber wenig beschützten, Hafen, von dem ich in einem 
Boote Masqat in einer Stunde erreichte. Mas üdy berichtet, dass die 
Schiffe, welche von Bacra nach Indien und China fuhren, in der 
Insel Hingäm, dann wieder hier Wasser einnahmen. Auch für die 
vom Rothen Meer nach der Indusmündung steuernden Schiffe ist es 
ein bequemer Wasserplatz. 

142. M£Xava. opT) xoc>.ou[/.eva 'Aaaßtov, cov to stüi &aLk<x.G(rf) [jÄgou 
iiziyj* (AdCptf., 93° 0', 22° 0' (W. A. B. G.; 22° 20' N. Vvulgo). 
Mit Schwarzberge (Gabal aswad, woraus Asabon entstanden ist) be- 
zeichnet Ptolemseus die vordere Kette des der Küste 'Omän's entlang 
laufenden Gebirges , welches in der That aus schwarzem Gestein 



107 

besteht. Hinter derselben ist eine höhere, mit Vegetation bedeckte, 
Kette, welche in grosser Entfernung von der Küste sichtbar und das 
Grüne Gebirg geheissen wird. Im Periplus § 35 wird der Name 
Asabön auf das nördliche Ende des schwarzen Gebirges beschränkt. 

143. 'Asaßcov axpov, 92° 30', 23° 20' (W. A. B.; 'Ascraßwv VC; 
23° 0' C), kann zwar mit dem Vorgebirge Mosandam, L. 56° 33', 
Br. 26° 22', identificirt werden ; doch will ich damit nicht behaupten, 
dass die Alten sehr bestimmte Begriffe über diesen Grenzpfeiler oder 
die Meerenge von Hormüz hatten. Nach der Anschauung der Araber, 
die auch die unsrige ist, läuft der Durchschnitt der Meerenge dem 
Meridian entlang von Süden nach Norden, nach der Ansicht des 
Nearchus aber dem Parallelkreise entlang von Osten nach Westen. 
Die Sache verhält sich nämlich so : 7' nördlich vom Vorgebirge Mosan- 
dam ragt 540 Fuss über den Meeresspiegel ein Felsen empor, der 
in den Karten Great Quoin (Eckstein) heisst. Die Matrosen sprechen 
Goin und finden, dass die Oberfläche, von Westen angesehen, eine 
grosse Aehnlichkeit mit einer Münze hat; südöstlich davon ist ein 
anderer Felsen, Little Quoin genannt. Zwischen dem letztern und 
dem Vorgebirge Mosandam stehen in der Adm. K. entgegengesetzte 
Pfeile (Strömungen) rings um das Vorgebirg herum, und die Bemer- 
kung „tide races", und in der Mitte dieser gefährlichen Strömungen, 
ganz nahe beim Vorgebirg, erhebt sich 460 Fuss über den Meeres- 
spiegel der Fels Tawakkul (Vertrauen). Die Araber hi essen diese 
drei Felsen Kosayr (den Zerscheller) und 'Owayr (Vertilger) und 
„einen dritten, in dem nichts Gutes ist" *). Die Strömung Messen 
sie Durdür, Wirbel, weil sich das Wasser wie ein Mühlrad dreht. 

144. Geht man vom Great Quoin weiter nach Norden, so kommt 
man durch ein offenes Meer, aber auch nicht ohne Strömungen, zur 
Insel Lärek, dann zur Insel Hormüz und dann zu einer flachen Küste 
des Festlandes mit dem ehemaligen Hafen Hormüz. Diese Küste 
hegt 40' nördlich von Ras Mosandam entfernt, und das ist nach 
unsern und arabischen Begriffen die Weite der Meerenge. Der kür- 
zeste Seeweg nach 'Oman und Indien wäre dicht am Vorgebirge 
Mosandam vorüber. Dieser ist aber wegen der starken Strömungen 
gefährlich. Man steuert also so nahe der kürzesten Linie entlang 



*) Idrysy glaubt, dass diese Felsen vom Wasser bedeckt sind, Yäkut IV, 
275 hingegen beschreibt den Kosayr und 'Owayr (Great and Little Quoins) als 
grosse Berge. Beides ist gleich falsch, 



108 



als es sicher ist, und kleinere arabische Schiffe wagten sich ganz 
nahe an die Quoins und wohl auch zwischen denselben durch (auch 
wir fuhren im Januar 1856 in einem Dampfer dazwischen durch); 
wenn es ihnen misslang, sich ausserhalb der Strömung zu halten, 
so kamen sie in eine kritische Lage, und desswegen umschwebte 
diese Felsen im Munde der arabischen Matrosen dieselbe Poesie wie 
bei den Römern die Scylla und Gharybdis. Grössere, besonders 
Chinafahrer, zogen es vor, sich nördlich vom Great Quoin zu halten 
und einen Umweg zu machen. 

Nearchus lehrte die Griechen eine andere Ansicht. Er kam von 
Sind und folgte den ganzen Weg ängstlich der Küste, um Nachts 
ankern zu können. Als er Badis, d. h. Jaschk (L. 57° 47', Br. 25° 44') 
achthundert (?) Stadien hinter sich hatte, erblickte er jenseits des 
Meeres ein Gebirg. Die Ortskundigen sagten ihm, dieses sei Maketa, 
und von dort werden Zimmt und andere Spezereien nach Assyrien 
exportirt. Er setzte seine Fahrt, mit derselben Aengstlichkeit die 
Küste verfolgend, fort, kam nach Hormüz, dann bei der Insel Larek 
vorbei an die Insel Kischm. Er blieb also weit von der Berührung 
mit dem Zerscheller und Vertilger entfernt, und lernte weder die 
Gefahren, noch die Zeitersparniss der Passage kennen, welche die 
eigentliche Meerenge charakterisiren. Für ihn war also die eigentüche 
Meerenge da, wo er die arabischen Gebirge zuerst erblickt hatte. 
In Uebereinstimmung damit nahmen dann die Geographen, die voll- 
ständigere Berichte der Reise des Nearchus vor sich hatten, als wir, 
den mons Semiramidis als den östlichen und die Gebirge bei den 
Maken als den westlichen Grenzpfeiler des Persischen Meerbusens 
an. Ritter glaubt mit Recht, dass der Berg der Semiramis, der im 
Periplus als rund und hoch beschrieben wird, der Köh-i-mubärak 
(der gesegnete Berg), L. 57° 19', Br. 25° 50', sei. Seine Höhe be- 
trägt nur 333 Fuss, aber sein Aussehen ist höchst auffallend. Er ist 
rund, der Durchmesser etwa so gross wie die Höhe, und gleicht 
ganz einem unvollendeten Thurm ; es fehlen nicht einmal die Fenster, 
denn oben ist er an einer Seite durchbrochen, was wie zwei auf 
einander gehende Fenster aussieht. Mubarak ist ein arabisch-musli- 
misches, also neues Wort. Vielleicht hiess er einst Köh-i-schamarida, 
der gepriesene Berg, und ist daraus mons Semiramidis entstanden. 
Die gegenüberliegenden Berge 'Omän's heissen in der Karte Rueys 
algibäl, und da ihre zwei höchsten Spitzen, Gebel Kewa, 5800 Fuss 
hoch, und Schäm, 6750 Fuss hoch, dem Köh-i-mubärak gerade gegen- 






109 

überliegen (Entfernung G0'), müssen sie dort deutlich sichtbar sein; 
dieses sind also die Berge bei den Maken und Maketa ist das jetzige 
'Oman. Plin. VI, 98 recaputilirt die Wahrnehmungen des Nearchus: 
inde Promontorium Caramanise, ex quo in adversa ora, ad gentem 
Arabise Macas distat L M. passuum. Inde insulas tres, quarum Oracla 
tantum habitatur aquosa, a continente XXV M. passuum. 

Eratosthenes (bei Strabo S. 765), der, wie ich glaube, verbesserte 
Karten anfertigte, betrachtet zwar Hormüz als die eine, und die 
gegenüberliegenden arabischen Gebirge, wovon Mosandam das äusserste 
ist, als die andere Wand der Meerenge. Doch blieb von den An- 
schauungen des Nearchus immer noch so viel übrig, dass man sich, 
wie aus der Zeichnung des Ptolemseus ersichtlich ist, Hormüz östlich 
von Mosandam dachte, während es doch nördlich davon liegt, und 
die Meerenge als einen von Norden nach Süden laufenden Ganal 
darstellte, während nach unsern Begriffen ein Schiff, das den Zer- 
scheller und Vertilger hinter sich hat, auch die Meerenge passirt hat. 
Ammianus Marcellinus XIII, 6 gibt die Ansichten des Eratosthenes 
wieder wie folgt: Guius (maris Persici) ostia adeo esse perhibentur 
angusta, ut ex Harmozonte Carmanise promontorio contra oppositum 
aliud Promontorium, quod appellant incolse Maces, sine impedimento 
cernatur. 



XIII. Die arabischen Inseln im Persischen Meerbusen. 

145. Nearchus hat auf seiner Küstenfahrt jeden Tag die von 
der Flotte zurückgelegte Entfernung, den Namen des Ankerplatzes 
und der von ihr passirten Inseln und wichtigen Punkte an der Küste 
aufgezeichnet. Zwar hat er die Distanzen nicht selten um 10 Pro- 
cent überschätzt ; doch musste sein Logbuch für spätere Seeleute vom 
grössten Nutzen sein. Nach seiner Messung ist die Küste Karmaniens 
3700 Stadien lang, davon sind aber nur 2000 Stadien innerhalb des 
Meerbusens, die übrigen sind jenseits Hormüz. Die Küste von Persis 
misst 4400 Stadien, und von wo sie aufhört bis Diridotis sind längs 
der Küste von Susiana und Babylonien 2000 Stadien: ganze Aus- 
dehnung der persischen (und babylonischen) Küste des Sinus Persicus 
8400 Stadien. Die Weltgegend, nach welcher man steuert, gibt 
Arrian in seinem Auszuge nicht an. Eratosthenes bei Strabo S. 765, 



ilÖ 

welcher die Berichte der Admirale Alexander's vor sich hatte, re- 
sümirt das kartographische Material wie folgt: „Die Mündung des 
Meerbusens ist so eng, dass man bei Armozon, dem Vorgebirge Kar- 
maniens, jenes bei den Maken in Arabien sieht (vgl. Arrian 32, § 20). 
Die Küste zur Rechten ist von der Meerenge an umgebogen, zuerst von 
Karmanien wenig gegen Morgen und dann gegen Norden neigend, 
hierauf aber gegen Abend bis Teredon (Diridotis) und des Euphrates 
Mündung. Sie enthält die Küsten der Karmanier, der Perser und 
Susier, auch der Babylonier zum Theil, welche zusammen gegen 
10,000 Stadien betragen." Eratosthenes hat also die 8400 Stadien 
zu 10,000 vergrössert. 

Strabo, S. 741, erzählt: „Alexander beabsichtigte auch Arabien 
zu erobern, und hatte schon Flotte und Abfahrtsorte vorbereitet, in- 
dem er die Schiffe theils in Phcenicien, theils in Gypern in Einzel- 
stücken und zusammengepflöckten Theilen abzimmern liess, welche 
dann nach Thapsacus gebracht und von dort auf dem Strom bis 
Babylon hinuntergeführt wurden, theils andere in Babylonien aus 
den Gypressen der Götterhaine und Lustgärten erbaute; denn dort 
ist an Bauholz Mangel, bei den Kossaeern und andern Völkern aber 
nur massiger Vorrath. Als Ursache des Krieges habe er vorgewandt, 
sagt Aristobulus, dass unter allen Völkern die einzigen Araber keine 
Gesandten zu ihm geschickt hätten; nach der Wahrheit aber, weil 
ihm gelüstete, Beherrscher Aller zu sein'." Es scheint, dass dieses 
die Vorbereitungen zur Expedition des Androsthenes , welcher den 
Nearchus auf seiner Fahrt begleitet hatte, waren. Er lief von Teredon 
(Diridotis) aus, folgte der arabischen Küste und kam bis über Tylos 
hinaus. Wenn es wahr ist, dass Alexander eine Schiffsladung (!) von 
dem in Arabien eroberten Weihrauch an seinen Lehrer Leonides schickte 
(vgl. Pün. XII, 14, § 62), so dürfte Androsthenes die Spezereiendepots 
in Bahrayn geplündert haben, auf ähnliche Weise, wie es später auf 
Befehl des Epiphanes geschehen ist. Von den Resultaten dieser Ex- 
pedition für Kartographie hat Strabo nur zwei dem Eratosthenes ent- 
nommen und aufbewahrt, nämlich dass auch die arabische Küste 
des Persischen Meeres 10,000 Stadien lang sei, und dass „von Tere- 
don der Küstenfahrer das Festland ferner zur Rechten behaltend, die 
vorliegende Insel Ikaros antrifft". Diese Stelle ist, wie wir sehen 
werden, bezeichnend für die Darstellung dieser Seestrasse auf den 
Karten der Alten. 

Plinius VI, 24, § 108 stellt die Berichte der altern Geographen, 



111 

die alle auf denselben Beobachtungen beruhen, zusammen wie folgt : 
Der Persische Meerbusen hat 2500 römische Meilen im Umfang. Die 
Achse von der Meerenge bis zur innersten Bucht (durch welche man 
in Diridotis einläuft) ist 1125 römische Meilen lang ; der Eingang vom 
Azanischen Meer ist 5 (50?), nach Andern nur 4 (40?) römische Meilen 
weit. Den Umfang bestimmt auch Ammianus Marc. XIII, 6, § 11 
zu 20,000 Stadien (=2500 römische Meilen), welche aus 10,000 
-f 10,000 entstanden sind. Wir haben gesehen, dass Eratosthenes 
sagt: „hierauf aber gegen Abend bis Teredon". Er dachte sich also 
das Persische Festland nördlich vom Meerbusen gelegen. Plinius 
verballhornt dieses zu: ipsa Persis autem versus occasum sita ob- 
tinent litora DL M. passuum. Die hier genannten 550 römischen 
Meilen ergeben die von Nearchus bei Aman angegebene Zahl von 
4400 Stadien. Ferner sagt Plinius, der Persische Golf habe die Ge- 
stalt eines Menschenkopfes. Mela (ed. Parthey S. 79) führt den 
Vergleich aus : Persicus (sinus) qua mare accipit utrimque rectis late- 
ribus grande ostium quasi cervice complectitur, dein terris in omnem 
partem vaste et sequa portione cedentibus magno litorum orbe pelagus 
incingens reddit formam capitis humani. 

Sehen wir die Karte des Ptolemaeus genau an, so überzeugen 
wir uns, dass er die Zeichnung des Eratosthenes ohne Abänderung 
adoptirt habe: dieselben Maasse, dieselbe Form, nur in der Nomen- 
clatur hat er einiges modernisirt. 

146. Die Seefahrer des Ghalyfenreiches folgten von der Tigris- 
mündung zur Meerenge dem nächsten Weg, der ziemlieh nahe an 
die persische Küste kommt — doch sieht man sie nur selten — und 
orientirten sich mittelst Inseln, nämlich, so weit wir dies dem Ibn 
Ghord. entnehmen können: Ghärek, L. 50° 20', 29° 15'; Schaych, 
Scho'ayb, 53° 15', 26° 48'; Ghinderäby (Ghyn), 53° 38', 26° 40'; 
Qays, auch Kysch genannt, 53° 58', 26° 32' ; und Kischm oder viel- 
mehr die dicht daran gelegene Insel Hingäm, 55° 55', 26° 38'. Auch 
auf Ptolemseus' Karte bemerken wir von der Tigrismündung bis zur 
Meerenge nahe an der persischen Küste eine Reihe von Inseln, als 
Texiana, Tabiana, Sophtha, Arakia, Sagdana und Uorochtha (Kischm), 
wodurch augenscheinlich diese Wasserstrasse angezeigt wird. 

147. Von diesen Inseln, weil sie ausserhalb des Gebietes meiner 
Forschung liegen, beachte ich nur Uorochtha. Unsere volle Aufmerk- 
samkeit hingegen nimmt eine andere Reihe von Inseln in Anspruch, 
die der arabischen Küste entlang läuft und die arabische Wasser- 



112 

Strasse andeutet. Der Ausgangspunkt derselben ist Teredon (Diri- 
dotis) ; „ein von dieser Stadt auslaufendes Schiff, das Festland ferner 
zur Rechten haltend, trifft die Insel Ikaros". In Ptolemaeus' Karte 
ist Ichara die zweite in dieser Reihe und bildet den Winkel: nörd- 
lich davon liegt Apphana, und östlich davon in gerader Linie Tharo, 
Tylos, Arados. Diese Inseln stehen, wie wir sehen werden, in Ptole- 
maeus Karte in keiner Beziehung zu irgend einer Position auf 
dem Festland, sondern sie bilden die westliche und südliche Seite 
eines langen Parallelogramms, wozu die Inseln an der persischen 
Wasserstrasse als die östliche und nördliche dienen. Dieses Parallelo- 
gramm hat Eratosthenes, gestützt auf die erwähnten Seefahrten unter 
Alexander entworfen, um einen Anhaltspunkt für die Zeichnung des 
Persischen Golfs zu gewinnen. 

148. Teredon, als der Ausgangspunkt der Wasserstrasse, bietet 
für uns grosses Interesse, aber auch Schwierigkeiten; denn es stellt 
sich heraus, dass die alten Geographen zwei, ziemlich weit von ein- 
ander entfernte, Seestädte mit diesem Namen bezeichneten; oder 
vielmehr das alte Diridotis mit dem viel spätem Teredon verwechselten. 
Klarheit über die Geographie dieser Regionen verdanken wir dem 
General Ghesney. Er entdeckte in L. 47° 53' 10", Br. 30° 14' den 
Gabal Sanäm, Buckelberg, und überzeugte sich an Ort und Stelle, 
dass dies die Position von Diridotis gewesen sein müsse. Fernere 
Untersuchungen führten ihn zur Ueberzeugung, dass sich the presumed 
estuary of Pallacopas, die alte Euphratmündung, in L. 48° 8', Breite 
30° 0' befunden habe. Später wurde noch ein Kanal entdeckt, welcher 
Wasser des Euphrat zum Behufe der Bewässerung der Küste ent- 
lang weiter nach Süden führte. Das passt alles vollständig für die 
älteste Geographie. Aber schon vor Anfang unserer Zeitrechnung 
hat der Euphrat einen andern Lauf genommen, und er ergiesst sich 
jetzt in den Tigris, welcher, wie schon dem Ptolemaeus bekannt war, 
eine östliche und eine westliche Mündung hat. Durch diese Ver- 
änderung des Laufes des Euphrat wurde dem alten Diridotis seine 
Existenz gekündigt, und zur Zeit Christi war es als grosse Handels- 
stadt nicht mehr vorhanden. Zwar sagt ein späterer Geschicht- 
schreiber, Amm. Marc. XXIII, 6, 10 : navigatio adusque urbem Tere- 
dona porrigitur, ubipostjacturas multiplices pelago miscetur Euphrates. 
Das ist aber blosse Bücherweisheit; denn Plin. VII, 32, § 145 sagt: 
Parthico autem regno navigantibus vicus Teredon infra confluentem 
Euphratis et Tigris. Eine solche Lage hat auch Teredon bei Ptole- 






113 

maeus. Weit davon ist die alte Euphratesmündung, in deren Nähe 
Diridotis stand, und wollten wir diese Stadt in die beiliegende Karte 
eintragen, so müssten wir sie in geringe Entfernung von Ammaia 
versetzen. Das Teredon des Ammianus Marcellinus und auch einiger 
Stellen des Strabo ist nicht verschieden von Diridotis, und es fragt 
sich, ob dieses einfach ein Irrthum sei, oder ob man statt Diridotis 
auch Teredon sagte, und wir zwischen einem Alt- und Neu-Teredon 
zu unterscheiden haben. 

Der arabische Name für Diridotis ist Dad, der hebräische Dedän. 
Hd. 300 sagt: Dad ist ein Ort an der Küste von Kätzima, und er 
führt die zweite Hälfte des Yerses 3 aus Tarafa's Mo'allaqa an : 
„den Bienenkörben (d. h. über das Deck aus Palmblättern erbauten 
Hütten) der Schiffe auf den Canälen von Dad (sind die von Kameelen 
getragenen Sänften der Frauen) ähnlich". Der Dichter denkt an die 
Ganäle (Nawäcjf) um die Inseln Woraba und Bübiyän herum, die 
einerseits zur Tigrismündung und andererseits nach Qorayn (Grän) 
führen, und auf denen, nach ihrer Lage und Ausdehnung zu urtheilen, 
ein grosser Verkehr gewesen sein mnss. Der Umstand, dass gerade 
hier solche Verkehrswege für „Bienenkorbfahrzeuge" sind, fixirt die 
Position Dad's und lässt keinen Zweifel, dass es mit Diridotis zu- 
sammenfalle. Die Bedeutung von Dad ist Spiel, Zeitvertreib, Spiegel- 
fechterei (daher das italienische dado), und man sagt in dieser Be- 
deutung auch Dadid, Dadän, Daydän. Wenn auch der Ortsname 
solche Erweiterungen zuliess, so lässt sich nicht nur das hebräische 
Dedän, sondern auch das griechische Diridotis davon ableiten. 

In der Bibel ist Dedän vielmehr Volks- als Ortsname, und als 
solcher nicht auf Diridotis beschränkt. Die Dedän besassen Inseln 
und versahen Tyrus mit den Producten Ceylons und Indiens, wie 
Ebenholz und Elfenbein (Ez. 27, 15). Unter den Inseln sind sicher- 
lich die von Bahrayn — die einzigen werthvollen an dieser Küste — 
eingeschlossen. Unter ihren Handelsartikeln erwähnt Ezechiel auch 
beged, Teppiche. Diese Waare, besonders Filzteppiche, wurde fast 
ausschliesslich in Färs fabricirt, und die abqarischen Teppiche, welche 
man auch als schwere Vorhangstoffe benützte, in Mesopotamien. Im 
Teppichhandel konnten die Kaufleute Bahrayns in den Märkten am 
Mittelmeere mit denen von Diridotis nicht concurriren, denn letzteres 
liegt so zu sagen an der directen Strasse und war seiner Lage nach 
der natürliche Ausgangspunkt für Karawanen. Sie bewegten sich 
am Rande der Wüste dem Euphrat entlang bis über Moghytha und 

8 



114 

das spätere Hyra hinaus, dann wandten sie sich links genPalmyra. 
In Gen. 10, 7 erscheint Dedän als Bruder Scheba's, und beide als 
Söhne Raemas. Setzt man Raema = Maken, so läuft diese Genea- 
logie auf dasselbe hinaus, was Arrian berichtet: von den Maken 
(welche die indischen Häfen besuchen) strahlt der Spezereihandel 
aus ; während die Sabseer Karawanen vorzüglich nach Syrien schickten, 
versahen sie Assyrien mit Spezereien (Arrian § 32), und Diridotis 
war ihr Emporium (§ 41); welches in der Sprache der Genealogen 
mit Sohn ausgedrückt wird. 

Auf dem Wege nach Phcenicien mussten die Dedän durch ein 
Stück Wüste passiren und sich mit den Nomaden verständigen; sie 
waren also nicht ausschliesslich Seeleute. Wenn nun die Dedän in 
Bahrayn, wie ihre Nachfolger, die Gerraeer, in directer Verbindung 
mit Petra standen , war es einfacher , dahin den Weg durch das 
nördliche Arabien, etwa über Taymä (welchen Guarmani einschlug) 
zu verfolgen, als über Diridotis zu gehen. Nur mussten sie, wie 
die Qodhä'a, Sabseer und Minseer, längs der Strasse affilirte halb- 
nomadische Stämme haben. Dass dieses der Fall war, und solche 
Stämme und Ansiedelungen bis nach Edom hinein mitunter zu den 
Dedän gezählt wurden, scheint mir aus Jer. 25, 23 — 24 hervorzu- 
gehen: Dedän, und Tema und Büz (in der Nähe von Duma?), und 
alle mit beschornen Haarecken, und alle Könige der Araber (Voll- 
blut-Beduinen), und alle Könige der 'Ereb, die in der Wüste wohnen. 

Die 'Ereb (vgl. gharyb, Fremdling) der Wüste, von denen der 
Prophet spricht, bestanden sicherlich nicht aus Familien aus aller 
Herren Länder (achlät), sondern aus Vasallenstämmen. Ein Bei- 
spiel solcher Stämme sind die Ahäbysch, welche zur Zeit des Moham- 
mad bei Makka lebten. Sie waren eine Verbindung kleiner, armer 
Stämme verschiedener Abkunft, als Moctaliq (südarabischen Ur- 
sprunges), al-Haun und al-Härith (beide Kinäniten), welche für ge- 
meinsame Zwecke einen gemeinsamen Häuptling (König nach dem 
biblischen Ausdruck) hatten (Ibn Ishäq 245). Sie standen den 
Kaufherren von Makka in ihren Kriegen immer zu Gebot, und dess- 
wegen kommen Ausdrücke vor wie: die Ahäbysch der Qoraysch, 
und die Kinäniten und Bewohner des Tihäma, welche den Qoraysch 
folgten, beliefen sich auf 10,000 Mann (Ibn Ish. 556 und 673). Doch 
waren sie weder Unterthanen noch Söldlinge der Qoraysch, sondern 
machten in ihrem Rathe ihre Meinung geltend (Ibn Ish. 743). Gau- 
hary erklärt ohbüsch (sing, von ahäbysch) mit „Verein von Menschen, 



115 

welche nicht einem einzigen Stamme (sondern verschiedenen) ange- 
hören" , und betrachtet, wie schon Ibn Hischäm vor ihm, Ahäbysch 
als Bezeichnung des erwähnten Vereines bei Makka als Eigenname; 
dagegen ist die Anwendung des Wortes bei Ibn Ish. 556 und 673, 
und auch bei Ibn Sa d. Ein solches Abhängigkeitsverhältniss kleiner 
Stämme von mächtigen, mit militärischem Geiste beseelten, kommt 
in Arabien häufig vor, und Hamdäny bezeichnet die schwächeren als 
mawäliy, die herrschenden als aschräf. Da bei Jeremias die 'Arab mit 
'Ereb gewissermaassen einen Gegensatz bilden, mögen letztere aus 
Midian-Isma eliten bestanden haben. Die Unterordnung derselben in 
diesem Theile der Wüste hindert nicht, dass Isma' eliten anderwärts 
noch die dominirende Race gewesen seien. 

149. Plin. VI, 28, § 147 theilt einen kurzen Bericht von einer 
Expedition mit, welche nach der des Androsthenes unternommen 
worden ist und von der Ptolemseus, wie es scheint, keine Notiz 
genommen hat. Epiphanes ordnete nämlich einen Raubzug gegen 
die Araber an, der mit bedeutendem Erfolg ausgeführt wurde. Die 
Ergebnisse für Geographie lauten bei Plinius : Nunc a Gharace dici- 
mus oram Epiphani primum exquisitam. Locus ubi Euphratis ostium 
fuit ; flumen salsum ; Promontorium Ghaldone ; voragini similius quam 
mari per L M. passuum orae ; flumen Achana ; deserta G M. passuum 
usque ad insulam Icharam; sinus Gapeus, quem accolunt Gaulopes 
et Ghateni ; sinus Gerraicus. Oppidum Gerra, V M. passuum ampli- 
tudine, turres habet ex salis quadratis molibus, a litore L M. pas- 
suum. Regio Attene; ex adverso Tylos insula totidem millibus a 
litore, plurimis margaritis celeberrima, cum oppido eiusdem nomi- 
nis ; iuxtaque altera minor, a promontorio eius XII M. D. passuum. 
Ultra magnas adspici insulas tradunt, ad quas non sit perventum. 
Huius ambitum GXII M. D. passuum, a Perside longius abesse, adiri 
uno alveo angusto. Insula Asgilia, gentes Nocheti, Zurachi, Bor- 
godi, Gataraei, Nomades. Flumen Gynos. Ultra navigationem in- 
compertam ab eo latere propter scopulos tradit Juba. Vor der 
alten Euphratmündung läuft ein Ganal, Chor Subbeyeh, etwa 1' 
breit und 30' lang, zwischen dem Festlande und der Insel Bübiyän ; 
dieses ist das flumen salsum. Zwischen der Mündung desselben 
und der Bucht von Ghowayt sind in der Adm. K. keine Sondi- 
rungen notirt und Chesney hat „mud flat"; es scheint also keine 
Passage zu sein. Doch lesen wir in der Adm. K. weiter östlich 
„tue bar changes", und ich habe dieses erfahren, indem in einer 



116 

gewöhnlich tiefen Stelle unser Dampfer ein paar Stunden im Schlamm 
steckte. Vielleicht wird auch die „Schlammfläche" von dieser Ver- 
änderlichkeit berührt und gab es einst eine Passage, welche jetzt 
versandet ist. Wer durch selbe fuhr und nicht in die Bucht Cho- 
wayt einlaufen wollte, musste nach Süden gegen Ras al-Ardh (Ghesney : 
Ras el-Lur), 48° 7', 29° 20, steuern, das sich ein wenig landein- 
wärts bis zu einer Höhe von 184 Fuss erhebt und Ghaldone sein 
dürfte. Vielleicht ist südlich davon eine grosse Brandung und hat 
zu den „strudelähnlichen" Gewässern Anlass gegeben. Dem Fluss 
Achana entspricht eine flussähnliche Auskerbung an der Küste, 
Br. 28° 40', also 44' (= 55 römischen Meilen) südlich von Ghaldone. 
Hundert römische Meilen = 80' ist keine Insel; gehen wir aber 18' 
weiter, so erreichen wir die Insel Bü-'Alyy; diese ist also Ichara. 
Ich werde auf diese wichtige Stelle des Plinius, in der ich aus 
Rücksicht auf die Thatsachen Veränderung in der Interpunction vor- 
nehmen musste, in §§ 151 und 153 zurückkommen. Der Sinus 
Gapeus (Gatipeus?) ist die Bucht vor al-Qatyf, in welcher Tärut 
hegt, und die Ghateni sind die Leute aus Ghatt, die regio Attene 
ist wieder Ghatt, wovon in § 170 die Rede sein wird. Die Ortho- 
graphie Attene ist die Juba's, von dem Plinius den Bericht entnom- 
men hat; in Polybius steht Ghatania oder Ghattene, gerade wie die 
Bewohner Ghateni, nicht Atteni genannt werden. Daran, dass Tylos 
die Insel Bahrayn sei, hat nie Jemand gezweifelt, nur ist der Um- 
fang etwa 80, und nicht 112 V 2 römische Meilen. Die kleinere Insel 
ist Arados, die Entfernung von Tylos, 12 römische Meilen, ist aber 
viel zu gross angegeben. Die Zurachi (Zurathi?) sind die Einwohner 
von al-Zärat iüp!. Nach Belädz. S. 85 war dieser Ort, bei dem sich 
eine Quelle befindet, nictit weit von al-Qatyf. Die Borgodi findet 
Blau in Borgod. So heisst nach Ym. H, 550 die Strasse von Bah- 
rayn nach Yamäma. Die Gafcarsei sind die Bewohner der Halbinsel 
Qatar. Ich will nun zu Ptolemseus zurückkehren. 

150. 'Awfocva vyjco;, 81° 20', 28° 40' (W. A. B. G.; 'A^ava 
VG; 28° 20' Vvulgo; Markian schreibt 'A^aSava), ist die Insel, 

welche in der Adm. K. Peliche (Nieb. schreibt &* » und &&ui) heisst, 
L. 48° 8', Br. 29° 25'. Sie liegt am Eingange zur Bucht Ghowayt 
und zum flumen salsum und die persische Wasserstrasse von Diri- 
dotis geht nördlich, die arabische westlich davon vorüber, was auch 
in Ptolemseus' Karte zu ersehen ist. 



117 

151. 'Ix«p* (vrsos), 82° 0', 25° 0' (W. A. B.; E W a VBE. 
Pal. 1; W. bemerkt "Ixapos in marg. add. E. Pal. 1; 85° 0' C). 
Wie gesagt, heisst diese Insel jetzt Bü-' Alyy, 49° 32', 27° 19', und 
hat Plinius ihre Entfernung von der Flussmündung ziemlich richtig 
angegeben. Auf Ptolemaeus' Karte beträgt sie 5 Grad ! Aehnliche 
Vergrösserungen der Distanzen begegnen wir überall in seiner Zeich- 
nung des Persischen Meeres. Hingegen hat er das Verdienst, wie 
Plinius Ichara zu schreiben, und somit der thörichten Legende, 
Alexander habe sie nach dem Luftschiffer Ikaros benannt, zu ent- 
sagen. Um die Aehnlichkeit dieser mit der griechischen Insel Ikaros 
zu vervollständigen, behauptet die Legende, es sei auch hier ein Orakel 
der Tauropolos und ein Tempel des Apollo gewesen (Strabo S. 766 ; 
Dionys. 610). 

152. 0apco (vfao?), 85° 15', 24° 45' (W. G. ; 0appw B. N. VAD.; 
fehlt in A.; 24° 15' Vvulgo), ist Tärüt, 00° 5', 26° 35'. Abülfidä 
S. 83 sagt : Eine halbe Tagereise östlich von al-Qatyf liegt das Städtchen 
Tärüt. Zur Zeit der Fluth ist es von Wasser umgeben und bildet 
eine Insel. Zur Zeit der Ebbe kann man trockenen Fusses hin und 
her gehen. Es erzeugt vorzügliche Trauben. In Belädzory S. 85 — 86 
heisst der Ort Däryn. Ym. n, 537 identificirt Däryn mit der Insel 
Owäl (Bahrayn) und glaubt, man könne vom Festlande auch dahin 
waten; das ist aber unzulässig, weil um Owäl herum das Wasser 
nirgends weniger als 2 */2 Klafter tief ist. In Palgrave's Karte heisst 
die Insel Taroot, und das 5' ONO davon gelegene Vorgebirg Ras 
Dareem. Die geschützte Lage Däryn's empfahl es als Emporium für 
Spezereien. Namentlich wurde dahin Moschus aus Indien eingeführt, 
und desswegen heisst „das Därische" soviel als Moschus. So in der 
Tradition : gute Gesellschaft ist wie al-Däryy , wenn auch nichts davon 
an dir kleben bleibt, so haftet doch der Geruch an dir. 

153. T<Ao$ (wog), 90° 0', 24°40'(W.A.B.C.; 24° 20' Vvulgo). 
Von obiger Stelle des Plinius beziehen sich folgende Nachrichten auf 
Tylos : Chatt gegenüber hegt die Insel Tylos (Detleffsen liest Tyrus), 
ebenfalls 50 römische Meilen von der Küste, berühmt wegen ihrer 
vielen Perlen und mit einer gleichnamigen Stadt. Der Umfang be- 
trägt 122 V« römische Meilen. Sie ist ziemlich weit von Färs ent- 
fernt und es führt nur Ein enger Canal zur Insel. Jenseits Tylos, 
berichten sie, könne man viele Inseln sehen, zu denen man aber 
nicht kam. Alle Zahlen sind zu gross. Tylos ist von keiner Küste, 
von welcher die Ueberfahrt denkbar ist, mehr als 40 römische Meilen 



118 

entfernt und hat etwa 80 römische Meilen im Umfang, Da sie von 
Klippen umgeben ist, mag es richtig sein, dass nur Ein Weg dahin 
führt. Die Zahl der von Tylos aus sichtbaren Inseln, alle tiefer in 
der Bucht gelegen, beläuft sich höchstens auf fünf; Plin. Xu, 10, 
§ 38 — 39 spricht von Tylos und beschreibt den Baumwollenstrauch, 
der dort wächst und fährt dann fort: arbores vocant gossympinos, 
fertiliore etiam Tylo minore, quse distat X (sie!) M. pass. Juba 
circa fruticem lanugines esse tradit, linteaque ea Indicis prsestantiora. 
Arabise autem arbores, ex quibus vestes faciant, cynas vocari, folio 
palmse simili. Zur Erläuterung sei bemerkt, dass der alte Name 
der Hauptstadt Owäl's (d. h. der Insel Tylos) Tarm, *J, ist. Ym. III, 
533 : „Tarm, *Jb, ist ein grosser District in Gibäl. Er erhebt sich 
über Qazwyn am Rande von Daylam. Ich bin daselbst gewesen und 
habe gefunden, dass der ganze District mit Gebirgsdörfern und Fluren 
bedeckt und nicht eine Farsange öde sei. Sie nennen ihn auch 
nach ihrer Aussprache Tarm, *j> , und vielleicht hat die vorzügliche 
Sorte Baumwolle, welche die tarmische genannt wird, von einer 
dieser zwei Ortsbenennungen (nämlich Tarm, Tarm?) ihren Namen." 
In einem Gebirgslande in Br. 36° kommt die Baumwolle nicht fort, 
die tarmische Baumwolle kann daher ihren Namen nur von der 
Hauptstadt der Insel Bahrayn haben, und ist dieselbe, welche schon 
dem Plinius bekannt war. 

154. Strabo S. 766 spricht von Gerrha und fährt dann fort: 
dem weiter Schiffenden begegnen zwei andere Inseln (nach Ikaros), 
nämlich Tyros und Arados, welche den phönicischen ähnliche Tempel 
haben ; auch behaupten wenigstens ihre Bewohner, die gleichnamigen 
Inseln und Städte der Phönicier seien Absiedelungen von ihnen. 
Diese Inseln sind von Teredon 10 Tagfahrten, vom Vorgebirge aber 
an der Mündung bei den Maken eine Tagfahrt entfernt. Beachtenswerth 
ist, dass er Tyros hinter (d. h. nach den Begriffen der Alten östlich 
von) Gerra, worunter er 'Oqayr meint, versetzt. Es liegt aber 'Oqayr 
tief in der Bucht, an deren Oeffnung Tyros sich ausbreitet ; um also 
nach 'Oqayr zu gelangen, muss man bei Tyros vorübersegeln. Die 
Sache scheint sich so zu verhalten: der Beobachter, dem dieser Be- 
richt entnommen ist, besuchte zuerst 'Oqayr, dann schiffte er um 
die Südspitze von Tyros herum und lief in die Insel von deren Ost- 
seite, durch den unus alveus angustus, ein. Dieser Seite der Insel 
gegenüber liegt auf dem Festlande die Küste al-Chatt, und weil sich 



119 

der Beobachter von hier der Insel näherte, sagt Plinius : regio Attene 
(al-Chatt). Ex adverso Tylos insula. Es ist klar, dass der Beob- 
achter (Androsthenes?) es vernachlässigt hat, im Berichte jedes Mal, 
wenn er seinen Lauf änderte, die Weltgegend, nach der er fuhr, 
anzugeben, und dess wegen erscheint die ganze Küste in den Karten 
der Alten als eine gerade Linie. 

Wenn man den bezeichneten Umweg einschlägt, sind zehn Tage 
von Teredon (Diridotis) bis Tyros (Owäl) nicht zu viel ; aber in Einem 
Tag könnte nicht einmal ein Dampfer die grosse Entfernung bis zur 
Meerenge bei den Maken zurücklegen. Abgesehen von der Entfer- 
nung, kann ein Seemann, der nicht eine genaue Kenntniss des 
Meeres hat, der seichten arabischen Küste entlang gar nicht fahren. 
Doch ist dieses nicht etwa ein Schreibfehler Strabo's, denn auch bei 
Ptolemseus beträgt die Entfernung zwischen Arados (Klein- Tylos) 
und Asabon Promontorium nur einen Tag, und Arrian, welcher, aus 
Versehen, die Sache umkehrt, setzt zwischen der Euphratesmündung 
und Tylos nur eine Tagesfahrt. Die Thatsache, welche zu diesem 
Irrthum Anlass gab , ist wohl die : Androsthenes musste , als er 
Klein-Tylos eine Tagereise oder etwas mehr hinter sich hatte, umkehren : 
ultra navigationem incompertam ab eo latere propter scopulos tradit 
Juba (Plin. VI, 28, § 149). Andere Geographen waren weniger kritisch 
als Juba, und glaubten, der Admiral habe sein Reiseziel erreicht. 
Die Fehler, welche sich daraus für die Kartographie ergaben, zeigt 
uns ein Blick in Ptolemaeus' Karte. 

Jetzt heisst man Tylos Bahrayn-Insel, früher Owäl, welches 
auch der Name eines von den beiden Wäyilstämmen Bakr und 
Taghlib verehrten Götzen ist. Die Wäyiliten waren mit den Be- 
wohnern der Küste, den f Abd al-Qaysiten, nahe verwandt, und wenn 
auch diese den Owäl anbeteten, mag auf der Insel ein Heiligthum 
desselben gewesen sein. Mas'üdy berichtet nämlich, dass die Be- 
wohner der Insel die Banü Man und Banü Mismär (welche wahr- 
scheinlich den 'Abd al-Qaysiten angehörten) waren. 

155. 'ApaSo; (vvyjo;), 91° 40', 24° 40' (W. G. N.; 'Apa&oc A. B. 
VGodd. G. Ox. Latt.; 91° 20', 24° 10' Vvulgo), oder Klein-Tylos 
hat Niebuhr in seiner Karte als „Aräd seu Ennebbi Salechh" ganz 
nahe bei Owäl bezeichnet. In neuern Karten hat diese Insel, welche 
nördlich von Owäl liegt, den Namen Moharraq, die Verbrannte. 

156. Ouopo X &a (v7j<ro0, 94° 20', 25° 30' (Markian § 37 schreibt 
»Oopa^&a), ist die Insel Kischm, so benannt nach einem im Osten 



120 

derselben gelegenen Dorfe. Ein Dorf der Insel soll Brokt heissen, 
und davon leitet man Uorochtha ab. Plin. VI, 23, § 98 folgt in 
seiner Rundschau dem Nearchus und kömmt von Hormüz, das er 
aber nicht nennt, und sagt: Insulse tres, quarum Oracla tantum habi- 
tatur aquosa, a continenti XXV M. passuum. Die zwei unbewohnten 
(Arrian § 37 kennt nur eine vtjgq; i^n^n) sind Hingäm und Lärek 
der Adm. K., 6' südlich vom Dorfe Kischm. Die bewohnte ist 
Oarakta mit einem Schreibfehler. Nun liegt aber die Insel Kischm 
ihrer ganzen Länge nach so nahe am Festlande, dass man an man- 
chen Stellen hinüberschwimmen kann ; a continenti ist also ein Fehler 
statt von Hormüz. Nach Arrian rechnete zwar Nearchus 300 Stadien 
= 37 7» römische Meilen von Hormüz bis zu seinem ersten Landungs- 
platz auf Kischm ; es ist aber wahrscheinlich, dass er im Original sagte, 
von Hormüz bis zum Vorgebirge Oarakta's 200 Stadien = 25 römi- 
sche Meilen, von da bis zum Landungsplatz 100 Stadien. 

157. Ich will es versuchen, eine höchst verwirrte Stelle des 
Plin. VI, 28, § 152 zu erklären, die man auch auf Kischm beziehen 
kann. Er beschreibt die Küste Arabiens und springt von einem 
Punkte zum andern, als: Emporium eorum (Sabaeorum) Acila, ex 
quo in Indiam navigatur. Regio Amithoscutha, Damnia. Mizi majores 
et minores, Drimati. Naumachornm Promontorium contra Garmaniam 
est; distat quinquaginta millia passuum. Wir kennen Acila, aber 
von den andern Orten wissen wir nichts bis zum Promontorium, das 
gewiss das der Maken ('Oman) ist; ich schlage daher vor zu lesen: 
Mizi majores et minores, Drimati, Nau. Machorum Promontorium. 
Aus Nau machen wir Ras Nüs, in der Voraussetzung, dass die 
Griechen der Versuchung nicht widerstehen konnten, in Nüs vaG? zu 
finden. Ras Nüs, 55° 18', 17° 15', begrenzt die Bucht, in der die 
Zenobischen Inseln liegen. Von Inseln gibt es vier grössere und 
ein paar Felsen. Die grosse und kleine Mizi (Miri von Muryän?) 
mögen die zwei bedeutendsten davon sein; das Machorum Promon- 
torium aber ist das Vorgebirg der Maken. Die Entfernung von der 
Karmänischen Küste, 50 römische Meilen, kann als richtig angesehen 
werden. Plinius fährt fort: Mira res ibi traditur, Numenium ab 
Antiocho regeMesense propositum ibi vicisse eodem die classe aestu- 
que reverso iterum equitatu, contra Persas dimicantem, et gemina 
tropsea eodem in loco Jovi acNeptuno statuisse. Insula in alto 
obiacet Ogyris, clara Erythra rege ibi sepulto. Distat a continente 
GXXV M. passuum; circuitu GXII M. passuum. Nee minus altera 



121 

clara in Azanio mari Dioscoridu. Die Doppelschlacht dürfte eine 
Episode des von Antiochus Epiphanes angeordneten Raubzuges sein. 
In diesem aber drang seine Flotte an der arabischen Küste nicht 
weit über Bahrayn hinaus vor. Es scheint also, sie habe sich von 
da nach der Karmänischen Küste gewandt, sie sei dort mit den 
Persern in feindliche Berührung gekommen und die mira res habe 
sich dort zugetragen. Ich beziehe also ibi auf Carmaniam und nicht 
auf Promontorium. In dem Labyrinthe von fast senkrecht in das Meer 
hinabsteigenden Felsen, welche das Vorgebirg bilden, und in den 
Wirbeln des Wassers, der Scylla und Charybdis der orientalischen 
Seeleute, ist auch die Doppelschlacht undenkbar. Obiacet bezieht 
sich dann auch auf Carmaniam, und Plinius befindet sich insoferne 
in Bezug auf die Lage der Insel Ogyris mit Strabo und Dionysius 
im Einklang, als auch diese Ogyris' Lage von Karmanien aus be- 
stimmen. Von der Karmänischen Küste blickt er über das Azanische 
Meer zurück und über Ogyris (Macyra) hinüber bis Dioscoridu 
(Soqotra). Auch hier, gerade wie in der vorigen Stelle, ist jedoch 
der Ausdruck a continenti zu allgemein, denn Macyra ist nicht weit 
vom arabischen Festlande ; er steht wieder statt „von dem äussersten 
Punkte Karmaniens". Auch die Maasse: distat GXXV M. passuum, 
circuitu GXII M. passuum, bieten Schwierigkeiten. Nach der Berech- 
nung des Nearchus beträgt die Distanz 2000 Stadien = CGL römi- 
sche Meilen. Wir schlagen also vor, in Plinius GGXXV zu lesen, 
wie ungern wir auch die fehlenden 25 römischen Meilen vermissen. 
Der Umfang, GXII römische Meilen, passt weder auf Kischm noch 
auf Macyra ; denn erstere Insel hat etwa 170 und letztere höchstens 
100 römische Meilen im Umfange. 

158. In der Geschichte der muslimischen Eroberungen heisst die 
Insel Kischm Barkäwän (Belädzory S. 385 und 391; vgl. Ym. VI, 
465). Dafür sagt man auch Bäny-Käwän, und Ibn Kalby behauptet, 
dass diese Banü-Käwan ein Zweig des 'Abd al-Qaysstammmes sind. 
Mas'üdy cap. 14 berichtet, man heisse sie auch Laut. Das Dorf 
Läfit, wovon sie diesen Namen hat, liegt im Norden der Insel. Er 
erwähnt auch das benachbarte Hingäm, wo die Schiffe Wasser ein- 
nehmen. Auch Ibn Ghord. kannte sie unter dem Namen Bany-Käwän 
und gibt ihre Grösse an, doch ist der Text lückenhaft und muss 
aus Idrysy's Gitat ergänzt werden wie folgt: Längenausdehnung 
18 Farsangen und Breite 3 Farsangen. Das ist sehr genau, und dar- 
nach ist auch Mostaufiy's Angabe: 87 Farsangen lang und 3 Far- 



122 

sangen breit, zu corrigiren. Ungeachtet so bestimmter Nachrichten, 
wie diese, ist es dem Yäqüt, obschon er mehrere Male jenes Meer 
befuhr, die Insel der Banü Käwän zu entdecken nicht gelungen und 
er glaubt, sie müsse verödet und verschollen sein! 



XIV. Arabische Küste des Persischen Meerbusens. 

159. rispffucou x-oIkou. I^frucxpaytöv xoXtcoi iizl 7uo}a> <hy)>tovT£$, wv 
svto; eidtv ol Mdbeai, sixa NapsiT<3v (Var. 'AvapstTtov). 

Der Persische Meerbusen. Die Buchten der Ichthyophagen er- 
strecken sich weithin. Von diesen nach Innen sind die Makai, dann 
folgen die Küstenorte der Nareiten. 

Unter Buchten der Ichthyophagen meinte er das Labyrinth von 
Buchten bei Ras Mosandam. Sie werden von fast senkrecht aus 
dem Meere emporsteigenden schwarzen Felsen eingeschlossen und 
sind von 20 bis 40 Klafter tief. Das ganze Meer, das 'Oman be- 
spült, ist sehr reich an Fischen. Ich fuhr auf einem Boote von Matrah 
nach Masqat, und wo ich immer in die Tiefe blickte, wimmelte es 
von Fischen aller Grösse. Sie laden den Menschen ein, sie zu fangen, 
und seit die ersten Bewohner jene Küsten betraten, musste Fisch- 
fang die vorzüglichste Unterhaltsquelle sein. An der Sonne getrock- 
nete Fische werden auch massenhaft exportirt; so gibt es z. B. in 
Bacra hunderte von ärmlichen Läden, wo sie feil geboten werden, 
und es scheint, dass Datteln und gedörrte Fische das Hauptnahrungs- 
mittel der ärmern Bevölkerung dieser Stadt ist. In diesen schwer 
nahbaren geschützten Buchten können Fischer nicht nur reichen 
Fanges, sondern auch der vollständigsten Unabhängigkeit sicher sein 
und eine Art Nomadenleben treiben, und ich halte es für eine glück- 
liche Beobachtung, dass die Alten, obschon es Ichthyophagen an allen 
Küsten Arabiens gibt, in diesen versteckten Buchten ihren Hauptsitz 
erblickten. Auch die gegenüberliegenden Karmanier lebten vom 
Fischfang, und Mela S. 79 sagt: in ipso (sinu Persico) Garmanii 
navigantium dextra positi sine veste ac fruge, sine pecore ac sedibus 
piscium cute se velant, carne vescuntur, praeter capita toto corpore 
hirsuti (vgl. Arrian § 29). Das älteste Fahrzeug, das Kelek, wird 
im Peripl. 27 erwähnt und von Plinius beschrieben. Es besteht 
aus aufgeblasenen Schläuchen, die mittelst Holz mit einander ver- 






123 

bunden sind, und darauf plätschern die Ichthyophagen fast ihr ganzes 
Leben, jedem Sturm trotzend, auf dem Meere herum. Diese Fahr- 
zeuge werden bis auf den heutigen Tag auf dem Tigris, wo es Keleke 
von tausend Schläuchen gibt, gebraucht, und ohne dieselben wäre 
die Beschiffung jenes Flusses unter bestehenden Verhältnissen kaum 
möglich. Drei Fuss Wassertiefe ist genügend für das grösste Kelek, 
und wenn es Baghdäd erreicht hat, trocknet man die Schläuche, schickt 
sie, für zwei Piaster das Stück, auf Eseln oder Kameelen nach Mosul 
zurück, wo sie wieder mit Stangen verbunden zum Waarentransport 
nach Baghdäd benutzt werden. Die Fischer an der Meerenge von 
Hormüz haben den ersten Anlass zum Welthandel zu Wasser gegeben. 
Arabien hatte manche Producte mit dem gegenüberliegenden Kar- 
manien auszutauschen, so z. B. wurde der im Alterthume so hoch- 
geschätzte Weihrauch Arabiens dorthin ausgeführt (Peripl. 37). Aber 
der Handel dehnte sich weiter aus, und die zu Seefahrern und Kauf- 
leuten herangebildeten Fischer brachten die Producte Indiens nach 
Babylon und die Babylons nach Indien. Der Persische Meerbusen 
längs der arabischen Küste ist so seicht und so voller Klippen, dass 
er eine sichere Strasse nur für Keleke und kleinere Fahrzeuge mit 
geringem Tiefgang gewährt. Der Umstand, dass in frühester Zeit 
diese Strasse viel benützt wurde, scheint mir zu beweisen, dass die 
Navigation im Kelek ihren Ursprung hat. 

160. Die Nareiten dürften der ihrer Küste gegenüberliegenden 
240 Fuss hohen Insel, 54° 14', 25° 14', den Namen Sir Abu Neyr 
gegeben haben, den sie in der Adm. K. hat. Eine andere Insel heisst Sir 
Beni Yäs , und da jk*o , Qyr, Trinkwasser , bei dem sich die Leute 
einfinden und aufhalten, bedeutet, scheint es, dass der Name der 
letztern Insel so viel bedeutet als Wasserplatz der Banü Yäs, und 
der der erstem Wasserplatz der Abu Neyr. Wenn dieser Name 
jxxxti y>), Abü-n-na'yr geschrieben wird, so heisst er Vater des Kriegs- 
geschreies. Juba betrachtet Abu mit Recht als essentiellen Theil 
des Namens, und heisst das Volk Epimaranitae. Dieser Anhaltspunkt 
ermuthigt uns, die § 149 angeführte Stelle des Plinius fortzusetzen. 
Ultra navigationem incompertam ab eo latere propter scopulos tradit 
Juba — (prsetermissa mentione oppidi Omanorum Batrasabbes [Var. 
Batrasavanes] et Omanae quod priores celebrem portum Garmaniae 
fecere, item Omnae [Var. Homae] et Attanae [Var. Athanae], quae nunc 
oppida maxime celebrari a Persico mari nostri negotiatores dicunt). — 



124 



A flumine Ganis, ut Juba tradit, mons adusto similis. Gentes Epi- 
maranitae. Mox Ichthyophagi, insula deserta. Gens Bathymi. Wir 
übergehen einstweilen die von Plinius selbst gesammelten Nachrichten 
und folgen dem Berichte des Juba. Die Küstenfahrt, deren Bericht 
ihm vorlag . — er mag auch Berichte von zweien vor sich gehabt 
haben — war nur bis zum Hundsfluss gekommen, dessen Mündung 
im Sabcha (siehe § 175) ist. Aus anderen Quellen hat Juba erfahren, 
dass östlich von diesem Flusse ein dem Mons Adustus ähnlicher 
Berg anfange. Das 350 Fuss hohe Vorgebirg Jebel Dthunm der 
Adm. K. liegt 52° 36', 24° 12', und davon laufen nach Osten, der 
Küste entlang, Höhen aus, welche bezeichnet werden : detached groups 
of volcanic hüls and low cliffs. Diese vulcanische Gruppe gleicht 
also dem Mons Adustus. Auch nach Ptolemaeus ist diese und die 
sich daran schliessende Küste von den Abu Neyr bewohnt. Mit 
den Ichthyophagen kommt Juba um Ras Mosandam herum, und die 
Bathymi dürften die Bewohner der Küste Batina in 'Oman sein. 

Plinius in seiner Parenthese geht nicht ab hoc latere aus, son- 
dern verfolgt die Fahrt vom Rothen Meere her und das Omanorum 
Batrasabbes oppidum ist in jenem Lande zu suchen, das wir jetzt 
noch 'Oman heissen, und das nach den Begriffen der Alten schon am 
Persischen Meere liegt, und ist wahrscheinlich Sib, 25' westlich von 
Masqat. Wenn die ersten zwei Silben batra nicht ein Fehler für 
Batn sind, so sehen wir sie als eine Transscription von .Jb , bathr, vul- 
canische Gegend, an. Wenn die Araber 'Oman als Stadtname ge- 
brauchen, so meinen sie Qohar ; das ist also das Omanse des Plinius, 
Omnse ist. mir unbekannt, Attanse ist Chatt (§ 177) in anderer Form. 

161. Die Maken werden oft genannt, und die Orthographie ist, mit 
zwei Ausnahmen, §§ 157 und 163, immer dieselbe; es scheint also, 
dass der einheimische Laut, der wohl &x*«, Maka, ist, durch Makai 
genau wiedergegeben wird. Arrian § 33 : die Ortskundigen sagten, die 
Küste, deren Nearchus ansichtig wurde, sei ein Vorgebirg Arabiens 
und heisse Maketa, und von dort werden Zimmt und andere der- 
artige Gewürze nach Assyrien importirt. Auf diese Beobachtung 
stützt sich Eratosthenes bei Strabo 765: die Mündung des Persischen 
Meeres ist so eng, dass man von Armozon, dem Vorgebirge Kar- 
maniens, jenes bei den Maken in Arabien erblickt. Und auf Eratos- 
thenes stützen sich Plin. VI, 26, § 98 und Ammianus Marc. XIII, 
f>, 23. Unter den derartigen Gewürzen mag auch die Muskaten- 



125 

blüthe gewesen sein , und es fragt sich , ob nicht das griechische 
Moucsp (Diosc. I, 111) und das lateinische Macir (Plin. Xu, 8, § 32) von 
Ma ka herkommen ? Die Namen dieses Productes der Myrista in 
orientalischen Sprachen erinneren nicht an Maker: sie sind talasafar 
oder besbäsa im Arabischen, bezbäza im Persischen, Kambang-bala 
im Malai, bunga-pala im Javanischen, gätipatri im Sanskrit, und davon 
gautri im Hindostanischen und gadipatrie im Tamulischen. 

Die Bevölkerung der Handelsstädte des jetzigen 'Oman ist sehr 
gemischt und ergänzt sich beständig aus fremden Ländern. Mir 
schien es, dass die meisten Handelsleute Masqats indische Baniane 
und die ärmste Klasse Africaner sind. In Matrah, der einzigen Stadt, 
welche ich ausser Masqat besuchte , ist die Bevölkerung schon viel 
reiner arabisch, und im Gebirg dürften jetzt noch die Nachkommen 
der Maken leben. Die Ma ka im Ostjordanlande, an der Grenze der 
Stämme Gad und Reuben, am Fusse des Hermon, mochten mit den 
alten Bewohnern 'Omän's mehr als den Namen gemein haben; denn 
für die semitischen Handels Völker waren die Entfernungen von wenig 
Bedeutung; man denke an Phoenicien, Karthago, Marseille! Strabo 
schreibt Tyros für Tylos und hält diese Insel für das Stammland 
der Phoenicier; im Arabischen hat der beste Hafen 'Omän's bis auf 
den heutigen Tag den Namen Qür = Tyros , und da ich die ersten An- 
fänge der semitischen Schifffahrt in Maketa und in den Farasäninseln 
finde, erscheint es mir sehr wahrscheinlich, dass die Insel Tylos 
nur eine Etape in der Wanderung der Phoenicier gewesen sei. 

Der Unterschied, den die Alten zwischen den Ichthyophagen und 
Maken machen, lag nur in der Kulturstufe, nicht in der Abstammung. 
In muslimischer Zeit zählte man die Seeleute 'Oman's und überhaupt 
die Nachfolger der Maken zu den Azditen (Masüdy c. 10; Leben 
des Mohammad EI, 382). Gauhary II , 411 und Ym. 522 führen 
den Vers an: was die Azd, nämlich die Azd des Abu Sa* yd (al- 
Mohallib) betrifft, so verschmähe ich, sie al-Mazün zu heissen; und 
bemerken dazu : al-Mazün ist das Land 'Oman ; nach der Erklärung 
des Abu 'Obayda aber meint der Dichter unter den Mozun die See- 
leute. Ardeschyr b. Bäbekän hat nämlich 600 Jahre vor dem Islam 
die Azd als Seefahrer in das Schihr (Küste) 'Omän's verpflanzt. 
Thatsache ist, dass vor dem Islam 'Oman unter persischer Ober- 
herrlichkeit stand, und dass sich einige Araber zum Feuerdienst be- 
kehrten; aber die Behauptung, dass Ardeschyr diese Küste mit 
Rhedern versah, zeigt eine gänzliche Unkenntniss der Vergangenheit 



126 

des Landes. Im Gegentheil verbreiteten sie sich auch längs der 
Küste Kermäns (vgl. Blau, ZDMG 27, 319) und trieben sie schon 
zur Zeit des Nearchus mysteriösen Spuck auf der Insel Nosala, um 
Fremden die Beschiffung jener Meere zu verleiden. In § 43 haben 
wir Azditen am Rothen Meere kennen lernen, und wenn auch nicht 
gerade Mazün oder Mozün, so wird doch der Stamm Mäzin (vgl. § 441) 
damit in Verbindung gebracht, und somit die Basis der Vergleichung 
erweitert. Es fragt sich nun, ob die Azditen 'Omans Nachfolger der 
Maken seien und sie sich von hier nach dem Rothen Meer ver- 
breitet haben oder umgekehrt. 

162. 'Psyi^oc 7r6)u ? , 88°, 23° 10' (N. G. Vvulgo: Teyocpc W. 
A. B.; 23° 20' B. N. VADS.; Ty^a Steph. Byz.), ist der erste 
Hafen an dieser Küste nach der Meerenge und entspricht Ras al- 
Ghayma der Adm. K., Br. 25° 47', L. 55° 58', auch Dschulfär ge- 
nannt. Nach Ym. II, 63, 104 ist Gullafär oder Gurrafär zu sprechen ; 
es" gehört zu f Omän, betreibt Viehzucht und ist reich an Käs und 
Butter und exportirt diese Producte. In Ibn Mogäwir kommt fol- 
gendes Itinerar vor, aus welchem wir die Wichtigkeit der Lage dieses 
Hafens erkennen. Er fährt von Qohär nach al-'Aqar, 56° 28', 24° 48', 
4 Farsangen; dann nach Kelbe, 56° 20', 25° 4', 4 Farsangen; dann 
nach Chor Fakän, 56° 22', 25° 21', 4 Farsangen; dann nach Debä, 
56° 18', 25° 38', 4 Farsangen; dann nach Lyma, 56° 26', 25° 56', 
4 Farsangen. Soweit können wir ihn auf der Karte verfolgen und 
4 Farsangen sind durchschnittlich gleich 28'. Dann nach \& \ 3 Far- 
sangen; dann nach .Vä^ (sie, für jlaL>, Gulfär) 8 Farsangen. Von 
da setzt man nach der Insel Qays (Kysch) über, 8 (lies 80) Farsangen. 
Die Ueberfahrt beträgt einen Tag und eine Nacht (drei Tage und 
Nächte?). 

163. Bochart, gestützt auf die Autorität der LXX, hat Regama 
mit dem biblischen Re'ama identificirt, und mit Recht. In der Bibel 
kommt Re'ama zweimal vor, und wird beide Male mit Scheba ver- 
bunden. In derselben Verbindung finden wir die Mage, d. h. Ma ken, 
die nicht verschieden sein können von den Re'ama, bei Mela, ed. Parthey 
S. 80: maiorem Sabsei tenent partem (Arabise), ostio proximam et 
Garmanis contrariam Mage (Var. Magnse). Sonst verbinden die Griechen, 
wenn sie von den grossen arabischen Handelsvölkern reden, die 
Genfer mit den Sabaeern ; die von Ezech. 27, 23 erwähnten Perlen 
wurden von den Re'ama, die Edelsteine von den Sabseern auf den 
Tyrischen Markt gebracht. 



127 

164. 'Iepa 'HlLou axpa, 87° 20', 23° 30' (W. A. B. C; 23° 50' 
N. Vvulgo). An dem Vorgebirge der Sonne dürfte das Dorf Sampsa 
gelegen haben, von dem Stephanus sagt, es sei in Arabien, und der 
Name bedeute Sonne. Ym. III, 319 berichtet: Schoms ist der Name 
eines Götzen der Tamym, den auch alle 'Oddstämme verehrten, als 
Dhabba, Taym (die Thaemae des Ptolemseus), c Adyy, Thaur und 
'Okl. Wo er gestanden habe, berichtet Ym. nicht. In der Genea- 
logie der Tamym ist 'Abschams (Vater des al-Tayyib, al-'Omayr und 
Tohayya), ein Zweig des Stammes Sad, welcher al-Garä (Gerra) 
besass und sich von dort auch gegen Osten ausdehnte. Es ist also 
recht wahrscheinlich, dass der Götze Schoms dem Sonnengebirge des 
Ptolemseus den Namen gegeben hat. Ein Vorgebirg finden wir hier 
nun freilich nicht. Die ganze Küste ist sehr niedrig, und wie sehr 
es an Höhen fehle, zeigt der Umstand, dass in der Adm. K. ein 
Kliff, 20 Fuss, und ein Hügel, in einiger Entfernung von der Küste, 
220 Fuss hoch, angezeigt wird, und Letzterer wird durch den Namen 
Gabal 'Alyy, hoher Berg, ausgezeichnet. Ym. III, 441 erwähnt, dass 
al-Qyr ein Berg an der Küste auf dem Weg von Syräf nach 'Oman 
sei. In Niebuhr's Karte ist ein Ort Seer, der in 55° 30', 25° 25', 
zu verlegen sein dürfte. Vielleicht ist dieses die Lage der von Ym. 
erwähnten Landmarke und auch der Sonnenheiligthümer, und ist sie 
in der Küstenaufnahme, wie manches andere, der Aufmerksamkeit 
der Offlciere entgangen. 

165. Aap woTajjLoö &cßoXa£, 86° 30', 23° 30' (W. A. B. C; 
Aapi; VM. ; Aapou VA. ; 86° 10', 23° 10' Vvulgo ; 86° 20' N.). 

Ai TCTryal tou Tuorapoö, 81° 0', 18° 0' (W. A. B. C; 83° Vvulgo). 

Man hat vermuthet, der Lär entspreche dem Sayh. oder Irdh 
in Yamäma oder dem f Ayn Mohallim in Bahrayn (den man für 
eine Fortsetzung das Sayh hielt). Hätte Ptolemseus den einen oder 
andern dieser zwei Bäche gekannt, so würde die betreffende Partie 
seiner Karte eine ganz andere Gestalt erhalten haben. Ich halte an 
der Ueberzeugung fest, dass Ptolemseus eine organische Kenntniss 
der Halbinsel nicht besass und sich damit begnügte, Schifferberichte 
und Itinerarien in sein Netz einzutragen. Die Mündung des Lar 
dürfte demnach aus einer tief in das Land eindringenden Bucht, 
welche die Anwohner an-Nahr, den Fluss, nannten, (wie man um- 
gekehrt in Aegypten den Nil schon im Alterthum das Meer hiess) ent- 
standen sein. Es kann die Bucht bei AbüThabi, 54° 23', 24° 25', gemeint 
sein, und die grosse Länge des Lar ist ebenso imaginär, wie die 



128 



des Baitius. So viel steht jedoch fest, dass der Anfang des Lar 
dem W. Nagrän entspricht, und Ptolemaeus kein Bedenken trägt, 
ihn die grösste Sandwüste Asiens durchschneiden zu lassen. 

166. Ka^tva icoliq, 86° 0', 23° 10' (W. B.; Kav«|/a N. Vvulgo 
C. [?]; 23° 20' A. Vvulgo; 23° 40' N.), liegt ganz nahe am Lar und 
dürfte an der Südwestseite der Bucht (wo die Adm. K. sehr mangel- 
haft ist) zu suchen sein. 

167. Kaßava *6**, 85° 0' , 23° 0' (A. B. VDS. Intp. ; Kauava 
W. C). Wenn die Zeichnung des Ptolemaeus auch hier jene relative 
Richtigkeit hat, wie an der Küste des Rothen Meeres, so lag diese 
Stadt bei Ras Swami, dessen Position 53° 9', 24° 11' ist. Die Namens- 
ähnlichkeit führt aber bis 55° 35', 25° 35', wo Umm al-Küweyn ist. 

168. 'ATToawv (Var. Aiyatov) x^P a scheint mir nur eine andere 
Orthographie statt Ghattenen zu sein. In die Küste dieses Volkes 
versetzt Ptolemaeus die Städte Sarkoe und Kadara und das Dorf Atta. 

169. Zur Würdigung der alten Berichte über das Gerraeerland 
ist eine Uebersicht über dessen Geographie nöthig. Ich folge dem 
Sadlier auf seiner flüchtigen Reise. Er brach vom Hafen Qatyf auf, 
und sein Weg nach dem Innern führte ihn zuerst nach SW, dann 
nach SO durch Steppen, und nach 54 Miles erreichte er einen grossen 
See, an welchem das Dorf Jomiah (Gänn ?) steht. Nach einem fernem 
Marsch von 40 Miles gen SO , durch ziemlich ödes Land , erreichte 
er die Hauptstadt Foof. Sie ist von einer 50 Fuss hohen Lehmmauer 
und einem trockenen Graben umgeben und hat zwei Thore, wovon eines 
in die östlich davon gelegenen Vorstädte, — offene Dörfer mit Dattel- 
pflanzungen und Feldern — führt. Stadt und Vorstädte zählen un- 
gefähr 15,000 Einwohner. Drei Viertel englische Meilen nördlich 
von Foof liegt die Gitadelle Mobarraz, umgeben von einem tiefen, 
trocknen Graben und vertheidiget von hohen Thürmen l ). Oestlich 
von Mobarraz dehnt sich eine ziemlich reiche Landschaft aus mit 
mehrern grossen Dörfern, Feldern, Dattelhainen, reichlichen Brunnen 
und einigen Seen. Ihre Gesammtbevölkerung wird auf 50,000 Seelen 
geschätzt. 

*) In Palgrave's Plan von „Hofhoof" erscheinen ausser diesen zweien noch 
drei andere Thore; von einem führt der Weg gen NW nach Djoon (Gün). 
Mobarraz ist nach Palgrave nicht bloss eine Citadelle, sondern ein offenes Dorf 
von 20,000 Seelen, 3 englische Meilen von Hofhoof, und die Citadelle ist einen 
Büchsenschuss davon entfernt. Gesetzt, Palgrave berichtet "Wahres, so muss 
das ummauerte Foof mit Hofhoof und nicht mit dem offenen Dorfe Mobarraz 
identificirt werden. 



129 

Wir können also in Bahrayn, dem alten Gerrseerlande , zwei 
getrennte Theile unterscheiden, einen Küstenstrich, und zwei locker 
zusammenhängende Oasen; Stephanus konnte also von einer regio 
tertia Gerrhseorum sprechen, indem er die beiden Oasen als getrennte 
Districte auffasste. Die grössere Oase liegt eine Tagereise westlich 
von 'Oqayr (Adm. K. Ajeyr, 50° 15', 25° 40'), dem Seehafen beider 
Oasen (vgl. Gihänn. 497), welcher, wie wir sehen werden, oft den 
Namen der Hauptstadt Gerra usurpirt. Diese Oase ist nicht weit 
vom Abhänge des grossen arabischen Hochplateau's entfernt, und 
erhält von ihm den Fluss Mohallim, auch 'Ayn und 'Ayn-Mohalhm 
geheissen. Die Quelle des Flusses nennt man Goräb. Das Wasser 
sprudelt heiss aus der Erde hervor (Ym. HE, 764), aber abgekühlt, 
ist es angenehm zu trinken. Den Fluss verzweigte man mittelst 
Ganälen, welche die Palmenhaine von Gowäthä, * Asallag und anderer 
Dörfer und Städte bewässerten. Das Land ist so gesegnet mit 
Palmen, dass man einst eine Last Datteln gegen eine Last Getreide 
austauschte. Der wichtigste unter den Ganälen hiess al-Qafä, und 
an demselben erhoben sich eine Stadt und Gitadelle gleichen Namens ; 
doch weil die Stadt einige Zeit die Metropole des Landes war, nannte 
man sie meist einfach Hagar, d. h. Stadt, und dieser Name wurde 
dann auch auf das ganze Land ausgedehnt. Sie stand wahrscheinlich 
an der Stelle des heutigen Füf (Hofhüf) oder nicht weit davon. 
Gegenüber, durch den Fluss davon getrennt, lag al-Moschaqqar (das 
jetzige Mobarraz?) bis 570 n. Ghr. die Burg der Kinditen, später 
einer der Sitze der f Abd al-Qays. 

Die andere Oase liegt 40 Miles NW von dieser an einem grossen 
salzigen See, welchem das ganze Land den Namen Bahrayn, unter 
dem es zu Anfang des Islam allgemein bekannt war, verdankt ; denn 
er bedeutet die zwei Meere, und der See ist das andere Meer. An 
seinem Ufer bauten die Qarmaten, welche 890 n. Ghr. auftraten, die 
Stadt al-Ahsä oder Lahsä. Sie wurde zur Hauptstadt ihres rasch 
emporgewachsenen Reiches, wess wegen sie oft mit Hagar verwechselt 
wird. Auch der Name Lahsä wurde auf das ganze Land ausgedehnt, 
und wir haben also schon drei Namen für dasselbe: Hagar, al- 
Bahrayn und Lahsä. Nach Abü-1-Fida hegt die Stadt al-Ahsä zwei 
Tage von al-Qatyf (das entspricht den 54 englischen Meilen Sadliers 
bis Jomiah) , nach dem Gihänn. einen Tag (und eine Nacht) und 
ebensoweit von al-'Oqayr. 

170. Der Küstenstrich wird al-Chatt, die Linie, genannt. Dem 

9 



130 



Polybius scheint die Bedeutung des Namens bekannt gewesen zu 
sein , denn er sagt bei Stephanus : Chattenia ist zwar dünn (enge), 
aber mit Burgen und Dörfern besäet. Ym. II, 435 sagt: in al-Chatt 
befinden sich die Städte al-Qatyf, al-'Oqayr und Qatar. Das gibt 
uns eine Idee von dessen Ausdehnung dem Meere entlang, doch ist 
der Sprachgebrauch sehr unbestimmt, und manches Mal dachte man 
sich al-Chatt bis Ras al-Chayma nach Osten reichend. Belädz. 81 
und 84 bezeichnet einen bestimmten Ort mit diesem Namen. In der 
arabischen Poesie werden die chattischen Lanzenschäfte, aus Indien 
eingeführte Bambusröhre, gerühmt (vgl. Hamäsa S. 706), und ich 
denke, dass sie nach dem von Belädzory angedeuteten Orte — einem 
Seehafen — so genannt wurden, und verwerfe die Ansicht Yäqüt's. 
Dieser Hafen ist das Attanse des Plinius und das Atta vicus des 
Ptolemseus. In Bezug auf den Küstenstrich al-Chatt unterscheidet 
sich Ptolemseus von Polybius, insofern ersterer ihn von der Küste 
der Gerraser trennt, während letzterer ihn zum Gerrgeerland rechnet; 
doch erwähnt auch Polybius die Chattenen neben den Gerraeern als 
Volksname. 

171. Die Bevölkerung Bahrayn's bestand, soweit die arabischen 
Quellen zurückreichen, aus Zweigen der 'Abd al-Qays, Bakr b. Wäyil 
und Tamym. Die Kinda waren nur zeitweilig als Eroberer daselbst 
angesiedelt, und vor ihnen sollen die Jyäd ihre Stelle eingenommen 
haben. Zur Zeit Mohammad's noch, obschon wenig Handel übrig 
war, lebten in den Städten, besonders in al-Qatyf und überhaupt an 
der Meeresküste, so viele Magier (Perser), Juden und Christen, dass 
in den Adern der alten Chattenen schwerlich viel arabisches Blut 
floss. Viel reiner war zu allen Zeiten die Bevölkerung der Oasen, 
die eigentlichen Gerrseer. 

172. Ich muss auf eine überraschende ethnographische Erschei- 
nung aufmerksam machen, obschon sie, streng genommen, meinem 
Thema fern liegt. Tabary, ed. Koseg., S. 186 sagt, dass in al-Chatt 
Zott und Sabäbiga leben. Ueber die Sabäbiga gibt uns Vullers' 
Lex., unter Schaba, Aufschluss. Ueber das andere Volk sagt Wilson 
in seinem Glossary : Jat, the name of a very numerous race of people 
in the north- west, and bordering provinces, also in the Panjab and 
Sindh, where they have become in part at least, Sikhs and Moham- 
madans: they are in general industrious and enterprizing cultivators 
and a hardy race. The Raja of Bharatpur is of the tribe, of which 
there are numerous subdivisions separated into two grand sections, 



131 

the Dhe, or Pachhade and Hele, or Deswäle. The former imigrated 
not much more than a Century since from the Panjab, but the whole 
refer to the far west and Ghazni as their original site. Altough for- 
merly enumerated amongst the thirty-six royal tribes, they are no 
longer regarded as Rajputs, nor intermarry with them, although con- 
nexions are occasionally formed. The Jats along theJamunä profess 
to descend from the Yadus, which may be the case without prejudice 
to their affinity with the Yetae and Yue-chi of antiquity. 

General Ghesney, Euphr. Exp. I, 646, fand dieses Volk längs 
der Küste von Bahrayn bis Ras al-Chayma ausgedehnt. Sein Ur- 
sprung war ihm unbekannt und er gibt folgenden Bericht : the inhabi- 
tants of this coast consider themselves superior to the other people 
of the country , even to the Bedawins , from whom they differ by 
having a taller and more athletic frame, with a darker complexion. 
They are supposed to derive their origin from Harn : their deep colour 
seems however to be the result of a recent admixture of African 
blood. Zwischen Tabary und Ghesney liegen Tausend Jahre; wäh- 
rend dieser Zeit haben sich die Zott, \*J>\ (persisch Dschät, ol>) 
und indisch Dschät mit indischem t) arabisirt, aber nicht mit den 
Arabern vermischt und ihre charakteristischen Eigenthümlichkeiten so 
sehr bewahrt, dass wir sie in Ghesney's Beschreibung auf den ersten 
Blick erkennen. Auch in Ghüzistän und bei Küfa waren zu Anfang 
des Islams Zott und sie Hessen sich von den Tamym, mit denen 
sie hier und in Ghatt von Alters her in Berührung gestanden haben, 
als dienten aufnehmen. Im ersten Jahrhunderte des Islam wurden 
noch mehr Zott, wie auch Büffelheerden, die sie pflegten, nach Bacra 
importirt und dann auch nach Antiochien verpflanzt. Ihre Geschichte 
erzählt Belädz. S. 372—376, Gawäliqy 82. 

173. Strabo 766 (vgl. Steph. 271) sagt: Schifft man längs 
Arabien auf 2400 Stadien , so liegt in einem tiefen Busen die Stadt 
Gerra chaldseischer Flüchtlinge aus Babylon, welche einen salzigen 

Erdboden bewohnen und Salzhäuser haben Die Stadt liegt 

200 Stadien vom Meere. Die Gerrseer sind grösstentheils Landkauf- 
leute mit arabischen Waaren und Gewürzen. Aristobulus im Gegen- 
theil behauptet, dass die Gerraser das Meiste auf Holzflössen nach 
Babylonien ausführen, von wo die Waaren den Euphrat hinauf fuhren 
bis nach Thapsacus, und dann zu Land überall verbreitet wurden. 
Diese Notiz hat Vieles mit der § 149 angeführten Stelle des Plinius 
gemein, und es werden darin zwei Dinge vermischt: an dem tiefen 



132 

Busen liegt nicht die Stadt, sondern der Seehafen von Gerra — mehr 
darüber in § 183. — Der Seehafen spedirte die Waaren zu Wasser, 
wie Aristobulus sagt, und die Kaufleute im Binnenlande mittelst 
Karawanen. Diese zwei Transportarten bestanden neben einander. 
Auch diesen Punkt werde ich noch oft zu betonen Gelegenheit haben. 
Hier fassen wir die chaldseischen Flüchtlinge aus Babylon in's Auge. 
Diese beschränkten sich wohl fast ausschliesslich auf die Küste, wo wir 
bereits allerlei fremdes Volk haben kennen lernen. Wir kommen zum 
Schluss, dass die Küste zu allen Zeiten unter den Gultureinflüssen 
Persiens und der aufeinander folgenden Reiche am Tigris stand, dass 
von diesen viele Einwanderungen stattfanden, und dass sich auch 
bisweilen ihre Machtsphäre nicht nur über ganz Bahrayn (Küsten- 
strich und Oase), sondern auch über 'Oman erstreckte; so regierte 
z. B. zur Zeit Mohammad's ein Lehensfürst der Perser, der Tamymite 
Mondzir b. Säwä, mit einem persischen „Residenten" zur Seite, über 
die Oase. 

174. Die Lage der Stadt Gerra = Ger ä = Lahsä am Rande 
der Wüste und der Karawanenhandel bedingen, dass die Urgerrseer 
zünftige Araber waren, denn sonst hätten sie weder die Wüsten 
durchwandern, noch sich mit den Beduinen verständigen können. 
Welcher arabischen Race gehörten sie an? Für die Beantwortung 
dieser Frage haben wir eine historische Parallele, welche sich zu 
Anfang des vierten Jahrhunderts des Islam in demselben Terrain 
abzuspielen anfing. Zur Zeit ihrer politischen Höhe müssen die 
Gerrseer aus denselben Elementen bestanden haben, wie der Nuchus 
der Qarmatenmacht , über welche ich auf de Goeje, Mem. sur les 
Garmathes du Bahrain, Leyde 1862, verweise. Den Hauptbestand- 
teil, namentlich das kriegerische Element der Gerrseer, welches die 
Karawanen beschützte, bildeten die Tamymstämme, welche zu den 
reinsten Gentralarabem gehören. Aber das belebende Gulturelement, 
der Kaufmannstand, ist schwerlich aus diesen Stämmen hervor- 
gegangen. Ibn Kalby berichtet bei Ym. IE, 764; Mohallim (Name 
des Flusses) war der Sohn 'Abd Allah's (eines Knechtes Gottes) und 
der Gemahl Hagar's (Name der Hauptstadt und des Landes), und er 
gehörte dem Stamme der Garamiqa an. Diesem ethnographischen 
Symbole zufolge waren also die Gerrseer mit den Garamiqa ver- 
wandt, welche lange vor dem Islam einen Theil von Mesopotamien 
beherrschten und nach dem Urtheile Gaussin de Perceval's der 
assyrischen Race angehörten. Die Garamiqa thaten sich aber erst 



133 

zur Zeit des Kaisers Trajan durch ihre Macht hervor, und Kalby's 
gewaltsame Mythe entbehrt wahrscheinlich jeder ethnographischen 
Unterlage. 

175. SapxoT) mttuc, 84° 15' , 23° 0' (W. A. B. G. N.), ist der 
Hafen Sabacha des Ibn Ghord. S. 60, und Idrysy II, 6 und in, 6. 
Sabacha heisst Sumpfland, und es dehnt sich der Küste entlang von 
W nach 30' aus. Der Hafen mag in L. 51° 50', Br. 24° 0' liegen. 
Man spricht auch Sabcha und daraus mag Sapxoy) (Saßjco*)?) ent* 
standen sein. 

176. KaSapa tzoIiq, 83° 40', 23° 30' (die Leseart Kadara beruht 
nur auf Vvulgo, alle Andern haben KapaSa; 83° 20', 23° 10' Vvulgo; 
83° 40', 23° 10' VA.). Qatar ist jetzt der Name der Halbinsel von 
Bahrayn, und es werden auch das östlich daran stossende Meer die 
Inseln desselben (bei Mas'üdy engl. Uebers. S. 267) und ein Theil 
der Steppen Qatar geheissen. Als Name des vorzüglichsten Hafens 
der Halbinsel kommt es in Ibn Ghord. S. 60 (wo J^üft ein Fehler 
ist) und bei Niebuhr vor. Es scheint dem Zabara der Adm. K., 
L. 51° 5', Br. 26° 0', zu entsprechen, wo sich ausgedehnte Ruinen 
befinden. 

177. 'Atta ^p, 82° 0', 23° 15' (W. A. B.; 81° 0' G.; 83° 0' 
VS.). Ich habe bereits von al-Chatt in der Bedeutung Küstenstrich 
von Bahrayn, in der ihm das Ghattenia des Polybius entspricht, 
berichtet. Als Stadt erscheint al-Chatt Ym. n, 907 und Ibn Chord. 
S. 114. Die Lage von Atta entspricht der von 'Adhäyid, L. 51° 18', 
Br. 24° 30', wo sich, wie ich in Kischm vernommen habe, Ruinen 
befinden, die aber weder von grosser Ausdehnung, noch von hohem 
Alter sind. 

Ich glaube, dass die Lage der Binnenstädte, Sapha, Masthala und 
Domana von der Atta's abhänge, weil die Indienfahrer hier landeten 
und von hier die Waaren zu Land nach Sapha spedirt wurden. Ich 
bespreche sie also an dieser Stelle. 

178. MaaO-o&a, 81° 45', 22° 30' (W. A.B.N.; 81°0'G.; 22° 0' 
Vvulgo), mag dem spätem al-Moschaqqar entsprechen. Ym. IV, 541 : 
al-Moschaqqar ist eine grossartige Festung in Bahrayn, die den *Abd 
Qays gehört; in der Nähe ist eine andere Festung, welche al-Qafä 
heisst und vor der Stadt Hagar steht. Die Hauptmoschee befindet 
sich in al-Moschaqqar. Zwischen beiden ist ein Canal, welcher 'Ayn 
heisst und gegen die Stadt des Mohammad b. al-Ghimr hinfliesst. 
Bekry bei Juynboll: al-Moschaqqar ist ein Schloss in Bahrayn, nach 



134 



Anderen ist es die Stadt Hagar. (Das Schloss) al-Moschaqqar ist 
vom Kinditen Mo'äwiya b. al-Härith erbaut worden. Der Kinditen 
Wohnsitze waren in Dharyya. Der Vater des Erbauers, al-Härith, 
siedelte aber nach al-Ma'mar (sie! al-Bahrayn?) über, und sein Sohn 
erbaute al-Moschaqqar. Nach Ibn al-A'räby ist al-Moschaqqar eine 
grosse Stadt, in deren Mitte sich der Felsenhügel 'Otäla erhebt, auf 
dem eine Citadelle steht. Oben auf dem Hügel befindet sich in einer 
Grube ein Brunnen. Gegen die Identität von al-Moschaqqar und 
Masthala ist, dass ersteres, wenn es identisch ist mit dem jetzigen 
Mobarraz, nördlich von der Hauptstadt liegt, letzteres bei Ptolemseus 
südöstlich davon; doch, da er schwerlich ein Itinerar, sondern nur 
allgemeine Angaben hatte, mag er sich geirrt haben. Vielleicht ist 
in Masthala f Otäla versteckt. 

179. Sara, 81° 10', 22° 20' (W. A. B.; Sit* C; 22° 40' 
Vvulgo ; 22° 10' N.). Ich lese Sapha, weil die Bewohner Sophanitse 
heissen, § 435. Ym. HE, 397—398: „Al-gafä ist ein Ganal in Bahrayn, 
welcher sich von 'Ayn-Mohallim abzweigt." „Al-Qafä ist eine Festung 
in Bahrayn und Hagar (soll heissen: und identisch mit Hagar). Ibn 
Faqyh sagt: al-Qafä ist die Hauptstadt von Hagar." Ym. VI, 953: 
„ Hagar, oder al-Hagar mit dem Artikel (d. h. die Stadt), ist die Haupt- 
stadt von Bahrayn, und manchmal wird das ganze Land Bahrayn 
Hagar genannt." Die Terminologie ist so schwankend und wechselnd, 
die Unwissenheit und Unverschämtheit der arabischen Schulgeographen 
so gross, dass es schwer ist zu einem bestimmten Resultat zu kom- 
men. Hier ein Pröbchen scholastischer Weisheit : Ym. DI, 685: al- 
Hagarän (d. h. die zwei Städte) ist der Name für al-Moschaqqar und 
'Otäla, zwei festen Städten in Yaman (sie!). Der Tropf dachte an 
die Hagarän, zwei Städte, Haddün und Dammün in Hadhramaut. 

180. Ao^ocva, 82° 20', 22° 30' (W. A. B.; 82° 50', 22° 20' 
Vvulgo; 81° 50', 22° 30' C; 83° 0' N.), dürfte die Stadt des Moham- 
mad b. al-Ghimr sein, doch lässt sich darüber um so weniger etwas 
Bestimmtes sagen, weil die Godd. in Bezug auf die Position Damanas 
variiren. 

181. Fsppociwv (x«pa). Ueber dieses Volk siehe §§ 169—174 und 
183. Unter dieser Rubrik zählt Ptolemseus nur drei Küstenstädte 
auf: Magindanata, Gerra und Bilbana. 

182. MaytvW™ TToXtc, 81° 0', 23° 20' (W. B.; MayivW C. 
Vvulgo ; MaytvSaTa A. ; Mavyiv&ava VC ; MavuvaTa Vadd. A. ; Maytv- 
SavacTa VOx.; 23° 10' Vvulgo). Der Name dürfte aus Magier und 



135 

einem persischen Suffix wie istän oder dän zusammengesetzt sein. 
Aus Ptolemseus' Karte schliessen wir, dass es Einen Tageskurs von 
al-'Oqayr entfernt ist, und also an der Südspitze der Gerraischen 
Bucht, etwa L. 50° 40', Br. 25° 10', lag. 

183. rippoc K&ifc 80° 0', 23° 20' (W. A. B. G. N.; !>*, 23° 10' 
Vvulgo). Dieser Name kommt oft vor und wird immer Gerrha ge- 
schrieben, nur Plinius schreibt einmal Garrhae. Das arabische Wort, 
\&jf , al-gera, hat für den Fremden genau den Laut Gerra, denn 
das f Ayn verdoppelt für unser Ohr den vorhergehenden stummen 
Consonanten: so sprechen z. B. die Perser *^, schamm, Wachs- 
kerze. Gera heisst ein Ort, wo Nichts wächst. Hd. 240 sagt: „in 
al-Ahsä sind Lagerplätze und feste Wohnsitze der Tamym, nament- 
lich des Tamymstammes Sad. Ihr Markt lag an einem Sandhügel, 
den man al-Gerä hiess, und hier machten die Araber (Beduinen) 
ihre Tauschgeschäfte." Wir befinden uns in der nördlichen Oase, 
bei Sadliers Jomiah am See , und hier , ganz nahe bei der nach- 
maligen Hauptstadt Lahsä, lag einst al-Gerä. Die in § 149 ange- 
führte Stelle des Plinius besagt nach meiner Interpunction : die 
Gerraische Bucht. Die Stadt (er meint den Hafen) Gerra, sie misst 
5 römische Meilen im Umfange, hat aus Salzquadern erbaute Thürme 
und sie (hier meint er die Stadt) ist 50 römische Meilen von der 
Küste entfernt. Dann folgt die Landschaft Ghatt. Gegenüber liegt 
die Insel Tylos ebensoweit von der Küste. Es darf nicht übersehen 
werden, dass er gerade vorher die Einwohner Chatts Chateni heisst, 
nach der Orthographie des Polybius, und dass er dann Attene 
sagt, nach Juba's und seiner eigenen Schreibweise. Es scheint, dass 
er (oder schon Juba) den Auszug aus Polybius unterbrach und die 
Worte regio Attene einflickte. Das ex adverso mag also ursprüng- 
lich für: der Gerraischen Küste gegenüber gestanden sein. Fünfzig 
römische Meilen (=40Q sind zwei Tagereisen, und soweit ist al- 
Gerä, beziehungsweise al-Ahsä von al-'Oqayr und von al-Qatyf ent- 
fernt. Die § 172 angeführte Behauptung Strabo's, die Stadt Gerra 
sei 200 Stadien vom Meer, beruht auf derselben Quelle wie des 
Plinius 50 Meilen und ist ein Fehler für (50 X8) 400 Stadien. 

184. Ptolemseus versetzt die Stadt Gerra an die Küste und er 
meint ohne Zweifel al-'Oqayr, L. 40° 15', Br. 25° 40' (und nicht 
am Ende der Bucht wie in Palgrave's Karte). Insofern sein Gerra 
jedoch der Ausgangspunkt einer Strasse nach Biavana ist, entspricht 



136 

es al-Gerä. Die Untugend der Alten, dem Seehafen den Namen 
der Hauptstadt zu geben, hat zu dieser Verwechslung Anlass gegeben. 
Die arabischen Geographen sind von solchen Verwechslungen nicht 
frei. Es ist gewiss, dass al-Ahsä im Innern des Landes liegt, den- 
noch sagt Idrysy bei Jaubert I, 371: El-Ahsa cependant est une 
petite ville, situee sur les bords du golfe Persique, vis-a-vis d'Owäl 
et dans le pays des Garmathes. 

Wir haben gesehen, dass Hamdäny al-Ger ä einen Markt heisst, 
in welchem die Beduinen ihre Tauschgeschäfte machten, .... j ***> 
bf>j9& Äjds- gUft . Genau denselben Ausdruck gebraucht Plin. XU, 
17, § 79: his commerciis Garrhas oppidum aperuere, quod est illis 
nundinarum. Zu Carrhse versammelten sich also ursprünglich die 
Landeskinder zu einer Messe; in der Folge machte man es zum 
Emporium des Spezereihandels. Plinius fährt fort: Inde Gabbam 
omnes petere solebant, dierum XX itinere, et Palestinam Syriam; 
postea Gharacem peti cceptum est ac regna Parthorum ex ea causa, 
auctor est Juba. Mihi ad Persas etiam prius ista portasse, quam in 
Syriam aut Aegyptum videntur, Herodoto teste, qui tradit singula 
millia talentüm thuris annua pensitasse Arabes regibus Persarum. 
Die Stelle folgt zwar auf die Bemerkung, dass man Strobus (Lada- 
num) auch aus Karmanien importire; aber weiter oben (g 73) sagt 
er : Arabia etiamnum et ladano gloriatur ; in § 74, dass er in der Auf- 
zählung der Producte terrarum ordo befolge, und § 77 schliesst die arabi- 
schen Producte mit hsec sunt peculiaria Arabise ; demnach ist obige Stelle 
eine nachträgliche Bemerkung über den arabischen Spezereihandel, und 
die Herausgeber hätten daraus einen eigenen Paragraph machen sollen, 
weil sie mit dem Karmanischen Strobus Nichts zu thun hat. Der Sinn 
ist : Juba behauptet, ursprünglich sei der Spezerei- (besonders Weih- 
rauch-) Handel von dem Depot Garrhae nach Gabba und (durch Arabien, 
namentlich über Taymä) nach Palästina gegangen; später aber (zu 
Wasser ?) nach Gharax an der Mündung des Tigris und nach Persien. 
Daran knüpft Plinius die Bemerkung, dass die Araber zuerst mit Persien 
Spezereihandel trieben. Juba geht zwei oder drei Menschenalter zurück, 
Plinius in die Urzeit ; seine Bemerkung gehört also gar nicht hieher. 

Wir lernen einen Stapelplatz der Gerrseer kennen, nämlich 
Gabba, welcher älter ist als Gharax (aber jünger als Diridotis). Nach 
dem Atwäl (vgl. Karte 9 zu meinen Post- und Reiserouten) ist diese 
Stadt etwa 3 Tage NO von Bacra zu suchen. Ym. II, 12: Gobbä 
ist eine Ortschaft oder ein District der Provinz Ghüzistän. Es gibt 



137 

Leute, welche 'Abbadän zu diesem District rechnen. Er liegt in der 
Gegend von Bacra und al-Ahwäz, wesswegen ihn Unkundige zur 
Provinz Bacra zählten. Die Strasse führt durch das Sitär, den Tummel- 
platz der Nomaden des Stammes Tamym, vgl. § 190. Da es uns 
an einem zusammenhängenden Itinerar fehlt, müssen wir die Entfer- 
nung zwischen al-Gerä und Gobbä nach der Karte bestimmen. Von 
al-Ger ä bis Bacra sind 330' oder 16 bis 17 Tage. Von Bacra bis 
Gobbä 3 Tage — Summa: 20 Tage, wie Plinius berichtet. Aus 
Inschriften lernen wir, dass Gobbä auch mit Palmyra in Handels- 
verbindungen stand (vgl. Blau ZDMG. 27, 342). 

185. Baßava tto^c, 80° 0', 24° 10' (W. A. B. G. N.; B^atva, 
BiXava VEdd.). Die Lage entspricht der von al-Qatyf; doch war 
der Name al-Qatyf schon damals bekannt, und erscheint in sinus 
Capeus. Ym. IV, 143 sagt: „al-Qatyf war ursprünglich der Name 
eines Districtes daselbst", und dann fährt er fort: „jetzt hat ihn der 
Name dieser Stadt, al-Qatyf, verdrängt." Das ist ein Widerspruch, und 
er will gewiss sagen, der Name des Districtes ist jetzt auf die Stadt 
übergegangen. Der alte Name der Stadt kann also Bilbania gewesen 
sein. Polybius bei Steph. Byz. erwähnt die Stadt Labai in Ghattenia. 
Er meint wohl La bä, welches, wie Ym. IV, 358 berichtet, der Name 
des berühmten Sumpflandes in Bahrayn ist und al-Qatyf gegenüber, 
an der Meeresküste, liegt. Wenn man statt La bä auch Bü-La'bä 
sagte, kann daraus Bilbaina entstanden sein. Die Bewohner al-Qatyfs, 
die Gadzyma, sind ein Zweig des 'Abd al-Qaysstammes. Plinius 
nennt ausser den uns bereits bekannten Ghatteni; auch die Gau- 
lopes. Dieses mag von gawälib kommen und Bootleute heissen ; es 
hat nämlich die Wurzel gib in Bagra die specifische Bedeutung (in 
der es schon in Moqaddasy vorkommt), ein Boot mit Stangen vor- 
wärts stossen. 

186. 'Ißip&a, 79° 20', 24° 40' (A. B. G. N.; 'Ißnp^a VA.; 79° 40' 
W.; 24° 20' Vvulgo). Die Lage ist in Bezug auf die Küste bestimmt 
worden. Yäqüt kennt ein Ära in Bahrayn, gibt aber die Lage nicht 
näher an. Mas'üdy schreibt dafür iU, woraus Ibirtha entstanden 
sein kann. 

187. 0ai{Ao)v (x^pa) ist die Küste der Banü Taym (Ribäb), welche 
zu den Anbetern des Schoms gehörten (Ym. HI, 319) und deren 
Land sich vom Meer bis Yamäma ausdehnte. 

188. 'I&ap nfoic, 80° 0', 25° 0' (W. G, Et&ap A. B. N. VD.; 
0ap Vvulgo), ist al-Zära, ein grosses Dorf, wo bis zur Zeit der 



138 



moslimischeiv Eroberungen ein persischer Marzobän residirte. Es gab 
daselbst eine berühmte Quelle (Bach), die f Ayn al-Zära hiess, und 
auch der ganze Küstenstrich von al-Qatyf wurde bisweilen al-Zära 
geheissen. Ym. II, 907; IV, 44. 

189. Mayov k<&tco$, 80° 0', 25° 20' (W. A. B. C; 25° 40' N.; 
35° 30' VS.), ist die grosse Bucht, vor welcher die Insel Bü 'Alyy 
(Ichara) liegt. 

190. 'I<7Tp t a.va iroK 80° 0', 25° 40' (W. A. B. C; 25° 20' N.). 
Der Name dürfte aus al-Sitär (wie astär ausgesprochen) entstanden 
sein. Al-Sitär oder das Sitär Bahrayns heisst der niedrige Berg- 
rücken, der gleichförmig, ohne von Thälern durchschnitten oder durch 
grössere und mindere Höhen ausgezeichnet zu sein, dem Meere ent- 
lang bis Kätzima nach Norden läuft. Auch das hinter demselben 
gelegene Hochland ist in al-Sitär einbegriffen. Hd. 239 sagt: „Es 
ist eine ununterbrochene Einöde, auf welcher die Tamym ihre Heerden 
weiden. Früher waren daselbst Palmen und Einwohner. Zwischen 
al-Sitär und dem Meere läuft der nach al-Bacra führende Weg, den 
man al-Fatah heisst, und längs welchem eine ununterbrochene Reihe 
von Wasserplätzen ist, wie Ma qolät, dann Harns, dann die zwei Klausen 
(ma'qil) von Towaylf, welche rechts von Sanäm liegen, dann Kätzi- 
mat-albohür (nach Ym. IV, 228 zwei Tage von Bacra); dann 'i*X>-. 
(Rohayl?) bis Bacra. Von den Wassern Sitärs erwähnen wir Thaytal, 
al-Nibäg und al-Nobäk. In jedem sind viele Palmen. Daselbst ist 
ein Wasser, das Qatar genannt wird." In dieser Stelle ist al-Nibäg 
ein Fehler, statt Thäg, welcher, wie aus der Folge hervorgeht, nicht 
dem Abschreiber, sondern dem Hamdäny selbst zur Last fällt. Ym. III, 
38 : In al-Sitär sind (waren) über hundert Dörfer, welche den Banü 
Amrü-1-Qays b. Zayd-Manät und unbekannten Familien des Stammes 
Sa'd b. Zayd-Manät angehören. Zu diesen Dörfern gehört Thäg (wo 
eine Quelle ist, Ym. I, 913). Da Istriana eine Stadt ist, dürfte Thäg 
oder dessen Hafen gemeint sein. Seine Lage genau zu bestimmen, 
bin ich nicht im Stande. 

191. AataviTwv (x.o>pa) (Var. AeavtTwv). Die Lihyän sind ein 
nur noch in der Geschichte genannter Stamm. Man rechnet sie zu 
den Bähila, was mir mehr als zweifelhaft vorkommt. Plin. VI, 28, 
§155 heisst dieses Volk Lechieni, und nach andern Quellen Leante. 
Er verwechselt aber in § 156 die Lihyänische Bucht am Persischen 
Meer mit der Aylanitischen am Rothen Meer : Sinus intimus, in quo 
Leanitse qui nomen ei dedere. Regia eorum Agra et in sinu Lseana, 






139 

vel ut alii Aelana. Nam et ipsum sinum nostri Aelaniticum scripsere, 
alii Aelenaticum, Artemidorus Aleniticum, Juba Laeniticum. 

192. AatavtTYi? y.6\-oq, 79° 15', 27 ü 0' (W.; Amwtoib A. B. G. 
N. Vvulgo; 79° 45' A.? B? N. Vvulgo; A.*$«raöikTYj<; Markian). Es 
ist die Bucht in Br. 28° 45'. Diese meint auch Juba, von welchem 
Plinius einen Theil obiger Beschreibung des Persischen Meeres ent- 
lehnt hat. Artemidor hingegen meint ohne Zweifel den Meerbusen 
von Ayla. 

193. MaXXa&oc noto«., 80° 10', 26° 10' (W. B.; MoAXaßoc N. ; 
Vvulgo A.? C.?; 26° 20' N. Vvulgo). Diese Stadt (?) kann nicht 
weit südlich von Ras al-Tenägib, etwa bei Gabal Meneyfe der 
Adm. K. gestanden haben. 

194. Xtpcrovyiao« axpa, 80° 20', 26° 30' (W. A. B. G. N.). Ras 
al-Tenägib, Br. 27° 49', ist das einzige prominente Vorgebirg und 
dieses muss Ptolemaeus meinen. Vielleicht dachte man sich die 
Lihyänische Bucht bis hieher ausgedehnt. 

195. Etaxpo« XiJA7,v s 79° 40', 27° 40' (BVDM.; 'Ixap; W.; 
'ATafi.0? A.; 79° 20' Vvulgo; 27° 20' N. A. B. G. Vvulgo). Wenn 
die Aspiration unterdrückt ist, kann es aus Ghowayt, Br. 29° 22', 
L. 48°, entstanden sein, welches jetzt der bedeutendste Seehafen an 
dieser Küste ist. 

196. 'ASapou ttoXi;, 79° 15', 27° 40' (W. A. B. G.N.; 27° 20' 
Vvulgo), fällt der Lage nach mit Qorayn (sprich Gren), 47° 52', 
29° 19', zusammen. Man ist versucht, Agaru für Adam zu lesen, 
um Plinius' Agra und das arabische al-Hagar, d. h. die Stadt, darin 
zu finden. 

197. .'Aßoujcaittv (Var. Boukockov) (x^p a )- Die Namensähnlich- 
keit ist gross genug, die Abukaier mit den 'Abd-al-Qays zu identi- 
ficiren; nur sind die Wohnsitze der 'Abd-al-Qays in al-Bahrayn. 
Wir finden sie jedoch auch weit im Norden, nämlich in dem land- 
einwärts, etwa in Br. 31° 0' gelegenen, al-Rommätän (Ym. III, 814 
und 106). Von hier aber wurden sie von dem Tamymstamme Sa'd 
zurückgedrängt. Ich glaube jedoch nicht, dass die Sitze der r Abd-al- 
Qays im Alterthum ausschliesslich so weit im Norden waren, sondern 
dass sie Ptolemaeus hier unter ihrem eigentlichen Namen kennen lernte, 
während sie in Bahrayn unter Namen wie Ghatteni verborgen sind. 

198. e Ispo ? x6taoe, 78° 15', 28° 15' (W.; 79° 15' A. B. G. 
N. Vvulgo), ist die Bucht, von der das grosse und kleine Hom 
auslaufen und in welcher das Inselchen Qorayn hegt, 



140 

199. Kopopioms TuoXt?, 79° 0', 28° 45' (W. A. B. N. ; Ko P oc[«ms 
V. Pal. 2; Kopof/.avo? VF.; Kopopawi Steph. 27° 45'), leite ich von 
Qarn ab, in der Voraussetzung, dass man die Höhen, deren Spitze 
in 47 e 48', 29° 22' ist, das Hörn genannt habe. 

200. Medovroi? xofcros, 79° 0', 30° 10' (W. A. B. N. ; MsSi- 
GaviT/)? Vvulgo; 30° 0' C). Die Position entspricht der Mündung 
des Khor Subbeyeh der Adm. K., 48° 10', 29° 33', und bezeichnet 
zugleich die Grenze zwischen Arabia Felix und Arabia Deserta. Die 
Benennung der Bucht kann von Mezene (arab. Maysän), einer Land- 
schaft, deren alte Geschichte von Reinaud erläutert worden ist, oder 
auch von Mäzin herkommen. Nach dem Gomm. zur Hamäsa S. 4 
gab es vier Stämme dieses Namens, darunter einen Tamymstamm. 
Bekry bei Juynboll, Mar. II, 361 : „Falg ist ein Ort (ein Distirct) im 
Lande der Mäzin, an der Bacra-Makkastrasse , und erstreckt sich 
von al-Hofayr (der ersten Station nach Bacra) bis Dzät-'Oschar (der 
siebenten Station)." Den Mäzin und Schaybän gehörte auch der von 
den Dächern Bacjras sichtbare Hügel Sanäm, welcher die Lage des 
ehemaligen Diridotis bezeichnet. 



oo&ooo- 



Zweites Kapitel. 



Das Binnenland der Halbinsel. 

201. Für die Analyse der Itinerarien , welche Ptolemaeus in 
seine Karte eingetragen hat, dient uns die Weihrauchstrasse als 
Schlüssel, weil Plinius eine zwar summarische, aber viel richtigere 
Notiz darüber aufbewahrt hat als Ptolemaeus. 



I. Die Weihrauchstrasse. 

202. Plin. XH, 14, § 63 sagt: Thus collectum Sabota camelis 
convehitur, porta ad id una patente. Digredi via capitale leges fecere. 
Ibi decimas Deo, quem vocant Sabin, mensura, non pondere, sacer- 
dotes capiunt. Nee ante mercari licet; inde impensae publicae tole- 
rantur. Nam et benigne certo itinerum numero Deus hospites pascit. 
Evehi non potest, nisi per Gebanitas ; itaque et horum regi penditur 
vectigal. Caput eorum Thomna abest a Gaza nostri litoris in Judaea 
oppido XLIV . XXXVI (Variante quadragies et quater centena ac 
triginta sex) millia passuum, quod dividitur in mansiones camelorum 
LXV. Sunt et quae sacerdotibus dantur portiones, scribisque regum 
certae. Sed praeter hos et custodes satellitesque et ostiarii et ministri 
populantur. Jam quaeunque iter est, aliubi pro aqua, aliubi pro 
pabulo aut pro mansionibus variisque portoriis pendunt, ut sumtus 
in singulos camelos denariüm DGLXXXVHI ad nostrum litus colligat; 
iterumque imperii nostri publicanis penditur. Itaque optimi thuris 
libra X, Vi pretium habet, seeunda X, V, tertia X, HI. 



142 

i'hnmna steht auf Ptolemaeus' Karte östlich von Mariama. Von 
Gazza bis dahin sind nach Plinius 44 X 36 l ) = 1584 römische Meilen, 
und diese Distanz wird in 65 mansiones camelorum eingetheilt. Wenn 
unter mansiones Märsche gemeint sind, müssen wir 66 lesen, wenn 
aber Zwnsc/Kmstationen gemeint sind, so dass weder Gazza noch 
Thumna gezählt wird, so kommen 66 Märsche heraus und 65 ist 
richtig. Die Zahl 1584 ist nämlich aus 66 X 24, d. h. 66 Märschen 
je zu 24 römischen Meilen entstanden. Die Berichterstatter des Plinius 
oder vielmehr des Juba haben schwerlich nach römischen Meilen ge- 
rechnet, sondern nach Wegstunden, Schoeni. Das sehen wir aus der 
Beschreibung der Weihrauchregion, Plin. XII, 14, § 52 — 53: Silvarum 
longitudo est schoeni XX. Schoenus patet Eratosthenis ratione 
stadia XL, hoc est passuum V mill.; aliqui XXXII stadia singulis 
schoenis dedere. Es ist ein Beweis für meine Voraussetzung, dass 
die Zahlen, in Schoeni zu 4 römischen Meilen verwandelt, keinen 
Bruch geben; denn 24:4 = 6 und 1584:4 = 396. Wir dürfen 
also behaupten, die Angabe der Karawanenführer lautete: wir legen 
den Weg in 66 Tagen zurück und machen durchschnittlich 6 Weg- 
stunden (Schoeni) jeden Tag, die Entfernung beträgt also 396 Weg- 
stunden. Moqaddasy nimmt den mittlem Werth des Karawanen- 
marsches zu 6 1 /? persischen Farsangen an , wovon 30 ein Stadium 
ausmachen ; nach der Berechnung der Alten gehen also 192 Stadien, 
nach Moqaddasy nur 184 2 /i Stadien auf den Marsch. Man muss 
sich hüten, die Wegstunde mit der Zeitstunde zu verwechseln. Eine 
Karawane braucht beinahe zwei Zeitstunden, um Eine Wegstunde 
zurückzulegen. In geographischen Forschungen kann man annehmen, 
eine Karawane mache in 3 Tagen oder 33 bis 36 Zeitstunden einen 
Grad des Aequators. 

203. Auf der Ptolemseischen Karte habe ich die Entfernungen 
zwischen die Stationen hineingeschrieben — der Nachweis, wo nöthig, 
steht im Text. — Nimmt man in der Strecke Petra-Egra die Ära- 
mayastrasse und zählt die Enfernungen zusammen, so erhält man 
nur 49 ganze und fünf halbe Tage von Gaza bis Thumna. Es fehlten 
also in Ptolemaeus' Itinerar 14'/2 Etapen. Diese Unvollständigkeit 



') Der Ausdruck 44 X 36 römische Meilen ist befr emdend. Vielleicht hatte 
Plinius die Angabe vor sich 66 (Märsche) X 6 (Wegstunden). Um diese in 
römische Meilen zu verwandeln, musste er die Zahl mit 4 niultipliciren , und 
es entstand 66 X 6 X 4 , und wenn er 66 in 11 X 6 auflöste, 11X4X6X6 
= 44X36. 



143 

des Itinerars geht auch, wie wir sehen werden, aus dem Vergleich 
der Ptolemaeischen Karte mit den Itinerarien arabischer Geographen 
hervor. Um ungeachtet dieser Verkürzung von Ghazza aus Thumna, 
und von dort Kane oder Maiphat am Meere, dessen Gontouren 
nach andern Quellen gezeichnet waren, zu erreichen, musste er von 
Petra an der arabischen Wegstunde mit Eratosthenes 40 Stadien 
und dem Tagesmarsch 40 X 6 = 240 Stadien, eine Grösse, die eine 
Karawane Tag nach Tag nicht zurücklegen kann, geben. Wir müssen 
also auf seiner Karte, indem wir diese Strasse verfolgen, 240 Stadien, 
d. h. 12 /2 5 seines Aequatorgrades mit dem Zirkel abmessen, und 
darnach von Station zu Station die Zahl der Tagesmärsche bestimmen. 

204. Von Gaza (Ghazza) bis Petra sind 4 Märsche. Von den 
Stationen lässt sich bei Ptolemseus nur die letzte, Kalguia, mit Sicher- 
heit nachweisen. 

205. HiTpa, 66° 45', 30° 20' (W. G. N.). Nach einer freund- 
lichen Mittheilung des Prof. Kiepert ist die wahre Breite Petra's 
30° 19'. Ptolemseus, der sich nach den Zeugnissen des Olympio- 
dorus längere Zeit in Petra aufgehalten und also wohl die Breite 
durch Beobachtung festgestellt hat, irrte sich demnach nur um 1', 
eine Grösse, die er in der Geographie nie berücksichtigte. 

206. 'ASpou, 67° 0', 29° 55' (W. C. N.; 'ASpo? Vadd. A.; 
Adron VS. Int.; 67° 0', 38° 30' VM.). Da Ptolemseus den Aspirat 
fast immer auslässt, entspricht Adru genau Adruh (Adzruh). Nach 
Wallin ist Adzruh identisch mit Orak, etwa zwei deutsche Meilen 
nördlich von Petra. Adzruh bedeutet rothe ausgedehnte Sandhügel, 
und mag der Name mehr als eines Ortes sein. Auf dem Feldzug 
gegen Tabük schickte Mohammad eine Expedition gegen Adzruh und 
das etwa eine Viertel Stunde davon entfernte Gerbä und nach Adz- 
ri'ät, und alle drei Orte unterwarfen sich ihm und verpflichteten 
sich Kopfsteuer zu zahlen — (Adzruh zahlte 100 Dynär, was auf 
eine Einwohnerzahl von 500 bis 600 Seelen schliessen lässt). Läge 
Adzruh nördlich von Petra, so hätten die Moslime, ehe sie es er- 
reichten, Maän, die damalige Hauptstadt von Idumasa, bezwingen 
müssen. Abü-1-Fidä S. 246 sagt: Rabba (Maab) und Adzruh sind 
die zwei Städte des Scheratgebirges. Ganz irrevelant ist, was Ym. I, 
174 über Adzruh berichtet; aber wichtig ist die Aeusserung Ham- 
dany's: die Godzäm besitzen das Land von al-Madyna bis Tabük 
(von W nach O) und bis Adzruh nach Norden. Adzruh wird dadurch 
die natürliche ethnographische Grenze und ist der Ort, welcher oben 



144 

auf dem Pass etwa eine halbe Stunde südlich von Wallin's Delaghe 
steht und den Pass beherrscht. 

207. 'Apaf/Äua, 67° 30', 29° 10' (W. A. B. G. N.; 67° 10' 
Vvulgo; 29° 30' VM.). Aräm, heisst es im Qämüs, ist der Name 
eines Berges und Wassers im Gebiete der Godzäm an der syrischen 
Grenze. Andere sprechen Iram; so Ym. II, 318. Einer der Berge 
von Hismä wird Iram geheissen. Er ist sehr hoch. Hd. 226: 
Hismä bildet die Grenze zwischen den Godzäm und Fazära, gehört 
aber noch zum Gebiete der erstem. In Hismä befindet sich der 
Brunnen Iram (Aram?), einer der berühmten Wasserplätze der Araber. 
Jetzt heisst man die mit feinem Sande bedeckten Weideplätze südöstlich 
von 'Aqaba-Ayla (das Desertum Saracenorum des Hieronymus) das 
Nafüd von Hismä, und einen hohen Berg, einen Tag nördlich von 
'Aqaba, den Tor Hismä (Burckh. Syria S. 433). Von diesem sagt 
Ym. : „In Tabük erblickt man den Berg Hismä im Westen und den 

Scharaurä im Osten Hismä gehört den Godzäm und besteht 

aus Gebirgen und einem Landstriche , welcher zwischen Ayla und 
der Ayla zugekehrten Seite des Tyh-bany-Isräyl einerseits und dem 
Gebiete der 'Odzra, am Rücken der vulcanischen Region Nohayl 
andererseits liegt. Diese ganze Region heisst Hismä." Auch das 
Wasser Iram wird bisweilen Hismä geheissen. Es scheint also, dass 
Iram bei Gharäbat al- f Abyd der neuern Karten (ich habe die zu 
Dr. Wilson's Lands of the Bible vor mir) zu suchen sei. 

Iram, plur. Aräm, heisst Steinhaufen, der in der Wüste errichtet 
wird, um als Wegweiser zu dienen, Pyramide (für die Pyramiden 
Aegyptens gebraucht man die Form haram plur. ahräm). Im Qorän 89, 
5—7: „Hast du nicht gesehen, wie dein Herr verfahren ist gegen 
die ' Aditen , gegen Iram 2 ) mit der Säule (eine Stadt) , dergleichen 
nicht erschaffen worden ist im Lande" kann „mit der Säule" ein 
erklärender Beisatz des Namens sein, oder es mag daselbst wirklich 
eine Pyramide gestanden haben. Nach dem Qämüs wollen einige 
die Benennung aräm auf von den 'Aditen errichtete Steinhaufen 
und den Plur. orüm auf Gräber der 'Aditen beschränkt wissen 2 ). 



*) Andere Leseart: 'Adi-Irama, den 'Aditen von Iram. Es ist wohl zufäl- 
lig, dass, wenn man statt Gile'äd, wie die LXX (vgl. Gen. 31, 48), Gale'äd 
liest, es mit Steinhaufen der 'Aditen übersetzt werden kann, und also eine 
ähnliche Bedeutung hat, wie Iramo-'Adin haben würde. 

") Ein Dichter aus Yamäma (IJamäsa S. 614) fragt in seiner Sehnsucht 
nach der Heimath, ob die dortigen aräm unverändert sind. Der Ausdruck 



145 

Die Gewohnheit der Achten, Zeichen (Wegweiser) auf Anhöhen zu 
errichten, wird auch in Qor. 26, 128 erwähnt. Wir schliessen dar- 
aus, dass sie Karawanenhandel trieben. Nach dem Qämüs ist Dzü- 
Arärn ein Heiligthum, in welchem sich von f Aditen errichtete äräm 
/-Pyramiden) befinden. Ym. I, 60 schreibt *i^, harter, hügeliger, mit 
Steinen bedeckter Boden von wenigen Stunden Umfang, statt +*>. 
Heiligthum. Gemeint ist sicherlich derselbe Ort, von dem wir hier 
sprechen. Man sagt auch ayramyy, statt iram, für Pyramide, und 
aus dieser Form scheint Aramaya entstanden zu sein. Plin. VI, 28, 
§157 berichtet: Arem, oppidum in quo omnis negotiatio convenit; 
daraus haben aber die Abschreiber Areni gemacht. Merkwürdiger 
Weise wird dieselbe Localität im hebräischen Text , Gen. 36 , 28, 
Arän, von den AI. Aram geheissen. Vielleicht waren beide Formen 
Aram und Aran üblich (gerade wie Madiama neben Madiana vor- 
kommt), und zogen die AI. die erstere vor, weil sie ihnen bekannter 
war. Vielleicht aber hat es der Zufall gewollt, dass sich im hebräischen 
Text der Bibel und in Plinius derselbe Fehler (bei Plinius NI für 
M, so Zenit statt Zemt) eingeschlichen hat. Letzteres scheint mir 
wahrscheinlicher. 

208. 'Axatoj, 68° 15', 28° 45' (W. ; 'Ayixkn A. B. G. N. VAGDFOx. 
Latt.; 68° O'VBE.; 28° 15' Vvulgo), entspricht al-Haql. Näbulusy, 
ZDMG. 16, S. 677, sagt: 'Aqaba (Ayla) ist die achte, und al-Haql 
die neunte Station der ägyptischen Pilgerkarawanen; er selbst, da 
er gut beritten war, erreichte es von 'Aqaba in einem halben Tag. 
Es liegt nahe am Meer und man kann es von 'Aqaba sehen. Es 
hat Brunnen guten Wassers und Palmenhaine. In Post- und Reise- 
routen, S. 120 ist J£> statt J*^ und {&=* zu lesen. Nach Ym. 
ist es nur 16 arabische Meilen von Ayla. Ueber Ptolemaeus' Fehler, 
Akale in's Binnenland zu versetzen, siehe § 14. 

209. MaSi^a, 68° 0', 28° 15' (W. A. B. G. N.; auch Eusebius 
schreibt Ma&aj/,). Madyan wird, wegen der Felsengräber, wovon 



wurde demnach von allen hohen Steinhaufen gebraucht. Es fragt sich aber, 
ob solche Gedichte acht sind : denn in Yamäma hiess man solche Bauten batyl, 
plur. botol. Nach Hamdäny waren sie unten viereckig, oben zugespitzt (pyra- 
midenförmig), aus Lehm (und Steinen) erbaut und einige erreichten die Höhe 
von 100 Ellen, ja er hörte von einer, die 500 Ellen hoch war. Nach Ym. I, 
491 mass das Batyl von Hagr 80 Ellen. Ym. I, 361 theilt noch zwei andere 
Namen für solche Wegweiser mit: ein Iram ist höher als ein Quwwa, und ein 
Amara höher als ein Iram. Im Qorän steht Aya, Zeichen, in diesem Sinne. 

10 



146 

Hüppel eine Zeichnung gegeben hat, von den Pilgern meist Maghäyir- 
Scho'ayb, Höhlen Jethro's, von den Beduinen aber auch al-Bad c (bei 
Rüppel : Beden) genannt. Es ist dieses die zwölfte Station der Pilger- 
karawanen, und es fehlen also im Itinerar des Ptolemseus gerade wie 
in dem des Ibn Chord. und Idrysy zwei Stationen; es scheint mir 
aber, dass zwei von diesen Märschen nur zwei halbe sind. 

210. Mootva, 67° 0', 28° 45' (W.; N. G. und VA. fügen hiezu 
ÄMaiva; VA. schreibt Mawa; 69° 0' G. Vvulgo; 67° 30' A. ; 27° 45' 
B. VADS. Int.; 28° 15' Vvulgo). Liest man 67° 30', 28° 15', so 
entspricht seine Lage in Bezug auf Madiama der von Maqnä zu 
Madyan ; Rüppel legte den Weg nach Maqnä, der von Madyan gen 
WSW führt, in sieben Stunden zurück. Jetzt spricht man Magna, 
wie überhaupt viele Beduinen das j wie g aussprechen. Es liegt 
nahe am Meere in Br. 28° 27'. Zur Zeit des Mohammad waren 
die Einwohner, etwa 600 an der Zahl, Juden aus dem Stamme 
Ganbä und nährten sich vorzüglich von Fischfang. Sie besassen 
aber auch Dattelpflanzungen (Leben des Moh. III, S. 419). 

211. Aaßa, 68° 10', 27° 40' (W. A. B. C. N.; 28° 40' VA.; 
27° 20' Vvulgo). Bei Ibn. Ghord. S. 114 heisst die dritte Station 
nach Madyan al-Kiläba; Ptolemseus' Laba ist die zweite, so kann 
man auch Idrysy EI, 5 (franz. Uebers. I, S. 328) deuten. Von Laba 
bis Egra sind bei Ptolemseus noch 5 Tage. Seine Strasse geht ein 
wenig weiter östlich als die spätere, welche in fünf Märschen über 
Schaghb und Badä nach Qorh führte, wesswegen Bedais bei Ptole- 
mseus nicht an der Strasse liegt. 

212. 'Eypa, 70° 30', 26° 0' (W. gestützt auf VC.; Nsypav A. B. 
G. VADFOx. Latt; 70° 0' Vvulgo; 70° 20' VM.). Die Leseart 
Negran ist christlichen Ursprunges, vgl. § 1. Der arabische Name 
für Egra ist al-Higr, welches Gehege, Einfriedigung (Qor. 6, 139), 
und auch, wie liägür und hägiz, Damm, Scheidewand (Qor. 25, 55) 
bedeutet. Es liegt im Wädiy alqorä und ist die grösste bis jetzt 
entdeckte Troglodytenstadt , deren in Fels gehauene Wohnungen 
die Bevölkerung von ganz Damascus, etwa 160,000 Seelen, aufnehmen 
könnten. Hier spielt eine im Qorän mehrmals erwähnte Legende, die 
von den Thamüd, eine andere, die von den 'Ad, spielt in Aramaya. 

213. Es gibt eine östliche kürzere Strasse von Petra nach al- 
Higr, welche dem Ptolemseus bekannt war, und jetzt von der 
Damascuspilgerkarawane betreten wird. Wir finden mehrere Be- 
schreibungen derselben) als in Burckhardt's Travels in Syria, S. 656 ; 



147 



in Gihännumä S. 539; in der ZDMG 16, S. 695 und in einer zu 
Gonstantinopel 1849 gedruckten Monographie des Dr. Lautour. 

Auf die Feste Ma an, mit Häusern, Gärten und Brunnen, folgen 
nach einander die Stationen: 

1. 'Aqabat al-Schämyya (oder al-Haläwa); 

2. Gughaymän (= Medawwära) ; 

3. Dzät-Hagg, eine grosse Feste; 

4. al-Qa, woran das Gebiet al-Zalläkät stösst (fehlt in Burckh.) ; 

5. Die Feste Tabük; 

6. Maghäyir-Scho'ayb (zu unterscheiden von dem gleichnamigen 
Orte § 209). Diese Station fehlt in Burckhardt und Lautour, 
im Gihännumä heisst sie Maghäyir Qalanderyya; 

7. al-Achdhar oder al-Ochaydhir ; 

8. Mo'atztzam, zerstörte Feste und Teich; 

9. Aqra oder Oqayn oder Mafärischalruzz, Reisstreue, wegen der 
weissen Steinchen, oder Dar alhamrä; 

10. al-Higr oder Abär-Thamüd oder Madäyin-Qälih ; 

11. al-'Olä, das aber nicht eine ganze Tagereise von al-Higr ent- 
fernt ist. 

214. NacXa, 67° 30', 30° 15'. Glaucus bei Steph. Byz. und 
das Itin. Ant. schreiben Nsy^a. Es entspricht dem modernen 'Aqabat 
(alschämyya) , der Wortbedeutung und der Position nach; denn im 
Gentralarabischen heisst c aqaba, im Südarabischen naqyl, vielleicht 
auch naql, Stutz, d. h. Strasse über einen Bergabhang. Ptolemseus 
gibt die Entfernung von Petra ganz richtig zu l 1 /* Tag an; denn 
von Petra bis Ma an ist etwa V 2 Tag und von da noch ein Marsch 
bis zum Stutz. Burckhardt lässt sich über die 'Aqabat alschämyya, 
d. h. den syrischen Stutz aus: it is so called in Opposition to the 
'Aqaba almicryya or the Egyptian 'Aqaba, which is on the eastern 
branch of the Red Sea (über Ayla, welches daher 'Aqaba genannt 
wird). Here is a birket (Teich) of rain water. The Haggroad as 
far as ■ Aqaba is a complete desert on both sides, yet not incapable 
of cultivation. The mountain chain continues at about ten hours 
to the west af the Haggroute. 'Aqaba is in the hands of the Arabs 
al-Howaytät who are in communication with Cairo (gewiss haben 
auch die Godzäm Gewicht darauf gelegt, diesen Pass zu beherr- 
schen). From the foot of the Castle walls the Hagg descends a deep 
chasm, and it takes half un hour to reach the plains below. The 
mountain consists of a grey sandstone which is used at Damascus 



148 



äs wetstones. Burckhardt erwähnt bei dieser Gelegenheit zwei Pässe 
von der syrischen Hochebene nach Arabien hinab, in einer andern 
Stelle beschreibt er das Bäb-Nagd, d. h. den Pass, über welchen 
die vorher erwähnte Strasse von Adzruh nach Iram hinabführt, von 
wo sie dann, weiter durch das W. Lithm nach Haql geht. 

215. 'Ocraf/Ä, 69° 30', 29° 0' (W. A. B. N. ; 'CWpa Edd. 1, 2 ; 
67° 30' V. F.; 69° 10' Vvulgo; 28° 0' C). Liest man 69° 10', so 
fällt es der Lage nach mit dem Dorfe Tabük zusammen, welches in 
früherer Zeit dem 'Odzrastamm Abnä-Sad gehörte, jetzt den Hameida. 
Nach Gauhary hat erst Mohammad dem Dorfe den Namen Tabük 
gegeben , wie es früher hiess , meldet er nicht ; vielleicht Oholi- 
bama, woraus Östama durch Schreibfehler (für ' O^ßa^a ?) entstanden 
sein kann. 

216. 'A X poua, 70° 0', 28° 15' (B. G. ; 'A XP ova W.; 28° 20' 
A.), ist lautlich Aqra ; aber Ptolemseus hat hier sicherlich ein Ver- 
sehen gemacht und es um einen Grad zu weit nach Norden in seine 
Karte eingetragen. Versetzen wir es in Br. 27° 15', so ist es, über- 
einstimmend mit dem Berichte der Pilger, die vierte Station südlich 
von Ostama (Tabük); es bleibt dann die Schwierigkeit, dass es 
Ptolemseus 3 Tage von Egra (al-Higr) entfernt, während die Pilger 
den Weg in einem Tage zurücklegen; doch brauchte Näbulusy, der 
gut beritten war, zwei Tage, und übernachtete zwischen beiden Orten 
in Schaqq al'agüz. Den dritten Tag mag Ptolemaeus eingeschoben 
haben, um mit dem Itinerar überMadiama in Einklang zu kommen. 

217. Ausser diesen zwei Strassen, die iu Egra zusammentreffen, 
nehmen wir in Ptolemgeus' Karte noch eine dritte wahr, die über 
Thaima nach Palmyra läuft und einen gegen Philadelphia ('Amman) 
und gegen Damascus führenden Zweig abgibt. In dieser Strasse ist 
jedoch das Wegmaass, der Marsch zu 240 Stadien, nicht anwendbar ; 
öffnen wir den Zirkel auf diese Grösse, und gehen damit den Stationen 
entlang, so fällt er nicht ein einziges Mal auf den Punkt der Position. 
Um den Rhythmus der Etapen zu entdecken , müssen wir ihn 
184 Stadien = 23 römische Meilen = 46 /i 25 eines Ptolemseischen 
Grades öffnen. Der Marsch hat also hier ganz genau den Werth, den 
ihm Moqaddasy gibt. Da in Palmyra griechisch-römische Gultur 
herrschte , ist anzunehmen , dass in dem von Ptolemaeus benützten 
Itinerar der mittlere Werth des Marsches in römischen Meilen an- 
gegeben und er somit gegen willkürliche Vergrösserung geschützt 
war. Die Strasse nach Palmyra war schon vor Anfang des Islam 



149 

in Verfall gerathen und die arabischen Quellen enthalten keine 
Nachricht über dieselbe. In Ptolemaeus' Karte ist sie aber so deut- 
lich gezeichnet, dass ein unternehmender Reisender, der damit ver- 
sehen ist, kerne Schwierigkeit hat, sie zu finden. Innerhalb Arabia 
Felix liegen an derselben : 

218. 0«p, 71° 0', 27° 0' (W. A. B. C. N.); 

Tata «foi«, 71° 15', 27° 20' (W. A. B. G.N.; 74° 15', 27° 15' 
Vvulgo). 

Nach Moqaddasy ist Taymä drei, nach Hd. S. 229 drei lange, 
nach Idrysy vier Tage von al-Higr. Beides mag richtig sein; denn 
Taymä ist ein Wädiy oder District tiefer gelegen als das Land 
nördlich davon und desswegen wasserreich, und mehr als acht 
Stunden lang. Da Zerstörungen in Arabien oft vorkommen, mag 
das Dorf Taymä innerhalb dieser Grenzen seinen Platz geändert 
haben. Wenn dem so ist, so nimmt Thema, drei Tage von Egra, 
die Stelle von Moqaddasy's , und Gaia oppidum die von Idrysy's 
Taymä ein. Sei dem wie ihm wolle, so steht jedenfalls fest, dass 
Gaia im W. Taymä zu suchen ist; denn nördlich davon ist es sehr 
öde und gibt es keinen Raum für eine Stadt. Das arabische Wort 
für Gaia dürfte ^=r sein, es ist mir aber nicht gelungen, in arabi- 
schen Quellen in dieser Gegend einen Ort dieses Namens zu ent- 
decken. Taymä hat jetzt 1,000 Einwohner, die zweistöckigen, aus 
Luftziegeln und Pise aufgeführten Häuser sind in Palmenpflanzungen 
und Gärten versteckt. Vor dem Islam war es, wie alle Städte im 
Nordwesten Arabiens, von Juden bewohnt. Der wegen seiner Treue 
sprüchwörtlich gewordene jüdische Häuptling Samuel hatte hier das 
Schloss al-Ablaq, von dem Ym. sagt: Es lag auf einem Erdhügel 
und daselbst befinden sich die Ueberreste eines Gebäudes aus Luft- 
ziegeln, welche einen Gegenbeweis gegen die gepriesene Festigkeit 
des Schlosses hefern. 

219. 'Oßpaxa, 71° 30', 28° 20' (W. A. B. C; 'Oßpa™, 71° 0' 
Vvulgo; 28° 30' N.). Das arabische Wort dafür dürfte Abraq, ein 
Ortsname, der oft vorkommt und scheckig bedeutet, und die Lage 
nördlich vom Basaltgebirge sein, das Guarmani umging. Es ist im 
Gebiete der Scherarät, deren Vorgänger (Vorfahren ?) Dzobyän hiessen. 
Wir finden im Dzobyänischen ein Abraq, aber nach den Angaben 
des Tabary, S. 82 — 84, nicht an dieser Stelle. Doch vielleicht ist 
es Abraq al-Thamadayn. 

220. Moqaddasy berichtet, dass der von Makka über Taymä 



150 

nach Damascus führende Weg zur Zeit der Omayyiden die Post- 
strasse war, und dass darauf beständig Staffetten hin- und hergingen ; 
zu seiner Zeit war sie aber ausser Gebrauch. Doch hat er selbst 
öfters die Reise über Taymä bis 'Amman (Philadelphia) gemacht 
und zwar auf zweierlei Wegen. Das eine Mal wählte er die Batn- 
al-Sennstrasse , dieses ist die westliche, läuft über Moab, und aus 
seinem Itinerar ergeben sich 11 l j* Märsche. Ein anderes Mal reiste 

er über Wobayr, und er traf von Taymä bis j^ {jd, Feger, durch 
welches auch Guarmani's Weg führte) vier, von Feger bis Wobayr 
zwei, und von Wobayr bis 'Amman drei Wasserplätze (manähil). 
In Ptolemseus' Karte trennt sich der nach Philadelphia führende 
Zweig in Obraka, und Obaira (Wobayr) ist die erste Station, welche 
nach Obraka erscheint. Für die zweite Station halte ich Korake. 
Ptolemseus führt Korake unter den Orten von Arabia Petraea an, und 
nach dem Texte hat es die Position L. 68° 0', Br. 30° 5'. Nach 
einer Variante ist die Länge 70° 20', was ausserhalb der Grenze 
des Peteischen Arabiens ist. Ich halte L. 70° 0' (was an der 
Grenze wäre) für die richtige Position, weil es nur hier in eine 
Strasse eingereiht werden kann. 

Den arabischen Laut für Korake erkenne ich in Qoräqir. Obschon 
nur ein Wasserplatz, ist dieser Ort von Interesse für uns, und ich 
will mich dess wegen dabei aufhalten. Qoräqir ist eine dialectische 
Pluralform für qaräqir (Ym. III, 96), vom Singular qarqar, welches 
kirren, und auch glatter, weicher Boden heisst. Wenn eine solche 
Ebene von grosser Ausdehnung ist, sagt man qarqar, wenn sie klein 
ist, qarqara. Moqaddasy theilt ein Itinerar von 'Amman nach al- 
Küfa mit. Der Breitenunterschied dieser zwei Orte ist unbedeutend. 
Der Weg läuft also ungefähr dem 32. Parallelkreise entlang von 
Westen nach Osten und ist in gerader Linie etwa 500' lang. Im 
Itinerar erscheinen wenig mehr als 10 Märsche. Wenn es voll- 
ständig ist, sind nicht Karawanen- sondern Dromedarmärsche von etwa 
18 Wegstunden zu verstehen, und in einem Falle kommt im Text 
auch wirklich nihär , Tag und Nacht, für Marsch vor. Der erste 
Marsch reicht von 'Amman bis al-Azraq, d. h. dem bekannten Qal'a, 
festen Ort, der auch eine Station auf der Pilgerstrasse von Damascus 
nach Makka ist, und der zweite bis Qoräqir. Dadurch wird die 
Lage hinlänglich gekennzeichnet *), und auf dieselbe passt auch was 



*) Qoräqir kommt auch unter den Orten vor, welche Chälid auf seinem 



151 

Hd. 226 sagt: Qoräqir liegt zwischen den Kalb und Dzobyän, und 
ist ein Wasserplatz ebenso wie 'Orair. Die Schlacht von Qoräqir 
und 'Ora ir wurde zwischen den Kalb und 'Abs gefochten. Nach 
Nacr bei Ym. III, 628 ist 'Orair ein Wasserplatz der Kalb, nahe 
bei Syrien. Hd. ibid.: Die Dzobyän wohnen innerhalb der Grenze 
der Biyädh (des öden Landes) von Qarqara. Es ist dieses ein Ghäyit, 
wasserloses Land, zwischen Taymä und Haurän. Unter ihnen leben 
auch einige Tayy. In der Bibel kommt Qoräqir unter dem Namen 
Qarqor vor. Hieher zogen sich die Midianiter zurück, nachdem sie 
von Gideon geschlagen waren. Man glaubt, es sei dieses al-Karek 
in Idumsea, woraus Eusebius zu diesem Zweck Karkeria macht. Ab- 
gesehen von dem grossen Unterschied der Orthographie — letzterer 
Name wird mit zwei {, ersterer mit zwei j geschrieben — ist es 
nicht begreiflich, dass die Söhne der Wüste sich in ihrer Flucht durch 
ein Gebirgsland mit feindlicher Bevölkerung einen Weg gebahnt 
haben, statt sich zu einem Wasserplatz in ihren Einöden zurückzu- 
ziehen. 

221. Wetzstein zeigt in seiner Karte zu „Haurän und die Tra- 
chonen" die Römerstrasse an , welche die Araber Ragyf , die Ge- 
pflasterte, nannten ; sie nimmt in Bocra ihren Anfang und führt nach 
Babylonien und schlägt eine südlichere Richtung ein, als die 'Ammän- 
Küfa-Route. Bruchstückweise können wir sie in Ptolemaeus ver- 
folgen. Der erste, zwei Tage von Bocra entfernte, Ort ist Adra, 
welches der Lage nach nicht, wie ich in beiliegender Karte angedeutet 
habe, dem bekannten Adzn ät (Edrei), sondern dem soeben erwähnten 
al-Azraq entspricht (siehe Wetzstein's Karte), und der nächste Ort 
ist Korake (Qoräqir). Erst hier und nicht schon in al-Azraq, wie 
bei Moqaddasy, mündet ein von Philadelphia ('Amman) kommender 
Zweig in die Gepflasterte ein. Er führt über Esbuta, Ziza (welches 
nach Abü-1-Fidä 247, wie bei Ptolemseus, „ungefähr" einen Tag 
südlich von 'Amman liegt), Lydia, (Var. Audia), und Mesada (Löwen- 
heim) nach Korake, welches bei Ptolemseus wenigstens vier Karawanen- 



kühnen Zug von al-Hyra am Euphrat nach Palmyra passirte (Belädzory S. 110, 
111; Abu Ismail S. 1, 63 ff.). Es war Sitte unter den Traditionisten, in sol- 
chen Fällen möglichst viele Namen aufzuzählen, um mit ihren Kenntnissen 
gross zu thun; es ist also möglich, dass Qoräqir dieser Sitte seinen Platz in 
der Tradition verdankt und Chälid nie dahin gekommen ist. Wenn er aber 
ein Qoräqir berührt hat, so ist es ein anderes und liegt nordöstlich von den 
Regionen, in denen wir uns befinden. 



152 

märsche von Philadelphia entfernt ist. Die Römerstrasse berührte 
auch Obaira (Wobayr) und von dort lief sie entweder über Banacha 
oder über Tauba nach Osten gegen die alte Euphratmündung hin, 

222. ©aTraua, 71° 40', 29° 0' (W. A. B. G. N. ; 71° 21' Vvulgo), 
scheint mir lautlich Guarmani's Tobeit zu entsprechen, der Lage nach 

aber fällt es mit Moqaddasy's j^, (Feger?) zusammen oder ist ein 
wenig östlich davon. 

223. Bald nach Thapaya überschreitet die Palmyrastrasse die 
Grenzen unseres Gebietes, Arabia Felix, und man erreicht am zweiten 
Tage, nachdem man Thapaya verlassen hat, Artemita, Br. 29° 30'; 
nach fernem drei Tagen Thauba; dann nach zwei Tagen Erupa; 
dann nach zwei Tagen Alata; dann nach anderthalb Tagen Ghoke; 
dann nach anderthalb Tagen Barathena und endlich nach drei fernem 
Tagen Palmyra, welches also nach diesem Itinerar 21 Tage oder 
3864 Stadien (etwa 6°) nördlich von Taymä liegen soll. 

224. 'PaSou xwpi, 73° 30', 28° 30' (W. A. B. C; 'IaSou Vvulgo; 
28° 45' VS. Bas.; 28° 35' N.). 

<t>a P oc$a, 73° 40', 28° 40' (W. A. B. G. N.; ^supa^oc VC.; 
73° 20', 28° 20' Vvulgo). 

Diese zwei Orte liegen an keiner Strasse, und lassen sich auch 
mit keiner in Verbindung bringen. In Moqaddasy's 'Ammän-Küfa- 
Strasse erscheint ein Forayqa. Wenn Foraytha zu lesen ist, hat es 
mit Pharatha Lautähnlichkeit; aber die Lage ist gegen die Identität, 
denn die bezügliche Strasse ist zwei Grade weiter nördlich und läuft 
durch Arabia Deserta. Vielleicht sind Radu und Pharatha durch 
ein Versehen in diese Position gerathen. Das Versehen wäre aber 
dem Ptolemaeus selbst zuzuschreiben, weil er sie in das falsche Land 
versetzt. 

225. Wir wollen nun auf der Weihrauchstrasse weiter nach 
Süden vorrücken. Von al-Higr nach al-Madyna gibt es zwei Strassen, 
eine westliche, welche in alter Zeit die Pilgerstrasse war , und eine 
östliche, welche Hamdäny die Nagd-Strasse heisst, und seit ein paar 
hundert Jahren von den syrischen Pilgern gewählt wird. Letztere 
läuft von al-Higr nach: 

1. Dorf al-'Olä im Wädiy alqorä an einem Bach. 

2. Al-Maträn in felsiger Gegend ohne Wasser. 

3. Byr Gadyd in der Wüste mit süssem Wasser. Um die Station 
al-Matran zu vermeiden, hat man später die Route abgeändert 



153 

und um eine Station vermehrt, nämlich von al-'Olä nach Biyär 
alghanam mit vielen guten Brunnen, dann nach Byr alzamarrod, 
einem grossen Brunnen, dann nach Byr algadyd. 

4. Hedya, hiess früher Hicn-Bany-'Othmän. Es ist ein niedriges 
Thal, welches von der nur vier Stunden entfernten Stadt 
Ghaybar herkömmt. In den benachbarten Steppen wächst 
Makkanische Senna. Von al-Madyna bis Ghaybar rechnet man 
8 Posten = 96 arabische Meilen. 

5. Al-Fahlatayn (ist schon dem Hamdäny bekannt). 

6. Wädiy alqorä. Diese im Gihännumä und Näbulusy erwähnte 
Station ist nicht das bekannte Wädiy alqorä, sondern es ist, 
wie ich glaube, das Fadak der altern Geographen oder gehörte 
wenigstens zu dessen Gebiet. 

7. Ein Lagerplatz, etwa eine Stunde vor al-Madyna zu al-Gorf, 
oder Abyär Hamza. 

8. Al-Madyna. 

Von den Bewohnern längs der Strasse sagt Hd. 228 : Zu Ghaybar 
hält sich eine Bevölkerung von Juden, Glienten (nomadischer Stämme) 
und ein Gemisch von Beduinen auf. Die Wohnsitze der Banü Harb 
sind zwischen diesen Orten (an der Strasse). Ausser diesem Stamm 
begegnet man auch Lagern von Gohayna, Balyy und Mozayna. Diese 
Stämme, mit Ausschluss der Harb, schweiften in alter Zeit bis zum 
Gebiete der Tayy hin. In der Prophetenbiographie finden wir in 
dieser Gegend nur die Ghatafän und ihre Affiliirten. Die Banü 
Harb sind in muslimischer Zeit aus Yaman gekommen und ihr Vor- 
dringen mag verschiedene Dislocationen zur Folge gehabt haben. 

226. Die westliche oder Marwastrasse , welche in älterer Zeit 
die Pilger verfolgten, beschreibt Moqaddasy: von al-Higr nach 
1. Wädiy alqorä, es wird dessen Hauptort Qorh gemeint. Es 
gibt gegenwärtig mit Ausnahme von Makka keinen Ort im Higäz, 
welcher vortrefflicher, blühender, gewerbetreibender, reicher 
und besser mit allen Bequemlichkeiten versehen wäre als dieser. 
Er ist von einer starken Festungsmauer umgeben. In der 
Nähe steht ein Schloss , welches von Dörfern , Feldern und 
Dattelpflanzungen umringt wird. Die Datteln sind wohlfeil, 
das Brod schön, das Wasser im Ueberfluss, die Wohnungen 
bequem eingerichtet und die Märkte belebt. Um die Stadt 
herum läuft ein Graben, und sie hat drei mit Eisen beschlagene 
Thore. Die Hauptmoschee steht in einer der Gassen' der Stadt und 



154 

in der Nische derselben wird der Knochen, welcher zum Pro- 
pheten sagte: iss mich nicht, in bin vergiftet! aufbewahrt. Es 
ist dieses eine syrische, ägyptische, 'iräqische, higäzische Stadt. 
Doch das Wasser ist schwer, das Obst mittelmässig , das Bad 
ausserhalb der Mauern und die jüdische Bevölkerung vorherr- 
schend. Ym. IV, 81 : In alter Zeit waren im Wädiy alqorä die 
Thamudaeer und 'Aditen zu Hause. Nach ihnen bewohnten Juden 
die Städte und Dörfer, aber das Regiment führten die Beduinen, 
und zwar in älterer Zeit Qodhaastämme, namentlich die Go- 
hayna, 'Odzra, Balyy und Hunn, welche bisweilen in al-Higr 
von den Tayy und Fazära angegriffen wurden. 

2. Al-Rohba. 

3. Al-Soqyä, d. h. Soqyä-Yazyd. 

4. Marwa wird in Mu gam noch zu Wädiy alqorä gerechnet. 
|Hd. 228: In Marwa wohnen die Gaäfir, ihre dienten und ein 
Gemisch. 

5. Dzü-1-Morr im Wädiy Idham. 

6. AI-So way da. 

7. Ghoschob. 

8. Al-Madyna. 

Es scheint mir, dass Ptolemaeus beide Strassen gekannt habe. 
Die westliche deutet er nur durch einen Ort an, nämlich: 

227. Mo X ou P a, 69° 40', 24° 30' (W. A. G. N. ; 69° 20', 24° 10' 
Vvulgo; 24° 10' VA.), tialte ich für Dzü-Marwa, nach Wäqidy S. 96, 
zwei Tage von al-Haurä , und etwas mehr als acht Posten (= 960 
von al-Madyna entfernt, so dass wir es in Br. 25°, L. 38° 15' ver- 
setzen dürfen. Ptolemaeus hat ganz richtig vier Tage von Jathrippa 
und eben so viele von Egra bis Mochura. Folgende drei Positionen 
sind an der östlichen Strasse zu suchen. 

228. Audapoe, 71° 0', 25° 30' (W. A. B. G. N.; 25° 10' Vvulgo). 
Hd. 229: „Von (der Stadt) Wädiy alqorä bis al-Higr, wo die Ge- 
schichte der Thamudaeer und der Kameelin vorfiel, ist eine Tagereise. 
Daselbst sind grossartige Denkmäler. Die dazwischen liegende Gegend 
heisst al-'Yc (u«aA*^ var. ^a*^) und darnach werden die 'Ycischen 
(in beiden Mss. ^-aa*^) Datteln benannt." Ein anderes aus der 
Prophetengeschichte berühmtes c Yc liegt nicht weit vom Meere in 
der Gegend von Yanbo' , und ein drittes in dem Lande Solaym, ober 
al-Sowäriqyya. Gewöhnlich werden Synonyme durch die Beifügung 



155 

eines benachbarten Ortes, z. B. Hagar-Gäzän, unterschieden. Das 
mag hier der Fall sein. 'Yc. klingt für den Fremden Ayz. Dazu 
wurde Ära gesetzt; ein solcher Ortsname ist mir jedoch in jener 
Gegend nicht bekannt. Aysara ist südlich von al-'Olä, aber immer 
noch im Wädiy alqorä. zu suchen. 

229. ©oupa, 71° 10', 24° 50' (W. A. B. C; 70°0'N.; 74° 10', 
24° 10' Vvulgo). Die Lage scheint mir der von Ghaybar zu ent- 
sprechen; es ist also östlich von der Strasse gelegen. Thumna, 
X.X+S , heisst die Widerstandsfähige, und Ghaybar die Feste ; Beispiele, 
dass der frühere Name später durch einen andern gleichbedeutenden 
ersetzt wurde, sind nicht selten. 

230. iUouapa, 71° 0', 24° 15' (W. A. B.; 71° 10' G. ; 70° 0' 
N. ; 24° 10' Vvulgo), ist in Bezug auf seine Lage zu Jathrippa das 
nach Ym. (vgl. Leben des Moh. III, 232) zwei bis drei Tage von 
al-Madyna entfernte Fadak. Die Banü 'Owäl führten das Regiment 
in Fadak; sollte Aluara aus 'Owäl entstanden sein? AI in Aluara 
würde ich in diesem Fall nicht als Artikel , sondern als äl , „Ge- 
schlecht", auffassen, ein Wort, das man in Südarabien schon in alter 
Zeit statt Banü vor Tribusnamen gebrauchte. Plinius kennt den 
Namen Phodac. Ptolemaeus' Itinerar hatte zwischen diesem Ort und 
Aysara eine Lücke von zwei Tagen, wesswegen auch Thumna zu 
nahe an Jathrippa gerückt wurde. 

231. Aoa-ptTTTca, 71° 40', 23° 20' (W. A. B. G. N.; Aaopwnra, 
71° 10' Vvulgo; 24°20 / VOx.; Ia&pwcrox Steph. Byz.), ist al-Madyna, 
welches Yathrib hiess , bis es zuerst im Qorän 33 , 60 al-Madyna, 
d. h. die Stadt, im Gegensatz zu der gesetzlosen Wüste (Qor. 9, 
102, 121) genannt wurde. Zur Zeit des Ptolemaeus dürften die 
'Odzra der herrschende Stamm gewesen sein. 

232. Baißa; 70° 30', 22° 30' (W. A. G.; Boaaa oder BatfA* B.; 
'Patßa Vvulgo), al-Abwä (jetzt al-Mastüra, die Verschleierte, Ehrbare, 
genannt, weil des Propheten Mutter dort begraben liegt) gilt als 
Halbwegstation zwischen Madyna und Makka, und hat beinahe die 
westlichste Position auf dieser Strasse. Im Islam wurden die Märsche 
nicht immer gleich eingetheilt; zu Hamdäny's Zeiten hiessen die 
Stationen Madyna, Sayyäla, Rauhä, Rowaytha, 'Arg, Soqyä, Ahwä, 
Gohfa, Qodayd, 'Osofän, Marr-Tzahrän, Makka. Man sieht daraus, dass 
Ptolemaeus' Itinerar vor und nach Baiba Lücken hatte. 

233. Moocopaßa, 73° 20', 22° 0' (W. B. N.; Maxoßapa A.; 
71° 30', 22° 30' G.; 83° 20' Vvulgo), ist Makka. Dozy nimmt 



156 

raba in der Bedeutung gross, und erklärt den Namen grosses 
Schlachten. Ich glaube, dass Mako für Makka, und raba, wie in Rabbat- 
Moab, für Hauptstadt stehe. Nach raba sollte allerdings der Name 
des Volkes, nämlich Banü Mälik (vgl. 344), deren Stadt es war, 
folgen. Den finden wir auch bei Plin. VI, 28, § 157, denn er 
schreibt Mariaba Baramalacum, was durch Missverständniss aus Makka- 
rabba-bany -Mälik entstanden ist, vgl. § 290. 

234. Kapva, 73° 30', 23° 15' (W. A. B.; 73° 10' N. Vvulgo). 
So schreibt auch Eratosthenes bei Strabo 768; Plin. VI, 28, § 157 
schreibt Carnon. Stephanus nach Sunius hat Kapvavfoc, worin aber 
aber Karman , die spätere Hauptstadt der Minseer , stecken mag. 
Karna ist Qarn al-manäzil, welches zur Zeit Ibn Ghord.'s ein grosses 
Dorf war. Der Weg von Makka dahin läuft dem Hamdäny zufolge 
nach NO und ist bis dahin derselbe, der nach Babylonien führt (so 
auch in Ptolemaeus' Zeichnung), und die Distanz scheint er zu 
43 grossen arabischen Meilen berechnet zu haben. Die Pilger legten 
sie in zwei Tagen zurück. Bei Ptolemaeus beträgt sie 2 1 /* Tage. 

235. eoi^aTa, 74° 20', 21° 20' (W. ; 77° 40' A. B. C. Vcodd. 
Ox. Latt.), scheint mir ein Fehler statt Thumala zu sein. Plin. VI, 
28, §154: et quo merces odorum deferunt Tomala var. Thomala. 
Es ist aber Tomala nur dialectisch verschieden von Tobäla oder, 
wie die Hochgelehrten sprechen, Tabäla ; denn das b und m werden 
oft mit einander verwechselt ; so ist Bakka — Makka (Qorän 3, 90) ; 
Maumäh = Baubäh (Ym. I, 755) ; bachs = maks (Kaschschäf XI, 87) ; 
'aschaba = 'aschama (Hamäsa S. 9); Nobayt = Nomayt (Ym. IV, 
740); mayd = bayd u. dgl. m. In unsern Sprachen kommt diese 
Verwechslung seltener vor; doch sagt man Simmenthai statt Sieben- 
thal. Die Entfernung Tobälas von Qarn beträgt 116 arabische Meilen 
und die Pilger legen sie in 6 und auch in 6 1 / 2 Tagen zurück. 
In Ptolemseus' Itinerar fehlten also zwei Etapen. Dieses Städt- 
chen liegt in einer verhältnissmässig fruchtbaren Gegend, und 
hier vereinigen sich die in § 246 erwähnten beiden Zweige der 
Weihrauchstrasse; daraus erklären sich die Worte quo merces odo- 
rum deferunt. 

236. 'Ay^ou, 73° 30', 20° 20' (W. A. B. G. N.; Agdami 
VS. Intp.; 21° 20' Vvulgo). Die Lage entspricht der von Gorasch, 
wenn die Breite 20° 20' richtig ist. Für Gorasch spricht auch die 
Karte im Serailcodex. Wenn aber, was nicht wahrscheinlich ist, 
21° 20' richtig wäre, so entspräche sie der von Tayif. In diesem 



im 

Falle könnte man eine Etymologie erzwingen : Ag = Wagg, der alte 
Name von Tayif und damu = Dohmän ; irgend einen solchen Namen 
hatte, soviel ich mich an den Bericht des Sohayly erinnere, der 
angebliche Erbauer der Mauern von Tayif. 

237. Kappav ßaa&nov, 75° 15', 20°15'(W.; 'Ax W av Vvulgo; 
81° 15' A. B. C. VGodd. Ox. Latt. ; Stephanus Kocpvava und nach 
Sunius Kapvavia — beides mag auch Qarn sein). Auch Plin. VI, 
28, § 157 spricht von dieser Residenzstadt: Minsei .... quorum 
Charmaei oppidum XIV mill. passuum. Die Namensähnlichkeit führt 
uns auf Benät-Harb, wofür die altern Geographen, Ibn Ghord., Qodäma 
u. a. m. Benät-Harm (vielleicht Chorm) schreiben, also m für b lesen, 
vgl. § 235. Ptolemseus' Distanz, drei Tage von Thumala, ist richtig, 
denn so lange sind auch die Pilger von Tabäla bis Benät-Harm, 
„einem grossen Dorfe", unterwegs. 

238. Aa&a-a, 75° 20', 19° 20' (W. A. B.; Aaa^a Vvulgo; 
Laatha VS.; 79° 10' N. Vvulgo; 19° 15' G.), ist zwei Tage von 
Karman und entspricht Kothba, welches in derselben Entfernung 
von Benät-Harm liegt. 

239. Motpa fwvpfaota, 76° 0', 18° 40' (W. gestützt auflib.Vffi, 
p. 242; 18° 20' A. B. G. N. Vvulgo), muss Qada sein, weil in 
jener Gegend sonst nirgends Raum für eine Metropolis ist. Qa da 
liegt jedoch nicht zwei, sondern fünf Märsche von Kothba; inPtole- 
maeus' Itinerar fehlten also drei Stationen. Die Entfernung 4 -f 3 Tage 
von Qada bis Märib hingegen ist richtig; denn gehen wir einen 
bedeutenden Umweg, so haben wir von Qada bis Qanä fünf Tage, 
von Qan ä bis Märib vier leichte oder drei starke Tage. Ibn Mogäwir 
theilt ein (unvollständiges, vielleicht auch unrichtiges?) Itinerar von 
Märib nach dem Gauf mit , das aber nicht gerade gegen Qa da hin- 
zielt: Von Märib nach dem 'äditischen (alten cyclopischen) Brunnen 
Rauthän 4 Farsangen ; dann nach Beräqisch 4 Farsangen; dann nach 
Haram 1 Farsange; dann nach Ober-Gauf 4 Farsangen. Hamdäny 
beschreibt diese Regionen ziemlich ausführlich, doch vermögen wir 
aus seinem Berichte nicht mit Sicherheit zu bestimmen, ob die 
kürzeste Strasse von Qada nach dem Gauf durch Qaulän (Qülän?), 
einer gen Westen laufenden Bucht des Gauf, oder längs des Flusses 
des von Halevy erwähnten Berges Silyäm dahin führe. Die Lage 
des einen oder andern dieser zwei Orte würde der Sileons entsprechen. 
In einem Falle liefe die Strasse durch das W. Hirrän, im andern 
durch das W. Madzäb. 



158 

240. Nayapa p^j&tofcc, 81° 45', 18° 40' (W. B. G. ; 84° 45', 
18° 20' N. Vvulgo; 84° 45', 18° 40' A.), Nagrän. Es scheint dem 
Ptolemseus an einem detaillirten Itinerar gefehlt zu haben, aber 
bekannt gewesen zu sein, dass von Nagrän ein Weg nach Maokosmos 
führt. Dieses und der horror vacui dürften ihn bewogen haben, 
Nagrän so weit gegen Osten in die Mitte des grossen arabischen 
Sandmeeres hineinzurücken. Es ist dies einer der wenigen Fälle, 
wo es klar ist, dass er eine Stadt Arabiens, wohin er kein Itinerar 
hatte, blos wegen ihrer Berühmtheit in seine Karte aufgenommen hat. 

241. 'Apcpa, 78° 30', ISMO' (W. B. C; 'Avapa A.; in N. steht 
es zwei Zeilen später mit Br. 18° 20'), ist nicht verschieden von 
Mara metropolis. Die Wiederholung dieser Stadt scheint dem vagen 
Berichte, dass der Weg von der Küste nach Nagrän durch Mara 
oder Amara (Qada) führe, entsprungen zu sein, und da Ptolemaeus 
sehr irrige Ansichten über die Lage Nagrän's hatte, so glaubte er 
dieses Amara oder Mara sei verschieden von dem an der Weihrauch- 
strasse. Wir werden diese Stadt noch einmal, § 290, in einem Itinerar 
Von der Küste nach Qan ä unter dem Namen Marasdu finden. 

242. E&eov, 76° 40', 17° 0' (W. ; StXatov A. B. G. N. Vvulgo ;, 
SuXotiov VAGDFOx. Latt.; 86° 20' Vvulgo), hält Dr. Blau für das 
uns bereits aus § 86 bekannte Salhyn. Es entspricht aber Sylaions 
Lage, vier Tage von Qa da und drei Tage von Märib entweder Qaulän 
oder Silyäm, vgl. § 239. 

243. Gapt. Miles hatte die Gefälligkeit, mir einen Brief, den er 
aus 'Adan erhalten hatte, mitzutheilen. Er enthält folgende Nach- 
richt über den Gauf. Es ist ein Mann aus dem Gauf, Namens 
Sultan Yahyä b. Hosayn zu uns gekommen, der eine genaue Kennt- 
niss der Märibischen und Gaufischen Städte besitzt und uns folgende 
Namen genannt hat : 1) al-Baydhä, 2) al-Saudä, 3) al-Maclüb, 4) Kamnä, 
5) al-Haqasch, 6) Haram, 7) Ma yn, 8) Lakbak, 9) Maq am, 10) So- 
räqa, 11) Yanabbä, 12) al-Hazm, 13) So'üd, 14) al-Asähil, 15) Omm- 
al-Qays, 16) al-Mondafin, woselbst Silberminen sind, und 17) Berä- 
qisch. Er erzählte uns von grossartigen Bauten, ganz von Sandstein, 
(rochäm) erstellt, mit Säulen so mächtig, dass sie tausende von 
Menschen nicht in die Erde zu setzen, ja nicht einmal zu bewegen 
vermochten; dennoch gibt es in der Nähe dieser Säulen keine Sand- 
steingruben, sondern sie mussten mehrere Tagereisen weit hieher 
gebracht werden. Hd. 289 nennt mehrere dieser Orte, als die Gha- 
ribat albaydhä und die Charibat alsaudä, Kamnä, Ma'yn, Beräqisch 



159 

ü. s. w. Aus dem Iklyl S. 45 füge ich bei, dass Rauthän, in de? 
Wüste zwischen al-Gauf und Marin gelegen, eine der Mahänd, Burgen, 
von Yaman war, die sich durch ihre Grossartigkeit auszeichnete. Sie 
gehörte den Naschq, einem Zweige des Bekylstammes, von hier zogen 
sich die Naschq, als sie sich zerstreuten, nach 'Omrän im Gauf 
(vgl. Leben desMoh. DI, 455, wo fälschlich algorf für algauf steht, und 
Ym. III, 723) zurück. Hd. 289 erwähnt noch andere Orte der 
Naschq im Gauf, und einige Mitglieder dieses Stammes befanden sich 
in Hadhramaut. Wir sind nun im Stande, eine Stelle des Plin. VI, 
28, § 160 zu beleuchten: Gallus oppida diruit non nominata ab 
autoribus qui ante scripserunt, Negranam, Nestum (Var, Amnestrum), 
Nescam, Magusam (Var. Masugam), Gaminacum, Labeciam, et supra 
dictam Mariabam circuitu VI mill. passuum. Von den fünf Städten 
zwischen Nagrän und Märib (Mariaba) dürfte Nesca (in § 154 schreibt 
Plinius Nescus, in § 158 Nessa) Rauthän oder eine andere nördlichere 
Stadt der Naschq sein; Gaminacum ist Kamnä und Labecia ist 
Lakbak. 

244. Mapta^oc, 78° 10', 17° 10' (W. A. B. G.; 78° 30' N. Vvulgo; 
17° 30' Vvulgo. Nach dem Iklyl S. 17 versetzte Ptolemaeus Märib 
in 78° 0'). Mariama ist nicht ein Schreibfehler, sondern eine ver- 
schiedene Aussprache für Mariaba (vgl. § 235). Im Arabischen lautet 
der Name Märib. Eratosthenes bei Strabo 768 und Artemidor bei 
Strabo 778 behaupten, Mariaba ist die Hauptstadt der Sabgeer; damit 
stimmen die Araber überein, welche aber der jüdischen Tradition 
folgen. Einiges Bedenken dagegen erregt, dass Agatharchides sowohl 
im Texte des Photius als des Diodor, die Hauptstadt der Sabgeer 
Sabas, und ein Ungenannter bei Steph. Byz. Sabö heisst. Mehr darüber 
in § 249. Von keiner Bedeutung ist, dass Stephanus Sabe für die Stadt 
der Sabgeer hält, und Hd. 47 in denselben Fehler verfällt, denn der 
Irrthum kommt daher, dass sowohl die spätem Griechen, als auch Ham- 
cläny das ihnen aus der Legende bekannte Märib, die Stadt der Sabgeer, 
im Ptolemaeus suchten, es aber in Mariama nicht erkannten. Sie glaubten 
daher, wie Hamdäny deutlich ausspricht, das von Ptolemaeus er- 
wähnte Sabe, vgl. § 63, sei diese Stadt. Philostorgus geht einen 
Schritt weiter, und behauptet, die Hauptstadt der Homeriten, welche 
er für die Sabgeer unter einem neuen Namen erklärt, heisse Saba! 

245. Im Siegesbülletin des Aelius Gallus erwähnt Plinius unter 
den zerstörten Städten Nesca und supra dictam Maribam (Var. Maria- 
bam), item Garipeta, quo longissime processit. Strabo 782: „Bald 



160 

hernach eroberte er r auch die vom Könige verlassene Stadt Aska. 
Von hier kam er zur Stadt Athralla. Nachdem er sie ohne Kampf 
erobert und Besatzung eingelegt und Getreide und Datteln angeschafft 
hatte, gelangte er zur Stadt Marsyaba des Volkes der Rhamaniten, 
welche Ilaros beherrschte. Sechs Tage berannte und belagerte er 
sie; aber wegen Wassermangel stand er ab. Er war hier, wie er 
von den Gefangenen vernahm, zwei Tagereisen vom Gewürzlande 
entfernt." Vor Aska steht y-a^ou^svviv , und es scheint, dass das 
n, welches hätte zweimal geschrieben werden sollen, einmal ver- 
nachlässigt wurde und Aska für Naska = Nesca des Plinius steht. 
Athralla ist mir unbekannt ; der einzige Name, der Aehnlichkeit damit 
hat, ist &La£, 'Acala ( f Adhala?), welches in der Nähe von Niebuhr's 
Barrad liegt. Plinius bürgt dafür, dass Mariaba statt Marsyaba zu 
lesen sei, aber ein Mariaba der Rhamaniten hat es wohl kaum 
gegeben. Ich halte dafür, Strabo sagte oder hätte sagen sollen: 
Mariaba, und die Stadt der Rhamaniten. Wir haben also das 
bekannte Märib, und da Plin. VI, 28, § 157 Rhadamsei für Rhama- 
niten schreibt, die Hauptstadt der Radmäniten (vgl. §§ 408—409). 
Der Name dieser Stadt, welche wenige Stunden westlich von Maltzan's 
Behän Döla zu suchen ist, kann bei Hd. 167 Ghariba gelesen werden, 
und sie ist also schwerlich verschieden von Plinius' Caripeta. Das 
Gewürzland ist die Regio Smyrnofera exterior des Ptolemseus. 

246. 0ou ( xva, 79° 0', 17° 15' (W. B. G. N.; 17° 45' Vvulgo; 
17° 10' A.). Eratosthenes bei Strabo schreibt Tamna, und zu seiner 
Zeit war es die Hauptstadt des Königreiches der Kattabanen ; Plinius 
schreibt Tamna und Thomna und berichtet, dass es die Hauptstadt 
der Gebaniten sei und 65 Tempel enthalte. Bei Ptolemseus hat 
Thumna weder das Prsedicat metropolis noch regia. Auf diese Wande- 
lungen werde ich zurückkommen. Die Bedeutung des Namens ist 
in § 229 erklärt worden. 

Da diese Stadt schon seit mehr als tausend Jahren verschwunden 
ist, suchen wir vergebens Nachrichten darüber in arabischen Quellen. 
In Bezug auf ihre Lage , 1 l ji Tage von Märib , an der Strasse gen 
Hadhramaut, lernen wir aus Bekry, dass es in dieser Gegend einen 
Markt Namira oder Thamra gegeben hat, und aus Hd. 324 lernen 
wir, dass einst zwei Pilgerstrassen von c Abr, dem letzten Ort in 
Hadhramaut, ausliefen : die obere, sagt er, führt durch den Gauf und 
über Qa da, und der diese Strasse verfolgenden Karawane schliessen 
sich die Pilger von Märib, Bayhän, der beiden Sarw und von Marcha 



161 

an. Dieses ist die in der Ptolemaeischen Karte verzeichnete Strasse. 
Die untere, fährt er fort, läuft am Rande des Sandmeeres Qayhad 
nach Nagrän, das man in etwa acht Tagen erreicht und dann durch 
das W. Habaunan. Wo sich die beiden Strassen, die in Tobäla 
wieder zusammentreffen , trennen, sagt Hamdäny nicht , wir wissen 
aber, dass der Weg von Hadhramaut nach Märib, d. h. die obere 
Pilgerstrasse, eine lange Strecke ebenfalls dem Rande des Qayhad 
entlang laufe. So weit sind beide Strassen vereint, und Thumna 
konnte nicht weit von der Trennungsstelle entfernt sein. Dadurch 
gewann die Stadt an Wichtigkeit; denn die Weihrauchkarawanen 
konnten wohl Märib , nicht aber Thumna umgehen. Plin. XII, 31, 
§ 53 sagt: attingunt (regionem thuriferam) et Minsei, pagus alius, per 
quos evehitur uno tramite angusto. Dieser trames angustus ist die 
untere Strasse, welche grossentheils durch wasserlose Steppen führt 
und nur durch das Graben tiefer Brunnen wegsam gemacht werden 
konnte. Hamdäny erwähnt zwei solche Brunnen: den Byr al-Raby 
b. 'Abd Allah, eine Tagereise östlich von Nagrän, und Byr Ziyäd 
al-Harithy im W. Habaunan, welches in das Gebiet des Stammes 
Yäm eindringt, und welches wir aus Halevy kennen. Die Karawanen 
der Minaeer konnten dieser Strasse entlang ziehen, ohne sich um die 
Sabaeer zu kümmern, wenn sie die Einwilligung des in Thumna re- 
sidirenden Königs hatten ; und diese konnten sie erzwingen, weil sie 
im Besitz des gefährlichsten Theiles der Weihrauchstrasse waren. 

247. OuocW, 80° 0', 17° 20' (W. B. G. N. ; Oüa&ouva VFOx. ; 
Souo&ova Vvulgo), entspricht seiner Lage nach al-'Abr. Es ist dieses 
ein Wasserplatz, eine starke Tagereise (westlich?) von Schabwa, 
welcher von dieser Seite her den Schlüssel zu Hadhramaut bildet 
(§ 309). 

248. Saßßa^a [wrpoirofcc., 77° 0' , 16° 30' (W.; SaßaS-a C; 
SaußaS-a Vvulgo; Sau&aä-a VBE. Pal. 1; 87° N. Vvulgo; 16° 10' 
G. ; Grash. bemerkt : aut 80° 10' vel 79° scribendum aut ante 0<xußa 
collocandus). Ptol. lib. VIII sagt: ,,In Sabbatha geht die Sonne 
1 78 Stunde früher auf als in Alexandrien." Das macht einen Längen- 
unterschied von 20°, und da Alexandrien L. 60° 30' liegt, kommt 
Sabbatha etwa in L. 80° 15' zu liegen, was am besten für die Ein- 
theilung der Strasse in Stationen passt. 

Aus Inschriften lernen wir , dass der Name D)21D (Schabwat ?) 
geschrieben werde, und dass es der Sitz eines Königs war, ZDMG. 19, 
S. 253. Nach Eratosthenes bei Strabo 768 ist Sabata die Metropole 

11 



162 

der Ghatramotiten , so Plin. VI, 28, § 154 nach Juba: Pars eorum 
(Sabseorum) Atramitse , quorum caput Sabota, LV templa muris in- 
cludens. Nach derselben Quelle concentrirte sich damals hier der 
Weihrauchhandel. Wrede, welcher nach dem Ohr im englischen 
Texte Sava schreibt, hat diese Stadt besucht und uns durch seinen 
Reisebericht in den Stand gesetzt, die Weihrauchstrasse zu verfolgen. 
Schab wa, lyxL, liegt am Rande des Sandmeeres, und von hier zieht 
sich das Wädiy Rachye dem Rande des Sandmeeres entlang von 
W nach 0, mit einer geringen Neigung gegen Norden nach Tarym hin. 

249. Es ist im § 244 bemerkt worden, dass die Hauptstadt der 
Sabseer bei Agatharchides Sabas, und bei Stephanus nach einer un- 
genannten Quelle Sabo heisse, wovon Stephanus den Volksnamen 
Sabseer herleitet. Ich glaube, Stephanus habe in diesem Falle richtig 
gerathen, und werde weiter unten, was sich für den Ursprung d6s 
dynastischen Stammes der Sabseer aus Hadhramaut, namentlich aus 
Schabwa, sagen lässt, ausführen. 

250. MaWpa, 81° 45', 16° 20' (W. A. B.; Ma&appa G. ; 
SaWpa A. N. VFOx.; 16° 50' Vvulgo; 16° 40' N.). Wenn die 
schlecht verbürgte Leseart Br. 16° 50' richtig ist, liegt dieser Ort 
im W. Rachiya, auf dem Wege nach Tarym; ist aber Br. 16° 20' 
richtig, am W. 'Amd, auf dem Weg nach Mayfa\ Wrede erblickte 
im ersten Lagerplatz südlich von Schabwa: ,, im Osten an jeder Seite 
eines hier mündenden Wädiy ein Dorf amphitheatralisch am Abhänge 
des Plateau's, über den einige Wachtthürme hervorragten. Das süd- 
liche Dorf trägt den Namen el-Medfarre; das nördliche heisst Hallet 
Bü Qalyb." Vielleicht ist Madarra die richtige Leseart und aus Med- 
farre entsprungen. 

251. FopSa, 82° 30', 16° 0' (W. A. B. N.; 81° 30° G.). Wenn 
81° 30' die richtige Länge ist, so ist es Gerdän, und seine Lage 
ist in Bezug auf Sarvon festgesetzt. Ist aber die viel besser ver- 
bürgte Leseart 82° 30' richtig, so ist es beim Wädiy und Dorf 
Ghaura zu suchen. Nach Ptolemseus sind von hier noch drei Tage 
bis Maipha. Wrede brauchte länger, aber er machte einen Umweg, 
und hatte grosse Gefahren und Schwierigkeiten zu überwinden. 

252. Ma«pa [/.YiTpoTroX^, 83° 15', 15° 0' (W. A. N.; M«pa G. 
VC.; Ms<pa VDFOx. M. Bas.; Ms^a B. VAS. Int.). Maltzan hält 
es für Naqb al-Hagar, Br. 14° 21', L. 47° 37'; dass Maipha (Mayfa) 
in diesem Thale liegt, ist sicher; die Entfernung aber würde besser 
auf einen weiter nördlich gelegenen Ort wie Höta oder 'Esän passen. 



163 

r 1 

Der Umstand, dass man in Naqb al-Hagar Ruinen gefunden hat, 
kann für sich allein nicht maassgebend sein, denn Ruinen findet 
man auch anderwärts ; so berichtet Miles : We heard to-day that the 
ruins at Hagar a place about four days' journey to the north-east 
(von Naqb al-Hagar) on the Wädiy Mayfa* were nearly as extensive 
as those at Naqb al-Hagar. 

253. TaiSa, 83° 40', 14° 10' (W. A. B. C. ; 83° 20' N. Vvulgo). 
Es gibt in der Gegend, in der wir uns befinden, ein Rayda-Ardhyn 
(nicht ed-din), ein Rayda-Sowayda und ein Rayda-Qayghar. An die 
ersten zwei ist nicht zu denken, weil sie weiter nördlich liegen als 
Ptolemseus' Raida. Dieses entspricht der Lage nach dem Rayda, 
welches in f Maltzan's und Miles' Karten weniger als eine Stunde 
südlich von Naqb al-Hagar entfernt ist. Ob dieses das Rayda-Qayghar 
ehr altern Geographen sei, vermag ich nicht zu bestimmen, aber ich 
vermuthe es. Bei Ptolemseus sind drei Tage von Raida bis Maiphat 
(Magdaha, § 103), das passt auf Rayda bei Naqb al-Hagar, 

254. Baivouv, 84° 30', 14° 15' (W. A. B.; Bapvouv G. VF.; 
84° 10' Vvulgo). Baynün war eines der berühmten alten Schlösser, 
lag aber im Gebiete der 'Ans bei Rodä\ Da sich berühmte Namen 
gerne wiederholen, so mag es auch im alten Hadhramaut ein Baynün 
gegeben haben, aber arabischen Bericht finde ich keinen dafür. Die 
Lage des alten Bainun ist klar: als Kane ein Gewürzdepot war 
(vgl. Peripl. 27), musste es eine Strasse von diesem Hafen und dem 
benachbarten Trulla nach der Weihrauchregion geben, und sie musste 
durch das W. Dau an führen. Wrede brach am 8. Juü 1843 von 
Chorayba am Dau an auf und verfolgte diesen Weg. Nach seinem 
Berichte sind von Chorayba bis Byr 'Alyy (beim alten Trulla) 
7 Tage; nach Ptolemseus von Thauana (oder Thabana) bis Trulla 
8 1 /*« Bainun ist 3 72 Tage von Trulla und fällt also mit Hicn 
Beny-Dighäl, „Schloss der Söhne Dighäi's", zusammen. Die Beny 
Dighäl sind ein kleiner Stamm (Wrede 164), und zu Ptolemseus' 
Zeiten hatte das Schloss wohl einen ganz andern Namen. 

255. 0aßav7), 85° 40', 16° 20' (A. B. G. N. VACDFMOx.; 
©aoavYi W.; 85° 20' Vvulgo). Plin. VI, 28, § 154 erwähnt die 
Toani. Gegenwärtig heisst man das Stück des wichtigsten Wädiy 
von Hadhramaut zwischen Chorayba und al-Hagarän Do' an (Dau an); 
bei Hamdäny und Ibn Mogäwir wird dieser Name auf eine viel 
grössere Partie desselben angewendet. In der Stadt Dau an residirte 
einst der Imäm. Niebuhr vernahm, dass sie 25 (lies 15) Tage von 



164 

Qm ä und 11 von Keschyn entfernt und grösser sei als (Jan ä. In 
1763 war der Beherrscher des Districtes Sa yd b. 'Ysä 'Amüdy. 
Das Grab des 'Amüd, von dem er abstammte, ist in Gähdun (Ghay- 
dün), einer Stadt ganz nahe bei Do* an. Wrede kennt keine Stadt 
Do'an, aber wir können uns in seinem Berichte zurechtfinden. Er 
sagt S. 254 : Vor der Stadt Sayf fand ich mehrere Tausend Beduinen 
versammelt , die am folgenden Tag (25 Aug. — 2 Cafar) der Syära 
(Grabesbesuch) des Schaych Sa yd b. c Ysä el- e Amüdy in dem 
1 /2 Stunde entfernten Qahdun (Ghaydün) beiwohnen wollten. Es 
ist möglich, das dieses Sayf der Stadt Dau an entspricht; wahrschein- 
licher aber ist sie Wrede's Beda, eine Stadt von 10,000 Einwohnern, 
3 J /2 Stunden stromaufwärts von Ghaydün , und wie bei, Ptolemseus 
5 Tage von Beny Dighäl. 

256. Mapi[/.a&a, 85° 10', 17° 40' (W. A. B. G. N.; 17° 20' 
Vvulgo), ist Tarym, welchem der Rang der zweiten Hauptstadt Unter- 
Hadhramauts zuerkannt wird. Wrede 246 sagt: W. Rachiya mündet 
8 Tagereisen östlich von Qahwa (Schabwa) oberhalb Tarym in den 
W. Kasr (Fortsetzung des Dau an). Es soll also etwa 8 oder 9 Tage 
von Sabbatha entfernt sein; Ptolemseus entfernt es stark 10 Tage. 
Von der Stadt Dau an ist es vier starke Tage. Bei Ptolemseus be- 
trägt die Entfernung nur zwei. Die Lage, die bei ihm Tarimatha 
(wie der Name zu emendiren ist) hat, ist also ein Gompromiss, denn 
wäre er der einen Forderung gerecht geworden, hätte er, wie einmal 
seine Karte angelegt ist, sich weiter von der andern entfernen müssen. 

257. Von Tarym an betreten wir ganz unbekannte Regionen, 
welche zu erschliessen Freiherr von Maltzan vergebens versuchte. 
Wir können Tarym in L. 49° 17', Br. 16° 30', verlegen; Tzafär 
an der Mondsbucht hat L. 54° 22', Br. 17° 2'. Auf der Karte 
beträgt also die Distanz 305'. Der Weg führt durch die Steppen 
der Mahra und bietet so viel wir wissen keine besondern Schwierig- 
keiten, ausser etwa hie und da Wassermangel ; auch dürfte er ziem- 
lich gerade sein. Ptolemseus hat 15 Tage von Tarimatha bis Oraculum 
Diana?; es kommen ein wenig mehr als 20' auf den Tag, und sein 
Itinerar scheint vollständig gewesen zu sein. Ibn Mogäwir gibt 
folgendes Itinerar, wovon Gapt. Miles die Güte hatte, eine ihm zu- 
gesandte Abschrift mit seinem Exemplar zu vergleichen. Die Auf- 
schrift ist : (Itinerar) von Schibäm bis Tzafär. Von Schibäm bis 
Tarym 7 Farsangen ; dann nach dem Grab des Propheten Hüd 8 ; dann 
Madhä 5; dann Ghalchalyg, var. **!* , 10; dann Tzohür 10; dann 



165 

Mahrub, var. «.Ju^, 7; dann Kadnüb, wo Palmen sind, 5, dieses 
ist Halbweg ') ; dann nach Märib (sie in beiden Godd.) 20 Farsangen; 
dann Gabrüt 4; dann Tahiidy 4; dann al-Schi'b 7, dieses ist die 
Weihrauchregion; dann Gholüf, var. uJ^U-, 5; dann al-Ghayl 8; 
dann bis zu den drei Quellen, welche aus der Schlucht eines Berges, 
der al-Asfal heisst und einen Stutz bildet (d. h. die Strasse führt 
darüber) hervorbrechen. Hier wird keine Distanz angegeben, und 
ich glaube, dass obschon der Satz mit Mj „und bis" anfängt, dies 
eine blosse Beschreibung des Ursprunges des Ghayl, Baches, sei. 
Von hier bis Tzafär 4 Farsangen. Wenn man den Farsangen (Weg- 
stunde) in dieser Gegend genau den Werth von 32 Stadien gegeben 
hat, wie die Griechen den Schoenus bestimmten, so betragen die 
97 Farsangen von Tarym bis Tzafär 310'. Wir können die Stationen 
mit einiger Zuversicht in die Karte eintragen; thun wir dieses, so 
kommt al-Sclub, „die Weihrauchregion", in L. 53° 40', Br. 17° zu 
liegen. Nach Carter' s Angaben ist die Mitte der Weihrauchregion 
nur 25' weiter nach Osten zu versetzen. 

Ibn Mogäwir hörte von Ueberresten von Bauten längs dieser 
Strasse, welche der Handel in's Leben gerufen, er hatte aber keine 
Idee von ihrem Ursprünge (vgl. Post- und Reiserouten S. 143). 

258. 'IouXa, 85° 20', 18° 15' (W. A. B. G.; 18° 0' N.), ist 
2 Tage von Marimatha und entspricht also Madhä, ungefähr in 
L. 49° 57', Br. 16° 32'. 

259. '0[/.avov spropiov, 87° 40', 19° 45' (W.; 'O^awov C; 
'Oaaavov B. VAD.; 77° 40' A. B. C; 87° 20', 19° 15' N. Vvulgo). 
Da man das Land im Alterthum zu 'Oman rechnete, so konnte 
Ptolemaeus das Emporium desselben nach orientalischer Sitte Omanum 
heissen. Es folgt aber nicht daraus, dass es keinen andern Namen 
hatte. Der Lage nach entspricht es dem palmenreichen Kadnüb, 
ungefähr L. 51° 40', Br. 16° 45', also 67' westlich von der Weih- 
rauchregion, deren westliche Grenze nach Carter in L. 52° 47' ist. 

260. Die Quellen des Flusses Ormanos, wovon im § 127 die 
Rede war, bilden, wie ein Blick auf die beiliegende Karte zeigt, 



sind, 5, dann Tzohür 10, dann Mahrüb 7. Ich habe mich im Text an die 
Reihenfolge des Schefer'schen Codex gehalten, weil darnach Kadnüb in die 
Mitte des ganzen Weges kommt: Schibäm-Kadnüb beträgt 52 Farsangen und 
Kadnüb-Tzafär ebensoviel. Wir haben darin einen Beweis, dass die Distanzen 
in den Handschriften, die darin übereinstimmen, riohtig angegeben sind. 



166 

eine Station an dieser Strasse. Man denkt unwillkürlich an die Station 
al-Ghayl, d. h. Bach, im Itinerar des Ibn Mogäwir. Die Lage des 
Ormanos stimmt aber nicht damit überein; denn der Ghayl ist nur 
4 Stunden von Tzafär, der Ormanos hingegen entspricht, wie wir 
gesehen haben, dem Bache Charyföt, als Station aber dem Tahüdy 
des Ibn Mogäwir. 

261. Eratosthenes bei Strabo 768 : Kattabania liefert Weihrauch, 
Chatramotitis aber Myrrhe; und sowohl diese, als die übrigen Ge- 
würze werden den Kaufleuten ausgetauscht. Sie kommen zu ihnen 
von Ailana bis Minaia in 70 Tagen. — Ailana aber ist eine Stadt 
im andern Winkel des arabischen Busens, jenem gegen Gaza, welcher 
der Ailanitische heisst, wie wir gesagt haben. — Die Gabseer aber 
gelangen nach Chatramotitis in 40 Tagen. Minaia ist uns sonst 
nicht bekannt; wo hegt diese Handelsstadt? Um sie zu finden, ver- 
setzen wir uns nach Ailana; eine kurze Tagereise, oder vielmehr 
nur eine halbe davon entfernt, ist Haql (Akale). Von hier verfolgen 
wir auf der beiliegenden Karte die Weihrauchstrasse, bis wir Akale 
69 Tage hinter uns haben. Thun wir dieses, so befinden wir uns 
in Marimatha. Diese oder eine benachbarte Stadt ist also Minaia. 
Ich halte Qabr-Hüd, das Grab des Propheten Hüd, an der Grenze 
zwischen Hadhramaut und Mahra dafür, und werde im § 360 darauf 
zurückkommen. 

Statt Gabseer hat man ganz willkürlich Sabaeer gelesen; um 
die Lage, 40 Tage von Chatramotitis, hat man sich nicht bekümmert. 
Ich werde im § 438 zeigen, dass die Benennung Hadhramaut oft 
auf die Gegend von Schibäm und Tarym beschränkt wurde. Wir 
nehmen Chatramotitis in obiger Stelle um so mehr in diesem Sinne, 
weil dadurch ein geographischer Zusammenhang mit dem Bericht 
des Eratosthenes hergestellt wird. Gehen wir auf beiliegender Karte 
von Marimatha 40 Tage zurück, so kommen wir einen Tag über 
Karna hinaus, und wir befinden uns halbwegs zwischen Makka und 
Qarn. Dahin versetze ich die Gabseer nicht, sondern in die unmittel- 
bare Nähe von Karna und rücke Chatramotitis einen Tag über 
Marimatha hinaus. Wir befinden uns also wieder bei Qabr Hüd an 
der Ostgrenze Hadhramauts. Das Gebiet von Minaia versetze ich 
jenseits der Grenze , also ausserhalb Hadhramaut. Der räumliche 
Unterschied ist so gering, dass er nicht in Betracht kommt. Dem- 
nach will obige Stelle besagen: Von dieser Stelle bis Karna sind 
40 Tage, und bis Elana sind 30 mehr, also 70 Tage. Was die 



167 



Namen anbetrifft, so nehmen wir nach § 235 Ghamraeer statt Gabi- 
raeer, und erkennen darin die Bewohner von Ghamr-dzy-Kinda 
(§ 351 — 359). Wir betrachten sie als einen Zweig und zwar den 
herrschenden der Minseer. Diosc. I, 78 heisst eine Sorte Myrrha 
die gabiraeische ; Plinius kennt diese Sorte nicht , dafür aber eiue 
minseische. Im Peripl. 24 erscheint eine Sorte Stacte (Tropfen- 
myrrha), welche aßsipjuvaCa heisst. Ich halte abeir nicht für einen 
Schreibfehler, statt gabeir, sondern glaube, dass in diesem Worte das 
Ghayn auch wie 'Ayn gesprochen wurde, vgl. § 21. 



II. Von Makka nach der Tigrismündung. 

262. Wir kennen eine Makka-Bacrastrasse. Sie ist nach Moqad- 
dasy 700' lang, und diese Distanz vertheilt sich wie folgt: Von 
Makka bis Bostän Bany f Amir 24', dann bis Dzät-'Irq, wo man 
Qarn wahrscheinlich sehen kann, 32' ; dann Wagra 27' ; Schobayka 
40'; Qobä 17'; Dathyna 27'; Falga 26'; Gadyla 35'; Dharyya 32'; 
Tichfa 18'; Immara 26 / ;.Räma 27'; Qaryatän 26'; Garad-al-Qacym 
22'; 'Ausaga 27'; Nibäg 27' (?); Somayna 23'; Yansua 19'; Dzät- 
'Oschar 32'; Mäwiya 29'; Hafar des AbüMüsä 32'; Rauhä (f)26 / ; 
Schagy 33' (?); Rohayl 27'; Hofayr 28'; Bacra 18'. Es kommen 
also durchschnittlich 27' auf den Tagesmarsch, was sehr viel ist *). 
In ihrer ganzen Ausdehnung hat diese Strasse vor dem Islam nicht 
existirt; denn Bacra, wurde von den Moslimen gegründet, und den 
kürzesten Weg gegen Makka, die sogenannte Batn-Falgstrasse, konnte 
man, so lang nicht der Brunnen des Abu Müsä und der von Schagy 
gegraben waren, wegen Wassermangel nicht einschlagen. Letzterer 
wurde erst erstellt, nachdem eine Karawane vor Durst umgekommen 
war. Es liegt in der Natur der Landschaft, dass man vor dem 
Islam, um die Tigrismündung — sage Gharax — zu erreichen, von 
Makka bis Garad al-Qacym und vielleicht noch etwas weiter den- 
selben Weg verfolgte, wie jetzt, dass man sich dann aber mehr 



') Wüstenfeld , Abh. der. kön. Ges. in Göttingen 1871, hat diese Strasse 
nach Bekry beschrieben ; da aber in dem stereotypen Itinerar , welches Bekry 
vor sich hatte, einige Stationen fehlen, wird die ohnehin im Bezug auf die Ent- 
fernung geringe Anzahl von Tagen verkürzt und den Karawanen Aufgaben 
gestellt, welche sie unmöglich lösen könnten. 



168 

rechts hielt, der wasserlosen Wüste auswich, und sich nach Chowayt 
begab, von wo man die Reise auf Booten zu Wasser, oder nicht 
weit von der Küste zu Land fortsetzen konnte. Diese Strasse finden 
wir auch im Polemseus angezeigt. 

263. 4>a^ayvou, 73° 45', 24° 0' (G. VGodd. Ox. Latt. ; 4>a^ßivou 
W. A. B. G.N.; «Do&ßwov VM.; 73° 15' Vvulgo), ist Falga, die 
siebente Station von Makka; bei Ptolemseus beträgt die Entfernung 
nur 4 Märsche. Sein Itinerar war also unvollständig. 

264. TopSa, 76° 10', 24° 30'' (W. A. B. G. N.; 24° 10' Vvulgo), 
ist al-Garad, die Hauptstadt der Provinz al-Qacym, daher auch 
Garad-al-Qacjm genannt. Es lag 1 Tag von 'Onayza gen Bacra 
hin, also in der Nähe des jetzigen Borayda oder 'Oyün. 

265. 'AXa™ i:6M, 77° 20', 25° 30' (W. A. B. G. N. ; 25° 10' 
Vvulgo), entspricht lautlich f Alät, jftte; doch das 'Alät der Banü 
Hizzäm ist mehrere Tagereisen davon entfernt, denn Alata oppidum ist 
in der Gegend von Lacaf, in Daww, zu suchen. Ym. IV, 359 : Lagäf 
und Thabra sind zwei Wasser in der Gegend von Schawägin. La^äf 
ist nahe bei Scharg und diesem Orte gegenüber; und war einer der 
Wasserplätze der alten Iyäd. Ym. n, 631 : Das Daww ist vier Tage- 
reisen lang, und so flach wie die convexe Seite eines Schildes, so 
dass sich der Wanderer, wenn er sich nicht verirren soll, von den 
Gestirnen leiten lassen muss. 

266. Sa<p&a, 78° 15', 26° 20' (W. A. B. G. N.; 28° 20' Vvulgo), 
mag al-Sauda sein ; Ym. III. 810, 763. In Ym. III, 184 wird dieser 
Name al-Saudad, und in II, 339 aus Verwechslung Süda geschrieben. 
Der Diphthong au mochte in einigen Gegenden wie av lauten, und 
wir haben somit lautliche Aehnlichkeit , vermögen aber nicht die 
Lage genau zu bestimmen. Es ist der Name einer Wüste zwischen 
Bacra und Bahrayn, die nicht ohne Vegetation ist. Zwischen dieser 
Wüste und dem Daww liegt das Wasser und Dorf Hamadh, dessen 
Position bestimmt wird: an der Bacra-Bahraynstrasse, östlich von 
Dahnä; das Dahnä aber kreuzt die Bacra-Makkastrasse bei Dzät- 
'Oschar; al-Sauda mag also etwa in Br. 27° 50', nicht sehr weit 
vom Meere liegen. Diese Lage passt ziemlich gut für Saphtha. 

267. Toiiaoi, 78° 40', 27° 15' (W. A. B. G. ; 78° 10' Vvulgo; 
78° 20' N.), unbekannt, 



169 



III. Von Gerra gen Petra. 

268. Wir entnehmen dem Agatharchides , dass die Gerraeer in 
den Märkten Petras im Weihrauch- und Gewürzhandel den Sabseern 
Goncurrenz machten. Wir müssen also die passendste Handelsstrasse 
von Gerra gen Petra ausfindig machen und sehen, ob sie in Ptole- 
mseus' Karte angezeigt ist. Sadlier brach am 25. Juli 1819 von 
dem Beduinenlager 'Amr Raby a, welches etwa 60' von Qatyf ent- 
fernt ist, nach dem Innern des Landes auf. 

Erster Tag. Der Weg geht üher gebirgiges, aber ganz ödes 
Land mit festem Boden. In einer von Hügeln umgebenen Ebene 
an einem grossen Brunnen wird Halt gemacht. 

Zweiter Tag. Richtung W T SW, kein Wasser, Luft kühler, Wüste 
mit Gras, Babul (mimosa arab.) und Zizyphusbäumen. 

Dritter Tag. Richtung W, kein Wasser. 

Vierter Tag. Richtung W, Halt zu Remah, wo sieben tiefe 
Brunnen sind. 

Rasttag. Fünfter Marschtag, 30. Juli. Gegen SSW über bergiges 
Land mit kiesigem Boden. In einer Nalla war von einem Gewitter- 
regen des vorigen Tages viel Wasser zusammengelaufen. Mimosen 
von bedeutender Höhe. Halt zu Samama (gammän?). 

Sechster Tag. Richtung SSW, der Nalla entlang, dann SW 
und W, dann durch eine öde, mit Steingeröll bedeckte Ebene. Die 
Nalla fliesst gegen NNO, verliert sich aber bald in der Wüste. Sie 
kommt von Kiesbergen mit grossen losen Rollsteinen. Halt in der 
Station Aurma fArama). 

Siebenter Tag. Kurzer Marsch. Halt schon um Mittag zu Gahul 
Bahban. 

Achter Tag. Man hätte Manfüha erreicht, wenn nicht ein Donner- 
sturm losgebrochen wäre. Erreichte Manfüha am folgenden Tag, 
3. Aug. — Also acht Märsche von f Amr Raby'a bis Manfüha, aber 
auf einem Umwege, denn der kürzeste Weg führt über Solayma. 
Der erste Marsch war sehr kurz. 

Nach Gihänn. 527 sind sechs Tage von Lahsä bis Malham; 
im Itinerar S. 543 werden fünf Zwischenstationen aufgezähit: M>y>. 
Gauda ; \*6 , Qammän (?) ; U^ , Dahnä ; ^ J^o, Dohrodh (?) ; 
*>j£> j>\ Jj^, Berg Abu 'Arama; *^U, Malham. Von Malham bis 



170 



Manfüha sind noch zwei Tage. Wir bleiben aber in Malham, um 
den Ptolemaeus zu vernehmen. 

269. Kocxapa, 79° 30', 23° 20' (W. A. B. N.; Kocxappa C; 
79° 50' Vvulgo). Hd. 239 kennt einen Wasserplatz Qatar, vgl. §190, 
und Ym. IV, 136 spricht von Straussen von Qatar. Sicher ist, dass 
diese Localität von der Halbinsel Qatar verschieden, doch nicht weit 
von Bahrayn entfernt ist, aber genau lässt sich ihre Lage nicht be- 
stimmen. 

270. rtpa&a, 77° 40', 23° 0' (A. B. VADFOx. M.; Giratha 
Latt.; rotpa&a W. gestützt auf Vvulgo, auchN.; Topa^paC; 77° 20' 
N. Vvulgo), ist al-Qiryatän, die Doppelstadt; so nennt man Malham 
und das daran stossende Qorrän zusammen. Die Entfernung von 
Gerra (al-Gerä) ist bei Ptolemaeus nur fünf Tage, während Malham 
sechs von Lahsä liegt, welches jedenfalls nicht weit von Ger ä entfernt 
ist. Das Itinerar des Ptolemaeus war wenigstens um einen, vielleicht 
um zwei Tage zu kurz. 

271. Btauawa, 76° 30', 23° 0' (W.A.B. C; BtaßavaN. Vvulgo; 
Btaßapva VFOx. ; 76° 10' Vvulgo) , ist al-Byna , vielleicht aus dem 
Diminutiv Buyayna entstanden. Byna kommt in dem altern Itinerar 
vor, welches ich zur Bestimmung der Lage erörtern will. Es geht von 
der Stadt al-Yamäma, d. h. dem Gaww von Ghidhrima aus. Die 
erste Station ist al-'Irdh; die zweite Hadyqa, d. h. der Garten, in 
welchem der Afterprophet Mosaylima erschlagen wurde, etwa eine 
halbe Stunde von der Hauptstadt Hagr entfernt. Qaryatän, d. h. 
Malham und Qorrän, liegen nördlich von Hagr (Ym. IV, 425), aber 
in geringer Entfernung, so dass wir Hadyqa und Malham als Wechsel- 
stationen ansehen können. Die dritte Station ist al-Schyh (al-Sayh?) 
und die vierte Byna, welches also, wie bei Ptolemaeus, zwei Märsche 
von Qaryatän entfernt ist ; doch führt der Weg von S nach N (Ym. IV, 
425, wohl mit einer Neigung gegen W), und nicht, wie bei Ptole- 
maeus, von nach W. 

272. Statt Manfüha, der Station, wo wir Sadlier verlassen haben, 
sagt man auch die zwei Manfühen , den Dual, und auch den Plural 
(Hd. 245); welche Städte in der Mehrzahl mit einbegriffen sind, 
weiss ich nicht, glaube aber, dass Byna eine davon sei. Sadlier 
war von Manfüha bis 'Onayza noch zwölf kurze Tage unterwegs. 
Die Entfernung zwischen Byna und Garad kann höchstens einen 
Tag kürzer sein; dennoch hat Ptolemaeus zwischen Biavana und 
Gorda nur drei Tage. Merkwürdiger Weise sind auch die arabischen 



171 

Itinerarien incomplet. Ibn Ghord. nennt nach Byna noch Schoqayrä, 
Sirr, Maral (t), Sowayqa, 'Onayza. Das Itinerar im Gihännumä ist 
nicht nur unvollständig, sondern auch sehr incorrect und hat den 
Kartographen zu einer Strasse nach Makka Anlass gegeben, die nie 
existirt hat. Es erscheinen daran Orte wie Scha ra, Marqab, ersteres 
ist ein Fehler für Schaqrä, letzteres für Midznab, welche beide auch 
in Sadlier's Route genannt werden. Der kürzeste Weg von Yamäma 
nach Makka, von dem mir aber kein Itinerar bekannt ist, mündet 
in Dharyya in die Bacra-Makkastrasse , und der Weg nach Madyna 
mündet in dieselbe zu 'Onayza oder nahe dabei. 

273. MocpocTa, 79° 20', 24° 20' (W. A. B. G. N. ; Mapoeya, 
24° 10' Vvulgo; 79° 40' VBE. Pal. 1). In der Nähe von Qatyf 
finde ich keine Stadt, welchem Marata entsprechen könnte. Lesen 
wir aber mit der Var. 24° 10' und emendiren wir 79° 20' zu 76° 20', 
so erhält es die Lage von Marat, ä*.«, in Yamäma, der zweiten 
Station NW von Schaqrä. 

274. 'Appv) kco^t}, 75° 40', 26° 10' (W. A. B. G. N.; 36° 10' 
VFOx.; 75° 20', 26° 20' Vvulgo). Ptolemaeus betrachtet den Selmä 
als den Mittelpunkt des mons Zames, und versetzt Arre (von Harra, 
vulkanische Region?) nördlich davon: diese Lage haben Häyil, eine 
Stadt von 7500 Einwohnern und das benachbarte Katar, ein Ort von 
8500 Einwohnern. Arre ist 5 Tage von Gorda, so weit ist auch 
Häyil von 'Oyün oder Borayda. Nach Wallin: von Häyil nach 
Sab' an 8 Stunden; von Sab' an bis Fayd 8 Stunden; von Fayd bis 
Kahfe 8 Stunden; von Kahfe bis Qocayba ein starker Tag; von 
Qogayba bis 'Oyün ein starker Tag; von 'Oyün bis Borayda ein 
halber Tag. Damit stimmen im Wesentlichen Guarmani und Pal- 
grave's Roman überein. Ich denke, dass Fayd in Br. 27° 5', 
L. 47° 52' liege. Häyil ist NW davon. 

275. 'Aiva, 75°' 40', 27° 20' (W. A. B. G. N. ; 75° 20', 28° 0' 
Vvulgo). Aina , d. h. Quelle , entspricht dem jetzigen Gobba , d. h. 
Brunnen, einem Dorfe von 950 Einwohnern. Guarmani berechnet 
die Distanz von Gobba bis Dümat zu 49 l ß Stunden, denen die 
5 Tage des Ptolemaeus entsprechen. 

Die Route von Gerra über Gorda und Dumetha nach Syrien 
lässt sich in Ptolemseus' Karte deutlich verfolgen. Wallin aber be- 
merkt : Between Syria and the eastern parts of Negd there is in our 
times no direct communication that Iknow of; but a route, leading 
from Der iye (nicht weit von Manfüha = Biayanna) through Alkäsim, 



172 



Gebel Shammar, and Algawf (Duma), would form a circuit, no one 
would make, if not forced by very urgent reasons. Es scheint, dass 
solche urgent reasons (Stamm Verbindungen ?) vorhanden waren, als 
das Material für Ptolemaeus' Karte erhoben wurde. 

Fortsetzung des Itinerars §§ 219 — 220. Die ganze Distanz von 
Gerra bis Petra beträgt 37 bis 41 Tage. 



IV. Von Gerra nach der Weihrauchregion. 

276. Von 'Oman bis Yaman, eine Distanz von 180 deutschen Meilen 
einerseits, und von der Weihrauchregion bis Yamäma, 100 deutsche 
Meilen andererseits, dehnt sich das grosse arabische Sandmeer aus. 
Um dieses mussten die Karawanen, welche Weihrauch exportir- 
ten , herumgehen. Die besuchteste Weihrauchstrasse war die west- 
liche, oben beschriebene; denn der Export nach Persien, Babylon 
u. s. w. wurde meist zu Wasser bewerkstelligt. Dennoch gab es 
auch eine östliche Weihrauchstrasse. Arabische Schriftsteller wissen 
Nichts von dieser Strasse und kennen nur die Ränder dieser Wüste, 
denn es fehlte ihnen an Karten und an einer übersichtlichen Kennt- 
niss der Halbinsel. Doch berichtet Ibn Mogäwir: Es gab einen 
sichern Weg von Baghdäd nach Mirbät und Tzafär (Weihrauchregion), 
auf welchem die Beduinen zwei Mal im Jahre Pferde nach Yaman 
brachten und dafür Rosenwasser und Kleidungsstoffe nach f Iraq 
zurücknahmen. Als Ahmad b. Mohammad das Land (Tzafärien) 
eroberte, herrschte Anarchie und die Wege wurden unsicher, und 
sie wurden daher nicht betreten. Einige Zeit später, unter Hobüdhy, 
wurde die Sicherheit wieder hergestellt, und die Beduinen kamen 
auf eigene Rechnung durch die alte Strasse und brachten auf geradem 
Wege Pferde nach Tzafär. Sie verkauften sie und machten ihre 
Einkäufe, und als sie zurückkehren wollten, sagte Hobüdhy zu ihnen : 
Wisset ihr auch den Heimweg? Einer von ihnen antwortete: Ich 
habe ihn einmal als Kind mit meinem Vater gemacht und jetzt folge 
ich mit voller Zuversicht meiner Einsicht. Hobüdhy fragte sie, wie 
sie hergekommen seien. Sie antworteten : Von dem Begräbnissplatze 
des Hosayn (bei Küfa) gingen wir nach der Station N. N. , dort 
theilt sich der Weg: einer führt nach Lahsä und Qatyf (Bahrayn) 
und der andere nach Tzafär und Mirbät. Wir haben keine Angst, 



173 



dass der Pfad verwischt worden sei, denn er wird viel betreten. 
Die Beduinen verliessen Tzafär, kamen aber nicht wieder. Dieses 
ereignete sich im Jahre der Fl. 616. 

Ihn Mogäwir besass eine sehr gute Kenntniss von Südarabien, 
sein 'int aber wenig vom Rest der Halbinsel gewusst zu haben, und 
dos wegen klingt dieser Bericht mysteriöser als nöthig ist. Sicher 
ist, dass die Beduinen, wo sie die Bahraynstrasse verliessen, ihre 
Schritte nach Yamäma wendeten und bis dahin einem viel besuchten 
Weg folgten. Von Yamäma geht aber schwerlich ein directer Weg 
von 100 deutschen Meilen nach Tzafär, sondern man muss einen 
Umweg nach dem südwestlichen Rand 'Omans machen. Die öst- 
liche Weihrauchstrasse zerfällt also in zwei Theile: Yamäma-' Oman 
und 'Omän-Tzafär. Zu Anfang des Islam gab es eine directe Strasse 
von Yamäma nach 'Oman, und auf derselben marschirten die musli- 
mischen Truppen und reisten die Gouverneure von Madyna nach 
'Oman. Diese Strasse wurde später wieder eröffnet, und vielleicht 
durch die Grabung neuer Brunnen verbessert. Hd. 261 : Hinter 
Yabryn bis zur Provinz 'Oman dehnt sich ein ununterbrochenes 
Sandmeer aus. Abu Mälik hat eine Strasse durch dasselbe gebahnt, 
und der Weg nach 'Oman führt durch diesen Sand durch Yabryn 
und al-Chinn (auch ohne Punkte, vgl. Hd. 240). Hd. 285 : „Yabryn 
liegt östlich von Yamäma und durch dasselbe führt die Strasse von 
'Oman nach Makka. Es kommt mir vor (fährt Hamdäny fort), dass 
es nicht genau östlich, sondern ein wenig südlich von Yamäma liege. 
Zwischen Yabryn und Hadhramaut sind die 'Igam, Sandlager, ein 
weiter Landstrich, den man nicht durchschneiden kann. Von Yamäma 
angesehen, liegen sie gegen Südost. Zwischen Yabryn und dem Persi- 
schen Meerbusen sind Sandwüsten. Es führt ein Weg von Yabryn nach 
Yamäma und einer nach Bahrayn durch den Sand. Yabryn ist eine 
Oase im Sand mit vielen vorzüglichen Datteln." Hd. 240: Rechts 
von Bahrayn, und diesseits davon liegt Yabryn und al-Chinn, ein 
Ort mit vielen Dattelpflanzungen, der Banü Wada'a. In Yabryn 
sind Palmen, befestigte Orte und fliessende Quellen wie auch stille 
(Brunnen) und Sümpfe. Im Moqaddasy und im Gihännumä ist ein 
Itinerar, welches von 'Oman ausgeht und wahrscheinlich dieselbe 
Strasse verfolgt: Von (Johar nach Nazwa; dann 'Agla; dann nach 
'Adhwa, welches ein befestigter Ort ist, 24 arabische Meilen; dann 
nach Byr Seläh, 30 Meilen ; dann nach Makka 21 Tage (thatsächlich 
sind stark 21 Tage bis Yabryn , „bis Makka" ist also ein Fehler). 



174 

Ueber den Landweg 'Omän-Tzafär fehlen uns Berichte. Ibn 
Mogäwir hat zwar ein Itinerar von Tzafärien bis Gullafär (Ras Ghyma), 
aber er folgt der Küste und reist zu Wasser. Ptolemseus hingegen 
reist zu Land. 

277. 'rva<pa, 79° 10', 21° 40' (W. A. B.N.; 'Iva? VC; 79° 30' 
C; 79° 30', 21° 20' Vvulgo), dürfte al-Naf (sprich Ennaf) sein. 
Hd. 239 : al-Na f, d. h. Na'f von Mohaggir, liegt in der Gegend von 
al- r Arama. Wir haben in Sadlier's Itinerar Aurma als die' sechste 
Station nach Bahrayn und im Gihännumä Abu 'Arama als die Station 
gerade vor Malham kennen lernen. Eigentlich heisst der ganze 
Landstrich östlich von Yamäma, wo man aus dem Arm des Dahnä, 
der nach dem grossen Sandmeer hinläuft, herauskommt, und wo 
harter gebirgiger Boden anfängt, al-'Arama; und nach orientalischer 
Sitte kann man jedes Nachtquartier innerhalb dieser Region al- f Arama 
heissen. Wahrscheinlich ist al-Na f nahe bei Sadlier's Aurma. Dazu 
passt auch die Lage Inapha's, 4 Tage von Gerra. 

278. 'Ipala, 80° 20', 20° 15' (W. N.; 'I&apa Vvulgo; 82° 0' 
A. B. G. Vcodd. Ox. Latt). Die beiden Varianten scheinen mir 
die Leseart Irada zuzulassen, was der Station f Irdh entspräche, welche 
aber, wenn Ibn Chord.'s Itinerar vollständig ist, nur einen und nicht, 
wie bei Ptolemseus, zwei Tage von Gaww al-Chadhärim entfernt ist. 
Auch die Entfernung zwischen Irala und Inapha, 4 Tage, ist zu gross. 

279. MaoxoajjLo? piTpoTro^c, 81° 15', 20° 40' (W. B. C; Mao- 
*q<7jcu? VF.; Nocotco? A. N. Vvulgo, in marg. add. VBE.; 20° 20' 
Vvulgo), ist Gaww *) al-Chadhärim, die alte Hauptstadt Yamämas, die 
auch Ghidhrima genannt wird. Aus Gaww kann durch einen Schreib- 
fehler Mao entstanden sein, und da i und o oft mit einander verwechselt 
werden, und dh auch wie z oder s gesprochen ^wird, kann kosmos für 
chidhrima, chozroma stehen. Naskos ist eine Glosse, die von einem 
Gelehrten, der sich mit dem Feldzug des Aelius Gallus beschäftigte, 
herrühren mag, vgl. § 242, 245. Ich zweifle nicht, dass Gallus durch 
W. Dawäsir nach Nagrän marschirte, und dieser Umstand mag den 
Glossator dazu verleitet haben, Naskos diese Stelle anzuweisen. 



*) Ym. II, 161: Gaww heisst man ein weites "Wadiy. Ein Gaww mag 
eine Farsango oder etwas weniger weit sein. Ym. erwähnt dann unter Anderm : 
Gaww-Bardza'a, ein Palmenhain am Rande von Yamäma, undGaww-Aus; beide 
sind Gruben, (nicht Wädies) in der Mitte eines Sandfeldes, doch ist der Boden 
der beiden nicht von Sand bedeckt. Sie gehören den Nomayr. Es scheint 
also, dass gaww* etymologisch nicht verschieden ist von Gauf, Höhlung. 



175 

280. Aaßpis, 82° 0', 20° 15' (W.; Aaißpt? B. VAGD. Latt. ; 
Aaßupi; VFOx.; 81° 0' B. C; 20° 30' N. VFOx. M.; 21° 30' A. 
B. VADSBas. Intp.), ist Yabryn. Nach Abü-1-Fida sind etwa drei 
Tage von Yabryn nach Yamäma , nach Ptolemseus nur zwei , was 
mir richtig scheint. 

Aaxfra, 83° 20', 20° 15' (W. B. ; A-att* A. C. N. Vvulgo; 
24° 15' VFOx.), mag die Oase al-Chinn sein. 

'Ispdbcov jtcofjLY), 84° 30', 20° 30' (W. N.; 84° 10' A. B. G. VADS. 
Intp.; 20° 50' Vvulgo). unbekannt. 

Ttayap, 85" 0', 21° 20' (W. A. B. G. N.), unbekannt. 

Atme, 85° 0', 22° 15' (W. B.; ättwe N. Vvulgo; 22° 20' A.), 
unbekannt; wie es scheint, an einer Zweigstrasse nach Kapsina. 

281. Tauava ßaaftfitöv, 87° 0', 22° 0' (W. ; 'Paßava ßacaetov 
A. B. C. N. VAGD. Latt; 'Paßav VFOx.; Touava Vvulgo; 21° 0' 
G.). Nicht weit von dieser Regia sind die Montes supra Asabon. 
Wir befinden uns also schon ausserhalb der Wüste am Fusse der 
Gebirge 'Omans. Idrysy II, 6 sagt: Gohär gegenüber, zwei Tage 
davon entfernt, liegen zwei Orte, nahe bei einander, und sie werden 
von einem Bache bespült, welchen man al-Falag nennt. Einer der 
Orte heisst So'äl (?) und der andere 'Afr fOfri '?). Es sind dieses 
zwei kleine aber blühende Städte, ungefähr gleich gross, umgeben 
von Palmenhainen, Feldern und Gärten, und sie werden von Falag 
mit Wasser versehen. Das Gebiet, in welchem sie liegen, heisst 
Nazwa. Im Zusammenhang mit diesen Städten steht die eine halbe 
Tagereise davon entfernte Stadt Manh. Es ist eine kleine Stadt am 
Fusse des Berges Scharm. Es sind daselbst Palmenpflanzungen und 
Quellen. Manh liegt am Rande des Flusses Falag. Von Manh bis 
^Up jM > gegen Westen sind zwei Tage. Es liegt am Fusse des 
Berges Scharm, wo die Quelle (°? ^xxx<) des Flusses Falag ist. Es 
ist dieses ein grosser Fluss, und an demselben liegt eine ununter- 
brochene Reihe von Dörfern, bis er sich bei Gullafär (Ras Ghyma) 
in das Meer ergiesst. Diese Regia der Makai, welche Ptolemseus 
als ein Binnenvolk betrachtet, ist also die Stadt, welche andere 
Geographen Nazwa heissen, und die etwa in Br. 22° 40', L. 57° 20' 
liegt, oder es ist Rostäq, wo Wellsted Ruinen gefunden hat. 

282. Xaßouara, 89° 15', 22° 0' (W. wegen der Reihenfolge auf 
Vermuthung gestützt; 79° 15' A. B. G. VGodd. Ox. Latt.; 79° 45', 
22° 30' Vvulgo), unbekannt. 



176 

'Acrox, 91° 0' 5 21° 0' (W.; 'Atcxoc A. B. G. N. Vvulgo; 81° VS.), 
unbekannt 

283. Diese Strasse, ebenso wie Nr. III, läuft von Gerra aus, 
und beide sind die ersten sieben Tage parallel, so dass Irala tat- 
sächlich nur ein paar Meilen von Giratha entfernt ist. Ptolemaeus 
hat sie falsch gezeichnet, und auf diese Art hat er einen wichtigen 
Communicationsweg verloren. Die muslimischen Heere marschirten 
beispielsweise über Gorda nach Giratha und setzten von dort ihren 
Weg über Irala und Maokosmos nach 'Oman fort. 



V. Von Karna bis Arre. 

284. Von Qarn almanäzil bis Arre (Häyil) sind 13 oder 14 Mär- 
sche, in Ptolemseus nur 9 1 /2 , sage 10. Diese Unvollständigkeit seines 
Itinerars beraubt uns der Mittel, die Identität der Orte durch die 
Entfernungen mit Sicherheit festzustellen. 

Satya, 73° 20', 24° 20' (W. A. B. C; 24° 15' N. Vvulgo), 
mag Ma'din Banu Solaym sein, welches aber 4 oder 4 ! /2 Märsche 
von Qarn liegt, während Salma nur 2 1 / 2 davon entfernt ist. 

285. 'Iaßpi, 74° 30', 25° 0' (W. B. G. N.; 'Iaßpot VFOx.; 'Iaupt 
A. ; 70° Vvulgo), drei Märsche von der vorigen Station, sollte also 
Rabadza , dem bedeutendsten Orte in dieser Gegend , entsprechen. 
Ueber den Namen Jabri weiss ich keine Auskunft. 

286. Satya, 74° 30', 26° 0' (W. A. N.; SotyaC; 22° 0' B.), 
ist Guarmani's es-Seleime , ein Dorf mit 400 Einwohnern , welches 
Kiepert in seiner Karte zu Guarmani etwa 48' südwestlich von Häyil, 
also dieselbe Entfernung, welche Salma von Arre hat, versetzt. 

287. Von Arre, d. h. Häyil, siehe § 274, erwarten wir die 
Fortsetzung dieser Strasse gegen Babylon hin. Diese vermögen wir 
nicht zu entdecken; statt dessen aber finden wir zwei Positionen, 
welche ich nicht zu deuten vermag, weil wir wegen schlechter Zeich- 
nung in bedenkliche Nähe des Persischen Meerbusens gebracht 
werden, nämlich; 

Aouyava, 76° 30', 27° 15' (W. A. B. ; Zouyava Vvulgo; Aouya^a 
C; Aouaava VFOx.; 76° 10' Vvulgo), Thalabyya? 

SarouXa, 77° 30', 28° 10' (W. A. B.; 77° 10' VA. Vvulgo; 
73° 30' VBas.), Lyna? 



177 



VI. Von Akme (Gäzän) nach Menambis (Qanä). 

288. 'A^ßava, 71° 30', 19° 15' (W. auf Conjectur gestützt; 'Ato- 
ßava Vvulgo; 74° 30' A. B. C. N. Vcodd. Ox. Lati; 74° 50' Vvulgo; 
79° 30' VF.) , nahm einst die Stelle ein , welche jetzt Abu f Arysch 
und früher al-Chacuf behauptete. 

289. Xapya&a, 73° 10', 19° 15' (W. ; Xapia^a Vvulgo; 73° 10' 
stützt W. auf Conjectur ; 76° 10' A. B. G. N.; 76° 30' Vvulgo). Der 
Weg, an welchem Chargatha liegt, führt von Akme (Gäzän) nach 
Marasdu (Qa'da), wovon ich kein Itinerar besitze ; wir müssen uns also 
behelfen, wie wir können. Auf der Strasse von al-Chacuf (Albana) 
gen Qan ä heisst die dritte Station Qarga. In der Nähe davon wird 
sie von einer andern, die Mahgam und Mahälib mit Qa da verbindet, 
gekreuzt, und der erste grössere Ort nach der Kreuzung ist Scha- 
tab; von da sind 10 Farsangen bis Hauth und dann noch 13 bis 
Qada. Der letzte Theil dieser Strasse fällt jedenfalls mit der des 
Ptolemseus zusammen, und Chargatha ist zwischen Qarga und Schatab 
zu suchen. Wir finden in dieser Gegend, schon im Chaulänischen, 
ein j>. (o. P.) und ein l»/> (o. P.), welches in Verbindung mit 
den Goldminen von al-Qofa'ä (§ 55) genannt wird. Lautlich mag 
der eine oder andere dieser zwei Orte Chargatha entsprechen , es 
fehlt uns aber eine genaue Bestimmung ihrer Lage. 

290. Mapowäou, 74° 30', 18° 30' (W. A. B. C. N.; MapaaSov 
VM. Bas.), ist dasselbe (Ja da, dem wir bereits unter den Namen 
Mara und Amara begegnet sind, §§ 239, 241, oder vielmehr das be- 
nachbarte Ghäniq. Der Name Qada ist nicht alt. Die alte Stadt 
stand, wo sich später Hicn Talammoc erhob, und hiess Gima. 
Hd. 119 und 377. Neben Gimä* blühte Chäniq, ein Ort 6' südlich vom 
modernen Qa da, wo man in muslimischer Zeit noch die Ruinen eines 
grossen Reservoirs zum Behufe der Bewässerung des Landes, und 
anderer Gebäude fand. Auf gleiche Weise erhob sich später neben 
dem modernen Qa'da die Stadt al-Ghayl 1 ). Wir haben also mit 
drei benachbarten Städten zu thun. Marasdu lässt sich in Mara 
-+- asdu auflösen. Al-Azd (wofür man auch al-Asd schreibt), ist der 
Volksstamm , zu dem die Ghassäniten gehörten ; Marasdu mochte 
also das Mara der Azditen, bezw. Ghassäniten bedeuten, und so be- 



') Byrüny glaubt, dass al-Ghayl der alte Name von Qa'da sei. 

12 



178 



nannt worden sein im Gegensatz zum eigentlichen Mara, in welchem 
die Ghauläniten oder die Kahläniten die Oberhand hatten. 

291. Plin. VI, 28, §159: Ampelone colonia Milesiorum. Actrida 
oppidum. Galingii, quorum Mariaba oppidum significat dominos om- 
nium. Oppida Pallon , Murannimal iuxta flumen, per quod Euphratem 
emergere putant. Die Milesier waren thätige Seefahrer und gründeten, 
wie Seneca behauptet, 380 Coloniem Lassen wir auch in Ueber- 
einstimmung mit massigem Angaben die .Hunderte weg und sagen 
80, so stehen uns immer noch so viele zur Verfügung, dass wir 
eine in die Nähe der Goldküste versetzen können. Lautlich kommt 
Wädiy al-'Amüd unter den mir bekannten Orten dieser Gegend 
Ampelone (var. Amyclomei) am nächsten, doch ist der Laut immer 
noch sehr unähnlich. Hd. 211 : Wädiy al-' Amud wird von Chaulän, 
Kinäna (und) Azd bewohnt . . . . . , dann (weiter nördlich) folgt 
Dhankän , eine reichliche (Gold-) Mine (§ 54). Ich denke , dass 
Actrida für Attrida = c Athr (§ 48) steht. Mariaba (var. Mariba, 
Mariua) oppidum significat dominos omnium ist eine der Städte, 
welche jetzt durch Qa da vertreten werden. Die hier erwähnte Etymo- 
logie lässt sich auf zwei Arten erklären: Nach Ym. IV, 382 hat 
zwar märib die Bedeutung, in der es im Qorän 20, 19 vorkommt, 
nämlich Hülfsquellen. Der Informant des Plinius kann es aber als 
nomen loci von rabb, Herr, aufgefasst haben. Viel wahrscheinlicher 
ist, dass Plinius oder eine seiner Quellen (Juba?) die Angaben des 
Informanten miss verstanden und verdreht habe. Wenn dieser berich- 
tete , die Hauptstadt heisst Märä-gima , was Herr Aller bedeutet, 
so war diese Erklärung ganz richtig, denn märä heisst im Aramsei- 
schen Herr, und gima im Arabischen Gesammtheit. Der gelehrte 
Referent machte daraus Mariaba, weil es ihm ^ geläufiger war, gerade 
wie er den Namen Makka's in Mariaba verwandelt hat (vgl. § 233), 
behielt die Etymologie des Informanten bei und unterschied dieses 
Mariaba von der weltberühmten Sabaeerstadt als das der Galingier, 
wie er Makka durch den Beisatz Baramalacum individualisirte. Dass 
die Einwohner der einen Stadt die Galingier, die der andern die Banü- 
Mälik sind, hat er selbstverständlich vom Informanten vernommen. 
Schon zu Anfang des Islam waren die Ghaulän der herrschende Stamm 
in gada; Galingii aber hat grössere Aehnlichkeit mit Kahlän als mit 
Ghaulän. Ym. IV, 219 sagt : Kahlän ist ursprünglich der Name eines 
Berges bei al-Ghayl, nicht weit von Qsl da. Die Hamdän, bezw. die 
Kahlän, waren noch zur Zeit Hamdäny's zahlreich in Ca da vertreten, 



179 



während Murannimal sich in ihrem ausschliesslichen Besitze befand. 
Kremer hat nämlich gezeigt, dass dieses Wort für Murammal, welches 
eine Post oder 12' nördlich von Qanä liegt, stehe. Ihn Mogäwir 
berichtet, in Murammal residirten die Tobba ; die Städte und Dörfer 
sind von Stein und Gyps erbaut, und jeder Baustein misst 10 Kubite 
oder mehr, aber nicht weniger." Ganz nahe dabei, südlich davon, 
sind die Ruinen des Schlosses 'Amd. Ueber den wiedergeborenen 
Euphrat siehe § 51. 

Das Resultat der Untersuchung ist: Mariaba Galingiorum ist 
nicht verschieden von Mara metropolis oder Gima. Marasdu hin- 
gegen entspricht Ghäniq. Diese Identification wird durch einen Be- 
richt des Iklyl unterstützt, welcher den Bau des Dammes von Ghäniq 
einem Azditen, nämlich dem Nawäl b. 'Atyq zuschreibt. 

292. Von Marasdu führt Ptolemaeus' Strasse nach Menambis, 
Ganä. Es würde keinem vernünftigen Menschen, der von Gäzän 
(Akme) nach Qanä reisen will, einfallen, über Qada zu gehen. Wir 
müssen also die Strecke Marasdu-Menambis als gesondertes Itinerar 
ansehen. 

293. MayouXaua, 75° 30', 17° 0' (A. B. VAGDS. Bas. Int. ; Ma- 
yoiAaßa W. G. ; MayotAava VFOx. M. ; 75° 10' V. D.), ist die vierte 
Station an der Strasse von Marasdu nach Menambis regia; ferner 
mag die Entfernung, in der es von Sileum steht, nicht zufällig sein ; 
Ptolemseus mag gewusst haben, dass sie 2 1 /» Tage beträgt. Geht 
man von Qada gen Ganä, so ist die erste Station al-'Amaschyya, 
die zweite Ghaywän, die dritte Athäfit uud die vierte Rayda (Nieb. 
Reda), von wo man in einem Tage Ganä oder auchDhahr erreichen 
kann. Von Rayda nach Gaulän (Sileum) haben wir kein Itinerar, 
doch werden wir uns kaum irren, wenn wir die Entfernung zu zwei 
Tagen veranschlagen. Die Lage Magulavas entspricht also derRay- 
da's oder vielmehr der des Na it. 

Hamdäny sagt im Iklyl, Bd. VIII, S. 18 : Ich habe keine Ueber- 
reste gesehen, welche sich mit denen von Na it, Märib, oder Chamir 
vergleichen Hessen, und unter diesen nimmt Na it den ersten Rang ein. 
Es ist eine weisse, runde Burg und liegt auf dem Berge Thalyn, 
welcher zu den Gebirgen von al-Baun gehört. Er ist hoch, und ihm 
gegenüber liegt (der Berg und das) Schloss Talfom, welches ein Berg 
in den Höhen von Hamdänitis ist. Dieses (das dazwischen liegende 
Städtchen) ist Rayda, der Wohnort des Verfassers. Von den inner- 
halb der runden Burg eingeschlossenen Schlössern nennen wir das 



180 

grosse königliche Schloss Yaroq und das Schloss des Dzti-Lawa; 
es ist geerkert (<_**£>), d. h. es hat Erker (Ki f äb), welche vorspringen, 
und ruht auf Fundamenten (l^U*, künstliche Terassen, auf die gebaut 
wird). Die Steine haben die Gestalt kleiner Daraq (?) und messen 
in einem der Fundamente 6 2 /s volle Kubite. Ausser diesen zweien sind 
daselbst über zwanzig grosse Schlösser, abgesehen von den Häusern 
des Gefolges. Das Ganze ist von einer Mauer aus aneinandergefügten, 
gehauenen Felsstücken umgeben (und wird durch diese Mauer zu 
einer Magna* a, Burg, vereint). Unter jedem Schloss ist ein in Felsen 
gehauenes, mittelst Gement wasserdicht gemachtes Reservoir (Karyf) 
für Wasser, in welches man von oben hinabsteigen kann (ein solches 
Reservoir oder Brunnen wird in Indien Bäoly geheissen). Man findet 
grosse viereckige Säulen, über 20 Kubite lang, und so dick, dass 
nicht weniger als zwei Männer dazu gehören, sie zu umspannen. 
Aus diesem Berichte lernen wir ein Schloss kennen, das Dzü-Lawa, 
Sjdji, hiess; dazu kommt, dass Hamdäny das Städtchen Ray da als 
den Wohnsitz (dar) der Lawier bezeichnet. Wir dürften also Magu- 
lave als ein Compositum aus Maqwä, Feste, und Lawa ansehen. 
Es ist sicher, dass die Lawier in die Zeit des Sabseerreiches 
zurückreichen und im zehnten Jahrhunderte n. Chr. noch am selben 
Fleck sassen. Das wirft ein unerwartetes Streiflicht auf die Zähig- 
keit des sesshaften Theiles der südarabischen Bevölkerung. Zur Zeit 
Hamdäny's mochte das Geschlecht der La wier von Rayda etwa tausend 
Seelen zählen. Sie führten Geschlechtsregister (zobor), aus welchen 
hervorging, dass der Stammvater der Linie, nämlich 'Ihän b. Dzü- 
Karib, welcher sie angehörten, zwölf Generationen vom Ahnherrn 
der La'wier, Dzü-La wa, entfernt sei. Vom Dzü-La wa behaupteten 
sie : „er war ein Qayl und Herrscher (sayyid), und wird zu den grössten 
der Könige, nämlich der Könige der Hamdän oder vielmehr der 
(gesammten) Kahlän gerechnet"; die La wier betrachten sich als An- 
gehörige des Hamdänstammes Bekyl; darnach ist die Behauptung 
des Qämüs : Dzü-La'wa war ein König der Himyar, zu berichtigen. 
Aehnliche alte adelige Geschlechter gab es viele in Yaman. Aus 
den vielen Beispielen, welche Hamdäny erwähnt, hebe ich noch 
eines hervor. Von der Burg (mahfid) Hanbac erzählt er im Iklyl 27 : 
in derselben residirte der Qayl Dzü Yahar, und es sind daselbst 
noch grossartige Ueberreste von Schlössern (qocür) vorhanden. Dar- 
unter zeichnete sich eines aus , welches Abu Nacjr und seine Väter 



181 



von ihrem Ahnen Dzü Yahar ererbt hatten, von dessen Zeiten her 
noch die Zimmermanns- und Schreinerarboiten und Thüren datirten. 
Der gepflasterte, mit Mosaik verzierte Fussboden (des Schlosshofes) 
Mar in der Mitte, durch das viele Betreten, abgetragen, wie ich 
dieses in vielen Schlössern Yamans bemerkt habe. Die Qarmatier 
verbrannten das Schloss im Jahre d. Fl. 295, während sich Abu 
Nacr nach Qada geflüchtet hatte, wo er bis zum Abzug der Qarmatier 
von Qan ä verblieb. Der Brand dauerte vier Monate, denn das Feuer 
folgte dem Bauholze. Man heisst diesen Ort HanbaQ, weil Hanbac. 
b. Yafor Yahary unter den Mitgliedern der Familie Dzü Yahar, 
die es bewohnten, am berühmtesten war. 

294. Msv*(4^ ßao&ttov, 75° 45', 16° 30' (W. A. B. G. N.; 
Msvajjtßpt? VA.) , liegt eine Tagereise von Magulava. In einem Tag 
von Ray da erreicht man Qan ä und auch Dhahr, und einer dieser zwei 
Orte entspricht Menambis. Die Lage Qan ä's wird durch zwei Hügel 
bestimmt und festgehalten: östlich davon erhebt sich der Noqom 
und westlich der ' Aynän. Um 803 n. Chr. war Qan ä ganz zerstört, 
wurde aber auf der alten Stelle wieder aufgebaut. Von alten Bau- 
denkmalen vermochte Hamdäny nur Ueberreste einer Mauer bei der 
Hauptmoschee zu entdecken. Er war überzeugt, dass hier das Schloss 
Ghomdän gestanden habe, von dem viel gefabelt, aber gar nichts 
Glaubwürdiges überliefert wird. Der Name Qm ä ist nicht alt und 
reicht kaum über die Abessinische Eroberung zurück und ist vielleicht 
vom Aethiopischen sinu , stark, abzuleiten. Auch Hamdäny berichtet, 
dass der alte Name Uzäl war; und ich sehe keinen Grund, dieses 
zu bezweifeln, wie es neuerdings geschehen ist. 

Das Arabische für Menambis ist wahrscheinlich Men am, Wonne- 
ort, eine Benennung, welche an Sanssouci, Buitenzoorg, erinnert, und 
ursprünglich auf ein königliches Schloss beschränkt gewesen sein 
mag. Ob dieses Schloss zwischen den genannten zwei Bergen lag, 
ist fraglich. Es kommt mir wahrscheinlicher vor, dass es im Wädiy 
Dhahr stand. 

295. Hamdäny sagt im Iklyl, Bd. VIII, S. 31 : Dhahr ist eine 
Landschaft, die ein Wädiy und eine Festung enthält, und alles dieses 
wird nach Dhahr b. As' ad benannt. Sie liegt zwei Stunden oder 
weniger (westlich) von (Jana, und ein Bach bewässert beide Gelände 
des Wädiy, welches etwa zwanzig verschiedene Sorten von Trauben 
und alle andern Obstarten in vorzüglicher Qualität hervorbringt. Die 
Vertheilung des Wassers wird von dem Däyil besorgt und er leitet 



182 



es zu gewissen Stunden auf bestimmte Felder ohne Rücksicht des 
Ranges oder des Verlangens der Eigenthümer, so dass der Landes- 
fürst nicht bevorzugt wird, und dass, wenn der Eigenthümer ver- 
reist, ihm das Wasser nichtsdestoweniger zukommt. Man erzählt 
sich, dass der Bach in alter Zeit doppelt so viel Wasser enthalten 
habe, und Einige schreiben die Abnahme Erdbeben, Andere dem 
Verfalle des Reservoirs von Ray an zu. Eine Legende erzählt, dass 
diese fruchtbare Gegend einst unbebaut war und zu Weiden ge- 
braucht, und erst auf den Rath einer Ginnstimme mit Reben und 
Getreide bepflanzt wurde. Ueber das Thal erhebt sich eine abge- 
flachte Bergesspitze; diese ist in eine Festung verwandelt, welche 
Dauram heisst und das ehemalige königliche Schloss Raydän — zu 
unterscheiden von Raydän in Tzafär — und um dasselbe herum noch 
andere Schlösser enthält. In einem derselben ist ein viereckiger Hof 
von gepflasterten Terrassen, jede von mehrern Ellen Flächeninhalt, 
umgeben. Es waren da Sitze für die Qayle, welche zur Audienz 
des Königs kamen. An beiden Seiten eines Sitzes ist ein Recess, 
und in jedem Recess stand ein Mann mit gezogenem Schwert über 
dem Haupte des Qayl. Solche gefängnissähnliche Warthallen sind 
in mehrern Schlössern Yamans. In der Mitte des Hofraumes ist ein 
Pflaster (Terrasse), zehn Ellen lang und sieben breit, welches Rochäma 
genannt wird, und aus einer Steinsorte besteht, die dort nicht vor- 
kommt und von der Ferne gebracht wurde. Darauf wurden solchen 
Menschen, die der König dazu verurtheilte, Prügel ertheilt. Daselbst 
ist ein Ort, den man Moqtalah heisst. Es sind da an der Seite des 
Schlossberges Kammern in den Fels gehauen, dergleichen man sonst 
nirgends sieht. Die Schachte sind so lang und dumpf, dass bei 
Versuchen, das Ende zu erreichen, die Fackeln erlöschen. Es be- 
finden sich mehr Leichen in denselben, als jetzt Menschen leben, und 
sie sehen anders aus. Ich habe sie gesehen : es sind nur noch nackte 
Gebeine übrig, aber sie sind hart. Die aus neuerer Zeit sind noch 
voll (wadk), die aus älterer Zeit sind gebleicht. Man findet auch 
Leichenkleider aus schöner Leinwand (Kattan). Es scheint Sitte 
gewesen zu sein, die Fürsten in (künstlichen oder natürlichen) Höhlen 
zu begraben. Der erste, dem diese Auszeichnung widerfahren ist, 
soll 'Arangig gewesen sein. Auch reiche Bürgersleute ahmten, wie 
es scheint, diese Sitte nach. Die Fürsten wurden (wie jetzt noch 
die Geistlichen auf dem Libanon) in stehender Position bestattet. 
In Dhahr wohnen gegenwärtig die al-Abära (in beiden Stellen ohne 



. 



183 



Punkte), die 'Abbasier, die Ausanier und einige Schützlinge der Ko- 
la lier, wie auch vereinzelte Sämf , welche. Nachkommen des Dhahr 
]). As ad sind. Die Ausanier sind Nachkommen der Äl-dzy-Thägir 
und der Äl-dzy-Ghäwir und seit alten Zeiten daselbst ansässig. 

296. Menambis ist der Endpunkt dieses Itinerars. Die Positionen 
südlich davon, wie Sapphar, sind nach andern Anhaltspunkten be- 
stimmt worden, und Ptolemaeus kannte ihre Entfernung von Menam- 
bis nicht. 



VII. Von Sosippi portus nach Sapphar. 

297. Saßn ßauftsiov, 76° 0', 13° 0' (A. G. VAGDFOx. Latt.; 
Eäuyi W. B. ; 13° 40' N.). Plinius schreibt Save und Stephanus 
Sau?;, und letzterer kennt ausserdem ein Sauvt? in Arabien. Nach 
dem Peripl. §§ 22 — 23 liegt Save, Samo, drei Tage ober Muza und 
nach fernem neun Tagen folgt die Metropole Saphar. Auf Ptolemaeus' 
Karte können wir deutlich eine Strasse wahrnehmen, welche von Sosippi 
portus (al- f Omayra) über die 272 Tage davon entfernte Save regia 
nach Sapphar führt. Ziehen wir auf Maltzan's Karte eine drei Tage- 
reisen lange Linie von Mochä und eine 272 Tage lange Linie von 
al-'Omayra aus, so finden wir, dass sie sich in der Landschaft, die 
Moqätera heisst, begegnen. Ibn Mogäwir erwähnt in einem Itinerar 
von al-Ara nach Ta'izz einen Ort Sa b, 4 Farsangen, d. h. eine Tage- 
reise von ersterer Stadt. Dieser Ort ist in derselben Landschaft, 
etwa in Br. 13° 0', L. 44° 0' zu suchen, und er dürfte der Lage 
nach dem Save der Alten entsprechen. Dem Merkmale aber, dass 
er die Residenz des Beherrschers der Maäfir war, hat weder Sa'b 
noch ein anderer Ort dieser Gegend in muslimischer Zeit je ent- 
sprochen; vor Kurzem noch war Ta'izz der vorzüglichste Ort des 
Ländercomplexes, den man Maäfiritis nennen könnte; früher waren 
al-Gowwa nicht weit von Niebuhr's Dimlu und Maltzan's Ec Qelu, 
und Gabä in der Nähe des spätem Ta izz die Hauptorte. Die Gegend, 
wo Sa'b hegt, wird neben dem Maäfir von dem Himyarstamme 
Sakäsik bewohnt. Hd. 175: Im untern Theile von Maäfiritis spricht 
man ein Kauderwelsch, und die Bewohner, ganz besonders die da- 
selbst wohnenden Sakäsik', beschäftigen sich mit Beschwören und 
Zauberei, 



184 

298. Wer in unserer Zeit von Mochä, dem Muza der Alten, 
nach Tzafär reisen will, wird schwerlich nach Sa b gehen. Er würde 
sich nach Dorebät begeben, eilf deutsche Meilen; von dort nach al- 
Ganad 1 Tag; und dann nach Tzafär 17* Tag; Summe 5 oder 
6 Tage. Die Strasse des Periplus 3 + 9 Tage von Muza bis Saphar 
ist viel länger und macht also einen grossen Umweg. Wir lernen 
ferner aus dem Periplus und auch aus Plin. VI, 23, § 103, dass 
Muza der Stapelplatz der vorzüglichsten Sorte Stacte und Myrrha 
war. Es scheint mir, dass der Verfasser die Karawanenstrasse, 
welche vom Seehafen nach der äussern Myrrharegion (Sarw-Madzhig 
und Dathyna) führt und einen Zweig nach Yarym und Tzafär ab- 
gibt, im Auge hatte. Diese Strasse würde nun auf Maltzan's Karte 
von der Position, welche wir Sa'b geben, nach Osten laufen bis 
Zäida — drei Tage — und hier in die östliche 'Adan-Qan ästrasse 
münden, welche nach Hamdäny über Qohayb und Hobayl führt und in 
6 Tagen die Gegend von Tzafär erreicht (siehe Maltzan's Karte, doch 
sind sein Qoheb und Hobel zu weit nördlich). Der Umweg, welchen 
diese Strasse macht, wurde für Karawanen durch die viel grössere 
Bequemlichkeit ersetzt, welche ein weniger gebirgiges Land bietet. 

PtolemaBUs erreicht Tzafär von Sa b in 4 V« Tagen. Es ist klar, 
dass seine Strasse in die westliche f Adan-Qanästrasse mündet. Diese 
führt über Naqyl alhomor, d. h. Eselspass (Niebuhr Nakhil Homar) 
und al-Gowwa nach al-Ganad. Soweit wir die Gegend kennen, 

würde Ptolemseus' Strasse so laufen: von Sab das Wädiy ^b 
hinauf, welches die Gewässer der südlichen Abdachung des Berges 
al-Qolw (MaltzanEc Qelu) und des Nagd Ma ädin, des östlichen Dayhän 
und der westlichen Abhänge des Berges al-Ridhä aufnimmt, und 
al-'Ära und al-'Omayra bewässert, Ich vermuthe, dass dieses Wädiy 
nördlich vom Eselspass liege, und da von der westlichen c Adan- 
Qan ästrasse gekreuzt wird. Von Sa b bis zur Einmündung in diese 
Strasse beträgt die Entfernung etwa einen Tag. Von der Einmün- 
dung an ist nach Hamdäny der Ort Warazän die erste, al-Ganad 
die zweite, Sahül die dritte Station, und von dort ist noch ein halber 
Tag bis Tzafär, Summa 47* Tage von Sab bis Tzafär. 

299. Ooupi?, 75° 15' , 13° 0' (W. A. B. C. N.). Niebuhr hat 
an dieser Gegend Dubäb. 

300. Aaxxepvi, 77° 30', 13° 20' (W. B. C. ; Aa^epT) N. VOx. 
Vvulgo; Aa^spa VA.; Aay^spY) C), drei Tage von Save und 17a 
von Sapphar, entspricht, nach obigem, der Lage nach, al-Ganad. 



185 

Einen wie Lachchere lautenden Ortsnamen habe ich in jener Gegend 
nicht gefunden. Ganad heisst steiniger Moorboden, und es gibt in 
jener Gegend mehrere Agnäd (Plural von Ganad), und es ist soweit 
wahrscheinlich, dass die specielle Anwendung des Namens Ganad 
auf die Stadt nicht alt ist. 

301. Eow^ap fr/)Tp67ro^, 78° 0', 14° 0' (W. G. ; SawpaB. VACD. 
Bas.; 2a77<papa N. Vvulgo; 'A<ra7r<pa A.; 88° 0', 14° 30' A. B. ; 
14° 0' G. N. VGodd. Ox. Latt.; 77° 0' citirt von Hamdäny im 
Iklyl Bd. VIII, S. 17, nach einem Gitat in seiner Geographie, God. 
Miles, fol. 54 verso hingegen 78° 0', 14° 0' ; Stephanus Byz. schreibt 
Tapyapa, Philost. S. 22 Tapcpapov, Periplus Ea9<xp, so auch Plin. VI, 
§ 104 Saphar). Hd. 47 berichtet, dass Tzafär unter demselben Meri- 
dian liege, wie Qmä, aber etwa drei Tage südlich davon; damit 
stimmt Niebuhr überein, welcher es 1° 12' südlich von Qan ä anzeigt. 

302. A^oua, 77° 40', 12° 45' (W. A. B. G.; 77° 20', 12° 15' 
Vvulgo; 12° 30' N.). 

-°XX°P> 78° 30', 12° 40' (W. A. B. G. N.; 78° 10', 12° 10' 
Vvulgo). 

Diese zwei Positionen scheinen an einer Strasse von Save regia 
nach Bana (Abyan), die südlich vom Gebirg von W nach läuft, 
die ich aber nicht zu verfolgen vermag, zu liegen. Sochchor kann 
durch einen Schreibfehler aus Salüq entstanden sein. Hd. 140, Ym. III, 
126: Dahin (zu den Alterthümern) gehören die Ruinen von Salüq. 
Es war eine grosse Stadt im Lande der Hodzayr (Ym. al-Godayd). 
Jetzt heisst der District Hobayl al-Zyna (o. P., Ym. &jj >')\ J-~^). Es 
sind die Ueberreste einer alten Stadt, in denen Eisenblättchen, Stücke 
Silber und Gold, geprägtes Gold und Schmucksachen gefunden wurden. 
Wir sind nicht im Stande, die Lage von Salüq auch nur ungefähr 
mit Sicherheit zu bestimmen, ausser wenn wir in Hobayl al-Zyna 
das Hobayl, welches Maltzan Hobel spricht, vgl. § 303, bei Dar 
al-Zyna (vgl. § 306) erkennen; da geräth aber Salüq zu weit gegen 
Norden, um mit Sochchor identificirt werden zu können. 



VIII. Von Adan nach Märib. 

303. Bava, 80° 20', 12° 40' (W. A.; Baua G. N. VFMOx.; 
83° 0' B. VBEF. Pal. 1 Ox. S. Int.; 80° 30' VA.; 12° 20' Vvulgo). 
Abyan oder Ibyan, wofür Ptolemseus Bana schreibt, ist eigentlich 



186 



der Name des Michläfs; die Hauptstadt, welche hier gemeint wird, 
heisst Ghanfar (Maltzan, Chamfer am W. Bonna), wird aber oft Abyan 
geheissen. Bana's Lage hängt von den Küstenplätzen Arabia empo- 
rium und Agmanisphe ab. Letzteres war der östliche Seehafen 
für Tzafär und die Strasse führt auf Maltzan's Karte über Chanfer, 
Hobel, Hagfer und Data bis beinahe Yerim, von welcher Stadt 
Tzafär ein wenig südlich liegt. Die Entfernung Bana's von Agma- 
nisphe, 2 Tage, dürfte richtig sein ; so auch die Entfernung von Arabia 
emporium, 3 Tage. 

304. 'Yaüva, 79° 0', 13° 50' (W. A. B.: 'Te*a Vvulgo; 13° 10' 
Vvulgo), liegt 3V2 Tage von Bana und zwei von Sapphar und ent- 
spricht der Lage nach 'Ihän, ( X^ , welches einen Tag nördlich von 
Badr, also etwa 32 Farsangen von f Adan entfernt ist. In Maltzan's 
Karte müssten wir Ihän in die Nähe von Schaheri f Amir versetzen. 

305. Apxya, 79° 10', 15° 15' (W. B. G. N.; Apaya Vvulgo, 
„oder FpaSa" VA.; 80° 40', 19° 15' A., wo aber Sapouov, welches 
in 80° 40' liegt, fehlt), dürfte Roda sein ; in diesem Falle ist Grada 
die richtige Leseart. Bei Maltzan beträgt die Entfernung zwischen 
Schaheri 'Amir und Redä' in gerader Linie 32' , bei Ptolemseus 
zwischen Hyaila und Grada 3 Tage. 

306. ©aßßa, 78° 40', 16° 10' (A. B. C. N. ; 0außa W. ; 88° 20', 
16° 30' N. Vvulgo). Die Karawanenstrasse von Roda nach Märib, 
an welcher Thabba liegt, ist schon längst in Vergessenheit gerathen, 
und wir müssen uns daher von der Namensähnlichkeit leiten lassen. 
Soviel ist sicher, dass Thabba im Michläf Dzü-Gorra zu suchen ist. 
Hd. 191 zählt unter dieser Rubrik die Zuflüsse zum al-Chärid auf 
wie folgt: „al-Sirr, Scha wän, al-Tanaum (Niebuhr, Tanajm), Ghaymän 
(wurde von Halevy auf dem Wege von Märib nach Qan ä besucht), 
Sayyän (Niebuhr, Sei-jan) und Dhabwa (var. 8jfk)." Die Lage lässt 
sich durch diese Angabe nicht genau bestimmen, doch wenn der 
Weg zuerst nach Norden und dann in einem starken Winkel nach 
Osten führt, kann sie der Lage Thabba' s entsprechen, und wie bei 
Ptolemaeus 3 Tage von Roda und 2 Tage von Märib entfernt sein, 



187 



IX. Von Aclan nach Hadhramaut. 

307. 'ApYi ßaaCXaov, 80° 30', 14° 30' (W. A. B. G. ; 'Apa VA.; 
14° 0' N. ; 14° 10' Vvulgo). Diese Residenzstadt der Regio Smyrno- 
fera exterior liegt an einer Strasse von der Küste (Arabia emporium 
und Agmanisphe) nach Sabbotha und Hadhramaut. Auch Ibn Mogä- 
wir beschreibt diese Strasse: Von 'Adan bis Zfäzi* 4 Farsangen 
(d. h. ein Tag); dann Abyan (d. h. Chanfar) 4 Farsangen; dann 
Där-Zyna (Var. &i>. .b, nach dem Qämüs ist Dar al-Zyna bei f Adan) 
9 Farsangen; dieses ist eigentlich der Berg, welcher sich über das 
Meer erhebt. Die Residenz des Beherrschers dieses Landes — die 
Regia — heisst Dathyna. Diese unklare Notiz ist dahin zu berichten, 
dass sich über das Meer der 5442 Fuss hohe Harräs erhebe, daran 
schliesst sich Maltzan's „Mittleres Gebirg, erhebt sich bis zum Gebet 
Kör". An oder auf demselben hegt die Station. Dathyna ist, wie 
Abyan, eigentlich der Name des Landes, dessen Ausdehnung Ham- 
däny deutlich anzeigt: die Nordgrenze war zu seiner Zeit der Berg 
al-Kaur (Kör), die Südgrenze der Gabal Aswad (Schwarzberg), an der 
Küste, im Westen reichte es bis W. Yarämis (Irames) und im Osten 
bis W. Ahwar (Hauwar). In Miles' Karte (Geogr. Soc. London 1871) 
ist dieses Land weiter nach Westen gerückt als in Maltzan's Karte, 
was auch für Ibn Mogäwir's Itinerar und Hamdäny's Angaben besser 
passt. Hd. 170 : Dathyna ist ein Ghäyit wie das Ghäyit von Märib. 
Iklyl 17: Das Tyh, Wüste, von Abyan ist ein Ghäyit zwischen 
Hadhramaut und Abyan. Hd. 275 : Ghäyit wird ein Land ohne 
Wasser geheissen. Hd. 150 gebraucht auch Ghäyit in diesem Sinn 
und sagt: die Wüste (faläh) Yamans, die man al-Ghäyit heisst. Die 
Wüste und das Ghäyit Yamans bildet das Qayhad. Wie auf das 
Cayhad , das trostloseste Sandmeer auf Erden, und auf Dathyna ein 
und dasselbe Epithet angewendet werden, lässt sich nur dadurch 
erklären, dass Ghäyit in Qanä, wo Hamdäny lebte, einen andern 
Sinn hatte, als in Dathyna und Sarw, woher seine Berichterstatter 
über diese Länder kamen. Den letztern Sinn mögen folgende Worte 
Miles' S. 14 erläutern: (the road) leads us to another wady füll of 
pools of water, opposite the hill ränge of Gheit-Gl-Nimr , so called 
from its being infested with leopards. Gegenden, wie diese ariden 
Hügelreihen, dürften in Dathyna vorherrschend sein; doch, wie 



188 



Maltzan S. 211 sich ausdrückt, eine eigentliche Wüste findet sich 
daselbst nicht. 

308. lieber die Residenzstadt, welche Ibn Mogäwir Dathyna 
heisst gibt Hamdäny keine directe Nachricht; doch lernen wir aus 
ihm, dass zu seiner Zeit Do' am b. Rizäm aus dem Stamme Kotayf 
der Sayyid, Beherrscher, der Aud, welche Dathyna bewohnten, war. 
Die Mitglieder des Stammes Kotayf waren die Edeln unter den 
Aud, und, wie andere Audstämme, waren sie auf eine oder zwei 
Ortschaften concentrirt. Beide Informanten Hamdäny's, denen er die 
Beschreibung Dathyna's entnimmt, kommen aus dem Sarw-Madzhig 
her auf den Kaur und sagen, dass daselbst der feste Ort al-Qamar 
sei, welcher zwar den Acäbih gehöre, aber zum grössten Theil im 
Besitze des Beherrschers Do' am sei. Der eine Informant (Hd. 162) 
tritt von Qamar, welches noch zum Sarw gehört, unmittelbar in 
Dathyna ein und sagt : Den Anfang Dathyna's bildet f Arrän, dessen 
Name al-Roqb ist und den Banu Kotayf gehört; ihnen gehört auch 
al-Mowaschschah , eine grosse Stadt. Einer von diesen zwei Orten 
muss die Residenzstadt gewesen sein. Ihre Lage ist unzweifelhaft 
am Fusse des Kaur, wahrscheinlich wo bei Maltzan der Anfang des 
W. Irames ist, das aber hier schwerlich schon Irames heisst. Die 
,, Stadt" war wohl vorzüglich von (verachteten) Geschäftsleuten be- 
wohnt; als den Sitz des dynastischen Geschlechtes Kotayf können 
wir daher 'Arr-än ansehen, woraus Ptolemseus Are machte. Eine 
Glosse zu Miles' Codex besagt: „vielleicht ist Merän statt 'Arrän zu 
lesen, wie weiter unten. Ich fragte Jemanden aus jener Gegend, und 
er sagte Merän". Der Glossator hat Hamdäny's Methode nicht auf- 
merksam verfolgt. Er geht in dieser Rundschau (S. 162) vom Nord- 
west- zum Südostende Dathyna's (in der andern Rundschau, S. 170, 
von N nach S) und nennt zuerst 'Arrän und zuletzt Merän; dieses 
sind also die entgegengesetzten Pole. 

309. Sapoucov, 80° 40', 15° 15' (W.; Sapouov B. C. N. VAGDFOx. 
M. ; „oder Sapiptov" VA.), ist Sarw und zwar der Sarw der Madzhig 
oder vielmehr dessen Hauptstadt. Ibn Mogäwir's Itinerar fährt fort: 
von (der Station) Dathyna bis Bayhän, einem langen Wädiy mit 
vielen Feldern, 7 Farsangen (zwei leichte Tage); dann nach Wädiy 
Gozayb, 4 Farsangen; dann nach f Arib, 6 Farsangen; dann nach 
'Antar, dem Wohnorte des 'Antar b. Säm, 12 Farsangen; dann nach 
Schibäm, 9 Farsangen. Bayhän ist Maltzan's Behän ed Dola (doch 
soll auf der Karte, wie bereits angedeutet, der Kor etwas westlich 



189 

von dessen Meridian versetzt sein). Hamdäny heisst das Land nörd- 
lich und nordöstlich vom Kaur den Sarw, das Hochland, der Madzhig ; 
es ist also ganz dem orientalischen Sprachgebrauche angemessen, 
wenn Ptolemseus Behän eldawla, d. h. das Behän des Regierungs- 
sitzes, Sarvon = Sarw, heisst. Hd. 173 , vgl. Ym. IV , 434 : Das 
Mi chläf Bayhän hat zwei Passagen, nämlich al-Qodära, ein Wädiy, 
welches nach Bayhän fliesst und die Bewohner mit Trinkwasser ver- 
sieht; die Bewohner (von Behän ed-Döla ?) sind Rodhäwier, d. h. Söhne 
des 'Abd Rodhä, eines Zweiges der Tayy. Die zweite Passage (nach 
Bayhän) ist ein anderes Wädiy. Die Bewohner von Bayhän (Behän 
al-Gezäb ?) bis al-'Atf sind Muräditen. Unterhalb Bayhän und al-Atf 
bewohnen es (das W. Bayhän oder vielmehr das W. Adzina, welches 
nach Märib fliesst) die Maägil, ein Zweig der Sabä. Jenseits, (öst- 
lich) von dieser Gegend dehnt sich das Ghäyit bis Marcha aus. Die 
Häuptlinge der Muräditen in Bayhän sind die AI Mokramän, welche 
ein grosses Ansehen unter den Madzhig geniessen und, wie behauptet 
wird, von dem Kinditen al- Aschras abstammen. 

310, Ihn Mogäwir's Itinerar fordert einige Berichtigungen. Der 
biblische Heber (im Arabischen 'Ibr und auch f Abar geschrieben) ist 
zwar nicht der Sohn, sondern der Enkel Sem's; doch ist klar, dass 
'Antar, .He-, der Name eines arabischen Helden und Dichters, ein 
Fehler für 'Abr, jxz, sei. Nach dem Montahä S. 1678 ist 'Abr 
(ohne Artikel) ein Ort zwischen Hadhramaut und Märib. Hd. 324 
schreibt al- f Abr mit dem Artikel, und es erhellt aus seinem Berichte, 
dass, wenn man von Nagrän dem Rande des Sandmeeres Qayhad 
entlang geht, man in etwa acht Tagen al- f Abr erreiche. Hd. 150 
spricht von diesem Sandmeer und sagt : es ist eine wasserlose Wüste ; 
wer also von Nagrän, Gauf oder Märib nach Hadhramaut gehen will, 
dessen Machrag (Ausgang aus der Wüste) ist al-'Abr, ein Wasser- 
platz, wo Brunnen sind (und früher Ansiedelungen waren). Wer 
aber von Bayhän, Sarw und Dathyna nach Hadhramaut reist, geht 
durch das Land der Madzhig (zu unterscheiden von Sarw-Madzhig), 
dann kommt er hinaus aus den Wädies, welche vom Lande der 
Madzhig nach Hadhramaut sich abdachen, bis er Dahr, welches auf 
dieser Seite den Anfang von Hadhramaut bildet, erreicht; es gehört 
den Kinda und wird von den Togyb, einer Unterabtheilung der Kinda, 
bewohnt. Dann kommt er in das W. Rachyya, wo mehrere Dörfer 
sind. Ym. II, 633: Dahr ist ein Wädiy diesseits Hadhramaut. 
Hamdäny erwähnt zwar 'Abr an der Bayhän-Hadhramautstrasse nicht, 



190 

es ist jedoch klar, dass es westlich, ja wegen des Sandmeeres sogar 
ein wenig südlich von Dahr und Schabwat liegt, und man also 
keinen Umweg macht, wenn man auf dem Wege von Bayhän nach 
Schabwat diesen Wasserplatz besucht. Für die südlichere Lage spricht 
Hd. 152: Wenn man von al-'Abr ausgeht, begegnet man zuerst Darb 
al-'Agyz al-Kindy, dann Hayayn, ^Jaß, ein grosses Dorf, wo unten 
der Markt, oben die Festung des Togybiten Hocayn ist. Und S. 154: 
al-'Aglänyya ist ein grosses Dorf und liegt Hayayn gegenüber; doch 
liegt Hayayn im Wädiy von al- f Abr, welches 'Abr (ohne Artikel) 
heisst und al-'Aglänyya im W. Dau an. Das Land der Kinda be- 
steht aus diesen zwei' Wädies ; auf der Höhe sind feste Plätze , in 
der Tiefe Felder und Dattelhaine. 

Nach f Abr folgt eine Lücke in Ibn Mogäwir's Itinerar. Sein 
9 Farsangen entferntes Schibäm ist Schabwat; dann kommt die Lücke 
bis zum wirklichen Schibäm. Wegen der Lücke sind von r Adan 
bis Schibäm nur 55 Farsangen, d. h. etwa 12 oder 13 Tage. Ym. III, 
249 berichtet : es sind zwanzig Tagereisen. Der Wazyr Hosayn, ein 
Nubischer Sklave, welcher in 432 starb, errichtete in jeder Station (!) 
eine Moschee und ein Minaret und einen Brunnen. 

311. AsXa, 82° 0', 12° 40' (W. A. B. N.; 81° 0' G.; 12° 20' 
Vvulgo), hält Maltzan für Dhöla, im W. Merän (W. Dathyna des 
Hamdäny). Dagegen lässt sich Nichts einwenden. Ptolemseus war, 
da die Endpunkte der Strasse^ an der es liegt, durch andere That- 
sachen festgestellt waren, genöthigt, die Entfernung Delas von Abi- 
sama zu 2 Tagen zu veranschlagen, während Dhöla in gerader Linie 
nur 17' von Makatayn caghyr entfernt ist. 

312. MoootaXoc, 81° 0', 13° 45' (W. B. N.; MaxaXa A.; Maocatt^ 
C; 13° 50' C; 13° 15' Vvulgo), ist in der Nähe von Maltzan's El 
Ghöder zu suchen. Einen ähnlichen Namen zu finden ist mir nicht 
gelungen. Er dürfte aus Maklaä, i&x* , Weideplatz, entstanden sein, 
während der bekannte Seehafen Mokallä, d. h. sicherer Landungs- 
platz, geschrieben wird. 

313. Unbekannte Positionen, wovon einige in die falsche Stelle 
gerathen sein mögen. 

A W oc, 77° 0', 26° 30' (A. B. G. VAD. Latt; A W a W. N.; 
AtGtfAa VFOx. ; Aivrjva, 26° 10' Vvulgo). 

<Inysia, 79° 0', 26° 0' (W. B. ; 4>iyawcC.; <l>iyia A. N. Vvulgo). 

J OXa<p t a, 77° 40', 21° 45' (W. A. B. G. N.; 'O^a V. Pal. 1 ; 
*OXawta, 77° 10', 21° 50' Vvulgo), vielleicht ein Fehler für Olathia 



191 

und identisch mit 'Alät am Sayh. In diesem Falle hätte es aber 
Ptolemaeus einen Grad weiter gegen Norden setzen sollen. 

Ia 7 >7), 82° 40', 13° 20' (W. A. B. N.; 81° 0', 13° 30'. G. ; 
82° 20' Vvulgo). 

Kcoa, 83° 30', 12° 30' (W. A. N. ; KouaB. C. VADOx. VCFM; 
Gua Lati; 83° 0' G.; 18° 30' Vvulgo). Hd. 166 erwähnt einen 
Ort Dzät-al-Qowwa im Lande der Zauf; sein Bericht ist aber nicht 
ausführlich genug, dass wir dessen Lage bestimmen normten. 



Drittes Kapitel. 






Die Berge und Binnenvölker Arabiens. 



I. Die Gebirge. 

314. Ptolemaeus bestimmt die Lage der Binnenvölker Arabiens 
nach den Bergen und verfällt in Ungeheuerlichkeiten wie folgende: 
die Lage der Weihrauchregion wird in Bezug auf die Montes Marithi 
fAridh), welche etwa 150 deutsche Meilen entfernt und durch das 
grosse arabische Sandmeer davon getrennt sind, festgesetzt. Es wäre 
ebenso vernünftig , auf die Frage : Wo liegt Tunis ? zu antworten : 
südlich von den Alpen. Dieses ist gewiss nicht die Methode, durch 
welche ihn die Berichterstatter über die Lage der Binnenvölker auf- 
klärten: es ist vielmehr zu vermuthen, dass Ptolemaeus die Namen 
der Völker wer weiss nach welchen Materialien in die Karte ein- 
getragen habe, und als er sie dann daraus ablas und in das Buch 
eintrug, auf den sonderbaren Einfall kam, die Berge, welche gewiss 
ausser aller Proportion gross und prominent gezeichnet waren, als 
Anhaltspunkte zu wählen. Diese Verkehrtheit erschwert es uns , die 
Stellen, wo die Völker in der Karte stehen sollten, mit Sicherheit 
festzusetzen , und macht es unmöglich , auf die Originalberichte zu- 
rückzuschliessen. In der Küstenbeschreibung schreibt Ptolemaeus 
Atramitae, Thamyditae; in der Völkertafel Chatramonitae, Thamydeni, 
ausserdem werden die Askiten, welche doch an der Küste und in 
den Inseln lebten und Seeräuberei trieben, nicht in der Küsten- 
beschreibung, sondern unter den Binnenvölkern erwähnt. Aus sol- 
chen Thatsachen schliessen wir auf die Verschiedenheit der Quellen 
der beiden Abschnitte. 



193 

315. ZgpK, ou to yi<rov tottysi potpas, 76° 0', 25° 0' (W. A. 
B. N.; in C. fehlt ou to x. t. X.; Zaprto« Vvulgo; 96° 0' VS.). Das 
Schammergebirg. Es besteht aus zwei Ketten; dem Agä, und, eine 
Tagereise SO davon, dem Salmä. In Bezug auf Baetii fontes (§ 50) 
und Arre (§§ 274, 284) hat Zames die Position des Salmä. 

316. Ta Mapsi&a, 86° 0', 21° 10' (W.; Mapi&a A. N. Vvulgo; 
ia Mapiö-a opy) G. VA. Latt; Mapstö-pa VM. ; 80° 30', 21° 30' A. B. 
G. N. VGodd. Ox. Latt.). 

Kai u-6 ia MapetO-a, 84° 30', 17° 40' (W. A. B. C; Mapa&a 
VF. O.; Mapi&a Vvulgo; 17° 20' N. Vvulgo). 

Am besten passt für die Marithi montes die Position 80° 30', 
21° 10', oder auch Br. 21° 30', aber nicht 86° 0'. Erstere Lage 
findet Bestätigung in der Karte zum Serailcodex, und entspricht der 
des Gebirges 'Aridh in Bezug auf seine Position zu Gaww al-Chadh- 
ärim (Maocosmos metropolis). Wenn man nämlich von Yabryn 
(Labris) nach dieser Stadt geht, so hat man den 'Aridh vor sich. 
Auch in Bezug auf die Städte Bahrayns: Sapha, Masthala, haben 
die Montes Marithi die richtige Lage, nur sollen sie weiter davon 
entfernt sein. Zu Gunsten der Position L. 86° 0' ist die Völker- 
tafel : die Omanitse, die sicherlich bei Omanum emporium sind, sollen 
südlich von den Marithi montes sein , und diese Lage erhalten sie, 
wenn die Montes sechs Grade weiter nach Osten gerückt werden. 
Wenn die Karte zur lateinischen Prachtausgabe irgend welchen Werth 
hat, so dehnen sich die Marithi nach Süden und Osten aus, und 
Ptolemseus' Text mag gelautet haben : die Marithi montes reichen 
von L. 80° 30' bis 86° 0'. 

Die Begriffe der arabischen Geographen über das 'Aridhgebirg 
und dessen Ausdehnung sind nicht präcis. Hd. 285 : Al-'Aridh ist 
eine zehn (achtzehn?) Tage lange Gebirgskette, welche vom Reisen- 
den, wenn er Nagrän vier Tage hinter sich hat, seitwärts gelegen 
ist, und ihn begleitet, bis er über al-Kafy (al-Faqy, Ym.), den 
äussersten (nordwestlichsten) Orte Yamämas hinaus ist *). Von al- 
Qafy (Faqy) bis Bagra liegen an seiner Seite : das Dahnä, al-gammän, 



*) Ym. III, 906 : Geht man von Qaryatän bei Nibäg links (d. h. nach OSO, 
denn der Geograph befindet sich auf der Bagra-Makkastrasse), so ist die erste 
Station al-Faqy, welches von den Dhabba (b. Odd) bewohnt wird, und die 
zweite al-Sohaymyya. Al-Faqy ist ein Wädiy am gegen Norden schauenden 
Ende des 'Aridh von Yamäma. Daselbst ist eine Hauptmoschee, und die dazu 
gehörigen Gauen werden al-Waschm und auch al-Woschüm geheissen. 

13 



194 

al-Daww, und Ebenen, harter, steiniger Boden und dergleichen. Der 
Weg von Yabryn (? ?) nach Yamäma führt durch die Thäler des 
'Aridh und durch die Yamäma nahe gelegenen Gauen. Im 'Äridh 
findet man das oben erwähnte Wild (?). Abu Ziyäd bei Ym. III, 
585: der 'Aridh ist in Yamäma. Gegen Westen bietet er steile 
Halden und rauhe Bergpässe; in seiner östlichen Abdachung und 
seinem Hochlande sind Wädies, welche sämmtlich gegen Osten laufen. 
'Aridh bedeutet Berg. Ich kenne keinen Berg ausser diesen, bemerkt 
dazu Yäqut, der 'Aridh heisst. Das eine Ende der Gebirgskette ist 
im Lande der Tamym bei einem Orte, der Qarmayn heisst (lies al- 
Faqy, wie III, 906, wo einige Worte dieses Passus wiederholt 
werden). Von hier läuft der 'Aridh (gegen Süden) fort bis zum 
Sandfeld al-Guz*\ Die beiden Enden des 'Aridh sind dreissig Tage- 
reisen von einander entfernt. Das Ende bei al-Guz" heisst al-Forot. 

Abü-1-Fidä 68: Der Berg 'Aridh hat ein Gesicht und einen 
Rücken; das Gesicht besteht aus senkrechten weissen Felsen wie 
gehauen, so dass es wie eine Mauer aussieht. Es bildet die west- 
liche Halde. Der Rücken bildet die östliche Seite. Der Berg läuft 
von Norden nach Süden. Das südliche Ende berührt Yaman, und 
nähert sich Qa'da (Nagrän?) innerhalb drei Tage. Yamäma und 
Hagr liegen auf dessen Rücken, beinahe in der Mitte der Kette, und 
zwei Tage von der westlichen Halde. Auch Yabryn liegt auf dem 
Rücken. In Gihänn. 527 ist diese Stelle frei übersetzt mit Zusätzen, 
wie: der jetzige Name des 'Aridh ist 'Imaryya. Der Rücken ist mit 
Sand bedeckt. Im 'Aridh ist der Fluss Wädiy Bany Hanyfa (das 
'Irdh älterer Geographen), an dessen oberm Ende Derayya und an 
dessen unterm Dhaby , eine Stadt südlich von Yamäma, liegt. 

317. Für fernere Berichte über c Aridh in diesem ausgedehnten 
Sinne verweise ich auf § 363 und das Kärtchen. Etwas beschränkter 
mag der Sinn in folgender Stelle sein. Hd. 244: Al-Gharg ist eine 
Ebene, so flach wie die Hand, und enthält befestigte Orte. Es er- 
giessen sich darein die Wädies, wie Na am, Bark und al-Magäza. 
Diese Wädies haben alle ein und denselben Abfluss, nämlich nach 
Batn al-Saut (al-Schaut), ausgenommen Bark al-Na'äm, welches nach 
Dzät-Nacb (o. P.) im Gebiete der Garm fliesst. Igla liegt im untern 
Theile von al-Magäza und al- f Arama und im untern Theil vom 
W. Na am; beide gehören den Garm. In allen diesen Orten sind 
Palmen, Saatfelder, und sie werden bewohnt. Das sind die Thanäyä, 
Bergpässe, nämlich die Thanäyä im 'Aridh. Der f Aridh ist ein langer 



195 

Qoff, Landrücken ; dessen nächstes (unteres) Ende ist in Hadhramaut 
(sie ! ! al-Chidhrima ?) , und das ferne in den Gazäyir (Inseln , sie ! ! 
Lies: Hazäyiz, Regionen mit hartem Boden, welche nach Ym. II, 
263 SW von al-Faqy liegen). Westlich vom 'Aridh ist das Dahnä 
und östlich davon seine Abflüsse (ich lese siyäluhu). Das Qoff al- 
' Aridh ist bald mit Sand bedeckt, ohne niedrig zu sein, bald treten 
die Berghöhen hervor. Die erwähnten 'Irdh (Flüsse) kommen vom 
'Aridh und fliessen sämmtlich nach ihrem Sammelplatz in der Raudha 
(Au) von Gaww al-Chadhärim. Dann kommen sie heraus aus Gaww, 
das 'Arama spaltend, läü x<jyS\ 'jia.Ü, dann das Dahnä spaltend, 
bis sie sich in das Meer ergiessen. Dass sich Hamdäny unter 
Spalten einen unterirdischen Durchgang denkt, geht aus § 51 
hervor. 

Wenn oben Hadhramaut die richtige Leseart ist (welche in 
dem Satz: der Weg von al-Chidhrima nach Yabryn führt durch die 
Wädies des 'Aridh, gewissermaassen Bestätigung findet), so stellt 
sich Hamdäny das ganze Sandmeer, welches etwa den dritten Theil 
der ganzen Halbinsel erfüllt, als auf dem Landrücken 'Aridh ruhend 
vor, und rechtfertigt Ptolemaeus' Benennung für die Berge Hadhra- 
mauts „die Berge unter den Marithi". Wenn aber al-Chidhrima die 
richtige Leseart ist, hat 'Aridh einen beschränkten, dem modernen 
Namen „Gebirg Towayq" sich nähernden Sinn. Einen ähnlichen 
oder noch beschränktem Sinn hat es in folgender Stelle des Hafgy 
bei Ym. HI, 585: Der 'Aridh ist ein drei Tage langer Berg. Seinen 
Anfang bildet Chazyr (lies: Hazyz der Dhabba — al-Faqy liegt im 
Gebiete der Dhabba), welches die Nase des Gebirges bildet. 

318. 'H K%a£ (6 P o; C. VAM.), 76° 30', 16° 0' (W. A. B. C. N.; 
76° 0', 25° 0' Vvulgo). 

MsO-' ö ri 7ü'/iyr\ y\ x-a^oujjLSVT) STuyo; u&xto^, 78° 0', 15° 0' 
W.; uäcop A. B. C. N. Vvulgo). 

Das arabische Wort für xX^t.«?;, Treppe, ist 'arg. Moqaddasy 
sagt: Die Einwohner von 'Adan sagen riglaynihi für riglaihi und 
yadaynihi für yadayhi u. s. w. , und sie setzen k für g (dsch) und 
sagen rakab, rakol für ragab, ragol (sprich radschab, radschol). Man 
erzählt, dass der Prophet beim Steinewerfen in Minä, als ihm Kameel- 
dreck statt eines Steines gereicht wurde, ausgerufen habe: Dieses 
ist riks statt rigs, Unrath. Moqaddasy beschränkt diese Eigenthüm- 
lichkeit der Aussprache zu sehr, sie herrscht in einem grossen Theile 



196 

von Yaman *)> und selbst in Masqat hörte ich burk für bürg. Statt 
'arg, Treppe, würde man also 'ark sagen, und es ist kein Zweifel, 
dass Ptolemseus unter dem Treppenberg zunächst das 'Arkische Goblän 
verstand. Sein Berichterstatter nahm Goblän und Gabal, Berg, für 
gleichbedeutend — worin er vielleicht Recht hatte — und hat Goblän 
al'arkyya mit Glimax mons wiedergegeben. Goblän al'arkyya ist 
der Name eines ausgedehnten Gebirgslandes zwischen Wädiy Zabyd, 
Br. 14° 12', und Wädiy Rima , Br. 14° 45'. Es hat also seinen 
Mittelpunkt in der Stelle, wo in Niebuhr's Karte Kusma verzeichnet 
ist. Niebuhr sagt: le departement de Kusma est situe sur des mon- 
tagnes tres-hautes et tres-escarpees, qui sont fertiles jusqu'au sommet, 
et remplies des jardins oü croit le cafe. Ge departement est grand 
et bien cultive. Die Reisenden, welche bei Pudnu oder Adedu an's 
Land steigen, hatten dieses Gebirgsland vor sich, und es mochte als 
Landmarke für Schiffe benützt werden, die in diese Häfen einlaufen 
wollten. Von diesen Häfen aus wurde der Glimax bestimmt; doch 
hat Ptolemseus den Namen auf fast alle Gebirge Yamans und sogar 
auf die beiden Sarw ausgedehnt, und desswegen den Mittelpunkt 
des Gebirges weit landeinwärts versetzt. In der Wahl der Position 
mag auch Stygis aqua einige Anziehung geübt haben. 

319. Die Position der Stygis aqua hat Ptolemseus sicherlich aus 
dem Itinerar, das über Draga (Roda ) führt, erfahren ; seinem Systeme 
gemäss bringt er sie mit dem Glimax in Verbindung, gerade wie er 
die Flüsse aus ihm bekannten Bergen entspringen lässt. Der Name 
dieser Quelle weist auf Thermen hin. Hd. 183 (vgl. Ym. I, 239) 
sagt : zwischen (dem Berge) Isbyl und Dzimär erhebt sich ein schwarzer 
Hügel, der Hamma heisst, und in demselben ist ein harf (var. gorf), 
welches man Hammäm (Bad des) Solaymän heisst 2 ). Die Leute 
suchen daselbst Heilung von Krankheiten, Krätze und andern 
Uebeln. Auch 'Ayn-Scharräd wird zu diesen Zwecken empfohlen. 
Die Lage von Salomonsbad wird am besten in der Argüza bestimmt. 
Die Pilger von Roda erreichten es auf dem Wege gegen Qan ä, eine 



") Tgl. Maltzan ZDMG. 25, 494. 

2 ) In einer Glosse bemerkt der Abschreiber, dass der Hügel auch Gabal 
alkibryt, Schwefelberg, geheissen wird. "Weil weder harf noch gorf einen Sinn 
hat, hat Yäqüt die Stelle verändert oder vielleicht correct wiedergegeben und 
sie lautet bei ihm : es erhebt sich ein schwarzer Hügel , in demselben ist eine 
hamma, heisse Quelle, welche man Solaymäns Bad heisst. Sollte haraq, Feuer, 
Brennen, die richtige Leseart statt harf, und haraq mit Styx übersetzt worden sein ? 



197 

halbe Tagereise nachdem sie ihre Vaterstadt verlassen hatten. Es 
mag also 12' nordwestlich von Roda liegen. Ptolemseus hat die 
Entfernung bedeutend vergrössert. 

320. Tw*p ts tou? KwaiSojco^iTa?, 71° 0', 25° 0' (W. B. C; 
71 ° 30' A. N. Vvulgo). Wir kennen in dieser Gegend die Athälith, 
d. h. einzeln stehenden Felsenhügel, in welche die troglodytischen 
Wohnungen von al-Higr gemeisselt sind. Die Berge oberhalb der 
Kinaidokolpiten liegen aber weit südlich davon, und die Strasse 
scheint über selbe geführt zu haben. 

321. 'TTTsp tou; KaowaviTa?, 73° 0', 20° 0' (W. B. ; KaaaviTocs 
VD. ; Sa[/.aviTa? VFOx. ; Kaxavtra? N. Vvulgo) , sind die Gebirge, 
welche man vor sich hat, wenn man in Gazän, 'Athr, oder Itwad 
landet; der Küste am nächsten, und am hervorragendsten ist der 
Berg f Orr. Daran schliessen sich die Gebirge, welche das Ghauläni- 
sche Hochland einfassen. 

322. 'YttÖ toc Mapst&a, 84° 30', 17° 40' (W. A. B. C; Mapa&a 
VFOx.; MapiB-a Vvulgo; 17° 15' N. Vvulgo). Man nannte das 
Hochland von Hadhramaut mit seinen tiefen Einschnitten ein Gebirgs- 
land. Plin. XII, 14, § 52: in medio eius (Arabiae) fere sunt Atra-* 
mitse, pagus Sabseorum, in monte excelso. Dieses sind die Montes 
infra Marithos des Ptolemseus. Die Position, die er gewählt hat, 
scheint, in Bezug auf Marimatha und Jula, der des al-Kathyb alahmar 
an der Grenze zwischen Hadhramaut und dem Mahralande zu ent* 
sprechen. Hd. 154 — 155 (er geht stromabwärts): dann folgt Marawa 
(vgl. Wrede 231) ; dann Terys (Wrede 230), eine grosse Stadt ; dann 
&k£.*, ein Dorf mittlerer Grösse ; dann Mahä, zu unterscheiden vom 
al-Mochä der Banü Magyd; dann al-'Ogz, eine Stadt, die zwar ganz 
den Himyar gehört, aber in zwei Hälften getheilt ist, wovon jede ein 
gesondertes Dorf bildet, die eine wird von den al-Aschbä, die andere von 
den Fahd bewohnt. Dann steigt der Reisende nach Thauba (Punkte und 
Aussprache unsicher) hinab, einem Dorfe in Unter-Hadhramaut, in einem 
palmenreichen Thale gelegen. Das W. von Thauba (eine Fortsetzung 
des W. Dauän?) fliesst in das Land der Mahra. An der Seite ist 
das Grab des Propheten Hüd (welches Wrede besuchen wollte) ; sein 
Grab ist im al-Kathyb alahmar, d. h. rothem Berge. Von da fliesst 
das Wädiy nach Kahf Maschriq (var. cJ.~o u-ft$H zu unterst im 
W. al-Ahqäf, eine Entfernung von mehrern Tagereisen, Die Hadh- 
ramautiten ebenso wie die Mahnten wallfahrten dahin (zum Grabe 
des Hüd oder zur Kahf, Höhle?) zu jeder Zeit. 



198 

323. 'Tttsp ia 'A™ßwv, 88° 0', 22° 30' (W. A. B. C. N.; V uv 
t<x piXava VA.; 83° 0' , 20° 30' Vvulgo). Das sind die grünen 
Berge 'Omän's, welche sich, nachdem man Masqat verlassen hat, 
vom Meere angesehen, über das schwarze, der Küste entlang laufende 
Gebirg erheben. Ptolemaeus sieht sie vom Persischen Meerbusen, 
namentlich von Regama (Ras Ghayma) an. Auch dort kann man 
sie sehen; nur ist Ras Chayma blos 20' von der Ostküste entfernt 
und nicht, wie bei Ptolemaeus, mehr als 270' ! ! Vgl. § 162. 



II. Völker des Binnenlandes. 

324. KaTS^oufft §£ ty)v lAEffoyeiav xapa (iiv toc; opstvoc; ia? xpö? 
ap^TOu; w; sVi rcav Sjc/ivitäi, 5cat sti uTrsp <xutou<; 'Oa&Tai, [/.s<ry)(/.ßpi- 
vwTSpoi &s toutcov SapaxYivol jtal 0aj/.u&nvo£. 

325. „Die Gebirge gegen Norden" erreichen, so viel wir wissen, 
ihre höchste Höhe im Taur al-Hismä, der sich nördlich von 'Aqaba- 
Ayla erhebt. Von da ziehen sie, die natürliche Grenze Arabiens 
bildend, nach Osten, und es führen über dieselbe, soviel wir wissen, 
nur drei Pässe von der syrischen Hochebene nach Arabien hinab. 
Der westlichste, an dessen Fusse Ayla liegt, gehört zu Ptolemaeus' 
Arabia Petraea; der andere, jetzt Bäb-Nagd geheissen, führt zu Ptole- 
maeus' Aramaya und der östlichste heisst jetzt 'Aqaba Schamyya, 
bei Ptolemaeus aber Nekla, § 214. Es läuft zwar ein Ausläufer des 
Gebirges östlich von Ayla nach Süden. Ptolemaeus hat aber nur 
die von Westen nach Osten ziehenden Höhen im Auge, die auch in 
alten Karten sehr hervorragend angedeutet werden. Die Stämme am 
nördlichen Gebirge sind also am Fusse der Pässe zu suchen. 

326. SxvivTToa (W. A. B. G. N.; Scaenitae VBas.; Snjvrau VFOx.). 
Da Skeniten, Zeltbewohner, in Arabien und nördlich davon so zu 
sagen die Regel sind, befremdet es, dass Ptolemaeus einen Stamm 
mit diesem Namen ausgezeichnet habe l ). Der Uebersetzer hat mit 



*) Vielleicht ist Skenitse doch die richtige Leseart und hat sie Ptolemseus 
den ursprünglich von Eratosthenes stammenden altern Karten entnommen. Era- 
tosthenes sagt bei Strabo 767 : die ersten, welche dieses Land (Arabien) zunächst 
nach den Syrern und Juden besetzten, sind Feldbauer. Nach diesen folgt ein 

sandiges kümmerliches Land Skeniten oder Zeltaraber bewohnen es als 

Kameelhirten. 



199 

richtigem Tact Scaanitge geschrieben und es als Eigennamen hinge- 
stellt. Stephanus Byz. erwähnt den arabischen Stamm Sakcheni und 
Salmasius bemerkt dazu, dass in den von Scaliger edirten Fragm. 
latinobarb. der Name Saccuni vorkomme. Vielleicht ist Ptolemasus' 
SxarjvlTat aus üa/otvirai entstanden und meint er die Banü Sakün. 
Zu diesem Kindastamme gehörte die bis zu Anfang des Islams in 
Dümat-algandal herrschende Dynastie, und wenn meine Emendation 
richtig ist, so beherrschte er auch die östlichen nach Arabien führenden 
Pässe. Die arabischen Quellen gehen nicht so weit zurück, dass 
wir darüber Aufschluss zu erwarten hätten. 

327. 'OxSiToa (W. A. B.; 0a Wi N. Vvulgo). Das Omikron 
nimmt im griechischen Alphabet die Stelle des 'Ayn ein; es ist 
also Oaditen = Aditen. Die § 207 angeführte Qoränstelle bringt 
'Aditen mit Iram in Verbindung, und Ptolemasus versetzt die Oaditen 
in die Gegend von Aramaya. Im Qorän 46, 20 werden die 'Aditen 
nach al-Ahqäf versetzt. Man hält nun al-Ahqäf für einen Theil des 
grossen südarabischen Sandmeeres , ist aber nicht darüber einig, 
welcher es sei; es verhält sich hier gerade wie mit dem Grabe des 
zu den 'Ad gesandten Propheten Hüd, das man in einem halben 
Dutzend Orten zeigte. Es ist sehr zweifelhaft, ob zur Zeit Moham- 
mad's al-Ahqäf, gekrümmte Sandwellen, ein Eigenname war, und 
er kann das Nefüd von Hismä gemeint haben. Sicher ist, dass im 
grossen Sandmeer weder die 'Aditen noch ein anderes Geschlecht 
je Gärten und Paläste besessen haben. Das ist Legende. Moham- 
mad verdankte seine Kunde von den 'Aditen jüdischer Tradition, 
und die spätem arabischen Schriftsteller beschränkten sich darauf, 
den von ihm erzählten Unsinn zu erweitern und in der Genealogie 
und Sagengeschichte zu verwerthen. Wenn irgend etwas Historisches 
ihren Berichten zu Grunde liegt, so ist es, dass die 'Aditen nördlich von 
Makka lebten. Zu den im Leben des Moh. I, S. 62 und 506, angeführten 
Stellen über ihre Wohnsitze, ist Belädzory, Ansäb fol. 3, r. hinzuzu- 
fügen: die 'Aditen erfüllten einst das ganze Land zwischen Schäm 
(Syrien) und Yaman .... wer mir aber jetzt noch einen 'Aditen zeigen 
kann, dem gebe ich was er will. Ym. IV, 53 glaubt, ihre Wohn- 
sitze seien in Qorh gewesen und führt Omayya b. al-Qalt's Worte 
an: die Bewohner Qorh's sind zerstreut worden. 

328. £apa*Y)vol (W. A. B. G. N.). Bei den Byzantinern hat 
Sarakenen einen weiten Umfang und wird oft gleichbedeutend mit 
Araber gebraucht. Schon Ammianus Marc. XXIH, 6, § 13 konnte 



200 

sagen: .... Scenitas Arabas, quos Saracenos posteritas adpellavit. 
Dieser Geschichtsschreiber, welcher in XIV, 4 die beste, obschon 
ein wenig übertriebene, Beschreibung der Sitten der Sarakenen gibt, 
kennt nur die Beduinen oder Sarakenen der Syrischen Wüste (XIV, 
8, § 5). Ursprünglich war aber der Umfang des Wortes Sarakenen 
eng begrenzt. Ptolemaeus kennt ausser einem Stamme, welcher 
Sarakenen heisst, auch ein Sarakene, welches dem Gifär, auch Tyh 
der Israeliten genannt, d. h. der Wüste östlich von Aegypten bis 
zu den Gebirgen ober Ayla entspricht. Der vorzüglichste Besitz der 
Sarakenen südlich von den Oaditen ist das Land, welches von Wallin 
el-Hisma bezeichnet wird und auch als Nufood Maaze Saad, good 
pasture land. Auch die Sarakenen des Eusebius sind auf diese 
zwei Landstriche beschränkt. Das Nufood (Nefüd) und al-Gifär er- 
gänzen sich wechselseitig; ersteres bietet unerschöpfliche Frühlings- 
weiden, die aber im Verlaufe des Sommers vertrocknen. In Gifär 
sind ,die Weideplätze sparsam, doch in der daranstossenden Gebirgs- 
region finden die Kameele im Sommer dürftige Nahrung. Wenn ein 
Stamm mächtig genug ist, wird er sich in Besitz dieser beiden Länder 
setzen, oder aber die Stämme der beiden Länder werden, wenn sie 
nicht ganz verwildert sind, durch gegenseitige Vortheile zur Ver- 
brüderung bewogen. Hd. 226 : die Wohnsitze der Lachm sind zer- 
streut, und die meisten leben zwischen Ramla und Aegypten in 
al-Gifär (also dem alten Sarakene). Es gibt aber auch Lachmiten 
in Gaulän, in Haurän, in Bathnyya und in der Stadt Nawä. Die 
Godzäm sind zwischen Madyan und Tabük (d. h. in Hismä), und 
sie reichen bis Adzruh nach Norden. Ein Zweig lebt in der Gegend 
von Tiberias im Jordanlande und dehnt sich nach Laggün, Yämün 
und bis 'Akkä aus. Demnach fallen die Wohnsitze der Sarakenen, 
wie schon Fresnel gezeigt hat, mit denen der zwei Brüderstämme 
Lachm und Godzäm zusammen, nur haben sich diese im Verlaufe 
der Zeit weiter nach Norden verbreitet. 

In §§ 361 — 362 werden wir sehen, dass 500 Jahre v. Chr. die 
Minaeer diese Gegenden beherschten ; es fragt sich also, ob die Sara- 
kenen nicht Nachkommen derselben, und die Godzäm und Lachm, 
welche beide von Südarabien kamen, nicht später daselbst erschienen 
sind. Der älteste Schriftsteller, in welchem wir den Namen der 
Sarakenen mit Sicherheit nachweisen können, ist Dioscorides. Er 
heisst das Bdellium das Harz eines Sarakenischen Baumes. Der 
arabische Uebersetzer gibt das wieder; eines Baumes, der im Lande 



201 

der Araber vorkommt; er nahm Sarakenisch in der Bedeutung, die 
es zu seiner Zeit bei den Römern hatte. Dioscorides meint die 
Palmenpflanzungen bei Madyan. Viel prägnanter wäre die Stelle des 
Plinius, wenn nur fest stünde, dass seine Arraceni unsere Saracenen 
sind ; auf § 342 verweisend , beschränke ich mich hier darauf, zu 
bemerken, dass die Sarakenen zuerst im ersten Jahrhunderte unserer 
Zeitrechnung erwähnt werden. Zu den verschiedenen Etymologien 
ihres Namens, welche in Vorschlag gebracht worden sind, füge ich 
eine neue hinzu. Ich leite es von Schorakä, Bundesgenossen (der 
Römer), her. Eine solche Deutung lässt sich aus Vopiscus S. 220 
herausklügeln, wo sie neben den Arabes Eudsemones, d. h. unabhän- 
gigen Arabern, und als verschieden von ihnen genannt werden. 
Vopiscus erzählt auch, dass Valerian sechs Gohorten Sarakenen unter 
das Gommando seines Sohnes Gallienus stellte ')• Ein Analogon der 
Benennungsweise finden wir in Stephanus Byz. , welcher berichtet, 
dass die Salamier, von Salma, Frieden, so benannt wurden, weil sie 
im Bunde mit den Nabataeern standen. Freilich finden wir die 
Sarakenen auch im Kampfe gegen die Römer, namentlich im Kriege 
der Zenobia ; aber da hat Sarakenen schon eine viel weitere Bedeu- 
tung. So auch bei Ammianus Marc. XIV, 4, § 1 : Saraceni tarnen 
nee amici nobis unquam, nee hostes optandi. Doch berücksichtigt 
man ihr Benehmen gegen Kaiser Julian, so leuchtet auch aus Ammia- 
nus hervor, dass sich die arabischen Stämme am Euphrat, auf welche 
der Name Sarakenen ausgedehnt wurde , als Bundesgenossen der 
Römer geberdeten. Er sagt XXIII, 6, § 6: ubi Saracenarum reguli 
gentium genibus supplices nixi, oblata ex auro Corona, tamquam 
mundi nationumque suarum dominum adorarunt, suseepti gratanter, 
ut ad furta bellorum adpositi .... Adscitis Saracenorum auxiliis, 
quse animis obtulere promptissimis , tendens Imperator agili gradu, 
Gercusium etc. Gercusium, arabisch Qarqysiyä, hegt an der Mündung 
des Ghabür in den Euphrates. 

Wenn die von mir vorgeschlagene Etymologie richtig ist, so 
mochten die Sarakenen im engern Sinne des Wortes schon einige Jahre, 
ehe sie mit den Römern in ein Bündniss traten, unter anderm Namen 
an der Südgrenze Syriens erschienen sein. Ich glaube, dass dieses 



') Zu Anfang des Islam regierte ein Godzämite (Sarakene) unter Byzan- 
tinischer Oberherrlichkeit über Petra; das Bündniss hatte also eine sehr bestimmte 
Gestalt angenommen. Wann die Nabatseer in der Herrschaft von den Sarakenen 
verdrängt worden sind, ist mir nicht bekannt. 



202 

der Fall war, und das Volk schon dem Strabo bekannt war. Er 
sagt S. 779 : Als die ersten über die Syrer bewohnen das Glückliche 
Arabien die Nabataeer und Sabaeer, und durchzogen jenes oft, ehe es 
den Römern angehörte ; jetzt aber sind sowohl sie als die Syrer den 
Römern unterthänig. Hauptstadt der Nabataeer ist das sogenannte 
Petra. In dieser Stelle ist ein Widerspruch, denn Petra wurde nie 
zum Glücklichen Arabien gerechnet, sondern nach damaliger Termino- 
logie zu Arabia Giterior, nach späterer zu Arabia Petraea. Doch ist 
der Sinn klar genug , und ich halte diese Sabaeer für die spätem 
Sarakenen. Ob dies von Hiob's Sabaeern behauptet werde könne, 
hängt vom Alter des Romans ab. Da die Godzäm und Lachm Kahlä- 
niten sind, welche, wie wir sehen werden, numerisch den Haupt- 
bestandtheil des Sabaeerreiches bildeten, so waren sie vollkommen 
berechtigt, diesen Namen auf ihren Wanderungen nach Norden zu 
tragen. 

329. 0oc(^7)vch (W. A. B. C. N. ; ©apicW VA.). Nach Uranius 
bei Steph. 388 ist Thamuda eine Stadt in der Nähe der Nabataeischen 
Araber, und haben die Thamudener davon ihren Namen. Es ist 
recht leicht möglich, dass man den Hauptort auch Thamuda hiess; 
doch ist Thamüd wohl ursprünglich Volksname. Ich leite das Wort 
nicht von thamad, spärliches W r asser, her, sondern vermuthe, dass, 
da es für die Araber ein Fremdwort war, th für t und tamüd für 
tamudd stehe in der Bedeutung, welches dieses Verbum im Qorän 26, 
132 hat: erweitern, gedeihen machen. Uranius meint unter den 
Nabataeischen Arabern dasselbe Volk, welches nach Agatharchides 
die Küste des Golfes von Ayla bewohnte, so dass seine Thamudener 
zunächst ein Küstenvolk, vgl. § 27, sind. So sind sie auch bei 
Plin. VI, 28, § 157, welcher sagt: Hemnathae (var. Hemuathae), Aua- 
litae (var. Analitae, Acalitae), oppida Domatha, Hegra (var. Egra)- 
Thamudeni (var. Thamudaei), oppidum Badanatha; Garrei, oppidum 
Garriata (dafür hat Detlefsen bloss Gariati ohne Garrei und oppidum)- 
Achoali (var. Acitoali) , oppidum Phodac. Den Schlüssel zu dieser 
Stelle verdanken wir dem Scharfsinn Dozy's : er hat gezeigt , dass 
Phodac zu lesen und die Stadt Fadak, zwei, oder drei oder sechs 
Tage NO von Madyna, gemeint sei. In den Achoali erkennt er die 
Banü 'Owäl. Das ist gewiss richtig und wir gewinnen einen An- 
haltspunkt zur Orientirung, doch möchte ich achäo-'Owäl, Brüder der 
'Owäl, statt Banü 'Owäl in Achoali finden. Der häufige Ausdruck 
Zayd achü Qoraysch heisst zwar : Zayd ist ein Mitglied des Qaysch- 



203 



Stammes ; von einem ganzen Stamme gesagt, bedeutet aber Brüder so 
viel als affiliirt, so in Hd. 197 : Yaschy' wird von den Bekyl (b. Goscham) 
und von ihren Brüdern aus dem Stamme al-Fäyisch b. Schihäb 
bewohnt. Es kommen auch Fälle vor, wo mehrere Stämme als 
Söhne desselben Vaters aufgezählt werden, von zweien aber hervor- 
gehoben wird , dass sie Brüder , d. h. besonders eng mit einander 
verbunden sind. In unserer Zeit sind die Beduinen so zudringlich 
mit ihrer achüwa, Brüderschaft, gegen wehrlose, unbeschützte Dorf- 
bewohner, dass achüwa die Bedeutung Räubersold erhalten hat. So 
unlauter scheint die Brüderschaft der alten Araber nicht gewesen zu 
sein. In Hd. 161 ff. kommen mehrere Fälle vor, dass ein Stamm die 
Brüder eines andern genannt wird; so weit wir aber sehen können, 
bedeutet es Verbündete, Schützlinge, und diesen Sinn dürfte auch 
Achoali haben : die Fadaker waren Schützlinge des Nomadenstammes 
'Owäl, mochten aber von ganz anderer Abstammung sein. Die 'Owäl 
selbst dürften die-Aualitse sein. Vielleicht ist Acalto ursprünglich 
nicht eine Variante, sondern der Name eines Volkes neben den 
Aualitse. Die Variante wäre in diesem Falle so entstanden, dass 
ein Abschreiber den einen, ein anderer den andern der sich ähnlichen 
Namen ausgelassen. Acalitae hat nämlich Aehnlichkeit mit 'Iqäl 
(sprich: Ökäl). Die 'Iqäl aber gehörten, wie die 'Owäl, einem Zweig 
der Ghatafän an, und beide waren Nachbarn. Zu Anfang des Islam 
waren die Ghatafänstämme sehr mächtig von Madyna an gegen NO 
bis zur Syrischen Wüste. Sie versuchten es, gegen Mohammad 
Ghaybar zu schützen (Leben des Moh. III, 235) und ihn aus Madyna 
zu vertreiben (ibid. III, 270—273). Sie dehnten sich auch gegen 
al-Higr hin aus, wo sie mit den Hunn in Collision kamen, Ym. IV, 82. 
Bis Dümat algandal (Domatha) reichten sie zu Anfang des Islam nicht 
mehr, denn es hatten südarabische Stämme von jenen Gegenden 
Besitz genommen. Die Abtheilungen der Ghatafän sind bei den 
Genealogen: Morra und 'Abd, welche zusammen 'Iqäl geheissen 
werden, Dzobyän, wovon die 'Owäl und Iqäl mit Unrecht als Unter- 
abtheilungen gelten, die Fazära, Aschga , Thalaba, 'Abs u. s. w. 
In älterer Zeit mag die Gruppirung eine ganz andere gewesen und 
die nomadische Bevölkerung jener Gegend mag in f Owäl und 'Iqäl 
zerfallen sein. 

330. In den Städten Domatha und Hegra dürfen wir keine 
Ghatafäniten suchen, ausgenommen als Gäste und lästige Schutz- 
herren; ich vergleiche daher die HemnathaB mit dem Horitischen 



204 

Stamm Hemam (Gen. 36, 22). Zu Gunsten dieser Identification ist, 
dass er als Neffe Timna's (— Thumna = Ghaybar) dargestellt wird; 
dagegen ist ausser der Unähnlichkeit der Namen noch der Umstand, 
dass zwei Städte, welche schwerlich von ein und demselben Stamm 
bewohnt wurden, mit einander verbunden sind. Garriata kann nur 
Qorh, vgl. § 226, sein. Die Garrei werden dadurch selbstverständ- 
lich zu Qorhaeern. 

Plinius lässt also in der Gegend, wohin der Qorän die Thamü- 
daeer versetzt, keinen Raum für dieselben, sondern beschränkt sie 
auf Badä (§ 22) und die Küste. Unter den alten Autoren ist Ptole- 
maeus der einzige, welcher sie auch unter den Binnenvölkern er- 
wähnt. Entweder wurden die Hemnathae und Garrei als Zweige der 
Thamüdaeer angesehen und gehörten auch diese dem Horitisch-edo- 
mitischen Volksstamme an, oder aber die Thamüdaeer waren in alter 
Zeit nur im Besitze von Laba, § 211 , und der Steppen südlich da- 
von und bemächtigten sich erst später des Bezirkes von Wädiy 
alqorä. 

331. Eitoc 7uapa tov ZajAYjTa to opo; ocxo [aev Sutsox; ocutou 
NaxaToaoi x.o£i AfrpiTai, >tai 7rpö; auT<3 Mai(7ai|/.avsi€ xal Oü&rivoi. axb 
Se avaToXwv Aatyjvol xod 'Aaaxyjvoi xal 'Io^uatxat. oltzo §s [/.eoY)(/.ßpia? 
KaravlTat, eira OavousiTou. toutcov §' oltzo Sugsco; Mocvitoci, uxsp oü; 

332. \tzoltoliqi (A. B. G. N. VAGDFOx. Latt.) sind unbekannt; 
aber Wilberg's Text hat, ich weiss nicht auf welche Autorität ge- 
stützt, TNoc7wcTatoi , d. h. , da die Araber den Laut p nicht haben, 
Nabataeer. Zu Anfang des Islam bestand die Einwohnerschaft aller 
Städte Nordarabiens, wie Taymä, Qorh, Ghaybar, Fadak u. s. w. 
aus Juden. Ob sie leibhafte Söhne Israel gewesen sind, ist zu be- 
zweifeln ; aber sei dem wie ihm wolle , so lässt die Analogie schliessen, 
dass auch zur Zeit des Ptolemaeus diese Städte eine andere Bevölke- 
rung beherbergten als die umhegende Wüste , und sie als Nabataeer 
bezeichnet wurde. Da Nabataeer überhaupt so viel bedeutet als ver- 
bauerter Beduine, mit gemischtem Blut, so entsteht die Frage, ob 
diese Nabataeer Ausläufer von den Nabataeern in Petra waren , oder 
ob sich hier, unabhängig von denselben, durch Mischung von Be- 
duinen und den frühern Einwohnern dieser Städte eine Race von 
Nabataeern gebildet habe. Dafür, dass sie Absiedler aus Idumaea 
waren, spricht, dass die Nabataeer (die , welche die Küste der Bucht 
von 'Aqaba-Ayla bewohnten?) nach einem viel fernem Lande eine 



205 

Colonie gesandt hatten. Plin. XII, 20, § 98: Ex confinio casiaö 
cinnamique et cancamum ac tarum invehitur , sed per Nabataeos Tro- 
glodytas, qui considere ex Nabataeis. 

333. ÄS-pnrat (W. A. G. N.; 'Aa-pomxi B.; Athrcetae VS. Intpr.), 
mag für 'Odzra, welches wegen des 'Ayn etwa wie Aothra lautet, 
stehen. Die 'Odzra sind ein südarabischer Volksstamm aus der 
Race der Qodhä'a, welcher sich zu Anfang des Islam schon weit 
im Norden , nämlich vorzugsweise an der Ostseite des Todten Meeres 
befand. Doch gab es auch damals 'odzraische Lager bei Wädiy 
alqorä neben den Ghatafän. Dieses ist gerade die Position, welche 
die Athritae in der Karte des Serailcodex einnehmen. Ihre weiteste 
Ausdehnung gegen SW scheint damals zwischen Rohba und Soqyä- 
Yazyd gewesen zu sein (Ym. IV, 702). In älterer Zeit trieben sie 
sich zwischen Madyna und Ayla herum, und sollen sogar einige 
Zeit über erstere Stadt das Regiment geführt haben. 

Die Einwohner von Yathrib , § 231 , bestanden vor dem Islam 
aus Arabern und Juden (wohl bekehrte Nabataeer). Erstere hi essen 
sich seit des Propheten Ankunft in ihrer Mitte Ancär, Gehülfen, in 
Bezug auf die Qoränstelle 3, 45. Früher hatten sie den Namen 
Banü Qayla und hielten sich für einen Zweig des königlichen 
Stammes Ghassän. Im ferneren Alterthum scheinen sie für 'Odzra 
gegolten zu haben, denn die Genealogen berichten, dass Qayla, ihre 
Mutter, eine Enkelin des 'Odzra war. Es scheint mir, dass man 
der Qayla einen Ghassäniten zum Mann gab, um der Eitelkeit der 
Madyner zu willfahren, vgl. § 276. 

334. Muanpaveic (W. A. B. G. N. ; M*nu|Aatvttc VAS. Bas. ; 
Mouaspavsi; VC.; Misaumanes, Mai<iau[/.avsi; VM.; Mvacat^avei? Vvulgo). 
Wenn in Mnasaimanes beide Mal m für b steht, vgl. § 235, eine 
Verwechslung , welche in Ptolemaeus so häufig vorkommt, dass 
wir annehmen dürfen, sein Berichterstatter habe einen Dialekt ge- 
sprochen, worin diese Verwechslung beliebt war, so erhalten wir 
Bnasaibanes, woraus wir Banü Schaybän machen. Ich bin nicht 
im Stande, die ältesten Wohnsitze der Schaybän in der Gegend, 
wohin sie Ptolemaeus versetzt, nachzuweisen, glaube aber, dass 
sie daselbst gewesen sein können , denn sie bildeten die Kerntruppen 
des Kinditischen Königs Akil almorär, dessen Feld der Thätigkeit 
hier war, vgl. § 351. Ferner hiess auch die Familie, welche das 
Heiligthum der Göttin 'Ozzä zu Nachla (zwischen Qarn und Makka) 
hütete, Schaybän. Diese Familie wurde allerdings zu dem Stamm 



2ÖÖ 

Solaym gerechnet ; aber wir werden in § 350 Beispiele finden , dass 
privilegirte Familien häufig fremden Ursprunges, aber dennoch von 
dem Stamme , unter dem sie leben , anerkannt , und wohl auch zu 
den Ihrigen gezählt werden. Die Priesterfamilie Schaybän mag also 
vom Bakrischen Stamme Schaybän bei dem Heiligthume zurück- 
gelassen worden sein. 

335. OüSyjvoi (W. A. B. G. N.; OuaSyjvot Vvulgo). Aud ist 
ein viel verzweigter Stamm in Südarabien, namentlich im Sarw- 
Madzhig, der aber nie in die Nähe des Schammar gekommen ist. 
Südöstlich vom Berge Salmä gibt es einen Ort Ud , dem aber kaum 
ein gleichnamiger Stamm entspricht. Vielleicht ist der Iyädstamm 
'Audz-Manät, dessen Name Tabary einfach ^ schreibt, zu verstehen. 

336. Aatvjvot (W.; Aaucvivoi B. N. VGDFOx. Latt. ; Aawttvoi 
VA; Aoußmvoi C). Die in § 191 erwähnten Lihyän. Die Lihyan 
des Binnenlandes haben sich, dieser Angabe zufolge, von Sitär, 
§ 190, wo ihre Hauptsitze waren, weit gegen Westen hin aus- 
gedehnt. 

337. Ädormvot (B. VCDS. Intp.; 'Aca^vot W. VBEF. Pal. 1 
Öx. M. Bas; Accruvoi VA.; 'A^TaxTivoi N. Vvulgo). Die Asaditen 
lebten im Islam , wie Wüstenfeld richtig bemerkt , in einem Land- 
strich zwischen Bagra und Madyna. Südlich vom Schammargebirge 
würde ihre damalige Lage richtiger bezeichnen, als östlich, doch 
haben unter den Stämmen jener Gegenden bedeutende Verschiebungen 
stattgefunden, und selbst im Islam gab es Asaditische Besitzungen 
östlich und nordöstlich vom Schammar, wie W. Armäm, Dzü Arät 
und Dzü Achthäl mit Saatfeldern, „wo man von Thalabyya nach 
Bagra kömmt'. 

. 338. 'IcAsiGiTai (A. B. G. N. VADFOx. M.; Miste S. Bas. Intp. ; 
I (Austrat. W. VBE. Pal. 1; 'IcAugsitou VC.), ist ein Schreibfehler 
statt Jodeisitae — Lamda für Delta — denn er meint die Iyäd. Sie 
gehören zu den Syf- Arabern, d. h. zu den Stämmen, denen die 
Perser die Erlaubniss gaben , während der trockenen Jahreszeit ihre 
Heerden in den Niederungen am Meere zu weiden. Durch diese Ab- 
hängigkeit wurden sie in die Händel zwischen den Parthern und 
Römern hineingezogen, und gingen einer vorübergehenden grossen 
Wichtigkeit (vgl. Blau, ZDMG. 27 , 342) , aber auch ihrer Auflösung 
entgegen. Zu Anfang des Islam gab es noch Iyäd in und bei Hyra, 
und ihr Dichter Abu Dowäd , dem wir fast Alles , was wir über sie 
wissen, verdanken, hat sich bemüht, ihnen ein rühmliches Andenken 



207 



zu stiften. Für uns ist wichtig, aus Yäqüt nachweisen zu können, 
dass Lagäf und Thabra (vgl. § 265) zu ihren Wasserplätzen gehörten, 
und sie sich von da bis in das Sitär und den etwas nördlich davon 
gelegenen Ort, der den Namen Batn-Iyäd bewahrt hat, erstreckten. 
Dieses ist die Position der Jodeisiten des Ptolemseus und wohl auch 
der Sitz , den sie einnahmen , als sie noch ihre Unabhängigkeit 
wahrten. Ghälyd b. Walyd traf in seinem Zuge von Babylonien 
nach Syrien Iyäditen in 'Ayn-'Obägh und Qandaudä, und zwar in 
letzterm Orte vereint mit Kinditen und Persern. Das ist charakte- 
ristisch, denn es zeigt, dass sie gleichsam Vorpostendienste thaten. 
Dieses ist historisch und spricht für die Wahrscheinlichkeit , dass sie 
in früherer Zeit, als sie zahlreich waren, in Tha labyya und Zobäla, 
an der arabisch-babylonischen Handelsstrasse, eine ähnliche Rolle 
spielten, und ein Stamm von Söldnern waren, der aber auch die 
Aufgabe übernommen hatte, die über Tha'labyya führende Strasse 
für den Verkehr offen zu halten. Fresnel hat in den Joleisiten die 
Gadys entdeckt; dieses Volk aber, wenn es je existirt hat, lebte 
nie in dieser Gegend, sondern dicht an den Marithi montes. 

339. KocTavrrou. Unmittelbar südlich von Schammar ist Qacvm. 
Hd. 286: al-Qacym (die Stadt) gehört den 'Abs, al-Nibäg den Banü 
Magyd aus dem Qorayschstamme, al-Baqqär den Banü Qatan, einem 
Zweige der Nomayr , AaM (var. *jx)\) gehört dem Dhinna (Dhabba ?), 
einem Zweige der Nomayr, al-Sirr den Banü *i%o, einem Zweige 
der Nomayr. — Diese Qatan haben genau die Lage der Katanitai 
des Ptolemgeus. Ausserdem gibt es einen Stamm Qatan b. Yarbu , 
welcher, zusammen mit den Stämmen Zayd und Labyd, Bädiya 
geheissen wurde. Sie lebten aber in Yamäma, ganz nahe bei der 
Hauptstadt Hagr. Qatan ist auch der Name eines Berges , dessen 
Lage mit der der Kataniten übereinstimmt. Um ihn zu finden , gehe 
man von Fayd zwei. Tage auf der Fayd-Madynastrasse bis Hägir. 
Dieser Station entspricht auf der Nibäg-Madynastrasse al-Qowära, 
welches südöstlich von Hägir liegt. Ym. IV, 138: Zwischen al- 
Qowära (nicht al-Fawwära) , einem Dorfe , und dem Westen erhebt 
sich ein Berg, welcher Qatan geheissen wird, und da sind Wasser- 
plätze der 'Abs. Weniger präcis und genau ist die Bezeichnung: 
Qatan liegt zwischen Hägir und Madin. Ym. II, 501: Dicht am 
nördlichen Ende von Qatan (nicht Qatr) , zwischen diesem Ende und 
Habgarä, sind zwei Berge, welche die zwei Feigen (al-Tynän) ge- 
heissen werden und den Banü Faq as gehören, und zwischen den- 



208 

gelben ist das Wädiy Chaww. Ym. EI , 592 : Ghaww , ein nahe bei 
Qatan gelegenes Wädiy, fliesst in das Wädiy al-'Oschayra, welches 
gegen Süden läuft und in das Wädiy Roma fällt. 

340. eavouixat (A. B. G. VADMG ; Thanuitse Latt. ; Oavousmu W. ; 
0avou7)Tat Vvulgo; 0avtxai VFOx.). Der arabische Name dieses 
Stammes ist Tanüch. Wir finden zwar die Genealogie Tanüch 
b. Taym-Alläh b. Asad b. Wabara b. Taghlib . . b. Qodhaa, doch 
wird zugegeben, dass dieser Stamm nicht aus angeblichen Bluts- 
verwandten , sondern aus conföderirten Stammesabtheilungen und Fa- 
milien bestand. Dieses Factum ist Angesichts der Dichtungen über 
die arabischen Stämme , welchen zufolge die Mitglieder eines jeden 
Stammes Nachkommen ein und desselben Patriarchen sind, von 
Wichtigkeit. In moslimischer Zeit bildete sich auf demselben Flecke, 
wo die Tanüch gelebt hatten, die Gonföderation der Qarmatier, 
welche zu so grosser Macht gelangten , dass einige Zeit der Ghalyfa 
vor ihnen zitterte. In alter Zeit dürften solche Verbindungen zur 
Erlangung gemeinschaftlicher Interessen nicht selten gewesen sein, 
und ich werde daher noch öfter Gelegenheit haben , auf diesen Gegen- 
stand zurückzukommen. 

341. Tabary, Manuscr. des Brit. Museums, Fol. 153; in 
Bahrayn waren eine Menge Azd, die von 'Amir Mä-1-semä b. Häritha 
abstammten und zur Zeit des 'Imrän b. 'Amr (Mozayqiyä § 376) 
sich daselbst angesiedelt hatten. Es kamen dann von Tihäma 1) und 
2) Mälik und c Amr, die Söhne des Taym- Allah . . . b. Qodha'a, mit einer 
Anzahl Leute ihres Stammes; 3) al-Chanfar. . . b. Qonnoc b. Ma'add 
mit allen Mitgliedern des Stammes Qonnoc ; 4) an sie schlössen sich 
an, Ghatafän b. f Amr b. al-Lisän (al-Tamathän) b. f Ud ('Audz-Manät?) 
b. Yaqdom b. Afcä b. Do'mä b. Iyäd b. Nizär b. Ma add; 5) Zohayr 
b. al-Härith, ebenfalls aus den Iyäd; 6) Qabyh (?), ebenfalls ein 
Iyädite. So sammelten sich in Bahrayn eine Anzahl arabischer 
Stämme und schlössen ein Bündniss da zu verbleiben (das ist die 
Bedeutung Von Tanüch) und verpflichteten sich zu wechselseitigem 
Beistand und wurden somit Eine Macht allen andern Menschen gegen- 
über. Sie erhielten den Namen Tanüch, und unter diesem Namen 
vereinigten sie sich so consistent wie ein Stamm. Tabary erzählt 
ferner, wie diese Eidgenossenschaft die Zerfahrenheit Persiens be- 
nützte, um Eroberungen am Euphrat zu machen. Ueber die letzten 
Wohnsitze der Tanüch, in welchen sie sich endgültig ablagerten, 
sagt Hd. 231: Links von den Bahrä, in dem Lande, welches das 



209 

(Mittelländische) Meer berührt, sind die Tanüch. Da sind die Wohn- 
sitze der (Familie) al-Qacyc, welche die Herren und die Zuflucht 
der Tanüch sind (d. h. die Qagyc. bilden die Kriegerkaste unter ihnen). 
Zu ihrem Gebiet gehört Lädaqyya. — Die Tanüch sind also die 
Väter der Nocayrer. 

342. Mavmu (W. A. B. G. N. ; MawjTat VPal. 2). Die Man 
werden in der Legende von Zayd b. Häritha, eines Sklaven des 
Mohammad, erwähnt, denn Zayd's Mutter gehörte diesem Stamme 
an. So viel wir aber wissen, lebte dieser Stamm zu Anfang des 
Islam nordwestlich, nicht südwestlich vom Schammar. Die Man 
waren ein Zweig der Tayy, welche zu Anfang des Islam ihren 
Hauptsitz in den Schammargebirgen , welche desswegen die zwei 
Berge der Tayy genannt wurden, hatten. Von da dehnten sie sich 
nach allen Seiten hin aus. Alle Tayystämme standen unter Einem 
Phylarchen, dessen Ansehen so gross war, dass sie ihm die Mirba , 
ein Viertel des Raubes , welchen sie machten , entrichteten. Wegen 
dieser Gentralisation galten sie als mächtig; für die muslimischen 
Rhapsodisten, welche die Heroenzeit Arabiens verherrlichten, sind 
sie die ritterlichsten aller Stämme. Sie stammten aus dem Süden 
(vgl. § 417), und es fragt sich, ob sie sogleich bei ihrem Erscheinen 
im Norden jene Wohnsitze , welche man für den natürlichen Schwer- 
punkt des politischen Uebergewichtes von Nordarabien hält, eroberten, 
lieber die Zeit jener Strömung von Süden gegen Norden, an welcher 
sie Theil nahmen, berichtet Plin. VI, 28, § 157: Nabatseis Thi- 
maneos iunxerunt veteres, nunc sunt Taveni, Suelleni, Arraceni, 
was heissen mag : jetzt leben unmittelbar südlich von Arabia Petrsea 
die Tayy, die Thuäl und die Sarakenen (vgl. § 328). Die Thuäl 
waren unter den vier Hauptzweigen, in welche die Tayy zerfielen, 
derjenige, zu welchem das regierende Geschlecht und auch die Man 
gehörten. In den Palmyrenischen Inschriften kommt das Patro- 
nymicum Many vor, was zur Vermuthung führt, dass die Man 
die nach Palmyra führende Strasse , § 223 , beherrschten. Vielleicht 
sind unter den Tainni des Uranius bei Stephanus , und unter Tainnaii 
in Scaliger's Fragm. barbarolat. ebenfalls die Tayy zu verstehen. Nach 
ersterer Quelle waren sie ein Volk südlich von den Sarakenen. 

343. Ato:7,voi (A. B. C. N. VCD. Latt.; 'ÄXowtivoi VAFOx; 
Wjly-ryoi w.; £ocXa7UY)voi Vvulgo). Insofern die Lage — östlich 
von Phalagnu = Falga, und von Karna — entscheidend ist, müssen 
die Kiläb gemeint sein, £<xXa7nivoe ist also ein Schreibfehler für 

U 



210 

Ka>a7U7)vot. Die wichtigsten Niederlassungen hatten die Kiläb in 
Himä-Dharyya , an dessen südwestlichem Ende Falga = Phalagna 
liegt; von dort dehnten sie sich nicht ohne Unterbrechung bis Gho- 
bayr, ganz nahe bei Qarn almanäzil = Karna, aus. Ueberhaupt war 
kaum ein Stamm im eigentlichen Nagd so zahlreich vertreten, wie 
die Kiläb. Sie gehörten also zum Verband der Minseer. 

344. MoLki X 7.i (W. A. B. G. N.; Mayen™ Vvulgo). Die Po- 
sition dieses Stammes hat Ptolemaeus sehr genau bezeichnet: ergeht 
vom Schammargebirge gegen das Gebiet der Kinaidokolpiten , dessen 
Schwerpunkt ihre Regia , Zaaram , war , und wo er in dasselbe ein- 
tritt, begegnet er den Malichai. Es fragt sich nur noch, wie weit 
die Grenze von Zaaram entfernt war. Das lernen wir aus Plinius ; 
denn er heisst das nur eine halbe Tagreise davon entfernte Makka 
Mariaba Baramalacum , § 233 , wo das aramseische Bar statt Ibn steht 
und Baramalacum adjectivisch oder für Baramalacorum gebraucht sein 
kann. Aus arabischen Urkunden lernen wir, dass das wichtigste 
Amt beim Pilgerfeste in grauer Vorzeit von den Kinditen auf die 
Banü Mälik überging (vgl. § 358). Nach der Sitte der Genealogen 
vertritt der mythische Patriarch den Stamm und desswegen lautet 
die Tradition: es ging auf Mälik b. Kinäna über. Die Familie, 
welche es bis zum Erscheinen Mohammad's verwaltete, lebte nicht 
in Makka , sondern mit andern Familien , welche sich als Seitenlinien 
betrachteten, wie die 'Amr b. al-Härith b. Mälik, in der Nähe, und 
desswegen trennten sie einige Genealogen von den Qoraysch , Be- 
wohnern Makka's , und liessen für sie die Genealogie : sie sind Nach- 
kommen des Mälik, eines Sohnes des Kinäna, gelten. Dadurch 
wurde Banü Mälik in Uebereinstimmung der zu Anfang des Islam 
bestehenden Gruppirung und üblichen Nomenclatur auf eine Familie 
oder Stammesabtheilung beschränkt. Es war aber bekannt, dass die 
Benennung Qoraysch , ■ d. h. Zusammenkratzer , für die Bewohner 
Makka's neuern Datums sei, noch konnte es in Vergessenheit ver- 
fallen sein , dass sie einst Banü Mälik geheissen wurden. Man con- 
struirte also für sie folgende Genealogie : sie sind die Söhne des Fihr, 
welcher den Beinamen Qoraysch trug ; Fihr aber war ein Sohn Mäliks. 

345. Kai U770 [j.ev tou^ Mavtra«; yj ivrbc, £[7„upvo<p6pQc /wpa* siTa 
Mivaioi piya sö-vo?* o<p oü? Aojcap'/ivot xa! MoxpiTai' sfra Ettßatot Jtal 
'kyjiTOLi uTuep ttiv KXi^axa to opo?. 

Die innere Myrrharegion , welche hier zuerst genannt wird, 
werde ich in §§ 370 — 374 besprechen. 



211 

346. Mtvöffoi [jiyj. sD-vo; (Mvivatot VF. Pal. 2 Ox.); Mivvatoi 
Diod. Sic, Steph. Byz. nach Markian und Dyon. Per. 959. Stephanus 
unter Minöa kennt eine Stadt dieses Namens in Arabien, deren 
Bewohner Minoitcn heissen; Strabo schreibt Mswociot, dazu bemerkt 
Groskurd: diese Leseart findet sich nur bei Strabo, sowohl hier, 
S. 768, als S. 767 ; doch schwanken die Handschriften zwischen Mst- 
vatoi, Mvivatoi und Msvatot; in § 4 heisst auch ein Land MstvaToc. 

Ueber die Lage der Minaeer, des grossen Volkes, konnten die 
Gelehrten nicht einig werden. Maassgebend sind die Angaben des 
Eratosthenes und Ptolemaeus, weil sie als Kartographen bemüht 
waren, sich vom Lande eine klare Vorstellung zu machen, während 
die erzählenden Geographen dieses Bedürfniss weniger fühlten. Der 
Erstere sagt bei Strabo 708: dieses äusserste Land bewohnen vier 
grösste Völker. Zuerst (am nächsten bei Syrien) den Theil am 
Rothen Meere die Minaeer, deren grösste Stadt Karna ist; diesen 
sich anschliessend die Sabaeer. Aus Ptolemaeus' Andeutungen über 
die Wohnsitze der Minaeer, die an Präcision zu wünschen übrig lassen, 
hebe ich vorerst hervor, dass auch er die Sabaeer südlich von den 
Minaeern versetzt, und sich soweit mit seinem Vorgänger in Ueberein- 
stimmung befindet. In der Karte zum Serailcodex und zur Ulmer 
Prachtausgabe stehen die Minaeer etwa in der Breite von Ghargatha, 
sage in 19° 30; aber in der einen weit westlich, also im Gebirge, 
und in der andern weit östlich, also im Sandmeere. Ich versetze 
sie ungeführ in dieselbe Breite, aber in Rücksicht auf ihre Handels- 
thatigkeit an die grosse Verkehrstrasse, und sehe Karman regia, 
dessen wahre Lage Br. 19° 5', L. 42° 40' Greenw. sein mag 
(vgl. § 237), als ihre damalige Hauptstadt an. 

347. Wir können nun den Bericht des Plin. VI, 28, § 157 
deuten : Minaei quorum Gharamaei, oppidum XIV mill. pass. Mariaba 
Baramalacum, et ipsum non spernendum, item Carnon, d. h. ihre 
Stadt ist Benät-Harb, hat 14 Meilen im Umfang, ihnen gehört Makka 
(vgl. § 233), das auch nicht zu verachten ist, wie auch Qarn al- 
manäzil. Letztere Stadt scheint zur Zeit des Eratosthenes die Haupt- 
stadt gewesen zu sein. v 

348. Nun fährt aber Plin. § 158 nach einem Zwischensatz von 
einer Zeile, an die soeben angeführte Stelle anschliessend, fort: 
Nomeritae, Massala oppido; Hamirei, Gedranitae, Amprae, Ilisanitae, 
Bachilitae. Wir finden hier viele von den Stämmen, welche noch 
zu Anfang des Islam zwischen Benät-Harb und Makka lebten. 



212 

Ueber die Nomeritse siehe § 371 ; sie waren weit östlich oder nord- 
östlich von diesen Regionen. Die Hamirei, d. h. die Banü-'Ämir 
b. Qaca a waren am stärksten im Nagd, nahe bei den Nomayr, ver- 
treten, aber Magäma, bei Tathlyth, wird nach ihnen das Macäma 
der Banu f Amir geheissen (Hd. 150), und weiter nördlich streiften 
sie sogar über die Weihrauchs trasse hinüber und griffen einmal 
Täyif an (Leben des Moh. III, 394). Die Gedranitae, d. h. Gadara, 
waren zu Anfang des Islam entweder ganz oder fast ganz erloschen ; 
ihr Name aber lebte in der Geschichte der Kaba fort, denn sie 
sollen desswegen Gadara genannt worden sein, weil ihr Ahnherr 
die gadr, Mauer, des Tempels wieder hergestellt hat. Man zählt sie 
zu den Hodzayl und auch zu den Azd. Alles, was wir von ihnen 
wissen , deutet dahin , dass sie auf den Bergen westlich von der 
Weihrauchstrasse wohnten. 

So viele Unterabtheilungen von Stämmen heissen Banü 'Amr, 
dass es uns unmöglich wird, über die Amprae zu verfügen. Die 
Ilisanitae sind wie die Gedranitae ein erloschenes Geschlecht, welches 
nur in der Geschichte der Pilgerfahrt erwähnt wird. In Qorän 2, 
195 liest Sa yd b. Gobayr: verrichtet also das „Durchdrängen", wo 
es Ilyäs verrichtet hat. Der grosse Rechtslehrer hielt also Ilyäs für 
eine Person ; nach Sohayly aber ist in der Genealogie der Name des 
Patriarchen, von welchem die Makkaner und die meisten ihrer Nach- 
barn abstammen, nicht al-Yäs, sondern Ilyäs, Elias zu lesen. Aus 
dieser Anwendung schliessen wir, dass Banü Ilyäs ein erloschener 
Stamm war, dessen Namen in der Genealogie zur Ausfüllung ver- 
wendet worden ist, und dass er einst mächtig war, und nach seinem 
Erlöschen noch immer als Autorität in der Liturgie galt. Zur Zeit 
Hamdäny's waren die Bachilitae , d. h. die Bähila , im Besitze von 
Waschm, also weit von der Weihrauchstrasse entfernt; zu Anfang 
des Islam aber treffen wir sie noch in Byscha-Yaqtzän, der zweiten 
Station nördlich von Benät-Harb. Zu diesen Stämmen, welche inner- 
halb des Gebietes der Minaeer an der Weihrauchstrasse wohnten, 
kommen noch die Malichae zu Makka, welches von Plinius ebenfalls 
unter den Städten der Minaeer erwähnt wird. Wir sehen also, dass 
das Land, welches wir den Minaeern anweisen, von andern Stämmen 
besetzt war, und kein Raum für das grosse Volk übrig bleibt. 

349. Ein Volk waren auch die Minaeer nicht, sondern eine Con- 
föderation, welche die soeben erwähnten und viele andere Stämme 
umfasste und an deren Spitze ein militärisch organisirter Stamm 



213 

stand. Wer sich einen Begriff von einem militärisch organisirten 
Stamm machen will, studire die Einrichtungen der Drusen auf den 
Libanon und in Hauran. Die Regierungsform ist patriarchalisch- 
aristokratisch. Das Volk zeichnet sich durch Arbeitsamkeit, die erbliche 
Aristokratie durch Ritterlichkeit und Uneigennützigkeit , und beide 
Stände durch an Askese grenzende Genügsamkeit aus. Das Individuum 
geht in dem Stamm auf, und innerhalb der Gemeinde herrscht strenge 
Sitte. Ich kannte zwar einen drusischen Häuptling, dessen Frau eine 
tschirkessische Sklavin war, aber gerade dieser Mann sagte mir, dass 
solche Verbindungen, und überhaupt Umgang mit Sklavinnen, in der 
Regel unerlaubt sind. Polygamie ist nicht verboten, aber wird, wenn 
sie blos zur Befriedigung der Sinnlichkeit dienen soll, von der öffent- 
lichen Meinung verdammt. Aussereheliche Verhältnisse innerhalb der 
Gemeinde werden durch die strenge Zucht der Frauen unmöglich 
gemacht. Um den Geist der Disciplin aufrecht zu halten, schreibt 
die Religion lästige Observanzen vor, wovon das bekannte Hörn, 
welches den Kopfschmuck der Frauen bildet, die absonderlichste und 
eine der beschwerlichsten ist. Das Volk hat das unbedingteste Ver- 
trauen auf seine Führer, die nicht ohne Bildung sind, und gehorcht 
ihnen auf den Wink. Wenn ich auf meinem Dache einen Schuss 
abfeuere, sagte mir Schaych Yüsof, strömt augenblicklich die ganze 
männliche Bevölkerung der Umgegend bewaffnet zusammen. Durch 
solche Einrichtungen war es bisher den Drusen möglich geworden, 
glänzende militärische Erfolge zu erringen und ihre Nachbarn mit 
einer Art Wunderglauben an ihre Unüberwindlichkeit zu erfüllen. 
So haben sie vor etwa dreissig Jahren in Hauran die Vorbereitungen 
zum Empfang eines von Damascus gegen sie abgesandten bedeutenden 
türkischen Armeecorps so kunstvoll eingerichtet, dass die türkische 
Regierung nie erfahren konnte, was daraus geworden ist. Die Leute 
wurden bis auf den letzten Mann vernichtet, aber wo und wie, bleibt 
ein schreckenerregendes Geheimniss. Doch ungeachtet aller Energie 
und alles Pochens besteht die Macht solcher Völker eigentlich in der 
schlauen Diplomatie ihrer Häuptlinge: sie wissen auszuweichen und 
nachzugeben, wenn sie Widerstand für gefährlich halten, zugleich 
aber ihre Würde zu behaupten. 

350. Solche Stämme hat es in Arabien immer gegeben und 
gibt es noch, wie z. B. die Dzü Mohammad und Dzü Hosayn, von 
denen Maltzan berichtet. Die Machtfülle, der Gebietsumfang und die 
innere Organisation dynastischer Stämme gestaltet sich je nach 



214 

Umständen sehr verschiedentlich. Im Allgemeinen darf man be- 
haupten, dass unter der tropischen Sonne die menschlichen Schwächen 
noch greller hervortreten, als bei uns, und dass sich trotz der Auf- 
schneidereien der Beduinen betreffs ihres Unabhängigkeitsinnes und 
ihrer Tapferkeit, die Regierungsform solcher Stämme, je sicherer sie 
sich fühlen, desto mehr zur Monarchie in ihrer verlumptesten Form 
hinneigt. Als Beispiel einer solchen Monarchie sei erwähnt, dass 
420 muslimische Reiter genügten, den Okaydir, König von Duma und 
Beherrscher der Kalbiten, gefangen zu nehmen. Doch fehlte es ihm 
nicht an Glanz und Mitteln; er konnte den Siegern 2800 Kameele, 
400 Kuirasse und eben so viele Speere als Lösegeld für seine werthe 
Person anbieten, und erschien dann in Madyna vor Mohammad in 
Atlas gekleidet und , da er Christ war , mit einem goldenen Kreuze 
auf der Brust (Leben des Moh. III, 417). Ebenso erbärmlich waren 
die Tayy, der ritterlichste Stamm Centralarabiens. Die meisten 
Zweige desselben schlössen sich aus Verrath dem Mohammad an. 
Endlich rückten 200 Muslime oder weniger gegen ihren Fürsten. 
Er ergriff ohne Schwertstreich die Flucht und seine Schwester fiel 
in Gefangenschaft. Dieses ereignete sich in dem Heroenalter der 
arabischen Geschichte und die gefangene Prinzessin war die Tochter 
des wegen seiner grenzenlosen Freigebigkeit bis auf den heutigen 
Tag sprüchwörtlichen Hätim. 

Im Alterthume, während der Kaufmannsperiode, war mehr Gold 
unter den Arabern, und die dynastischen Geschlechter konnten mit- 
telst dieses Hebels ihre Machtsphäre erweitern und sich ungestörter 
ihrem Hang zu barbarischer Prachtentfaltung hingeben. Strabo 781 
berichtet auf die Autorität eines Augenzeugen, des Aelius Gallus: 
es ist ein allgemeiner Fehler aller Könige der Araber, dass sie sich 
um die öffentlichen, besonders den Krieg betreffenden Geschäfte nicht 
sehr kümmern, sondern alles der Willkür des Statthalters überlassen. 
Die Sitte, dass dem König ein Majordomo zur Seite stand, reicht in 
die Zeit hinein, über welche uns die muslimischen Geschichtschreiber 
einigen Aufschluss geben; denn auch in Hyra war der „Radyf" der 
Lenker des Staates. Radyf bedeutet wörtlich eine Person, welche 
hinter einer andern auf einem Kameel sitzt ; man gab diesem Würden- 
träger diesen Titel, weil ihm jede Ehrenbezeugung, welche dem 
König gebührte, nach dem Könige dargebracht werden musste. Sie 
hatte in Arabien denselben Ursprung und dieselben Ursachen wie im 
Frankenreiche. Der herrschende Stamm, dessen Exponent der König 



215 

war, wurde entnervt und ein anderer lebensvollerer Stamm hielt 
das Reich zusammen, und wurde am Sitze der Regierung durch den 
Radyf repräsentirt. Es ist charakteristisch für die damalige Gesin- 
nungsart der Araber, dass das verkommene herrschende Geschlecht, 
sobald es die Macht des Selbstschutzes verloren hatte, durch den 
stärkern Stamm nicht sogleich beseitigt wurde. Im Islam tritt diese 
Pietät für den Amyr in den mit dem Morde Othmähn's verbundenen 
Streitigkeiten hervor, aber theoretisch und als Agitationsmittel. That- 
sächliche Geltung hatte sie zu Anfang des Verfalles des Chalyfats. 
Diese Pietät und die religiösen Feste (§ 335) sind die Ursachen, 
warum es zur Zeit des Aelius Gallus in Arabien so grosse nominelle 
Reiche gab. Er hatte dreissig Tage zu marschiren, ehe er das Ende 
des Reiches des Aretha erreichte, dann trat er in das meist von 
Nomaden bewohnte Königreich des Sabos ein, das er in fünfzig Tagen 
durchschritt. Selbstverständlich war die Macht dieser Könige über 
ihre Unterthanen nicht gross, doch waren sie, wie wir aus dem 
Periplus lernen, im Stande, räuberische Nomadenstämme zu züchtigen, 
und somit die grossen Verkehrsstrassen für Karawanen offen zu 
halten. Das geschah, indem die Handelsfürsten halbwilde Horden 
durch Vortheile, welche sie ihnen am Karawanen verkehr zugestanden, 
und durch Fütterung bei religiösen Festen dazu vermochten, andere 
ganz wilde im Zaume zu halten. Ich werde auf die Constitution 
arabischer Reiche in § 399 zurückkommen. 

351. Ich glaube, dass die Kinditen oder die Vorgänger der Kin- 
diten der dynastische Stamm der Mingeischen Gonföderation waren. 
Bis ungefähr 570 n. Chr. war die Hauptmacht der Kinda im Nagd 
und hatte eine so grosse Bedeutung, dass die Byzantiner mit ihnen 
in diplomatischem Verkehr standen (Caussin de Perc. II, 265 ff.). 
In Ym. IV, 746 werden die Grenzen des Reiches während der Regie- 
rung Hogr's angegeben wie folgt: Es lag zwischen Tamyya, einem 
Hügel im Nagd und Himä Dharryya , und dehnte sich aus bis Dära 
Golgol, w r elches zum f Aqyq gehört, bis Batn-Nachla-Schämmyya (bei 
Qarn) , bis Hozna (?) , bis al-Laqt (?) , bis Afyh , bis 'Amäya , bis 
'Amäyatän (Abänän?), bis Batn al-Garyb, bis Malhüb und bis Molay- 
hyb. Nagd heisst man das Land, das sich von Batn Roma an hebt und 
bis zu den Gebirgspässen von Dzät-'Irq hinansteigt. Die Gebirge, 
welche sich über Dzät-'Irq erheben , heisst man nämlich 'Irq. Ich 
halte es für überflüssig, diese Grenzbestimmungen zu beleuchten; 
denn besieht man sie näher, so kommt man zur Ueberzeugung , der 



216 



Verfasser beschreibe den Umfang des Nagd im engern Sinne (vgl. § 50) 
und er habe ohne genügende historische Autorität die Grenzen des 
Nagd für die des Kinditischen Reiches hingestellt 5 ). 

Die Kinditischen Herrscher hatten den Titel Könige der Ma add 
(oder Modhar) und Raby a. Die Ma additen waren auch den Byzan- 
tinern unter diesem Namen bekannt, doch hat das Wort nicht den- 
selben weiten Umfang wie bei den Genealogen muslimischer Zeit, 
als sich die Stämme anders gruppirt hatten und der Name Maadd 
der Geschichte angehörte. Ungefähr in demselben Jahre, in welchem 
Mohammad geboren wurde, erlitten sie eine grosse Niederlage und der 
ganze Stamm wanderte nach Hadhramaut aus, um dort zu herrschen. 
Hd. 151 : Hadhramaut ist eigentlich der Name der (ursprünglichen) 
Bewohner und man sollte sagen das Land der Hadhramaut. Seit 
alter Zeit hielten sich daselbst die Qadif au f } ^ann k amen zu ihnen 
die Kinda , nachdem Ibn al-Gaun im Treffen in der Schlucht von 
Gabala (östlich von Dharyya) getödtet worden und die Kinda sich 
von Ghamr-dzy-Kinda zurückgezogen hatten. S. 156: Mein Bericht- 
erstatter sagt: die Kinda bewohnen Hadhramaut, seitdem sie aus 
Bahrayn, Moschaqqar und Ghamr-dzy-Kinda vertrieben, und nachdem 
Ibn al-Gaun getödtet worden ist. Dieses ereignete sich vor dem 
Islam. Die Zahl der Kinditen, welche aus diesen Orten in Hadhra- 
maut einwanderten, beträgt etwa 30,000 (waffenfähige Männer) . . . . ; 
die Zahl der Togyb (der bedeutendsten Unterabtheilnng der Kinda) 
in Hadhramaut beträgt jetzt 1500 (waffenfähige Männer); darunter 
sind 400 Reiter. Ihr Hauptsitz ist das Kasr in der Mitte von Hadhra- 
maut. Die Zahl 30,000 Mann, also etwa 150,000 Seelen, scheint 
mir um eine Nulle zu gross zu sein. Unter allen Fürsten, welche 
sich dem Mohammad unterwarfen, entfaltete der Kinditische, Asch'ath 
b. Qays, die grösste Pracht und hatte das glänzendste Gefolge. Doch 
erwies sich seine Macht als unbedeutend. Er fiel nach dem Tode des 
Propheten vom Islam ab und wurde von einer ziemlich geringen 
muslimischen Armee besiegt. Seine Schwäche und die jedes arabi- 
schen Fürsten bestand in der Unzuverlässigkeit seiner eigenen Stamm- 
genossen — die Togyb, die mächtigste Unterabtheilung der Kinditen, 



, 



') Eine Residenzstadt dieser Nomadendynastie wird nicht genannt ; es sei 
denn Ghamr-dzy-Kinda für die ältere Zeit als solche zu betrachten. In späterer 
Zeit scheint 'Aqil , zwischen Immara und Räma (vgl. § 262) , ein Lieblings- 
aufenthalt der Kinditischen Könige gewesen zu sein, und einer der berühmtesten 
von ihnen, Härith b. 'Amr Maqcür, ist daselbst begraben. 



217 



Hessen ihren König in diesen Kämpfen ohne Unterstützung, und viele 
von ihnen fochten sogar gegen ihn. 

Ausser der Hauptmacht der Kinda gab es in verschiedenen weit 
von einander entfernten Theilen Arabiens Nebenlinien der Kinditischen 
Dynastie, und überall, wie wenig zahlreich sie auch vertreten waren, 
herrschten sie über die benachbarten Stämme. So war der soeben 
erwähnte Okaydir, welcher, bis er von den Muslimen vertrieben 
wurde, in Duma residirte, ein Kindite. Ein anderer Sprössling dieses 
Geschlechtes besass einst die Zwingburg Moschaqqar im fernen Bah- 
rayn, vgl. §§ 177—178, 436. Noch zur Zeit Hamdäny's prahlte 
ein unter den Muräd herrschendes Geschecht, vom Kinditenkönig 
Aschras abzustammen (§ 306), und einige Kinditischen Familien 
waren ein paar Tagereisen nordöstlich von Nagrän reich begütert 
und mächtig. 

352. Die meisten Genealogen halten die Kinda für Südaraber 
und für nahe Verwandte der Godzäm und Lachm (Sarakenen) und 
der Tayy, auch glauben sie, dass die Kinda aus Hadhramaut stammen, 
die Cadif eine Unterabtheilung von ihnen sind (Belädzory S. 102), 
und dass sie im Nagd ursprünglich Fremde waren. Andere be- 
trachten den Nagd als ihr Mutterland und rechnen sie zu den central- 
arabischen Stämmen. Wenn das bekannte Gedicht des Imrülqays, 
und andere Verse, welche Kinditen und Tayyten in den Mund ge- 
legt werden, acht sind, so sprachen diese Stämme das centralarabische 
Idiom mit grosser Reinheit. Weniger günstig lautet das Zeugniss 
des Hd. 234: „In Hadhramaut spricht man nicht rein arabisch, 
doch findet man bisweilen einen, der correct spricht ; am besten ist 
die Sprache der Kinda, der daselbst lebenden Hamdän und einiger 
Qadif." 

353. Wir haben einige Schwierigkeit, das Gebiet der Kinda im 
Nagd und die Machtsphäre der Minseer auf denselben Fleck zu 
bringen; weil wegen der Veröduug der Weihrauchstrasse die Mission 
der Beherrscher jener Regionen eine andere wurde, und sie den 
Schwerpunkt ihres Reiches, von der Weihrauchstrasse hinweg, weiter 
nach Osten versetzten, den unbedeutenden Verkehr den zwei Frei- 
städten Makka und Täyif überlassend. Nach Eratosthenes bewohnten 
die Minseer ,,den Theil Arabiens am Rothen Meere". Wenn das 
wörtlich zu nehmen ist, so mochte die Küste zwischen Jambia und 
Kentos zu ihrem Gebiete gehören. Da finden wir keine Kinditen, 
aber schon zu Ptolemseus' Zeit auch keine Minseer mehr, sondern 



218 



Zaaram erscheint als die Regia der Kinaidokolpiten. Makka (Mariaba 
Baramalacum) erscheint in Plinius als eine Minseische Stadt; soweit 
die arabischen Quellen zurückreichen, war es eine freie Handels- 
Stadt, welche den Kinditen nicht gehorchte. Das sogenannte Pilger- 
Fest stand aber in frühester Zeit unter Kinditischem Einfluss. Da 
dieser Umstand der Hauptbeweis für meine Identification der Minseer 
mit den Kinda ist, muss ich, ehe ich auf diesen Punkt übergehe, 
den Kultus der alten Araber in seinem Zusammenhang mit dem 
Grosshandel beleuchten. Vorerst will ich aber in Karna (Qarn) 
Position fassen, weil dieses nach allen alten Quellen eine wichtige 
Stadt der Minseer war. Ibn Kalby bei Ym. III, 814 sagt: „Gonäda, 
der Sohn Ma'adds, besass Ghamr-dzy-Kinda und das benachbarte 
Land, und da wohnten in den ältesten Perioden ihrer Geschichte die 
Kinda. Auf diese Ursitze der Kinda berufen sich auch diejenigen, 
welche behaupten, dass sie Maadditischen (centralarabischen) Ur- 
sprungs sind." Dieses Ghamr kann höchstens eine Stunde von Qarn 
entfernt sein. Qarn ist 43 arabische Meilen von Makka, § 234. 
Ghamr-dzy-Kinda aber war nach Ibn Ghord. ein Abendrastplatz der 
Pilger an derselben oder einer parallelen Strasse, 24 + 32 — 12 
= 44 .arabische Meilen von Makka. Nach Ym. HI, 813 wurden die 
Stationen auch anders eingetheilt, und Ghamr war wie Qarn die 
zweite Hauptstation von Makka. Hier also haben wir einen sehr 
wichtigen Punkt, welchen einst die Minseer, und später die Kinda 
inne hatten. 

354. In der § 202 angeführten Stelle des Plinius wird berichtet, 
dass der Weihrauch zu Land nach Sabota gebracht wurde, und dass, 
ehe er in den Handel kömmt, die Priester des Gottes Sabis den 
Zehnten nehmen. In Sabis steht b für m, vgl. § 235, schams aber 
bedeutet Sonne. Aus dieser Abgabe wurden die öffentlichen Aus- 
gaben und auch der Unterhalt der Karawanen für eine gewisse An- 
zahl von Märschen (bis Thomna?) bestritten. In Thomna erhob der 
König einen Zoll vom Weihrauch und gewiss auch von allen andern 
Waaren, welche die Karawanen beförderten, und ähnlichen Erpres- 
sungen waren sie den ganzen Weg ausgesetzt; denn ausser den 
regelmässigen Abgaben an die Priester und königlichen Beamten 
mussten sie allerlei Sportein entrichten, und in dieser Station für 
das Wasser, in jener für das Kameelfutter theuer bezahlen. Bis sie 
Ghazza erreichten, stiegen die Transportunkosten auf 688 Denare 
r= 444 Reichsmark per Kameellast oder etwa vier Centner. Nehmen 



319 

wir an, dass man ein Kameel für wenig mehr als 100 Mark miethen 
konnte, so entfällt die enorme Summe von 800 Mark für Abgaben; 
und den grössten Theil davon verschlangemdie Priester. Theophrast 
Hist. pl. IX, 4 hat einen ähnlichen, aber weniger bestimmten Be- 
richt hinterlassen. Wenn die Myrrha und der Weihrauch gesammelt 
sind, werden sie von allen Orten nach dem Sonnentempel gebracht, 
welcher den Saba>ern unter allen Heiligthümern am höchsten steht 
und von bewaffneten Arabern bewacht wird. Die Eigenthümer legen 
dort die Myrrha und den Weihrauch in Haufen und zeigen auf einem 
dabei zurückgelassenen Täfelchen das Maass und den Preis per 
Maasseinheit an. Dann kommen die Kaufleute, messen davon so 
viel sie kaufen wollen, und legen das Geld an die Stelle der Waare. 
Die Priester nehmen vom Gelde ein Drittel. Der besser unterrichtete 
Plinius widerspricht diesem Berichte, insofern er behauptet: non 
dant ex myrrha portiones Deo, quoniam et apud alios nascitur, regi 
tarnen Gebanitarum quartas partes eius pendunt. Die Steuern scheinen 
in dem Maasse erhoben worden zu sein, als eine Spezerei Monopol 
war. Der König der Gebaniten beherrschte, wie wir sehen werden, 
den Handel der africanischen Myrrha und auch der, welche die Regio 
Smyrnofera exterior in Hadhramaut erzeugte. Unabhängig von ihm 
war jedoch das Produkt der Regio Smyrnofera interior. 

Das Sammeln der Spezereien galt als eine religiöse Handlung. 
Plin. XII, 14, § 54 : Feruntque MMM non amplius esse familiarum, 
qua3 ius per successiones ibi sibi vindicent. Sacros vocari ob id 
(§ 119), nee ullo congressu feminarum funerumque, cum ineidant eas 
arbores aut metant, pollui, atque ita religione merces augeri. Inte- 
ressant ist in dieser Stelle, dass bis auf den heutigen Tag im Islam 
congressus feminarum funerumque Ursachen der ganaba, Verunreini- 
gung, sind. Gerade so verfuhr man in der Zimmeternte in Africa: 
Metitur nonnisi permiserit Deus (Jovem nunc intelligunt aliqui, As- 
sabinum illi vocant), XLIV boum caprarumque et arietum extis im- 
petratur venia cgedendi. Non tarnen aut ante ortum solis , aut post 
occasum licet. Sarmenta hasta dividit sacerdos Deoque partem ponit, 
reliquum mercator in massas condit. Assabinus ist alschams (sprich 
aschschams), die Sonne. Im prosaischen Periplus wird zugegeben, 
dass der Weihrauch längs der Sachalitischen Bucht in Haufen liege 
ohne Wächter, weil er unter dem Schutze der Götter stehe. Ge- 
sammelt wird er aber von Sklaven und Verbrechern, denn die Gegend 
ist so ungesund, dass selbst die Vorübersegelnden in Gefahr sind, 



220 

von der Pestluft angesteckt zu werden. Es ist nicht wahr, dass das 
Klima der Weihrauchregion besonders ungesund ist, und somit ver- 
liert dieser Bericht seine Grundlage. Auch von den altern Berichten 
ist Manches zur Erbauung entfernter Consumenten erfunden worden. 
Zwei Dinge sind jedoch ausser Zweifel : die alten Kaufleute machten 
stark in Religion; so standen z. B. in Sabota 60, in Tamna 65 
Tempel, und viele der bisher entdeckten Inschriften bestehen 
in Votivtafeln. Und die Allen gemeinsame Gottheit war die 
Sonne. Das ist selbst dem Mohammad durch die jüdische Ueber- 
lieferung bekannt geworden , vgl. Qorän 27 , 24. Das hinderte 
nicht, dass jeder Stamm und jede Familie ihre eigenen Penaten 
verehrte. 

Um nicht auf den Sabseischen Sonnencultus zurückkommen zu 
müssen, will ich gleich hier Stellen mittheilen, welche zur Ver- 
muthung führen, dass der Mittelpunkt desselben für alle Araber 
Riyäm gewesen ist. Riyäm wird zuerst von Ibn Ishaq S. 17 u. 56 
erwähnt; er berichtet aber manches Irrige. Nach Iklyl S. 106 liegt 
Riyäm im Districte al-Chaschab (dieser District heisst jetzt, wie wir 
aus Halevy ersehen, das Land der Banü Zohayr) und Magulava, 
§ 293, ist so nahe dabei (südlich davon), dass in sehr trockenen 
Jahren von dort das Wasser geholt wurde. Iklyl 34: Riyäm war 
der Tempel eines Kähin, Götzenpriesters, und eine Stätte, wo Opfer 
dargebracht und wohin gewallfahrtet wurde. Riyäm liegt • auf der 
Spitze des Hügels Itwa in Hamdänitis, und wird so benannt nach 
Riyäm b. Nahqän b. Batf b. Zayd (südarabisch Züd) b. 'Amr 
b. Hamdän. Rings herum sind Plätze, in denen sich die fremden 
Besucher des Festes aufhielten; es ist daselbst eine heilige unver- 
letzliche Stätte, ein Ort, wo sie bewirthet wurden, und ein Mauqif 
(d. h. Standort, wo die Festrede gehalten wird; also alles gerade 
wie bei dem makkanischen Pilgerfeste). Daher kommt auch der 
Name Riyäm (das Verbum bedeutet attachiren), weil die Leute da- 
selbst festgehalten wurden ( ! ! ). Dort ist auch das Staatsschloss (das 
Schloss, in welchem der König den Staatsgeschäften oblag), dem 
Schlossthor gegenüber, gegen Osten, steht eine Mauer, und in der 
Mauer befindet sich eine Marmorplatte und auf derselben das Bild 
der Sonne und des Neumondes. Sie waren so angebracht, dass des 
Königs Aug beim Heraustreten aus dem Palast darauf fallen musste. 
Er verneigte sich vor demselben, wie im Qorän 17, 108 angedeutet 
wird ( ! ! ). Ein Dichter aus dem Stamme Aud singt : Wir sind die 



221 

Söhne Aud's, durch dessen Fahne Riyäm, als es al-Agra' angriff 
(Ym. II, 882 schreibt al-Agda ), geschützt wurde. Hamdäny bemerkt 
dazu: al-Agra 1). Sudan (var. Süran b. Raby'a b. Bekyl) war ein 
König der Hamdän, von dem r ALqama sagt: Dzu-Riyäm und die 
Söhne des Ritters, und Agra der Qayl, ein Bruder des Yasgom. 
Al-Agra ist aber auch der Name des letzten Tobba der Himyariten 
(und dieser scheint es gewiesen zu sein, der Riyäm bedrohte) . . . 
Riyäm ist auch der Name eines Stammes der Mahra (vgl. § 129), 
eines Zweiges der Qodha' a, und vielleicht ist es dieser, auf den der 
Dichter anspielt (und nicht der Tempel dieses Namens). 

Iklyl S. 46 : Itwa ist (nicht nur ein Hügel, sondern auch) ein 
Schloss mittlerer Grösse. Ueberhaupt ist Medr (vgl. Halevy, Journ. 
as. 1872, S. 17) derjenige Ort von Hamdänitis, wo, nach Nait, die 
meisten Alterthümer und Bauten sind. Es gibt daselbst 14 Schlösser; 
einige davon liegen jetzt in Ruinen, einige sind zerklüftet, und einige 
sind noch in gutem Zustande und bewohnt. In letztern bin ich ge- 
wesen. Die Wände sind inwendig und auswendig mit Steinplatten 
bedeckt, diese hat man dann so übertüncht, dass es unmöglich ist, 
die Fugen zu entdecken, und wenn diese Wände als Gisternen 
verwendet würden, so wären sie wasserdicht. Man findet den 
Schlössern gegenüber solche Bauten, die zu Wasserbehältern bestimmt 
sind: sie ruhen auf langen steinernen Säulen (Balken), welche von 
mehr als zehn Ellen langen viereckigen Säulen getragen w T erden. In 
der Moschee von Medr sind Säulen, welche von diesen Schlössern 
genommen sind, und dergleichen die grosse Moschee inMakka nicht 
aufzuweisen hat. Die von Medr sind länger, und solider, und schöner 
gehauen ; sie sehen aus, wie wenn sie in einer Form gegossen wären. 
Gegenüber steht das Staatsschloss mit einer Marmorplatte gegen 
Osten, auf welcher sich das Bild der Sonne und des Mondes befindet 
(wie oben). Ibn Ishäq hält zwar Riyäm für ein Heiligthum der 
Himyar; das kann aber nur insofern richtig sein, als die Himyar 
auch hier das Erbe der Sabaeer antraten. Riyäm liegt im Sabaei- 
schen Gebiete und war Sabaeisch. Wenn obiger Vers sich auf 
den Wallfahrtsort Riyäm bezieht und nicht leere Grosssprecherei, 
sondern eine Thatsache enthält, so war Riyäm auch den Gebaniten, 
bezw. Qodha a, zu deren Staatsverband die Aud gehörten, heilig. Ich 
habe diese Einzelheiten aufgenommen, um die Aufmerksamkeit der 
Reisenden auf die Alterthümer dieser Gegend, w T elche der unter- 
nehmende Halevy leider nicht besuchen konnte, zu lenken; denn 



222 

von den Inschriften dürfen wir Aufklärung über diese Dinge er- 
warten. Im Iklyl 58 ist der Anfang einer Inschrift von Na it im 
Original copirt und transcribirt, und es wird daselbst bemerkt, dass 
das lange a in der Mitte der Wörter nicht ausgedrückt und daher 
Rym statt Riyärn geschrieben werde, und auch dass für ein und 
denselben Buchstaben (z. B. für Qäd, Dhäd, tä, tzä) vier bis fünf 
verschiedene Zeichen vorkommen. 

355. Die Minaeer hatten ebensoviel Ursache die Religion zu 
pflegen, als ihre Associes und Concurrenten, die Sabseer. Das von 
ihnen zur Sicherung des Verkehres eingesetzte Frühlingsfest wird 
in anderer Form bis auf den heutigen Tag gefeiert : es ist das musli- 
mische Pilgerfest. Ich habe im Leben des Mohammad III, 516 ff. 
die Nachrichten über sein Wesen zu Anfang des Islam gesammelt 
und will es hier versuchen, seine Geschichte weiter zurückzu verfolgen. 
Die wesentliche religiöse Handlung, die Schlachtung der Opferthiere, 
wurde den zehnten Tag der Frühlingslunation in Minä gefeiert, und 
wir können es daher in der Form, wie es unmittelbar vor Moham- 
mad bestand, das Minäfest oder Frühlingsfest heissen. In der Termino- 
logie und auch in einigen Geremonien ist unverkennbar eine Nach- 
ahmung des jüdischen oder christlichen Osterfestes wahrnehmbar; 
doch ist das ganze Fest so originell, dass diese Elemente spätem 
Einflüssen zugeschrieben werden müssen. Um die Beduinen, auf 
deren Zähmung es abgesehen war , herbeizuziehen , wurden die 
fremden Theilnehmer während des Festes von den Makkanern be- 
wirthet, und es bestanden zwei erbliche Aemter in Makka, deren 
Inhaber dafür zu sorgen hatten, sie mit Speise und Trank zu ver- 
sehen. Auch wurde das Fleisch der sehr zahlreich geschlachteten 
Opfer unter die Armen vertheiit, und damit der Ueberfluss nicht zu 
Grunde gehe, dörrte man in der Sonne, was man nicht aufessen 
konnte. Es war auch dafür gesorgt, das Fest recht piquant zu 
machen: bei einer Geremonie in Makka erschienen die Frauen im 
Gostüm der Mutter Eva ohne Feigenblatt. 

Nach dem gemeinsamen Feste besuchte jede Genossenschaft ihre 
Tutelargötzen ; so hielten es die Madyner für wesentlich, ihre Huldi- 
gung dem Manäh darzubringen. Unter den particularisti sehen HeiJig- 
thümern hebe ich zwei hervor, weil sie in der Nähe von Qarn lagen J ) : 



*) Ym. III, 664: Die 'Ozza war in tlorädh, einem Seitenthale der nörd- 
lichen Nachla, gerade al-Ghomayr gegenüber, rechts von der Makka- 'Iräq- 



223 



Das eine ist die Ozzä, ein Baum, welcher auch von den Makkanern 
verehrt wurde und sogar im Qorän erwähnt wird, "bei dem aber eine 
Familie aus denn sich gegen NO hin weit verbreiteten, mächtigen 
Stau im Solaym (vgl. § 248) das erbliche Priesteramt bekleidete. Die 
Solaym und Makkaner standen auch in engem politischem Verband 
und fochten mit gleichem Eifer gegen den jungen Islam. Das andere 
Heiligthum befand sich in al-Othaydä, einer Oertlichkeit bei 'Okätz. 
Von diesem Heiligthume wissen wir nur, dass es aus Felsen bestand, 
zu welchen die Andächtigen wallfahrteten , um welche sie die Um- 
gänge verrichteten (Ym. III, 705). Diese Anbetung von auffallenden 
Naturgegenständen, welche wir unter den Kinda in Hadhramaut 
wiederfinden, § 360, und die Verrichtung gottesdienstlicher Feier- 
lichkeiten im Freien erklärt, warum wir weder in Makka noch in 
dessen Umgebung einen alten Tempel von Bedeutung (die Ka ba war 
ein elender Steinhaufen) finden, was ich früher irrthümlich für einen 
Beweis ansah, dass die Heiligthümer der Gegend von Makka ziemlich 
neu sind und Vor dem Islam bedeutungslos waren. Immerhin ist 
es auffallend, dass man in dieser Gegend, d. h. in Minä, Ghamr-dzy- 
Kinda, Qarn u. s. w.', w T eder Ueberreste von Tempeln noch von 
Palästen finde, wie bei Riyäm. Die Miuaeer, wie die Kinditen, von 
denen auch keine einzige Baustätte erwähnt wird, obschon sie un- 
zweifelhaft einige Zeit eine mächtige Dynastie waren, scheinen sich 
etwas darauf eingebildet zu haben, Nomaden zu sein. 

356. Nach Darbringung der Opfer wurde, und wird noch, 
in Minä Markt gehalten. Der Waarenaustausch beschränkta sich 
zwar auf den Kleinhandel, aber die grössern Kaufherren glichen 
ihre Rechnungen aus, bezahlten die Zinse auf Anleihen — wess- 
wegen Mohammad auf diesem Markte Anlass nahm , die Verzinsung 
von Capitalien zu verbieten — und gingen Gontracte ein, welche 



Strasse , welche hier bergauf führt. Diese Localität ist oberhalb (unterhalb) 
Dzät-'lrq , neun Meilen gegen Bostän hin. Die nördliche Nachla ist das enge 
Thal, welches Burton verfolgte, ehe er nach Wädiy Laymün (d. h. Bostän) kam. 
Horädh liegt nach Ym. II, 229 zwischen al-Moschäsch (der ersten Post vor 
Makka, also 12 arabische Meilen davon entfernt) und al-Ghomayr (Klein-Ghamr). 
„Oberhalb Dzät-'lrq" u. s. w. ist ein Fehler. Richtig ist: neun Meilen oberhalb 
Bostän gegen Dzät-'lrq hin — folglich etwa 33 arabische Meilen von Makka. 
In der Prophetergeschichte wird gesagt, die 'Ozzä war in Nachla, und man 
meint, wie es scheint, die Nachla Mahmud des Ym. IV, 769. Ghamr-dzy-Kinda, 
d. h. Gross-Ghamr und Klein-Ghamr, können höchstens ein paar Stunden von 
einander entfernt gewesen sein. 



224 

häufig von einem Feste zum andern stipulirt wurden (vgl. Qorän 28, 27). 
Viel wichtiger als der Markt von Minä ist der von 'Okätz, welcher 
vor dem Feste und zwar beim Götzen von al-Othaydä abgehalten 
wurde. 'Okätz ist etwa 8' südlich von Qarn gegen Täyf hin, wovon 
es eine Tagereise entfernt ist, im Gebiete der mächtigen Hawäzin- 
stämme gelegen, und gehörte zu Hamdäny's Zeiten den Banü Hiläl. 
Die Beduinen hielten hier ihre poetischen Wettkämpfe, glichen ihre 
Zwistigkeiten aus, fingen aber auch neue an. Hier wurde Gross- 
handel getrieben und zwar , unmittelbar vor dem Islam , besonders 
im Ledergeschäfte. Die Gerber oder Kaufleute brachten ihre Waaren 
auf die Messe und die Einwohner der zwei Städte kauften sie ihnen 
ab zum Weitertransport bis zum Seehafen Ghazza. Die Makkaner 
sammelten jeden verfügbaren Batzen zum Waarenankauf. Da ihnen 
die Association unbekannt war, vertrauten Leute mit geringem Kapital 
ihr Geld , oder wenn sie selbst einkauften , ihre Waaren unter- 
nehmenden Karawanenhändlern an, und diese nahmen sie in Com- 
mission und verwertheten sie auf Risico ihrer dienten. 

357. Minä liegt ein wenig abseits von der Qarn-Makkastrasse, 
aber man macht keinen grossen Umweg , wenn man über Minä geht. 
Sowohl in geographischer als ethnographischer Beziehung ist die Lage 
von Qarn, 'Okätz, Minä und Makka so wichtig, dass sich hier Süd- 
und Nordarabien in ihren merkantilischen Beziehungen immer die 
Hände reichen mussten. Die Sicherheit des Verkehrs konnte aber 
in einer Gegend , wo sich die räuberischen Kinäna im Westen und 
die ritterlichen , aber gewaltthätigen Stämme vom Nagd her berühren, 
nur durch ein religiöses Fest , wie das von Minä , und Zusammen- 
künfte, wie die von 'Okätz, verbürgt werden. Ungeachtet dieser 
Einrichtungen kam es häufig zu Händeln, wo die Kaufherren von 
Makka genöthiget waren, sich mit dem Schwert zu umgürten und 
sich in blutige Kriege zu stürzen. Es ist Grund vorhanden an- 
zunehmen, dass das Minäfest, und die damit verbundenen Messen 
aus ältester Zeit her datiren, dass sie um so grössere Bedeutung 
hatten, je wichtiger der Verkehr auf der Weihrauchstrasse war, und 
dass von dem quse sacerdotibus dantur portiones ein bedeutender 
Theil in die Taschen der Priester der Heiligthümer dieser Gegend floss. 

358. Der wesentliche Theil des Minäfestes bestand in der Un- 
verletzlichkeit von vier Monaten im Jahre, während welcher Religion 
und Ehre geboten , die Waffen niederzulegen und allgemeinen Land- 
frieden zu halten. Die heiligen Monate waren die Festlunation , die 






225 

vorhergehende und die darauf folgende, sie dauerten also etwa von 
Mitte Februar bis Mitte Mai. Auch war die siebente nach der Fest- 
lunation heilig. Letztere, welche dem September entspricht, wurde 
der Ragab der Modhar geheissen, und es scheint fast, dass sich diesen 
Monat die nomadischen Gentralaraber , die übrigen drei die kauf- 
männischen Stämme ausbedungen haben. Die Tradition schreibt die 
Einführung des Ragab einem Kinditischen Könige zu. Da die Gentral- 
araber die Monate nach den Lunationen zählten, musste ungefähr 
alle drei Jahre das Minäfest um eine Lunation vorgerückt werden, 
wenn es immer im Frühling gefeiert werden sollte. Zu diesem 
Zwecke bediente man sich nicht einer vorher berechneten Intercalation 
eines Monats, sondern es bestand in einer Familie das erbliche Amt, 
ehe die Theilnehmer am Feste auseinandergingen, zu verkünden, ob 
das nächste Fest nach zwölf oder dreizehn Lunationen gefeiert werden 
solle. Der betreffende Würdenträger that dieses auf authoritative 
Weise; wenn er es nöthig fand, einen Monat zu intercaliren, sprach 
er : ich bestimme, dass die nächste Lunation (welche der erste Qafar 
genannt und als der erste Monat des Jahres galt) nicht gezählt 
werden soll. Niemand wage es, sich meiner Anordnung zu widersetzen. 
Man begreift die Wichtigkeit dieses Amtes: der Verwalter des- 
selben bestimmte die Zeit, wenn Landfriede herrschen soll und die 
Karawanen sich frei bewegen konnten ; ausserdem hatte er das Recht, 
Stämme, welche sich nicht um die heiligen Monate kümmerten, in die 
Acht zu erklären. Azraqy S. 125 berichtet über die Geschichte dieses 
Amtes : Der erste Mann unter den Modhar, welcher die Zeitbestim- 
mung besorgte, war Mälik b. Kinäna. Das kam wie folgt: er war 
durch Heirath mit dem Kinditen Mo'äwiya b. Thaur verbunden und 
lebte damals unter den Kinda. Vor Mälik aber übten die Kinditen 
die Zeitbestimmung, denn sie waren die Könige der Araber (Beduinen), 
sowohl der Modhar als der Rabya. Der hier genannte Mälik b. 
Kinäna ist der mythische Patriarch der Malichse, § 344. Von 
Mo'äwiya sagt Hd. 158 : Von der Familie Mo'äwiya b. Kinda (Kinda 
= Thaur) stammen die gekrönten Könige. Man behauptet, dass es 
deren siebenzig gegeben habe; der erste war Thaur und Moralin 
und der letzte Asch'ath b. Qays (welcher dem Propheten huldigte). 
Ob Mo'äwiya eine historische Person sei, wird durch das hohe Alter- 
thum, in das er zurückgesetzt wird, zweifelhaft. Die Erzählung des 
Azraqy besagt also nur, dass vor den Malichse die Könige der Kinda 
dieses wichtige Amt verwalteten. 

15 



226 

359. Die älteste Geschichte der Kinditen erscheint nach dem 
Gesagten in einem andern Lichte als sie von muslimischen Erzählern 
dargestellt wird; der Antheil, welchen sie am Minäfeste nahmen, 
und die Wichtigkeit, welche ihrer in nächster Nähe der alten Minseer- 
stadt Karna gelegenen Besitzung Ghamr-dzy-Kincla beigelegt wurde, 
lassen sie als die Beschützer der Weihrauchstrasse und folglich 
identisch mit den Minseern erscheinen. Als die Weihrauchstrasse 
verödet war, zogen sie sich ganz und gar nach dem Nagd zurück,' 
welcher stets zu ihren Besitzungen gehört hatte. Den höchst un- 
bedeutenden Handel überliessen sie den zwei Städten — so. werden im 
Qorän 43, 30 Makka und Täyif geheissen — welche sich unabhängig 
vom Kinditischen Einfluss machten, und von nun an besorgten die 
Makkaner das Minäfest. Da Makka unter dem Einflüsse syrischer 
Gultur steht, erhielt das Fest eine jüdisch-christliche Färbung. Un- 
mittelbar vor dem Islam wurde es zu Ehren Allah's, für welchen 
nirgends eine Bildsäule oder Tempel errichtet war, begangen; er 
war die gemeinsame Gottheit, welche durch den Islam auch zur 
einzigen wurde. Ob man schon in der Minseischen Periode dieselben 
Begriffe von Allah hatte, oder, wenn die Benennung schon üblich 
war, die Sonne oder den Mond darunter verstand, wissen wir nicht. 
Auffallend bleibt, dass man das Fest in der Frühlings-Nachtgleiche, 
im ersten Viertel des Mondes feierte. Diese Erscheinung wird durch 
das jüdische Osterfest nicht erklärt, weil der arabische Gultus älter 
ist. Nach dem Gesagten mögen die Griechen die Theilnehmer an 
diesem Feste 'desswegen Minseer geheissen haben, weil es in Minä 
gefeiert wurde. Diese Behauptung schliesst nicht aus, dass der 
Ortsname von dem Namen des herrschenden Stammes, welcher 
das Fest gründete, abzuleiten sei. In diesem Falle hätte Minseer 
eine engere und weitere Bedeutung. Ein von irgend einem Orte 
Arabiens hieher gekommener militärischer Stamm hätte das Fest 
gegründet und der Opferstätte seinen Namen Minä gegeben, und da- 
von würde dann die ganze Gonföderation Minseer genannt worden sein. 
Ich habe früher den Aretas des Aelius Gallus für den König 
der Thamudseer gehalten. Von dieser Ansicht bin ich zurückgekommen 
und ich erkenne den König der Minseer in ihm. Strabo's Bericht 
lautet: Von Leukekome nun mit dem Heere wieder aufgebrochen, 
kam Gallus zufolge der Treulosigkeit der Wegführer durch so dürre 
Gegenden, dass sogar Wasser auf Kameelen mitgeführt wurde. Daher 
gelangte er erst nach vielen Tagen zu des Aretas Lande, eines Ver- 



227 



wandton des Obodas (Königs von Petra). Zwar nahm Aretas ihn 
freundlich auf und überreichte ihm Geschenke; aber des Syllseus 
Verrath erschwerte auch hier den Durchzug. Denn zufolge der Um- 
wege durchzog er in dreissig Tagen dieses Land, welches nur Spelt, 
wenige Datteln und Butter statt des Oels lieferte. Gegen meine 
frühere Ansicht ist zu bemerken, dass Leukekome (Haurä) und Madyna 
in derselben Breite liegen , und dass Gallus' Reiseziel Südarabien 
war. Von Haurä konnte er zwar nicht sogleich eine südliche Rich- 
tung einschlagen, und er hat sie auch nicht eingeschlagen, sondern 
er marschirte, wie ich im Journ. As. Soc, London 1873, zu beweisen 
versucht habe, über den Nagd und Falag nach Nagrän, also von 
Haurä aus zuerst gegen Osten. Die Hauptstadt der ThamüdaBer, 
deren Fürst, wenn sie einen hatten, ein Vasall des Königs von Petra 
war, liess er also weit links liegen, und wenn er ihr Gebiet berührt 
hat, so waren es die dürren Gegenden, in denen sogar Wasser auf 
Kameelen mitgeführt wurde. Wo des Aretas Land, das er erst nach 
vielen Tagen erreichte, angefangen habe und wo ihn Aretas empfangen 
und die Geschenke überreicht habe, wissen wir nicht; auch ist uns 
unbekannt, in welcher Stellung sich damals Jathrippa zu den be- 
nachbarten Mächten befand; sicher ist aber, dass Gallus' Route das 
Wädiy Idham hinauf nach Madyna führte, welches sechs starke Tages- 
märsche von Haurä entfernt ist (§ 227) und durch recht „dürre 
Gegenden" davon getrennt wird. Wenn auch Madyna schwerlich 
zum Reiche der Minseer gehörte, so konnte dessen Grenze doch nicht 
weit davon entfernt sein. Des Aretas Land kann also nur das 
Minaserreich sein. Plinius gibt nach seiner Art den Bericht des 
Gallus über das Land, das nur Spelt, wenige Datteln und Butter 
statt des Oels lieferte, etwas rosiger wieder: Minseis fertiles agros 
palmetis arbustisque, in pecore divitias. Doch stimmt diese Gharacte- 
ristik mit der des Strabo überein. Die Bekanntschaft mit den Vieh- 
weiden und der Butter konnten die Römer im ganzen Nagd, beson- 
ders aber in der Himä-Dharyya , d. h. der Staatsdomäne von Dha- 
ryya machen, denn diese gilt als einer der schönsten Weideplätze 
und wurde daher von der Regierung für ihre Kameele reservirt. 
Mit Feldbau ist es in dieser Gegend schlecht bestellt, doch pflanzt 
man in Niederungen auch Getreide. Ob bloss Spelt, lasse ich dahin 
gestellt; jedenfalls aber nicht in genügender Quantität für den Local- 
verbrauch. Auch Dattelpalmen sind im eigentlichen Nagd nicht häufig 
und Obstgärten höchst selten. Strabo hat daher Recht, wenig Datteln 



228 

zu sagen und vom Obst ganz zu schweigen. Aber auch der Bericht 
des Plinius ist richtig; denn er bezieht sich nicht bloss auf die erste 
Zeit des Marsches des Gallus, sondern auf jene Theile des Mingeer- 
landes, welches er erst später kennen lernte. Die Gegend von 
Karman regia bis eine Tagereise innerhalb Makka, welche die Römer 
auf dem Rückwege durchschritten, enthält, mit Unterbrechungen, 
wirklich fertiles agros palmetis arbustisque *). 

Indem wir den Aretas zum König der Minseer machen, gewinnt 
das Reich eine Ausdehnung über den Nagd hin von 30 Tages- 
märschen. Trotz aller Bedenken, die man wegen der „Umwege", 
welche Gallus geführt wurde, erheben mag, genügt diese Zahl, das 
ganze spätere Königreich der Kinda im Nagd zu durchschreiten. 
Erst jetzt, da wir den Nagd zum Mingeerreiche herangezogen haben, 
finden wir Raum für das [/iya zü-voc. Der Nagd war für die Minaeer, 



*) Auf dem Rückwege verfolgte Gallus die Weihrauchstrasse und erreichte 
von Nagrän in elf Tagen die Sieben Brunnen. „Von hier gelangte er schon 
durch friedliches Land zu dem Flecken Chaala (Tabäla? vgl. § 235. Das fried- 
liche Land fing mit dem Gebiete der Minaeer an), und wieder zu einem andern, 
dem an einem Flusse liegenden Malotha; dann ging der Weg durch eine wenig 
Wasserquellen enthaltende Wüste bis zum Flecken Egra, welcher in des Obodas 
Land liegt." Malotha ist ein Fehler für Nalotha, und dieses steht mit Unter- 
drückung des Gutturals für Nachlat, wofür man jetzt Nachla spricht. Zur fernem 
Beleuchtung der Geographie dieser für uns so wichtigen Gegend und zur Be- 
stätigung, dass sie für Obstbau geeignet ist, führe ich eine Stelle an aus meinen 
Bemerkungen zur Tauchnitzausgabe von Burton's Pilgrimago to Mecca and 
Medina an, welche aus Hamdäny's Commentar zur Qag. Rod. übersetzt ist. Three 
or four miles below Qarn is Masjid Ibrähym and here the valley and river 
assume the name of Wady Nakhla (das ist die südliche Nachla, welche sich 
bei Wadiy Laymün mit der nördlichen vereinigt). At no great distance from 
the Masjid there rise on the left hand side of the Wady two high peaks called 
Jebel Yasüm and Jebel Kafw. Roth were the refuge of numerous monkeys, 
who used to invade the neighbouring vineyards. As you go down Wady Nakhla 
the first place of importance you meet is al-Zayma (das dürfte der Ort 
Malotha sein). Close to it was a garden which, during the reign of Moqtadir, 
belonged to the Häshimite Prince 'Abd Allah, and was in the most flourishing 
condition. It produced an abundance of henna, plantains and vegetables of every 
description and yielded a revenue of 5000 Dinär-mithqals (about 2,860 pounds) 
annually. A canal from Wady Nakhla feeds a fountain which jets forth in the 
midst of the garden and lower down a tank. In the garden stood a fort (which 
in a dilapidated condition is extant to this day, and spoken of by Burckhardt). 
Welchen Weg Gallus auch immer wählte, so kam er bald nach al-Zayma in 
Regionen, in welchen Wasserquellen sehr selten sind. 



229 

was der Sarw für die Kattabanen gewesen ist: die Heimath der 
kriegstüchtigen , oder wenigstens bramarbasirenden , ritterlichen Be- 
völkerung. 

Wo Gallns aus dem Lande des Aretas austrat, lässt sich nicht 
bestimmen. Strabo fährt fort: das zunächste Land, in das er kam, 
war von Wanderhirten bewohnt, und grösstentheils wirklich menschen- 
leer; es hiess Ararene, und der König war Sabos. Auch dieses Land 
durchzog er auf Umwegen, fünfzig Tage verschwendend, bis zur Stadt 
Negrana. Ararene (Agarene ?) mag von Hagr herkommen und der alte 
Name Yamäma's sein ; aber die Beschreibung des Landes passt nicht auf 
Yamäma im engern Sinne, d. h. auf die Gegenden, welche im Kärt- 
chen zu § 368 nördlich von Chidhrima liegen. Der Anhaltspunkt 
in der Untersuchung ist Nagrän. Von da müssen wir 50 Tage, mit 
Abzug für Zeitversäumniss, zurückgehen, und zwar durch ein recht 
ödes Land. Wählen wir die Strasse, welche weiter unten beschrieben 
und im Kärtchen mit „Weg nach Mäsil und Nagd" bezeichnet ist, 
so ist das Land wüst und menschenleer genug für Strabo's Be- 
schreibung. Die einzige Oase von Bedeutung, welche der arme 
Gallus hier traf, ist das Falag, und es war wirklich perfid, ihn solche 
Wege zu führen. 

360. Die Identification, oder wenigstens der Vergleich, der Minseer 
mit den weit verbreiteten Kinda setzt uns in den Stand, die übrigen 
uns über die Minseer aufbewahrten Nachrichten zu erklären. Plin. IV, 
28, § 155: Atramitis in medio iunguntur Minsei. Die Lage dieser 
Minder, an der Grenze Hadhramauts gegen die Weihrauchregion hin, 
entspricht der der Stadt Minaia (261). Dass die arabischen Autoren 
schon in ältester Zeit in Hadhramaut Kinditen kennen, ist bereits 
gesagt worden. Ym. II, 100 erwähnt einen Götzen in Hadhramaut, 
Namens al-Galsad. Er wurde von den Kinda und den Hadhramau- 
titen angebetet. Das Priesteramt war in einer Familie des Kinditi- 
schen Stammes Sakün erblich (weiter unten erscheint auch ein 
Mahrite als Anbeter des Galsad). Der Götze sah aus wie ein gigan- 
tischer Mann, und bestand aus einem weissen Felsen, dessen oberster 
Theil einem schwarzen Kopfe glich. Schaute man ihn genau an, 
konnte man das Gesicht eines Menschen entdecken. Dieser Götze 
erinnert an die Felsenanbetung bei 'Okätz (§ 355), aber auch an 
das Grab des Hüd, welches sicherlich ein muslimisirtes heidnisches 
Heiligthum ist (§ 323). Die aus Nagd geflüchteten Kinda wurden 
etwa 60 Jahre nach ihrer Einwanderung in Hadhramaut zum Islam 



230 

bekehrt. Diese Zeit genügte für den Galsad, wenn sein Aussehen 
auch noch so phantastisch war, nicht, um zu weit verbreiteter An- 
erkennung zu gelangen : er wurde schon vor der Kinditischen Massen- 
wanderung von den dort ansässigen Kinda verehrt. 

Die Frage, welches ist das Mutterland des Stammes, welcher 
in der ausgedehnten Gonföderation, die von Eratosthenes das Reich 
der Minseer genannt wird, die Hegemonie führte, lässt, da sie in das 
graueste Alterthum zurückgreift, sich nicht beantworten ; doch spricht 
der ganze Gang der arabischen Geschichte dafür, dass er von Hadh- 
ramaut gekommen sei. Die Gegend von Karna und der Nagd be- 
sitzt kein Gulturelement , denn die Bodenbeschaffenheit gibt dem 
zerstörenden Nomaden die Oberhand. Wenn jene Gultur, welche 
auf den Hauptstrassen Sicherheit für den Verkehr gewährte, vom 
Norden dahin getragen worden wäre, so würde diese Aufgabe den 
Edomitern, Midianitern, 'Amaleqitern oder Ismaelitern, welche einst 
die nördlichen Steppen bewohnten und in der Bibel nicht zu den 
Arabern gezählt werden, zugefallen sein. Da aber die Hegemonen 
der minseischen Gonföderation entschieden Araber waren, so können 
sie nur von den südlichen Gulturregionen , ähnlich den Qodhaa, 
dahin gekommen sein. Plinius berichtet: Minsei primi commercium 
thuris fecere, maximeque exercent, a quibus et Minseum dictum est. 
In Italien hiess man, wie es scheint, den Weihrauch Minseum, weil 
ihn die Minder nach Ghazza brachten, wo er zu Wasser weiter be- 
fördert wurde. Es wird bei andern Gelegenheiten gezeigt, dass in 
ältester Zeit [der Weihrauch zu Land durch die Sabseer nach dem 
südlichen Theil der Küste des Rothen Meeres gebracht und von da 
zu Wasser nach Aegypten weiter befördert wurde. Die Minder 
haben das Verdienst, die Ersten gewesen zu sein, deren Handels- 
karawanen, beladen mit den Spezereien des Südens, durch die wilden 
Stämme Gentralarabiens drangen und Syrien erreichten. Sie waren 
es auch, welche diese Stämme zähmten und das Minssische Reich 
gründeten. Gerade weil sie von Süden kamen, machen die Hebraser 
keinen Unterschied zwischen ihnen und den Sabseern, zu denen sie 
selbst in einigen Stellen des Plinius gezählt werden. 

361. Dozy, die Israeliten zu Mekka, S. 45 und 68 Note, macht 
darauf aufmerksam, dass in der LXX der Vers 1. Ghron. 4, 41, wo 
im Original von den Mayn die Rede ist, übersetzt sei: „sie (die 
Simeoniten) schlugen die Zelte und die Minceer , welche dort ange- 
troffen wurden"; ferner, dass in Hiob 2, 11 und 11, 1 Naamatite 



231 

mit Minseer wiedergegeben werde. Die Uebersetzer lebten zu einer 
Zeit, wo Arabien lebhaften Handel mit Alexandrien trieb, und die 
Hauptträger dieses Handels, die Minaeor, waren ihnen und ihren 
Lesern bekannt. Indem sie Mimeer, das eine Mal für Mayn, das 
andere Mal für Na'amatite setzten, träumten sie gewiss nicht von 
einer Lautähnlichkeit zwischen Mayn undMinaeer, sondern sie hatten 
die Absicht, durch einen weitern, aber bekannten Begriff zwei engere 
verschollene zu erklären. Aus einem Zusatz zu Hiob 32, 2 geht 
hervor, dass, nach Ansicht des Uebersetzers, der Hiobroman in der 
Gegend der edomitischen und arabischen Gebirge spielt. Wo die 
Simeoniten die Minaeer schlugen, wissen wir nicht; aber über eine 
andere ihrer Eroberungen wird in 1. Ghron. 4, 42 — 43 berichtet: die 
Söhne Simeon's zogen auch eine Anzahl nach dem Gebirge Se'ir, fünf- 
hundert Mann, . . . und schlugen den Rest der entkommenen f Amaleq, 
und wohnen daselbst bis auf den heutigen Tag. Die von den Simeo- 
niten besiegten Mayn waren schwerlich viel mächtiger, als diese 
Abtheilung von 'Amaleq, auch waren sie schwerlich sehr weit von 
ihnen entfernt — denn von einem grossen Kriegszug ist da nicht 
die Rede. Beide Stellen laufen also darauf hinaus, dass die Ueber- 
setzer Stämme, welche sich zu den Minaeern zählten, in der Nähe 
des Gebirges Se'ir kannten. Die Beantwortung der Frage, ob schon 
damals die Araber von dieser Seite so weit in das Gebiet ihrer 
nördlichen Nachbarn vorgedrungen waren, hängt davon ab, ob der 
Uebersetzer gerechtfertigt war, die Ma yn und Na amatiten für Minaeer 
zu halten. 

362. „Die Araber, welche neben den Kuschiten wohnen", werden 
schon unter der Regierung des Josaphat und Joram (908 — 875) als 
Verbündete der Philister erwähnt ; dem erstem bringen sie 7700 Widder 
und 7700 Böcke zum Geschenk, dem letztern bringen sie Niederlagen 
bei. Doch dieser Theil der Chronik, welcher die jüngere Relation 
der Geschichte Josaphat's enthält, ist nach dem Zeugnisse Sach- 
kundiger sehr unlauter, und es wäre möglich, dass das Erscheinen der 
Araber darin zur Verstärkung des Effectes antedatirt ist. Um desto 
werthvoller ist der Bericht Herodot's III, 5 : „Nur auf diesem Wege 
kann man (zu Land) nach Aegypten gelangen; denn von Phcenizien 
bis zur Grenze der Stadt Kadytis gehört das Land den Syrern , die 
man Palaestiner (Philister) heisst. Von Kadytis aber, einer Stadt, 
welche, wie mir scheint, nicht viel kleiner als Sardes ist, bis zur 
Stadt Jenysos gehören die am Meere gelegenen Hafenplätze dem 



232 

Araber." Diese Beobachtung über die Landenge von Suez machte 
Herodot etwa 460 Jahre v. Chr. Im Jahre 444 v. Chr. kam Nehemia 
in Berührung mit Goscham, „dem Araber", welcher starke persische 
Sympathien zur Schau trug. Vielleicht war es dieselbe Persönlichkeit, 
von welcher Herodot berichtet, und galt „der Araber" als Theil 
seines Namens, analog mit Ludwig „der Deutsche" 1 ). Die Küste 
westlich von Jenysos bis zum Berg Gasius und dem Sirbonischen 
See gehörte einem Syrischen Volksstamme. Die Araber sind also 
durch die syrische Race durchgebrochen. Es würde die Untersuchung 
vereinfachen, wenn wir die Lage von Kadytis und somit die Nord- 
ostgrenze des Gebietes des Arabers genau bestimmen könnten. Da 
dieses nicht möglich ist, halte ich mich an Neh. 6, 6, woraus her- 
vorgeht, dass Goscham so nahe bei Jerusalem residirte, die Juden 
auf Schritt und Tritt ausspioniren zu können, und behaupte, Ghazza 
sei einer der Seehäfen des Arabers gewesen. Ueber die Beschaffen- 
heit seines Fürstenthums haben wir genügenden Aufschiuss. Der 
Besitz von Seehäfen bedeutet Antheil am damaligen Welthandel. 
Ich halte Goscham den Araber für einen Minseer, und erinnere daran, 
dass einer der Namen Ghazza's, von wo Italien das Minseum (den 
Weihrauch) bezog, Minoa war (Steph. Byz.). 

Das älteste Datum, wo wir die Vorfahren des Goscham mächtig 
in der Landenge von Suez finden, ist 529 v. Chr. Sie unterstützten 
den Kambyses in seinem Angriff auf Aegypten, indem sie seine 
zahlreiche Armee in ihren Wüsten mit Wasser versahen. Man staunte 
über diese Leistung, und träumte von einem Fluss, von welchem 
die Araber mittelst lederner Rinnen Wasser der Heerstrasse entlang 
leiteten. Wir kommen zu andern Schlüssen : die zu diesem Zwecke 
nöthige Anzahl von Kameelen war gross, so gross, dass die Land- 
enge nicht so viel nähren kann. Die Araber, welche dieses leisteten, 
mussten damals auch im Besitze der Frühlingsweideplätze von Hismä 



*) Es scheint, dass einige Zeit die Minder vorzugsweise „Araber" geheissen 
wurden, was, da sie mit Vorliebe den Nomaden zur Schau trugen (vgl. § 355), 
mit dem jetzigen Sprachgebrauch, für dessen Richtigkeit wir schon im Qorän 9, 
98 einen Beleg finden, in Uebereinstimmung stände. Theophrast erwähnt die 
Sabseer als Besitzer der Weihrauchregion, bezeichnet aber die Karawanenführer, 
welche dem Antigonus Weihrauchholz gebracht haben , und doch aller Wahr- 
scheinlichkeit nach Mineeer waren, einfach als „die Araber". Ob auch seine 
„bewaffneten Araber", welche den Sonnentempel bewachten, Minseer oder nur 
überhaupt Qabäyil (§ 412) waren, muss dahingestellt bleiben. 



233 

sein (vgl. § 328). Wir dürfen also die von Agatharchides erwähnten 
„Araber, welche als Nabataeer begrüsst werden", längs der Ostküste 
des Golfes von 'Aqaba-Ayla zu demselben Stamm rechnen. Nabataeer 
ist im Munde eines Beduinen nicht gerade ein Ehrentitel, denn er 
bezeichnet damit im Allgemeinen solche Araber, die sich nieder- 
gelassen , Ackerbau und Gewerbe treiben , die Stammeszusammen- 
gehörigkeit wenig achten und sich mit Heloten mischen. Allerdings 
waren die Begriffe über diese Dinge in verschiedenen Zeiten und in 
verschiedenen Regionen Arabiens sehr verschieden. Doch liegt die 
Vermuthung nahe , dass die nachrückenden Sarakenen (§ 328) es 
waren, welche ihre bereits verbauerten Minaeischen Vorgänger als 
Nabatseer begrüssten. Solche Nabataeer, eine Mischrace, wie es 
scheint, aus Arabern und Edomitern, waren lange die herrschende 
Bevölkerung Idumaea's, und zur Zeit des Aelius Gallus waren Obodas, 
König von Petra , und Aretas , König der Minaeer , Verwandte. In 
der Folge gewannen aber auch in Idumaea die Godzäm (Sarakenen) 
die Oberhand. 

363. Aw<7apY)vcH (Vvulgo; Acopyjvoi W. A. B. C. N. ; Awpivoi VA.). 
Bassäm kennt einen Stamm, Namens al-Dawäsir, der 1500 Reiter 
und 8000 Mann Fussvolk liefern kann , also etwa 50,000 Seelen 
zählt. Ferner theilt er das Wahhäbitenreich in sechs Provinzen, 
und eine davon , al-Ganüb , d. h. der Süden , besteht aus den zwei 
Districten al-Charg und W. al-Dawäsir. In letzterem befinden sich 
zwei Städte, welche Afläg (Plural von falag) geheissen werden. 
Nach dem Gihännumä liegt W. al-Dawäsir östlich von gada, in 
der Mitte der Wüste. Es wird jährlich daselbst eine vielbesuchte 
Messe .gehalten. Die altern Geographen heissen dieses Wädiy (mit 
Ausschluss von Charg) gewöhnlich Falag. Ym. III, 908: Hinter 
(südlich von) al-Magäza liegt Falag alafläg, östlich vom 'Aridh, dessen 
Wädies und Bäche dahin fliessen. Es gibt keinen Besitz in Yamäma, 
dessen Bevölkerung so abgeschlossen wäre, wie diese Landschaft, 
welche rund, 4 Farsangen lang und ebenso breit ist. Das Haupt- 
thal, welches am reichsten an Feldern und Bächen ist, heisst man 
Falag-alafläg ; es gibt aber noch andere fruchtbare, wasserreiche Falage 
daselbst, wie al-Chatäyim, al-Zornüq, Harim, Okma und al-Schatbatän. 
Sie gehören den Ga'da; es gibt aber auch Qoschayr und al-Harysch 
unter ihnen. Falag heisst ein perennirender Bach, der Quellwasser 
abführt, und auch Bewässerungscanal, der Quell wasser enthält. Seen 
und Wildbäche werden aber nicht Falag geheissen. 



234 

364. Hd. 276: Nach der Auffassung der Bewohner gehört al- 
Falag zu al-'Arüdh. Die Besitzer sind die Gada, Qoschayr und al- 
Harysch, alle drei Söhne des Kab (eines Zweiges der Hawäzin). 
Die Harysch sind die Ersten unter diesen Stämmen. Das Land 
wird Falag, Scheidung, Spalte, Furche, geheissen, weil es durch das 
Wasser gefurcht, d. h. geöffnet (infiläg ay infitäh) ist. Bei Marib 
sind zwei Berge, zwischen denen ein Pass durchführt, und diese 
heisst man al-Falgän, die zwei Hälften. So heisst man auch die 
Lücken zwischen auseinanderstehenden Vorderzähnen falag, und den, 
welcher solche Zähne hat, mofallag oder aflag. Falagtu bihoggaty (ich 
bin durch meine Beweisführung unbedeckt geblieben) bedeutet soviel als : 
ich bin mittelst derselben (siegreich) bestanden und habe mein Recht 
in's Reine gebracht. Entsprechend den Falgän in Marib sind die 
Mäzimän zwischen Minä und 'Arafat, nämlich die zwei Berge, zwi- 
schen denen ein Engpass durchführt. Die Harysch bewohnen ein 
Wädiy im Falag, welches al-Haddär heisst. Es ist reich an Palmen 
und Feldern, welche mit durch Kameele aus Brunnen geschöpftem 
Wasser befeuchtet werden. Es sind daselbst nicht mehr viele 
Harysch übrig; sie haben sich zerstreut; namentlich sind viele 
nach Yaman ausgewandert. In al-Haddär ist der feste Ort des 
Müsä b. Nomayr Haraschy , der feste Ort des Abu Schimra und 
ein anderer fester Ort , dessen Name ich vergessen habe. Die 
Qoschayr wohnen in al-Mazän. Daselbst sind feste Orte, Palmen- 
haine, Saatfelder, ein Bach, welcher die Palmen bewässert, und 
Brunnen. Hamdäny nennt 12 feste Orte mit Namen, davon sind 
einige in Okma und einige in Qaddä, welches zu Mazän gehört. Er 
zählt auch einige Flecken auf. 

365. Hd. 277: das Land der Gada b. Kab. An einer Seite 
steht der feste Ort der Ahäbischa, eines Zweiges des Qoschayr. 
Al-Haygamyya (var. ä^^^^) gehört den Banü-Cohayb, einem Zweige 
der Qoschayr; es ist eine feste Stadt, deren Ringmauer so dick ist, 
dass vier Pferde neben einander darauf laufen können, und so hoch, 
dass man arg spannen muss , wenn ein Pfeil hinaufkommen soll. 
Al-Häcil liegt im Gebiete der Gada, ist aber der Markt für ganz 
Falag, der von den Nizär und den Yaman besucht wird. Er gehört 
den Banü Aby Schimra (Samora?), einem Gadastamme. Unmittelbar 
darauf an den zwei Sayh, Bächen, der Gada folgt der feste Ort 
Morghim (der zurückweisende), so geheissen, w r eil er den Feind durch 
seine Widerstandsfähigkeit abweist. Er gehört den Banü Aby Schimra. 



235 



Al-Qacr al-'Ädyy ist in al-Athl und stammt aus der Zeit der Tasm 
und Gadys. Der Gründer legte eine dreissig Kubite hohe Terasse 
von Lehm an, darauf baute er die Feste, und darum herum sind 
Wohnplätze für das Gefolge der Eigenthümer, wie auch Plätze für die 
Kameele und Pferde. Jetzt wird diese Festung von den Banü Aby 
Shamsa (sie !) bewohnt. Der Markt von al - Falag hat eiserne 
Thore und dreissig Kubite dicke Ringmauern; um dieselbe läuft ein 
Graben und um denselben ein Glacis , das mit Sand und Steinen 
bedeckt ist und einen Ablaufcanal hat, ein Klafter tief und breit, 
zu verhüten, dass ein belagernder Feind die Bäche gegen den Markt 
leite und ihn überschwemme. Im Markte sind 260 Brunnen süssen 
Wassers, das sich nie vermindert, und 400 Kaufläden. 

Die Gada besitzen zwei Bäche, der eine heisst al-Roqadä 
(var. ^UWty, der andere al- Atlas. Der Bach der Qoschayr heisst 
Sayh Ishaq. Der erstgenannte Bach hat zwei Quellen: 'Ayn Ibn 
Acma und al-Dzabbä; diese vereinigen sich. Der Atlas entspringt 
aus 'Ayn alnäqa, Kameelsquelle a ). Die Bewohner von Falag erzählen 
über den Ursprung dieses Namens, dass eine Frau auf einem Kameel 
bei der Quelle vorbei ritt, sich das Kameel mit ihr in die Quelle 
stürzte und später einiges von ihrem Geschmeide im Flusse Mohallim 
bei Hagar in Bahrayn zum Vorschein kam. Der Mohallim ist ein 
grosser Fluss, und er ist für Arabien, was der Oxus für Balch ist. 

Die Hauptmasse der Ga da wohnt im Lande, das Okma heisst, 
und Palmenhaine, Felder, Brunnen und feste Orte hat, die übrigen 
wohnen in al-Ghayl, welches ebenfalls Felder, Brunnen und feste 
Orte hat, in Gholghol und in al-Thagga, zu unterscheiden von Thogga 
in Yaman. 

366. Hd. 260: Al-Falag ist die Axe, um welche dessen Um- 
gebung den Kreis bildet: östlich davon ist das Bayädh (wüstes hartes 
Land) und dann Raml al-Kadyd (d. h. Flugsand), der sich bis Yabryn 
ausdehnt; man geht dahin drei Tage und Nächte (etwa 1200 durch 
das Dahnä, ohne Wasser zu finden .... (siehe § 276). Nördlich 
von al-Falag dehnt sich das W. Schotäb nach al-Yamäma hin aus. 
Man kann über das Bayädh und die Boraq (steiniger, lehmiger 



*) Der Name erinnert an Plin. VI, 28, § 158: Agacturi in montibus, oppido 
XX mill. passuum, in quo fons Emischabales, quod significat camelorum oppidum. 
Emi dürfte für Eini, Quelle, nicht Stadt, und schabales für gamal, sprich dschamal 
(b für m, vgl. § 235), Kameel, stehn. Ob aber gerade 'Ayn alnäqa einst so 
hiess, läset sich nicht ermitteln. 



236 

Boden) nach Yamäma reisen. Auf diesem Wege trinkt man aus 
dem Teich al-Harma. Dann sind noch zwei andere Wasserplätze. 
In der Nähe des zweiten sind die Thadyän, Zitzen, Felsenspitzen, 
welche wie' die Zitzen einer Frau oben schwarz, unten weiss aus- 
sehen. Man erblickt auf dem Wege auch den Kabid al-Bayädh, 
einen hohen- schwarzen Felsenhügel (der als Wegweiser dient). Auf 
einem andern Wege (ebenfals durch das Bayädh) trifft man kein 
Wasser als das von al-Oqayma in Batn al-Nagaf, oder das von 
Mochammasa. Letzteres ist am Rande von Qatmän, wo al-Mi'sal 
(sie! al-Maghsil?) mündet. Links (westlich) davon sind die Hügel 
Scho'ärä, welche sich bis zum Qa (Ebene) al-Dhähiya und bis zum 
festen Ort am Sayh al-'Omr (al- Ghamr, Ym.) hinziehen. Ein anderer 
Weg von al-Falag nach Yamäma führt über al-Thofon durch den 
untern Theil der Wädies der Ga da. Das erste davon ist Okma, 
welches sich in al-Falag mündet. Der Reisende betritt dann den 
untern Theil des (den 'Abd Allah b. Gada gehörigen) al-Ghayl in 
al-Thofon (einen Tag und eine Nacht von al-Falag, Ym. III, 830). 
Es ist dieses ein weites, nur vom Regen befeuchtetes, Wädiy mit 
vielen Palmen und festen Orten, das sich in al-Qidära mündet. Dann 
durchschneidet er Gholghol, al-Thagga (al-Naga?) und al-Nacah. Er 
kann aber auch (einen andern Weg einschlagen und) in Dalämys 
Wasser schöpfen; dann in Nasla, dann in al-Charg. Zieht man es 
vor, so trinkt man in al-Marä (al-Madä), dann in Bark, dann in 
Borayk (dessen oberer Theil den Nafy , einem Zweige der Schaybän 
gehört); dann geht man über al-Magäza (welches den Banü Hizzän 
gehört), Igla und jene bekannten Gegenden. 

Von den Wädies, welche in al-Charg münden, sind hervorzu- 
heben : Dzü Arwal (Wau mit Hamza) , Mäwän , Tamar und Qoläb. 
Alle diese senken sich in das Gharg und vereinen sich zu Einem 
Wädiy, welches im untern Laufe vom W. al-Maghsil verschlungen 
und von dem Sandfelde eingeschlossen wird. Daselbst ist die Naqä 
(Sanddüne) von al- f Arräf, welche sich über al-Charg erhebt. Zwischen 
al-Charg und al-Magäza liegt ein kleines Sandfeld, welches eine 
Solaysila (ein Kettchen, Streifen), eine Meile breit, aussendet. Im 
Sandkettchen läuft eine ununterbrochene Reihe von kleinen 'Ath'ath, 
Dünen, hin. 

367. Hd. 264—265: Wir kehren nach al-Falag zurück. In 
dessen südlichem Theile liegt al-Mazän , d. h. das Mazäri' der Banü 
Qoschayr ; es gehört den Banü 'Abd Allah b. Salama, und das Qaddä 



237 

der Bann 'Ayädh flyadh) , eines Zweiges der Harysch, dann al- 
S(li;iil);i(;in, welche beide Wasserplätze und Palmenhaine der Harysch 
sind, dann folgt ein Brunnen in der Mitte des Bayädh, auf dem 
Rücken desselben. Dann gehst du bei Qe-rün, einem schwachen 
Wasser, vorüber ; dann folgt Hammäm, ein Wasserplatz ; dann Schaft, 
das Ufer, der Banü al-Karawwas, eines Zweiges der Qort (al-Forot?), 
welches zu al-Moqtarib gehört. Rechts davon ist Thanira (Tamra?) 
und al-Holayqa in der Mitte des Raumes zwischen al-'Aqyq und 
al-Moqtarib. Dann al- f Aqyq, eine Stadt, unter deren Einwohnern 
200 Juden sind, und welche viele Palmenhaine, Bäche und Brunnen 
besitzt 1 ); dann al-'Adhä. Dann al-Hall (al-Chall?), d. h. Hall- 
(Chall-) al-Faswa; dann al-Madin, die Mine, d. h. die Mine von 
al- f Aqyq, und das Land gegen al-Hogayra (var. al-Bohayra) hin. Dies- 
seits (von al-Hogayra) liegen al-Hantharyya und al-Rahma (Rachmaf), 
zwei Wässer in den Mündungen des Gasen (Gas, Ym. II, 8). (Dieser 
Weg zweigt in al-Moqtarib nach rechts ab.) 

Ich kehre nach al-Moqtarib zurück, um den Weg, welcher gen 
Nagrän, nach Yaman führt, zu verfolgen. Du trinkest vom Unter- 
sandwasser Kibäb (zehn Tage jenseits Yamama; Ym. IV, 231), hältst 
du dich aber mehr rechts, so trinkest du von einem Aditischen 
Wasserplatz , welcher Qorayya (ohne Artikel) genannt wird und an 
dessen Seite Aditische (uralte, cyclopische) Bauüberreste, und ein in 
Felsen gehauener Tempel (Kanysa, Kirche) sind. Dann tränkest du 
am Tagr (Thagr, Ym. I, 919), einem Wasser, welches Magnün er- 
wähnt; dann Himä, al-Wahäf und Byr al-Raby' ; dann Midzwad im 
untern Theile von Nagrän. Wenn du dich links hältst, so besteigst 
du das Bayädh, dann trinkest du in al-Hafar, d. h. Hafar-al-Tarbä. 
Auf jedem der. beiden Wege hast du das Sandfeld Haqyl zu durch- 
schneiden. Wenn du im Ghadyr-altanähiy (Teiche der Orte , wo 
die Wädies vom Sande verschlungen werden) Wasser findest, so 
trinke da, sonst findest du keinen W T asserplatz , ausgenommen Byr 
al-Raby . 

3G8. Hd. 287 : Die Etapen von Nagrän bis al-'Aqyq. Die erste 



') Ym. II, 82G heisst dieso Stadt 'Aqyq-Tamra. Ym. III, 700 : 'Aqyq von 
Yamäma gehört den 'Oqayl. Es sind daselbst Gauen und viele Palmenhaine. 
Man heisst es 'Aqyq-Tamra. Es liegt rechts von al-Forot, dem in dem Sand- 
raeere al-Goz" gelegenen Ende des Gebirges 'Aridh, und rechts von der Yamäma- 
Yamanstrasse. Dieses ist auch das 'Aqyq, über dessen Besitz die Ga'da und 
Garm vor dem Propheten processirten, Ym. III, 701. 



238 

ist al-Kaukab, eine natürliche Wassergrube; dann al-Gafr (sie! 
oben al-Hafar), dann drei Märsche nach al- c Aqyq. Es gehört den 
Garm und Kinda. Gegenwärtig hält sich der Kindastamm al-Kanä- 

dira daselbst auf, auch die Familie SI-as. , ein Zweig des Stammes 
al-Ga äwim — zu unterscheiden von dem Himyarstamme al-Cha ä- 
wim — besitzt daselbst Eigenthum, welches sie von einer ihrer 
Grossmütter, einer Garmitin, ererbt haben. Al-Moqtarib liegt zwischen 
al- c Aqyq und al-Falag und gehört dem Nomayrstamme Qort (Forotf), 
näher bestimmt, den Hammäm. Es ist einen Marsch von al- f Aqyq 
entfernt. Von al-'Aqyq bis Nagrän sind vier (nach obigem fünf) 
und von al-'Aqyq bis al-Falag sieben (ich lese neun) massige Tage- 
reisen. Von al-Falag bis al-Charg sind drei leichte Tage und von 
al-Charg bis Ghidhrima ist ein Marsch. Und zwischen al-Chidhrima 
und al-Qafy (Faqy, Ym.), am Rande von Yamäma, vier (?), und von 
da , über ein Qa , ohne Hügel oder felsige Anhöhen , bis Bacra 
zehn Tage. 

Ich versuche es, die von Hamdäny gebotenen Daten bildlich 
darzustellen. 



239 



43 



4i 



45 



16 



4 7 



48 



49 



50 



1 






u 


® Riyädh L. 46° 41', Br. 24° 38' 
1 o Sayh (al-Ghamr) 

oHagr 
Bg. Scho'ärä o 'lrdli 


34" 


g 






a 




|o Chidhrima 
W. Bark W. Magäza o Iglä 
W. Maghsil 
o Tamar o Charg Yabryn Q 








Ghayl in 
W. Okma 


1 Die Wüste 
Thofon Raml al-kadyd 

o Qidära 
W. Roqäda u. Atlas 

o Häcil Markt v. Falag 










o 


o Haddär 


o Qadda 
o Schatbatä 


n 










o ' 

o 

PH 














< 



o Rachma 
o Ranya 


) Thamar 
Holayga o Ch 
o 'Aqyq 


all 















o Byr al-Raby 
Midzwad 














9 Na 


grän L. 44° 
D i e W ü 


45', Br. 17° 
s t e C a y 


25' (?) 
h a d 























































25 



43 



44 



45 



46 



4 7 



48 



49 



50 



240 

369. Capt. S. B. Miles erfreute mich in einem Briefe, datirt 
Masqat, 4. März 1873, mit folgenden sehr werthvollen Bemerkungen 
über das Wädiy Dawäsir: 

Route from El Hasa to Solaiel : El Hasa, Kharaj, Hota &Jfl^, Hilwa 
'ij^, Leila, Kharfa, Roudha, El Sih, Bedeia, Shitba &aju», Solaiel. 
From Solaiel to Runniya three days journey. It is a lown larger 
than Solaiel. 

The El Dösiri tribes are as follows : El-Woodaieen at Solaiel. 
El Misähireh possess most cameis etc. AI Hassan at Wäsit in the Wady 
Dowäsir. Beni Goweit or Gheithät. AI Khütran in Shitba. El Sharafa 
in Wady. El Umoor, eastend of Wady. AI Saad west of Wady. 
El Showaiej. El Khamaseen. El Kahtan or Khattan. Hamid. AlAmaar. 
El Farjan in Kharfa. The Wady Dowäsir is said to have an almost 
continuous line of date groves for one or two days journey. Running 
water is found only at El Leila, but water abundant every where. 
Northern ränge of W. Dowäsir is Jebel Riän 15 days journey from 
Toweyk. Southern ränge Jebel Bän, very high. Jebel Tumra lies 
between Solaiel and Wady Dowäsir. There is a fort in the Wady 
named Kasr Beheia 'ix^> in the piain; has no guns; garrison 30 men. 

Ruins said to be found near Leila, also at Kusoor Ad, which 
is near Sih to the south, or according to another man in the rumla 
between El Hasa and Hota of the AI Morra. Small ruins said to 
be at Ehoweytar, and Medjzera. The districts in Wady Dowäsir 
are: Bedeia, Rouda, Bizezia, Murwän, Leila, Sih, Hammär, Haua- 
wäsir, Sitara, Haradtha, El Gheil, Haddär, and Shitba. 

Wie unsicher die Identification der modernen Namen und Orte mit 
den alten sei, muss sie doch versucht werden. Die Orte zwischen El Hasa 
(in Bahrayn) und Solaiel können unmöglich Tagesmärsche andeuten. Es 
ist Kharaj = al-Charg ; Layla liegt am vereinigten Roqodä und Atlas ; 
Shitba =a Schatbatän; Solaiel = Moqtarib ; Runniya = Ranya *) ; Jebel 
Tumra === Forot (vgl. § 367 Note) ; Kusoor Ad = al-Qacr al-'Ädiy ; Si- 
tara = Gidära. El Sih ist zwar al-Sayh, aber nicht Sayh al-Ghamr. 

4 ) Kunniya ist nicht weit von 'Aqyq. Al-Asch'ath bei Ym. II, 826. Ranya 
wird von den 'Oqayl bewohnt und ist nahe bei Byscha, Tathlyth, Yabambam und 
'Aqyq-Tamra. 'Arram, welcher Zabyya schreibt (Ym. II, 918), rechnet es zum 
Gebiete von Tabäla und sagt: seine Wasser sind Bothür (plur. von bathr). Dieses 
ist ein (Local-) Ausdruck für Ahsä, Untersandwasser. Es läuft einen oder zwei 
Kubite unter dem Sand, und häufig machen die Thiere mit ihren Hufen darauf 
aufmerksam, Ym. II, 828. Nach Ym. III, 702 sagt 'Arram dieses von 'Aqyq. 



241 

370. Zjz.upvo<p6po<; /topa (/wpa fehlt in B. N.). Plin. XII, 16, 
§ 69 zählt die Sorten von Myrrha auf und sagt : sexta, quam Dusa- 
ritin vocant, est et Candida uno tantum loco, quae in Messalum 
oppidum confertur. Wir suchen zuerst den Stapelplatz dieser Myrrha- 
sorte. Hamdäny kennt ein Mäsil-Gäwa und ein Mäsil-al-Gomah. 
Zur Benützung seiner Angabe ist nothwendig zu wissen, dass al- 
Schorayf östlich von Dharyya liegt. Hd. 256: Ueber al-Chanfas, 
einen der Wasserplätze von al-Schorayf, näher bestimmt von Mäsil- 
Gäwa. Zu den Wässern al-Schorayfs gehören Dzii-Soqayf, .yt^ \ d. h. 
al-Gamuscha (Ym. al-Gamüsa), Tawylat-alchitäm , 'Ocayr, Tohayy, 
'Acan^ar und Tähiba (Tähiya) ; dann kommt das Sitär von al-Schorayf 
gegen Dzü-Ghoschob (einem Zweige des Irdh) hin. Hinter demselben 
liegen die zwei Wasserplätze al- f Ablä und al-Ro'äna, wo Felder sind 
und wohin man die Schaafe zur Tränke treibt. Dann kommt Mäsil- 
Gäwa (nach Ym. II, 533 ist es eine Dära, Senkung mit erhabenem 
Rande, Oase), bestehend aus zwei festen Orten mit Palmen und 
Feldern. Am linken Schaft al-lrdh (Ufer des f Irdh) ist das Wasser 
Tayschar in der Gegend von al-Boram (al-Borm?). Dann kommt 
Mäsil al-Gomah (im Original Näsil al-Hodhah), und in einem Zweige 
davon ist die Ebene (Wüste) Goräd, und al-Ramla (die Sandwüste). 
Jenseits dieser zwei Orte sind die rothen Hügel Mogyrät, und rechts 
von denselben ist der Hügel al-Samnät (var. al-Samnän). In al- 
Schorayf sind unzählige Wälder von Acacien (ghollän min talh). Es 
gibt daselbst auch Palmenhaine. Das Wasser al-Torayfa ist links 
von dieser Gegend gegen Süden; gegen Osten ist Qalyya, die Bur- 
qat (Steinfeld) al-Amhär, &*axd\ (al-Ghaydha ?) und Damh (Damch). 
Die Wasserplätze von Damh sind al-Kähila und al-Qadra; dann 
folgt der untere Theil von al-'Obra und al-Baydhä, wo man gutes 
Wasser in Brunnen und unter dem Sande findet, und Dzü-Somayr. 
Dann kommt Yadzbol, dessen erstes Wasser al-Qoräd (o. P.) ist, 
Halyma, al-'Atäyiba, ein Wasser in der Thalsohle (batn) von al- 
Sorrah, ferner al-Nohära und al-Yatyma, welche Zäbin von 'Amäya 
gegenüber liegen. 

371. Hd. 285: Mäsil-Gäwa gehört den Bähila; Mäsil-al-Gomah 
den Banü Dhinna, einem Zweige der Nomayr, auch Dzü-Sodayr ist 
ein Wädiy der Dhinna. Ym. II, 114: al-Gomah ist ein Berg der 
Nomayr. Da nun Plin. VI, 28, § 158 sagt: Nomeritae Messala oppido, 
werden wir kein Bedenken tragen, Mäsil-al-Gomah mit dem alten 

16 



242 

Myrrhadepöt zu identificiren. So weit sich die Lage aus obigem be- 
stimmen lässt, möchte ich es zwei Tage nordöstlich von Dharyya 
versetzen. Die Region , woher die Myrrha nach diesem Stapelplatz 
gebracht wurde, mögen die Acaciengehölze Schorayfs sein. Die Be- 
nennung dusaritische Myrrha führt uns aber in das W. Dawäsir. Ob- 
schon Ptolemseus die Wohnsitze der Dosareni als eine eigene Region 
erwähnt, so ist doch wahrscheinlich, dass der grösste Theil der in 
Messalum feilgebotenen Myrrha aus W. Dawäsir kam. Aus diesem 
Grunde und auch weil dieses die wenigst bekannte und interessan- 
teste Gegend in ganz Arabien ist, wollen wir den Weg von Wädiy 
Dawäsir gen Mäsil verfolgen. 

372. Hd. 262: An der Seite des al-Falag (W. Dawäsir), gegen 
die Qibla hin, mündet das Wädiy Okma (der untere Theil ist fruchtbar 
und vielleicht ist dieses Wädiy die Myrrharegion). Es wird von den 
f Abd Allah b. Ga da bewohnt. Die erste Wendung desselben ist die 
von «aj^, die zweite die von al-Bäha, dann die von al-Tzähira, dann 

s&>j&\ dann Küz, rechts von der Thanyya (Bergpass) des 'Äridh ge- 
legen. Du steigst dann von der Passhöhe hinab und, am Fusse an- 
gelangt, ist zu deiner Rechten, wenn du das Antlitz gegen Westen 
gewendet, ein Wasser. Noch weiter unten ist der Gauf (Tiefland) 
der Thanyya und das Wasser Wahla. Dann passirst du, noch ehe 
du aus dem Aridhgebirg hinauskommst, zwei benachbarte Wasser- 
plätze, Awän und al-Channänyya ; sie liegen rechts von dir. Zwi- 
schen dem 'Aridh und der Sand wüste al-Dabyl *) dehnt sich ein 
Wa'tha, weicher Boden, aus, auf dessen Rücken sich die bereits er- 
wähnten Wasserplätze belinden. In dessen (Dabyl's?) Mitte sind 
Wasserplätze, nämlich al-Hadzyqa und zwei andere, und ausserdem 
noch einer von weniger Bedeutung. Der Reisende (nachdem er aus 
dem Gebirg heraus gekommen) setzt seinen Weg fort, wie wenn 
er nach Makka gehen wollte. Vor sich hat er das salzige Wasser 
al-Qähiya, in der Thalsohle der Bacra-Makkastrasse findet er aber 
süsses Wasser. Dann folgt al-Achräba, welches in den Senkungen 
von 'Amäya liegt. Dann trittst du, nachdem du die linke 'Amäya 
durchschritten hast, die rechte zu deiner Rechten (nördlich) lassend, 
in die Ebene von Hamma hinaus und du durchschneidest Fagawät, 



') Hd. 279 : Ahmad Falagy sagt, die Sandwüste al-Dabyl ist jenseits des 
'Aridh von Yamäma und bildet dessen Grenze gegen Nagrän hin. 



243 

schwarze, einander gegenüber liegende Hügel. In den 'Amäyät sind 
mehrere Wasserplätze, wie al-Schakül (al-Schalük), Torayf (v. Torayq) 
und die Ahsä von al-Thomäm; dann schöpfest du Wasser in der 
Alisa von Morayfiq. Dann trittst du in die A'räf Lobnä, die Ge- 
birge von Dhifän ein, wo ein Wasser Namens al-'Asyr (al- f Oschar) 
ist. Dann folgt al-Mohdath, nämlich Mohdath-Namalä. 

Leider erwähnt der nomadische Tourist, von dem dieser Bericht 
stammt, weder Mäsil noch die Stelle, wo er die Bacra-Makkastrasse 
kreuzt; doch ist sicher, dass er in die Nähe von Mäsil kam, denn 
diese und die vorige Tour begegnen sich in 'Amäya. Die Entfernung 
zwischen W. Dawäsir und Mäsil mag zehn Tage betragen. 

373. Hd. 263 beschreibt noch einen andern Weg von Falag 
nach Westen , welcher südlich vom vorhergehenden liegt und statt 
über einen Gebirgspass durch die Sandwüste Dabyl führt. Der andere 
Weg, sagt er, führt über al-Haddär, d. h. dem Haddär der Banü 
al-Harysch; die erste Wendung auf demselben ist al-Qatanyya des 
Haryschstammes Gilda, dann al-Aqtän der Banü Ghälid, dann al- 
Fara der Banü Rabya, und al-Haschrag der Banü al-Mogirr, auf 
deren Stammvater 'Antara anspielt; dann die Hügel Notog, welche 
dem Fa-w (Thale) von al-Haddär in der Richtung von al-Dabyl 
gegenüber liegen. Dann setzt man durch al-Dabyl, welches das Sandfeld 
ist, wie man über einen Berg setzt. Das erste Wasser auf dieser 
Strasse ist Mumkin, welches den Garm gehört. Dann begeben sich die 
Reisenden über Qarn Ohämir (welches nach Ym. I, 143 schon zu Dha- 
ryya gehört) und befinden sich al-Qäqib, d. h. Gäqib-al-Dachül, gegen- 
über. (Die Topographie dieser Gegend ist nämlich folgende :) rechts von 
ihnen ist Qanän-Ghamrät (qinän, Bergspitzen von Ghamrät?) und die 
Batn (die Thalsohle) al-Rikä, und in deren Mitte liegt al-Dachül, ein 
Wasserplatz, von welchem Qafä-al-Atyt und die Hügel Dzü Iqdäm nicht 
weit entfernt sind; vor dir aber liegt Ras (der Anfang von) Sohäm. 
Dieses sind die Orte, welche Imru-lqays erwähnt (wie Ym. I, 312, 
doch [xjS\ für A*j]\ oder *U*N). Am Ufer (schatt, wir haben aber 
gewiss nicht an einen Fluss mit perennirendem Wasser zu denken) 
von Ghamra (o. P.), gegen al-Rikä hin, ist das untersandische Wasser 
Ma cjya. Du tränkest in al-Dachül, wo der Hügel Minchir als Weg- 
weiser dient. (Dachül liegt bei Immara ; hier also überschreitet man 
die Bacra-Makkastrasse und ist schon über Mäsil hinaus, aber nicht 
weit.) Dann gerathest du in den Sand der f Abd Allah b. Kiläb, 
dann tränkest du in al-Achdhar im untern Theile des W. Torba, 



244 

dann, wenn du links gehest, in Byscha (?); wenn du aber rechts 
gehst, so stehst du am Anfang von Barym mit seinen Wasserplätzen, 
welche wir bereits erwähnt haben , als : al-Baghra , Näcjha , und 
Dzawät al-Far ä (al-Qar äf), die Hügel al-Hamära, wo zwei Wasser- 
plätze sind, und die Hügel al-Auqab der Banü al-A'lam. 

Die Stelle, auf welche Hamdäny verweist, steht S. 251 und 
trägt zur Orientirung bei: al-Midhyaa (bei So wäg, etwa einen halben 
Tag nördlich von Dharyya), dann links davon die Wasserplätze von 
al-Scharabba , nämlich al-Tho'l, Naqra und Yanüfa-Chanthal , eine' 
einzeln stehende Felswand; links al-Mohdath, die Steinfelder von 
Namalä, al-Gau*'ab und Matlüb. Links von dieser Gegend, an der 
linken Seite des al-Scharabba, gegen die linke Strasse nach Qarn al- 
Yamänyya liegen: al-Nachlyya, Näciha, al-Baghra (o. P.), Barym 
und Yabdüla, ein fester Ort östlich von Qarn al-Yamänyya. 

374. MojtpiTat (W. A. B. G. N.; Moxoperai Vvulgo). Moqrä ist 
ein Himyarstamm, der einem eine Tagereise südlich von Qanä ge- 
legenen Michläf seinen Namen gegeben hat. Die Mokriten des Ptole- 
mseus sind aber in der Gegend von Nagrän zu suchen, und es ist 
gar nicht daran zu denken, dass dieser Himyarstamm je dort an- 
sässig gewesen sei. Die Mokritse sind uns also unbekannt. Vielleicht 
haben die Balhärith in früherer Zeit so geheissen; diese wohnen 
nämlich in der von Ptolemseus bezeichneten Gegend. 

375. Saßatot (W. A. B. G. N. ; Eaßßaioi VM.). Die Sabseer ver- 
sahen im Alterthume Syrien und Aegypten mit Spezereien, besonders 
mit Weihrauch, und exportirten dahin auch arabisches Gold (Ps. 72, 
10. 15; Ez. 27, 22; Jes. 60, 6) und tauschten dafür Sklaven und 
Sklavinnen ein. Wegen ihres Handels galten sie für unermesslich reich 
(1. Kön. 10, 1 ff.; Strabo 778). Es ist zu beachten, dass bei Horaz 
nicht Sabseer , sondern Araber für das seines Reichthumes wegen 
sprichwörtlich gewordene Volk steht : Nee otia divitiis Arabum liber- 
rima muto, Ep. I, 7, 36. Plenas Arabum domus, Od. II, 12, 24. Icci 
beatis nunc Arabum gazis, Od. I, 29, 1. Ueber die Lage der Sabseer 
berichtet Joel 4, 8, dass sie in einem fernen Lande leben. Das ist 
Alles, was wir aus den Hagiographen über die Geographie dieses 
Volkes lernen. 

376. Es ist vergebene Mühe, in den arabischen Quellen irgend 
welchen Aufschluss über die Sabaeer zu suchen. Das Angedenken 
an sie war zu Anfang des Islam von dem Ruhm der Himyar ver- 
drängt worden, und sie waren völlig verschollen. Mohammad kannte 



245 

vom Hörensagen die jüdische Legende von Scheba's Königin und 
erwähnt sie im Qorän, und nun machten sich Theologen, Genea- 
logen, Dichter, und Alles, was lügt und trügt, an die Sabseer. Die 
ersten waren die Madyner. Sie zählten sich zu den Ghassäniten, und 
ihr Ehrgeiz bewog sie, einen der Erzväter dieses Stammes, welchem 
sie den qoränischen Beinamen Mozayqiyä (von tamzyq, in die Brüche 
gehen lassen, Qorän 34, 7, 18) gaben, zum König von Märib zu 
machen. Eine Seherin verrieth diesem Mozayqiyä, dass Nagethiere 
damit beschäftiget seien , den Damm des grossen Wasserreservoirs 
oberhalb der Stadt zu miniren und dass daher in nächster Zeit eine 
Ueberschwemmung eintreten und Alles in die Brüche gehen werde, 
Während sein Volk gegen diese Warnung taub blieb, veräusserte 
der kluge Mozayqiyä seine unbeweglichen Güter und griff zum Wander- 
stab. Zunächst lagerte er lange Zeit am Wasser Ghassän, und davon 
erhielt sein Stamm den Namen ; dann setzte er den Weg nach Madyna 
und Syrien fort. Wir wissen aus § 43, dass die Ghassäniten schon 
vor dem Dammdurchbruch ein mächtiges Küsten volk waren. Aller- 
dings hatten die Madyner darin, dass sie die Ghassäniten zu den 
Sabaeern zählten, nicht ganz Unrecht; denn sie gehörten einige Zeit 
zum Sabseerreich , aber aus Märib waren sie nicht gekommen. Ob 
sich unter ihnen eine Tradition über ihre frühere Verbindung mit 
den Sabaeern erhalten habe, welche zu dieser Dichtung Anlass gab, 
ist sehr zu bezweifeln. 

377. Die Genealogen haben einen altern und einen Jüngern Sabä 
in ihre Geschlechtsregister aufgenommen, aber dafür gesorgt, dass 
der Name bedeutungslos bliebe. Der erstere hat zwei Söhne : Himyar 
und Kahlän. Dieses, sind die Namen der zwei grossen Racen , in 
welche sie die Südaraber eintheilen. Sabä hat also hier einfach die 
Bedeutung Südaraber, wofür man aber nie den Ausdruck Banü Sabä, 
sondern meist Yamaniten, und in der Genealogie Qahtäniten ge- 
braucht; dem Jüngern Sabä geben sie nur Einen Sohn, den Jüngern 
Himyar, und das Volk, das er repräsentirt , heissen sie Himyariten. 

378. Zu Hamdäny's Zeit gab es einen Stamm, der sich Sabä 
und einen, der sich Aschbä (Plural von Schabä) nannte. Soll einer 
derselben den Namen ohne die Erinnerung an die Grösse der Sa- 
bseer ererbt haben? Die Sabä hatten neben den Madzhig eine An- 
siedelung in Märib (Hd. 219) ; und al-Qohayb (Maltz. Goheb), der Auf- 
enthaltsort der (dynastischen) Familie derBahrier, wird vonHd. 159 
die Stadt der Sabä genannt; zwei Orte östlich von Roda ge- 



246 

hörten gemeinschaftlich den Bäsira, einer Unterabtheilung der Sabä 
und den Qaraf, einem Zweig der Himyar, Hd. 165. Ausserdem 
waren Sabä in Dathyna ansässig, Hd. 170. Ich glaube, dass dieser 
Stamm den Namen Sabä aus dem Qorän gelernt und sich ihn bei- 
gelegt habe, wie sich Dutzende von Stämmen Banü Hosayn heissen, 
die gewiss nicht von dem Enkel des Propheten abstimmen. Die 
Aschbä hingegen mögen leibhafte Nachkommen der alten Sabseer, im 
engsten Sinne des Wortes sein. In der Qac. Himyar. Vers 125 ist 
Dzü-1- Aschbä ein Stamm, woraus das Geschlecht 'Abähil in Hadh- 
ramaut entsprossen ist. Wir treffen die Aschbä in Schab wat (Sabota), 
vgl. § 438, und etymologisch ist schon von Stephanus der Name der 
Sabseer mit Sabö (Schabwat?) in Verbindung gebracht worden, vgl. 
§249. Bei Haura, i^. (siehe Karte zu Wrede), in Hadhramaut gab 
es eine Stadt, welche Qärat al- Aschbä, Hügel der Schabseer, hiess, 
aber im Besitze der Kinda war, Hd. 153. Weiter unten, nicht weit 
von Schibäm, liegt al-'Ogz, „eine grosse Stadt, die in zwei Hälften 
getheilt ist und den Himyar gehört. Jede Hälfte bildet eine Stadt 
für sich, und die eine gehört den Aschbä, die andere den Fand", 
Hd. 154. Aus dieser Stelle sollen wir schliessen, dass sie zu den 
Himyar gezählt wurden; nach dem Qämüs aber war Schabä ein 
Sohn des Härith und ein Enkel des Hadhramaut. Wenn die Aschbä 
Sabseer sind, so wurden sie nach Hadhramaut zurückgedrängt und 
haben sich himyar isirt. Obwohl schon in Eratosthenes und in Genesis 
die Schebä und Hadhramaut als getrennte Völker erscheinen, bleibt 
doch zu untersuchen, ob sie nicht gemeinsamen Ursprunges waren, 
und wenn sich Halevy's Behauptung, in den Inschriften des Gauf 
könne man zwei Dialecte unterscheiden, begründet erweiset, dürfte 
der eine der Schebä-Hadhramautische (in Ma'yn), der andere der 
QodhäVGebanitische sein. 

379. Die Griechen und Plinius sind die einzigen Quellen, welche 
uns Aufschlüsse über die Sabseer geben. Sie beziehen sich aber nicht 
auf den Stamm, sondern auf das Reich der Sabseer, in welches sie 
bisweilen Orte einschliessen, die nicht dazu gehörten. Dadurch ent- 
stehen Widersprüche, welche es uns schwerlich gelingen wird, aus- 
zusöhnen. Am deutlichsten tritt uns das Sabseerreich mit der Haup- 
stadt Mariaba bei Eratosthenes entgegen. Es liegt zwischen den 
Reichen der Minseer und Kottabani, und östlich davon ist Chatramo- 
titis, das letzte der vier grossen Reiche, in welche damals Südarabien 
getheilt war. Der Weihrauchstrasse entlang kann sich diesem Be- 



247 

richte gemäss das Sabseerreich nur 12 Tage weit ausgedehnt haben, 
und selbst innerhalb dieser Strecke gab es Gebanitische = Mura- 
ditische Enclaven. Aber wenn Aristo's Bericht als gleichzeitig hinge- 
nommen wird, so erstreckte es sich im Westen bis an das Rothe 
Meer; er begegnete nämlich den Sabseern an der Küste unmittelbar 
nach den Karben, § 52. Es gehörten also die Hakam, die *Akk, die 
al-Asch'ar und die Farasan dazu, deren Wohnsitze wir schon in 
alten Zeiten in jener Küste nachgewiesen haben. Natürlich umfasste 
es auch das zwischen Märib und der Küste liegende Hochland, 
d. h. Hamdänitis (in Niebuhr's Karte „Hamdän" und „Haschid und 
Bekil") ; und der Gauf der Hamdän (Halevy's Beled Hamdän) war 
einer seiner wichtigsten Bestandtheile. Aus dieser Bestimmung der 
Ausdehnung des Reiches geht hervor, dass die Stämme, welche die Ge- 
nealogen Hamdän nennen, die weit überragende Mehrzahl der Bevölke- 
rung bildeten. Wir haben auch Ursache zu glauben, dass Mitglieder 
von Hamdänitischen Familien, wie Bati c (vgl. §§ 354, 380) auf dem 
Sabseischen Thron sassen, doch ethnographisch waren die Hamdäniten 
stets Hamdäniten und die Sabseer Sabseer. Selbst der Name Ham- 
dän ist alt, und ich glaube, dass Plin. VI, 28, § 158 unter Amathei 
die Hamdän meint 1 ); damit will ich aber nicht behaupten, dass sich 



*) Die Stelle lautet: Bachilitse , Sammei (Var. Samnsei), Amathei cum 
oppidis Nessa et Cennesseri (Var. ChenDseseeri) , Zamareni cum oppidis Saiace 
(Var. Sagiatta), Scantate (Var. Canthace), Bacas Chamiri (Var. Bacascami). 
Biphearma oppidum etc. Die Bachilitee, von denen Plinius weiter nach Süden 
fortschreitet, haben wir in § 348 kennen lernen. Der nächste bedeutende Stamm 
sind die Yäm, sie besassen das wichtige Wädiy Habaunä, durch welches die 
Weihrauchstrasse von Nagrän weiter gegen Norden führt, und waren sehr stark 
in Nagrän und in andern Orten jener Gegend vertreten. Wir wollen Sammei 
für Yäm gelten lassen. Eine Stadt Nessa kenne ich nicht. Es kann für Nesca 
= Naschq, vgl. § 243 , stehn , welches insoferne den Hamdän gehörte, als die 
Naschq ein Zweig der Hamdän sind, und jene Gegend jetzt noch vorzugsweise 
Beled Hamdän genannt wird. Nessa kann aber auch die Hauptstadt des viel- 
verzweigten Hamdänstammes Näschih sein. In diesem Falle befinden wir uns 
wegen der weiten Verbreitung der Unterabtheilungen der Näschih in Verlegen- 
heit zu bestimmen, welcher Stadt sie ihren Namen gegeben haben, denn sie 
besitzen die ganze Umgebung von Murammal (§ 291) und Nä'it bis zu dem 
bedeutenden Ort Hauth und Hamdän, welches nach Ym. II, 332 von 120 Dörfern 
umgeben ist. Cennesseri scheint mir derselbe Name zu sein, welchen später 
die Muslime einer ihrer Niederlassungen in Syrien gaben, nämlich Qinnisryn, 
und mit den Gründern aus Arabien nach Syrien gekommen sein mag. Die Variante 
Chennseseeri erlaubt jedoch die unsichere Vermuthung, die Stadt des Hamdänischen 



248 

damals alle Stämme zu den Hamdän zählten, welche man unter 
diesem Namen zusammenfasste, als man ihn im Gegensatz zu Him- 
yar gebrauchte. Ethnographisch dürften die Schebä, d. h. der dy- 
nastische Stamm, mit den Hadhramaut verwandt und aus Schabwat 
hervorgegangen sein, sich in Märib angesiedelt und das Sabaeerreich 
gegründet haben, indem sie sich mit den Hamdänstämmen verstän- 
digten. Es ist dabei nicht an eine gewaltsame Unterjochung zu 
denken, denn wir haben in § 293 einen concreten Fall kennen 
lernen, wie ein Hamdänisches adeliges Geschlecht unter der Sabsei- 
schen Oberherrlichkeit seine ganze Machtfülle und Würde bewahrte. 

Weil sich diese Stämme his an die Küste des Rothen Meeres 
hin erstreckten, gewannen sie Fühlung mit Aegypten, und die Farasän 
vermittelten, noch ehe sich die Karawanen einen Weg nach Norden 
bahnen konnten, den Waarentransport zu Wasser. Für die Hamdän 
und ähnliche Stämme, jedoch, war Sabseer nicht ein ethnographischer, 
sondern ein dynastischer Name. 

380. Die Berichte des Plinius über die Sabseer verdienen für 
sich betrachtet zu werden, denn sie sind reichhaltig; aber es ist 
Altes und Neues gemischt und darum sind sie widersprechend. Aus 
den persönlichen Beobachtungen des Aelius Gallus berichtet er VI, 
28, § 161: Sabseos ditissimos silvarum fertilitate odorifera, auri me- 
tallis, agrorum riguis, mellis cerseque proventu. Reich an Honig 
sind fast alle Gebirgsgegenden Südarabiens; so spricht Hd. 181 u. 
185 vom Honigreichthum des Goblän-afarkyya (vgl. § 318) und des 
Districtes Haräz (Nieb. Harräs), doch hebt Hd. 334 hervor: „Die 
Fläche auf dem Berg Hanüm ist das reichste Land auf Gottes 
Erde an Bienen und Honig. Mancher Mann hat fünfzig und mehr 
Bienengruben (die Araber bereiten den Bienen Wohnungen unter 
Sand und Steinen). Man kauft 6 bis 8 Baghdädische Ratl Honig 
für einen Dirhem." Der Berg Hanüm liegt im Stromgebiete des 
Maur, etwa Br. 15° 30', halbweg zwischen dem Meere und Can ä. 
Weil Plinius die Goldbergwerke in die Küste von Hamidha verlegt 
(§ 52), mag auch Gallus diese im Auge haben, doch mag sich sein 



Stammes Hanägir, d. h. Asl, etwa 8' SSO von Qa'da, sei gemeint. Bacas nehme 
ich für Bekyl, welches der gemeinsame Name der Hälfte aller Hamdänstämme 
ist, und Chamiri für Chamir, welches Niebuhr in seiner Karte angezeigt hat. 
In Chamir ist ein altes Schloss, und die Stadt reclamirt die Ehre der Geburtsort 
des As'ad Tobba' zu sein. Bewohnt wird sie von den Bekyl im engern Sinne 
Öes Wortes und den Banü Faysch b. Schihäb, Brüdern der Bekyl. 



249 

Bericht auch auf die Minen im Innern des Landes beziehen. Es ist 
mir nicht klar, ob unter agrorum rigua sowohl künstlich als natürlich 
bewässerte Felder oder bloss die einen oder die andern zu verstehen 
seien. Hd. 190: die Michläfe Ober-Chaulän und Dzü-Gorra liegen 
zwischen Qariä und Märib, und während Dzimär, Ro'ayn und Sahül 
das Aegypten Yaman's sind, können diese zwei Michläfe als dessen 
Vorrathskammer l ) bezeichnet werden; denn die Durra, der Weizen 
und die Gerste halten sich daselbst sehr lange. Auf dem Berge 
Miswar habe ich Weizen gesehen, der 30 Jahre alt und noch ganz 
frisch und unversehrt war. Was die Durra anbelangt, so wächst 
sie nur in heissen Ländern und kann nicht in den Häusern aufbe- 
wahrt werden, weil sie da verdirbt. Man gräbt im Felde eine Grube, 
die so gross sein kann, dass sie 5000 Qafyz fasst. In diese bringt 
man die Durra und schliesst sie. Sie bleibt so lange verschlossen, 
dass bisweilen Gesträuche darauf wachsen. Die darin aufbewahrte 
Frucht erhält sich sehr lange ganz gesund und geruchlos. Wenn man 
die Grube öffnet, muss man sie einige Tage offen lassen, bis sich 
die Durra abkühlt und verdampft, denn stiege man sogleich hinein, 
so käme man wegen der Hitze um. 

In Ober-Chaulän und Dzü-Gorra werden die Felder nicht viel 
bewässert und sind meistens Balland. Ueber die künstliche Be- 
wässerung enthält das Iklyl, 55 ein eigenes Kapitel mit der Auf- 
schrift: „Buch der Dämme, d. h. der Himyarischen Dämme". Der 
erste ist der von Märib an der Beugung der Mäzimän (Bergschlucht, 
vgl. § 364), dann der Damm von al-Chäniq bei Qada (6' südlich 
davon), welcher von Nawäl b. 'Atyk erstellt wurde. Er wird zu al- 
Hanfar in Rahbän ausgelassen und wurde von Ibrahym b. Müsä 
'Alawy, nachdem er Qa da zerstört hatte, vernichtet. Der Damm von 
Ray an gehört den Dzü-Mädzin (6' westlich von Qan ä), und nachdem 
er zerstört war, verminderte sich das Wasser des Baches von Dhahr 
um die Hälfte. Der Damm Nasyän(Y). Die Dämme des Landes der 
'Ans, wie z. B. der Damm ijx^. Die Dämme von Yahcob, deren, wie 



*) Obschon der Ausdruck für Vorrathskammer chizänat al-Yaman ist, 
werden wir doch an die Worte des Plinius: Riphearma oppidum quo vocabulo 
horreum appellant, erinnert. So ist nach Blau's glücklicher Emendation zu 
lesen — horreum statt hordeum — denn refa' heisst aufspeichern, und 'arama 
Kornhaufen. Wenn Riphearma in diesem Michläf lag, mag Ghaymän oder 
Tanä'um gemeint sein. 



250 



ich gehört habe, dreissig sind ; später aber berichtete mir Abü-i'abbäs 
dass deren achtzig seien. Zu den grossen Dämmen gehören die von 
Qac'än und (nicht lesbar), welches der Damm von Qotäb und Schah- 
rän (so am Rande ; im Text Schahrär) und Tamhän ist. Der Damm 
von ' Abbäd (o. P.). Der Damm von Lahag, d. h. der Damm 'Aräsin. 
Der Damm Sehr und der Damm von Dzü-Sahl (dazu die Gorrectur : 
Dzü-Schihäl), der Damm von Ro'ayn, der Damm von Noqäta beim 
Dorfe Dzti-Raby , der Damm Natzär in .*£tt und Hirrän, der Damm 
von .Aax£^, der Damm von al-Malyky, der Damm von al-Na- 
wäsy (o. P.) und der Damm von al-Minhäd (Gorrect. al-Mihyäd). 
Ausserdem gibt es kleinere Dämme. Ich weiss nicht, welche Dämme 
sich im Lande der Ro'ayn befinden mögen. Im Land der Hamdän, 
und zwar im Hochlande, ist der Damm Bayt-Kiläb und ein anderer 
ist im Hochlande von Da' an *) Es ist noch der Damm al-Kamym 
zu erwähnen. Die Erwähnung der Kanäle Yamans gehört nicht 
hieher. So weit der Bericht des Iklyl. 

Im Bezug auf Bäche, welche zur Bewässerung verwendbar sind, 
nimmt der Ghärid im Gauf, durch den Aelius Gallus marschirte, den 
ersten Rang ein. Dass unter dem silvarum fertilitas odorifera der 
Besitz der Weihrauchregion gemeint sei, werden wir sogleich sehen. 

381. Zur Zeit Juba's wurde Hadhramaut als ein Bestandtheil 
des Sabseerreiches angesehen, und die Weihrauchregion war damals 
nicht länger im Besitze der Kattabanen, sondern der Hadhramautiten. 
Plin. VI, 28, § 154: Atramitae pagus Sabaeorum. Plin. XII, 14, 
§ 52: Atramitae, pagus Sabaerorum, in monte excelso, a quo octo 
mansionibus distat regio eorum thurifera. Weil Hadhramaut zum 
Sabaeerreich und die Weihrauchregion zu Hadhramaut gehörte, sagt 
Virgil, Juba's Zeitgenosse: solis est thurea virga Sabaeis. 

382. Die Beschreibung der Küste südlich von den Karben (Car- 
phati) enthält bei Plin. VI, 28, § 151 seiner Gewohnheit gemäss 
eine Anzahl Namen in möglichst verdorbener Gestalt: Garphati, in- 






*) Iklyl 46: Von den alten Burgen ist zu erwähnen die berühmte Burg 
Da'än im Oberlande von Hamdänitis. Sie ist sehr fest gebaut und hat ihren 
Namen von Da'än, einem Könige aus der Familie Bati' b. Zayd b. 'Amr b. 
Hamdän (dieses Geschlecht wird auch § 354 erwähnt). Ferner die Burg Schahyr, 
welche noch steht und bewohnt ist, das Schloss Bayt al-Ward, welches der 
Familie Dzü Aqyän gehörte, und das Schloss Schir'a im Oberlande von Qayd 
(also ein wenig nördlich von Riyäm), 



251 

sulae Alaea (vv. Calaeu, Alecu). Amnamethus (vv. et Amnamethu, 
Amnecmethus). Gens Darrae. Insulae Ghelonitis, Ichthyophagön 
multae, Eodanda (v. Esdanda) deserta, Basag (v. Basa), multae Sa- 
baeorum. Flumina Thamar, Amnon. Insulae Dolicae (v. Doricae). 
Fontes Daulotes, Dora. Insular Pteros, Labatanis, Goboris, Sambra- 
chate, et oppidum eodem nomine in continenti. A meridie insulae 
multaB, maxima Gamari. Flumen Mysecros. Portus Leupas. Scenitae. 
Sabaei, insulae mute, emporium eorum Acila, ex quo in Indiam navi- 
gatur. Die Endpunkte, nämlich das Land der Karben (§ 52) und 
der Seehafen Acila, sind bekannt; wir befinden uns etwa zwischen 
Br. 17° 30' und 12° 45'. Wenn aber insulae Alaea die Haly gegen- 
überliegende Inselgruppe ist, wie die Namensähnlichkeit schliessen 
lässt, müssen wir mehr als einen Grad weiter nach Norden gehen. 
Es ist nicht nothwendig, dass Amnamethus eine Insel sei, es mag 
im Gontinent liegen und dem W. Aman (vgl. § 48) entsprechen, dann 
werden auch die Dame zum continentalen Volk. Die ursprünglichen 
Wohnsitze der Darrae, gleichviel ob Insulaner oder Küstenbewohner, 
mögen etwa in Breite 17°, also innerhalb des Qodha a-Chaulänitischen 
Rayons gewesen sein. In der Erwähnung der nächsten Inselgruppe 
unterscheidet Plinius zwischen von Ichthyophagen und Sabaeern be- 
wohnten Inseln, d. h. er stellt die Fischesser zu den handeltreibenden 
Sabaeern in Gegensatz. Unter letztern können nur die Farasän ge- 
meint sein, und wie es scheint, sind die vielen Inseln der Sabaeer 
nicht verschieden von den später mit Namen genannten Pteros u. s. w. 
Der Fluss Thamar ist W. al-Dhamd, etwa eine Stunde nördlich von 
W. Gazän ; der Name des letztern scheint in alter Zeit Amnon ge- 
wesen zu sein. Ueber Sambrachate werde ich in § 383 sprechen. 
Camari ist Kamarän, Br. 15° 20'. Ueber Mysecros und Leupas siehe 
§ 62. Wie oben die Ichthyophagen, so stehen hier die Scenitae zu 
den cultivirten Sabaeern, welchen das emporium Acila gehört, im 
Gegensatz. Die Scenitae sind die Li'sän (Nieb. Läsän), ein nomadischer 
Zweig der c Akk. Hd. 186 zählt die Tränken der Li'sän auf und sagt, 
dass sie im untern Theile von Haräz (Nieb. Harräs, Br. 15° 5') und 
im untern Stromgebiete des Sahäm und Sordod liegen. 

383. Plin. VI, 28, § 154: Sabaei Arabum propter thura clarissimi, 
ad utraque maria porrectis gentibus. Oppida eorum in Rubro litore 
Marane, Marma, Gorolia, Sabatha, intus oppida Nascus, Gardava, 
Camus et quo merces odorum deferunt Tomala. Pars eorum Atra- 
mitae, quorum caput Sabota, LX templa muris includens. Regia 



252 

tarnen omnium Mariaba (var. Mareliabata). Sinum obtinent (var. 
obtinet) XGIV M. pass. refertum insulis odoriferis. Die Bucht von 
Gazän reicht von Br. 17° bis Lohayya nach Süden und misst etwa 
75', was fast genau 94 römische Meilen ausmacht ; und in derselben 
liegt die Gruppe der Farasäninseln, die insulae odoriferse des Plinius. 
Gazän ist derjenige Ort, wovon in unserer Zeit die meiste Myrrhe 
kommt. Auch Xu, 15, § 66 spricht Plinius von diesen Inseln; 
(myrrha) multis in locis Arabiae gignitur ut apparebit in generibus. 
Gonvehitur et ex insulis laudata. Unter den genera, XII, 16, '69, 
nimmt diese Myrrhe den fünften Rang ein und er sagt : Sembracena ! ), 
a civitate regni Sabaeorum mari proxima. In der im vorigen § an- 
geführten Stelle erwähnt Plinius die Insel Sambrachate (var. Sambra- 
cate) et oppido eodem nomine in continente. Gesetzt der Name der 
Insel ist &^^, so lautet das Adjectiv i^i», ohne die Endsylbe 
at. Aus ersterm Wort kann Sambracate, aus letzterm Sambracene 
entstanden sein. Weil die kleine der beiden Farasän der Stadt 
Gazän, dem oppidum eodem nomine in continente, gegenüberliegt, 
so halte ich diese für Sambracate und die grosse Farasän für Goboris. 
Wenn letzteres Wort von Kabyra, gross , kommt, so mochten diese 
Inseln zusammen schon damals Farasän, die zwei Pferde, geheissen 
worden sein. Die kleine wird von dem obern Theil der grossen so 
zu sagen umschlungen; die Phantasie mag sie also auch als den 
weissen Fleck auf der Stirne eines Pferdes — das ist die Bedeutung 
von schimräch — angesehen, und man mag ihr, neben dem Namen 
das kleine Pferd, auch diesen gegeben haben. Labatanis mag das 
Loban der Adm. K., Br. 15° 50', L. 42° 15', sein. Kehren wir 
zur zuletzt angeführten Stelle des Plinius zurück. Für Sabatha haben 
die Handschriften Sabratha und Sabatra. Ich halte Sambracatha für 
die richtige Leseart, und suche auch die andern Städte der „Rothen 
Küste" an dieser Bucht, nur nicht Mariaba. Detlefsen schreibt 
„Merme, Manna" statt Marane; die zwei beinahe gleichlautenden 
Namen kommen mir wie ein wiederholter Anlauf Mamala (vgl. § 47), 
welches am Ende der Bucht liegt, zu schreiben vor. Coralia ist 
schwerlich verschieden von fons Goralus (Plin. VI, 28, § 150), wel- 
cher, wie es scheint, innerhalb des Gebietes der Gasani liegt. Es 






') Diese Sorte Myrrhe wird beschrieben: prsedictis caret vitiis, ante alias 
hilaris, sed viribus tenuis. Dioscorides räumt dieser schwachen Sorte den 
zweiten Rang ein, nennt aber ihren Namen nicht. 



253 

ist mir nicht gelungen, diesen Namen in der arabischen Geographie 
zu finden. Lesen wir den letzten Satz mit Sillig : obtinet sinum, so 
schlägt er der Thatsache in's Gesicht, denn Mariaba, welches in 
diesem Falle das Subject ist, liegt tief im Binnenlande; lesen wir 
aber mit Detlefsen obtinent, so ist Saboei das Subject, und wir haben 
einen Plinianismus, d. h. ein Durcheinander von Excerpten, wodurch 
die Thatsachen entstellt werden. Aristo hat allerdings die Sabseer 
an der erwähnten Bucht gefunden, diese aber machten doch nur den 
geringsten Theil der Bevölkerung des SabsBerreiches aus und es ist 
unrichtig, hier die Sabseer zu concentriren. Auch hätte diese abge- 
rissene Bemerkung anderswo eingeschoben werden sollen. 

Von den Binnenstädten kennen wir Nascus ') als den Hauptort der 
Naschq aus § 243. Gardava mag Qarwä, ein Wädiy, das in Nie- 
buhr's Karte nahe zu Tenajm zu versetzen ist, sein. Garnus ist 
Maltzan's Qern , welches aus sieben grossen Wädies besteht , und 
von Himyar und Muräd bewohnt wurde. Letztere, namentlich die 
Unterabtheilung An om, führten zu Hamdäny's Zeiten das Regiment 
in Qarn. Hd. 181 sagt: Qarn wird zu Märib gezählt, Gozayb und 
Bayhän (Behän) hingegen zu Radmän. Dass Tomala Tobäla sei 
(vgl. § 235), ist nicht zu zweifeln, aber da es nördlich von Karman 
regia, und also innerhalb des Gebietes der Minseer liegt, hätten wir 
erwartet, dass dieser Knotenpunkt des Verkehrs eine Minseische und 
nicht eine Sabseische Stadt sei. Da aber Plin. XII, 31, § 53 die 
Minder einen pagus, Gau, der Sabseer heisst, beweist diese Aufzählung 
Sabseischer Orte nicht das Gegentheil; denn für Juba waren die 
vier grossen Reiche Südarabiens nur Eines, nämlich das Sabaeische 
(vgl. auch §§ 328 und 388). 

384. Die in § 86 berührten Regierungswechsel in der Küste 
von Okelis und Muza bieten uns Mittel, in die Chronologie der 



') Ich trage hier eine Stelle des Ammianus Marc. XXIII, 6, § 47 nach, 
in welcher diese Stadt Nascon geheissen wird. Nach einer überschwänglichen 
Beschreibung Südarabiens sagt er: has civitates habet eximias, Geapolim (Gibla), 
et Nascon, et Baraba (Märib, das erste b für m), itidemque Nagara (Nagrän), 
et Mephram (Mayfa'), et Taphra (Tzafär der Himyariten), et Dioscurida 
(! ! — er meint die Insel Socotra). Insulas autem complures habet per utrum- 
que proximas mare, quas dinumerare non refert. Insignior tarnen aliis Turgana 
est, in qua Serapidis maximum esse dicitur templum. Hier steht Turgana für 
Organa (§ 134), und es wird so die in § 135 behauptete Identität von Serapidis 
insula und Organa, welche Ptolemseus für zwei verschiedene Inseln hielt, erhärtet. 



254 

grossen Staaten Südarabiens einzudringen. Ich kehre -daher zu diesen 
zwei Häfen zurück, mit besonderer Rücksicht auf ihre Verbindung 
mit AMca« 

Ueber die Bevölkerung der Küste bei Müza und den Betrieb 
der Schifffahrt zur Zeit, als das Land nominell den Ghalyfen gehorchte, 
gibt uns Hamdäny folgende Aufschlüsse. Hd. 96: „Müza, al-Schaqqäq 
(Sakatia) und al-Mandab (Okelis) gehören den Banü Magyd b. Haydän 
b. 'Amr b. al-Haf b. Qodhaa, und den Farasän. Die Letztern sind 
ein Taghlibstamm, bekannten sich in alten Zeiten zum Ghristenthum 
und hatten Kirchen in den Farasän-Inseln , welche jetzt in Ruinen 
liegen. Sie sind tapfer und die Banü Magyd haben Kriege mit ihnen 
geführt. Sie betreiben den Verkehr mit Abessinien und schicken 
jährlich eine Expedition dahin, wobei sich ihnen viele Leute an- 
schliessen. Die Himy arischen Genealogen behaupten, dass sie Him- 
yariten sind." Darüber, dass die Banü Magyd Qodha iten = Kotta- 
banen sind, herschte damals kein Zweifel. Von den Farasän, welche, 
weil sie sich zum Ghristenthum bekannt haben, zu den Taghlib und 
auch zu den Himyar gerechnet wurden, sagt Ym. III, 874, dass man 
sie auch für Kinäniten (Kinaidokolpiten) gehalten habe. Yäqüt be- 
richtet ferner, dass ehemals die Küste und das Meer vom Lande 
der Hakam (Akme) bis Hadhramaut und nach Westen bis zur Insel- 
gruppe Dahlak den Namen Sawähil (Küsten) der Farasän hatte. Zu 
diesen Classificationen der Systematiker lässt sich beifügen, dass die 
Farasän im Alterthume zu den Sabaeern gezählt wurden (vgl. § 382). 
Der Schluss, zu welchem uns diese entgegengesetzten Meinungen 
berechtigen, ist, dass sie ein Volk mit eigenthümlichem Typus und 
Autochthonen sind, welche seit vielen Jahrtausenden Schifffahrt 
trieben, und deren entfernte Voreltern vielleicht zu den ersten Grün- 
dern dieses Erwerbzweiges gehörten. Wenn Aegypten wirklich vor 
vierthalb tausend Jahren Weihrauch aus Arabien über Qocayr be- 
zog (vgl. § 430), so sind sie es, welche ihn zu Wasser dahin brachten. 
Da wir über Hunderte von Jahren, mit all ihren Umwälzungen, zu 
verfügen haben, so schliesst diese Behauptung nicht aus, dass sich 
diese arabischen Seefahrer auch in Qocayr und andern Hafenplätzen 
der Westküste des Rothen Meeres niederliessen und von dort unter 
ägyptischer Flagge grosse Handelsreisen unternahmen ; doch die Initia- 
tive gehört, wie Peschel in seiner Völkerkunde gezeigt hat, den 
Insulanern, das heisst den Farasän. 

Ueber die Banü Magyd werde ich noch mehrmals sprechen. 



255 

Hier sei nur bemerkt, dass ihr Ursprung und ihre Verwandtschaft 
mit den Insulanern in Socotra und Macjra dafür spricht, dass auch 
sie seetüchtig waren. 

385. Zur Zeit des Periplus beherrschte der Basileys der Himyar 
ganz Yaman und der Tyrannos des Stammes Ma äfir war im Besitze 
von Muza (vgl. § 85) und auch der arabischen Golonie Rapta in 
Zanzibar, von der wir das erste Mal hören. Rapta, heisst es in 
Peripl. § 16, ist nach einem alten Rechte (nicht dem Tobba , sondern) 
der Regierung jenes Hafens, welcher sich als Arabia prima gestaltet, 
unterworfen und wird also vom Tyrannos von Mopharitis verwaltet. 
Doch die Einwohner Muza's halten es in Pacht vom Basileys und 
schicken Lastschiffe dahin, sich als Leiter und Beamten (Vincent: 
Commanders and factors) solcher Araber bedienend , welche mit den 
Golonisten vertraut und verwandt sind, Ortskenntniss besitzen und 
die Sprache der Eingebornen verstehen. K. Müller identificirt Rapta 
mit Moinano-Kolou und Vincent mit Quiloa. Ptolemseus' Position, 
südl. Br. 7 °, ist also nicht sehr weit von der Wahrheit. Die Arabia 
prima scheint diesen Ursprung zu haben: bisher sagte, wer 'Adan 
besuchte, ich fahre nach Arabia ; es stieg aber das näher bei Aegypten 
gelegene Muza (Mocha) zu solcher Wichtigkeit, dass es viel besucht 
wurde und auch Schiffe, welche für diesen Hafen bestimmt waren, 
sich dieses Ausdruckes bedienten. Zum Unterschied von Arabia 
emporium ( f Adan) hiess man dann Muza Arabia prima. In unserer 
Zeit ist die Bemannung der Schiffe auf dem Persischen Golf wie 
folgt : der Capitän und die Officiere sind allemal Araber, die Matrosen 
Africaner (Sklaven), der Schreiber gewöhnlich ein pfiffiger schlüpfriger 
Perser; die Kaufherren und Eigenthümer sind Araber. Aehnlich 
dürfte die Vertheilung der Arbeit im Alterthume zu Muza gewesen 
sein. Die Bewohner Muza's, welche der Periplus als Kaufherren her- 
vorhebt, gehörten gewiss vorzugsweise den Banü Magyd an; die 
Leiter und Beamten waren aus dem Farasänstamme , und für die 
harte Arbeit bediente man sich der Neger. Die Ma äfir, deren Qayl 
über die Küste regierte, sind Gebirgsbewohner, befassen sich mit 
Ackerbau und Weberei und waren für Schifffahrt und Grosshandel 
wenig geeignet, wesswegen es sowohl der Tobba als der Qayl für 
vorteilhaft hielten, Rapta zu verpachten. Wie in § 86 gezeigt 
worden ist, war das Himyarenreich zur Zeit des Periplus noch ganz 
neu; der Ausdruck nach „altem Rechte" ist daher so zu deuten, 
dass schon in der Sabseisch-Gebanitischen Periode diese Handels- 



256 

gesellschaft — diese East-India-Company des Alterthums — bestand, 
und die Himyariten sie bloss bestätigten. 

386. Eratosthenes bei Strabo 768 behauptet, die Kattabanen 
wohnen an der Enge und Durchfahrt des Arabischen Busens. Dieses 
ist, wie sich aus der andern Aeusserung des Eratosthenes „Kattabania 
liefert Weihrauch" ergibt, nur in einem beschränkten Sinne richtig; 
es geht aber daraus hervor, dass der Qodhaitisehe Stamm Banü 
Magyd unter der Oberherrschaft des zu Thumna residirenden Königs 
der Qodha a in Muza und Okelis etwa 200 Jahre v. Chr. das Regi- 
ment führte. Die älteste Periode, welche uns an dieser Küste ent- 
gegentritt, ist also die Kattabanische. 

Zur Zeit Juba's war ein Dynastiewechsel eingetreten, und die 
Gebaniten hatten die Kattabanen verdrängt (vgl. § 415) und sich in 
alle Rechte und Vortheile ihrer Vorgänger gesetzt, ohne radicale 
Veränderungen vorzunehmen. Plinius heisst daher Okelis einen 
Seehafen der Gebaniten und theilt interessante Notizen über die 
Erträgnisse des africanischen Seehandels für den Gebanitenkönig, den 
damaligen sv&eg^o; ßaci^su;, mit. Es folgte also auf die Kattabanische 
eine Gebanitische Periode, welche zur Zeit des Periplus schon der 
Homeritischen gewichen war. 

387. Die auf den Seehandel bezüglichen Stellen des Plinius 
(Juba) erhalten erhöhtes Interesse, wenn man sie mit den Behaup- 
tungen der altern Geographen, welche vor der Gebanitenherrschaft 
lebten, vergleicht; denn Plinius hat deutlich die Absicht, sie zu ver- 
bessern; ich führe daher, ehe ich auf Plinius übergehe, die Bemer- 
kungen Artemidor's bei Strabo 778 an, welche von denen des 
Agatharchides nicht wesentlich verschieden sind. Das gemeine Volk 
der Sabseer, sagt er, treibt theils Feldbau, theils Handel mit den 
Gewürzen, sowohl den einheimischen als jenen aus Aethiopien, zu 
welchen sie durch die Meerenge schiffen auf ledernen Booten ; und 
so gross ist die Menge der Gewürze, dass man sich anstatt des 
Strauchreisigs und Brennholzes des Zimmts, der Gasia und der übrigen 
Gewürzbäume bedient. Bei den Sabseern wächst auch das Larimnon, 
das wohlriechendste Räucherkraut. Durch diesen Handel sind die 
Sabseer und Gerrseer die reichsten von Allen, und besitzen unermess- 
lichen Vorrath goldener und silberner Geräthe, wie Ruhebetten, 
Dreifüsse, Schalen und Trinkbecher nebst dem Prachtschmucke der 
Häuser ; denn Thüren, Wände und Decken sind mit Elfenbein, Gold, 
Silber und Steinbesatz durchwirkt. Plinius beleuchtet die meisten 



257 

von Artemidor berührten Punkte. Im Bezug auf den Verbrauch 
edler Holzarten als Brennmaterial sagt er XII, 17, § 80 : Cetero non 
alia ligni genera sunt in usu quam odorata, cibosque Sabaei coquunt 
thuris ligno, alii myrrhse, oppidorum vicorumque non alio, quam ex 
aris, fumo atque nidore. Als unrichtig bezeichnet er jedoch, dass 
die Araber Zimmtholz brennen, denn der Zimmt kommt in Arabien 
nicht vor. Plin. XII, 18, § 82: non sunt eorum (Arabum) cinna- 
momum aut casia ; und § 86 : si quidem cinnamomum idemque cin- 
namum nascitur in Aethiopia Troglodytis connubio permixta. Er 
fährt dann fort, über den Verkehr, welcher nach Artemidor auf 
Schlauchflössen bewerkstelligt wird, zu sagen: Hi mercantes id a 
conterminis vehunt per maria vasta ratibus, quas neque gubernacula 
regant, neque remi trahant vel impellant, non vela, non ratio ulla 
adiuvet, cum omnium instar ibi sint homo tantum et audacia. Prse- 
terea hibernum mare exigunt circa brumam, Euris tum maxime 
flantibus. Hi recto cursu per sinus impellunt atque a promontorii 
ambitu Argeste deferunt in portum Gebanitarum, qui vocatur Ocila. 
Quamobrem illi maxime id petunt, produntque vix quinto (! !) anno 
reverti negotiatores et multos interire. Die in diesen pathetischen 
Ergüssen enthaltenen Thatsachen werden durch den Periplus auf das 
richtige Maass zurückgeführt. Zum Behufe des Verkehrs bediente 
man sich der Lastschiffe; die Fahrzeit, auf dem langweiligen Wege 
der Küste entlang, dauerte etwa 40 Tage; zusammengenähte Fahr- 
zeuge und Ganoes wurden von den Africanern zum Schilkröten- und 
Fischfang gebraucht, und zu solchen Zwecken sind sie an den Küsten 
des ganzen indischen Oceans bis auf den heutigen Tag üblich. 

Vom Zimmthandel sagt Plin. Xu, 19, § 93 : Ius eius a Gebanitarum 
rege solo proficiscitur ; is edicto mercatu vendit. Varianten: ad Gebani- 
tarum reges solos proficit ; thuris edicto oder indicto mercatu venditur. 
Artemidor, und überhaupt die Zeitgenossen der Hegemonie der Katta- 
banen, lebten im Wahn, der Zimmt und die Casia seien Producte 
Kattabaniens, und selbst die Hebräer nannten die Casia das „Kattani- 
sche" (vgl. § 398). Daraus schöpfen wir den Beweis, dass es sich unter 
der Kattabanischen, bezw. Sabseischen Suprematie mit dem africanischen 
Gewürzhandel gerade so verhalten hatte, wie unter der Gebanitischen. 
Der bei der Zimmternte beobachtete Cultus war der in Sabota übliche 
(vgl. § 354). Merkwürdiger Weise wird heute noch das Opium in 
Indien, auch ein Monopol, gerade so wie vor 2000 Jahren der Zimmt 
in Muza in den Handel gebracht. Die indische Regierung nimmt 

17 



258 

nämlich das Opium von den freiwilligen Producenten zum Kauf- 
preis (dieses Jahr , 1874 , den Sir == 2 Pfund zu 4 bis 5 Rüpi = 8 
bis 10 Mark) und bringt es in Kalkatta für den Export nach China 
wie auch für den einheimischen Verschleiss an eine öffentliche Ver- 
steigerung, wo dieses Jahr der Sir etwa 32 Rüpi einbringen wird. 
Die Myrrha. war nicht gerade Monopol; doch bezog der König der 
Gebaniten, weil die beste Sorte von Africa kam, „Troglodytica sil- 
vestrium prima", Plin. XII, 16, § 69, recht bedeutende Einkünfte 
davon. Plin. XII, 15, § 68: non dant ex myrrha portiones Deo, 
quoniam et apud alios nascitur. Regi tarnen Gebanitarum quartas 
partes eius pendun t. 

388. Die Chronologie der drei Perioden, welche wir haben kennen 
lernen, können wir ziemlich genau bestimmen. Etwa 200 Jahre 
v. Chr. standen Muza und Okelis unter kattabanischer Oberherrlich- 
keit; in 20 v. Chr. unter den Gebaniten und schon in 79 n. Chr. 
unter den Himyar. Es kommen aber auch Stellen in Plinius vor, 
welche sie den Sabseern zusprechen: Plin. VI, 28, § 152: Emporium 
eorum (Sabaeorum) Acila, ex quo in Indiam navigatur; Plin. XII, 16, 
§ 69 spricht von der Myrrha und sagt : petunt eam (myrrham) etiam 
ad Troglodytas Sabcei transitu maris. Der thatsächlich mit Schifffahrt 
sich befassende Stamm waren die Farasän, welche wohl zu den 
Sabseern gezählt wurden, aber ethnographisch ganz verschieden von 
ihnen waren. In diesen zwei Stellen meint aber Plinius schwerlich 
nur die Farasän unter Sabsei, sondern will sagen, dass Acila unter 
Sabseischer Oberherrlichkeit stehe. Es fragt sich, ob wir ausser den 
genannten drei Perioden in der Geschichte von Okelis noch eine 
vierte, eine Sabseische zu constatiren haben ? Für eine solche Periode 
finden wir keinen Raum; es sei denn, dass die Sabaeische Periode 
der Kattabanischen vorangegangen sei. Die Aussagen des Plinius 
beruhen auf den Erhebungen des Aristo. Eratosthenes kam unter Pto- 
lemaeus Euergetes nach Alexandrien, und zu seiner Zeit hatten die 
Kattabanen schon in Thumna und Okelis festen Fuss gefasst. Gesetzt, 
Aristo habe seine Expedition auf Befehl des Ptolemseus Philadelphus oder 
schon des Ptolemseus Lagi unternommen, so hätte der Zeitraum für 
die Ausbreitung der Kattabanen nicht hingereicht, denn es handelte 
sich hier nicht um eine gewaltsame Eroberung, wo das Schicksal 
eines Landes durch eine Schlacht entschieden wird, sondern um eine 
Wanderung, welche sich über einen langen Zeitabschnitt erstreckte l ). 



*) Ein indirecter Beweis für das hohe Alter der Kattabanischen Nieder- 



259 

Ich denke, dass Okelis in demselben Sinne Sabaeisch war, wie Hadh- 
ramaut und dessen Dependenz, die Weihrauchregion (vgl. § 381). 

389. Der grosse Umfang und die Unsicherheit der Grenzbestim- 
mung lassen uns das Gefüge des Sabaeerreiches sehr locker erscheinen. 
Das Verhältniss einzelner Fürsten zum Könige war etwa dasselbe, 
wie des Beherrschers von Tunis zum türkischen Sultan. Auch in 
Bezug auf innere Organisation standen die arabischen Reiche, wie 
schon § 350 bemerkt worden, in einer sehr elementaren Stufe des 
Staatswesens. Strabo 780 berichtet auf die Autorität des Aelius 
Gallus: Die Araber sind nicht einmal zu Land grosse Krieger, son- 
dern bessere Kramhändler und Kaufleute, viel weniger zur See. 
S. 782: Diese völlig unkriegerischen Menschen verstanden nicht den 
Gebrauch der Waffen, nämlich Bogen, Lanzen, Schwerter und Schleu- 
dern; die meisten aber bedienten sich zweischneidiger Aexte. Es 
war also nicht die Spur von einer regelrechten bewaffneten Macht 
vorhanden. Auch fehlte es gänzlich an combinirter Action. Als Aelius 
Gallus in seinem kühnen Feldzug Nagrän erreichte , war der König 
(wir würden sagen Bürgermeister) geflohen. Die Einwohner setzten 
den Römern einigen Widerstand entgegen, aber vergebens. Nur im 
dicht bevölkerten Gauf waren die Massen, die ihnen entgegentraten, 
bedeutend, aber ohne alle Organisation, und einer Schafheerde ähnlich, 
und so gelang es Gallus, ohne ernstliche Kämpfe Märib zu erobern 
und dem alten Sabseerreich den Gnadenstoss zu versetzen. Da alles 
Regiment vom Stocke ausgegangen ist, konnte es mit der Aufrecht- 
haltung der Ordnung und dem Schutze des Schwächern gegen den 
Stärkern nicht viel besser aussehen, als vor dem Islam in Makka, 
wo jede Familie für den Schutz ihrer Angehörigen selbst sorgen 
musste. Was immer die Verdienste der alten Handels Völker Arabiens 
für den Fortschritt der Gultur sein mögen, so gehören gewiss die 
Gründung eines geregelten Staatswesens und die Herrschaft der Ge- 
setze nicht dazu. Die Stelle genau begränzter Staatsgesetze nahmen 
Sunna, Herkommen, Familien- und Stammesrechte und die Religion 
ein, welche gerade, weil sie mehr in Observanzen als Dogmen be- 
stand, eine grosse Macht auf die Gemüther übte und ein Band des 
Friedens unter den Horden war. 

390. 'Axx*™ (VABDE Latt; A^toci VFOx.; 'A^itou W. B. G. 



lassung an der Meerenge Mandab und den Verkehr mit Africa ist in § 398 
enthalten. 



260 

N. ; 'Afy tT(Xt C). Stephanus schreibt auf die Autorität des Uranius 
'Ax^vjvot und scheint geneigt zu sein, das Wort von au^v, Hals, 
abzuleiten, denn er sagt: sie wohnen am Halse des Erythrseischen 
Meeres. Die 'Akkiten, die ohne Zweifel hier gemeint sind, sind weder 
vorzugsweise ein Gebirgsstamm, noch befinden sich ihre Wohnsitze 
am Halse des Meeres, wenn unter Hals die Meerenge gemeint ist. 
Hd. 198 beschreibt die ethnographische Grenze zwischen den Hamdän, 
die im Gebirge wohnen, und den 'Akk wie folgt: in Lä'a (welches 
Hamdänisch ist) erhebt sich der Berg ^8> } und der Fuss desselben 
gehört den 'Akk und bildet den Anfang ihres Gebietes auf dieser 
Seite. Daran schliessen sich al-Mancul und al-Midhäfa. Dieses 
sind 'Akkische Orte und liegen in einem Dreiecke , das die 
Küstenebene, die hier in das Gebirg der Hamdän und in das der 
Himyar eindringt, bildet. Die Gebirge der Himyar liegen südüch 
von dem Dreiecke und sind der den Milhän gehörige Berg Rayschän 
und der Berg Hofäsch, der den 'Auf gehört, und der Berg al-Madhrab, 
der schon den 'Akk gehört. Die Gebirge der Häschid (Hamdän) sind 

nördlich vom Dreieck, nämlich der Berg al-Scharaf, al-Wadhra 

und bilden das Land der Hogür (einer Unterabtheilung der Häschid). 
Dieses Dreieck ist in Niebuhr's Karte nicht markirt, aber auf die 
Stelle, wo es sein soll, lässt sich durch die Lage von Hofäsch und 
Melhan schliessen. Die Hauptstadt der 'Akk war einst al-Mahgam 
im Tihäma, und weil sie eine so wichtige Stelle an der Küste ein- 
nahmen, gebrauchte man „Land der 'Akk" oder vielmehr blos ,,'Akk" 
für Tihäma (Hd. 88) , und ein Hafen der Insel Kamerän oder 
des Festlandes dieser Insel gegenüber wird von Ibn Ghord. 113 
Michläf ' Akk geheissen. Ym. HI, 706 sagt : nach den f Akk wird ein 
Michläf (eine Grafschaft) in Yaman benannt, dem Michläf gegenüber 
ist ihr (der 'Akkiten) Landungsplatz Dahlak (soll wohl Kamarän 
heissen). Die Bedeutung von 'Akk ist Hitze, Schwüle, und es ist 
ursprünglich wohl Ortsname für einen heissen Küstenstrich. Zweige 
der 'Akkiten, wie die Li'sän, hatten Wasserplätze und vielleicht auch 
Ansiedelungen in Goblän-Rayma, und in Haräz (Nieb. Harras), und 
es wäre möglich, dass die Bewohner von Goblän al-'Arkyya, welche 
sich zu den Himyar zählen, Himyarisirte 'Akkiten sind, und Ptole- 
mseus also doch Recht hat, sie auf den Climax zu versetzen. Wäh- 
rend der muslimischen Eroberungskriege siedelten viele 'Akkiten 
nach Persien und Syrien über, und namentlich Hessen sich einige 



261 

in der syrischen Küstenstadt 'Akkä (auf alten Münzen 'Akk genannt), 
die vielleicht in vorhistorischer Zeit von ihren Vätern erbaut worden 
war, nieder. 

391. Nach einem ethnographischen Symbole bei Ibn Sa'd, waren 
die 'Akk Nachkommen des Zahrän b. al-Azd (-Schanüa). Nach einem 
andern stammten sie allerdings von al-Azd, aber durch einen 
Bruder des Mäzin, welchen die Genealogen mit Ghassän identifi- 
ciren, und nicht durch Zahrän. Einige Genealogen halten die f Ak- 
kiten für Ma'additen (!). Die erste Genealogie besagt, dass die nächsten 
Verwandten der 'Akk die Zahrän, die im Gebirg landeinwärts von 
Hodayda leben, waren; die zweite erkennt in ihren Nachbarn, den 
Mosonitae des Ptolemaeus , ihre nächsten Anverwandten , und die 
dritte deutet an, dass sie sich in den Bürgerkriegen den Central- 
arabern anschlössen und sich mit ihnen mischten. 

392. Ilapa Ss toc Mapei&a opri Ma^ayyiTou [/iv dnc apxTtov >tal 
Aa^apyjvoi, ZssiptTat &s octco [/.e<n)[/.ßp(as xal BXioiAaioi jtal 'Ojaocvitoci, 
civ avaToXutwTspoi KoTTaßavoi ^X? 1 Tc ** v 'Acraßwv opaiv, u<p oü; v\ 
Aißava>To<p6po<; X^P^' e ^ Ta w po?" T0 ^ Sa^a>,iTa? 'Itoßapixat. 

393. M^ayyiTai (W. A. B. C. N. ; MeXavyiTou Vvulgo; in 
vielen Godd. steht urcsp statt 7uapa). Die Melangiten sind die Be- 
wohner von Malham, und diese Stadt hegt am, wapa, 'Aridh, wenn 
man diesen Namen im engsten Sinne nimmt. Da Malham und Qorrän 
dem Giratha des Ptolemseus entsprechen (vgl. § 270), so sollen 
bei ihm die Melangitse die Lage dieser Stadt haben, was nicht der 
Fall ist. Den Widerspruch erkläre ich mir so: Die Völkernamen 
erschienen nicht im Itinerar, welchem er Giratha entnahm, sondern 
in einem andern Bericht. Zu Hamdäny's Zeiten wurde Malham von 
den Ghobar, einem Zweige der Yaschkor b. Bekr, bewohnt, und die 
Ghobar besassen auch Daqala, welches reich an Palmen war (Ym. II, 
580), und somit demDiqla der Gen. 10, 27 entsprechen kann. Ym. IV, 77 
findet die Sohaym, und IV, 239 die Nomayr in Malham, erwähnt 
aber auch die Yaschkor. 

394. Aa^apYjvot (W. A. C. N. ; Aa^apYifJußou VA. ; Aa^ap7)[/.otßai 
VDS. Intp; Aa/ap^voi VC. ; Aa^apm^o^ai B. VFMOx ; Dachari- 
msezae Bas.). Steph. Byz. sagt , dass die Dachareni ein Nabtseisches 
Volk sind, und dass der Name die Männlichen bedeute. Das Arabische 
dafür wäre demnach dzakar, das bedeutet aber nur im Bezug auf das Ge- 
schlecht männlich, und bildet den Gegensatz zu onthä, weiblich, so 
dass die Dachareni das entgegengesetzte von Amazonen sein müssen. 



262 

Bei ihm hat hier Arabia die Bedeutung, die es meist in Eusebius hat, 
und er meint, die in der Kirchengeschichte bekannten Essener, von 
denen Plin. V, 17, § 73 berichtet, dass sie in einiger Entfernung 
von dem westlichen Ufer des Todten Meeres im Gölibat leben und 
sich schon seit tausenden von Jahren (!) durch den Zufluss lebens- 
müder Menschen vollzählig erhalten. Stephanus berichtet auch, dass 
Dusare von den Arabern und von den Dacharenern als Gott an- 
gebetet werde. Auch Tertullian erwähnt den Dusares als arabische 
Gottheit, welche schwerlich eine andere ist als die Sonne. Yäqüt 
und die Icäba belehren uns: Dzü-lscharä (sprich Duschara) ist der 
Name des Götzen des Azdstammes Daus, welcher im Gebirge, etwa 
fünf Tage südlich von Makka, wohnhaft war, oder des den Daus 
benachbarten Azd-Stammes al-Härith. Das passt nicht auf den Dusare 
des Stephanus. 

Die Dachareni des Ptolemseus haben Nichts mit denen des Ste- 
phanus zu thun, noch ist ihr Name von Dzakar abzuleiten. Ich 
denke, dass die Leseart Dachareni bei Ptolemseus, gerade wie Negran 
für Egra (§ 212), eine verfehlte Emendation sei. Der Codex, der 
Egra bewahrt hat, mag auch hier Zutrauen verdienen, und Dachari- 
meni mag die richtige Leseart sein. Wenn es erlaubt ist, eine Ver- 
schiebung der Silben vorzunehmen und Gha-da-rimeni zu lesen, so 
erhalten wir das arabische Ghadhärim (vgl. § 317). Die Endsylbe 
eni zeigt an, dass der Informant Ghadhärim für einen Ortsnamen 
angesehen habe, wie es auch ist. Ungeachtet der entgegengesetzten 
Behauptung des Ym. II , 161 dürfte doch al-Chadhärim (und nicht 
Gaww) der alte Name des grossen Wädiy sein (vgl. Ym. n, 450), 
auf welches anfangs die spätere Benennung al-Yamäma beschränkt 
wurde. In historischer Zeit wohnten daselbst Zweige der Banü Hanyfa 
und einige Tamym. In vorhistorischer Zeit sollen die Tasm und Gadys 
da gelebt haben, deren Geschichte und vielleicht auch deren Namen 
in das Reich der Fabeln gehört. 

395. ElpiToci (A. B. G. VAD. ; Iritae, alte lat. Uebers. ; Elanrai 
VFOx. ; ZsstpiTaa W. ; ZetptTat N. VG. ; Zsyiptxat Vvulgo). Die Lese- 
arten mit dem Anfangsbuchstaben Z, der auf Zohayr, einen Zweig 
der Taghlib, oder auf Zohr, einen Zweig der Iyäd, führen könnte, 
sind schlecht verbürgt; es bleibt also Eiritse, Iritae. Diese aber sind 
ohne Zweifel die Bewohner des Irdh, §§ 316—317. 

396. BXioiAatoi (W. A. G. N. ; BXiouXai B.) sind, wie Blau 
glaubt, die Bähila; dagegen siehe § 348 über die Lage der Bähila; 



263 

ihre spätem Wohnsitze in Washm sind wohl in der Nähe der 
Mari thi montes, aber nördlich davon. In der Position, welche wir 
auf PtolemaBUs' Karte den Bliulseern geben müssen, ist das Sand- 
meer , und seine Nachricht ist daher ungenau. Bringen wir sie mit 
den Iritae (dem Gebiete Irdh) in Verbindung, so bietet unter den 
bekannten Stämmen dieser Gegend, vorausgesetzt, dass Bli ein ver- 
dorbenes Banü ist, Wäyil die grösste Lautähnlichkeit. Zur Bezeich- 
nung der Lage der Wäyil dient, dass die Genealogen die in § 164 
erwähnten Oddstämme zu den Wäyil rechnen. Sie dehnten sich 
auch gegen Yamäma hin aus. 

397. 'Oj/.avtTou (W. Pal. 1; ' 0|xay>uTou. A. B. C. N. VD.; 
' O^ayxsiTat VC. ; Omancitae VS. Int.; 'O^ayyrrat. VAFOx. ; 'Cty.apTai 
VBE. Pal. 1. M. Bas.), die Bewohner von Omanum Emporium in 
der Weihrauchregion, siehe § 121, welche Isidorus Ghar. Omani heisst. 
Der Informant des Ptolemaeus scheint in der Ethnographie dieser 
Gegend und Yamäma's nicht recht zu Hause gewesen zu sein; er 
heisst die Bewohner des 'Irdh Irdhiten, die der Ghadhärim Chadhä- 
rimiten u. s. w. Es fragt sich also, ob es einen Stamm Namens 
Omanitae gegeben habe. 

398. KoTTocßavoi (W. A. B. G. N.; KoToeßoevoL VFOx.; KaTxa- 
ßavot Vvulgo) wohnten nach Ptolemseus zwischen der Weihrauch- 
region und dem heutigen 'Oman. Eratosthenes bei Strabo 768 sagt: 
Kattabanien liefert Weihrauch ; damit stimmt Theophrast überein, er 
sagt aber viel mehr: Erzeugt wird Weihrauch, Myrrha, Gasia und 
Zimmet im Lande der Araber bei Saba (lies Sara, vgl. § 119), Adra- 
mytta (Hadhramaut), Kitibaina und Mali (Mahra). Die Weihrauch- 
und Myrrhabäume wachsen zum Theil auf Bergen, zum Theil am 
Fusse der Berge. Hadhramaut hat der Verfasser erwähnt, weil er auch 
von der Myrrha spricht, doch bezieht sich schon der nächste Satz 
ausschliesslich auf den Weihrauch, welcher jetzt noch nach dem 
Erzeugungsorte Nagdy oder Sähily, Hochland- oder Küstenweihrauch 
benannt wird (§ 117). Ich wünsche aber die Aufmerksamkeit auf 
die Gasia und den Zimmet zu lenken, welche in Arabien nicht vor- 
kommen. Der Irrthum, dass sie Producte derselben Region Arabiens 
sind, welche Weihrauch und Myrrha erzeugt, fällt aber dem Theophrast 
nicht persönlich zur Last, sondern dieser Glaube war allgemein ver- 
breitet und wird auch von Herodot EI, 107, welcher mit Recht auch 
Ledanum, „welches die Araber Ladan (nämlich ^SÜ) heissen", 
hinzufügt. Auch die Hebräer hielten die Gasia für ein Product 



264 

von Kitibaina, und dess wegen ist njMW» welches ich von Qodha a, 
a&La? = Kattabanen, ableite, ein Name für Gasia. Eine der Folge- 
rungen, welche ich daraus ziehe, ist, dass ich in Uebereinstimmung 
mit Eratosthenes in alter Zeit den Kattabanen wenigstens einen 
Theil der Weihrauchregion zuspreche. Zur Zeit des Ptolemaeus 
mögen sie aus diesem Besitzthume hinausgeschoben worden sein, 
doch trägt seine Angabe dazu bei, festzustellen, dass jene Regionen 
die eigentlichen Sitze der Kattabanen waren. Dieses wird, wie 
wir bald sehen werden, von den arabischen Quellen bestätiget, und 
ist desswegen wichtig, weil das Reich der Kattabanen nach Erato- 
sthenes weit davon entfernt ist. 

399. Ich habe eine auf dieses Volk bezügliche Stelle des 
Plin. V, 11, § 65 zu erklären. Solin, § 707, sagt: Verum haec 
Arabia (quse ultra Pelusiacum ostium est) procedit usque illam odori- 
feram et divitem terram, quam Catabani et Scenitse (lies Ascit«, 
vgl. § 449) tenent. Der Beobachter stellt sich an die ägyptisch- 
arabische Grenze, und überschaut die Halbinsel nach ihrer längsten 
Achse, an deren Ende die Kattabanen mit der Weihrauchregion und 
Tzafär (zu unterscheiden von der gleichnamigen Hauptstadt der Himyar) 
liegen. Die Achse fällt mit der Weihrauchstrasse zusammen, durch 
welche unsern Informanten die Nachrichten über die für sie so interes- 
santen Gewürzregionen zukamen, und welche sich wie ein rother 
Faden durch das unbekannte Land zog. In allen alten summarischen 
Nachrichten über Arabien schimmert dieser Faden durch; so in 
Herodot's Bericht über die Gewürzregion, welche, wie er glaubt, am 
Ende der bewohnbaren Welt liegt, d. h. das entfernteste Land ist, 
von dem er gehört hatte; die Nachrichten reichten eben zu seiner 
Zeit nur so weit als die Weihrauchstrasse. Auch die bereits in 
§ 128 angeführte Stelle der Genesis , wo , in Uebereinstimmung mit 
dem Thatbestand und mit der Bedeutung des Pischon als Grenzfluss, 
Mescha (Byscha-Yaqzän, § 51) als der Anfang und der äusserste 
Pfeiler des Festlandes, als das Ende der südarabischen Völker be- 
zeichnet werden, hat denselben Ursprung. Die zu erklärende Stelle 
des Plinius, worin die von Solin bloss angedeutete Thatsache weiter 
ausgeführt wird, muss in demselben Sinne erklärt und zu diesem 
Zweck emendirt werden, wie folgt: Ultra Pelusiacum Arabia est, ad 
Mare Rubrum pertinens et odoriferam illam ac divitem et Beatae 
cognomine inclytam. Hcec Catabanüm ; et (lies illa statt et) Esbo- 
nitarum et Scenitarum Arabum vocatur Sterilis (est enim sterilis), 



265 

prseterquam ubi Syrige confinia attingit, nee nisi monte Casio no- 
bilis. Jenseits der Pelusischen Nilmündung ist Arabien, welches 
sich bis zum Indischen Ocean und jenem mit Wohlgerüchen gesegneten 
und reichen Land, welches als das Glückliche bekannt ist, ausdehnt. 
Dieses (das Glückliche Arabien) gehört den Catabanen, jenes aber 
gehört den Esbonitern und nomadischen Arabern, und wird das 
Wüste geheissen, denn es ist, ausgenommen wo es die syrische 
Grenze berührt, unfruchtbar und nur durch den Berg Gasius geadelt. 
Die Worte, „ausser wo es die syrische Grenze berührt," erinnern 
an Strabo: zunächst bei Syrien sind zwar Feldbebauer, aber nach 
diesen ist das Land sandig und kümmerlich, und Skeniten bewohnen 
es als Kameelhirten. Im Süden ist Fruchtfülle jeder Art. Strabo 
hat diese Bemerkungen der Endpunkte des Landes dem Eratosthenes 
entnommen und nach seiner Art Eigennamen und nähere Orts- 
bestimmungen weggelassen, während Plinius mit Vorliebe Eigen- 
namen abschreibt. Plin. V, 13, § 68 theilt die allerneuesten Berichte 
über die Grenze des Landes , von demselben Standorte aus angesehen, 
mit : Ostracinse Arabia finitur, a Pelusio LXV mill. p. Mox Idumsea 
ineipit et Palästina ab emersu Sirbonis lacus. Nach dem Itin. Ant. 
sind 20 -f- 20 -f 26 = 66 M. von Pelusium bis Ostracina, der 
Grenze Arabiens. 

400. Die arabischen Quellen über Ethnographie stammen aus 
dem Anfang der muslimischen Periode, und die Materialien sind in 
den grossen Militärstationen gesammelt worden; diese aber waren 
viel zu weit von den ursprünglichen Sitzen der Kattabanen entfernt, 
als dass wir eingehende Nachrichten über deren Bevölkerung er- 
warten dürfen. Dennoch werden durch dieselben die Berichte des 
Eratosthenes auf das Befriedigendste erklärt und bestätigt. Der 
Stammvater der Race ist der König Qodha a, welcher den Küsten- 
strich Schihr (Sachalitis) beherrschte und der auf einem Berge da- 
selbst begraben liegt. Diese Sage ist alt, denn zu Anfang des Islam 
befanden sich alle Stämme , welche sich Qodha iten nannten , im 
Norden Arabiens, und sie waren so gemischt, dass sie einige 
Genealogen, gestützt auf die Sprache und physischen Merkmale, für 
Gentralaraber erklärten. In der Sage sind also Erinnerungen, die 
älter sind als die Wanderungen nach dem Norden. Es fällt auch 
auf, dass der Ahnherr Qodha a als König erscheint und die Stätte 
seines Grabes angegeben wird, denn das ist ganz ungewöhnlich in 
der Genealogie der arabischen Stämme. Mir kommt vor, dass die 



266 



Sage eine Version der Geschichte des Königs Erythras (§ 134), sei. 
Eine andere mit qoränischen Dichtungen übersättigte Version ist die 
Legende vom König 'Ad (vgl. Leben des Moh. I, 513). Folgendes 
ist der Theil der Genealogie der Qodhä'a, der uns hier von Wichtig- 
keit ist: 

Qodhä'a 

al-Häf 



'Imrän, Vater der Kalb (§ 31), der 'Odzra 'Amr 

(§ 333), der Salyh (§ 423) u. dgl. m. 

Haydän 

Mahra Magyd 

Mit Ausnahme des nichtssagenden 'Amr haben wir geographische 
oder ethnographische Namen vor uns: al-Häf hat sich in Bül-Häf 
(§ 101) erhalten; 'Imrän in Ras 'Imrän und in den Ammonii des 
Plinius (§ 92); über Haydän oder Hayd habe ich in § 119 berichtet. 
Das Befriedigenste ist aber, dass die Banü Magyd als Qodhaiten 
und Brüder der Mahra erscheinen ; denn sie sind die an der Meerenge 
wohnenden Kattabanen des Eratosthenes (§ 386). Unrichtig ist in 
diesem Symbole, dass das grosse Volk der Mahra als Zweig der Qodhä'a 
hingestellt wird. In Theophrast erscheint ganz richtig Mali (das Land 
der Mahra) neben Kitibaina, und ein passenderes Symbol wäre daher 
nach meinen Begriffen zu sagen: Qodhaa und Mahra sind Brüder und 
Söhne des Erythras, d. h. der Bewohner der Rothen Erde (§ 430). 

401. An die Bemerkungen in § 117 über die Bewohner des 
Landes, welches die ursprüngliche Heimat der Qodhä'a war, an- 
schliessend, entnehme ich dem Maltzan, Südarabien, S. 213, einige 
Resultate seiner Studien über die jetzt lebenden Völker jener Länder. 
Seine Beobachtungsstation ist 'Adan und er sagt: die Gentralyamany, 
die Hadhramy, Mahry und die übrigen südarabischen Völkerschaften 
sind alle mehr hellfarbig, vom grösserem schlankerem Körperbau, 
schlichterem Haar. Die Völker des tiefsten Südens dagegen sind mehr 
dunkelhäutig, oft dunkler als viele Abessinier, klein, zierlich ; die Ge- 
sichter sehr fein geschnitten, oft aber rundlich ; der Körper sehnig, mager, 



267 



graciös, beweglich, aber nicht knochig stark; das Haar sehr kraus. 
Ich möchte sie als eine Uebergangsstufe zwischen dem Südaraber 
und dem semitischen Schwarzen (Tigre-Stamm) bezeichnen. Aus- 
nahme von diesem dunklen, fast subäthiopischen Typus bilden nur 
die aus dem Norden ((Jan ä und auch schon Dzamär) oder aus Hadh- 
ramaut stammenden und viele Scheryfe. Ein Theil der Aulaqy 
nähert sich auch dem nördlicheren Typus. Weniger günstig als das 
Urtheil Maltzan's über die Mahra lautete eine mündliche Aeusserung 
Dr. Oarter's, die dahin geht, dass sie eine niedrigere Race als die 
übrigen Araber bilden. 

Ueber die Sprache sagt Hd. 234 : die Bewohner von Schihr und 
al-As'ä (vgl. § 106) sprechen nicht gut. Die Mahra sprechen ein 
Kauderwelsch und sind hierin den Nichtarabern ähnlich. Die Hadh- 
ramaut sprechen nicht gut u. s. w. Mas'üdy bei Reinaud, Rel. des 
voyages, Paris 1845, Bd. II, S. 183, sagt : al-Schihr wird von Men- 
schen aus der Race der Qodha a und andern Arabern bewohnt. Die 
Bewohner dieses Landes werden Mahra genannt ; sie lassen ihre Haare 
wachsen und tragen einen Zopf über der Stirne (also wie die Be- 
wohner von Orissa). Ihre Sprache ist verschieden von der der 
übrigen Araber, und sie sprechen seh statt k, so z. B. lasch, ma'asch 
statt lak, ma'ak, dir, mit dir. Maltzan hat in ZDMG 25 , 196 und 
27, 225 die Mahrasprache analysirt und kommt zu folgenden Re- 
sultaten: sie weicht vom Centralarabischen ab und nähert sich dem 
Aethiopischen. Die Kluft zwischen dem Centralarabischen und 
Mahrischen war, ehe ersteres von den Qodha a nach Norden gebrachte 
Mahrische Formen und Wortstämme aufnahm und ehe letzteres in 
Folge des Islam mit Qoränischer Phraseologie überschwemmt wurde, 
sehr gross. Die Mahra treten uns vorzüglich als Küstenbewohner, 
Insulaner (in Socotra, Macyra u. s. w.), Ichthyophagen und See- 
fahrer entgegen. Um irrthümlichen Eindrücken zuvorzukommen, will 
ich aber sogleich erwähnen, dass das Mahrische Kameel stets als 
die edelste Kameelrace galt, die es gibt. Sie waren also auch Söhne 
der Wüste. Doch ist das Binnenland der Mahra für die arabischen 
Geographen ebenso sehr wie für unsere Reisenden eine terra incognita. 

402. Kein arabischer Stamm hat an der durch die gewaltsame 
Verbreitung des Islam eingeleiteten Völkerwanderung weniger Antheil 
genommen, als die Bewohner der Gegenden bei der Weihrauchregion. 
Im hohen Alterthum aber hatten sie eine grosse Expansivkraft; die 
Mahra verbreiteten sich über die Inseln. Diese sind, durch ihre 



268 

geographische Lage, ihre natürliche Domäne, und wie Carter, Journ. 
As. Soc, Bombay XI, berichtet, ist auch in unserer Zeit die Insel 
Socotra dem Schayche der Mahra unterthan. Auch sind die Semiten 
in Aethiopien nach meiner Ueberzeugung Mahrischen Ursprunges. 
Die Qodha a aber dehnten sich im Verlaufe der Zeit über das Festland 
Arabiens aus ; und gerade wie jetzt noch der in Deutschland ver- 
schollene Name der Vandalen in Andalusien fortlebt, so finden 
wir in der Prophetengeschichte ein Qodha itis nördlich von Madyna, 
aber keines mehr im Mutterland. Das Heimatland der Qodha' a *ist so 
abgeschlossen durch die grosse undurchdringliche Sandwüste vom 
übrigen Arabien, dass ihre Verbreitung in dieser Richtung nicht der 
Configuration des Bodens, sondern einer zufälligen Ursache, nämlich 
dem Handel, zugeschrieben werden muss. Seitdem der Handel aufgehört 
hat, also seit nicht viel weniger als zweitausend Jahren, gibt es 
nur wenige Völkerschaften, welche vom Verkehr mit dem übrigen 
Festlande mehr ausgeschlossen wären, als die in der Weihrauchregion 
und deren Nähe. 

403. Die ausgewanderten Qodha a haben ihre Wanderungen nicht 
auf Schiffen, sondern auf Kameelen angetreten, sie sind also die Söhne 
der Züchter des edeln Mahrischen Kameeies, und insoferne sie ein 
Binnenvolk sind, verschieden von ihren Brüdern an der Küste, welche 
die Inseln bevölkerten; doch finden wir in Okelis auch die Qodha a 
an der Meeresküste. In den Adern der Ansiedler und Stämme, 
welche sich ausserhalb des Mutterlandes zu den Qodha a zählten, 
floss wenig Qodha itisches Blut. Dieses Handelsvolk entsandte 
Missionäre der Gultur, welche Stamm Verbindungen und sogar ein 
Reich gründeten, um die Ressourcen des Landes auszubeuten, und 
die Bevölkerung, welche sie an Ort und Stelle fanden, schloss sich 
ihnen an. Nach Gründung des Reiches, dessen Hauptstadt Tamna 
hiess , war nicht einmal das Mutterland , sondern dieses Reich der 
Ausgangspunkt für die Wanderungen nach Norden. 

404. Wir haben einige Schwierigkeiten, den Körper des Reiches, 
dessen Hauptstadt Tamna war, und welches zur Zeit des Eratosthenes 
den Kattabanen, zur Zeit Juba's den Gebaniten gehörte, zu finden ; 
denn Tamna liegt zwischen Mariaba, der Residenz des Sabaeerkönigs, 
und Sabota, der Hauptstadt der Hadhramautiten, und die nächste 
Umgebung bietet keinen Raum für ein Reich. Gehen wir aber in 
gerader Linie von Tamna zur Meerenge, wo Eratosthenes ebenfalls 
Kattabanen fand, so gerathen wir in das Gebiet der Himy arischen 



269 

Bauern, die sich gewiss nie den Kattabanen anschlössen. In dieser 
Verlegenheit kommt uns eine Stelle des Plin. VI, 28, § 153, zu 
Hülfe, welche ich daher möglichst eingehend erörtern will. Reliqui in 
continente a noto etiamnum Autaridae, in montes VIII dierum tran- 
situs, gentes Larendani et Gatabani, Gebanitse, pluribus oppidis, 
sed maxumis Nagia et Tamna (var. Thomna) templorum LXV : haec 
est amplitudinis significatio. Der Beobachter steigt zu Agmanisphe 
bei 'Adan an das Land und verfolgt Wege welche auch demPtole- 
maeus (vgl. §§ 303 ff.) bekannt waren. 

405. Das erste Binnenvolk, das er trifft, sind die Autaridae. 
In Sillig's Text steht zwar Ausaritae, aber, wie in der Note bemerkt 
wird, nach einer Gonjectur Harduin's. Die Geographen heissen dieses 
Volk Aud und bezeichnen es als einen Zweig der Madzhig; jetzt 
nennt es sich Awädil, dieses ist der Plural von Audeli, d. h. Äu- 
disch, zu Aud gehörig. Maltzan bemerkt, dass, um das Patronymicum 
zu bilden, 1 oder n „oder auch andere Buchstaben" dem Namen an- 
gehängt werden '). Vielleicht ist auch Autaridae auf diese Weise aus 
Aud entstanden, oder aber Aud ist nur der imaginäre Name des 
Stammvaters, welchen die Gelehrten folgerichtig aus Audeliter oder 
Autarider gebildet haben. Als Mittelpnnkt der Ansiedelungen der 
Aud kann der Berg Kaur angesehen werden. Die zahlreichsten Aud- 
stämme nördlich vom Kaur, wo Maltzan seine Awädel hinverlegt, 
waren meist die sehr verzweigten Moslyya und Banü Zäyid. Letztere 
besassen al-Hogayra (Ym. IV, 954: Higra-dzy-Ghabab ?) eine heid- 
nische Macna'a 2 ), und zu erstem zählte sich das dynastische Ge- 



') Siehe auch Maltzan's Bemerkungen in ZDMG 22, 246. Schon Stephanus 
Byz. unter Adana spricht gelehrt über die Bildung der Patronymica im Arabi- 
schen und sagt, dass die in a endenden Neutra das Patronymicum in enos bilden, 
als Zoara (Zo'ar) Zoarenos, Medaba Medabenos, Taphara (Tzafär) Tapharenos, 
Auara (Haurä) Auarenos. Auch Hd. 99 lässt sich über diesen Gegenstand aus, 
beschränkt sich aber auf die von den Grammatikern als orthodox anerkannten 
Formen: die Nisba von Qan'ä ist Qan'äny, wie Bahrä Bahräny, denn ein ein- 
geschaltetes n ist leichter auszusprechen als w. Die Chauläniten halten sich 
jedoch an die ursprüngliche Regel und sagen £an'äwy und Alle sagen Kedrawy 
von Kedrä. 

a ) Macna'a bedeutet in Syrien eine Cysterne in Felsen, dergleichen man 
an Strassen trifft ; in Südarabien aber soviel als hicn, Befestigungswerke, welche 
Gebäude einschliessen, aber in einem grossen Maassstabe. Bekry, in einer Note 
zu Juynboll's Maräcid III, 176, qualificirt Maukal als hicn und auch als ma$- 
na'a; letzteres in Hinweis auf das Iklyl S. 43, das er aber nicht richtig citirt. 



270 

schlecht AI Kotayf (vgl. § 308). Weiter im Norden, gegen W. Adzina, 
kennt Hamdäny ein Gebiet Audyya d. h. Auditis. Sehr zahlreich 
waren die Aud auch südlich von Kaur vertreten, wie wir in § 306 
gesehen haben; in geringer Zahl dehnten sie sich gegen Abyan hin 
aus ; in dieser Gegend ist es, wo ihnen der Berichterstatter des 
Plinius zuerst begegnete. 

405. Die Leseart Ausaritis kommt in einer Stelle vor, welche 
erörtert zu werden verdient; Plin. XII, 16, § 69: Sequens (myrrha) 
Minsea in qua Atramitica est et Ausaritis in Gebanitarum regno. Es 
ist eine sehr natürliche Voraussetzung, die Ausaritische Myrrha komme 
von Ptolemaeus' Ausara (Ghaytza), vgl. § 123. Sie erweiset sich 
aber bei näherer Prüfung als ungegründet, und desswegen schlage 
ich vor, Autaritis zu lesen. Carter 48 sagt: It is by Ghraitha that 
the people of Damkot go to Hadhramaut every third or fourth day ; 
when there are a sufficient number, a kafüa is said to leave this 
place for the province of Hadhramaut. The journey is stated to oc- 
cupy fifteen days and the road to be nearly level all the way. The 
course is S.W. over the lowland between the Fattak and Fartak 
ranges and the only annoyance said to be anticipated is a plundering 
by the Mahra Beduins. There is no other territory between Ghrai- 
tha and Hadhramaut but that belonging to the Beni Mahra. Carter 
erzählt ferner ; It was at the extremity of this cape (Ras Fartak) 
that I saw for the first and only time a balsamodendron if not 



Die Stelle heisst : Schibämy, welcher Maukal besucht hat, berichtete mir, dass 
Maukal ein schwarzes Schloss (qacr) im Lande der 'Ans b. Madzhig sei und 
auf einem schwarzen Berge stehe. Daran schliesse sich südlich davon Afyq, 
eine MaQna'a, welche mehrere Schlösser enthält. Nordwestlich davon (ich lese 
qiblatihi statt qollatihi) liegt Yoräch, ein weisses Schloss auf einem befestigten 
Berg. Afyq ist auch ein Ort in Schibäm. Im Iklyl 17 wird Nä'it als eine 
runde weisse Macna'a beschrieben, welche eine Anzahl grosser Schlösser ent- 
hält. In Yoräch mag sich Jeräch, welches in Gen. 10, 26 der Name des vierten 
Sohnes des Joqtän ist, erhalten haben. Schal eph, der zweite Sohn, kann, wenn 
die Behauptung des Qämüs, Solaf ist ein Zweig der Dzü-1-Kalä', richtig ist, 
die Himyariten repräsentiren. Hd. 160 aber kennt einen Ort al-Salf (al-Salif?), 
welcher am Anfange des Sarw-Madzhig liegt. Den achten Sohn, Hobal ('Obal), 
finden die Araber, 'Abyl ausgesprochen, in Sagen über die erloschenen „reinen" 
Araber. Diese Sagen aber mögen zur Erklärung der Bibel erfunden worden 
sein. Thatsächliches mag die Notiz : Dzü-l-'Abyl b. Rahyb war einer der Könige 
der Himyar, enthalten. Nicht, dass ich glaube , es habe je einen König dieses 
Namens gegeben ; aber es war Gewohnheit, in der Gründung von Regentenlisten 
die Namen alter Burgen zu verwenden. 



271 

the same, closely allied to the specimen of the myrrh tree figured 
by Nees ab Esenbeck (Planta? medicinales). A sketch of it was sent 
to the Hon'ble Court of Directors with the others before mentioned. 
I made repeated enquiries after the myrrh tree on this coast but 
never could obtain any information of it. All said that it did not 
grow there. Prof. Flückiger schrieb mir, dass Esenbeck's Myrrhe- 
baum keine Myrrhe erzeugt, und wir wollen daher den Einge- 
bornen glauben, dass in der Gegend von Ausara keine wächst; ferner 
führt der Weg von Ausara weder in's Gebirg, noch trifft man in 
8 Tagen etwas anderes als Steppen. Wir müssen also Autaritis lesen 
und diese Sorte Myrrha für ein Produkt von Ptolemseus' Regio Smyrno- 
fera externa (Dathyna) ansehen. 

406. Montes ist in Plinius' Bericht eine Uebersetzung von Sarw, 
einem Worte, das schon dem Ptolemseus bekannt war (§ 306). Sarw 
bedeutet Höhe und im nordöstlichen Yaman gebraucht man in dem- 
selben Sinne Sarah, in Syrien Scharäh, und am Todten Meere Ma- 
schärif, welches von scharaf kömmt ; die Stirps der betreffenden 
Wurzeln ist ein und dieselbe. Es gibt zwei Sarw (desswegen sagt 
man oft alsarwän), der Sarw-Himyar, welcher richtig in Maltzan's 
Karte niedergelegt ist, und der Sarw-Madzhig, welcher in der Karte 
im falschen Orte steht und die Stelle einnimmt, wo das „Land" 
der Madzhig hinläuft. Der Gentralpunkt des Sarw-Madzhig ist, wo 
in Maltzan Beda und in Miles Beida (Baydha) steht, und im Nord- 
Osten gehört noch Gabal Qarn (Maltzan Qern) dazu (vgl. Dimeschqy 
S. 217). Im Süden fängt der Sarw mit Gabal Kaur (Maltzan Kör, 
circa 6000 Fuss) an (vgl. Hd. 161). Westlich von Kaur leben die 
Yafa\ welche den Sarw-Himyar inne haben, mit dem Kaur aber be- 
ginnt das Gebiet der Madzhig (Hd. 159). Hd. 99: Roda liegt 
zwischen dem Nagd der Himyar, auf welchem die Macäni' (Festungs- 
werke mit Schlössern) der Ro'ayn sind, und zwischen dem Nagd der 
Madzhig, auf welchem sich Radmän und Qarn befinden. Im Süden 
sind die Stadt Haccä (Hacy ?), Tayrä (Maltzan Tere), und al-Hanaq 
(o. P.) welche zum Lande al-Sarw (var. al-Sorür) gehören. In dieser 
Stelle steht Nagd, Hochland, für Sarw, wie ein Vergleich zwischen 
Hd. 158 mit 325 und 168 — 169 zeigt. Das soeben erwähnte 
Haccä oder Hacy kann nicht weit von Baydha entfernt sein. Hd. 168 : 
Haccä war die Stadt des Schimmar-Tärän, und dort ist sein Grab. 
Iklyl 44 : Von den Festungen des Sarw sind zu erwähnen : Dsü-lqayl, 
al-Qamar (auf dem Berg Kaur), Hacy, Schimmar, al-Baydhä und al- 



272 

Hogayra. Dieses sind die festen Plätze des Schimmar-Tärän im Lande 
Sarw und in Radmän. Zur Erklärung der Worte in montes tran- 
situs fassen wir also den Kaur in's Auge. 

407. Larendani klingt nicht arabisch, denn r nach 1 ohne Da- 
zwischenkunft eines Gonsonanten kommt, soviel ich weiss, nur in 
den zwei arabischen (?) Wörtern cillaur und bilaur vor: Blau liest 
Garendani, aber das dynastische Geschlecht Karandä, womit er seine 
Garendani identificirt, regierte zu Gabä in der Nähe des nachmaligen 
Ta izz (§ 446), also viel zu weit von der Stelle, wo wir uns befinden. 
Hd. 159 beschreibt die Wohnsitze der sogenannten Gada (Maltzan 
Ga f üd), und zwischen Qohayb und Hobail (Maltzan Qoheb, Hobel) 
nennt er Dzü-Tahnisch, ,,ein Wädiy, welches den Mardnid gehört." 
Wenn wir die Larendani zu Marendani machen, so sind die Maränid 
(es ist im Plural, der Singular mag Marand lauten) allerdings einige 
Meilen zu weit im Westen für unsern Zweck, es hat aber in diesen 
Gegenden vor Hamdäny eine neue .Gruppirung und wohl auch eine 
Verschiebung der Stämme stattgefunden und die Maränid mögen ebenso 
wie die angeblichen Ga da bei dieser Gelegenheit nach Westen gedrängt 
worden sein. Diese Ga'da sind ursprünglich Himyariten, fanden es 
aber zweckmässig, sich für einen Zweig der Ga da im Falag (§ 365) 
auszugeben. In der Folge wurde der Name Ga'da so beliebt, dass 
sich ihn auch die herrschende Race im Hadhramaut (die Kinditen ?) 
beilegte, und bis auf den heutigen Tag trägt. Die Bemerkungen 
Hamdäny's 159 über diesen Gegenstand sind so lehrreich, dass ich 
sie anführe, obschon sie mich von meinem Gegenstand ablenken. 
„Es ist reine Eitelkeit, wenn sich einige Stämme Ga da l ) nennen 

und behaupten, sie stammen von Ga'da b. Ka'b Dieses ist 

die Manier eines jeden Stammes der Bädiya (der Steppen). Sein 
Name (den er angenommen hat) gleicht dem eines berühmten Stammes 
und so kommt ihm ähnlicher Ruhm zu, und er wird als von ihm 
entsprossen betrachtet. Das kommt häufig vor und gilt vom Sarw- 
Madzhig, nur das Ende desselben wird von den Madzhig bewohnt. 
Er gehört eigentlich zu den Wohnsitzen der Dzü-Ro'ayn (welche 



4 ) Aus der § 364 angeführten Stelle des Hamdäny geht hervor, dass eine 
"Wanderung aus Falag, der Heimat der Ga'da, nach Yaman stattgefunden habe ; 
die Verbreitung des Namens Ga'da im Sarw lässt sich also so erklären, dass 
sich den gewaltsamen Einwanderern einheimische Stämme angeschlossen haben 
und Ga'da zum dynastischen Namen wurde. Vielleicht ist dieses auch auf die 
Ga'da in Hadhramaut anwendbar. 



273 

als Zweig derHimyar betrachtet werden); dort sind die Gräber der 
Dzü-Ro'aynischen Könige, dort ihre Schlösser, und die meisten Ort- 
schaften haben ihre Namen von Dzü-Ro'aynischen Geschlechtern." 
Es kommen auch Fälle vor, dass Stämme ihren Namen behalten, 
sich aber entnationalisiren. So berichtet Hd. 207, dass die f Asyr 
(derselbe mächtige Stamm, der in 1871 Krieg gegen die Türken 
führte) ursprünglich ein südarabischer Stamm waren, und sich in 
Nizäriten umwandelten und den 'Anz anschlössen. Hd. 174 sagt 
von den Kamaun, dass sie eigentlich Himyaren sind, sich aber 
madzhigisiren, und S. 187 von den Qayd und Gahädib, dass sie 
sich hamdänisiren. S. 166 : die Banü Salema sind die Stütze der 
Zauf (und ein Zweig derselben), und diejenigen unter ihnen, welche 
Pferde (Cavallerie) und Muth besitzen. Sie theilen sich in drei 
Häuser: die Banü Mälik, welche ursprünglich Zobayditen sein sollen, 
die Banü 'Abd und Banü Yacüt. Man bemerke, dass, obschon diese 
drei vereinigten militärischen herrschenden Geschlechter aus ver- 
schiedenen Stämmen entsprossen sind, sie sich doch alle drei Söhne 
des Mälik nannten. 

408. Glücklicher Weise finden wir die Gatabani des Plinius in 
Hamdäny wieder. Wäre das nicht der Fall, so würde es uns weder 
gelingen, obige Stelle zu erklären, noch das alte Kattabanenreich zu 
entdecken. Hd. 167: Yaklä (W. Yekla in Maltzan's Karte), Dzü- 
Fosdüd, Namir, Dzü-Schaubän und Dzü-laräka gehören sämmtlich 
den Banü Wäbisch, welche nach ihrer Aussage ein Zweig der 
Qodhaa (Gatabani) sind. Sie stehen unter dem Schutze der Muräd 
(wesswegen sie Hamdäny als Muräditen ansieht). Nach Hd. 143 
hatten die Wäbisch auch Gebirge am Adzina nicht weit südwestlich 
von Märib inne. Ausserdem waren auch Wäbisch in der Landschaft 
Radmän wohnhaft. Hd. 167 : Mittlere Passage (von Westen) nach 
Radmän. Daran liegen Ober-Da a , UUN *so, welches den Wäbisch 
gehört, und Unter-Da a, welches den A'fär, einem Zweige der Nägiya, 
gehört. 

409. Nagia ist bei Plinius eine Stadt; bei den Arabern ist 
Nägiya, äu»-ü , der Name eines ziemlich verzweigten Stammes. Pli- 
nius will also sagen, den Gebaniten gehört die Hauptstadt der Nägiya, 
einer Unterabtheilung der Gebaniten. Hd. 164—165 beschreibt das 
Michläf der Banü Amir ! ), welches einige Stunden südöstlich von' 



') Diese 'Ämir galten als ein Zweig der Muräd und die Muräd als ein 

18 



214: 

Roda (§ 305) anfängt und sagt: die Banü 'Amir zerfallen in zwei 
Häuser : Zauf und Nägiya ; beide theilen sich wieder in viele Häuser, 
wie aus nachstehenden Details hervorgeht. Diese Details besagen, 
dass der vorzüglichste Besitz der Nägiya die Landschaft Radmän 
war, welches eine Senke für drei Fiussgebiete (Maltzan, Südarabien, 
S. 312 und Karte) und also voraussetzlich fruchtbar ist. Sie dehnten 
sich zwar auch nach Osten wie auch gegen Märib hin aus, aber die 
Stadt Nagia lag wohl in Radmän. 

Ueber die Gebaniten werde ich mich weiter unten aussprechen. 
Tamna, der letzte Name, welcher in der so wichtigen Stelle des 
Plinius vorkömmt, war schon mehrfach Gegenstand der Besprechung. 
Es bildet das Ende der von Plinius wiedergegebenen Rundschau. 

410. Als den Körper und Schwerpunkt des altern Kattabanen- 
und spätem Gebanitenreiches können wir also den Sarw-Madzhig 
ansehen. Gehen wir von Sarw gegen Süden, gegen Abyan und 
c Adan, so ist zwar die Bevölkerung Madzhigitisch oder Himyaritisch, 
und war, wie wir soeben gesehen haben, immer so; doch finden 
wir darunter Qodha itische Enclave, welche die Bedeutung von mili- 
tärischen Garnisonen oder Statthaltersitzen hatten. Namentlich sind 
die Banü Magyd weithin verbreitet. Hd. 171 : Die Hauptstadt von 
Abyan heisst Chanfar (§ 303); sie gehört den Acbahiern, einem 
Himyarstamme (§ 87), und einem Zweige der Banü Magyd, der al- 
Haramier genannt wird, und einem Zweige der Madzhig (d. h. Ge- 
baniten), welcher Zofarier heisst; al-Rowa wird von den Magyd 
bewohnt, so auch al-Milha (?) .... die Gauen von Abyan sind zahl- 
reich und sie gehören den Banü 'Amir, einem Zweige der Kinda, 
den Acbahiern und den Ranü Magyd, einem Zweige der Himyar 
(sie !) ; dazu kommen noch einige Madzhig ; sie sind aber nicht zahlreich. 
Sie reichen bis zum Safäl (Küstenstrich), bis zum Meere. Hd. 173 
beschreibt den District Lahag und nennt das Dorf al-Habb , welches 
den Banü Magyd gehört. Als geographischer Name kommt Magyd 



Zweig der Madzhig. Es hatten sich viele von den in den muslimischen Erobe- 
rungskriegen betheiligten Nägiya in Bacra angesiedelt, und es wurde ein Quartier 
der Stadt nach ihnen benannt. Diese behaupteten von Lowayy, welcher auch 
ein Ahne der Makkaner war, abzustammen und ihren Namen von ihrer Ahnfrau 
Nägiya, einer Qodhd'itin, zu haben. "Wir sehen aus diesen Beispielen, wie 
blutwenig ethnographischen Werth bisweilen die Genealogien haben; dennoch 
mag die Qodhä'itische Ahnfrau Nägiya eine Erinnerung an die Kattabanen ent- 
halten. 



275 

bei Ibn Chord. vor, welcher das alte Mardache das Michläf der Banu 
Magyd heisst (vgl. § 89). Auch hat sich der Qodhaitische Stamm 
Imrän (Ammonii) in Ras 'Imrän verewigt (vgl. § 92). Das Reich 
der Qodhä'a, später der Gebaniten, umfasste also die äussere Myrrha- 
region und dehnte sich gegen Süden bis c Adan, und von dort der Küste 
entlang gegen Westen bis zur Meerenge aus und umschlang den 
südlichen Theil der Heimat der Himyar. 

Der Name Qodhä'a für die Bevölkerung dieses Reiches war also 
dynastisch. Die Sitte, dynastische Namen anzunehmen, welcher auch 
die Himyar der zweiten und dritten Klasse folgten, besteht in Arabien 
bis auf den heutigen Tag; denn Fadhly, 'Aulaqy, Rezaz u. a. m. 
sind, wie Maltzan berichtet, dynastische Namen; dazu kommt die 
Thatsache, dass trotz allen Freiheitssinnes, die herrschende Familie 
oder der herrschende Stamm häufig fremden Ursprunges ist. So 
herrschte zu Gowwa ein Hamdänite , nämlich ein Sprössling des 
Dzü-Morrän, über die benachbarten Ma'äfir (Hd. 174), und in Gabä 
ein Nachkomme des Walläda al-Abyadh (Hd. 175), und der herr- 
schende Stamm in Gorasch wähnte von Yarym - dzy-Moqär abzu- 
stammen (Hd. 206). Aus dieser Gefügigkeit erklärt sich der Bestand 
des Reiches der Kattabanen, wie auch der andern drei grossen Reiche, 
welche Eratosthenes erwähnt. Nur in Ghatramotitis hatte das herr- 
schende Volk das numerische Uebergewicht. 

Wir wollen nun noch einen Blick auf den Sarw-Madzhig und Da- 
thyna, welche den Körper des Kattabanenreiches bildeten, zurückwerfen. 
Der östliche Theil, welchen Miles und Munzinger in 1870 besuchten, 
beherbergt sesshafte Stämme, welche das Land mit grossem Fleisse 
bebauen. Die ausgedehnten Gegenden zwischen den Dörfern, welche 
sich für den Landbau nicht eignen, werden von Beduinen, d. h. 
Hirten bewohnt, welche zugleich — wohl nur wegen ihrer Roh- 
heit und Arroganz — als die Wehrkraft angesehen werden. Miles S. 20 
des Sonderabdruckes sagt: the Bedouins subsist upon their cameis, 
goats, etc., and what they can obtain from the Sultan and from tra- 
vellers, upon whom they levy a syära, or road tax. There are no 
nomads. Er erwähnt keinen Fall, in dem die Hirten die Beherrscher 
des Landes, und der Sultan Einer von ihnen ist. Weiter nördlich 
scheinen die Verhältnisse dieselben zu sein, und wenn es Nomaden 
gibt, so sind sie gegen das alte Tamna hin, wo, so viel wir wissen, 
die Steppen ausgedehnter sind und mehr Raum für kleine Wande- 
rungen und Wechsel der Sommer- und Winterweiden bieten. Sehr 



276 

ausgedehnt sind die culturfähigen Senkungen des Bodens wohl nir- 
gends, aber so fruchtbar, dass die Bebauer vier Ernten einheimsen, 
eine von Regen, und drei von künstlicher Bewässerung mittelst Ochsen, 
welche, an ein Seil gespannt, das über eine Rolle läuft, einen Schlauch 
aus dem Brunnen heraufziehen. Miles erwähnt mehrere Stellen, welche 
fruchtbar wären, wenn sie bebaut würden, und auch einen Fall, 
welcher zeigt, dass es Perioden gegeben hat, in denen die Industrie 
blühte. Er erzählt nämlich S. 12 : On the way to it (Shegeb) we 
passed throug a subterranean passage, about 150 yards long and 
7 feet high , appearently excavated artificially for the purpose of 
bringing water from the nullah for storage. 

411. Schon zu Hamdäny's Zeit bestand die Bevölkerung aus 
zwei Hauptracen : im Westen und in den Niederungen von Abyän 
waren die Stämme, welche sich zu den Himyar, im Osten solche, die 
sich zu den Muräd-Madzhig zählten und zu denen die Aud gehörten, 
zahlreicher. In unserer Zeit besteht ein und derselbe Stamm aus 
Mitgliedern beider Racen. Maltzan berichtet, dass nur ein Theil der 
'Aulaqy (welche im Osten wohnen und Nachfolger der Madzhig sind) 
sich dem nördlichen Typus nähern. Wenn sie ungemischt wären, 
so müssten sie alle diesen Typus tragen. In Bezug auf die Sprache 
sagt Hd. 234 : Die Bewohner des Sarw-Madzhig, Märib, Bayhän und 
Gozayb sprechen gut arabisch und es gibt nur wenige unter ihnen, 
welche schlecht sprechen. Die Bewohner des Sarw-Himyar, und 
die Gada sprechen nicht gut und ihr Dialect ist mit Himyarismen 
vermischt. Sie heben das i (*£<*&* ^J ^j**') und kürzen die Wörter 
ab, und sagen bibni in am (vgl. Maltz. 239), statt bibni Tarnm und 
sinn für isma\ 

412. Die socialen Zustände im freien Arabien sind ganz anders, 
als wir gewöhnlich uns vorstellen, und vielleicht nirgends so aus- 
geprägt, als in den Regionen, in denen wir uns gerade befinden. 
Maltzan's werthvolle Forschungen haben ein erbliches Kastensystem 
aufgedeckt, ähnlich dem in Indien. Am geachtetsten sind die 
Scharyfe; sie sind angebliche Nachkommen Mohammad's und ent- 
sprechen der Kaste der Brahminen. Miles 19 : These Shereefs are 
a great power in the State, and exercise almost unbounded influence 

over the tribes in Hadhramaut and East Yemen In matters of 

dispute with other tribes, a Council of Shereefs is called for the 
final adjustment of the difficulty. S. 23 : Most of the Shereefs know 
how to write, and generally, also, the higher Sheikhs. Es wäre ein 



277 

Irrthum zu glauben, den Scharyfen werde das Monopol theologischer 
Kenntniss oder gar der Spendung von Gnadenmitteln zuerkannt. So 
tief ist der Islam nirgends gesunken, und die Theologie ist eine 
freie Wissenschaft und specielle Gnadenmittel, den Sacramenten ent- 
sprechend, welche nur bestimmte Personen administriren können, kennt 
die muslimische Dogmatik keine. Da während der kaufmännischen 
Periode der Geschichte Arabiens die Religion ein so wichtiges Ele- 
ment der Politik war, muss die Priesterkaste, welchen Namen sie 
immer tragen mochte, einen noch grössern und genauer defmirten 
Einfluss geübt haben. 

Die kriegerische Bevölkerung heisst sich jetzt Qabäyil, Stämme. 
Damit man nicht durch die Benennung irre geführt werde, bemerkt 
Maltzan, dass abgeschlossene Stammeseinheit noch nicht zu diesem 
Namen berechtige, sondern dass er stets den Begriff von frei und 
kriegerisch in sich schliesse, und Unterthanen eines Fürsten nie 
Qabäyil sind, wenn sie auch die reinste und edelste Stammeseinheit 
bildeten. Die freien Stämme, sagt er ferner, sind hier nur zum alier- 
kleinsten Theile Nomaden l ). Sie sind meist auf dem Lande , oft 
aber auch in Städten sesshaft Sie sind die Landeigenthümer. Ham- 
däny gebraucht gewöhnlich den Namen Aschräf und nie Qabäyil für 
die kriegerischen Stämme. In einer Gruppe derselben befand sich 
gewöhnlich eine numerisch zahlreiche dynastische Familie, welche 
ein oder mehrere Dörfer bevölkerte, und aus ihr ging der Sayyid oder 
Amyr (der moderne Titel ist Sultan) hervor. 

Alle andern Klassen der Bevölkerung, Landstreicher, unbewaffnete 
Handwerker, Krämer, wie auch die Juden, bilden die verachtete 
Pariakaste. Wie sich hier Arbeit und Industrie lohnen, entnehme 
man den Worten Miles' über die Juden : Though very industrious they 
are wretchedly poor, and are not allowed to own any part of the 
soil. Doch blieb sich die Stellung des Kaufmannes und Industriellen 
in Arabien so wenig zu allen Zeiten und in allen Orten gleich, als 
dieses in Europa der Fall war. Die Kaufherren von Makka und 
Tayif besassen vor dem Islam grosse Macht auch in der Wüste, 
und die Stämme des westlichen Yaman, welche sich mit Leder- 
fabrication oder mit Weberei beschäftigten, waren geachtet. 

413. Maltzan S. 25 sagt: Die 'Auwäliq (Madzhig), namentlich 



*) In Mittel- und Nordarabien sagt man 'Arab für freie Vollblutaraber, 
doch wendet man diese Benennung nur auf Beduinen an (vgl. Note zu § 362). 



278 

die obern, haben eine ganz ausserordentliche Vorliebe für das Söld- 
linghandwerk. Da ihr eigener Sultan nur ein paar hundert Söldlinge 
hält, und sie also im Lande keine Gelegenheit zu diesem Dienst 
finden, so gehen sie in ganzen Schaaren nach Ostindien und nehmen 
dort bei den halb unabhängigen muslimischen Fürsten Solddienst, 
namentlich in Haiderabad. Sie haben in den letzten 20 Jahren dort 
alle andern Südaraber aus dem Dienst verdrängt. Früher gingen 
viele Wahidi und YäfTi (beide Himyaritischen Ursprungs) in ost- 
indische Kriegsdienste; jetzt findet man kaum mehr einen, nur 
'Auwäliq. 

Solche Neigungen gehen einerseits aus dem Einflüsse des Bodens 
auf den Charakter, andererseits aus dem Einfluss der öconomischen 
Verhältnisse und Umgebung auf die Gewohnheit über; sie können 
daher der Bevölkerung seit Jahrtausenden anhaften, oder auch immer 
wieder zum Vorschein kommen. Dass die Bewohner dieser Länder 
schon im Alterthume kriegerischen Geist besassen, beweist der Um- 
stand, dass sie es waren, welche den Aelius Gallus zum Rückzug 
nöthigten. Damals aber suchte die überschüssige Bevölkerung nicht 
im fernen Ostindien ein Feld ihrer Thätigkeit, sondern wanderte nach 
verschiedenen Punkten Arabiens aus, um sich dort als herrschender 
Stamm an die Spitze von Glanverbindungen zu stellen. Diese Nei- 
gung erklärt uns also die weite Verbreitung der sogenannten Qodhä'a 
im Norden Arabiens , welche thatsächlich meist Madzhigiten waren. 

414. Um zu wissen, was die Araber unter Reinheit der Sprache 
verstehen, muss man sich die Geschichte ihrer Philologie vergegen- 
wärtigen. Den Anstoss zum Sprachstudium gab das Bedürfniss, die 
Vocale, besonders am Ende der Wörter, wo man sie Trab heisst, 
im Qorän festzustellen. Man behauptet, der Wunsch, die reine Sprache 
zu erhalten, habe es zuerst veranlasst; das ist nicht richtig; wohl 
aber fanden sich bald sehr viele Männer, besonders in Bacra und 
Küfa, welche es aus Liebe zur Sache aufnahmen, und sich ganz 
demselben widmeten. Diese Leute hatten das Bewusstsein, dass sie 
das, was sie für reines Arabisch hielten und wofür sie in erster 
Linie den Qorän und in zweiter die Hadyth und alte Gedichte als 
Standard ansahen, selbst nicht sprachen. Um Material für ihre 
Forschungen zu gewinnen, das auch für die Exegese des Qorän und 
der Hadyth nützlich sein soll, wandten sie sich an die Stämme der 
Wüste und sammelten ihren Wortschatz und ihre Redensarten und 
Verse. Sie brachten auf diese Art ein werthvolies Material zu- 



279 

sammen, das aber nicht ungetrübt blieb; denn Manche fanden es 
bequemer, zum Beleg ihrer Deutung einer Qoränstelle Verse und 
Sprichwörter zu erfinden (Kaschschäf 2, 173). Niedergelegt wurden 
diese zahlreichen Forschungen in Monographien, und es kamen dann 
grosse Gelehrte, welche die Monographien verarbeiteten, und so ent- 
standen grossmächtige Wörterbücher und noch grössere Grammatiken. 
Den Lexicographen kann man grossen Fleiss nicht absprechen, 
aber sie stellten sich auf einen falschen Standpunkt: es handelte 
sich bei ihnen um möglichst grosse Menge und lapidarische Kürze. 
Vergleicht man den Gauhary oder Fyrüzäbädy mit den Qoräncom- 
mentaren, so findet man, dass ein Viertel ihrer Wörterbücher aus 
Auszügen aus denselben bestehe, und dass sie die verschiedenen, 
mitunter recht willkürlichen Erklärungen ein und desselben Wortes 
als verschiedene Bedeutungen, welche dem Worte wirklich inne- 
wohnen, hinstellen, ohne anzuzeigen, dass es sich um Meinungsver- 
schiedenheit handle. In demselben Geiste verfuhren sie mit den ihnen 
vorliegenden sehr werthvollen Idiotica. Es ergaben sich aus den- 
selben eine Anzahl von Formen ein und desselben Wortes und auch 
von Synonymen. Was würden wir von einem Wörterbuch sagen, 
in welchem vorwärts, voarwarts, fürri u. s. w. als gemeinsames 
Sprachgut hingestellt würden. Das thun aber die Araber ; von manchem 
solchen Thätigkeitsnamen (nicht nomen verbi), wie sie vorwärts! 
heissen würden, registriren sie ein paar Dutzende von Formen. Wenn 
in einem Dialecte ein Gegenstand so, in einem anderen anders heisst, 
wie man z. B. in Aleppo den Esel gahsch, anderwärts himär titulirt, 
so suchen sie feine Unterschiede der Bedeutung heraus, die nicht 
bestanden. Ein Beispiel findet man in der Note zu § 207; wenn 
wirklich die Pyramiden nach ihrer Grösse verschiedentlich benannt 
worden wären, hätte man jede zuerst messen müssen, ehe man ge- 
wusst hätte, welche Benennung auf sie anzuwenden sei. Das ist 
übrigens ein sehr unschuldiges Beispiel lexicographischen Schwindels in 
solchen Dingen. Dieselbe Schulweisheit zeigt sich in ihrer Synonomik. 
Wenn sie z. B. für den Löwen ich weiss nicht wie viele hundert 
Namen aufzählen, so läuft das darauf hinaus, dass ein Poetaster für 
ihn Zerfleischer, ein anderer Knacker, und ein dritter eine noch ab- 
surdere Bezeichnung erfand, gerade wie Mohammad im Qorän gegen 
hundert Benennungen für die Auferstehung niedergelegt hat, und die 
Lexicographen ihren Stolz darein setzten, sie zu sammeln. Der ganze 
auf diese Weise gewonnene Wortschatz mit allen wirklichen und 



280 

imaginären Bedeutungen und unbegründeten Unterscheidungen wurde 
von den Philologen für reinarabisch erklärt, und mit Verachtung 
sahen sie nur das f Urf, die im täglichen Leben üblichen Ausdrücke, 
an. Die gelehrten Dichter benützten die Wörterbücher, wovon viele 
zu ihrer Bequemlichkeit wie Reimlexica eingerichtet waren, und ent- 
nahmen ihnen möglichst viele unbekannte Ausdrücke für ihre Verse. 
Zur Beleuchtung der Entstehung der systematischen Syntax 
führe ich einen concreten Fall, die Lehre vom Wäw mayya, an, 
die ich für reinen Schwindel halte. Man behauptet nämlich, dass 
die Gonjunction wa, und, bisweilen sammt bedeute, und dann den 
Accusativ regiere. Zamachschary citirt in seinem Mofaccal als Beleg 
dafür die Qoränstelle 10, 72. Schlägt man sie in seinem Kasch- 
schäf nach, so findet man, dass, wie zu erwarten steht, auch eine 
logischere Leseart vorhanden sei, und auch dass der Accusativ eine 
andere Erklärung zulasse : er wird gebraucht, weil zwischen die zwei 
Wörter, welche durch wa miteinander verbunden werden, andere 
eingeschaltet sind und somit der Satz lang wurde. Wie dieser Um- 
stand die Gonstruction influencire, lehrt uns Abu 'Obayda bei Ba- 
ghawy 2, 172. Die Beduinen, sagt er, wechseln die Trab (den Casus), 
wenn der Satz lang ist ; ähnliche Fälle (wie 2, 172) finden sich in 
Qor. 4, 160 und 5, 73. Diese Beispiele lauten wie: urbem condi- 
derunt Romulus, vir strenuus, et Renmm. In einigen Fällen mag die 
Trab ein integrirender Theil des Wortes (man sagt ja jetzt noch abadan) 
und für den Sinn nöthig gewesen sein ; es ist aber klar, dass sie in 
andern Fällen nur zur Euphonie diente, gerade wie Endvocale, die 
nicht Trab sind, zu diesem Zweck eingeschaltet werden; so liest man 
min-a-nnäsi, von den Menschen, und mi-rrabihim (ohne Bindevokal), 
von ihrem Herrn. In der Gonversation hat man die Trab und auch 
kurze Vocale im Körper des Wortes schon in der classischen Periode 
oft weggelassen, und es kommen sogar im Qorän Fälle vor, wo man 
des Reimes wegen, nicht nur die Trab, sondern auch das finale t, 
welches sie trägt, nicht aussprechen darf. Gerade wie man im fran- 
zösischen in würdevoller Rede dass e muet hören lässt, wurde von 
den Arabern die Sprache in der Poesie und in würdevoller Rede mit 
Vocalen, besonders vocalischen Terminationen, belebt und verlängert. 
Es hängt das mit einer andern Erscheinung der Sprache zusammen ; um 
Würde oder auch Spott auszudrücken, heben die Araber ein langes Wort; 
so gebrauchte Omayya Saltyt statt Allah für Gott, und in unserer 
Zeit sagt man Gonsulüs für Gonsul. In der Wahl der Vocale, die den 



281 

Wörtern am Ende angehängt worden sind, herrschte in einigen Fällen 
Einhelligkeit, und da bestimmten sie auch den Sinn, in andern aber 
nicht, und selbst im Qoränrecitiren wählte man in jeder Moschee 
einen andern Yocal ; so kommt es, dass hierin tausende von Vari- 
anten des Qorän überliefert werden, obschon nur der geringste Theil 
der Abweichungen verzeichnet worden ist. Um Uebereinstimmung 
herzustellen, stellten die Grammatiker feste Regeln für die Trab auf, 
und jeder wählte jene Lesearten des Qorän, welche seinem Systeme 
entsprachen, und im Verlaufe der Zeit gingen sie weiter und weiter 
in der Spitzfindigkeit, fanden eine Regelmässigkeit und Feinheiten 
in der Sprache, von denen das Volk nie geträumt hat, und constru- 
irten ein reines Arabisch, das nur in ihren Köpfen existirte. Das 
Arabische hat überraschende Feinheiten, aber im Ganzen ist sein Bau 
höchst mangelhaft. Die Grammatiker, insoferne sie sich als Ge- 
setzgeber aufwarfen, haben in verkehrter Richtung gearbeitet und 
waren Reactionäre. Das Volk hat die Trab fallen lassen und Hilfs- 
wörter und andere Mittel benützt, um den Sinn klar zu machen ; sie 
widersetzten sich dem natürlichen Entwicklungsgange, und gaben der 
Trab eine Wichtigkeit, die sie nie gehabt hat. Die Wirkung dieses 
Strebens ersehen wir in der Schulsprache aller Wissenschaften; das 
gleichzeitige Latein der Scholastiker ist wie heller Verstand im Ver- 
gleich zu dessen Unnatur. Es fehlte den Grammatikern, wie sich 
auch de Sacy ausspricht, am Talente der Generalisation, und unge- 
achtet ihres bewunderungswürdigen Scharfsinnes erwiesen sie sich 
als noch beschränktere Gasuisten als die Juristen und Theologen; 
sie stellten endlose Regeln mit einem erdrückenden Apparat von 
technischen Ausdrücken auf. Dass sie es unternahmen, die Anwen- 
dung jeder Präposition genau zu definiren und für jede Anwendung 
einen terminus technicus, wie etwa das instrumentale mit, das con- 
junctive u. s. w. zu erfinden , ist nicht die geisttödtendste ihrer 
Leistungen, das sind die Supercommentare sechster Potenz. Für uns 
ist es fast unmöglich zu ermitteln, wie viel von der Sprache, die sie 
lehren, etwas Gemachtes, und wie viel etwas Gegebenes sei, denn 
wir haben kein zuverlässiges Sprachdenkmal. Der Qorän bietet, wie 
gesagt, wo es sich um Feinheiten handelt, zahllose Varianten, und 
noch schlimmer steht es mit der Hadyth und den alten Gedichten; 
denn abgesehen von der Aechtheit oder Unächtheit einzelner Stücke, 
gab es von diesen beiden Quellen verschiedene Redactionen , welche 
unter dem Einflüsse der Grammatiker entstanden sind; so ist z. B. 



282 

die von Bochäry adoptirte Redaction der Hadyth viel gesuchter und 
unverständlicher als die von Moslim befolgte. 

Das künstliche Gebilde, welches die Philologen das reine Arabisch 
heissen, ist nach dem Gesagten besonders in lexicalischer Beziehung 
sehr weit, und es umfasst die Dialecte aller Stämme, welche sie zu 
besuchen beliebten. Im Sarw-Madzhig haben sie zwar schwerlich 
Wörter und Phrasen gesammelt, wohl aber unter den sogenannten 
Qodha a im nördlichen Arabien, welche ihren Dialect aus dem Sarw 
mitgebracht hatten. 

415. Die Gebaniten werden nur von Plinius, bezw. Juba er- 
wähnt, und zwar in der soeben analysirten Stelle neben den Cata- 
bani , deren Nachfolger sie im Besitze von Tamna und in der 
Herrschaft über die Küste an der Meerenge waren. In arabischen 
Quellen finden wir ihren Namen nicht, denn es fehlt alle sachliche 
Grundlage für die vorgeschlagene Ableitung desselben von dem in 
§ 446 erwähnten Gabä; wenn er von gabän, feig, abzuleiten ist, so 
war er blos ein Schimpfname, und sie mögen sich selbst anders ge- 
heissen haben. Wir haben in § 409 gesehen, dass die Nägiya eine 
Unterabtheilung der Gebaniten waren, und können daher bestimmen, 
welcher spätem Stammgruppe sie entsprechen. Bei Wüstenfeld ist 
die Genealogie des Nägiya sehr einfach : er war ein Sohn des Muräd 
b. Madzhig. Etwas länger ist sie bei Hamdäny: Nägiya b. 'Amir 
b. Aubathän b. Zähir b. Muräd b. Madzhig. Demgemäss mochten 
die Murädstämme oder auch alle Madzhigstämme, zu denen die Muräd 
gehören , einst Gebaniten genannt worden sein. Glücklicher Weise 
haben wir ein anderes Griterium, welches uns über die Zusammen- 
setzung dieses für die alte Geschichte Arabiens so wichtigen Volkes 
Aufschluss gibt: die Gebaniten hatten das Monopol des Weihrauch- 
exportes aus Sabota. Diese kurze Nachricht ist sehr prägnant: es 
muss unter ihnen viele Kameelhirten gegeben haben, und sie müssen 
nicht nur in der kurzen Strecke zwischen Sabota und Tamna, son- 
dern auch nordwärts, wohl bis zu den Minaeern, die Wüste beherrscht 
haben. Wie zu Hamdäny's Zeiten die Stämme gruppirt waren, 
durften zwar die vorzüglichsten Murädstämme für die Erfüllung 
dieser Aufgabe nicht fehlen, aber sie allein genügten nicht. Ich will 
nun zuerst die Geographie des Gebietes der Muräd und das anderer 
Stämme, welche nothwendig mitwirken mussten, untersuchen. 

Hamdäny's Beschreibung der betreffenden Regionen ist schwer 
verständlich. Es lagen ihm zwei Berichte vor, und der eine, vollere, 



283 

nimmt seinen Standpunkt in Rodä' und verfolgt von hier nacheinander 
drei Toroq nach Osten. Das Land ist, wie uns Munzinger belehrt, 
welcher jedoch den schlimmsten Theil nicht gesehen hat, so felsig 
und zerklüftet, dass man nicht überall durchkommt, und desswegen 
übersetze ich hier Toroq mit Passagen. Plinius drückt den Begriff 
mit transitus aus. In der mittlem Passage, welche von Roda zum 
Berg Qarn (siehe Maltzan) führt, begegnen wir den Wäbisch (d. h. 
Qodhä'a, vgl. § 408) und mehreren Himyarstämmen, doch das Regi- 
ment führte der Murädstamm Nägiya ; andere Muräditen sind auf den 
Höhen von Bayhän und im Gebirge Qarn. An der nördlichen Pas- 
sage, welche sehr nahe an Märib und Tamna streift, sind die Muräd, 
unter denen Wäbisch enclavirt sind, vorherrschend, namentlich sind 
die Mälik, ein Zweig des Murädstammes Ghotayf stark vertreten. 
Maltzan 112 — 113 berichtet von den Bewohnern dieser Gegend, 
dass sie alle Qabäyil (Vollblut-Araber) und Frankenhasser sind. Je 
näher wir Märib und der Stätte von Tamna kommen, desto aus- 
schliesslicher werden die Berge und Steppen von den Muräd be- 
wohnt. Hd. 181 : das Michläf Märib. Das Gebirg gehört den Mälik, 
einem Zweige der Muräd, den Talyya, den Qäyifa (auch sie sind 
Muräditen, und so wahrscheinlich auch die übrigen zwei Stämme), 
und den Fogää. Der vorzüglichste Berg ist der Daqrär, der zu den 
abgeplatteten Höckerbergen (mit fruchtbarem Plateau) gehört. Zum 
Michläf gehört al-Sawyq und Yahmä (o. P.), während das Tiefland, 
wie Rahba und Rohäba zu Adzina (bei Halevy : W. Schibwän oder 
Dzana) gezählt werden. Es gab daselbst ungeheure Palmenpflanzungen 
und die meisten Datteln in den Märkten Qanä's kamen daher. 
Darunter gab es eine Sorte, die man Waysch heisst. Durch die Un- 
ruhen sind sie zerstört worden. Sie hatten ihre Bewässerung von 
den untern Theilen des Daqrär, Sawyq und Habnün erhalten; denn 
diese Orte dachen gegen die Südseite Märib's ab. Die nördliche 
Abdachung dieses Gebietes bilden al-'Auhal (al-'Awähil, Ym.), Hynä 
(var. Habnä, Habta), Qirwäh und Mücih. Oestlich von Märib ist 
das unermessliche Qa (Ebene, Sandwüste) von Qayhad, und der Ab- 
sorptionsplatz Daghil bis zum Salzberg. Hd. 143 spricht von Ober- 
und Unter-' Auhal und sagt, dass in diesen Wadies ein Balhärith- 
stamm, welcher p*-^ genannt wird, wohne. Es fragt sich, ob hier 
nicht Anom zu lesen sei; die An om aber werden von andern Ge- 
nealogen zu den Muräd gerechnet. Ueber die Ausdehnung der Muräd 
nach Westen sagt Hd. 144 : Unter al-Sämik liegt al-Radhrädh (einen 



284 

oder zwei Tage östlich von Qan ä), wonach die an Ergiebigkeit un- 
vergleichlichen Silberminen benannt werden. Dort ist das Minendorf. 
Nach dem Tode des Mohammad b. Ya for sind die Minen zu Grund 
gegangen. Das kam daher, dass sie an der Grenze zwischen den 
Gebieten des Hamdänstammes Nihm, der Morhiba, der Muräd, der 
Balhärith und Ober-Chaulän liegen (wesswegen es immer Kämpfe 
gab). 

416. Zur Zeit Hamdäny's scheint der ganze Gauf den Hamdan 
gehört zu haben, und selbst die zwei Wädies (Halevy : Oasen) Ghabb 
waren vom Hamdänstamrn Morhiba bewohnt. Aber Abu Ziyäd heisst 
den Gauf eine Herberge im Lande der Hamdan and Muräd (Ym. I, 
129, vgl. Ym. IV, 1022, wo al-Gauf für al-Chauf zu lesen ist). Im 
Kitäb alaghäny, Ms. der Bibl. Spr. B. I, S. 1334 wird der Gauf 
den Muräd zugesprochen; so auch von Wüstenfeld (Reg. S. 322), 
welcher gewöhnlich dem Bekry folgt. Yäqüt bezieht sich, um dem 
Nasafy einen Fehler nachzuweisen, auf dessen Gommentar zum Qorän 
(wahrscheinlich auf 71, 23, wo Nasafy in seinem Madärik zwar den 
Gauf nicht erwähnt, wohl aber die Muräd), und aus seinen Bemer- 
kungen geht hervor, dass die Exegeten den Gauf in das Land der 
Muräd und auch in das Land der Sabaeer verlegten. Das stimmt 
mit meiner Ueberzeugung überein: ich denke, in den Städten lebten 
die Sabaeer, bezw. Hamdan, in den Steppen die Muräd und vielleicht 
auch andere Stämme, welche man wie die Muräd zu den Madzhig 
zählte. Hd. 107 sagt, dass im Gauf eine grosse Eifersucht zwischen 
den Hamdan und Madzhig, in Märib aber zwischen den Sabä und 
Madzhig bestehe. 

417. Zwar waren die Muräd zu Anfang des Islam sehr zahlreich 
und mächtig, und Kremer, Culturgeschichte S. 210, berichtet, dass 
nicht weniger als 12,000 von ihnen sich unter der Garnison von 
Küfa befanden. Doch wären ihre Väter die Gebaniten, wenn sie 
sich nicht weiter gegen Norden ausgedehnt hätten, als wir bisher 
die Verbreitung der Muräd nachgewiesen haben, nicht wohl im Stande 
gewesen, die Weihrauchkarawanen bis an die Marken der Minseer 
zu schützen. Im Alterthume aber wohnten gerade in der Gegend, 
wo die Muräd aufhörten, die ihnen enge verwandten Tayy. Unter 
den eigenthümlichen Verhältnissen, welche damals bestanden, muss 
auch die Gruppirung der Stämme längs dieser Strasse eine andere 
gewesen sein, als zu Anfang des Islam, und es scheint, dass die 
Gebaniten aus den Tayy und einer grössern Fraction der Muräd 



285 

und auch anderer Zweige der Madzhig bestanden. Im Bezug auf 
die Wohnsitze der Tayy sagt Hamdäny im Commentar zur Qac. 
Rod. : al-Chonaqa und Tzaryb sind die Orte , von welchen sich die 
Tayy zu den zwei Bergen (Schammar) begaben, um Weiden zu 
suchen. Die Lage Chonaqa's können wir genau bestimmen. Es 
liegt bei der vierzehnten Post von Qanä gen Makka, also etwa in 
Br. 18° 5'. Ausserdem erwähnt Bekry bei Juynboll II, 96 al-Schagga 
als einen ihrer frühern Wohnsitze, in welchem sich nach ihrem Abzüge 
die Hamdän niederliessen. Für fernem Aufschluss verweist er auf 
den Artikel Gauf, woraus ich schliesse, es liege im Gauf, dass sie 
aber den ganzen oder grössern Theil des Gauf besassen, wie Ym. I, 
129 andeutet, glaube ich nicht. Bei Hd. 174 finden wir selbst in 
Bayhän (Sarw) Spuren von Tayy (vgl. § 309); sie waren also geo- 
graphisch innig mit den Muräd verwachsen. Ihre Auswanderung 
nach dem Schammargebirg fand kurz vor Plinius statt, also zur Zeit, 
als wegen Waarentransportes zu Wasser die Landstrassen verödeten. 
418. Was die Muslime über den vorislämischen Gultus dieser 
Völker berichten, mag einiges Licht auf diese Frage werfen; doch 
will ich nicht unterlassen, auf die Unzuverlässigkeit dieser erbärm- 
lichen Schulmänner in solchen Dingen aufmerksam zu machen. Die 
Exegeten zu Qorän 71, 23 sagen: Yaghüth hatte die Gestalt eines 
Löwen und war der Götze der Madzhig, und Ya'üq hatte die Gestalt 
eines Pferdes und war der Götze der Muräd. Ibn Kälby bei Ym. IV, 
1022 stimmt nicht ganz damit überein. Er sagt, YVüq wurde von 
den Hamdän verehrt und sein Heiligthum war in Ghaywän, der 
Yaghüth aber wurde von den Madzhig und den Bewohnern von 
Gorasch anerkannt. Ferner erzählt Ibn Kalby: Als 'Amr b. Lohayy 
(der angebliche Stifter des Götzendienstes) die Götzen vertheilte, er- 
klärten sich die Madzhig für die Verehrung des Yaghüth, und er 
übergab dieses Idol den Anom, einem Zweig der Muräditen. Das 
Heiligthum des Yaghüth befand sich auf einem Hügel in Yaman, 
der Madzhig genannt wurde , und die Madzhig und benachbarten 
Stämme beteten ihn an. Er blieb unter der Verwaltung der Muräd- 
stämme An om und A'lä , bis sich eines Tages die edlern Muräd- 
stämme versammelten und den Beschluss fassten, ihn von den An om 
und A'lä zu reclamiren. Diese flüchteten den Götzen zu den Bal- 
härith in Nagrän. Die Muräditen forderten von den Balhärith dessen 
Herausgabe und, da sie verweigert wurde, entspann sich ein Krieg. 
Er endete in der Schlacht bei al-Razm, welche am selben Tage wie 



286 

die Badrschlacht gefochten wurde (16. März 624 n. Chr.), mit der 
Niederlage der Muräd. Es wird behauptet, Yaghüth war auf dem 
Hügel Madzhig aufgestellt ; darnach wurden die Stämme Muräd, Tayy, 
Balhärith und Sad-araschyra Madzhig genannt, wie wenn sie auf 
dem Madzhig ein Bündniss geschlossen hätten. Yäqüt bemerkt da- 
zu: das ist eine sonderbare Behauptung; die gewöhnliche Ansicht 
ist, dass am Hügel Madzhig die Madzhigiten gezeugt (und desswegen 
so benannt) worden sind. Viel von dieser Erzählung dreht sich um 
den Umstand, dass der Volksname Madzhig die Formen eines nomen 
loci hat. Die von Ym. IV, 469 gesammelten Berichte laufen darauf 
hinaus, dass die Madzhig vielmehr eine religiös-politische Gonfödera- 
tion (wie die Minseer), als eine ethnographische Gruppe bildeten. 
Ueber die Stämme, welche dazu gehörten, sind die Ansichten ge- 
theilt Für uns ist die Aeusserung interessant: Kein Nachkomme 
Morra's wird Madzhigite geheissen, was so viel sagen will, als die 
Kinditen = Minseer und die Godzäm und Lachm = Sarakenen ge- 
hörten nicht zur Gonföderation. Die Genealogie lautet nämlich mit 
Uebergehung nichtssagender Namen: 

Odad 



Morra T a yy Madzhig 



'Ofayr, Godzäm, Lachm Muräd, Sa d-aFaschyra, 'Ans 

I 

Kinda 

419. Nach all diesen Digressionen kehre ich zur Verbreitung 
der Qodhä'a über Arabien zurück. Eine sehr alte Ansiedelung der 
Qodhä'a sind die Chaulän (Ghavila) im Michläf Qa'da *). Weil es 



') Nach Hd. 192, mit welchem alle andern Quellen übereinstimmen, lautet 
die Genealogie : Chaulän b. 'Amr b. al-Häf b. Qodhä'a. Während der Erobe- 
rungskriege wanderten viele nach Aegypten aus, wo sie sich am Hügel Qaräfa 
niederliessen und den Kamen Chaulän beibehielten. 

Blau, ZDMGl. 27, 322 citirt die Worte des Glaucus: Omana, eine Stadt 
in Arabia Felix . . . ., das Volk heisst Eyalenoi ; und vergleicht diesen Volks- 
namen mit Owäl (§ 153) und auch mit Eut^oc, Chavila. Da bei Omana der 
Sitz der Urqodhä'iten war (vgl. §§ 159, 161), so würde, wenn Eyalenoi = Cha- 



287 

auch ein (Ober-) Chaulan zwischen Märib und Can ä gibt, wurden die 
Chaulan von (Ja da die Qodha itischen Chaulan geheissen. Aus Ham- 
dany lernen wir etwa anderthalb Dutzend Zweige dieses Stammes 
kennen. Unter ihnen waren die Naschr und Yanaq die edelsten, 
während die Homra den Ort al-Qofaa, wo einst die Goldminen 
gewesen sind, besassen. Das Territorium der Chaulan dehnt sich 
etwa 22' von Süden nach Norden aus. Im Osten und Westen ragen 
andere Stämme in ihr Gebiet hinein, und umgekehrt gibt es Chaulä- 
niten auf fremdem Gebiet bei Omm-Gahdam (namentlich im W. c Amüd) 
bis ans Meer. Im Südwesten gehörte das Oberland von al-Mahgam 
den Chaulan und das Unterland den 'Akk. Von der Sprache sagt 
Hd. 237 : das Hochland von Chaulän-Qa da spricht rein arabisch, die 
Leute von Qadd (§ 55) und vom Tieflande Chaulän's sprechen ein 
Kauderwelsch. Eigentliche Wanders tämme gibt es hier nicht, wohl 
aber Hirten mit temporären Wohnungen. Viele Chaulan widmeten 
sich dem Ackerbau. Der Hauptzweck der Niederlassung der Qod- 
hä'iten in diesem Land war jedoch die Ausbeutung der Goldminen. 
Eine andere, dem Umfange nach unbedeutende Niederlassung 
der Qodhaa, die sich mit Bergbau befasste, ist schon erwähnt 
worden; nämlich die Banü-lqayn, Söhne des Metallarbeiters. Den 
Genealogen zufolge waren sie ein Mischvolk aus Autochthonen und 
Ansiedlern aus dem Qodha itischen Stamme Balyy, welches die Ma din, 
Mine, der Banü Solaym (§ 282) bearbeitete. Wann und wie diese 
dahin gekommen sind, wissen wir nicht; eines jedoch dürfen wir 
mit Zuversicht behaupten, dass, nachdem das zu Tamna gehörige 
Reich und Chaulan gegründet worden war, nicht länger die Ursitze 
der Qodhaa in und bei der Weihrauchregion, sondern diese zwei 
grossartigen Ansiedelungen die Ausstrahlpunkte der fernem Qodha iti- 
schen Wanderungen waren. 



vila, Chaulan ist, daraus folgen, dass ein Zweig der Qodhä'a , vielleicht der 
Nucleus derselben, schon in ältester Zeit Chaulan oder Chavila hiess, und dass, 
während ein Theil dieses Stammes nach dem Michläf Qa'da auswanderte, ein 
anderer im Mutterlande blieb und beide fortfuhren den Namen Chaulan oder 
Chavila beizubehalten, gerade wie die später in Aegyplen angesiedelten Chau- 
läniten gethan haben. 

Wenn der Name des Heiligthums Riyäm in Verbindung steht mit dem 
Zweige des Mahrastammes Riyäm (vgl. §§ 129, 354), gewinnen wir einen neuen 
Beweis des directen Zusammenhanges zwischen der "Weihrauchregion und Mittel- 
Yaman. 



288 

420. Von den zahlreichen Sprösslingen der Qodhaa im nördli- 
chen Arabien sind uns viele schon bekannt, als die Balyy, § 28, 
die Gohayna, § 28, die 'Odzra, § 333, die Kalb, § 32, die Tanüch, 
§ 340 und die Bahrä, § 29. Alle diese haben erst spät, in Folge 
des Verfalles des Reiches der Kattabanen, bezw. Gebaniten, den 
heimatlichen Boden verlassen, und einige derselben waren zur Zeit 
des Ptolemseus noch in Bewegung, so z. B. die Kalb und die Stämme, 
welche dazu berufen waren, das alte Thamüditis, welches Ptolemseus 
noch vorfand, zu zerstören und neu zu bevölkern. Andere, zum 
Theil in Syrien wohnhafte, habe ich noch namhaft zu machen, und 
von diesen mochten einige schon zur Zeit der Blüthe des Reiches 
von Tamna ausgewandert sein. Anknüpfend an die al-Qayn, Metall- 
arbeiter, inMadin-Solaym, beeile ich mich, einen viel bedeutenderen 
Qodha astamm, der auch al-Qayn hiess, hervorzuheben. Ihre Wohn- 
sitze würden, in die beiliegende Karte eingetragen, in die Gegend 
von Obaera, Gorace und Adra fallen. Eratosthenes bei Strabo 767 
berechnet die Entfernung von Heroonpoüs bei Suez bis Babylon 
und sagt, dass diese Linie (Karawanenstrasse) durch die anliegenden 
arabischen Völker der Nabatseer, Chaulotseer und Agrseer laufe. Die 
Wohnsitze die Chaulotseer als nächste Nachbarn der Nabatseer fallen 
genau mit denen der al-Qayn zusammen. Ich glaube also , dass 
dieser Stamm aus Ghaulän kam und sich auch Banü Ghaulän nannte, 
dass aber ihre Nachbarn ihn wegen seiner frühern Beschäftigung den 
nach ihrer Anschauung wenig ehrenvollen Namen al-Qayn gaben. 
Ob ihnen ihre neuen Wohnsitze Gelegenheit zum Bergbau boten, 
wissen wir nicht. Auch ist mir nicht bekannt, ob das Dorf Ghaulän 
bei Damascus erst nach den muslimischen Eroberungen diesen Namen 
erhalten hat oder ihn schon früher trug, was zur Hypothese berechtigen 
würde, Einige von Strabo's Chaulotseern haben sich, des Wander- 
lebens müde, daselbst niedergelassen. 

421. Wüstenfeld, welcher meist dem Bekry folgt, sagt: das 
Gebiet der al-Qayn grenzt am Berge Gausch zwischen Adznät und 
der Wüste (also gerade wo Ptolemseus' Grenze zwischen Arabia 
Petraea undDeserta ist) an das der Haggär, eines Zweiges der 'Odzra, 
(welche Qodhä'iten sind). Nicht nur Eratosthenes, sondern auch 
Ptolemseus kennt an dieser Gegend die Agrseer; nach den Angaben 
des Letztern dürfen wir sie an die Strasse von Palmyra südwärts 
versetzen. Es fragt sich nun, ob sie identisch sind mit den Haggär 
oder mit den in 1. Ghron. 5, 10. 19. 20 erwähnten Hagaritern, 



289 

welche, da sie schon zur Zeit des Königs Saul auftreten, wahr- 
scheinlich ein Isma elitischer Stamm sind l ). 

422. Die Qayn gehörten zu jenen kosmopolitischen Araber- 
stämmen, welche unter der kaiserlichen Fahne gegen Mohammad 
fochten. Ausserdem nennt Ibn Ishaq noch die Bahrä und Balyy 
(beide Qodha iten) und die Godzäm und Lachm (die Sarakenen), die 
nächsten Verwandten der Kinda (Minseer), unter den byzantinischen 
Condottieri. Das Obercommando führte ein Mitglied des Aräscha- 
stammes. Damit ist aber die Zahl der innerhalb der byzantinischen 
Machtsphäre lebenden Qodha a nicht erschöpft. Die arabischen Ge- 
schichtschreiber erwähnen als den ältesten südarabischen Stamm, 
welcher in Syrien eine Dynastie gründete, die Salyh, welche Qod- 
ha iten w r aren. Hd. 294: Die Wohnsitze der Dhaga im, eines Zweiges 
der Salyh, sind (oder waren) in Belqa, in Salamyya, in Howwäryn 
und in al-Zaytün (al-Zaytüna ?). Ym. II, 185 sagt: Hädhir-Qinnisryn 
ist, seitdem die Tanüch in Syrien weilen und sich daselbst nieder- 
gelassen haben , eine Stadt dieses Stammes. Anfangs lebten sie 
in Haarzelten, dann bauten sie Häuser. Als Abu 'Obayda Qinnisryn 
eroberte, verkündete er den Bewohnern Hädhirs den Islam. Einige 
bekehrten sich dazu, andere blieben Christen und unterwarfen sich 
der Kopfsteuer. Unter denen, welche dem Ghristenthum treu blieben, 
waren die Banü Salyh am zahlreichsten. Von den genannten Orten 
ist Belqä der Name der Gebirge östlich vom Todten Meere, eine 
Tagereise östlich von Jericho. Salamyya liegt am Rande der Wüste, 
oder ist vielmehr eine Oase in derselben zwischen Palmyra und 
Home, näher Home. Howwäryn ist entweder identisch mit Qaryatayn 
oder nahe dabei, also eine kleine Tagereise südlich von Salamyya 
gelegen. Qinnisryn (das Hädhir wird wohl nicht weit von der nach- 



') Es wäre von Interesse, wenn wir die Ansiedelungen des Qodhä'itischen 
Stammes Garm festzetzen könnten ; denn eine Unterabtheilung derselben hiess 
A'gab und mag den Agabeni (var. Agubeni) des PtolemaBus entsprechen, welche in 
der Gegend seines Dumaitha gewohnt haben. Ueber die Wohnsitze der Banü 
A'gab weiss ich gar Nichts ; im Bezug auf die Wohnsitze der Garm geht aus 
der Prophetenbiographie hervor, dass sie nordöstlich von Madyna lebten, und 
es ist wahrscheinlich, dass sie zu den Anbetern des Oqayeir, eines Götzen nicht 
weit vom Todten Meere, gehörten. Yäqüt kennt auch Garm am Schammar- 
gebirge ; das ist aber ein ganz anderer Stamm, der zu den Tayy gezählt wurde ; 
ferner kennt er Garm in Yamäma und zwischen Nagrän und Falag; auch waren 
nach Ym. II, 73 einige Garm in Verbindung mit andern Qodhä'iten bis über 
den Euphrat vorgedrungen. 

19 



290 

maligen Militärstation sein) ist eine Tagereise südlich von Aleppo 
in einer felsigen Gegend, die jedoch zwar uneben, aber nicht hügelig 
ist, sondern unregelmässig wellig. Die Ansiedelungen der Salyh 
waren also die Vorposten der Wüste gegen das Gulturland, oder 
umgekehrt die Vorposten des Culturlandes gegen die Wüste. 

423. Wüstenfeld theilt Bekry's historische Notiz über die Salyh 
mit: als die Qodhaa sich trennten, zogen Dhagam und Lebid b. 
el-Hadragän mit einer Menge von Salih und anderen Stämmen von 
Qodlma an die Syrische Grenze u. s. w. Nach einer andern Ver- 
sion zogen sie unter (alleiniger) Anführung al-Hadragän's dahin, und 
Labyd wird nicht erwähnt. In der fernem Erzählung erscheinen 
dann die unvermeidlichen 'Amaleqiter mit dem ganzen Personal 
— wie Zabbä, Odzayna b. Samayda u. s. w. — welches in der 
alten Geschichte jener Regionen nicht fehlen darf. Insoferne ist die 
Erzählung eine Dichtung. Doch ist nicht zu zweifeln , dass al- 
Hadragän gerade wie Dhag'am der Name eines Salyhischen dynasti- 
schen Geschlechtes sei. Die Erhebungen über die Salyh, auf wel- 
chen die uns vorliegenden Notizen beruhen, wurden von den musli- 
mischen Eroberern an Ort und Stelle gemacht, und es liegt im 
semitischen Geiste, dass in den Dichtungen über die Wanderungen 
der Salyh der symbolische Patriarch des herrschenden Stammes 
oder der Sohn desselben zum Führer gemacht werde. Der Name 
dieses Geschlechtes könnte auch Hadrak gesprochen worden sein; 
denn für die Hinzufügung oder Weglassung der besonders in süd- 
arabischen Namen beliebten Endsylbe an finden sich viele Beispiele, 
und das Gym wurde von den Südarabern wie Käf ausgesprochen 
(§ 318). Der Prophet Zacharias, welcher 520 v. Chr. lebte, schleudert 
seine Flüche gegen das Land (des) Hadrak (oder der Hadrakiten ?), 
Damascus und Hemat. Wenn er keine geographischen Sprünge 
macht, so verträgt sich die Lage der Salyh vortrefflich mit seinen 
Worten. Ez. 27, 21, welcher etwa 50 Jahre früher lebte, sagt, dass 
die „Araber" den Metzgern von Tyrus Schaafe und Böcke lieferten und 
in diesem Handel den Kedarenern Goncurrenz machten. Ich ver- 
setze diese Kedarener in die "Gebirge und Hügel nördlich von Gabal 
Schaych, weil sie Weiden für Kleinvieh bieten, und den natürlichen 
Beruf haben, die Städte der Küste, wovon sie nur zwei Tage ent- 
fernt sind, mit diesem Artikel zu versehen. Die concurrirenden 
„Araber" können recht gut die Hadrak = Salyh sein; denn von 
Howwäryn kann man Tyrus in vier, von Salamyya in fünf Tagen 



291 

erreichen. Eine Heerde von Kleinvieh würde zwar länger auf dem 
Wege sein, doch ist die Entfernung nicht so gross, dass man es 
nicht hätte lohnend finden sollen, es dahin zum Verkauf zu treiben. 

424. Doch muss ich gerade im Bezug auf diese Stelle des 
Ezechiel eines andern südarabischen Stammes gedenken, der seinen 
Sitz näher bei Tyrus aufgeschlagen hat, nämlich der 'Amila. Sie 
sind, wie die Genealogen glauben, aus Qodhaa und Sarakenen ge- 
mischt. Im Symbol erscheint nämlich 'Amila, eine Enkelin des 
Qodhä'a, als Mutter, und al-Harith (ein nichtssagender Name), ein 
Bruder des Lachm und Godzäm, als Vater des Stammes. Hd. 226: 
'Amila ist der Name des Berges, der von dem gleichnamigen Stamm 
bewohnt wird. Er erhebt sich über Tiberias und zieht sich gegen 
das Meer hin. Hd. 230 : Die Wohnsitze der Amila sind in der Nähe 
des Jordan, der Berg 'Amila erhebt sich über 'Akkä, dem Meere 
gegenüber 1 ). Die Araber , welche Kleinvieh nach Tyrus trieben, 
mögen also die Väter der 'Amila gewesen sein; nur ist ihre Nieder- 
lassung in Syrien schwerlich so alt, wie die der Salyh; vielleicht 
reicht sie nicht viel über den Anfang unserer Zeitrechnung hinaus. 

425. Alle Araber, welche zu Anfang des Islam diesseits des 
Euphrat im Norden lebten , galten für Yamaniten , und zwar die 
Mehrzahl derselben für Qodha iten. Die Isma eliten, Midianiter, ' Ama- 
leqiter u. a. m. waren schon lange verschollen. Es ist kein Zweifel, 
dass von Zeit zu Zeit gewaltsame Strömungen der Bevölkerung von 
Süden nach Norden stattfanden, und die nördlichen Stämme von 
den Eindringlingen vernichtet wurden, oder in Städten und Dörfern 
Schutz suchen mussten ; doch geht aus dem Vorhergehenden sattsam 
hervor, dass man sich das Entstehen von vielverzweigten Stämmen, 
wie z. B. der Kalbiten, nicht so denken dürfe, wie es die Genea- 
logen darstellen, sondern dass sie, wie die Tanüch (§ 341), aus 
Bündnissen hervorgehen, oder dass ganz heterogene Elemente, welche 
von einem mächtigen Stamme unterworfen werden, sich demselben 
anschliessen und dessen Namen annehmen, wie die Himyar zweiter 
und dritter Ordnung, und dass fertige Stammverbindungen ihre Zu- 



') Der Berg 'Amila war unter den Schy'a noch vor 300 Jahren sehr be- 
rühmt, weil einige ihrer namhaftesten Gelehrten, wie Dhiyä aldyn 'Amily, da- 
selbst geboren wurden. Abü-1-Fidä S. 228 stimmt im Wesentlichen mit Ham- 
däny überein, indem er den Berg in die Nähe von Jyrus versetzt. Hingegen 
scheint die Angabe des Ym. IV, 291 auf Verwechslung zu beruhen und ist 
falsch. 



292 

sammengehörigkeit ändern, und ihre Genealogie fälschen. Letzteres 
kam nach dem Zeugnisse des Iklyl S. 48 besonders während der 
muslimischen Bürgerkriege, wo die Nizär (Gentralaraber) und Yama- 
niten schroff einander gegenüber standen, und jede Partei bestrebt 
war, sich zu vergrössern, häufig vor. Auf ein Beispiel solcher 
Umtriebe bezieht sich der Vers des Gohaynischen Dichters: Pre- 
diger, reclamire uns und erfreue uns; sei ein Qodha ite und bekenne 
dich nicht zu den Nizär. Er rief ihn den Gohayna zu, als die Nizär 
sich bemühten, sie und andere Stämme, welche sich bis dahin für 
Qodha iten gehalten hatten, zu gewinnen. 

Obschon alle nördlichen Wandervölker , wie die Isma'eliten, 
unzweifelhaft arabischen Ursprunges sind, so werden sie doch in den 
altern Schriften der Bibel von den Arabern gesondert gehalten. Zur 
Zeit der Makkabseer taucht ein Arabien in der Gegend des Todten 
Meeres auf, das sich rasch vergrössert, weil die Strömung von Süden 
zunahm. Die Isma eliten und Genossen verschwinden aber im selben 
Maasse. Auch hier beruht das Verschwinden zum Theil auf Natio- 
nalitätänderung; so erscheinen in Plin. V, 11, § 65 die Gedrei, welche 
man, wie ich glaube, mit Recht für Ueberreste der Qedar hält, als 
Araber — sie hatten sich also arabisirt. 

426. Soyüti glaubt, dass der Dialect der im Norden lebenden soge- 
nannten Qodha astämme nicht frei von Solcecismen war. Das ist 
eine Gonjectur, welche als solche ihre Berechtigung hat. Hd. 237 
behauptet, dass alle Stämme nördlich vom Gauf-Hamdän rein ara- 
bisch sprachen: ,,Das Reinarabische herrscht unter den Wädi'a, den 
Yäm, Zobayd, Balharith, in dem Theile Nagräns, welcher an das 
Gebiet der Schäkir stösst, bis zum Gebiete der Yäm, ferner in Sinhän, 
im Lande der Nahd, der Banü Osama, der f Anz, der Ghath'am, der 
r Amir b. Rabya (b. Ca'caa?) , im Hochgebirge der al-Hagr , der 
Daus, der Ghämid, der Yaschkor, der Fahm, der Thaqyf, der Ba- 
gyla und der Banü r Okl. Doch ist zu bemerken, dass die Sprache 
in den untern Theilen des Gebirges der genannten Stämme nicht so 
rein ist, als in den obern. Im 'Arüdh (Centralarabien) wird reines 
Arabisch gesprochen. Dasselbe gilt vom Higäz und dem untern 
Nagd bis Schäm (Syrien) und Diyär Raby'a: überall spricht man 
rein arabisch, ausgenommen in den Städten '). 



*) Dass zu Hamdäny's Zeit die Sprache von Städten, wie Makka, Madyna, 
Manfüha u. dgl. m. unter den von allen Theilen der muslimischen Welt auf 



293 



427. Gegenwärtig herrscht in Syrien, Aegypten und in dem 
ehemaligen Assyrien und Babylonien die arabische Sprache, und die 
Bewohner sind ein neues Volk, das sich vor zwölf hundert Jahren 
zu bilden anfing. Die Schattirungen im Charakter sind, ungeachtet 
der weiten Gebietsausdehnung, kaum so gross wie unter den Deut- 
schen oder Italienern. Man kann dieses Volk als abgelagerte Araber 
bezeichnen. Es soll damit nicht gesagt werden, dass in den Adern 
aller seiner Bestandtheile arabisches Blut fliesse ; die Tugend der 
Jüdinnen und wohl auch der Christinnen bürgt dafür, dass noch 
alte israelitische und aramseische Geschlechter un vermischt übrig sind, 
aber die verschiedenen Theile, aus welchen das neue Volk be- 
steht , haben sich assimilirt 1 ). Vollkommen ist die Assimilation in 
Dorfschaften, welche zum Islam übergegangen sind. Die dem Glauben 
ihrer Väter treu gebliebenen Juden und Christen können wir als 
Kasten auffassen und behaupten, dass ihre Eigentümlichkeiten von 
der socialen Stellung und der ihnen dadurch zugewiesenen Beschäf- 
tigung und nicht vom Blute abhänge: sie würden, wären sie auch 
von der reinsten arabischen Abstammung, wenn sie nie zu Ehren- 
ämtern zugelassen, immer Aschenbrödel gewesen wären, gerade so 
sein wie sie sind. Ist nicht thatsächlich in Syrien der Charakter der 
muslimischen Araber, in Folge der Türkenherrschaft viel gedrückter 
als in 'Iräq, wo sie weniger fühlbar ist? 

Alle Semiten sind nach meiner Ueberzeugung abgelagerte Araber. 
Sie lagerten sich Schichte auf Schichte, und wer weiss, die wie vielte 



sie einwirkenden Cultureinflüssen sich sehr geändert hatte, unterliegt keinem 
Zweifel. Im Kitäb alaghäniy wird aber diese Bemerkung auch auf die vorisla' 
mitische Periode ausgedehnt, doch zugegeben, dass der Madyner Hassan zu 
jenen Dichtern gehöre, welche sich durch die Reinheit ihrer Sprache auszeich- 
neten. Auch in der Tradition wird dieses Vorurtheil in der Behauptung, 
Mohammad habe unter den Banü Sa'd gut arabisch gelernt, ausgesprochen. 
Dagegen spricht, dass 'Omar den Sammlern des Qorän den Auftrag gab, wo 
sie im Bezug auf die Diction im Zweifel seien, sich an die Redeweise Makka's 
zu halten. Jedenfalls ist der Qorän, dessen Sprache als Vorbild des reinen 
Arabisch hingenommen wurde, im Dialecte Makka's verfasst. 

l ) Die Assimilation der Christen ist vollständiger als die der Juden, was 
zum Theil darin seinen Grund hat, dass sich auf dem Lande die Christen ebenso 
wie die Muslime mit Ackerbau beschäftigen. Was die Physiognomie anbelangt, 
unterscheiden sich die Juden, ebenso wie in Europa, von der übrigen Bevölke- 
rung und sind von weitem erkennbar. Mögen sich das Leute merken, welche 
glauben, die Juden seien befriedigende Repräsentanten des semitischen Typus. 



294 

Schichte zum Beispiel die Kanaaniter, welche wir zu Anfang der 
Geschichte wahrnehmen, waren. Die Gentralaraber, namentlich die Be- 
wohner Yamäma's, und des Schammargebietes mit Einschluss des Nagd 
scheinen, vermöge ihrer geographischen Lage, den Beruf gehabt zu 
haben, Mesopotamien '), und bisweilen auch das bestrittenere Terrain 



J ) Dieser Wahrnehmung gibt auch einer der Genealogen der Genesis 
Ausdruck, doch hat der Compilator der Völkertafel in Cap. 10, der zu unter- 
scheiden ist vom Redactor des Buches , die betreffende Angabe auf eine Weise 
mit einer andern verknüpft, dass es schwer ist, sie auszuscheiden. Die andere 
rührt vom ältesten Genealogen her , welcher roh und culturfeindlich war und 
keine andere Absicht hatte, als den damaligen Hass der Israeliten gegen Cultur- 
völker, wie die Saba?er, Dedan (Gen. 10, 7) und Phoenicier, und gegen Nach- 
barn, wie die Kanaaniter (Gen. 10, 15. 16), Moabiter, 'Ammoniter (Gen. 19, 35) 
u. a. m. , durch Lügen über deren Ursprung zu begründen. Er rechnet daher 
die Sabseer, die wir vorzüglich im Aug behalten wollen, zu den Kuschiten, 
welches in seinem Lästermaul ebenso ein ethnographischer Begriff ist, wie 
Freimaurer in dem des Papstes. Diese Ansichten drangen jedoch in das Volk, 
und kein späterer Ethnograph konnte es wagen, die benachbarten Stämme, mit 
denen die Israeliten stets im Verkehr standen, zu rehabilitiren, und z. B. die 
Kanaaniter oder Phoenicier zur semitischen Race zu zählen. Anders verhielt 
es sich mit entfernten Völkern, wie z. B. mit unsern Sabaeern; als die Zeiten 
milder geworden waren , wurden sie zu Semiten erhoben , und ein Genealog 
stellte das Symbol auf: Joqtän (Südaraber), der Vater der Sabseer, und Peleg 
(Falag, § 363, oder Centralaraber) sind Brüder. Wie der Genealog ihren Vater 
genannt habe, verschweigt der Compilator. Peleg zeugte den Regu (Roghwa, 
am Schammar), und von ihm stammen die Harränier. Dieser Stammbaum ist 
es, welcher mit meinen Ansichten über die Wanderungen der Centralaraber 
übereinstimmt. Statt Harränier dürfen wir den weitern Begriff Ost-Aramseer 
setzen, denn Laban wird in Gen. 31, 24 mit einiger Emphasis der Aramaeer 
geheissen. Wenn der Genealog dieses that, konnte ihm der Compilator nicht 
folgen, weil es für ihn passte, im Bezug auf die Abkunft der Aramseer dem 
Culturfeind den Vorzug zu geben. 

Was autorisirt uns, dieses Stück von dem vorhergehenden Stammbaum, 
in welchem Sem, Arpakschad, Schelach, 'Eber, den der Compilator zum Vater 
Peleg's und Joqtan's macht, auf einander folgen, zu trennen? Dass, wie zur 
Zeit des Culturfeindes die Sache stand, 'Eber den Schluss des ethnographischen 
Bestandtheiles des Stammbaumes bilden musste; denn gibt man ihm Völker 
zu Söhnen, so werden auch diese zu Hebräern, im Widerspruch mit dem Sprach- 
gebrauch. Der Compilator hat es gethan und konnte es thun, ohne arg zu 
Verstössen. Man hat nämlich Hebrseer im Sinne der über den Fluss Gekom- 
mene aufgefasst. Freilich kann es in Bezug auf Gen. 43, 32 als transnilitisch, 
und in Bezug auf andere Stellen als transjordanisch erklärt werden; es passte 
aber dem Culturfeind, es als transeuphratisch (von Mesopotamien angesehen) 
aufzufassen, denn um den Ursprung seines Volkes möglichst weit von verhassten 



295 

von Babylonien zu befruchten, die Südaraber hingegen Syrien. So 
finden wir zu Anfang des Islam Diyär (Wohnplätze der) Modhar 
und Diyär Raby'a im Norden Mesopotamiens; während der Erobe- 
rungskriege wandten sich die Central araber mit Vorliebe (aber keines- 
wegs ausschliesslich) nach jenen Regionen, und gegenwärtig sind 
Tayy und Schammar in der Nähe von Mosul und Nisibis , und die 
aus Wädiy Dawäsir stammenden f Agel fOqayl) bewohnen die west- 
liche Vorstadt Baghdäd's. In Syrien hingegen hatten sich nach der 
muslimischen Eroberung die Südaraber so zahlreich niedergelassen, 
dass Ba'lbek eine Himyarische Stadt genannt wurde. Mehrere süd- 
arabische Ortsnamen kehren in Syrien wieder. Cur (Tyrus) ist auch 



verwandten Landsleuten zu entfernen, lässt er es aus Arrapachitis kommen und 
gibt ihm die Ost-Aramaeer, Assyrer und auch Elymseer, wovon letztere schwerlich 
reine Semiten waren, zu Oheimen. In Einklang damit steht die Dichtung über 
Abraham's Ursprung aus Ur-Kasdim. Westlich vom Euphrat kannten die Hebrseer 
keine Vollblutsemiten, als sich selbst und etwa die Edomiter; an die Geburt 
anderer Stämme , welche sie als Verwandte anerkannten, knüpften sie Makel ; 
Transeuphratit konnte daher im Einklang mit dem Sprachgebrauch auf die 
Israeliten beschränkt werden. Anders gestaltete es sich, als unsere Sabaeer 
und andere Araber zu den Semiten gerechnet wurden; auch sie leben westlich 
vom Euphrat, und die Bedeutung, in der Hebrseer aufgefasst wurde, rechtfertigte 
den Compilator, den ihm vorliegenden Stammbaum der Nachkommen Joqtan's 
und Peleg's an 'Eber anzureihen , wodurch die Araber zu Hebreeern im Sinne 
Transeuphrater wurden. Eine grössere ethnographische Ungeheuerlichkeit lässt 
sich nicht denken, als das Stammland der Semiten östlich vom Euphrat zu 
suchen ; doch es passte für den Compilator , indem er die beiden heterogenen 
Stammbäume verband, sie beizubehalten, weil er für die Chronologie, deren 
Schöpfer er ist, dadurch eine lange Reihe von Vätern gewann. 

Schon vor unserm Genealogen hat ein anderer, Gen. 25, 1—4, den Versuch 
gemacht, den Stammbaum der Araber zu verbessern. Er heisst sie, weil sie 
ihm als Spezereihändler bekannt waren, Söhne der Qetüra, d. h. des Räucher- 
werkes, und betrachtet sie, wie man die Isma'eliten betrachtet hatte, als Kinder 
Abraham's. Qetüra's Söhne sind: Zimrän, d. h. Schammar oder Centralaraber 
(auch Ptolemaeus heisst den Schammar Zames mit dem Zischlaut z) ; Joqsan, 
welcher durch seine Söhne, die Sabaeer und Dedän (dieselbe Incongruität wie 
beim Culturfeind Gen. 10, 7) als Repräsentant der Südaraber gekennzeichnet 
wird. Dazu zählt er noch die Midianiter, welche sonst innigst mit den Isma'e- 
liten verbunden erscheinen (dadurch erhält Qeturaeer einen weitern Sinn, als 
damals Araber hatte; wir aber würden gerne die Midiän-Isma'eliten als die 
Nordaraber bezeichnen); die Medan, deren Name ein Wädiy nicht weit von 
Hismä bewahrt hat (vgl. Ibn Ishäq 976, Ym. IV, 445), und zwei unbekannte 
Stämme, deren Wichtigkeit wohl darin bestand, dass sie dem gelehrten Ethno- 
graphen wegen ihrer Nähe bekannt waren. 



296 

ein Seehafen in 'Oman, 'Oman selbst kehrt in wenig veränderter 
Aussprache in 'Amman wieder, so Hamidha (§ 54) in Hirne, (Emessa); 
'Akk (§ 390) in 'Akkä, und merkwürdiger Weise Messen sich wäh- 
rend der Eroberungskriege besonders 'Akkiten im syrischen 'Akkä 
nieder. Ma ka ist in 'Oman und im Transjordanlande. In Südarabien 
haben wir ein Mayfa und ein Mayfa at kennen lernen , in Syrien 
war ein Mefaat. Afyq ist nach dem Iklyl, und Ginnesseri nach 
Plinius in Südarabien , in Yäqüt erscheinen diese beiden Namen 
(letzterer in der Form Qinnisryn) in Syrien. Den Maqrä bei Da- 
mascus entspricht das Michläf Moqrä, südlich von Qana, und dem 
bekannten Hesban, nicht weit vom Todten Meere, Hasaba am Rothen 
Meer. Gentralarabische Namen hingegen finden sich wenige oder gar 
keine in Syrien wieder. 

428. 'IwßaptToa (W. A. B. G. N. ; 'Ioßapixai VA.), sind, wie 
Blau glaubt, die Wabär. Man bezeichnet mit diesem Namen das 
grosse Sandmeer und auch den Volksstamm, der es, als an dessen 
Stelle noch Gärten und Felder waren, bewohnte. Die Wabär sind 
also ein Volk der Fabel, das nie existirt hat. Seit die 'Aditen 
im Qorän in diese Wüste versetzt wurden, sind die Wabär in 
Vergessenheit gerathen, und die 'Aditen, ein zur Fabel gewordenes 
Volk, hat ihre Stelle eingenommen. Ptolemaeus versetzt seine 
Jobariten wirklich in das Sandmeer, und es scheint, dass ihn sein 
Informant auch mit der vorsündfluthlichen Geographie bekannt 
machte. 

429. 'H TaßavwTc^opo; x°>P a * Die W T eihrauchregion erregte das 
Interesse der Alten. Strabo 774 und der Verfasser des Periplus § 10 
kennen auch die Gegenden in Africa, welche Weihrauch (thus trans- 
fretanum) erzeugen. Dem Juba und Virgil waren sie noch unbekannt. 
Solin § 710, der sich an Juba hält, sagt: Eudaemonem non frustra 
cognominatam hinc capessas, quod praeter odores, quos creat pluri- 
mos, sola thus mittit; nee tarnen universa. Nam in medio eius Atra- 
mitse, pagus Sabaeorum, a quo octo (mansionibus) regio thurifera 
determinatur. Plin. XII, 14, § 52 sagt dasselbe und fährt fort : undique 
rupibus in via, et a dextra mari scopulis inaccesso. Id solum e 
rubro lacteum traditur. Silvarum longitudo est scheeni XX, latitudo 
dimidium eius; scheenus patet Eratosthenis ratione stadia XL, hoc 
est passuum quinque millibus, aliqui XXXII stadia singulis scheenis 
dedere. Attolluntur colles alti etc. Carter hat die Bodenbeschreibung 
des Plinius, welche theilweise von Eratosthenes kommt, und die 



297 

des Theophrast geprüft und die meisten Züge richtig befunden. Nur 
die Ausdehnung der Region von Osten nach Westen stellt sich nach 
seinen Erhebungen gerade zweimal so gross heraus ; sie reicht nämlich 
von L. 55° 23', B. 17° 30' bis L. 52° 47'. In Übereinstimmung 
mit Juba in Bezug auf die Länge befindet sich Ym. III, 577, denn 
er nimmt sie zu drei Tagereisen an, und die Breite eben so gross. 
Sowohl der arabische als der africanische Weihrauch, die einzigen 
zwei ächten Sorten, sind das Harz der Boswellia Garterii und Bos- 
wellia Bhau Dejana. Der indische Weihrauch, das Product der Bos- 
wellia serrata, ist ein schlechtes Surrogat. Ym. EQ, 577 berichtet : der 
Weihrauch wird gewonnen, indem man die Pflanze mit einem Messer 
verwundet, das (in Folge davon ausgeschwitzte) Harz fällt dann auf 
die Erde, von wo es aufgelesen wird. Plin. XII, 14, § 58 beschreibt 
das Vorgehen viel ausführlicher und heisst das in der Haupternte 
gewonnene, welche nach Carter im December abgehalten wird, thus 
carpheotum, d. h. Herbstweihrauch (von Gharyf, Herbst). Er sagt auch : 
meti semel anno solebat, minore occasione vendendi. Iam qusestus 
alteram vindemiam affert. Die Frühlingsernte heisst er dathiatum (var. 
dadioton). Der Gegensatz zu Gharyf ist sonst raby , Frühling , und 
darnach wird auch die Frühlingsgetreideernte benannt; dathiatum 
hingegen mag durch Schreibfehler aus thäniyat, die zweite (altera 
vindemia) entstanden sein. 

430. Weihrauch wurde im Alterthum in allen Tempeln ver- 
brannt, und verschwenderischer Gebrauch galt für fürstliche Gross- 
artigkeit; es wird daher zur Verherrlichung Alexander's erzählt: 
Alexandro Magno in pueritia sine parcimonia thura ingerenti aris, 
paedagogus Leonides dixerat, ut illo modo, cum devicisset thuriferas 
gentes, supplicaret. At ille Arabia potitus, thure onustam navem 
misit ei, exhortatus, ut large deos adoraret 1 ). Der Anfang des Ex- 
portes des Weihrauchs fällt in das graueste Alterthum. Plinius ist 
der Ansicht, dass er zuerst in Persien einen Markt fand. Auf einer 
hieroglyphischen Inschrift in Hamamat aus Dynastie II (Lepsius, 



*) Ich möchte zwar für die wörtliche Richtigkeit dieser Geschichte nicht 
einstehen; doch betrachte ich den Umstand, dass sich Alexander Arabien nie 
unterworfen hat , nicht als einen Gegenbeweis. Wir wissen , dass Numenius, 
der Admiral des Antiochus Epiphanes, den Chattenen grosse Vorräthe von 
Weihrauch und andern Spezereien, welche sie aufgestapelt hatten, abgenommen 
habe; dasselbe mochte Androsthenes, der Admiral Alexander's, welcher die 
Chattenische Küste ebenfalls erreichte, gethan haben. 



298 

Denkmäler, II, 150) berichtet ein Beamter: er habe Befehl erhalten, 
aus dem Lande Pun Weihrauch (Ana) zu bringen, welchen dort die 
Fürsten einsammeln im Rothen Lande *). Bescheidenheit gehörte 
nicht zu den Tugenden der alten Aegypter, und wir legen daher 
kein grosses Gewicht darauf, dass die arabischen Fürsten das edle 
Harz „unter dem Schrecken Pharao's" sammeln. Eine Beschreibung 
des Felsenthales von Hamamat, durch welches Weihrauch von 
Qocayr nach Goptos gebracht wurde, habe ich in § 10 mitgetheilt. 
Den Transport zu Wasser bis Qocayr wollen die Aegypter selbst 
besorgt haben. Ich glaube, dass das intellectuelle und veranlassende 
Element in der Bearbeitung der Minen in den Smaragdbergen an 
der africanischen Küste und in der Insel Zabargad Araber waren, 
und auch dass die frühesten Rheder von Qocayr und andern See- 
häfen dieser Nationalität angehörten, und die Behauptung der Aegypter 
nur insoferne richtig sein könne, als die Araber an der Westküste 
des Rothen Meeres bisweilen unter ägyptischer Herrschaft standen. 
Dümmichen hat aus Inschriften zu Der el-Baheri in der Thebais 
herausgelesen, dass im 17. Jahrhundert v. Chr. eine ägyptische Ex- 
pedition aus dem Punierlande, welches das heilige Land genannt 
wird, Weihrauch, Myrrhe und allerlei Kostbarkeiten, darunter Elfen- 
bein und auch Weihrauchbäume in Töpfen gebracht habe 2 ). Das 
heilige Land erscheint bei Solin und Plinius unter dem Namen Sara, 
was dasselbe bedeutet, § 118. Denjenigen, welche dem Scharfsinne 
der Aegyptiologen nicht unbedingtes Vertrauen schenken, empfehle 
ich Betrachtungen wie folgende : Die Hebräer haben schon in ältester 
Zeit ihrem Jahve Weihrauch als Rauchopfer dargebracht, wegen ihrer 
Unbedeutendheit wären sie aber nicht in der Lage gewesen, sich 
dieses Harz zu verschaffen, oder es auch nur kennen zu lernen, 
wenn es nicht schon früher den Aegyptern oder Syrern zugeführt 
worden wäre. 

Mohammad, welcher, was seine Bedürfnisse des creature com- 



') Carter, Journ. Bombay Br. of the As. Soc. 2, 385, gibt von der Plinia- 
nischen Beschreibung der Weihrauchregion auch die Bemerkung über die Farbe 
des Bodens : „of a red colour inclining to white (e rubro lacteum)" wieder und 
sagt am Ende : I could not offer a more correct description. Der Boden scheint 
also wirklich röthlich zu sein. Uebrigens erinnert das „Rothe Land" auch 
an den Konig Erythras und das Erythrcsische Meer. 

a ) Auch in viel späterer Zeit ist die Pflanze exportirt worden. Plinius 
berichtet nämlich: vixit thuris arbor in Lydia, 



299 

fort betrifft, nicht von ausländischen Sitten angekränkelt war, Hess 
seine Kleider häufig räuchern und erklärte: mein einziges Vergnügen 
sind Weiber und Wohlgerüche. Die Liebe für Wohlgerüche und 
Räucherwerke als feines Betäubungsmittel sind so innig mit der 
Natur des Arabers und der Luft und dem Boden, in welchem er 
lebt, verwachsen, dass Arabien als ihr Heimatland angesehen werden 
muss. Von hier hat sich dieses für die alte Culturgeschichte so wich- 
tige Bedürfniss auf die benachbarten Völker verbreitet, und auch sie 
lernten Rauchwerke nicht nur als den verfeinertsten Luxus, sondern 
als etwas Heiliges, Reinigendes ansehen. Die Artikel des alten Welt- 
handels waren in erster Linie Rauchwerke und Spezereien *) , in 
zweiter Linie Kostbarkeiten und andere Luxusartikel, wie Edel- 
steine, Perlen, Elfenbein u. dgl. m. Auch von diesen sind viele 
arabischen Ursprunges. Namentlich sind es die Araber, welche 
den grössten Theil des im Alterthum vorhandenen Goldes unter die 
Menschen geschleudert haben (§§ 53 ff.). Ich habe sie sogar im 
Verdacht, dass sie es sind, welche dieses unselige Metall zuerst feil 
geboten und die sacra auri fames angereizt haben. Den ersten Rang 
unter den Rauch werken nahm lange Zeit der Weihrauch ein, und wir 
kommen daher zum Schluss : Die Weihrauchregion ist das Herz des 
alten Welthandels und es hat schon in vorhistorischer Zeit zu pulsiren 
angefangen. Daran schliesst sich der Folgesatz : Die Araber, näher be- 
stimmt die Bewohner der Weihrauchregion, sind die Gründer des Welt- 
handels, wie er im Alterthume bestand. Die Forschungen im Gebiete 
der Handelsgeschichte werden sehr vereinfacht, wenn man sein Augen- 
merk vorzüglich auf die Wege, durch welche der Weihrauch, der 
vorzüglichste Artikel, exportirt wurde, richtet. Ueberseeische Pro- 
ducte, wie das schon in den Hieroglyphen erwähnte Elfenbein, sind 
für uns insoferne wichtig, als sie beweisen, dass die Bewohner der 
Weihrauchregion schon vor vierthalb tausend Jahren sich nicht auf 
den Export einheimischer Artikel beschränkten, sondern auch See- 
handel trieben und aus entferntem Ländern Handelswaaren holten. 
Aber so fest war das Monopol dieser Thätigkeit, dass man in 



') Die meisten Spezereien behaupten eine Stelle unter den Heilmitteln. 
Auch andern Heilmitteln haben die arabischen Kaufleute ihre Aufmerksamkeit 
geschenkt und das einzige uns bekannte „wissenschaftliche" Ergebniss der Ex- 
pedition des Aelius Gallus bestand darin, dass er für Augustus das Recept einer 
neuen Sorte von Theriak mitbrachte. 



300 

Alexandrien, vielleicht auch in Jerusalem, noch 200 Jahre v. Chr. 
die Gasia, eines der überseeischen Producte, für ein Erzeugniss von 
Qodha itis hielt *). 

431. Die Lage der Weihrauchküste ist auch für den Seehandel 
überaus günstig; nachdem er durch den Verkehr mit den Inseln an- 
gefacht worden war, musste man bald entdecken, dass die Küste 
Indien's einerseits und die Küste Africa's andererseits mit Leichtig- 
keit erreicht werden könne. Nicht Nachrichten aus dem hohen 
Alterthume, sondern die geographische Lage und historische Paral- 
lelen brachten daher schon den Ibn Mogäwir zum Schluss: Zuerst 
blühte Raysüt (an der Weihrauchküste, § 129); als es unterging, 
kam Qohär (in 'Oman) in Aufschwung; nach dem Verfalle von 
Qohär wurden Abyan und Hormoz grosse Stapelplätze, und nach 
deren Fall wurde 'Adan erbaut. Auch ich bin der Ueberzeugung, 
dass die Ma'ken in 'Oman anfangs bloss die Vermittler des Weih- 
rauchtransportes nach Persien und Babylonien waren und erst später 
durch ihren Verkehr mit Indien den Kaufleuten in der Weihrauch- 
region Concurrenz machten. Abyan, ursprünglich ein Stapelplatz der 
aus der Weihrauchregion gekommenen Banü Magyd, fiel erst zu Anfang 
unserer Zeitrechnung unter die Herrschaft der Himyaren, welche dann 
'Adan für Ausländer öffneten und somit den arabischen Handel für 
immer vernichteten. Zu gleicher Zeit oder schon etwas früher machte der 
persische Seehafen Hormoz den Ma ken empfindliche Concurrenz. Es 



') Eine Folge davon, dass die arabische Cultur dem Handel ihren Ursprung 
verdankt, ist, dass, wo der Bauer frei ist, wie es schon vor dem Islam in 
Madyna der Fall war, der Boden persönliche? Eigenthum ist, während bei ari- 
schen Völkern, so lange sie auf derselben Culturstufe stehen, der Boden der 
Gemeinde gehört und Allmend ist. Anders verhält es» sich allerdings in Orten 
(wie z. B. jetzt noch im Sarw), wo Qabäyil das Grundeigenthum beanspruchen; 
da gehört es dem ganzen herrschenden Stamm. Doch ist dieses Eigentums- 
recht eigentlich ein Souveränitätsrecht, denn solche Qabäyil sind die Beherrscher 
des Landes Auch in Oberindien, wo doch die Gemeinschaftlichkeit des Grund- 
eigentums noch besteht, ist in der Theorie die Regierung Eigenthümerin alles 
Grundes und Bodens. Durch Erbtheilung ergibt sich allerdings unter den Arabern 
oft eine eigenthümliche Association des Grundbesitzes, so kenne ich z. B. einen 
Obstbaum bei Beyrüt, an dem fünf Personen je einen oder mehrere Antheile 
haben ; doch hat diese Gemeinschaft Nichts mit dem Allmendsystem zu thun. 
Vielleicht war jedoch dieses System in Arabien nicht ganz unbekannt und 
existirte, wie wir aus einer Aeusserung Hamdäny's schliessen können, in 
Dathyna. 



301 

ist im Einklang mit dem, was wir von der Verbreitung der Mahra 
und Qodha a wissen, dass in der ältesten Periode, welche wir nach 
den Hieroglyphen die Punische heissen, der Verkehr zwischen der 
Weihrauchregion und Aegypten zu Wasser bewerkstelligt wurde. Es 
ist dieses eine grosse Forderung an die Gultur jener Zeit; aber die 
Voraussetzung, es sei den Kaufherren schon damals gelungen, durch 
die wilden Horden Mittelarabiens für Karawanen einen Weg zu 
bahnen, ist eine noch viel grössere. Das nächste Resultat der sich 
ausdehnenden Handelscultur ist die Gründung des Sabaserreiches. 
Acht, höchstens zehn Märsche westlich von der Weihrauchregion 
fängt das fruchtbare Hadhramaut, das von jeher von arbeitsamen 
friedlichen Menschen bewohnt war, an. Dahin Karawanen zu schicken, 
war keine grosse Aufgabe. Es liegt aber in der Beschaffenheit des 
Bodens, dass Hadhramaut nicht nur von Bauern und Städtern, son- 
dern auch von Qabäyil bewohnt wird, und so weit arabische Be- 
richte zurückgehen, haben letztere das Land beherrscht. Diese aber 
sind eine unternehmende Menschenrace. Sie gründeten von Schabwat 
aus das Sabseerreich (§§ 249, 378), und infolge eines Wechsel- 
verhältnisses, welches sich in neuester Zeit wieder Geltung verschafft 
hat (§ 440), eroberten sie eventuell das Binnenland der Weihrauch- 
region. Aber schon vor der Eroberung wurde der Schwerpunkt des 
Handels und der südarabischen Gultur völlig verrückt, und die Aus- 
dehnung des Sabseerreiches nach der Küste des Rothen Meeres hin 
lässt vermuthen, dass geraume Zeit der Nagdy-Weihrauch (an 
der Küste der Weihrauchregion waren die Sabaeer schwerlich 
mächtig genug, um den Export des Sachalitischen Weihrauchs zu 
Wasser zu verhindern) zu Land bis nach Gazän oder einen der 
benachbarten Häfen transportirt und von dort von den Farasän zu 
Wasser nach Qocayr in Aegypten gebracht wurde. 

Auf die Punische Periode folgte also die rein Sabseische. Es 
trat aber eine Reaction ein, bewirkt durch eine Gombination der 
Qodha a und Minaeer. Die Qodha a drängten sich zwischen Schabwat 
und Märib ein, gründeten Tamna und ein mächtiges Reich. Dass 
hier die Küstenbewohner der Weihrauchregion mithalfen, geht daraus 
hervor, dass der Seehafen Okelis und die arabische Golonie in Africa 
sammt dem Gasiamonopol zu diesem Reiche gehörten, welche doch 
ursprünglich das Eigenthum nicht eines Binnen Volkes , wie die 
Hadhramautiten und Sabaeer, sondern der Seefahrer, welche schon 
vor vierthalb tausend Jahren Elfenbein nach Aegypten brachten, ge- 



302 

wesen ist. Vereint mit den Minaeern, welche ja in Qabr HM und 
auch in Centralarabien zu Hause waren, öffneten die Qodha a die 
oft erwähnte Weihrauchstrasse und benützten selbe einige Zeit mit 
Ausschluss der Sabseer und mit Umgehung Märibs (§ 246). Dess- 
wegen sagt Plinius von den Minaeern: Hi primi commercium thuris 
fecere, und spricht auch vom trames angustus. Selbst nachdem sich 
die Alliirten mit den Sabseern ausgesöhnt hatten — wozu sie ge- 
nöthiget waren, weil sie Hadhramaut nicht umgehen, noch sich lange 
Zeit den Durchgang gewaltsam erzwingen konnten — behielten sich 
die Qodha a in Tamna noch immer das Transportmonopol vor, Welches 
ihre Nachfolger, die Gebaniten, von ihnen ererbten. 

432. In dem Berichte Juba's (§ 354) erscheint der Ueberland- 
transport in vollster Blüthe *). Zur Zeit des Periplus hatte sich alles 
geändert. Der Weihrauch wurde theils über Land, theils zu Wasser 
nach Kane geschafft und nicht länger nach Schabwat. Von Kane 
aber und auch von Moscha portus wurde er von ägyptischen See- 
leuten weiter transportirt. Arabiens Seehandel mit Indien und Zan- 
zibar dauerte noch fort (Peripl. § 27), war aber sehr gesunken, und 
die Aegypter versorgten nicht nur das ganze römische Reich mit 
den aus diesen Ländern stammenden Waaren, sondern machten den 
Landeskindern selbst in arabischen Märkten Goncurrenz (§ 110). 
Unter dem Einflüsse Rom's wurde somit der arabische Welthandel 
für immer gebrochen , ' und es begann eine neue Geschichtsperiode 
für Arabien. Die früher in dem Ueberlandtransport betheiligten 
Stämme wurden verdienstlos , und viele von ihnen , wie z. B. die 
Tayy (§ 417), verliessen die väterliche Scholle, um sich gewaltsam 
ein Terrain neuer Thätigkeit zu erringen. Das natürliche Reiseziel 
war der Nordrand Arabiens, und viele von den in § 420 erwähnten 
Qodha itischen Niederlassungen daselbst fallen in diese Zeit. Diese 
Eindringlinge verdankten ihrer frühern Beschäftigung einen höhern 



') Dieser Bericht beschränkt sich auf den Verkehr auf der westlichen 
Weihrauchstrasse. Dass der für die östlichen Märkte bestimmte Weihrauch 
nicht erst nach Schabwat und dann wieder zurücktransportirt worden sei, ver- 
steht sich von selbst. Der natürliche Weg dafür war zu Wasser nach der 
Insel Tylos und von dort weiter nach Teredon, dann zu Land nach Babylon, 
Medien u. s. w. Weil die Kaufleute auf dieser Strasse weniger Plackereien 
ausgesetzt sind, als auf der westlichen, konnten sie (die Gerrseer) bis- 
weilen trotz des Umweges auf den Syrischen Märkten mit den Sabseern 
conourriren. 



303 



Grad der Gultur, und mehr Disciplin als die Stämme, welche sie 
da trafen, und desswegen unterlagen letztere im Kampfe um's Da- 
sein. Die Periode, welche folgte und bis zur Verbreitung des Islam 
dauerte, kann die des Gondottierenthums genannt werden, denn die 
am Rande der Wüste ansässigen Stämme wurden allmälig zu Saraken, 
Bundesgenossen, und fochten sowohl unter römischer, als unter 
parthischer ] ) Fahne. Die Söhne der „Kaufleute und Krämer", welche 
Aelius Gallus schlecht bewaffnet und unkriegerisch gefunden hatte, 
zeichneten sich bald dermaassen in ihrer neuen Laufbahn aus, dass 
sie Pescennius Niger, der strengste Soldat seiner Zeit, der römischen 
Armee als Muster der Massigkeit und Soldatentugenden vorhielt. 
Auch die freien Stämme im Innern des Landes , namentlich die 
Kinda, Tayy. und Himyar, pflegten kriegerische Tugenden und ritter- 
lichen Sinn, und desswegen ist diese Periode, die älteste, von welcher 
die arabischen Geschichtschreiber einige Kenntniss haben, für sie, 
was für die Griechen das Heroenzeitalter war. Der Islam vereinigte 
die Araber zu welterschütternder Thätigkeit. Die grossen Erobe- 
rungen, welche sie machten, sind ihrem militärischen Geiste zuzu- 
schreiben , aber die Gonsolidation des grossen Reiches wurde durch 
das Finanztalent des Sohnes des letzten grossen Kaufmanns des 
arabischen Heidenthumes bewerkstelliget. Der überaus weltliche 
Mo'äwiya, der Louis Philippe unter den Ghalyfen, hat seine fana- 
tischen Gegner durch Geld, Intrigue und Administrationstalent zu 
Paaren getrieben. Mit dem Ende der Dynastie der Omayyiden in Da- 
mascus hörte, einzelne erfolglose Bewegungen, wie die der Qarmaten, 
ausgenommen, der Einfluss Arabiens auf die Geschicke der musli- 
mischen Geschichte auf, und gegenwärtig gibt es wenige Länder der 
Erde, deren Aussicht, ungeachtet der bedeutenden Befähigung seiner 
Bewohner, je wieder eine selbsständige unabhängige Rolle zu spielen, 
trostloser wäre, als Arabien. Alles, was die Araber in den letzten 
Jahrhunderten geleistet haben, besteht darin, den Türken durch ihre 
unausgesetzten Raubanfälle zu helfen , die schönsten fruchtbarsten 
Grenzländer, namentlich die Ebenen Mesopotamiens und Syriens, zu 
veröden. 

433. 'Tizb Ss tou; Teppatou; A^ouf/.aionm , et/ra Scocpavtrat >cal 



l ) Rizq, das arabische "Wort für Sold, ist nicht, wie wir erwarten sollten, 
lateinischen oder griechischen, sondern persischen Ursprunges: es kommt von 
röza, welches früher rözak gesprochen wurde. 



304 

KifrißaviTai, x.al f/i^P 1 T *^ K.Xt[/.ooco? 'ApocßaviTai* U7ub &£ toutoix; 7uavTa£ 
XaTpa[ACövtTat axo tyi; KXi[/.axo^ [^XP 1 ™ v ^a^a^iTcov (W. N. ; Ea- 
ßaiwv A. B. VDEFOx. Latt.)' axo Se (/.e<n][/.ßpias tyi? JOa^axo; Maco- 
vtTaf eitoc Eaptrai, jcal 7rapa tou; 'OfATipira? Ea7r<papiTai y.ai f Pa#7)voi, 
uxsp ou; ol MacpopiTai, wv Trpo; avaxoXa; 7:apa |/iv tou; XaTpa(jLcoviTa? 
in £kto; S^upvocpopo;- 7uapa &£ tov Suaypov f/i^pi &aXa<7<nr); 'Aa/axai. 

434. 'AXoujy.aiojTai (W. ; 'AXoufxswTai A. B. G. ; A^ouaaicoTai Vvulgo) 
sind mit dem Dedanitischen Volke Leummim verglichen worden. 
Blau findet sie in den Aulüm oder Ulüm b. Qadif wieder, hat aber 
vergessen zu zeigen, dass die Qadif, welche wir nur in Hadhramaut 
kennen, Verzweigungen in Bahrayn hatten. Die Wohnsitze der Alu- 
maeoten scheinen am See in der nördlichen Oase gelegen zu haben. 
Wenn wir die Silbe az in den Namen einschalten dürfen , so er- 
halten wir al-Lahäzim. Nach den Genealogen (vgl. Ibn Qotayba, 
S. 48) bestehen die al-Lahäzim aus den Nachkommen des Taym 
Allah, welcher von Bakr-Wäyil abstammt, und zu ihren Wohnsitzen 
gehörte die Gegend von Nibäg und Thaytal. Nach Tabary S. 198 
unterstützten sie die Muslime in der Unterdrückung des Aufstandes 
in Bahrayn. Oertlich lassen sich also die Alumseoten mit al-Lahäzim 
in Verbindung bringen; aber ich muss gestehen, dass sie lautlich 
himmelweit verschieden sind und daher der Vergleich höchst unbe- 
friedigend ist. Die Alumseoten mögen ein erloschenes Geschlecht sein. 

435. EüxpocviTai (W. A. B. G. N. ; SaxpavTiai VM.) sind die Be- 
wohner von al-Qafä (vgl. § 178). 

43G. KiO-ißaviTai (W. ; Bi&ißaviTat Vvulgo; Ku&TjßaviTai A. B. 
G. N. VADMF Ox. ; KuBnßaveiTai VC. ; Cythebanitse VLatt.) sind eine 
Abtheilung der Kinda, welche sich in der Burg Moschaqqar festgesetzt 
hatte (vgl. § 179). 

437. Apaßavixai (W. A. B.; Arabante V. Latt.; TaßaviTai N. 
Vvulgo; MacoviTai G. ; es fehlen aber die darauf folgenden Angaben 
in G. bis Sapirai incl. , so dass es klar ist , der Abschreiber sei in 
die falsche Zeile gerathen). In der Karte zum Serailcodex sind die 
Arabaniten links von Amara verzeichnet; dehnen wir sie von hier 
gegen den Klimax hin aus, so fällt Sylaion (im Gauf) in ihr Ge- 
biet. Dieses scheint auch die Position zu sein, welche ihnen Ptole- 
maBiis in seiner Karte angewiesen hat. Sie entspricht der der Arhab. 
Im Iklyl S. 50 wird der Gauf, oder wenigstens ein Theil davon, der 
Gauf der Arhab genannt: „Baräqisch und Mayn liegen einander 
gegenüber im untersten Theil des Gauf der Arhab. Ma yn liegt 



306 



nämlich zwischen der Stadt Lo und Darb Schoräfa , dem Auf- 
enthaltsorte der AI (Familie) Yünos b. Sa yd b. Muräd , und ist bis 
auf die Grundvesten zerstört. Baräqisch steht noch, liegt am Fusse 
des Berges Haylän und gehört den Morhiba. In alter Zeit wohnten 
die 'Odzar b. Sad darin; zogen sich aber später nach Schi'b al- 
maghrib und Matira zurück, und die al-Aubän, aus den Balhärith 
und Murädstämmen, nahmen Besitz von Baräqisch." Man sehe Ha- 
levy's Karte, auf welcher Ma'yn verzeichnet ist, hüte sich aber, mit 
ihm in Ma yn den Sitz der Minseer zu finden, denn die Lautähnlich- 
keit hinkt und die geographische Grundlage fehlt. 

Aus Hamdäny's Geographie geht hervor, dass die Arhab, welche 
nach den muslimischen Gruppirungen der Stämme zu den Bekyl, 
einem Zweige der Hamdän gehörten, zu seiner Zeit in mehrere Unter- 
abtheilungen (wie Sofyän b. Arhab, Mochallad b. 'Alyän b. Arhab, 
Dzaybän b. ' Alyän b. Arhab — in Niebuhr's Karte Deibun — 'Abd 
b. 'Alyän b. Arhab) zerfielen, und dass sie Hazma, die zwei west- 
lichen Buchten des Gauf , al- f Aql und Mahcim , die Gegend von 
Chaywän und das Land von dort gegen Norden bis Ghaulän hinein 
besassen , und also vom Gauf sich gegen die im Westen gelegene 
Hochebene ausdehnten. Halevy fand die Arhab bei Schira\ Von den 
Arhab im Städtchen Sofyän, nördlich von Chaywän, sagt Hd. 236: 
die Stadt der Sofyän b. Arhab spricht gut arabisch, ausgenommen 
dass man Ausdrücke gebraucht, wie am-ragol, qayyid ba yräk (sie), 
und räytu achwäk. In der Verwechslung des m für 1 in al-ragol 
und (in der Dehnung der Termination) in al-ba'yr (sie! für ba'yrak?) 
stimmen die al-Asch' ar , r Akk und einige Hakam in Tihäma mit 
ihnen überein. Die 'Odzar-Matira, Nihm, Morhiba, Dzaybän und die 
Bewohner von al-Rahaba aus dem Stamme Balhärith sprechen gut 
arabisch. 

438. XaTpocpLwvtTat (W. A. B. N.; Xocxp antrat Vvulgo; Xa^pajxw- 
Tirai Markian bei Steph.). Abgesehen von der Beibehaltung oder Weg- 
lassung des Gutturals, und der Wiedergabe des Dhäd bald durch 
t bald durch d, scheint bei den Alten dieser Volksname bald vom 
arabischen Hadhramaut, bald von Hadhramy entnommen worden zu 
sein ; so entstand Ghatromititse, Chatramotitis neben Atramitse. Ueber 
die Lage von Hadhramaut herrscht keine Verschiedenheit der An- 
sichten , wohl aber über dessen Ausdehnung. Alle arabischen Be- 
richte bis auf den heutigen Tag stimmen darin überein, dass die Ge- 

20 



306 

gend von Tarym (§ 256), Schibäm und 'Andal zu Hadhramaut ge- 
höre; anders verhält es sich in Bezug auf die westlichen Districte, 
wie z. B. Schabwa und c Abr; so sagt Hd. 156 und Iklyl 44 — 45: 
Schab wa liegt zwischen Bayhän und Hadhramaut. In neuester Zeit 
sagt Halevy :. „Schibwa, ville voisine de Hadramaut". Aber derselbe 
Hd. 151 sagt: Die Wädies des Landes der Madzhig dachen gen 
Hadhramaut hin ab, bis sie Dahr, den Anfang Hadhramaut's , von 
dieser (westlichen) Seite, dann das W. Rachyya (welches ungefähr bei 
Schabwa anfängt) erreichen. Wenn man Hadhramaut in diesem weiten 
Sinne nimmt, so bezeichnet man die Gegend bei Schibäm als Unter- 
Hadhramaut. Im Alterthume war zwar Schabwa nicht nur ein Theil 
von Hadhramaut, sondern dessen Metropole. Dennoch mag schon 
damals zwischen Hadhramaut im engern, ethnographischen, und im 
weitern politischen Sinne unterschieden worden sein. Unter-Hadhra- 
maut erscheint nämlich als das Stammland der Hadhramautiten, 
welche von hier ihre Macht nach Westen über Schabwa hinaus aus- 
dehnten , bis sie von da wieder zurückgetrieben wurden. Dieser 
Rückschlag war die Folge der Himyarischen Eroberungen , und 
Schabwa wurde daher wenigstens dem Namen nach eine Himyarische 
Stadt. Hd. 174, Ym. IV, 434 : Die Bewohner des Michläf Schabwa 
sind die Aschbä , ferner die Abizün ; ferner einige (Jodä und Rahä. 
Ueber die Aschbä siehe § 378. Wenn sie auch keine Himy- 
ariten waren, so hatten sie sich doch denselben angeschlossen und 
galten als solche. Die Abizün sind ein edler Stamm, der sich vom 
Könige Dzü 'Othkolän, einem angeblichen Nachkommen des Jüngern 
Himyar b. Sabä, entsprossen wähnte, und auch Ansiedelungen in 
Yaschbum und Marcha hatte. Die Hauptsitze der Qodä waren bei 
Marga, und die der Rahä in und südlich von Radmän; beide ge- 
hörten zu den Madzhigstämmeh. Hd. 156, Ym. III, 257: Schabwa 
gehört den Himyar; ihnen (den Bewohnern Schabwa's) gehört auch 
einer der zwei Salzberge; der andere gehört den Bewohnern Märibs. 
Hamdäny fährt dann fort und berichtet über den Wechsel der Ein- 
wohnerschaft Schabwa's : Nachdem die Madzhig und Himyar einander 
durch Kriege erschöpft hatten, verliessen die Bewohner Schabwa's 
Schabwa und siedelten sich in Hadhramaut (d. h. in der Hauptstadt 
von Unter-Hadhramaut) an, welches nach ihnen Schibäm genannt 
wird. Ursprünglich lautete nämlich dieser Name $U£i (Schibäh oder 
Schabah?); man veränderte aber den Schlussconsonant zu m. Von 
Schibäm sagt Hd. 154: Es ist die grosse Hauptstadt. Sie wurde 



307 

von dem Stamme Hadhramaut bewohnt. Es sind daselbst 30 Mo- 
scheen, die Hälfte der Stadt liegt aber in Ruinen , und ist von den 
Kinda zerstört worden ; dieses ist der Anfang des Gebietes der 
Himyar. Der feste Ort Hidzya, wovon das Patronymicum Hadzawy 
lautet. Al-Nogayr, ein fester Ort, welcher den Kinda gehörte, jetzt 
aber zerstört ist. Darnach wurde die im Apostatenkrieg gefochtene 
Schlacht der Tag von al-Nogayr geheissen (vgl. Tabary S. 238). 
Die Bewohner Schibäm's sind die Banü P'ahd, ein Zweig der Himyar. 
Zur Zeit Hamdäny's scheint der Stamm Hadhramaut fast ganz ver- 
schwunden gewesen zu sein. Sie waren, wie es scheint, in die grossen 
Städte Unter-Hadhramaut's zurückgedrängt, wo die, welche nicht ihrer 
Nationalität entsagt und sich den Qadif angeschlossen hatten, zu Unter- 
thanen der Kinda oder Himyar, je nach Umständen, wurden. Von 
den unterworfenen Stämmen zu berichten, hält Hamdäny selten der 
Mühe werth, und desswegen linden wir nur wenig über die Hadh- 
ramaut in seiner Geographie. 

439. Aelius Gailus sagt bei Plin. VI, 28, § 161: Gerbanos et 
Agraeos armis praestare, maxime Ghatramotitas. In andern alten 
Quellen erscheinen die Hadhramaut als Gulturvolk, hier als Krieger. 
Wir müssen also schliessen, dass Hadhramaut eine Ausnahme von 
der allgemeinen Regel, die zu Anfang des Islam auch in Hadhramaut 
Geltung hatte, machten, und dass die Städtebewohner nicht Unter- 
thanen waren, sondern demselben Stamme angehörten, wie die 
Qabäyil, welche eigentlich Söhne der Steppen sind. Unter den von 
Eratosthenes erwähnten vier Reichen dürfte demnach Hadhramaut 
am wenigsten den Charakter einer Conföderation und am meisten den 
eines einheitlichen Staates gehabt haben. Die Agraeer und Cerbaner 
erwarben sich bald nach Aelius Gailus durch ihr Waffenglück die 
Unabhängigkeit, und Zweige von ihnen zeichneten sich auch in den 
muslimischen Kämpfen durch ihre kriegerischen Tugenden aus. Doch 
wer sind diese zwei Stämme ? Plin. VI, 28, § 154 zählt eine Anzahl 
Völker auf, aber, wie die Orthographie Chatramotitae anzeigt, nicht 
nach Juba, denn dieser schreibt Atramitae ; nämlich die Toani, Ascitae, 
Chatramotitae , Tomabei , Antidalei , Lexiani , Agraei , Gerbani , Sabaei 
Arabum propter thura clarissimi. Wenn die Gruppirung einigermaassen 
geographisch ist, so sind die Toani die Bewoher von W. Dau an 
(sprich Do'an) vgl. § 255; über die Ascitae vgl. § 449; Antidalei 
sind die Bewohner von 'Andal in Hadhramaut. Der Gesellschaft 
wegen, in welcher sich die Agraei und Gerbani hier befinden, müssen 



308 



wir sie auch in der Nähe Hadhramaut's suchen. Wir erkennen also 
in ihnen die Bewohner des Biläd Hagr, welches Maltzan unmittelbar 
landeinwärts von Hicn Ghoräb (Kane) versetzt ; vgl. damit die Karten 
zu Miles und Wrede. Der volle Name des Landes ist nach Ham- 
däny 169 Hagr-Bany-Wahb. Unmittelbar nach dessen Erwähnung 
spricht er von W. Gardän und W. Yaschbum. Daraus und noch 
deutlicher aus Hd. 171 geht hervor, dass man sich Hagr bis an das 
Gebiet von Ahwar (Maltzan : Hauwar) nach Westen ausgedehnt dachte. 
Die Agraeer besassen also das von Ptolemaeus durch das Epithet 
Metropolis ausgezeichnete Maipha. Oestlich und nördlich von Hagr 
ist ein grosses Wädiy, welches bis auf den heutigen Tag W. Qirbe 
(vgl. § 105) heisst; da wohnten die Gerbani. 

440. Freiherr von Maltzan schrieb an mich, den 29. Oct. 1871 : 
„Diese Dynastie (die Kethyry) herrschten vor kurzem noch in ganz 
Hadhramaut. Zu welchen Irrthümern oft die Manie der Araber, ein 
Volk nach der Dynastie zu nennen, führen kann, beweist Garter's 
Artikel im Journal of the Bombay Branch. Dort steht : the Ketheeree 
are the principal tribe in Dofar. Diess ist dadurch zu erklären, dass 
Tsofär im Qaräwi-Land (d. h. an der Weihrauchküste) vor langer 
Zeit von den Fürsten von Hadhramaut erobert wurde, und auch, 
so viel ich weiss, noch jetzt den Kethyry gehört, obgleich sie Unter- 
Hadhramaut verloren haben. Aber niemals haben die Bewohner von 
Tsofär Kethyry geheissen, obgleich der Sprachgebrauch es mit sich 
bringt, dass sie das Volk des Kethyry genannt werden. Kethyry 
ist überhaupt gar kein Stamm, sondern nur die Dynastie." Die Be- 
sitzer des wünschenswerthesten Landstriches bei der Weihrauchregion 
sind also aus Unter-Hadhramaut gekommen. Gerade so verhielt es 
sich zur Zeit Juba's: die Atramitae besassen die acht Tage von ihrer 
Ostgrenze entfernte Weihrauchregion (Plin. XII, 14, § 52). Dass 
dieses Verhältniss zur Zeit des Periplus, als der Handel eine ganz 
andere Richtung eingeschlagen hatte (§ 431), noch bestand, ist nicht 
sicher, aber wahrscheinlich. Im Periplus § 27 wird nämlich gesagt: 
ober Kane im Binnenlande liegt die Metropole Sabbatha, welche auch 
die Residenz des Königs ist. Ferner lesen wir daselbst: Kocvy), 
ßactXsia; 'E>sa£ou, x°>P a ? )vtßavo:rro<p6pou, Kane (eine Provincialstadt) 
des Königreiches des Eleazus, der Weihrauchregion, ist ein See- 
hafen u. s. w. Plin. VI, 23, § 104 gibt dieselbe Beobachtung 
wieder: Gane thuriferae regionis. Das ist ein Fehler; denn Kane 
ist weit von der Weihrauchregion entfernt, was auch aus den Worten 



309 

des Periplus: man bringt dahin den Weihrauch zu Wasser und zu 
Land, hervorgeht. Der Beobachter wollte also wohl nur sagen, Kane 
gehört demselben Könige wie die Weihrauchregion, und dieser resi- 
dirt in Sabbatha. Wenn dieses der Fall ist, so hatte sich der Besitz- 
stand seit Juba's Zeit nicht geändert. Anders verhielt es sich zur 
Zeit des Ptolemseus ; da erscheint zwischen Sabbatha und Kane die 
Metropole Maipha, welche auch dem Amm. Marc, als eine der wich- 
tigsten Städte Arabiens bekannt war; nur hat sich bei ihm ein 
Schreibfehler, nämlich Mephra (vgl. § 383), eingeschlichen. Die Lage 
der neuen Metropole zu Kane nöthigt uns zur Annahme, dass dieser 
Seehafen, und wohl auch der Weihrauchhandel, nicht mehr unter 
dem in Sabbatha residirenden König der Hadhramaut, sondern unter 
dem Könige der Agrseer (Hagr-Bany-Wahb) stand 1 ). Diese Umwälzung, 
welche den Verfall Hadhramaut's zur Folge hatte, ist dem Vordringen 
der Himyar zuzuschreiben. In dem soeben genannten Yaschbum, 
also weit vom Mutterlande der Himyar, finden wir denselben zu den 
Himyar gezählten Stamm Abizün, den wir schon haben kennen lernen ; 
er gehörte also zur Himyarischen Avantgarde gegen Hadhramaut und 
hat sich in der eroberten Metropole und in Yaschbum niedergelassen. 
Die in Unter-Hadhramaut ansässigen Himyarstämme sind wohl erst 
nach Ptolemseus, als die Himy arische Universalmonarchie über Süd- 
arabien hergestellt war, dahin eingewandert. Es wäre interessant, 
die frühern Sitze des edeln Himyarstammes Abizün zu ermitteln. 
In Schabwa lebten auch Nacha und Qodä. Ueber das Mutterland 
dieser zwei Stämme herrscht kein Zweifel, sie sind Madzhigiten und 
unmittelbar nördlich vom Kaur im Sarw Madzhig zu Hause. Es 
scheint mir, dass die Himyar und Madzhig, ihre Feindschaft ver- 
gessend, gemeinsam gen Schabwa zogen ; und dass auch das Mutter- 
land der Abizün, welche eigentlich nicht ein Himy arischer, sondern 
ein Himyaritisirter Stamm sind, der Sarw war. Sie sind wohl die 
Abaseni, von welchen Uranius bei Stephanus sagt, dass sie und die 
Chatramotae hinter den Sabaeern lebten; und dass im Lande der 
Abasener Myrrha, andere Räucherwerke und eine rothe Färbepflanze 
(Warst) wachsen. 

441. MowoviTou (W. A. B. N. ; MacuviTat, VC; MotGGoviToct 



*) Lange hat die Herrlichkeit der Agrseer schwerlich gedauert, und ich 
möchte daher die in ihrem Gebiete gefundenen Inschriften, so lange eine bessere 
Zeitbestimmung fehlt, in das erste oder zweite Jahrhundert n. Chr. versetzen. 



310 

VADS. Intpr. Ed. 4) sind vielleicht von den Basini (b für m, vgl. § 235) 
des Glaucus bei Stephanus nicht verschieden. Nach dem Qämüs 
sind die Mäzin ein südarabischer, zu den Azditen gehöriger, Stamm. 
Während der Wanderungen der Ghassän sind aber die Mäzin ganz 
in diesen aufgegangen und desswegen sagen die Genealogen, Mäzin 
habe den Beinamen Ghassän erhalten, d. h. Ghassän und Mäzin ist 
ein und dasselbe Volk. Doch nennt Ym. III, 801 eine Unterabthei- 
lung der Mäzin, welche 'Atyk hiess und sich nicht zu den Ghassän 
rechnete. Ob nach der Wanderung Mäziniten im Mutterland geblieben 
sind, wissen wir nicht. Wo sie vor der Ghassänitischen Auswande- 
rung ihre Sitze hatten , lernen wir aus Ptolemaeus : südlich vom 
Klimax, also in nicht sehr grosser Entfernung von dem Wasserplatz 
Ghassän. 

442. EapiToci (W. A. B.'N. ; TaaapiTai VM.). Der Lage nach 
zu urtheilen, sollten die Sariten dem Himyarstamme Schar ab, welcher 
nördlich von den al-Maäfir lebt (Nieb. Beled es cherab, Br. 13° 40'), 
entsprechen. Hd. 121 : An das Land der Ma äfir schliesst sich im 
Hochgebirge das Land des Himyarstammes Schar' ab (Plur. Schara ib). 
Dasselbe umfasst Dahhän (o. P. Dayhän?) und die Anfänge des Strom- 
gebietes des Nachla (welcher bei Hays vorüberfliesst). Hd. 176 : das 
Michläf al-Sahul b. Sawäda. Die Bewohner desselben sind AI Schar ab 
b. Sahl, Wohätza b. Sa d und Zweige des Stammes al-Kala , welche 
Himyariten sind. Von diesen nennen wir al-Sahül b. Sawäda, Gasr 
al-Gabäbir b. Sawäda, Gabä. wovon der Hauptort der Ma äfir seinen 
Namen hat, al-Qofa a b. 'Abd-Schams, Dzü-Manäh b. 'Abd Schams, 
Ba dän, Raymän , al-Solaf b. Zor a und al-Qorädif. Dieses Michläf 
umfasst den Berg Badän (Nieb. Baadän mons), den Berg Adim, 
Salba, Aryäb, welches der Aufenthaltsort des Dzü Fäyisch war, auf 
welchen der Dichter al-A'schä ein Lobgedicht schrieb. Ferner 
al-Thogga, Nachlän (o. P.), Batn al-Sahül, Far (Zweig des Flusses) 
Zabyd, Qyd, den neuen Süq (Markt) al-Himyary (var. al-Hamary, 
Nieb. Suk), woselbst die alte Stadt al-Moharrab (al-Mocharrab ?) ist. 
Ferner al-Zawähiy, Takor u. a. m. Den obersten (östlichen) Theil 
des Michläfs bildet Ba dän und den untern die Höhen bei Hays 
(Nieb. Häs). Oestlich davon sind die Berge der al-Rakab und nord- 
östlich davon Qotäb (die Schar ab bewohnen nicht das ganze Michläf). 

443. EocwpaptTai (N. W., gestützt aufVBF. Pal. 1; TaT^apiTat 
A. B. G. VACDFMOx.; Tappharitse Latt. ; Steph. Byz. S. 33 Tar- 
phareni und S. 191 Atarpheni, Ataphymi). Wir finden die meisten 



311 



Städte- und Ländernamen dieser Gegend auch als Völkernamen, 
wie Mytam, Gayschän, Goblän u. s. w. ; es ist mir aber nicht ge- 
lungen, in einer arabischen Quelle auch Tzafär in dieser Anwendung 
zu finden. Das hindert nicht, dass die Bewohner von Tzafär und 
Umgebung den Stamm der Tzafäriten bildeten, der schwerlich von 
den spätem Yahcib verschieden ist. 

444. TaStvai (A. G. N. VFMOx. ; Rhatinae S. Intpr.; 'Pa&iwat 
B. VD.; Taö-ivot Vvulgo; 'Patojvoi W. ; Tae-zivat VBE. Pal. 1 Bas.). 
Bei Hamdäny dehnen sich die Roda und ihre Nachbarn, die Thätier 
(Bewohner der Städte Roda und Thät), ziemlich weit nach Südosten 
aus, wo sie auch Viehzucht getrieben zu haben scheinen. Roda' ist 
also ursprünglich der Name eines Stammes, wie er bei den Genea- 
logen erscheint. 

445. Ma<popiTai (W. A. B. G. N. ; MacpcopiToa VFMOx.). Zu 
Anfang des Islam waren die Maäfir, welche als Zweig der Himyar 
angesehen werden, ohne Schaden für die Ehre des Stammes als 
Weber bekannt, und die Leiche des Propheten wurde in ein Ma äfi- 
ritisches Tuch eingewickelt. Ueberhaupt herrscht hier, wie Maltzan 
berichtet, nicht das wilde Qabäyilwesen , sondern einige Gultur und 
Gewerbfleiss. Auf den Karten kann man Ta izz und den Berg Qabir 
als den Mittelpunkt des Maäfirlandes ansehen. 

446. Hd. 121, Ym. III, 66: Den Anfang des Hochgebirges in 
Yaman macht das Land der Maäfir, weiterhin (weiter südlich) das 
Hayq der Banü Magyd, und noch weiter das 'Orr von f Adan, welches 
ein vom Meere umflossener Berg ist. Diese Zone umfasst das Michläf 
Dayhän, al-Gowwa, Gabä, Qabir, Dzachr, Yazdäd, Qohäry, al-Tzobäb 
(al-Dhobäb), al-'Oschaysch , Rayschän und Tabäsclua. Diese Orte 
werden von den Nachkommen des Ma äfir b. Ya'for, einigen Hamdän, 
einigen Sakäsik und einigen Banü Wäqid bewohnt, Das Wädiy 
al-Malch haben die Asch'ar inne, und zwischen diesem Wädiy und 
Tabäsctu a ist das Land des Ascn arstammes 'Oschüra. An das Land 
der Ma'äfir schliesst sich das Hochgebirg der Scharaib u. s. w. 

Hd. 174: Das Michläf der Maäfir. Al-Gowwa (bei Niebuhr's 
Dimlu, d. h. Dimlowa, und bei Maltzan's Eg-Qelu) gehört zu dem 
Gebiete der Maäfir. Häuptling und Sultan von Gowwa ist die 
Familie Dzü-lmoghallis Hamdäny, welche von 'Omayr dzü-Morrän, 
dem Hamdänischen Qayl, an welchen der Prophet geschrieben hat, 
abstammt. Gabä und Dependenzen sind die Küra (Provinz) der 
Maäfir und liegen im Zwischenräume (fagwa) zwischen dem Berg 



312 

Qabir und Berg Dzachr, und der Weg dahin führt durch das Wädiy 
al-Tzobäb. Dazu gehören auch die Thäler Dzachr und Tabäschf a, 
welche von den Sakäsik bewohnt werden, Res' an, -J.**»,, dessen 
Bewohner die Rakab (ein Zweig der al-Asch'ar) und die Banü Magyd, 
unter denen sich Banü Wäqid und Rakab enclavirt befinden, sind, und 
al-Taschawwura (?) Die Könige der Maäfir sind die al-Karandä 
(Ym. richtiger : die AI, Familie, al-Karandä) ; sie stammen von Walläda 
alabyadh b. Gemäl ab. Ihre Wohnsitze sind im Thalkessel von 
Gabä; das Trinkwasser für die ganze Bevölkerung liefert eine reich- 
liche Quelle, Onof geheissen, welche von Q&biv herabfliesst. Sie 
liefert sehr leichtes schmackhaftes Wasser, welches besonders für 
den Haarwuchs gedeihlich ist. Die Ebene von Gabä steigt in das 
Land der Banü Magyd hinab und erreicht viele Gauen, wie Haräza, 
wo man die Haräzischen Schüsseln und gestreifte Stoffe (niyäb al- 
tagäwuz, lies thiyäb altigwäz) verfertigt, Qohäry, c Ozära (var. 'Owära, 
Ym. I. 590 'Orära), al-Domayna 1 ) und Yazdäd. Die Bewohner 
dieser Orte sind Himyarstämme , näher bestimmt Kinder des al- 
Ma äfir b. Ya for. Die Bewohner des Berges Qabir sind die Himyar- 
stämme al-Rakab und Hawäschib und Saksak (Sakäsik). Ihr Häupt- 
ling ist 'Abd al-Gabbär b. Raby Hauschaby. Vor ihm führten die 
Rakab das Regiment. (Orte auf dem Qabir sind) Maknüna, wo ein 
Azdstamm ansässig ist, &h^ , und al-'Oschaysch. Der Qabir steht 
wie eine Scheidewand zwischen Gabä und al-Ganad und ist fast 
uneinnehmbar. Er gehört zu den abgeflachten Höckerbergen. Al- 
Ganad, Ghadzyr und alles Land bis Warezän, dann zurück bis 
Nachlän und gen Osten bis in die Gegend von Warräch, gen Westen 
bis zu den Grenzen der al-Rakab, und gen Süden bis zu den Grenzen 
der Acäbih, alles dieses ausgedehnte Land gehört den Sakäsik, 
welche 5000 waffenfähige Männer mustern. Sie sind tapfer, haben, 
sich nie den Qarmatiern unterworfen und haben sich überhaupt den 
Königen gegenüber widerspenstig und freiheitsliebend benommen und 
keinem nachgegeben. Ihre Kameele, die Saksakischen, welche besonders 
zum Lasttragen passen, und die Magydischen sind nach den Mahri- 
schen die edelsten Racen. Sie haben auch die Ghadzyrischen Rinder, 
welchen keine andere Rinderrace an Grösse gleichkömmt. 

447. Zur Zeit des Periplus herrschte Gholaibus, der dem Himy- 



') Dimena hat bei Maltzan 402 eine ganz andere Lage und ist wohl 
schieden. 



313 

arischen Kaiser untergeordnete Fürst der Ma'äfir, auch über die Küste, 
namentlich Müza (§ 297). Ibn Mogawir spricht von Müza' und sagt : 
dieses ist das Land des Mohalhil und des Kolayb, und hier wurde 
der Basüskrieg gefochten. Was mag den Ibn Mogawir bewogen 
haben, den Schauplatz dieser berühmten Sage aus der arabischen 
Heroenzeit, im Widerspruch mit aller Tradition, aus Gentralarabien 
hieher zu versetzen ? Vielleicht der Name des Kolayb , des Helden 
dieses Krieges. Der im Periplus erwähnte oder ein anderer Gholaibus 
— dieselben Namen kehren in Dynastien gerne wieder — mag sich 
ausgezeichnet haben und im Mund des Volkes erhalten worden sein. 

448. Die äussere Myrrharegion liegt östlich von den Sappha- 
ritse, Ratheni und Maphoritas, an der Seite von Hadhramaut, also 
zwischen Yaman im engern Sinne und Hadhramaut, folglich im 
Lande der Madzhig. Besucht wurde diese Gegend nur von Gapt. 
Miles und Munzinger (Journ. Geogr. Soc. London 1871), und auch 
ihre Reise beschränkte sich auf den südöstlichen Theil. Munzinger 
berichtet : in the metaphoric region we saw plenty of myrrh-trees. 
Frankincense, we heard, occurs in the Himyar hüls, but it is scarcely 
known by the Arabs. S. 27 des Sonderabdrucks spricht Miles von 
Dathyna und Umgebung und sagt: the country produces no coffee, 
but the hüls abound with myrrh-trees, the gum of which is gathered 
by Somalies. 

449. 'Agkitoli. Ihrer Gewohnheit gemäss leiten die Alten diesen 
Namen von einem griechischen Worte, nämlich acxo;, Schlauch, her, 
Dicuil VII, 10 gibt den Bericht Juba's Cygl. Solin und Plin. VI, 29, 
§ 176) wieder wie folgt: ex Arabicis insulis, quas Ascitae Arabes 
habent, dicunt esse insulam cui e re nata datum nomen: nam 
bubaleis utribus contabulatas crates superponunt vectatique hoc ratis 
genere praetereuntes infestant sagittis venenatis. Sie bedienten sich 
also eines Kelek, welches nach der Ausführung des Plinius aus 
bloss zwei Schläuchen bestand l ) Eine der betreffenden Inseln ist 
Häsiky (Carter schreibt Haski), die westlichste der sieben Zenobi- 
schen, und ihr gegenüber im Festlande liegt Ras Häsik, welches 
schon im Peripl. § 33 unter dem Namen Berg Asich vorkommt. 
Mit Häsik hängt der Name der Asciten zusammen. Hier erscheinen 



') Ptolemaeus sagt, dass die Anwohner der S'achalitiechen Bucht, auf 
Schläuchen, iizl acx.öjv, schiffend, Steckmuscheln sammeln. Er kennt sie also 
als friedliche Leute. 



314 

die Askiten als Insulaner. Dass sie auch auf dem Festlande ansässig 
waren, bezeugt ausser Ptolemaeus auch Solin, wenn Gatabani et 
Ascitae statt Scenitae zu lesen ist, § 399. So auch Plinius und 
Markian, welcher bei Stephanus sagt: an der (Sachalitischen) Bucht 
wohnt das gleichnamige Volk, die Aschaliten, ferner auch die Askiten, 
ein anderes Volk. Die jetzigen Bewohner der Küste von Häsik 
sind die Ganaba, welche sich gegen 'Oman hin ausbreiten und auch die 
Insel Macyra besitzen, gegen die Weihrauchregion hin dehnen sich die 
Kara (Qara? Carter schreibt ij>, spricht aber Gara) aus, welche auch 
mit andern Stämmen das Dorf Häsik theilen. Die Kara sprechen 
einen andern Dialect als die Mahra, aber er ist, wie wir aus Maltzan 
lernen, eng damit verwandt. Ich halte die Kara für die Asciten der 
Alten. Ptolemaeus hat diese Küste übergangen, und somit auch im 
Küstenberichte die Asciten. Er holt sie im Bericht über die Binnen- 
völker nach, da aber das Ras Fartak steil in das Meer abfällt, ist es 
eine sonderbare Ortsbestimmung : „sie wohnen am Syagros bis an's 
Meer". Doch ist zu beachten, dass Plin. VI, 28, § 154 nach einer 
andern Quelle als Juba (eine Abtheilung von) Ascitae zwischen den 
Toani und Ghatramotitae erwähnt (vgl. § 439). 



INDEX. 



'Abädil 87. 

Abähil 378. 

Abän 50, 371. 

Abära 295. 

Abaseni 440. 

'Abbäd 380. 

'Abbadän 184. 

'Abbäsier 295. 

'Abd, Ghatafän 329. 

'Abd, Zauf 407. 

'Abd Allah b. Ga'da 366, 372. 

'Abd Allah b. Kiläb 373. 

'Abd Allah b. Madzhig 106. 

'Abd Allah b. Salama 367. 

'Abd al-Qays 154, 158, 169, 171, 178, 

185, 197. 
'Abd al-Rahmän Dabba 98. 
'Abd b. 'Alyän 437. 
'Abd Rodhä 309. 
'Abd Schams 164. 
Abessinien 106, 384, 401. 
Abisama 96, 311. 
Abissa 131. 
Abizün 438, 440. 
'Ablä 370. 
Ablaq 218. 
Abnä-Sa'd 215. 
Abqarische Teppiche 148. 
'Abr 247, 310, 438. 
'Abra 69. 



Abrän 48, 54. 

Abräq -48. 

Abraq al-Thamadayn 219. 

'Abs 220, 339, 371. 

Abu 'Arama 268. 

Abü-'Arysch 45, 288. 

Abü-Bekr-Kiläb 53. 

Abucsei 197. 

Abu Dowäd 338. 

Abu Scha'r 9, 13. 

Abu Thabi 165. 

Abu Toräb 54. 

Abwä 38. 232. 

Abyan 87, 93, 303, 307, 410, 431. 

Abyär Hamza 225. 

'Abyl 404. 

Acabe mons 9. 

Acäbih 308, 446. 

A^ala 245. 

Acale 3, 14, 208, 261. 

Acalitse 329. 

'Acancar 370. 

Acbahier 87, 410. 

Accheni 390. 

Accipitrum vicus 280. 

Achana 149. 

Achchitae 390 f. 

Achdhar 213, 373. 

Achlät 148. 

Achoali 329. 



316 



Achomai 45. 

Achraba 372. 

Dzü-Achthäl 337. 

Achüwa 329. 

Acila 68, 71, 157, 382. s. Okelis. 

'Acima 32. 

Acme 44, 45, 289, 292. 

Actrida 291. 

'Agyda 100, 101. 

'Ad 400. 

'Adan 27, 80, 87, 92, 108, 113, 116, 303, 

304, 307, 431. 
Adanu 73, 74, 75, 76. 
'Adanwa, 52, 55. 
Adaru 196. 
Adedu 43, 44, 318. 
'Adhä 367. 
'Adhwa 276. 
'Adhäyid 177. 
Adim 442. 
'Aditen 130, 133, 207, 212, 226, 327, 

428. 
Adra 221. 
Adramytta 429. 
Adru 206. 
Adule 62, 85. 
Adustu8 mons 160. 
'Adyy 164. 

Adzina 309, 405, 408, 415. 
Adzri'ät 206, 221, 420, 421. 
Adzruh 206, 214, 328, 398. 
Aeas mona 9. 
Aelana siehe Ailana. 
Aelius Gallus 350. 
Aethiopien 386. 
Aethiopisches Meer 134. 
A'fär 408. 
Afläg 303. 
Afqyn 55. 
'Afr 281. 
Afyq 427. 
Agä 315, 342, 373. 
A'gab 421. 
Agabeni 421. 
Agalloche 332. 
Agathoclesinseln 116. 
Agathodaemon 2. 



Agathonis insula 35. 

Agda' 354. 

Agdamu 236. 

'Agla 276. 

'Aglänyya 310. 

Agmanisphe 93, 303, 307, 404. 

Agra 191, 196. 

Agra' 354. 

Agrad 28. 

Agra3i 92, 420, 421, 439 f. 

Ahäbysch 148, 425. 

Ahäbischa 365. 

Ahadhyr 93. 

Ahbäb. 64. 

Ahmad b. Mohammad 276. 

Ahqäf 130, 327. 

Ahsä 169, 174, 183, 184, 369. 

Ahsan 53. 

Ahwar 93, 96. 307, 439. 

Ahwäz 184. 

Ailana 261. 

Ailu 62, 63. 

Aina 275. 

Ahm 15. 

Akbäd 373. 

'Akkä 328, 390. 424. 427. 

'Akkiten 47, 61, 83, 379, 382, 390 f., 

419, 427, 437. 
A'lä 418. 
Alaea 382. 
'Aläf 55. 
A'lam 373. 
Alapeni 343. 
'Alät 265. 
Alata 223, 265. 
Albana 288. 
Albus portus 9, 10. 
Alexander M. 430. 
Alexandrien 2, 3. 
Alhän 43, 60, 84. 
Alilan 52. 
'Alqama 354. 
Alumseotse 434. 
Alvare 230. 
'Alyän 437. 
'AI Amaar 369. 
Amag 28. 



317 



'Amaleq 361, 423, 425. 

Aman 48, 382. 

Amara 241, 290, 405, 437. 

'Amaschyya 293. 

'Amäya 53, 370, 372. 

'Amd 250, 291. 

Amhär 370. 

cAmila 32, 424. 

'Amir-Qa'ca'a 348, 426. 

'Amir-Chaulän 49. 

'Amir-Kinda 87, 410. 

'Amir Mä-lsemä 341. 

'Amir-Muräd 409. 

Amithoscuta 157. 

'Amman, 29, 217, 220, 221, 427. 

Ammonii prom. 80, 91, 92, 410. 

Ammoniter 427. 

Amnamethus 382. 

Amnon 382. 

'Amorra 21. 

Ampelone 291. 

Amprse 348. 

'Amr Kabiy'a 268. 

'Amr b. Taym Allah 341. 

Amrü-1-Qays 190. 

'Amüd 48, 255, 291, 419. 

Amyr 412. 

Ancär 43, 333. 

'Andal 438, 439. 

Ange 124. 

Angustiae Sinus Pers. 140. 

Anis 43, 60, 84. 

An'om 383, 415, 418. 

'Ans 254, 380. 

'Antar 309, 310. 

Antidalsei 439. 

Antigonus 362. 

Antiochus Epiphanes 157. 

'Anziten 30, 426. 

Apataei 332. 

Aphrodites Hormos 9. 

Apitami 52. 

Apphana 147, 180. 

Apyron 56. 

'Aqaba 7, 8, 14, 207, 208, 214, 325. 

'Aqaba al-Haläwa 213. 

'Aqaba alschämyya 214, 325. 



'Aqar 162. 

'Aqärib 87, 92. 

'Aql 437. 

Aqra' 213, 216. 

Aqtän 373. 

'Aqyq 53, 54, 367 f. 

'Aqyq alc,aghyr 7, 73. 

'Aqyq-Tamra 367. 

Dzü-Aqyän 380. 

'Ära 38, 61, 82, 186, 297, 298. 

Arabanitee 437. 

Araber 362, 375, 423. 

Arabia Beata 399. 

Arabia Citerior 328. 

Arabia Deserta 1, 4, 5, 421. 

Arabia emporium 27, 92, 303, 307, 402. 



Arabia Petrsea 1, 4, 5 
Arabia prima 385. 
Arabia Sterilis 399. 


, 328 


, 342, 421 


Aracia 146. 








Aradus 147, 154, 


155. 






'Arafat 364, 373. 








A'räf-Lobnä 372. 
Dzü-1-Aräka 408. 








Dzü-Aräm 207. 








'Arama 268, 277, 


317 






Aramsßer 427. 








Aramaya 3, 203, 
'Aramram 48. 


207, 


212, 


325, 327. 


Aran 207. 








'Arangig 295. 
Arascha 29, 422. 








'Aräsin 380. 








Dzü-Arät 337. 








Arbela 3. 








Are 77, 87, 307. 








Arem 207. 








Areni 207. 








Aretas 350, 359, 


362. 






'Arg 28, 33, 38, 
Arga 38. 
Argeste 387. 
Arhab 87, 437. 


232, 


318. 




'Arib 309. 








'Aridh 316, 317, 


363, 


367, 


372. 



'Arkische Goblän 318. 



318 



Ärmäm 337. 

Armozon 145, 161. 

Aromata prom. 113, 114. 

Arpachschad 427. 

Arraceni 328, 342. 

Arräf 366. 

'Arrän 308. 

Arre 274, 284, 315. 

Arsse 28, 29. 

'Arsch 52. 

Arsi 52. 

Artemis 130. 

Artemita 223. 

'Arüdh 364, 426. 

'Arüs 11. 

Dzü-Arwal 366. 

Aryäb 442. 

As'ä 120, 401. 

Asabon 140, 141, 142, 143, 323. 

Asaditen 337. 

Asähil 243. 

'Asallag 169. 

Asapeni, Asateni 337. 

Asca 245. 

A'schä 442. 

A schauten 449. 

Asch'ar, Berg 28. 

Asch'ar Volk, 43, 61, 81, 86, 87, 379, 

384, 437, 446. 
Asch'ath 351, 358. 
Aschbä 322, 378, 438. 
Dzü-1-Aschbä 378. 
Aschga' 329. 
Aschräf 148, 412. 
Aschras 309, 351. 

Asciten 133, 139, 314, 399, 439, 449. 
Asfal 257. 
Asgilia 149. 
Asich 120, 133, 449. 
Asläf 55. 
Aspa 282. 
Assabinus 354. 
Assyrien 144. 
Astoa 125. 
'Asyr 372. 
'Atäyiba 370. 
'Atf 309. 



Athäfit 293. 

Athälith 320. 

'Ath'ath 366. 

Athsya 28. 

Athene 92. 

Athos 1. 

'Athr 48, 52, 54, 321. 

Athralla 245. 

Athritse 333. 

'Aththar 48. 

Atia 280. 

Atramitse 95, 248, 314, 360, 381, 383, 

429. 
Atramitica myrrha 405. 
Atta 168, 177. 
Attaser 168. 
Atteno 149, 160, 183. 
'Atyk 441. 
Aubän 437. 

Aud 87, 305, 308, 335, 354, 411. 
Audeli 405. 
Audia 221. 
Audyya 405. 
Audz-Manäh 335. 
'Auf 390. 
Auhal 415. 

'Aulaqy 401, 410, 411. 
Aulüm 434. 
'Aunyd, 13, 21, 22. 
Auqab 373. 
'Ausaga 53, 262. 
Ausänier 295. 
Äusara 123. 
AusaritsG 405, 406. 
Autaridse 404, 405. 
'Auwäliq 413. 
Avalitaß 329. 
Awädil 405. 
Awähil 415. 
Awän 372. 
Awira 186. 
'Ayädh, Banü, 367. 
Ayaleni 419. 
'Aydzäb 10. 

Ayla 5, 14, 26, 192, 333. 
'Ayn 169, 178. 
'Ayn, Ghubbet, 100. 



319 



'Ayn al-näqa 365. 

'Ayn-'Obägh 338. 

'Ayn-Scharräd 319. 

'Aynän 294. 

'Aynüna 13, 14, 16. 

Aysara 228. 

'Ayschän 00. 

Azanien 106, 113, 398. 

Azanisehes Meer 145. 157. 

Azd, 30, 43, 129, 161, 290, 341, 348. 

Azd-Schanüa 43. 

Azraq 220, 221. 

'Azza 21. 



Bäb al-Mandab 2, 6, s. Mandab. 

Bäb-Nagd 214, 325. 

Babylon 3, 63, 145, 146, 221. 

Bachilitae 348. 

Bacra 106, 184, 190, 316, 337, 368. 

Bad' 16, 209. 

Badä-Ya'qüb 22, 27, 211, 330. 

Badais 22, 211. 

Ba'dän 442. 

Badanatha 329. 

ßadeo 44, 48. 

Badis 144. 

Bädiya 339. 

Badr 28, 37. 

Badr in Südar. 84, 304. 

Baeba 232. 

Bä-el-Haff 100, 101. 

Baenun 254. 

Baetius 30, 44, 48 ff., 315. 

Baghdäd 63, 276. 

Baghra 373. 

Bagyla 43, 426. 

Bäha 372. 

Bähila 191, 348, 396. 

Bahrä 29, 341, 420, 422. 

Bahrayn 165, 169 ff., 276, 434. 

Bahrayn-Insel 154. 

Bahrier 378. 

Bakka 235. 

Bakr b. Wäyil 154, 171, 434. 

Balad 130, 131. 

Balhärith 374, 415, 418, 426, 437. 



Balsamodendron 405. 

Balyy 28, 29, 225, 226, 420, 422. 

Bän 369. 

Bana 302, 303. 

Banacha 221. 

Bandar 'Imrän 89. 

Banizomenen 27. 

Banubari 28, 29. 

Bany-Käwän 158. 

Baqarän 60. 

Baqqär 339. 

Bäqüm 31. 

Bär 55. 

Baraba 383. 

Barakän 15. 

Baräqisch 239, 243, 437. 

Barathena 223. 

Bardza'a 279. 

Bäriq 43. 

Bark 317, 366. 

Barkawän 158. 

Barra 29. 

Barygaza 65, 85. 

Barym 373. 

Basag 46, 382. 

Basini 441. 

Bäsira 378. 

Basüs 447. 

Bathnyya 328. 

Bathymi 160. 

Bati' b. Zayd b. 'Amr b. Hamdän 380. 

Bätina 160. 

Batn Iyäd 338. 

Batn al-Nagaf 366. 

Batn Na'män 373. 

Batn al-Rikä 373. 

Batn al-Sardäh 373. 

Batn al-Saut 317. 

Batn al-Senn 220. 

Batna 55. 

Batrasabbe 160. 

Batyl 207. 

Baubäh 235. 

Baun 293. 

Bayädh 366. 

Baydh 30, 48, 49. 

Baydhä 243, 370, 406. 



320 



Bayhän 309, 310, 383, 411, 415, 417, 

438. 
Baynün 67, 254. 
Baysch 30, 44, 48, 49, 51, 54. 
Bayt Kiläb 380. 
Bayt al-Ward 380. 
Bazwa 30. 
Bdellium 328. 
Bdolach 59. 
Beda 255. 
Bedeia 369. 
Beden 16. 

Behän Dola 245, 309. 
Behän Gezäb 309. 
Belqä 422. 

Benät-Harb 237, 347, 348. 
Benät-Harm 237. 
Berberä 116. 
Berenike 3, 6, 9, 10, 12, 13, 25, 65, 

138. 
Biavana 184, 271. 
Biyäd 373. 

Bikyl 87, 243, 293, 329, 437. 
Bilbana 181, 185. 
Bilqys 242. 
Biyär alghanam 225. 
Bizezia 369. 
Bliulaei 396. 
Bogayra 28. 
Bocrä 26, 221. 
Boq'a 55. 
Boqtor 10. 
Borace 135. 
Boräm 339, 370. 
Boraq 366. 
Borayda 264, 274. 
Borayk 366. 
Borayqa 37. 
Borgod 149. 
Borüm 104. 

Bostän Bany 'Amir 262, 355. 
Bothür 369. 
Botnän 32. 
Bowät 28, 30. 
Bozra 26. 

Bü-'Alyy 149, 150, 189. 
Bubian 148, 149. 



Bulicas 62. 

Bü Subbahi 96. 

Büz 148. 

Byna 271, 272. 

Byr 'Alyy 254. 

Byr al-gadyd 225. 

Byr Raby' 367. 

Byr Seläh 276. 

Byr al-zamarrod 225. 

Byscha 49, 51, 53, 369, 399. 

Byscha- 'Abbäs 49. 

Byscha- Yaqtzän 49, 53, 348. 

Bythamenenser 26. 

Cabana 167. 

gabir 445, 446. 

Cabubathra 80, 82. 

Qabyh 341. 

Qa'da 49, 55, 235, 239, 241, 246, 289, 

290, 293, 316, 380, 419. 
Cadara 168, 176. 
Qaddä 364, 367. 
gadif 351, 352, 438. 
Cadytis 362. 

gafä 169, 178, 179, 435. 
gafä-al-Atyt 373. 
gafrä 28. 
gähiya 372. 
gähn 55. 
galäh 339. 
Calguia 204. 
Calingii 291. 
galyya 370. 
Camari 62, 78, 382. 
Cambyses 362. 
Caminacum 243. 
gammän 268, 316. 
gan'ä 84, 292, 294, 380, 419. 
Canauna 52. 
Canchlei 362. 
gandauda 338. 
Cane 86, 87, 95, 100, 101. 121, 135, 

137, 138, 203, 252, 254, 439, 440. 
Canis flumen 160. 
Canraeitse 31. 
Capeus sinus 149. 
Capsina 166, 280. 



321 



£aqar 110 f. 


Chacüm 11. 


Qäqib 373. 


Chadhärim 316, 317, 394. 


garaf 378. 


Chadzyr 446. 


Carben 52, 379, 381. 


Chalchalig 257. 


Cardamine 78. 


Chaldone 149. 


Cardava 383. 


Chalfot 122. 


Qarga 289. 


Chälid 373. 


Caripeta 245. 


Chall 367. 


Carman regia 237, 346, 383. 


Chamasyn 369. 


Carmania 157, 163. 


Chamir 293. 


Carna 234, 261, 343. 


Chäniq 290, 380. 


Carnania 234. 


Chanfar 303, 307, 386. 


Carnon 234, 347. 


Chanfar, Ma'addite 341. 


Camus 383. 


Chanfas 370. 


Carpelas prom. 134. 


Channanyya 372. 


Carphati 52, 382. 


Chanthal 373. 


Carrei 329, 330. 


Chanzaryt 129. 


Carrh*e 184. 


Charäbat al-'Abyd 207. 


Carriata 329, 330. 


Charamaei 347. 


Carter 403. 


Charax 149, 184. 


Carthago 3, 161. 


Chärek 146. 


Casia 387 ff., 398, 429. 


Charfa 369. 


Casius 362, 399. 


Charg 317, 363, 366, 368, 369. 


Cassaniten 43, 52. 


Chargatha 289. 


Catabani 399 ff. 


Chariba 245. 


Catanitse 339. 


Charibael 85, 389. 


Catara 269. 


Charibat albaydhä 243. 


Catarsei 149. 


Charibat almalik 11. 


Cattabanen 61 , 246, 261, 379, 386 f., 


Charibat alsaudä 243. 


398 ff., 429. 


Chärid 51, 291, 306. 


gaulän 239, 242, 293. 


Charifot 127. 


Cauranani 92. 


Charmaai 237. 


gayd 330. 


Charmothas 41. 


gayd, ein Stamm. 407. 


Charräz 88. 


ga'yd 10. 


Charyän Maryän 132, 133. 


gayhad 105, 246, 307, 310, 415. 


Charyf 138, 429. 


Cedrei 425. 


Dzü-Chaschrän 43. 


Centralaraber 425. 


Chatäyim 363. 


Central- Yamany 401. 


Chateni 149, 183. 


Centus (Kentos) 40, 353. 


Chath'am 426. 


Cerbani 439 f. 


Chatramotit» 95, 248 ff., 261, 314, 379, 


Cercusium. 328. 


438, 439. 


Cha'äwim 368. 


Chatt 1?0, 149, 154, 168, 170, 172, 183. 


Chabb 415. 


Chattan 369. 


Chabinus 41. 


Chattania 170, 185. 


Chabuata 282. 


Chattene 168. 


Chagüf 45, 48, 55, 288. 


Chaucha 64. 

21 



322 



Chaulän 49, 51, 57, 58, 291, 419, 437. 

Chaulän, Ober-, 55, 380, 415, 419. 

Chaulotüeer 420. 

Chaur 373. 

Chavila 51, 57, 419. 

Chaww 339. 

Chaybar 28, 225, 329, 330, 332. 

Chaydün 255. 

Ras al-Chayma 162, 323. 

Chaywän 293, 437. 

Chazba 54. 

Chazyr 317. 

Chelonitis 382. 

Chidhrima 271, 279, 368, 426. 

Chinderäby 146. 

Chinn 276, 280. 

Choce 223. 

Cholaibos 85, 447. 

Cholüf 257. 

Chomm 38. 

Chonaqa 417. 

Chorayba 254, 255. 

Chorayz 82. 

Chor Fakän 162. 

Chor 'Imrän 88. 

Chosäf 32. 

Choschob 28, 226. 

Dzü-Choschob 370. 

Chowayt 149, 150, 195, 262. 

Chowaytir 369. 

Chozä'a 33, 34, 43. 

AI Chutträn 369. 

Chüzistän 184. 

Chyn 146. 

gidära 366. 

gilä 14, 15, 16, 27. 

Cinsedocolpiten 30 ff., 344. 

gindyd 28. 

Cinnamum 387. 

Cinnesseri 427. 

girwäh 55, 415. 

Cithibanitaj 436. 

Citibaina 398, 400, 429. 

Clari 52. 

Climax 296, 318, 319, 437. 

Cöa 313. 

£obehi 87. 



Cobh 38. 

Coboris 382, 383. 

Cocconati ins. 115. 

Qodä 438, 440. 

Qodära 309. 

gofayna 28. 

Qohär 160, 162, 276, 281, 431. 

gohäry 64, 66, 446. 

gohayb 84, 298, 378, 407. 

gohayb, Banü, 365. 

golw 297, 298. 

Copar 37. 

Coptus 10, 12, 13. 

gorädif 442. 

Corace 220, 221, 420. 

Coralia 383. 

Corodamum 132, 136, 140. 

Coromanis 199. 

Coseyde 129. 

Cossseer 145. 

Cottabanen 139, 360, 398 ff. 

Cryptus portus 140, 141. 

Ctesiphon 63. 

gülän 239. 

gür 161, 427. 

gyd 442. 

Cyna 153. 

Cynos 149. 

Cypern 145. 

gyr 164. 

Da'a 408. 

Da'än 380. 

Dabyl 372, 373. 

Dachareni 394. 

Dacharimeni 394. 

Dachül 373. 

Dad 148. 

Dadän 148. 

Daemonum ins. 36. 

Dafä 49. 

Daghil 415. 

Dahhän 442. 

Dahlak 73, 384, 390. 

Dahnä 32, 266, 268, 316, 317, 366. 

Dahr 310, 438. 

Dala 303. 



323 



Dalämys 366. 

Damascus 92, 423. 

Damh 370. 

Damkot 119, 120, 126. 

Damnia 157. 

Daqala 393. 

Daqrär 415. 

Dar al-Zyna 302. 

Darb al-'Azyz 310. 

Darb Schoräfa 437. 

Darga 110. 

Darrte 28, 29, 382. 

Däryn 152. 

Däryy 152. 

Dathyna 87, 96, 307, 310, 378, 410. 

Dathyna, Nagd, 262. 

Dau'än 255, 256, 310, 439. 

Daulotes 382. 

Daum 59. 

Dauram 295. 

Daus 394, 426. 

Dawäsir 279, 363, 371, 372. 

Daww 265, 266, 316. 

Dayhän 298, 446. 

Daylem 153. 

Debä 162. 

Debae 41, 52, 56, 73. 

Dedan 26, 148, 427. 

Dees 80, 90. 

Dehli 63, 130. 

Deire 7. 

Dela 311. 

Delaghe 206. 

Der el-Baheri 430. 

Dera'yya 316. 

Deua 302. 

Devade 52. 

Dhabbä 17, 18, 22. 

Dhabba b. Odd 164, 316, 339. 

Dhabwa 306. 

Dhaby' 316. 

Dhagä'im 422. 

Dhag'am 423. 

Dhähiya 366. 

Dhahr 56, 60, 293 ff., 380. 

Dhamd 382. 

Dhamra 30. 



Dhankän 54, 56, 60. 

Dharyya 178, 272, 351, 353, 359, 370, 

371, 373. 
Dhe 172. 
Dhil'än 372. 
Dhinna 339, 371. 
Dhiyä aldyn 'Amily 424. 
Dhobayb 53. 
Dhöla 311. 

Dianae oraculum 130, 131. 
Dianitische Myrrha 130. 
Didymi montes 118, 128, 129. 
Digima 313. 
Dimlu (Dimluwa) 297. 
Diodori insula 76. 
Dioscoridu insula 113, 114, 157. 
Diridotis 145, 146, 148, 184, 200. 
Diyär Raby'a 426. 
Do'äm b. Rizäm 308. 
Dochän 116. 
Dofar 130. 
Dohrodh 268. 
Dolic&e 382. 
Domana 177, 180. 
Domatha 329, 330. 
Domayna 446. 
Dora 382. 
Dorebät 298. 
Dosareni 363, 371. 
Dosiri 369. 
Draga 305, 319. 
Drepanum 6, 9, 16, 73. 
Drimati 157. 
Drusen 349. 
Dubäb 299. 
Dumaetha 421. 

Dümat-algandal 275, 326, 329, 350, 351. 
Dumkot 405. 
Durdür 143. 
Dusares 394. 
Dusaritis 370, 371. 
Dysän 73. 
Dzachr 446. 

Dzahabän 41, 44, 52 ff, 57, 59. 
Dzana 415. 
Dzät alqowwa 313. 
Dzaybän b. 'Alyän 437. 



324 



Dzimär 83, 84, 319, 380. 
Dzobäb 446. 

Dzobyän 32, 219, 220, 329. 
Dzowäl 43, 61. 

Eben-ha-Schoham 60. 

Edom 26, 148. 

Edrei 221. 

Egra 1, 13, 212, 216. 

Eirit« 395. 

Eitamos 195. 

Elana 3, 7, 8, 14. 

Eleazus 439. 

Elesari 61. 

Embolion 106. 

Epimaranitse 160. 

Epiphanes 149. 

Firatosthenes 3. 

4 Ereb 148. 

Eristhe 99. 

Erupa 223. 

Erythrseisches Meer 134, 146. 

Erythras 134, 157, 400. 

'Esän 252. 

Esbonifce 399. 

Esbuta 221. 

Eudsemon Arabia 4, 328, 429. 

Eudsemones Arabes 328. 

Euphrat 51, 291. 

Exusta insula 73, 74, 77. 

Fadak 28, 225, 230, 329. 

Fadhly 410. 

Fagawät 372. 

Fagbwa 38. 

Fahd 322, 378, 438. 

Fahlatayn 28, 225. 

Fahm 426. 

Falag 281, 359, 363 ff., 372, 407, 427. 

Falag alafläg 363. 

Falg 200, 262. 

Falga 262, 263, 343. 

Falgän 364. 

Faq'as 339. 

Faqy 316, 317, 368. 

Far'a 373. 

Färän 28, 29. 



Farasän 29, 62, 73, 74, 84, 383 f. 

Fargan 369. 

Farsange 202. 

Fartak 110 f., 113, 132 f., 137, 405. 

Farwa 55. 

Faswa 367. 

Fatah 190. 

Fattak 125, 405. 

Fa-w 373. 

Fayd 274, 339. 

Faydh 55. 

Fayf 28. 

Fayf alryh 28. 

Dzü-Fäyisch 442. 

Fäyisch b. Schihäb 329. 

Faylyga 150. 

Fazära 207, 226, 329. 

Feger 220, 222. 

Felix 4. 

Fodhli 87. 

Fogä'a 415. 

Foqä'a 55. 

Forayqa 224. 

Foro' 28, 38. 

Forot 316, 367. 

Forot, Banü, 368. 

Dzü-Fosdüd 408. 

Füf 169. 

Ga'äfir 226. 

Ga'äwim 368. 

Gabä 297, 410, 415, 442, 446. 

Gabler 261. 

Gabal 'Alyy 164. 

Gabal aswad (Asabon) 142. 

Gabal aswad (Fadhly) 194, 307. 

Gabal aswad bei Dzahabän 41. 

Gabal alcoqar 73, 76, 77. 

Gabal Fadhly 96. 

Gabal Hasan 91. 

Gabal alkibryt 319. 

Gabal Schaych 423. 

Gabal altayr 73. 

Gabala 351. 

Gabba 184. 

Gabrüt 257. 

Gad 161. 



325 



Ga'da 84, 363, 407, 411. 

Gadara 348. 

Gadys 32, 338, 394. 

Gaffatayn 9. 

Gafgäf 28. 

AI Gafna 43. 

Gafr 368. 

Gahädib 407. 

Gahdun 255. 

Gahrän 43, 60. 

Gahul-Bahbän 268. 

Gaia 218. 

Gaisa 267. 

Gallus Aelius 359. 

Galsad 360. 

Garn' 43. 

Gämi' 169. 

Ga'müscha 370. 

Ganäb 32. 

Ganaba 449. 

Ganäbyyät 32. 

Ganad 298, 300, 446. 

Ganäh 67. 

Ganb 41, 49. 

Ganbä 210. 

Ganüb 363. 

Gär 36, 37. 

Gar'ä 164, 270. 

Garad 50, 262, 264, 272, 274. 

Garämiqa 174. 

Gardän 439. 

Gardefu 113. 

Garm 317, 367, 368, 373, 421. 

Gas 367. 

Gasandes 52. 

Gasani 52, 383. 

Gasr algabäbir 442. 

Gau"ab 373. 

Ga'üd s. Ga'da. 

Gauda 268. 

Gauf 56, 310, 379, 380, 416, 417, 426, 

437. 
Gauf der Thanyya 372. 
Gaulän 328. 
Gaulopes 149, 185. 
Gauscn 421. 
Gaww 271, 279, 394. 



Gaww-Aus 279. 

Gayschän 443. 

Gaza 202, 203, 204 ff., 261. 

Gazän 45, 60, 289, 292, 382, 383. 

Gazyrat alghoräb 46. 

Geapolis 383. 

Gebanitse 86, 202, 235, 246, 254, 260, 

383, 386, 404, 405, 410, 415 ff. 
Gedranita? 348. 
Ger'ä 183, 184. 
Gerbä 206. 
Gerdän 251. 
Gerra 149, 154, 183 ff. 
Gerrseer 145, 163, 268. 
Gerraicus sinuS 149. 
Gezän 321, s. Gazän. 
Ghadyr-altanähiy 367. 
Ghäfiq 43. 
Ghaläfiqa 62, 384. 
Ghämid 43, 426. 
Ghamr dzy-Kinda 261 , 351, 353, 355, 

359. 
Ghamra 373. 
Ghassän 33, 43, 52, 290, 333, 376, 379, 

441. 
Ghassän, Tränke, 376. 
Ghatafän 225, 329, 333. 
Ghatafän, Jyäditen 341. 
Ghaura 251. 
Ghauta 32. 
Ghawä 28. 
Al-dzy-Ghäwir 295. 
Ghaydha 105, 370. 
Ghäyil 290, 291. 
Ghäyit alnimr 307. 
Ghäyit 307, 309. 
Ghayl 257, 260, 369. 
Ghaymän 306. 
Ghaythät 369. 
Ghaytza 123, 405. 
Ghazza 21, 356, 361, 362. 
Ghisl 28. 
Ghobar 393. 
Ghobayr 343. 
Ghoder 312. 
Ghomayr 355. 
Ghomdän 82, 294. 



326 



Ghorän 28. 


Habichtsinsel 46* 


Ghotayf 415. 


Habnün 415. 


Ghubbet-alqamar 120. 


Haccä 406. 


Gibäl 153. 


Häcil 365, 368. 


Gibla 383. 


Hacj s. Ha§ca. 


Gibus 101. 


Hadas 29. 


Gidda 31, 39, 40, 106. 


Hadäyiq 55. 


Gideon 220. 


Haddär 364, 369, 374. 


Gifär 328. 


Hadhan 32. 


Gilda 373. 


Hädhir 28. 


Gimä' 290. 


Hädhir-Qinnisryn 422. 


Ras Gimsa 9. 


Hadhramaut 106, 108, 120, 244, 246, 


Giratha 270, 283, 393. 


248 ff., 307, 310, 317, 322, 351, 355, 


Gobbä 184. 


378, 381, 401, 405, 407, 415, 438. 


Gobba 275. 


Hadhramautiten 95, 383, 401. 


Goblän 318, 390, 443. 


Hadhür 84. 


Goblän al'arkyya 43, 380. 


Hadhyr 93. 


Goblän Rayma 43. 


Hadragän 423. 


Godzäm 29, 206, 207, 214, 318, 352» 


Hadrak 423. 


422, 428. 


Hadthob 125. 


Gohayna 28, 29, 33, 225, 226, 420, 425 


Hadyd 129. 


Gohfa 38. 


Hadyqa 271. 


Golb 55. 


Hadzyqa 372. 


Gold 14, 53 ff. 


al-Häf 400. 


Gomgoma 136. 


Hafar 367, 368. 


Gomha 136. 


Hafar Aby Müsä 262. 


Gomorra 21. 


Hagar 48, 86, 92, 169, 178, 268. 


Gonäda b. Ma'add 353. 


Hagar bei Hadhramaut 252. 


Goräb 169. 


Hagarän 255, 373. 


Goräd 370. 


Hagariter 421. 


Goralus 52. 


Hagaschän 28. 


Gorasch 49, 236, 410, 418. 


Hagfer 303. 


Gorda 50, 251, 264, 274. 


Dzät-Hagg 213. 


Gorf 225. 


Haggär 421. 


Dzü-Gorra 380. 


Hägir 339. 


Goscham 362. 


Hagr 271, 316, 339, 426. 


Gowäthä 169. 


Hagr, der Banü Wahb, 439. 


Gowwa 297, 298, 410, 446. 


Hagra-dzy-Ghabab 405. 


Goz- 367. 


Hakam 45, 379, 384, 437. 


Grada 305. 


Haläny 101, 102. 


Greindl, Baron von, 1. 


Hall 367. 


Gughaymän 213. 


Hallanyya 133. 


Gullafär 162, 281. 


Hallet Bä Qalyb 250. 


Guz" 316. 


Haly 48, 52, 382. 




Halyla 64. 


Habaunan 246. 


Halyma 370. 


Habb 410. 


Hamädh 266. 



327 



Hämah 32. 

Hamamat 430. 

Hamära 373. 

Hamdän 83, 291, 379, 380, 388, 390, 

415, 417, 418, 437, 446. 
Hamdäny 1. 
Hamid 369. 

Hamidha 30, 54, 380, 427. 
Hamiraei 348. 
Hamma 319, 372. 
Hammeeum litus 52. 
Hammäm 367. 
Hammäm-Solaymän 319. 
Hammär 369. 
Harns 190. 
Hanaq 406. 
Hanawäsir 369. 

Hanfar 380, 389. 
Hantharyya 367. 
Hanüm 57, 60, 380. 
Hanyfa 394. 
Haqasch 243. 

Haql 28, 208, 214, 261. 

Haql-Qotäb 83, 84. 

Haqyl 367. 

Haradtha 369. 

Haram 239, 243. 

Haramier 410. 

Haräz 84, 380, 382, 390. 

Haräza 66, 446. 

Harb 225. 

Harc. 32. 

Harim 363. 

Harith, Ahäbysch, 148. 

Harith, Azd, 394. 

Harith, s. Balhärith. 

Harma 366. 

Harnisch 76. 

Harra-Solaym 28. 

Harränier 427. 

Harräs 94, 307. 

Harrat-alnär 28. 

Harysch 363, 373. 

Hasä 369. 

Hasaba 427. 

Hasan 53. 

AI Hasan 369. 



Häschid 60, 390. 

Haschrag 373. 

Haschysch 118, 133. 

Häsik 120, 129, 133, 449. 

Häsiky 133, 449. 

Hätim, Tayyite, 350. 

Haun 148. 

Haurä 13, 27, 28, 99, 227, 359. 

Haura 378. 

Haurän 26, 32, 43, 220, 328. 

Hauth 289. 

Hauwar 307, 439. 

Hawäschib 87, 446. 

Hawäzin 356. 

Hayayn 310. 

Haygamyya 365. 

Hayd-'Owwära 400. 

Haydän 119, 400. 

Hayderäbäd 413. 

Häyil 274, 284, 286. 

Haylän 437. 

Hayq 446. 

Hays 61, 66, 384, 442. 

Hazäyiz 317. 

Hazm 243. 

Hazma 437. 

Hazyz 317. 

Heber, Hebreeer, 427. 

Hedya 225. 

Hegra 329, 330. 

Hele 172. 

Hemam 330. 

Hemat 423. 

Hemnath® 329, 330. 

Hengäm 146, 156. 

Herodot 362. 

Heroonpolis 3, 7. 

Herüt 122. 

Hesbän 427. 

Hicn Bany-Dighäl 254. 

Hicn Bany-'Othmän 225. 

Hicn alghoräb 101, 102, 439. 

Hicn Talammoc. 290. 

Hidzya 438. 

Higäz 330, 426. 

Higr 1, 13, 20, 21, 27, 212, 213, 218, 
' 225, 226, 320, 329. 



328 



Hiläl 356. 

Hillyt 54. 

Hilwa 369. 

Himä 367. 

Himä-Dharyya 53, 54, 343. 

Hirne 32, 427. 

Himyar 32, 83 ff., 340, 376, 377, 383, 

390, 432, 438. 
Hingäm 158. 
Hippalus 133, 137, 138. 
Hipparch 3. 
Hippos mons 17. 
Hippos vicus 18. 
Hiram 139. 
Hirot 122. 
Hirrän 239, 380. 
Hismä 207, 328, 362. 
Hizzän 265, 366. 
Hobayl 298, 303, 407. 
Hobayl al-Zyna 302. 
Hobüdy 276. 
Hocayb 63, 384. 
Hodayda 44. 
Hodzayl 348. 
Hodzayr 302. 
Hofäsch 390. 
Hofayr 53, 200, 262. 
Hogayra 53, 367, 405, 406. 
Hogür 390. 
Holayqa 367. 
Homayda 215. 
Homeriten 83 ff., 244, 389. 
Homra 419. 
Honn 329. 
Horädh 355. 

Hormüz 134, 143 ff, 156, 402, 431. 
Dzü-Hosayn 350. 
Hota 252, 369. 
Howaytät 214. 
Howwaryn 422, 423. 
HM 130, 133, 327. 
Hunn 226. 
Hyra 148, 220, 338, 350. 



Jabri 285. 

Jambia 24, 25, 353*. 

Jaschk 134, 144. 

Jat 172. 

Jathrippa 22, 330, 331. 

Ibirtha 186. 

Ibn al-Gaun 351. 

Ibn al-Häyik 1. 

Ibn 'Igäm Bähily 53. 

Ibrähym b. Müsä 380. 

Icarus 145, 147, 151. 

Ichara 147, 149, 151, 18£. 

Ichmym 28. 

Ichthyophagen 159, 401. 

Idham 28, 226. 

Idumffia 4, 8, 362, 399. 

Jenysos 362. 

Jerach 404. 

Jerusalem 362. 

Igla 317, 366. 

'Ihän 304. 

Ilaros 345. 

IlisanitsB 348. 

Ilyäs 348. 

'Imäryya 316. 

Immara 262, 373. 

Ras 'Imrän 90. 

l Imrän b. 'Amr 341, 

'Imrän b. al-Haf 88 

Imrülqays 352. 

Inapha 277. 

Indien 106. 

Indorum prom. 9. 

Jobaritse 428. 

Jodeisitce 338. 

Joktän 51, 427. 

Jolisit« 338. 

'Iqäl 329. 

Dzü-Iqdäm 373. 

Irada 278, 283. 

Irala 278, 283. 

Iram 207, 214, 327. 

Irämes 307. 

Iran 28. 

'Irdh 165, 271, 278, 316, 370 

Iritee 395. 

Dzät-'Irq 262, 355. 



400, 410. 



329 



Irrüb 124. 

Isbyl 319. 

'Ischär 60. 

Ision mons 41. 

Isisinsel 15. 

Ismaeliten 421, 425. 

Istriana 190. 

Ithar 188. 

Itwa 354. 

'Itwad 48, 54, 321. 

Jubal 9. 

Jula 258. 

Jupiter 354. 

Iyäd 174, 265, 335, 338, 367. 

Ka'ba 348. 

Kabidh al-Bayädh 366. 

Kaddaha 70. 

Kadnüb 257, 259. 

Kafäfa 19. 

Kafar 274. 

Kahfe 274. 

Kahf-Maschriq 322. 

Kähila 370. 

Kahlän 291, 328, 377, 388, 419. 

Kala' 84, 442. 

Kalb 28, 31 ff., 220, 350, 420. 

Ras al-Kalb 105. 

Kamarän 62, 78, 382, 384, 390. 

Kamnä 243. 

Kamym 380. 

Kanaaniter 427. 

Kanädira 368. 

Kara 449. 

Karandä 407, 446. 

Karkor 220. 

Karmanien 1, 145, 159, 160, 161. 

Kasr 256, 351. 

Kathyb ahmar 322. 

Kathyry 440. 

Kätzima 148, 190. 

Kaukab 368. 

Kaukabän 83, 84. 

Kaumän 407. 

Kaur 307, 308, 309, 405, 406, 440. 

Kedar 425. 

Kedarener 423. 



Kelbe 162. 

Kelek 159, 449. 

Keschyn 255. 

Ketura 427. 

Kfar-Täb 32. 

Kiläb 32, 34, 54, 343, 367, 373. 

Kiläba 211. 

Kinäna 30, 43, 52, 73, 384. 

Kinäna, Kalb, 32. 

Kinda 87, 178, 310, 326, 338, 344, 

351 ff., 358, 360, 368, 378, 410,417, 

418, 422, 436, 438. 
Kischm 134, 141, 156, 157. 
Kodommol 30, 52. 
Kohi mobärak 144. 
Kolälier 295. 
Kolayb 447. 

Kolayb, ein Stamm, 52. 
Kor 307. 
Kosayr 143. 
Koscha 47. 
Kotayf 308, 405. 
Kothba 238. 
Kremer, Alfred von, 1. 
Küfa 220, 276. 
Küm-alcäwiy 11. 
Küm-Mohrän 11. 
Kuschiten 362. 
Kusma 318. 
Küz 372. 
Kyräz 162. 
Kysch 146. 

Lä'a 390. 

Laba 211. 

La'bä 185. 

Labee 185. 

Laban 427. 

Labatanis 382, 383. 

Labecia 243. 

Labris 280. 

Labyd, Banü, 339. 

Labyd b. Hadragän 423. 

Lacäf 265, 338. 

Lachchere 300. 

Lachm 328, 352, 418, 422. 

Lädan 398. 

22 



330 



Lädaqyya 341. 

Lseanitee 191. 

Laeanites sinus 192. 

Lseeni 336. 

Läßt 158. 

Laggtin 328. 

Laliag 87, 380, 410. 

al-Lahäzim 434. 

Lahsä 169, 174, 268, 276. 

Laimus 41. 

Lakbak 243. 

Laqf 28. 

Laqyta 373. 

Lar, 1, 105, 165, 166. 

Lärek 144, 156. 

Larendani 404, 407. 

Larimnon 387. 

Las'ä 95, 106. 

Lathrippa 231. 

Laththa 238. 

Lattha 280. 

Latyma 235. 

Dzti-La'wa 293. 

Layth 33. 

Leanitee 191. 

Lechieni 191. 

Ledanum 398. 

Leila 369. 

Lepte rupes 9. 

Lepteacra 73. 

Leucecome 13, 27, 31, 359. 

Leumim 434. 

Leupas 62, 382. 

Ijexiani 439. 

Libyen 85. 

Lihyän 191, 336. 

Li'sän 382, 390. 

Lithm 214. 

Littus magnum 94, 97. 

Littus parvum 100. 

Loban 383. 

Lobayna 373. 

Lohayya 44, 47, 383. 

Lugana 287. 

Xybien 65. 

Lydia 221. 

Lygdos 85. 



Lyma 162. 

Ma'add 33, 351, 391. 

Ma'äfir 67, 85, 87, 297, 385, 442, 445 ff. 

Ma'ägil 309. 

Ma'aka 161, 427. 

Ma'än 206, 213, 214. 

Macama 348. 

Macäni' 83, 406. 

Maccala 312. 

Macen, Maceta, 139, 144, 145, 148, 157, 

159, 161, 431. 
Machura 227. 
Maglüb 243. 
Macir, Macis, 161. 
Macna 14, 210. 
Ma^na'a 293, 405. 
Macoraba 233. 
Macr 92. 
Macjra 84, 118, 119, 132, 134, 135, 

157. 
Ma'cjya 373. 
Madasara 250. 
Madfarre 250. 
Madhä 257, 258. 
Madhrab 390. 
Madhyq 38. 
Madiama 209. 

Ma'din-Solaym 28, 53, 284, 419. 
Madoce 80, 88. 
Madr 98. 

Madyan 13, 16, 328. 
Madyna 22, 225, 231, 329, 333, 370, 

426. 
Madzäb 239. 
Madzäri' 364. 
Madzhig 33, 93, 309, 310, 378, 389, 

406, 410, 415, 416, 418, 419, 433, 

440, 448. 
Dzü-Mädzin 380. 

Maepha 87, 105, 251, 252, 439, 440. 
Maephath 103, 203, 253. 
Msesaemanes 334. 
Magäza 317, 363, 366. 
Magdäha 103, 253. 
Mage 163. 
Maghäc allülü 90. 



331 



Maghäyir-Scho'ayb 16, 209, 213. 

Maghsil 366. 

Magindanatha 181, 182. 

Ma'gir 47. 

Magorum sinus 189. 

Magulaya 293, 354. 

Magusa 243. 

Magyd 61, 87, 92, 322, 384, 400, 402, 

410, 446. 
Magyd, Qoraysch, 339. 
Magzera 369. 
Mahä 322. 
Mahälib 289. 
Mahcim 437. 
Mahdha 38. 

Mahgam 47, 289, 382, 390, 409. 
Mahra 84, 114, 119, 120, 257, 261, 

360, 400 ff., 429. 
Mahrüb 257. 
Mahry 401. 
Maipha 252. 
Maiphath 103. 
Ma'ka 161, 427. 
Makalla 312. 
Makatayn 96. 
Makatayn Qaghyr 311. 
Makka, Makkaner, 31, 34, 233, 235, 

353, 355, 412, 426. 
Maknüna 446. 
Makschi 110. 
Malangitse 393. 
Malch 446. 

Malham 268, 270, 271, 393. 
Mali 119, 398. 
Malicha 27. 

Malichse 344, 348, 354, 358. 
Malichu insula 6, 73, 75. 
Mälik b. Kinäna 34, 233, 344, 358. 
Mälik, Muräd, 415. 
Mälik b. Taym Allah 341. 
Mälik, Zauf, 407. 
Mallada 193. 
Maltzan 401, 440. 
Malyky 3S0. 
Mamale 44, 47, 383. 
Ma'mar 55. 
Ma'n 342. 



Ma'n in Tylos 154. 

Manäh 355. 

Dzü-Manäh 442. 

Manbig 32. 

Manctil 390. 

Mancura 130. 

Mandab 61, 68, 132, 137, 384, 398, 402. 

Manfüha 268, 272, 426. 

Mangalor 137. 

Manh 281. 

Manita? 312. 

Maocosmos 1, 240, 279, 316. 

Mapharitis 85. 

Maphoritse 445. 

Maq'ad 48. 

Maq'am 243. 

Ma'qir 61. 

Maqnä 16, 210. 

Ma'qolät 190. 

Maqrä 427. 

Maqschy 110. 

Mara 239, 241, 290. 

Marä 366. 

Marane 383. 

Maränid 407. 

Marasdu 241, 289, 290, 292. 

Marät 272, 273. 

Maratha 273. 

Marawa 322. 

Marcha 309, 438. 

Mardache 80, 89, 410. 

Maren dani 404. 

Marga 438. 

Mariaba 243, 245 f., 291, 373, 383. 

Mariaba Baramalacum 233, 347. 

Mariama 202, 244, 246. 

Märib 47, 56, 87, 96, 243 ff., 293, 306, 

310, 364, 376, 378, 383, 408, 409, 

411, 415, 416, 419. 
Märib im Mahraland 257. 
Mariraatha 256, 258, 261. 
Marithi 314, 316, 317. 
Marma 283. 
Marr-Tzahrän 39, 232. 
Marseille 161. 
Marsyaba 245. 
Marwa 22, 28, 54, 59, 226, 227. 



332 



Marwän 369. 

Maschärif al-Schäm 4, 406. 

Mäsil-Gäwa 370, 371. 

Mäsil-al-Gomah 370, 371. 

Masonitae 391, 441. 

Masqat 134, 140, 146, 161. 

Massala 348. 

Masthala 177, 178, 316. 

Mastüra 232. 

Masuga 243. 

Matira 437. 

Matlüb 373. 

Matraf 52. 

Matrah 140, 161. 

Maträn 225. 

Maufir 55. 

Maumäh 235. 

Maur 47, 55, 62, 380. 

Mauza' 61, s. Müza'. 

Mawäliy 148. 

Mawän 366. 

Mäwiya 262. 

Mayfa' 103, 105, 250, 252, 383, 427. 

Mayfa'at 103, 427. 

Ma'yn 243, 361, 437. 

Maysän 200. 

Mazäri' 367. 

Mäzimän 364, 380. 

Mäzin (vier Stämme), 161, 200, 391, 

441. 
Medan 427. 
Medr 354. 
Mefa'at 427. 
Meiba 66. 
Meinaia 346. 
Mekrän 136. 
Memphis 3. 

Menambis 87, 292, 294, 296. 
Mephra (Mayfa 4 ) 383. 
Merän 308, 311. 
Mesada 221. 
Mesanites sinus 200. 
Mescha 51, 399. 
Mesopotamien 425. 
Messala 370, 371. 
Metacon 122. 
Michläf Bany Magyd 89. 



Michläf Hakam 44, 45. 

Michläf Kinda 106. 

Midhyä'a 373. 

Midianiter 220, 425, 427. 

Midian-Isma'eliten 148. 

Midznab 272. 

Mighsal 366. 

Mihyäd 380. 

Miles, Capt. S. B., 1, 410, 411, 448. 

Milesii 291. 

Milha 47. 

Milhän 83, 84, 390. 

Miltana 73. 

Minä 355, 357, 364. 

Miniea 360, 361. 

Mincea, myrrha, 405. 

Mimeer 148, 235, 237, 261, 340, 344, 

346 ff., 379, 383, 418, 437. 
Minseum 360. 
Minchir 373. 
Minhäd 380. 
Minoa 362. 
Minos 362. 

Mirbät 129, 131, 276. 
Misähira 369. 
Mi'sal 366. 
Mi s war 380. 
Misyle 110. 
Mizi 157. 
Mizwad 367. 
Mnasaimanes 334. 
Moab 206, 220, 427. 
Mo'än 26. 
Mo'atztzam 213. 
Mo'awiya b. Thaur 358. 
Mobarrez 169. 
Mogalla 28. 

Mochä 80, 298, 322, 384. 
Mochallad 437. 
Mochammasa 366. 
Mochura 22. 
Mocritae 374. 
Moctaliq 148. 
Modhar 32, 358. 
Modiana 16. 
Dzü-lmoghallis 446. 
Moghytha 148. 



333 



Mogid Insel 42. 

Mogirr, Banü, 373. 

Mogyrät 370. 

Mohaggir 277. 

Mohalhil 447. 

'Ayn Mohallim 165, 169, 174, 365. 

Dzü Mohammad 350. 

Mohammad b. Ghimr, Stadt, 180. 

Mohammad b. Ya'for 415. 

Moharrab 442. 

Moharraq 155. 

Mohdath 373. 

Moila 16. 

AI Mokramän 309. 

Molga 47. 

Molha 47. 

Mongaraf 232. 

Mondafin 243. 

Mondgebirg 119. 

Mophartis 385. 

Moqätera 297. 

Moql 59. 

Moqrä 374. 

Moqtalah 295. 

Moqtarib 367. 

Moratti' 358. 

Morayfiq 372. 

Morhiba 415, 416, 437. 

Dzü-1-Morr 226. 

Morra 418. 

AI Morra 369. 

Morra, Ghatafän, 329. 

Dzü-Morrän 410. 

Mosandam 143-145, 159. 

Mosaylima 271. 

Moscha 110, 121, 137. 

Moschaqqar 169, 178, 351, 382, 436. 

Moschäsch 355. 

Mowaschschah 308. 

Mowayliha 15, 16. 

Mozayna 28, 31, 32, 225. 

Mozayqiyä 376. 

Mozün 43, 161. 

Mücih 415. 

Mumkin 373. 

Munzinger 415, 448. 

Muräd 309, 383, 408, 411, 415—418, 437. 



Murammal 291. 

Murannimal 291. 

Muryän 157. 

Muza 6, 64-66, 85, 86, 298, 383 ff. 

Muzins 137. 

Myoshormos 3, 9, 10, 12, 13, 16, 138. 

Myrrha 85, 354, 360, 387, 398, 405. 

Myrrharegion, äussere, 448. 

Myrrharegion, innere, 342, 370. 

Mysecros 62, 382. 

Mytam 443. 

Na'äm 317. 

Na'amatite 361. 

Nabataser 26 , 27 , 328, 332, 342, 362, 

420. 
Nabk 19, 28. 
Nacah 366. 
Dzät-Nacb 317. 
Nacha' 93 440. 
Nachla 334, 355. 
Nachla bei Hays 442. 
Nachlän 442, 446. 
Nachlyya 373. 
ETäci'a 54. 
Näciha 373. 
Na'f 277. 
Nafy' 366. 
Nagara 1, 240, 383. 
Nagd 4, 348, 351, 353, 359, 426. 
Nagd-Himyar 406. 
Nagd-Ma'ädin 298. 
Nagd-Madzhig 406. 
Nagia 404. 

Nägiya 408, 409, 415. 
Nagrän 29, 55, 235, 240, 243, 246, 310, 
316, 351, 359, 367, 368, 374, 418, 426. 
Nahd 29, 426. 
Nähr 165. 
ISTahyqa 373. 
Nä'it 67, 293, 354. 
Namalä 372, 373. 
Na'män 20, 21. 
Namir 408. 
Namra 246. 
Napatsei 332. 
Napegus 64, 6Q. 



334 



Naqä 366. 

Naqb al-Hagar 252, 253. 

Naqra 28, 373. 

Naqyl 214. 

Naqyl-alhomor 298. 

Nareiten 159, 160. 

Naschq 243, 245, 383. 

Naschr 419. 

Nascus 1, 279, 383. 

Nasla 366. 

Nasyän 380. 

Natzär 380. 

Naumachorum prom. 157. 

Nawä 328. 

Nawäctf 148. 

Nawäl b. 'Atyk 291, 380. 

Nawäsy 380. 

Nazwa 276, 281. 

Nearchus 134, 145. 

Nechesia 9. 

Neda 214, 325. 

Negrana 1, 165, 243. 

Nehemia 362. 

Neogilla 120, 126. 

Nesca 243, 245. 

Nestus 243. 

Nibäg 190, 262, 316, 339, 434. 

Nigäd 373. 

Niger mons 94. 

Nihm, 415, 437. 

Nizär 365, 425. 

Nobäk 190. 

Nobbe 1. 

NoQayrer 341. 

Nocheti 149. 

Nogayr 438. 

Nohära 370. 

No'män 55. 

Nomayr 339,^348, 365,' 37 J, 393. 

Nomeritse 348, 371. 

Noqäta 380. 

Noqm, Noqom, 60, 294. 

Nosala 161. 

Notog 373. 

NÜ8 133, 157. 

Nüzän 93. 



Oadita? 327. 
Oaracta 134, 156. 
Obaira 220, 221. 
Obal 404. 
Obhor 39. 
Obodas 359. 
'Obra 370. 
Obraka 219, 220. 
'Ocayr 370. 
Ocelis 2, 3, 6, 7 

383 ff. 
Ochaydhir 213. 
Ochrua 216. 
Odanda 382. 
Odd 164, 396. 
'Odzar-Matira 437. 
'Odzar b. Sa'd 437. 
Odzayna 423. 
'Odzayqa 60. 
'Odzra 29, 34, 207, 215, 226, 231, 333, 

420, 421. 
Oecumene 2. 
Ofay'ya 53. 
'Ofri 281. 
Ogyris 134, 157. 
'Ogz 322, 378. 
Ohbüsch 148. 
Oholibama 215. 
'Okätz 355, 357, 360. 
Okaydir 350. 
'Okl 164. 

Okmä 363, 364, 365, 372. 
'Olä 213, 225, 228. 
'Olä b. al-Hadhramy 373. 
Olaphia 313. 
'Oman 113, 118, 120, 129, 140, 144, 

159, 161, 173, 276, 323, 398, 427. 
Omana 120, 121, 160, 419. 
Omani 120, 

Omanitge 120, 316, 397. 
Omanum emporium 120, 259, 316, 397. 
'Omaq 53. 
'Omayr 164. 

'Omayr dzü-Morrän 446. 
'Omayra 69, 70, 297, 298. 
Omm Gahdam 30, 43, 54, 419. 
Omm al'iyäl 38. 



335 



Omm-al-Qays 243. 

Omna 160. 

'Omrän 243. 

Onä 14. 

Onayf 48. 

'Onayza 272. 

Onne 14, 25. 

Onof 446. 

Onyx 60. 

Ophir 56 f., 139, 431. 

Oqaygir 421. 

'Oqayl 53, 367, 369. 

Oqayma 366. 

«Oqayr 154, 169, 170, 182-184. 

Oqayri' 213. 

Oracla 156. 

Oraculum Dianae 257. 

»Orä'ir 32, 220. 

Orak 206. 

Organa 134, 135, 383. 

Ormanus 120, 127, 260. 

'Orr 321, 446. 

Osama 426. 

L'zät al-'Oschar 200, 262, 266. 

'Oschayra 339. 

'Osehay8ch 446. 

'Oschscha 55. 

'Oschüra 446. 

'Osofän 232. 

Ostama 215, 216. 

Ostracina 399. 

'Otäla 178, 179. 

'Othaydä 355, 356. 

Dzü-'Othkolän 438. 

'Otuma 84. 

Owäl 152, 153, 184, 230, 329, 419. 

'Owära 446. 

'Owayr 143. 

'Oyün 264, 274. 

'Oyün alqacab 14. 

'Ozära 446. 

'Ozzä 334, 355. 

Palästina 399. 
Palindromos 71, 74. 
Pallacopus 148. 
Pallon 291. 



Palmyra 148, 184, 217, 220, 223, 342. 

Parwaim 55. 

Patale 133, 136. 

Patschhade 172. 

Peleg 427. 

Pelusiacum ostium 399. 

Pelusium 362. 

Perim 73, 76. 

Periplus maris Erythr. 3. 

Persicus sinus 145, 159. 

Persis 145, 403. 

Petra 27, 148, 205, 206, 328. 

Phalagnu 263, 343. 

Pharän 5. 

Pharatha 224. 

Phigeia 313. 

Philadelphia 217, 219, 220, 221. 

Philister 362. 

Philoter« portus 9. 

Phodac 230, 329. 

Phcenicier 145, 427. 

Phoenicon vicus 19. 

Pischon 30, 51 ff. 

Polybii insula 42. 

Poseidonium prom. 137. 

Posidion prom. 72. 

Prion 105. 

Prionotus mqns 104. 

Pseudokelis 69. 

Pteros 382. 

Ptolemseus 1 ff. 

Ptolemais 6, 7, 73, 74. 

Pudnu 43, 62, 64, 318. 

Pun 430. 

Punier 430. 

al-Qä' 213. 

Qabäyil 412. 

Qabalyya 28. 

Qabr Hüd 257, 261, 322, 327, 360. 

Qacr Behaya 369. 

Qagün 380. 

QacjQ 341. 

Qagym 50, 339. 

Qadd 55, 419. 

Qadra 370. 

Qafy 368, s. Faqy. 



336 



Qahma 47, 61. 

Qahtäniten 377. 

Qä'ida 82. 

Qamar 119, 120, 126, 130, 406. 

Qamar in Kaur 308. 

Qanän-Ghamrät 373. 

Qanünä 52. 

Qaräf 37. 

Qaräfa 419. 

Qärat al-Aschbä 378. 

Qarawwas 367. 

Qarawy 440. 

Qarfä 52. 

Qarmaten 169, 174, 340, 446. 

Qarn 199, 234, 235, 262, 284, 343, 347, 

351 ff., 355-357, 383, 415. 
Qarn, Berg, 406. 
Qarn Ohämir 373. 
Qarqara 220. 
Qarqysiya 328. 
Qaryatän 262, 316. 
Qaryatayn 422. 
Qaschm 54. 
Qaschyb 86, 389. 
Qatad 373. 
Qatan 339, 369. 
Qatanyya 373. 

Qatar 149, 170, 176, 190, 269. 
Qatmän 366. 
Qatna 42. 
Qatyf 149, 152, 169 ff., 183, 185, 268, 

276. 
Ras Qa'ü 89. 
Qawa 383. 
Qäyifa 415. 
Qayl 85, 385. 
Dzü-lqayl 406. 
Qayla 43, 333. 
Qayn, Stadt, 54. 
Qayn in Ma'din-Solaym 419. 
Qayn bei "Wobayr 32, 420, 421, 422. 
Qays 146, 162. 
Qays ibn 'Omar 127. 
Qays ibn 'Othmän 127. 
Qaywän 49. 
Qazwyn 153. 
Qiblyya 133. 



Qift 10. 

Qinnisryn 422, 427. 

Qirbe 105, 439. 

Qiryatän in Yamäma 270, 271. 

Qobä 262. 

Qocayba 274. 

Qocayr 9 ff., 109, 430. 

Qogayy 34. 

Ras al-Qogayr 100. 

Qogür 'Ad 369. 

Qodayd 232. 

Qodhä'a 28, 29, 33, 58, 92, 148, 226, 

231, 333, 340, 398 ff., 402. 
Qodos, Qods, 28, 38, 232. 
Qofä' 442. 

Qofä'a 55, 289, 419. 
Qoff 317. 
Qoläb 366. 
Qolzom 106. 
Qonna 373. 
Qonnog 341. 
Qoräd 370. 
Qoräqir 220, 221. 
Qorayn 148, 196. 
Qoraysch 148, 344. 
Qorayya 367. 

Qorh 21, 22, 211, 226, 330. 
Qorran 270, 271, 393. 
Qort 367, 368. 
Qorün 367. 
Qoschayr 363, 373. 
Qotäb 380, 442. 
Qowära 339. 
Qowayt 369. 
Quo. 10. 

Rabadza 28, 285. 

Rabba 206. 

Räbigh 31, 38. 

Dzü-Raby' 380. 

Raby'a 351. 

Raby'a, Banü, 373. 

Rachma 367. 

Rachyya 248, 250, 256, 310, 438. 

Racyf 221. 

Radamaei 245. 

Radha' 129. 



337 



lladhradh 57, 415. 

Radhwä 28, 30. 

Eadman 245, 383, 406, 408, 409, 438. 

Radu 224. 

Radyf 350. 

Ra'ema 53, 148, 1G3. 

Ragab 358. 

Rahä 437. 

Rahaba 437. 

Rahba bei Märib 415. 

Ralibän 380. 

Rahma 3G7. 

Raida 105, 253. 

Rakab 442. 

Rakb 61, 81. 

Räma 262. 

Raml al-Kadyd 366. 

Ramla 328, 370. 

Ranniya 369. 

Rapta 385, 387. 

Rasal 373. 

Ras alliadd 132, 136, 140. 

Raschdän 28. 

Ratheni 87. 

Rathini 444. 

Raudha 317, 369. 
Raukä 232, 262. 

Rauthän 239, 243, 248. 

Ray'än 295, 380. 

Rayana 281. 

Rayda 293. 

Rayda-Ardhyn 253. 

Rayda-Qayghar 253. 

Rayda-Sowayda 253. 

Raydän 86, 295. 

Raym 48. 

Rayma 390. 

Raymän 442. 

Rayschän 390, 446. 

Raysüt 110, 121, 129, 130, 133, 431. 

Regama, Regina, 162, 163, 323. 

Regu 427. 

Remah 268. 

Reuben 161. 

Rezäz 410. 

Rhamaniten 245. 

Rhaunathu 21, 22. 



Ribab 187. 

Ridha 298. 

Rima 4 43, 318. 

Riphearma 380. 

Dzü-Riyäm 354, 380, 419. 

Riyam, Banü, 129. 

Riyän 369. 

Ro'äna 370. 

Rtf'ayn 83, 84, 380, 406. 

Rochäma 295. 

Rodä' 87, 254, 305, 306, 319, 378, 406, 

444. 
Rodhäwier 309. 
Roghwa 427.. 
Rohäba 415. 
Rohät 28. 
Roliayl 190, 262. 
Rohba 28, 226, 333. 
Roma, Romnia, 50, 339, 343. 
Rommätän 197. 
Roqb 308. 
Rostäq 281. 
Rothes Land 403. 
Rothes Meer 6, 134. 
Rowä' 410. 
Ras Roway 41. 
Rowaytha 28, 232. 
Rubrum mare 399. 

Sa'b 297. 

Sabä 86, 119, 309, 377 ff., 416. 

Sabäbiga 172. 

Sabacha 175. 

Sabaaer 52, 148, 163, 235, 244, 246, 
249, 268, 328, 340, 346, 354, 355, 
360, 375 ff, 403, 404, 416, 427, 439. 

Sabaiten 85. 

Sab'än 274. 

Sabas 244, 249. 

Sabatha, Sabbatha, 87, 95, 246, 248, 
252, 307, 383, 439. 

Sabcha 16U. 

Sabe 63, 244, 297. 

Sabis 202, 354, 431. 

Sabo 244, 249, 378. 

Sabos 350. 

Sabota 202, 235, 248, 383, 415. 

23 



338 



Sacatia 64. 

Saccheni 326. 

Saccuni 326. 

Sacer Sinus 198. 

Sachalitische Bucht 3, 133. 

Sachalitischer Weihrauch 110, 121. 

Sachilita3 117-121. 

Sachle 97, 313. 

AI Sa'd 369. 

Sa'd al'aschyra 45, 418. 

Sa'd b. Chaulän 55. 

Sa'd, Tamym, 164, 183, 190, 197. 

Safäl 410. 

Ras Sagar 111, 121, 127, 128. 

Sagdana 146. 

Sahäm 61, 382. 

Sahil'll7, 118, 120, 121. 

Dzü-Sahl 380. 

Sahnän 43. 

Sahra 119. 

Sahül 84, 298, 380, 442. 

Sakäsik, Saksak, 297, 446. 

Sakün 326, 360. 

Salamier 328. 

Salamyya 32, 422, 423. 

Salapeni 343. 

Salba 442. 

Salema 407. 

Salhen 86. 

Salhyn 86, 242. 

Salif 404. 

Salma 284, 286. 

Salmä 315, 335, 342. 

Salomon 139. 

Salomonsbad 319. 

Salüq 302. 

Salydo 15. 

Salyh 422, 423. 

Samama 268. 

Saraäwa 32. 

Sambrachate 382, 383. 

Sämi' 295, 

Sämik 415. 

Samnät 370. 

Sampsa 164. 

Sanäm 148, 190, 200. 

Sanina 80, 81. 



Sapha 177, 179, 316. 

Saphar 85, 86, 297, 300, 301. 

Saphtha 266. 

Sapirine insula 9. 

Sapphar 296. 

Sappharita? 87, 443. 

Sara 119, 430. 

Sarah 406. 

Saraca 67, 328. 

Saracenen 328, 342, 352, 418, 422. 

Sarcoe 168, 175. 

Sardes 362. 

Sarha 48. 

Saritse 442. 

Sarvon 251, 309. 

Sarw 106, 107, 309, 310, 406. 

Sarw-Himyar 84, 87, 406, 411. 

Sarw-Madzhig 308, 335, 406, 410, 411, 

440. 
Sarya 43. 
Sata 179. 
Satula 287. 
Saudä 133, 243. 266. 
Saudad 266. 
Saunis 297. 
Saut 317. 

Save 85-87, 297, 300, 302. 
Sawäriqiya 28. 
Sawyq 415. 
Säya 28. 

Sa'yd b. 'Ysä 255. 
Sayf 255. 
Sayh 165, 271. 
Sayh al-Ghamr 366. 
Sayh al-'Omr 366. 
Sayhüt 110. 
Sayyäla 232. 
Sayyän 306. 
Sayyid 412. 
Sceneos 6, 73. 
Sceniten 325, 399. 
Schabä 378. 
Schabot 248. 
Schabwa, Schabwat, 246-249, 252, 256, 

310, 378, 438, 440. 
Schaduan 9. 
Schsebhie 63. 



339 



Schagga 417. 

Schagb 22, 211. 

Schagy 262. 

Schahära CO. 

Sohahgehänäbäd 03, 130. 

Schahr 118. 

Schahrän 380. 

Schahrar 380. 

Schahyr 380. 

Schakir 426. 

Schakül 372. 

Schaleph 404. 

Schäm 4, 426. 

Schammäm 53. 

Schammar 315, 335, 337, 342, 421. 

Schaqäq, Schaqqäq, 64, 384. 

Schaqq al'agüz 216. 

Schaqrä 272, 273. 

Schaqyd 11. 

Dzü-lschara 394. 

Schar'ab 442. 

Scharabba 373. 

Scharaf 390. 

Scharafa 369. 

Scharäh 406. 

Scharärat 219, 220. 

Scharaurä 207. 

Scharg 265. 

Scharga 48. 

Scharm 281. 

Scharma 95, 107, 108. 

Scharyfe 401, 412. 

Schatab 289. 

Schatbatän 363, 367. 

Schatt 367. 

Dzü-Schaubän 408. 

Schauhatän 86. 

Schaut 357. 

Schawägin 265. 

Scha'wän 60, 306. 

Schaybän 200, 334. 

Schaych Scho'ayb 146. 

Schayzar 32. 

Schazb 60. 

Scheba 57, 148, 163, 376 ff. 

Schefer, Charles, 1. 

Schegeb 410. 



Schehr 106. 

Schelach 427. 

Schi'b 257, 405. 

Schi'b al-Maghrib 437. 

Schi'b-' Yr 55. 

Schibäm 256, 257, 309, 310, 378, 43£ 

Schibäm-Aqyän 83, 84. 

Schibäm-Sochaym 60. 

Schibwa 438. 

Schighot 125. 

Schigna 43. 

Dzü-Schihäl 380. 

Schihr 118, 120, 400, 401. 

Schimmar 406. 

Schimmar-Tärän 406. 

Schimr-dzy-alganäh 67. 

Schira' 291, 437. 

Schir'a 380. 

Schitba 367. 

Scho'ärä 366. 

Scho'ayba 40, 41. 

Schobayka 262. 

Schoenus 202. 

Schoms 164, 187. 

Schoqarä 93. 

Schoqayrä 272. 

Schorayf 370, 371. 

Schotäb, Wädiy, 366. 

Schowayeg 369. 

Schufär 171. 

Schuraym 62. 

Scytaca 9. 

Sehr 380. 

Se'ir 361. 

Seleime 286. 

Selma 19. 

Selma, Berg, 274. 

Sem 427. 

Sembracena 383. 

Semiramidis mons 144. 

Sephar 128. 

Serapidis insula 135, 383. 

Sib 160. 

Sibä' 67. 

Sideni 28, 29. 

Sileum 239, 242, 293. 

Silyäm 239, 242. 



340 



Simeoniten 361. 

Sinafar 15. 

Sind 136. 

Sinhän 426. 

Sir Abu Neyr 160. 

Sir Beni Yäs 160. 

Sirbonis lacus 399. 

Sirhän 32. 

Sirr 60, 272, 306, 339. 

Sirray n 52. 

Sitär 184, 190, 336, 338. 

Sitär al-Schorayf 370. 

Sitara 369. 

Sraaragdus mons 9, 11. 

Smyrnofera Regio 245, 307, 405. 

Soace 22. 

So'äl 281. 

Sochaym 60. 

Sochchor 302. 

Socotra 84, 119. 

Socratis insula 79. 

Dzü-Sodayr 371. 

Sofäla 57. 

Sofyän, Stadt, 437. 

Sofyän b. Arhab 437. 

Sohäm 373. 

Dzü-Soliaym 55, 60, 393. 

Sohaymyya 316. 

Solaf 404, 442. 

Solaiel 369. 

Solaym 334, 355, 419. 

Solayma 268. 

Solaysila 366. 

Sollän 33. 

Somayna 262. 

Dzü-Somayr 370. 

Sophanita3 179, 435. 

Sophara 57. 

Sophtha 146. 

Dzü-Soqayf 370. 

Soqotra 113, 114. 

Soqyä-Yazyd 22, 28, 226, 333. 

Soqyä Bany Ghifär 38, 232. 

Soräqa 243. 

Sordod 382. 

Sowa 373. 

3osippi portus 70, 297, 



So'üd 243. 

Sowäg 373. 

Sowayda 226. 

Sowayqa 184. 

Stacte 85. 

Stephanus Byzantinus 405. 

Sterilis, Arabia 399. 

Strabo 3. 

Strobus 184. 

Stygis aqua 318, 319. 

Suah 22. 

Sucabia 15. 

Süd 29, 33. 

Süda 266. 

Suelleni 342. 

Suez 3. 

Sumbeh 96. 

Süq Himyary 442. 

Susiana 145. 

Ras Swami 167. 

Syagrischer Weihrauch 110. 

Syagros 3, 5, 110, 111, 133, 135, 136. 

Syene 3, 12. 

Syh 369. 

Sylajum 437. 

Syllöeus 359. 

Syrische Wüste 402. 

Tabäla 235, 369. 

Tabäschi'a 446. 

Tabiana 146. 

Tabük 4, 206, 213, 215, 328. 

Tadbyr 138. 

Tadmor 32. 

Tägha 130, 131. 

Taghlib 29, 384. 

Täghüt 130. 

Tagr 367. 

Tahiba 370. 

Dzü-Tahnisch 407. 

Tahüdy 257, 260. 

Ta'izz 297, 445. 

Ta'kor 442. 

Talfom 293. 

Talyya 415. 

Tamar 366. 

Tamhän 380. 



341 



Tamna 330, 398 ff. 






Tha'laba 329. 


Tamra, Gabal, 369. 






Tha'labyya 337, 338. 


Tamym 164, 171, 172, 174, 


184, 


190, 


Thalyn 293. 


316, 394. 






Thamar 382. 


Tana'um 306. 






Thamra 246, 367, 369. 


Tanüch 340, 420, 422, 425. 






Thamüd, Thamudaer, Thamydeni, 13, 


TappharitfE 443. 






27, 28, 212, 226, 228, 314, 329, 330, 


Tarba 367. 






359. 


Targ 49. 






Thanäya 317. 


Tarm 153. 






Thanuitffi 340. 


Tarphara 301. 






Thanyya 53, 372. 


Tärüt 149, 152. 






Thapaya 222, 223. 


Tarym 248, 250, 256, 257, 438. 




Thapsacus 145, 173. 


Tasm 32, 394. 






Thaqb 28. 


Tathlyth 54, 348, 369. 






Thaqyf 87, 426. 


Taud 43. 






Tharo 147, 152. 


Taur al-Hismä 325. 






Thät 444. 


Taveni 342. 






Thauana 254, 255. 


Tawakkul 143. 






Thauba 221, 223, 322. 


Tawylat-alchitam 370. 






Thaur 164, 358. 


Täyif 236, 348, 350, 355, 356 


373, 


412. 


Thaytal 190, 434. 


Taym 164, 174. 






Theba3 41, 44. 


Taym Allah 434. 






Thebais 10, 430. 


Tayma 28, 32, 148, 220, 332 






Therän 46. 


Tayrä 406. 






Thialemath 109. 


Tayschar 370. 






Thimanei 4, 26. 


Tayy 220, 225, 226, 309, 


342, 


352, 


Tho'äl 342. 


417-419, 421. 






Thofon 366. 


Tayyib 164. 






Thogga 442. 


Teil-Mannas 32. 






Thoghara 129. 


Tema 148. 






Thomäm 372. 


Teman 4. 






Thomna 202, 203. 


Temän, Banü, 26. 






Thumata 235. 


Ras al-Tenägib 193, 194. 






Thumna 87, 229, 230, 246, 386. 


Teredon 145, 147, 148, 150, 


154. 




Thuris 299. 


Terys 322. 






Tiagar 280. 


Texiana 146. 






Tiberias 328, 424. 


Thabane 254, 255. 






Tigre-Stamm 401. 


Thabba 306. 






Tihäma 4, 32, 84, 341. 


Thabra 265, 338. 






Timagenis insula 20. 


Thachb 54. 






Timanei 342. 


Thadyän 366. 






Tirän 15. 


Thamia 218. 






Tiryam 15, 16. 


Thsemas 164, 187. 






Tiyäs 53, 373. 


Thäg 190. 






Toani 255, 439. 


Al-dzy-Thägir 295. 






Tobäla 49, 235, 383. 


Thagr 367. 






Tobba 4 85. 



342 



Tobeit 222. 

Tochliy 83. 

Togyb 310, 351. 

Tohayy 370. 

Tohayya 164. 

Tho'l 373. 

Tomabeei 439. 

Tomala 235, 383. 

Topazinsel 35. 

Tor Hismä 207. 

Torayf 372. 

Torayfa 370. 

Torba 373. 

Towayli' 190. 

Towayq 317, 369. 

Trite insula 107. 

Tritos portus 108. 

Trulla 101, 102, 254. 

Turgana 383. 

Tyh 307. 

Tyh-Bany-Isra'yl 207, 328. 

Tylus 147, 149, 153, 158, 183. 

Tyrannos 85. 

Tyrus 58, 148, 161, 423, 424, 427. 

Tyrus (Insel) 153, 154. 

Tzafar der Himyar 62, 83, 87, 93, 276, 

298, 301, 303, 383, 389, 395, 404, 443. 
Tzafar, Weihrauchküste, 110, 118 ff., 

130, 131, 257, 399, 440. 
Tzähira 372. 
Tzahrän 33, 39, 43. 
Tzaryb 417. 
Tzohür 257. 
Tzolaymat 60. 



Ulüm 434, 

Umm al-Kuweyn 167. 
Ümür 369. 
Ur-Kasdim 427. 
Uzäl 294. 



Veneris insula 9. 

Vodona 247. 

Vorochtha 146, 147, 156. 



Wabär 428. 

Wäbisch 408, 415. 

Wabra 38. 

Wada'a 276. 

Wadd 33. 

Waddän 23, 30, 38. 

Wadhra 390. 

Wädi'a 426. 

Wädiy 369. 

Wädiy Fätima 39. 

Wädiy algamäl 9. 

Wädiy Bany Hanyfa 316. 

Wädiy Laymün 355. 

Wädiy alqorä 29, 112, 225 ff. 

Wagh, s. al-Wedschh, 27. 

Wagra 262. 

Wahäf 367. 

Wahidi 413. 

Wahla 372. 

Walläda alabyadh 410, 446. 

Wäqid 87, 446. 

Wäqir 62. 

Warazän 298, 446. 

Wariqän 28, 38, 232. 

Warräch 446. 

Waschm 316, 348, 396. 

Wäsit 369. 

Wa'tha 372. 

Wäyil 154, 396. 

Waysch 415. 

Wedschh 13, 27. 

Weihrauch 375, 403, 429 ff. 

Weihrauchregion 257, 398 ff., 429 ff., 

439. 
Wilberg 1. 
Wobayr 220, 221. 
Wohätza 67, 442. 
Woraba 148. 
Woschüm 316. 
Wudayyn 369. 

Yabambam 369. 

Yabryn 276, 280, 316, 317, 366, 373 

Yachmä 415. 

Yäcut 407. 

Yadzbol 370. 

Yafa' 406. 



34ä 



Yafi'i 413. 

Yaghüth 418. 

Yahgib. Yahcob, 83. 380, 443. 

Yaila 304. 

Yakhi 408. 

Yalyal 37. 

Yära 426. 

Yamäma 165, 271, 276, 316, 317, 339, 

359, 366, 394. 
Yaman 4. 

Yamaniten 377, 425. 
Yämün 328. 
Yanabbä 243. 
Yan'aq 419. 
Yanbo' 24, 25, 28, 30. 
Yandad 28. 
Yankyr 373. 
Yansti'a 262. 
Yanufa 373. 
Yäqüt 1. 
Yarämis 307. 
Yarbü' 339. 
Ya'roq 293. 
Yaryra 83, 298, 303. 
Yarym-dzy-Moqär 410. 
Yaqtzän s. ßyscha. 
Yäs 348. 
Yäs Banü 160. 
Yaschbum 438 ff. 
Yaschkor 393, 426. 
Yaschy' 329. 
Yathrib 43, 231, 333. 
Yatyma 370. 
Ya'üq 416, 418. 
Dzü-Yazan 86. 
Yazdäd 446. 
'Yg 28, 228. 
'Ycän 54. 
Yuba 15. 
AI Yünos 437. 



Zaaram regia 33, 39, 43, 344, 35:5 

Zabara 176. 

Zabargadd, Insel, 11, 35. 

Zabbä 423. 

Zabida 63. 

Zäbin 370, 373. 

Zabyd 61, 63, 318, 384, 442. 

Zabyya 369. 

Zaghräbä 32. 

Zahrän b. al-Azd 391. 

Zäida 298. 

Zames 50, 274, 315. 

Zang 57, 113. 

Zära 188. 

Zärat 149. 

Zauf 313, 407, 409. 

Zawähiy 442. 

Zayd, Banü, 339. 

Zayd b. Häritha 342. 

Zaytün 422. 

ZeTrit« 395. 

Zenobii insulse 112, 132, 133, 159 

Zi'azi' 307. 

Zimmt 387 ff., 398, 429. 

Ziraran 427. 

Ziza 221. 

Zo'ar 21. 

Zobala 338. 

Zobayd 407, 426. 

Zobayr-Inseln 74. 

Zoghar 21. 

Zofarier 410. 

Zohayr b. al-Härith 341. 

Zonayf 48. 

Zanzibar 385. 

Zornüq 363. 

Zott 172. 

Zurachi 149. 

Zygaina 23. 

Där-Zyna 307. 



DRUCK VON HEINRICH KORBER IN HERN. 




PTOLEMAETJS 

KARTE VON 

ARABIA FELIX 



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